Indiana Tribüne, Volume 29, Number 110, Indianapolis, Marion County, 2 January 1906 — Page 5

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Sie Kommt. Ncrllette von Reinhold Ortmann.' Für einen Augenblick, da im dichten Menschengewühl der Arm des hastig Vorüberdrängenden ihn streifte, hatte Dr. Hallager die Empfindung, daß ihm das blasse, schmale Gesicht mit den großen traurigen Augen nicht fremd sei, und er drek'e sich noch einmal nach dem Manne' im abgetragenen Wettermantel um. Da er aber nichts mehr von, ihm sehen konnte als das lockige Haar und ein Stück des schlecht gepflegten schwarzen VoNöarts, wäre er wohl in der Meinung, daß eine flüchtige Aehnlichkeit ihn getäuscht habe, seines Weges weiter gegangen, wenn nicht just im nämlichen Augew blick auch der andere den Kopf, gewandt hätte. Ein leichtes Noth stieg unter der feinen Haut seines Gesichts empor, und um seine Lippen spielte ein verlegenes Lächeln. An diesem eigenthümlichen, fast mädchenhaften Lächeln aber hätte Dr. Hallager ihn unter Hunderten wiedererkannt, denn es gab seinem an sich unschönen Antlitz einen so unwiderstehlichen Ausdruck von Sanftmuth und Güte, daß vor Jahren einzig um dieses 'Lächeln willen alle Welt dem stillen jungen Künstler wohlgesinnt gewesen war. Das unverhoffte Wiedersehen erfüllte Dr. Hallager mit der aufrichtigsten Freude, und herzlich streckte er dem zögernd Stehengebliebenen seine Hand entgegen. Allmenröder, liebster Freund! . Sind Sie's denn wirklich? Wer in aller Welt soll Sie mit diesem Urwald im Gesicht wiedererkennen? Ja, ich glaube wohl, daß ich mich sehr verändert habe in den letzten zwei Jahren. Die meisten alten Bekannten gehen an mir vorüber, ohne mich zu erkennen. Wie es Ihnen um ein Haar auch mit mir passirt wäre. Seit wann sind Sie denn wieder in Berlin.? Seit nahezu einem Jahre, Herr Doktor! Wie? Ist das im Ernst gesprochen? Seit nahezu einem Jahre, ohne daß eineMenschenseele etwas davon wüßte? - Woher haben Sie denn die Tarnkappe genommen, mit der Sie sich so lange für Ihre Freunde unsichtbar gemacht haben? O. in einer Stadt wie Berlin ist das nicht merken lassen will, daß er mit lier hier draußen im äußersten Norden, wohin wohl nur selten Jemand aus meinem damaligen UmgangZkreise kommt, und ich führe ein sehr eingezoqenes Leben, weil weil meine Arbeit mich stark in Anspruch nimmt. - Er sagte es hastig wie Jemand, der nichit merken lassen will, daß er mit der eigentlichen Wahrheit hinter dem Berge hält. Dr. Hallager aber, als er den Blick noch einmal über die zier- , liche Gestalt des Malers hinstreifen iwsMbttz diese Wahrheit zu errajcrt Allmenröder war damals v " plötzlich aus dem fröhlichen ? . lse verschwunden, weil er eine nach Tj' allgemeinen Ansicht recht thörichte Ilje geschlossen hatte und es - vorzog, ' fjit seinem jungen Glück 12 einen stillen Winkel zu flüchten, als er sich in jer geräuschvollen Hauptstadt hätte : ausfindig machen lassen. Die Freunde, i die ihn mit Bedauern scheiden sahen, I hatten ihm nicht viel Gutes für seine j Zukunft prophezeit, denn so reizend J jeder von ihnen die blonde Rita in ihrer naiven Lebenslust und ihrem .. sprudelnden Uebermuth gefunden, so j wenig wollte sie ihnen doch als eine ' passende Lebensgefährtin für den stillen Hubert Allmenröder erscheinen,. der oft stundenlang im ausgelassensten Kreise sitzen konnte, ohne mehr als ein paar Worte zu reden. Und er war überdies noch in den Anfängen seiner Laufbahn, irdische Güter hatte Frau Fortuna ihm nicht auf seinen Lebensweg mitgegeben, und zu den Himmelstürmenden Genies, die über Nacht zu großen Berühmtheiten werden können, ; hatte er selber sich wohl niemals gerechnet. Das waren in der That nicht die glücklichsten Vorbedingungen für eine ersprießliche Ehe gewesen. Und das vernachlässigte, fast schäbige Aussehen des 5iünstlers weckte jetzt in Dr. Hallager die Empfindung, daß die damaligen Befürchtungen der Freunde wohl nicht ganz grundlos gewesen seien. Jemandem, der in solcher Kleidung herumlief, ging es sicherlich nicht sebr ant. und die Aenastlickkeit. mit der i t mJ 1 tr mnrtniefnvrt ieher KWrher'henenmmci I , " " ...j.y mit den alten Freunden ausgewichen war, schien diese Vermuthung nur zu bestätigen. Da er ihn aber doch nicht geradezu darum befragen konnte, faßte Dr. Hallager einen raschen Entschluß. Sie sagen, daß Sie ihr Atelier hier in der Nähe haben, lieber Allmenröder, und Sie wissen, mit wie lebhaftem Inzz ieresse ich jederzeit ihr künstlerisches k. Schaffen verfolgte. Da uns ein freundlicher Zufall nun doch einmal zusammengeführt hat, möchten Sie n mich da nicht gleich heute etwas von (z ihren neuen Arbeiten sehen lassen? k Er war ein wohlhabender Mann und hatte ausgezeichnete Beziehungen; da . bot sich ihm vielleicht Gelegenheit, helh.fend und fördernd einzugreisen, wenn ie wirklich noththat. C Die zustimmende Antwort des MaA lers aber ließ auf sich warten. Ich w wir wohnen sehr bescheiden sagte er wmit seinem kleinen, mädchenhaften g, Lächeln, und Sie müßten fünf steile d, Treppen klimmen, Herr Doktor, je Außerdem eS gibt wirklich nicht viel bei mir zu sehen. Ich' habe mich in

der letzten Zeit fast ausschließlich mit kleineren, auf Bestellung gefertigten Arbeiten durchgeschlagen. Doch Hallager ließ sich in seinem einmal gefaßten Vorhaben nicht beirren. Und da er seine Bitte noch einmal in liebenswürdigster Weise wiederholte, gab der andere nach. ie durchschritten ein paar Straßen und betraten 'eine der himmelhohen üiethkasernen, in denen aus jedem Winkel Armuth und Dürftigkeit dem Besucher entgegengrinsen. Ihr Gespräch war unterwegs nicht allzu lebhaft gewesen und hatte sich auf Erinnerungen aus den gemeinsam verlebten heiteren Tagen beschränkt. Während sie jetzt über die unbequemen und unsauberen Treppen bis in das oberste Stockwerk emporsiiegen, verstummte derMaler ganz. Dr. Hallager aber hatte einige Mühe, sich vorzustellen, wie es die reizende blonde Rita eigentlich fertig brächte, in solcher Umgebung zu leben. Er hatte bis dahin noch gar nicht nach ihr gefragt; eine eigenthümliche Scheu, daß er damit an einen wunden Fleck in Allmenröder-Herzen rühren konnte, hatte ihn daran gehindert. Aber als er nun einen Schlüssel aus der Tasche zog, um die Korridorthllr zu öffnen, kam der Maler aus eigenem Antriebe auf sie zu sprechen. Sie müssen entschuldigen, lieber Herr Doktor, wenn meine Frau Ihnen nicht die Honneurs macht. Aber sie ist ausgegangen, und ich weiß nicht, ob sie vor dem späten Abend nach Haus kommen wird. Das thut mir allerdings leid, denn ich hätte mich aufrichtig gefreut, Ihre Gattin wiederzusehen. Es geht ihr doch gut? -Sehr gut gewiß! Bitte gedulden Sie sich nur einen Augenblick, bis ich Licht angezündet habe. Es war hier oben sehr eng und finster. Und die Hand des Malers schien merkwürdig unsicher, da eine geraume Weile verging, ehe er mit der Lampe fertig geworden war. Nun aber gewahrte Dr. Hallager, daß das Künstlernestchen freundlicher eingerichtet war, als er's nach all den bisher empfangenen Eindrücken erwartet hatte. Auf dem Korridor hingen ein DamenHut und ein paar andere Gegenstände aus weiblichem Besitz. Und auf einem Stuhl im Atelier, dessen Thür Allmenröder jetzt vor dem Besucher öffnete, lag ein recht eleganter Abendmantel so unordentlich, wie wenn ihn die Eigenthümerin eben erst dahin geworfen hätte. Der Arbeitsraum war weder sehr groß noch mit verschwenderischem Luxus ausgestattet, aber man sah es ihm doch an, wie viel Mühe sich sein Bewohner gegeben hatte, ihn ein traulich anheimelndes Aussehen zu derleihen. Und wenn der A!aler vorhin gesagt hatte, daß es kaum der Mühe werth sei, sein Studio zu besichtigen, so war er fast allzu bescheiden gewesen, denn an fertigen und angefangenen Bildern fehlte es keineswegs. Und sie hatten für Tr. Hallager ein besonderes Interesse schon deshalb, weil es mit wenig Ausnahmen Darstellungen waren, zu denen die schöne Rita als Modell gedient hati. In allen erdenklichen Stellungen und Auffassungen war sie da zu erblicken. Hubert Allmenröder hatte offenbar nicht müde werden können, den Liebreiz seines bezaubernden jungen Weibes auf der Leinwand festzuhalten, und so meisterhaft hatte er in fast allen Fällen seine Aufgabe gelöst, daß Dr. Hallager im Tone vollster Aufrichtigkeit seiner Bewunderung Ausdruck geben durfte. Namentlich ein großes, halb vollendetes Bild auf der Staffelei inmitten des Ateliers hielt den Beschauer unwiderstehlich fest. Man sah. daß der Künstler erst heute daran gearbeitet haben mußte, denndie Farben waren zum Theil noch nicht getrocknet. Und das lebensgroße Porträt war so voll sprühenden Lebens, daß Dr. Hallager schier vermeinte, die übermüthige Rita träte ihm da leibhaftig aus dem Rahmen entgegen, und daß er sich kaum ge wundert hätte, wenn plötzlich ihr entzückendes, perlendes Lächeln an sein Ohr geklungen wäre.. Ihre Gattin muß erstaunlich viel Geduld haben, meinte er lächelnd, daß sie Ihnen so oft für Ihre Bilder steht. Aber zu ihrem Nachtheil hat sie sich in diesen zwei Jahren jedenfalls nicht verändert. Ganz so, wie Sie sie hier gemalt, habez sie in meiner Erinnerung. Welch ein Mißgesch.i, daß ich nicht das Vergnügen haben soll, sie in eigener Person zu begrüßen! Ja, sie ist leider ausgegangen, wiederholte der Maler, der ebenfalls ganz in die Betrachtung des angefangenen Bildes versunken schien. Und ich weiß richt gewiß, wann sie zurückkehren wird. Nun, hoffentlich ist mir 'der Zufall ein anderes Mal günstiger, denn ich lasse mich nicht um die Freude bringen, ihr nach so langer Trennung recht bald die Hand zu küssen. Gewiß, gewiß, einmal werden Sie sie sicher antreffen, obwohl sie hat sehr viel außerhalb des Hauses zu thun, und es ist etwas ungewiß, wann sie daheim ist. Aber sie kommt natürlich nach Haus zu irgendeiner Zeit kommt sie ganz gewiß. Das glaube ich wohl, lachte der Doktor. Man sieht ja hier überall die Spurer ihres hausfraulichen Waltens. Ja- es ist nicht anders, als ob sie zu jeder Minute hier wäre, erwiderte Allmenröder. Und er trat an den Stuhl, auf dem der, Abendmantel lag, um mit seiner schmalen feinen Künst-

lerhand wie liebkosend über die weiche Seide hinzustreifen. Sie finden also, daß ihr Bild ähnlich geworden ist? Ich meine das da auf der Stasfelei. Es ist ein Porträt, wie es nur die Liebe malen kann, bester Allmenröder! Ich habe nie etwas Sprechenderes gesehen. Das freut mich zu hören ich kann Ihnen kaum sagen, wie es mich freut, es ist nämlich ganz aus dem Gedachtniß gemalt. dem Gedächtniß? Wieso? Haben Sie denn das Original nicht Tag für Tag vor Augen? Hubert Allmenröder war wieder einmal sehr roth geworden. .Freilich, freilich! versicherte er hastig. Aber ich sagte Ihnen ja schon, daß meine Frau sehr viel außer dem Hause zu thun hat. Ich kann manchmal nicht mit meiner Arbeit darauf warten, bis sie kommt und Aber ich habe da noch einiges, das Sie vielleicht interessiren wird. Drüben in einer Bodenkammer. Wenn Sie noch eine Viertelstunde Zeit haben und mich für ein Weilchen entschuldigen wollen, suche ich es Ihnen herass. Hallager stimmte natürlich zu und Allmenröder verließ das Atelier. Er mochte kaum zwei Minuten fort sein, als draußen die Glocke anschlug, ganz schwach und zitternd, wie wenn sie von einer sehr zaghaften Hand tn Bewegung gefttzt worden wäre. Da sich nichts rührte, entschloß sich der Doktor, selbst zu öffnen.' Er wurde ein wenig verlegen, als er draußen eine weibliche Gestalt vor sich, stehen sah. Sie war in einen sehr einfachen langen Mantel gekleidet, und ihr Gesicht war hinter einem dichten schwarzen Schleier verborgen. Aber die Umrisse der Gestalt ließen unschwer erkennen, daß sie noch jung und anmuthig sei. Er wollte bitten, einzutreten, da erfaßte sie zu seiner Verwunderung plötzlich mit fast stürmischem Griff seinen Arm. Sie sind da, Doktor Hallager? O, das ist gut das ist gut! Sie dürfen nicht fortgehen Sie müssen bei ihm für mich sprechen. Hallager war auf's äußerste betroffen, denn es gab keinen Zweifel: das war die Stimme der schönen Rita, nur daß sie nicht hell und fröhlich klang wie einst, sondern gepreßt und wie von mühsam zurückgehaltenen Thränen verschleiert. Er hatte ihr nichts zu antworten gewußt, und sie hatte wohl auch zunächst keine Antwort erwartet, denn sie war an ihm vorbei in das offenstehende Atelier gehuscht, wo sie wohl ihren Mann zu finden erwartete. Hallager zögerte, ihr zu folgen, denn ihr aufgeregtes Wesen war ihm ein Beweis, daß da irgendetwas nicht in Ordnung sei und daß er vielleicht besser gethan hätte, Hubert Allmenröder seinen Besuch nicht aufzudrängen. Aber er mußte sich doch zuletzt entschließen, ebenfalls in das Atelier einzutreten, in das de; Maler noch immer nicht zurückgek'ehrt war. Da sah er die dunkle Frauengestalt vor dem halbfertigen Bilde auf dem Boden kauern, wie wenn sie da unter einem Uebermaß von Schmerz und Scham zusammengebrochen wäre. Sie hatte das Gesicht in die Hände gedrückt und er hörte, wie sie schluchzte. Aber liebste Frau Rita, sagte er bestürzt, was ist Ihnen denn geschehen? Sie erhob den Kopf und wandte ihm ihr Antlitz zu. Da hatte er Mühe, ihr sein grenzenloses Erschrecken zu verbergen, 'denn wenn er nicht ganz sicher gewesen wäre, wen er da vor sich hatte, so würde ihm in diesem Augenblick leicht die Vermuthung gekommen sein, daß er sich geirrt habe. So gewalt'g war die Veränderung in dem Aussehen der schönen Rita. Mit dem strahlenden Porträt auf der Staffelei hatte sie kaum noch eine Aehnlichkeit. Es war, als müßte es vor mehr denn zehn Jahre gemalt worden sein, so viel schmaler und bleicher waren ihre Mangen geworden, in so tiefen Höhlen lagen die großen, gramvoll blickenden Augen und eine so herbe Leidenslinie zog sich von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln herab. Wo ist mein Mann? fragte sie statt der Antwort zurück. Warum ist er nicht da? Er ist gegangen, etwas zu holen, und er wird sogleich zurück sein. Aber wenn ich Ihnen mit irgend etwas zu Diensten sein kann, wollen Sie es mir dann nicht sagen? Bitten Siefür mich, Doktor Hallager! Ich weiß, wieviel Hubert von Ihnen hält. Wenn Sie ein gutes Wort für, mich einlegen, wird er mich vielleicht nicht fortjagen. Sie fortjagen? Aber ich bitte Sie, was sollte ihn dazu veranlassen? Er hat noch vor wenig Minuten mit so-, viel Liebe von Ihnen gesprochen. Weder sank ihr blondes Haupt tief herab. Aber Sie wissen doch, was ich an ihm gesündigt habe? fragte sie leise. Daß ich ihm davongelaufen bin, gerade als er in seinen Bedrängnissen meiner am meisten bedurft hätte daß ich mich seit vollen zehn Monaten nicht mehr um ihn gekümmert habe? Hallager meinte, seinen Ohren nicht trauen zu dürfen. Seit vollen zehn Monaten? Ist das Ihr Ernst? Und er sprach zu mir, als ob er Sie in jedem Augenblick zurück erwarte. Darum also mußte er Ihr Bild aus dem Gedächtniß malen! Ist das Ihr Mantel, der da auf dem Stuhl? r . Sie blickte nach der bezeichneten Richtung hinüber und nickte. Ja ich hatte vergessen, ihn mitzunehmen bei meiner eiligen Flacht.

Wann brauchen Ste, wie lcy venre, nicht zu fürchten, daß Ihr Mann Sie fortjagen werde. Aber , nehmen Sie Ihren Muth zusammen. Ich höre ihn kommen. Und da stand Hubert Allmenröder auch schon auf der Schwelle, in jeder Hand eine bemalte Leinwand im Keilrahmen. Und wie er die dunkle zusammengekauerte Frauengestalt erblickte .polterten die beiden Bilder gleichzeitig auf den Fußboden nieder.. Hubert! rief sie mit erstickter Stim nie, ihre Arme slehend nach ihm streckcnd. Er aber ging nach einem kleinen Zaudern auf sie zu und hob sie empor. Grüß Gott. Rita! sagte er nur. Sei mir willkommen! Und wie er sieb dann aeaen Doktor Hallager wandte, war wieder das verlegene Lächeln auf seinem Gesicht, jenes mädchenhafte sanfte Lächeln, das seinen Zügen einen Ausdruck so unendlicher Güte verlieh. Ich sagte es Ihnen ja, daß sie kommen würde. Immer immer habe ich auf sie gewartet, und in all dieser Zeit habe ich

mich kaum aus dem Hause gewagt, aus Furcht, sie könnte' mich verfehlen. Doktor Hallager drückte ihm die Hand und gitfg mit der Bitte, ein anderes Mal wiederkommen zu dürfen. Langsam stieg er die vier steilen, unsauberen Treppen hinab, und es war ihm so feierlich zu Sinn, wie wenn er in seinen Knabenjahren aus dem Gotteshause gekommen war. Mit seinen guten Absichten aber, dem stillen Manne da oben zu helfen, kam er stch selber jetzt gar klein und armselig vor. Denn was bedeutete sein bischen irdische Habe neben dem Reichthum dieses Menschen, dessen Seele so stark war im Lieben, im Leiden und im lächelnden Verzeihen! Nichts verboten". Folgende hübsche Bismarck - Erinnerung ist von einer Lübeckerin, die selbst die Heldin der Geschichte ist. für die Öffentlichkeit erzählt worden: Es war im Jahre 1896, als Bismarck in Friedrichsruh großen Empfang am Vormittag von Damen und Herren gehabt hatte, von denen viele am Nachmittage desselben Tages den herrlichen Park in Friedrichsruh in Augenschein nahmen. Ganz unerwartet tauchte plötzlich in den verschlungenen Wegen die markige Gestalt des Altreichskanzlers in Begleitung seines Hundes vor ihnen 'auf. Nach ehrerbietigem Gruß erbat sich die Erzählerin vom Fürsien die Erlaubniß, ihm die Hand küssen zu dürfen: Bismarck' unterbrach: Nicht küssen, aber drücken," und reichte ihr seine Rechte, wobei er die Frage 'an die Spaziergängerinnen richtete, ob sie sich denn auch den Park schon ordentlich angesehen hätten. Die junge Dame erwiderte ßtwa Folgendes: O ja, Durchlaucht, wir haben die Herrlichen Anlagen, die malerisch gelegene Mühle usw. bewundert, aber die schönsten Wege waren uns immer verschlössen, weil sie als verbotene Wege" auf einer Tafelinschrift -bezeichnet waren." ' Mit freundlichem Lächeln erwiderte hierauf der Fürst: Bitte, sehen Sie sich überall um, wo Sie wollen für Damen giebt es keine verbotenen Wege." Der ffeldmarschall mit dem Regen, schirm. In Deutschland ist man seit langem so gewöhnt, die Paraden unserer Truppen fehlerlos und in schönster Ordnung verlaufen zu sehen, daß Militärverständige schon bedenklich die Köpfe schütteln, wenn bei den Soldaten einer andern Nation die Sache nicht so regelmäßig vor sich geht. Wer aber würde erst imstande gewesen , sein, seiner Heiterkeit zu gebieten, wenn er Zeuge gewesen , wäre, wie Wellington im Jahre 1817 eine Parade über das englische Besatzungsheer in Frankreich abnahm. Es war bei Sedan, und die englischen Truppen standen in mehreren Treffen bereit, als der eiferne Herzog" herankam, um die Front abzureiten. Statt eines Schwarmes glänzender Offiziere begleiteten ihn aber nur zwei herausgeputzte Damen, deren Rang 'weder in der englischen Armeeliste noch in dem goldenen Buch der britischen Aristokratie aufzufinden gewesen wäre. Das Komischste an der Gruppe war, 'daß der englische Oberbefehlshaber einen aufgespannten Regenschirm in der Hand hatte, den er über das eigene Haupt hielt, damit die empfindliche Federzier seines Generalshutes durch den Regen keinen Schaden erleide. Nachdem der Herzog die Front mit großer Rtfhe abgeritten und die Soldaten hierbei das höchste Zeichen der Manneszucht gegeben hatten, indem sie nicht laut lachten, sollte der Vorbeimarsch beginnen. Aber als der Herzog mit seiner Damenkavalkade einer kleinen Erderhöhung zusprengte, von wo er den Vorbeimarsch überschauen wollte. riß der Sattelgurt an einem der Damenpferde, und sofort ertönte das Signal: Das Ganze halt! Erst nachdem der Schaden ausgebessert worden war. durfte der unterbrochene Vorbeimarsch wieder aufgenommen werden, der alsdann zur Zufriedenheit des Feldmarschalls und seiner weiblichen Adjutanten stattfand. AufeigenemGrundund Boden. Veilchenbliith (der auft seiner Besitzung im Süden mit einem Gaste ein Erdbeben erlebt): Na, was sagen Sie zu meinem Erdbeben?-

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