Indiana Tribüne, Volume 29, Number 109, Indianapolis, Marion County, 30 December 1905 — Page 3
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eucrslvüthen Krawallc und Streik Russische Flüchilinge. Ostasrika ist Tochter. Die Rußland. Feuersdrünste in Moskau. St. Petersburg, 29. Dez. Der Correfpondent der Asfocilrten Presse telezraphirt aus Moskau, daß die Revolutionäre nur noch scheinbaren Widerstand gegen die Truppen keiften, und daß das Executiv.Comite der Ar. beiter Verhandlungen angebahnt hat, um den Streik beizulegen. Die radikalen Zeitungen von St. Petersburg freilich reizen ihre Leser noch immer mit Erzählungen von Straßenkümpfen in Moskau auf. Daß daselbst große Feuersdrünste stattgefunden haben, ist nicht zu bezwei feln. Insofern scheinen die Revolutionäre die besitzenden Klassen in Schrecken gesetzt zu haben. Neuettrawalle. St. Petersburg, 29. Dez. Zu Riga wurde nicht allein ein Vene ralftreik erklärt, sondern von den Revo lutionärm der Versuch gemacht, sich der Stadt zu bemächtigen. In allen Thei. len der Stadt wurden plötzlich Barri kaden errichtet und der Kampf zwischen Revolutionären und Genödarmen nebst Truppen begann. So weit ist derselbe zu Gunsten der Truppen ausgefallen und die Revolu tionäre haben anscheinend wenig Aus ficht auf Erfolg. Zu TamboÄ im mittleren Rußland haben alle Bahnen den Verkehr einge stellt. Der dortige ViceGouverneur wurde durch einen Schuß schwer ver mundet. Neue Streiks. Washington. 29. Dez. ES find hier osficielle Depeschen einge. lausen, daß Streiks an neuen Orten in Rußland ausgebrochen find. Nach hier eingetroffenen Berichten find die Ruhestörungen in St. PeterZ. bürg unbedeutender Natur. Der Streik dauert fort. Riga, Livland, 30. Dez., via Eydtkuhnen, Ostpreußen. Der Streik dauert an. Alle Versuche ihn zu er schüttern, gingen fehl. Zeitungenler schienen heute überhaupt nicht mehr. , Die Bewohner der Stadt wurden von den Revolutionären nicht mehr wie in den letzten Tagen belästigt. Sonst ist aber die Situation unverändert. Mehrere Tausend Aufrührige der sammelten fich gestern in dem Gebäude der sozialistischen Organisation, um eine große Versammlung abzuhalten. Kaum hatten sie im Saale Platz ge nommen, als Truppen erschienen, o)ne daß man deren Eintreffen erwartet hatte. Im Nu umzingelte die Infanterie das Gebäude. Die Kavallerie besetzte die in der Nachbarschaft befindlichen Straßen, die Artillerie, die unterdessen auch eingetroffen war, fuhr an den Straßenecken in der Nähe des Gebäudes, wo die Ausständischen sich versammelt hatten, schnellfeuerude Geschütze auf. Wte Äoroerettungen, oas Gedüuoc zu umzingeln, wurden mit seltener Pröci fion getroffen. Hierauf betrat der Kommandeur sämmtlicher versammelter Streitkrüfte die Halle. Eine Kompagnie Jnfante rie folgte ihn auf dem Fuße. Er for derte die Anwesenden auf, sich zu erge ben. Jeder Widerstand sei unnütz, da das Gebäude umzingelt sei. Er er suchte dann die Aufrührer auf. fich ruhig zu zerstreuen. Nur die würde er verhaften, die Waffen bei sich trügen. Während er dies sagte, entschlüpfte eine große Anzahl der Anwesenden durch eine geheime Thür und von da durch einen geheimen Gang. Die Zu rückgebliebenen wurden untersucht, ob sie Waffen bei fich trügen. Wer - Was fen bei fich hatte, wurde verhaftet, die anderen konnten nach Hause gehen. Die Zahl der Personen, die wegen Waffentragens verhastet wurden, be trug 160. Hierauf wurde das Gebäude von den Truppen besetzt. - Kosacken und Dra goner gallopirten beständig durch die Straßen. Alle Leute, die fich ansam melten, wurden zerstreut.
in Moskau.
in St. Pctcrsliurg. uns theuer. Erzherzog und HoftalhJ-deutsch-englischen Beziehungen. ' Die Dragoner gingen bei dieser Ge legenheit rücksichtslos vor. Sie schössen Leute ohne Ursache nieder, oder schlu gen Passanten, denen sie begegneten. Sie sollen dies gethan haben, weil ihre Kameraden in Tukum und Talsen so schlecht behandelt wurden. Belagerungszustand. B e r d l ch e f f, Süd-Rußland. 30. Dez. Hier wurde der B:lagerungSzu stand erklärt. Aufreizung. Riga. 29. Dez Die Revolutio. näre fordern durch Anschläge die Be völkerung in 5 verschiedenen Sprachen auf. die Polizei zu entwaffnen und Ba ricaden zu bauen. Deutschland. Die RevolutionSdrohun gen deutscher Sozialsten Blätter. B e r l i n. 29. Dez. Allseitig er. regt eS hier das größte Aufsehen, daß die deutschen sozialistischen Blätter, mit den Berliner Organen voran, zur Zeit die denkbar schärfste Tonart anschlagen und fich, vorzugsweise unter Hinwels auf die der Nacheiferung würdigen" chaotischen Verhältnisse in Rußland, in offenen Revolutionsdrohungen er gehen. In den Weihnachtsartikeln der so zialdemokratischen Presse wenden die Arbeiter direkt zu Gewaltthaten aufge hetzt und wird der Weihnachtsbaum der Proletarier gar mit der blutrothen Freiheitsfackel Rußlands verglichen. Die nichtsozialistischen Blätter find zum Theil der Meinung, die Regierung dürfe solchen Drohungen gegenüber nicht länger müßig bleiben. Sie dürfe nicht erst dann in vollem Umfang von der Staatsgewalt Gebrauch machen, wenn der wirkliche Versuch gemacht würde, zu plündern, zu morden, zu meutern und Massenstrike wie Straßen demonftrationen in Szene zu setzen. Andere Zeitungen ermähnen das Publikum den Hetzereien gegenüber zur Besonnenheit uno rathen den Behörden eine 'energische Haltung an, die nicht geradezu Scharfmacher.Politlk zu sein brauche. Denn letztere wüide nur Erbitterung unter der Arbeiterschaft hervorrufen, und die Wirkung drakonischer Maß nahmen könnte leicht gerade darin be stehen, was man durch sie verhüten wolle, sie könnte thatsächlich der An laß zum Massenstreik werden. Die Regierung will' von neuen Aus nahmegesetzen, wozu vielfach gerathen wird, nichts wissen. Doch sollen künftig die gegen sozialistische Umtriebe bestehenden Gesetze nachdrücklich zur An Wendung gebracht werden. In Dresden werden inzwischen die sozialistischen Führer, welche sich beiden kürzlichen Ruhestörungen hervzrthaten, Tag für Tag gerichtlich vernommen. Siehaben sammt und sonders An klage wegen Landfriedenbruchs und Aufruhrs zu gewärtigen. Senor Morales, der flüchtige
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Streng religiöse Feier. Tas Jubiläum der Ordination des Papstes als Priester. ' Rom, 29. Dez: ES werden be. reitS Vorbereitungen getroffen, um im Jahre 1903 das Jubiläum der Ordi. nation des PapsteS als Priester zu feiern. Als Plus der Zehnte gefragt wurde, ob er ähnliche Festlichkeiten wünsche, wie diejenigen bei Gelegenheit des PriefterjubiläumS des verstorbenen Papstes Leo, als eine internationale Ausstellung im Vatikan stattfand, ant. wartete er: Sicherlich nicht. Ich wünsche, daß die Feier einen streng lkgiösen Charakter bewahrt." ES wer den Comites in der ganzen Welt gebil det werden, um dem Papste während der JubiläumSmesse, welch: er in St. Peter im Beisein von Pilgern aus allen Ländern celebriren wird, Reiche Gaben zu überbringen.
Gute Ergebnisse der preußischen Einkommen, ft e u e r. Berlin, 23. Dez. Die Erträge aus der preußischen Einkommensteuer ergeben, wie die amtlichen Ausweise darthun, für das Jahr 1905 eine Zu nähme der steuerbaren Vermögen um 550 Millionen Mark. Die Steuer selbst brachte 10z Millionen Mark mehr ein als im Vorjahre. Nachrichten ausRußland. Berlin, 29. Dez. Die neuesten Nachrichten aus Riga, Libau und an deren russischen OstseeHäfen lassen darauf schließen, daß fich die Lage der dortigen Deutschen etwas besser gestal tet hat. Alle Meldungen stimmen da rln überein, daß die revolutionäre Be wegung offenbar zurückfluthet und Brand und Mord nicht mehr an der Tagesordnung find. Die meisten Deutschen in den balti schen Provinzen zeigen fich jetzt ent schlössen, bis zum letzten Augenblick auszuharren und die weitere Entwicke lung der Dinge abzuwarten. Inzwischen ist man in Königsberg, Memel und Pillau fürsorglich darauf bedacht, Obdach und Verpflegung für die Flüchtlinge aus den Oftsee.ProviN' zen zu beschaffen, deren Zahl seit Wo chen immer mehr angeschwollen ist. Die Behörden in Königsberg weisen den durch die SchreckenLereignisse von HauS und Hof Vertriebenen die Cita delle und Fortifikationen als Quar. tiere an, und in den beiden anderen genannten Orten wird ähnlich Sorge getragen. Im Hinblick aber auf die Möglich, keit, daß die Zustände in den benach. Karten russischen Provinzen sich in ab. sehbarer Zeit doch wieder verschlimmern, werden namentlich in Königs berg größere Hülfsaktionen vorbereitet, um bedrängten Deutschen eventuell schnellen und durchgreifenden Beistand leisten zu können. Was Oftafrika kostet. . Berlin, 29. Dez. Ein dritter Nachtragsetat für die Schutzgebiete für 1906 ist dem deutschen Reichstage zu gegangen. Er fordert 2,407.375 Mk. an Ausgaben für Ostafrika infolge des EingeborenenaufftandeS, davon 456, 575 Mark an fortdauernden, 1,951, 300 an einmaligen Ausgaben. Die Ausgaben werden gedeckt durch einen Reichszuschuß in der gleichen Höhe. Äei AuSbruch der Unruhen ist die far bige Schutztruppe auf 2010 Mann er Präsident von San Domingo.
höht worden, die in 15 Feldko'mpag nien, ein Rekrutendepot, eine Maschi nengewehrabtheilung und eine Signal abtheilung eingetheilt wurden. DaS weiße Personal wurde erhöht um 5 Hauptleute. 5 Oberleutnants, 8 Leut nantS. 4 Assistenzärzte. 2 Zahlmeister. Aspiranten, 14 Unteroffiziere, 4 Sani. tätZunteroffiziere zu Anfang Septem. ber 1905, für die das Gehalt für 7 Monate nachzufordern ist. Am 1. Dezember 1905 wurdem ein. gestellt 14 Offiziere. 5 Aerzte. 26 Un. teroffiziere; für diese ist das Gehalt für 4 Monate nachzufordern. Diese Stärke des weißen Personals und der Far. bigen soll dauernd bestehen bleiben, kehrt also im Etat für 1906 wieder. Die Erhöhung des farbigen Personals betrug 21 Unterosfiziere, 45 Gesreite, 60 Sudanesen, 405 sonstige Farbige; für diese ist das Gehalt für 7 Monate nachzufordern. Zu besonderen Maß. nahmen im- Bereiche der Zivilverwal
tung au? Anlaß der Unruhen werden 73,500 Mark gefordert, sonst noch 971,100 für Ausrüstung der Verstür. kungen, 57.8000 Mark für gesteigerte Jnspruchnahme der Flotille, für Bau. ten für die Verstärkungen 375.000 Mark, zur Bekämpfung der in Jringa, Sansibar auSgebrochenen Pest 85,000 Mark usw. San Domingo. Wo ist MoraleS? S a n D o m i n g o, 29. Dez. Das Ver. Staaten Kanonenboot Dubuque" langte heute Nachmittag hier an. Mn weiß hier nicht wo Präsident MoraleS fich befindet, die Stadt und umgegend ist ruhig. Verschiedene Verhaftungen wurden vorgenommen. Oesterreich'Ungarn. Besserung der deutsch. eng. tischen Beziehungen. Wien, 29. Dez. DaS Wiener Neue Tageblatt" veranstaltet gegen wärtig eine Umfrage bei englischen Beamten, Politikern, Gelehrten, Pud lizisten und Offizieren über die geeig. netsten Mittel, eine Besserung der Be Ziehungen zwischen Deutschland und England herbeizuführen. Zugleich sollen bei der Gelegenheit die eigent lichen Ursachen der Verstimmung zwi schen den beiden Ländern ermittelt wer den. Die bislang eingelaufenen Antwor ten. find vielfach vertraulich gehalten und solche werden der Oeffentlichkeit nicht übergeben. In den meisten an deren wird beftritten, daß eine wirkliche Ursache zu ernster Disharmonie vor Handen sei. ,Der deutsche HandelSvertragS.Verein wird seine Generalversammlung, welche am 21. Januar in Frankfurt a. M. stattfindet, zu einer Kundgebung im Interesse, eines besseren deutsch eng lischen Verhältnisses benutzen. Erzherzog will sich mit HofrathStochter ver mühlen. Wien, 29. Dez. ES wird gemel det, daß Erzherzog Ferdinand Karl, ein jüngerer Bruder des Erzherzog. Thronfolgers Franz Ferdinand, neuer dingS die Absicht kundgegeben hat, sich mit Frl. Bertha Czuber, der Tochter des HofrathS Czuber, zu verhelrathen. Im Jahre 1903 schickte man ihn be kanntlich auf eine auf zwei Jahre U rechnete Reise in'S Ausland, um ihn von der Liebe zu der jungen Dame zu kuriren. Jetzt aber sollen die bisherigen Hin dernisse beseitigt sein. Frankreich. . Zahlreiche Pariser wegen RekrutenAufwiegelung vor Gericht. PariS, 29. Dez. Im Assisen Gericht der Seine fand bei Eröffnung des Prozesses gegen achtundzwanzig Mitglieder einer antl.militärischen Or ganisation, welche angeklagt sind, Re kruten zur Illoyalität und zum Auf rühr angestiftet zu haben, ein großer Andrang des Publikums statt. Unter den Gefangenen befindet fich ein Weib llches Wesen, Mlle. NumietSka, und Gustave Herve, ein hervorragender anti'Militürifcher Agitator. Die Haupt, beschuldlgung gegen die Angeklagten besteht darin, daß fie an die Rekruten im Oktober ein Cirkular .erließen, in welchem fie zum Widerstand gegen die Offiziere und zu einer' geschlelsenen AufruhrBewegung ermunterten. Schiffsvachrichten. Genua: Brooklyn" von New York. Havre: .La Bretagne" von New York; California" nach New ZZork.
Die Dunen Jerusalems.
ßnzcchl der Jsrarlitcn und gcschichts licht (Zrinnerungszeichen. Lluswanderung von Odessa Sprache und Zcitunge der Jude i Jerusalem-Tem pelplatz uns Klagemauer" Jesu Schmer, iknöwkg" 2ic Erabcskirche. Die circa 2000 Juden, die laut einer Meldung infolge der Metzeleien in Odessa,. Südrußland, jüngsthin aus jener Stadt nach Palästina auswanderten. finden in ihrem Stammlande, hauptsächlich in Jerusalem, nicht nur zahlreiche Glaubensgenossen, sondern auch noch viele Erinnerungszeichen für ihre geschichtliche Vergangenheit. Die 50,000 bis 60.000 Einwohner Jerusalems besteben zu zwei Drittheilen aus Juden. Die Mehrzahl des Nestes bilden Christen verschiedener Bekenntnisse; Mohammedaner gibt es nur einige Tausend. Die Bekenne? der drei Religionen leben friedlich nebeneinander. Die jüdische Bevölkerung, die je nach ihrer Herkunft spanisch, deutsch oder arabisch spricht, verständigt sich mittelst des ihnen fast wieder zur lebenden Sprache gewordenen Hebräischen. Auch große Zeitungen erscheinen in diesem Idiom. An Erinnerungsmerkmalen ist zunächst der zum Theil künstlich erhöhte und geebnete Tempelplatz zu erwähnen. Am südlichen Theil der stützenden Westmauer," die aus kolossalen Steinwürfeln zusammengefügt ist. befinden sich stets Juden und Jüdinnen, die ihrer Trauer um die Zerstörung des Tempels und den Untergang des alten Reiches in rührend inbrünstigem Gebet Ausdruck geben 7 die Stätte trägt daher den Nämen Klagemauer." Auf Tischchen befinden sich, uraltem Gebrauch entsprechend, 'Lämpchen zum Gedächtniß Verstorbener. Die Steine sind mit unzähligen hebräischen Inschriften von Besuchern bedeckt. Ein Weg führt durch eine Kaserne, die sich an der Stelle des 'einstigen Palastes des Pilatus. der Burq Äntonia" be-
findet. Von letzterer aus drangen die Römer unter Titus erfolgreich gegen den Tempel, den letzten Stützpunkt der ' . sich heroisch vertheidigenden Juden. ,
vor; das Heiligthum selbst wurde entlU gegen dem Befehle Titus' durch Feuer vernichtet; mit ihm fiel das alte jüdische Reich. Das geschah am 5. Augusts des Jahres 70 n. Chr. . .
Nach Passtren jener Kaserne besm-1 den wir uns in der Via Dolorosa (Schmerzensweg). Die dieser Straße zugewandte antike Kasernenmauer zeigt die Spuren der von der Kaiserin Helena etwa um's Jahr 300 n. Chr. nach Rom gebrachten Marmortreppe. die Jesus auf seinem Wege zu und von Pilatus betreten. Gegenüber, an der Nordseite des Schmerzensweges. sind im Erdgeschoß der Waisenanstalt der Schwestern von Zion" weitere imposante Reste jenes antiken Palastes vorHanden. Der Leidensweg Jesu, in der die Stationen seines Martyriums durch in einzelne Häuser eingefügte Marksteine mit lateinischen Jnschriften. zum Theil auch durch Kapellen mit plastischen Gruppen gelennzeichnet sind, führt von hier nach Westen bis zu der i tmt Vxr hritinen Krabeskircke kereinia- s V " " " j - j ten Kreuzigungsstatte Golgatha. Die Annahme, daß Golgatha, zu deutsch Schädelstätte, und das heilige Grab sich an den seit anderthalb Jahr- j 1 y cc . i ! taufenden verehrten uno euren Praazrbauten verherrlichten Stätten befin-l den. basirt auf Traditionen. Die ein gehenden Forschnngen von englischer Seite ergaben, daß Golgatha außerhalb der jetzigen Stadtmauer nördlich vor dem Damaskus-Thor belegen geWesen sein muß. Der Eebäudekomplex, der den Namen Heilige Grabeskirche" trägt, umschließt als seinen Centralbau die imposante runde Kuppelhalle, in deren Mitte sich eine kleine Marmorkapelle, jene berühmteste aller Grabstätten, befindet. Die Marmor- (heilige Gra-bes-) Kapelle enthält einen kleinen Vorraum, die sogenannte Engelskapelle, und die eigentliche Grabkammer. Die Stelle des einstigen Grabes nimmt jetzt ein Altar ein. An den schönen Kuppelbau schließt sich die ihn in vollendeter Weise ergänzende griechische Kathedrale, d:e einstige Kreuzfahrerhrche. Von der griechischen Käthe drale führt eine Treppe hinauf zur kleinen Kreuzigungskapelle, dem wähnten Golgatha, mit reichaeschmück ten Altären, eine andere hinab zur He lena-Kapelle. Die Aufsicht über die Grabeskapelle führen mohammeda Nische Wächter. Schüler als Naturforscher. Der Ober-Sekundaner Wetter vom Straßburger Lyceum hat auf der Gemarkung des kaiserlichen Schlosses Urville die Reste einer römischen Villa aufgefunden. Das römische LandHaus stammt aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr.. wie aus dem bloßgelegten kleinen Mauerreste, einer Anzahl Scherben, kleiner Gebrauchsgegenstände und einem Amulett geschlossen wurde. Durch die aufgefundenen ' Scherben wurde der junge Welter -zuerst zu Nachforschungen veranlaßt. Er machte erst Mittheilung davon, als er auf die Mauerreste stieß. ' Das Schwören auf dieB i Sel kam etwa 500 Jahre n. Chr. auf und wurde-im 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bei Gerichisverfahttn ewgeführt.
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