Indiana Tribüne, Volume 29, Number 111, Indianapolis, Marion County, 3 January 1906 — Page 4
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Jnvtana Tribüne, 3 Januar 1906
Indiana Tribüne. ttaulacqettn von bet derg Q. Indianapolis, Ind.
garry O. Töudiu PrSstdeut. G eschaftö loeal: No. 31 Süd Delaware Straße. Telephone 269. r nttttft at the Post Office ol Indianapolis as second clat matter. Aus der Bundeshauptstadt.
In den Hallen des KapitolZ, im Weißen Hause, in alle den Departe ment Bureaux herrschte diese Woche FestfttagZruhe. Ader eS dürfte die Ruhe vor dem Sturm sein, denn Kenn der Kongreß am 4. Januar wieder zusammentritt, wird sich die elektrische Spannung, welche seit ge raumer Zeit zwischen den verschiede nen Zweigen unserer Verwaltung herrscht, in einem gehörigen Gewitter entladen. Für den Präsidenten war die'mal die offizielle Weihnachtfreude keine sehr große. Der Kongreß ift gar nicht so gefällig gewesen, wie man da? früher gewohnt war. Mit dem HauZ hat der Präsident paktiren müssen, er mußte zusagen, von der Tariffrage abzulassen, wenn er Frachtgesetzgebung haben wolle ; er hat gefunden, daß er seinen Willen dort ' nicht einmal ohne Hindernisse durchsetzen kann. Und der Senat. Oh weh ! Da sieht eZ doch gar zu unangenehm au-. Da giebt eS In surgenten verschiedenster Art. Nicht nur Sr. Majestät getreueste Opposition", die Demokraten. Nein, unter den Republikanern, und zwar in aller, Hand Nuancen : San Domingo Vertrag'Jnsurgenten ; Frachtsätzen surgenten ; Rübenzucker Philippinen Insurgenten ; Panamakanal Jnsur genten. Und jede dieser Gruppen von republikanischen Insurgenten hat dem Präsidenten entweder ein stachlige Bouquet überreicht oder gedenkt die? nach den Feiertagen mit ' frischen Komplimenten zu thun. Obwohl der Präsident den Wunsch kundgegeben hatte, am WeihnachtZtage von AmtZgeschäften verschont zu ble! den, hatte sich doch eine ganze Anzahl von Staatsmännern und Korrefpon denten im Weißen Haufe eingefunden. ' Allerdings mußten sie umsonst warten, da Roosevelt in aller Stille einen Spa zierritt angetreten hatte. Auch Spre cher Cannon fand sich im Laufe deö Nachmittags ein, die stereotyp gewor dene dicke, schwarze Cigarre im Mund Winkel. Die im Vorzimmer wartenden - Korrespondenten belegten ihn sofort Beschlag; er mußte Geschichten erzählen, wa? er übrigens auch mit größer Be reitwilligkeit thut, wenn eS mit der Zeit nicht prefsirt. Im Laufe der animir ten Unterhaltung ward ihm auch im Scherz die Frage gestellt, wie sich das eigentlich verhalte: ES sei in letzter Zeit verschiedentlich behauptet worden, das Repräsentantenhaus sei nicht mehr eine repräsentative Körperschaft, sondern werde mit eiserner Hand vom Sprecher regiert. Ja, ja-, sagte Onkel Joe-, wenn man die Leute so reden hört, dann geht da? Land überhaupt zum Teufel und find wir auf dem besten Wege, eine Monarchie zu werden. Das Volk hat heute dieselbe Macht, bei den Wahlen seinen Willen zu äußern, wie je. Die Wähler wissen gut genug zu . unterscheiden, ob ein Mann seine Pflicht gethan hat, oder nicht. Und das Repräsentantenhaus, welches das Volk direkt vertritt, versteht seinen Willen ebensogut tdurchzusetzen, wie eS je gekonnt hat. Wollte ein Mann un umschrankt regieren so könnte das nur unter der Voraussetzung geschehen, daß er unersetzlich wäre, und das ift Nie . mand. Kein Mann hierzulande kann so groß und übermächtig werden, daß er nicht im Handumdrehen von der po Mischen Landkarte heruntergefegt wer den könnte, und da dies so prompt ge schieht, soll nur Niemand glauben, daß er unentbehrlich wäre; die Wähler schie den ihn so rasch und so gründlich bei Seite, daß er bald vergessen ift." ' Nachöem Onkel Joe- diese Philoso. phischen Bemerkungen ganz in der Nähe des Allerheiligsten verzapft, nickte er seiner Umgebung mit liftigem Au genzwinkern freundlich zu uud schleu derte weiter, lange Züge aus der schwarzen Cigarre passend. Die von Sekretär Root angestrebte und vom Präsidenten in seiner Iah Sbotschaft befürwortete Reform unse reS KonsulardiensteS wird durch die dem Kongresse in seiner bevorstehen den Sitzung vorliegende Lodge-Bill
verwirklicht wttden, vorausgesetzt, daß sie nicht an der Opposition deö Senates scheitern sollte. D.ie Vorlage verfügt die Schaffung eines diplomatischen KorpS nach dem Muster anderer Kul turftaaten, aus welchem die verschiede nen Konsulate besetzt werden sollen mit Rücksicht auf die Erfordernisse deS be treffenden Postens. Alle amerlkani fchen Konsuln sollen in Zukunft ein hinreichendes festes Gehalt an Stelle der bisherigen Sporteln beziehen, auch soll das Schreiberpersonal auSschließ lich auS Amerikanern bestehen. End lich sollen alle solche Ernennungen von politischen Rücksichten und Cm pfehlungen gänzlich unabhängig sein Diese letzte Bestimmung, ob wohl theoretisch unanfechtbar, ift eS, welche die Opposition des Senats erregen dürfte. Diese hochwohlveise Körperschaft wacht bekanntlich mN eifersüchtiger Sorge darüber, daß Niemand ihre Prärogative antaste, und eines der werthvollften derselben ist bis her die Besetzung von ConsulatZpoften gewesen. Mit einem solchen Pöftchm ließen' sich politische Verpflichtungen so nett und bequem abtragen, und wenn dem Senate dieser The ilseiner Patro nage" genommen werden' sollte, würde e5 schwer fallen, die hungrigen Patrio ten, derer man zu WaLlzeiten so noth wendig bedarf, in Reih' und Glied zu halten, um so mehr, als die Besetzung der Postämter bisher als das Recht des Repräsentanten deS betreffenden Con greßdiftrikteS betrachtet worden ist. ES dürste daher manchem Senator schwer fallen, sich dieses so lange genossenen Vorrechtes im Interesse des Gemein Wohles zu begeben. Das Kriegsdepartement scheint Vor ahnungen" zu haben, daß eS in China Trubel geben wird. ES ift die Ordre ergangen, die Garnison von Manila um zwei Regimenter Infanterie und zwei Batterien Artillerie zu verstärken, und zwar ist diese Ordre mit unge wohnlicher Hast gegeben worden. Gewöhnlich läßt man einen Zwi schenraum von drei Monaten ver streichen, bis die nach den Philippinen beorderten Truppen wirklich abgehen, die jetzt getroffene Anordnung aber stellt eine bedeutend kürzere Frist, denn die genannten Verstärkungen scllen schon am 1. Februar abgehen. AlS Erklärung wird halbamtlich dazu bemerkt, eS handle sich um nichts Besonderes; die PhilippinenRegierung habe nicht viel Geld, und ' die Unter Haltung der Konftabler Force von 2500 Mann verursache viele Kosten. Man wolle diese Kosten sparen, indem man die Konftabler durch Reguläre er setze, so daß die PhilippinenFinanzen entlastet würden, und die Vereinigten Staaten die Bürde übernähmen.' Ein Armeeofsizier, welcher in der Lage ift, Kenntniß davon zu haben, aus welcher Richtung der Wind weht, meinte, als feine Aufmerksamkeit darauf gelenkt wurde, daß Feldartillirie wohl kaum Kongablerdienste verrichten könne, und daß die Absendung von zwei Batterien Artillerie nebst zwei CxtraRegimentern Infanterie wohl auf einen anderen Zweck hindeute: ES ift immer gut, bei Zeiten vorbereitet zu sein; eS wäre möglich, daß in fünfzehn oder achtzehn Monaten in China Trubel auSbrechen könnte."
EZT Die größte und paf sendsteAuövahl von Schnitt, blumen und Slumenstücken für alle freudigen und trau rigen Ereignisse. Wir find jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülflich zu leitn &exUxtnann BroS. o. 241 Mass. Ave. Tel. 840 Aus Gartz a. O. werden Selbstmorde von Schülern des Gymnasiums gemeldet, die in dem pommerschen Städtchen großes Aufsehen erregt haben. Nachdem sich vor mehreren Wochen ein Schüler der oberen Klassen durch Gift bas Leben genom wen hatte, verübte m Bußtage der Sekundaner von Schröter, Sohn eines Fabrikbesitzers im Rheinland, durch einen Sprung in die Oder Selbstmord. Die Ursache soll darin zu suchen sein, daß die Knaben sich zu streng behandelt suhlten. Es sollen sich mehrere Schüler zusammenethan und den Beschluß gefaßt haben, m den Tod zu gehen. Nach einem, anderen Bericht ist v.. Schröter am Nachmittage des Bußtages während einer Kahnfahrt mit einem Schulkameraden plötzlich in die Oder gesprungen. Er soll schon längere Zeit vorher einen Revolver bei sich getragen und die That deswegen begangen haben, weil er unglücklich darüber war, daß er einen verkrüppelten Arm hatte, v. Schröter, der sehr nervös war. hatte vor kurzem ein Nervenheilanstalt verlassen.
friesische Goldschmicdclmnst. ;
Ouuderbare Erzeugnisse nd der spätere BerfaU der Industrie. In Ostfriesland (dem heutigen preußischen Regierungsbezirke Aurich und dem Jevcrlande in Oldenburg) waren nach glaubhaften Berichten die Gewär.der wohlhabender Frauen dermaßen mit goldenen und silbernen Spangen und Platten besetzt, daß man das Klei!) frei hinstellen konnte. Die noch vorhandenen Urkunden über Vermächtnisse im 12. bis 15. Jahrhundert erbringen den Nachweis, wie viel Schmuck von Edelmetall zum Besitz einer reichen oftfriesischen Familie gehörte. Der im Jahre 1509 vom Dollart verschlungene Flecken Torum zählte acht Goldschmiede. Um 1776 arbeitetin im damaligen Flecken Leer deren zehn, und im Jahre 1806. als die oftfriesische Goldschmiedekunst den HöhePunkt schon längst überschritten hatte, umfaßte die Emder Goldschmiedezunft immer noch 32 Meister. Später ist dann die Kunst lange ziemlich unbeachtet geblieben, so daß die dortigen Goldschmiede ganze Haufen ihrer edelsten Erzeugnisse in den Schmelztiegel warfen. In neuerer Zeit aber hat man die eigenartige Schönheit und die künstlerische Bedeutung des Schmucks wieder erkannt und in Bild und Wort gewürdigt. Gegenwärtig hat sich deshalb auch der Postdirektor Eßlinger zu Leer, der eine der größten Sammlungen aItostfriesischen Schmuckes besitzt, mit Unterstützung der Behörden der Aufgabe unterzogen, die Goldschmiedemerkzeichen des Jeverlandes und in ganz Ostfriesland festzustellen. Nach den alten Vorschriften waren die Arbeiten der Gold- und Silberschmied: mit zwei Marken zu versehen, von denen die eine den Ort der Herstellung, die andere den Namen des Meisters angab. So bezeichnete man z. B. den Ort Leer mit einem großen lateinischen L und einem Sterndreieck, Norden mit einem Sterndreieck. Bis vor kurzem hatte man die Namen von 50 Meistern aus der Zeit von 1509 bis zum Anfange des 19. Jahrhunderts ermittelt. . Nach 31 Jahren freigesprochen. Die Bahnwärterwittwe Elise Dreyer aus Kremmin wurde am 25. März 1874 von dem damaligen großherzoglich mecklenburgischen Kriminalkollegium in Vülzow unter der Beschuldigung, im November 1873 ihr Wohnhaus in Brand gesteckt zu haben, zu einer Zuchthausstrafe von sieben Iahren verurtheilt. Nach Einlieferung der Frau Dreyer in die Landesstrafanstalt stellten sich Umstände heraus, die Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der Verurtheilten aufkommen ließen. In dem jetzt betriebenen Wiedcraufnahmeverfahren hat die Strafkammer des Landgerichtes Eüstrow. die früheren Urtheile aufgehoben und die Verurlheilte unter Belastung der Staatskasse mit den Kosten deS Verfahrens freigesprochen. Frau Dreyer erhält nicht nur die erheblichen Kosten des früheren Verfahrens zurückerstattet, sondern die Direktion der Ham-burg-Verliner-Eisenbahn ist verpflicht tet, ihr die feit ihrer Verurtheilung gesperrte Pension als BahnwärtersWittwe mit Zinsen nachzuzahlen. Der beleidigte Bräutigam. In einem Reborte in Baden wurden Sonntags sieben Brautpaare, darunter eines, das acht Jahre miteinander gegangen war," von der Kanzel gekündigt. Des Nachmittags kommt der Bräutigam mit puterrothcm Kopfe in's Pfarrhaus und poltert los, das habe er nicht verdient, daß ihn der Pfarrer so uze, er könne nix dafür, daß er seine Annemarie so lange nicht habe heimführen können. Der Pfarrer ist frappirt, und erst nach langem Hin und Her erinnert er sich, daß er die sieben Paare verlesen hat, indem er beim ersten hinzusetzte, erstlich," und die anderen Paare mit dem Wörtchen sodann" und ferner" und das letzte mit endlich" anschloß. Es war keine leichte Aufgabe, dem beleidigten Bräutigam die Harmlosigkeit dieses letzten Bindewortes zu erklären. Schülerzahlen. Nach einem Berichte des Kommissärs für Erziehungswesen waren im verwichenen Fiskaljahre in den Volksschulen der Ver. Staaten 16.256.038 Schüler, gleich 20 Prozent der Gesammtbevölkerung. Die Durchschnitts-Frcquenz betrug für jeden angemeldeten Schüler 102 Tage. Zu diesen 16.256.038 in den öffentlichen Elementar- und Se-kundär-Schulen Eingeschriebenen kamn 118.029 College - Studenten, 1,370,244 Schüler privater Elemen-iar-und Sekundär-Schulen, 152.479 Schüler von Normal-, anderen professionellen Schulen und Trainir-Schu-len, sowie 693,101 Schüler von Spezialschulen. Drei E e nt s -F a h r g e l d. Durch eine kürzlich erfolgte Entscheidung des Obergerichts zu Columbus, O., welche als endgiltig anzusehen ist, hat Mayor 2om L. Johnson in Eleveland in seinem Kampfe um das drei Eents-Fahrqeld einen Sieg errungen, indem das erwähnte Gericht die diesbezuglichen Bestimmungen des Elevelander Stadtraths als zu Recht besiehend anerkannte. D i t w e r t h v o l l st e Rohbaumwolle kommt von der Halbinsel Florida und aus Egypten.
Erkknnungssarben im Chierrrich.
WttnungSmerkotake wehrloser Thiere bei drohende cfahren. Welch wichtige Rolle die Erkennungsfarbcn im Thierreich spielen, davon gibt Professor Jacobi in seinem jüngst erschienenen Buch: Die Bedeutung der Farben im Thierreiche" ein anschauliches Bild. Unter den Säugethiercn und Vögeln, schreibt der Gelehrte, sind diejenigen, die eine freie, nicht nächtliche Lebensweise führen und mehr oder minder wehrlos sind, vielfach gesellige Thiere, z. B. die Wiederkäuer, Kaninchen. Meisen, Drosseln, Hühner, Strandläufer, Enten. Dadurch, daß diese Thiere in Gesellschaften deielnander bleiben, vereinigen sie ihre Kräfte und ihr Beobachungsvermögen und sind dann meist gegen Angriffe, zumal durch Ueberraschung, gesichert; einzelne Mitglieder, die sich vielleicht verirrt haben, fallen dagegen leicht ihren Feinden zur Beute. Daher ist es für Herdenthiere, namentlich so lange sie noch jung und unerfahren sind, sehr wichtig, ihre Artgenossen schon aus der Entfernung an gewissen Kennzeichen und zwar auch in der Dämmerung oder im Waldesdunkel wahrnehmen zu können. Namentlich sind solche Merkmale nützlich, wenn ein Mitglied der Gesellschaft die Führung als Leitthier inne hat und plötzlich die Flucht ergreift, um sofor! die von letzterem eingeschlagene Richtung erkennen zu lassen. Daher sind die Erkennungsoder Signalzeichen oft am Hinterende des Körpers oder doch so angebracht, daß sie von hinten her gesehen werden können. Die Zweckdicnlichkeit sprich! sich auch darin aus. daß sie entweder unpaar in der Mittellinie oder beiderseits symmetrisch, immer aber an Passende? Stelle liegen, während die noch auffälligeren Zeichnungen der Hausthiere meist unsymmetrisch und regellos auftreten. Ein Hausthier bedarf ja solcher Hilfsmittel zum Schutze mcht, weil er ihm von Men'chen gewährt wird. Die Hirscharten besitzen ein Hintertheil, das viel heller gefärbt ist als der übrige Körper und zwischen Bäumen und Gebüsch die unscheinbaren Gestalten, namentlich bei der Flucht. leicht wahrnehmen laßt. Beim EdelHirsch ist dieser leuchtende Spiegel" gelblich, beim Reh sogar weiß. Das gesellig lebende Kaninchen führt in Gestatt der Blume," d. h. der schneeweißen Schwanzunterseite. eine Signalflagge, die bei der Flucht' aufrecht, also sichtbar getragen wird und den Nachzüglern in der Gesellschaft im Zwielichte den Weg zum sicheren Bau weist, in den 'blt anderen flüchten sollen. Aehnliche Merkzeichen, aber oft noch auffälliger, tragen viele Hufthiere, na mentlich die in großem Formenreichthum vorhandenen Antilopen Afrikas. Unterbliebene Trauung. Vor dem Stande5amte in Posen erschien kürzlich ein Paar aus Wilda, um getraut zu werden. Als der Beamte an den Bräutigam die bekannte Frage richtet, antwortet dieser mit einem kräftigen Ja!" Anders die Braut. Ihre Antwort lautet recht energisch Nee!" Als der Beamte, in der Meinung. sie habe nicht richtig verstanden, die Frage wiederholt, ertönt abermals aus ihrem Munde, jetzt mit größtem Nachdruck, das Wörtchen Nee!" Der Beamte machte Vorhaltungen. Die Braut bleibt bei ihrem Nee!" Als sie nun gefragt wird, warum sie denn nicht wolle, entgegnet sie, indem sie auf ihren Bräutigam zeigt: Sehen Sie denn nicht; er ist ja betrunken!" Der Beamte: Das hätten Sie sich aber eher überlegen müssen. Warum kommen Sie denn hierher, wenn Sie nicht heirathen wollen?" Die Braut: Ich habe mir die Sache unterwegs reiflich überlegt. Da er sich öfter betrinkt, nehme ich ihn eben nicht!" Die Heirath unterblieb. Weiberdörkcr in Tessin. Nicht nur die Eifel. auch der Kanton Tessin in der Schweiz hat seine Weiberdörfer. Zur Sommerszeit jeweilen ist in gewissen tessinischen Gemeinden die periodische Auswanderung der männlichen erwachsenen Bevölkerung, welche anderwärts ihren Erwerb sucht, so groß, daß nur noch Frauen und Kinder anzutreffen sind. Dieser Umstand hat Veranlassung zu einem Gesetzentwurfe gegeben, wonach auch Frauen als Zeugen vor den Notaren sollen handeln können; kam es doch schon oft v.ir, daß Rechtsakte, wie zum Beispiel Testamente, unterbleiben mußten, weil keine Zeugen aufzutreiben waren. I a t'e r von 25 Kindern ist der 66jährige Farmer I. B. Dismuke in Lee Couty, Tex. Er war dreimal verheirathet. Im Alter von 20 Jahren verheirathete er sich mit einer Susan Singleton, welche sieben Kinder das Leben schenkte. Seiner zweiten Ehe entsprossen zwölf Kinder, zwei Mädchen und zehn Knaben, unter letzteren vier Zwillingspaare. Im Jahre 1883 heirathete er eine Wittwe. Namens Ecker, welche ihm sechs Kinder gebar. B l e i w e i ß, das durch Wasser und Seife nicht völlig von den Händen entfernt werden kann, führt häufig bei Personen, die viel damit umgeben, eine Bleivergiftung herbei. Ein deutscher Gelehrter hat nun eine chemische Seife erfunden, die, wenn benutzt, das Ble weiß in das nicht giftige Bleioxyd vev wandelt.
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Nur durch einen glüälichcn Zufall entgingen die Familie Lambrecht in Saylesville in Wisconsin und ihre Gaste, Chas. Wichmann und Frau von Marshfield, der Vergiftung. Die Söhne Lambrecht's fanden einen todten Hasen in einer Schlinge, brachten ihn heim, und die Mutter bereitete einen Braten. Der Hund kam zufällig in die Küche, und Frau Lambrecht warf ihm ein Stück von dem Fleisch zu. Das Thier bekam gleich darauf Krämpse, wurde aber durch ein Gegengift gerettet. Und von den genannten Personen aß nun natijrlich Niemand von dem Braten. Die Natur des Giftes konnte nicht festgestellt werden, da der Braten sofort verbrannt wurde. Lambrecht glaubt, daß es sich um einen raffinirt angelegten Giftmordversuch handle. Die Hotelbesitzer in Asbury Park, N. Y., sind auf einen neuen und originellen Plan verfallen, um im nächsten Sommer in dem Teinperenznest Spiritussen verkaufen zu können. Sie werden ein licensirtes CentralDepot außerhalb der Meilengrenze einrichten, und zwischen diesem werden fortwährend AutombNc mit den unterzeichneten Bestellungen der Hotelgaste hin- und herfahren. Allerdings werden die Gäste etwa zehn Minuten lang ihren Durst bezähmen müssen, denn so lange wird . die Ausführung der Bestellung in Anspruch nehmen, aber dafür haben sie auch die Genug thuung. daß dem Gesetze Genüge getban worden ist. Der Plan ist die ErfmdunJ eines prominenten Mitgliedes der Hotel Men's Association, und er hat die begeisterte Zustimmung der Hoteliers gefunden, da sie glauben, daß damit das Trinkproblem in Asbury Park für den nächsten Sommer gelöst ilt. Das furchtbart SlocumUnglück vom 15. Juni 1904 hat jetzt noch wieder ein Opfer gefordert. Es ist dies der jetzt achtunddreißigjährige Heinrich Hermann in New York. Acht Mitglieder seiner Familie hat er anjenem Schrecknstage verloren, er mußte die Gattin und zwei Kinder, seinen Vater und die Mutter seiner Frau begraben, drei Schwestern rissen die Fluthen des East River ebenfalls in den Tod. Vor jenem Unglückstage war Hermann ein glücklicher, zufriedener und arbeitsfroher Mann, aber allein in der Welt zurückgeblieben, wurde er gänzlich verdüstert. Er, gab sein gutes Milchgeschäft auf und bezog eine Junggesellenwohnuug. An einem der lchten Tage, infolge des unaufhörlichen Grübclns und Träunens über den Tod seiner Lieben verfiel er in Tobsucht, zertrümmerte die Ausstattung seines Zimmers und schrie verzweifelt nach feinen Angehörigen, die der Grabhügel deckt. Ein . Polizist ward gerufen, und er requirirte eine Ambulanz deö Bellevue - Hospitals, die den Unglücklichen fortführte.
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gutes Feuer
cYfnrerK Masse Rauch und Ruß abgiebt und eTtn W M, I n Wiesbaden er,o sich der 62jährige Hauptmann a. D. Adolf v. Asmuth. Er beging die That in einem Anfalle von Schwcrmuth, in j
die er verfallen war durch die Folgen., einer schweren Kopfwunde im Feldzuge 187071. die sich neuerdings in mem körperlichen Befinden wieder besonders bemerkbar gemacht hatte. Von einer ihm im Lazareth vorgeschlazenen Operation hat er seinerzeit nichts wissen wollen. der Bedauernswerthe nun befürchtete, eine geistige Umnachtung werde schließlich die Folge seines Leidens sein, zog er es jetzt vor, selbst Hand an sich zu legen. Der italienische Eomponist Mascagni ist schon wieder in eine Grube gefallen, die er anderen gegraben hatte. Ohne jede Nothwendigkeit veröffentlichte er zwei Artikel 'gegen die italienischen Musikverleger Ricordi und Sonzogno, die er als die größten. Sklavenhalter und Schädlinge des italienischen Musiklebens bezeichnete. Der Grund ist einfach der, daß sich die beiden Verleger darüber ärgerten, daß Mascagni seine letzte Op Amica" dem Verleger ilhoudens in Paris Übertrug und keinem von ihnen und daß sie deshalb die Oper in ihrem Machtbereich nicht eben fördern. Auf Mascagni's Angriff hat aber Sonzogno nun damit geantwortet, daß er die Honorarziffern der Verlagsbedingungen veröffentlicht, die er Mascagni seit 1890 gezahlt hat, z. B. für die völlig durchgefallenen Masken" ein Honorar von 42,000 Lire ohne die späteren Tantiemen. Auch Rantzau, Ratcsiff und Silvano haben nicht den dritten Theil dessen eingebracht, was Mascagni sich schon vorher zahlen ließ. Die Prügelstrafe ist in Australien noch immer ein nicht gar selten angewendetes gerichtliches Strafmittel, und nichts fürchtet der Verbrecher mehr, als 25 zum Willkomm". Kurzen Prozeß machte kürzlich, wie aus Melbourne berichtet wird, der Polizeirichter zu 'Kilmore (Victoria) gegenüber drei ihm vorgeführten Taugenjchtsen im Alter von 1620 Jahren, die ein junges Mädchen auf der Straße gröblich belästigt hatten. Der Richter ließ die Väter der drei Schlingel holen und stellte ihnen die Wahl, ob sie ihren Sprößlingen an der Gerichtsstätte je 20 überziehen wollten oder sie auf drei Monate ins Gefangniß fpazieren zu sehen. Ohne Besinnen entschieden sich die Väter für erstgenanntes' Strafmittel; Bock und neunfchwänzigö Katze wurden geholt,, und nun erhielt jeder der Missethäter wohlgezählte zwanzig auf die untere Verlängerung seiner Rückseite von seinem Vater aufgemessen. Hoch und heilig betheuerten sie, sich nie wieder zu vergessen. Damit sie dieses Versprechen sich recht fest einprägten, wurden si noch 48 Stunden bei Wasser und Brot eingesperrt und dann entlassen. IU EOIIAlIl. .
