Indiana Tribüne, Volume 29, Number 107, Indianapolis, Marion County, 28 December 1905 — Page 7
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Ludwig Ccortcnts Rostn.
333:11c vL'.l Nar 5icir.fa:t. r faßen alle zusammen zur ge lohnten Abendstunde in der berühmten Gcfe von Lutter und Wegner cm Gcndarmenmarlt des alten Berlin, die Serapionsbrüder" und wer sonst in näheren oder ferneren Beziehungen zu dein Kreise dieser Auserwählten stand. Tort oben der hochgewachsene Mann mit den ausdrucksvollen Zügen, de:n lebhaften Mienenspiel und dem Herrliehen Blauauge, Adelbert von Chamisso; neben ihm, das kluge, forschende Auge. überall umherschweifen labend, sonst in behäbiger Ruhe, Eduard Hitzig, der geistvolle Kriminalrath; bier,'in nervöser Beweglichkeit mit den Fußspitzen auf dem Boden einen Marsch trommelnd, Wilibald Alexis, und dort drüben Contessa, der Verfasser humorvoller kleiner Bluetten. Uno nun jener da: im Halbdunkel sitzt er, fast ganz in die Ecke gedrückt, zuwcilen ein leises Kichern ausstoßend, während er mit den unheimlich flackernden Augen häufig zur Decke emporstarrt, als erblicke er dort etwas GespensterHaftes, Nachtdunkles-Ernst Theodor Amadcus Hoffmann, der Kammergerichtsrath und vertraute Freund aller Geiste? und Dämonen. - .Wo bleibt Meister Ludwig?" fragt er eben. .Weißt der Kuckuck, der Wein schmeckt mir nicht, wenn er nicht da ist!" .Just kein Kompliment für uns. Hoffmann," .bemerkt lachend Hitzig. .Ach Ihr!" entgegnet Hoffmann. .Ihr seid moderne Menschen, Zöglinge des Rationalismus und Vettern des hausbackenen Bauernverstandes. Ich brauch' Menschen, die Geister seh:n können und sie rumoren hören, wenn ringsum alles still ist. Der Ludwig kann's und da. allenfalls der Adelbert Ehamisso auch: im .Vetter An selmo' hat er's bewiesen und im .Peter Schlemihl.' Gelt, Adelbert, wo die Geister Hausen, da ist Leben hier unten ist's armselig! Wo steckt nur der Ludwig heute?" .Er spielt den Falstaff' meinte Hitzig, 3iun dann freilich!" entgegnete Hoffmann lachend. .Heinrich de? Vierte ist ein Mitternachtskind, und die t Va fw i Berliner wollen für ihr Geld auch tnrt fiffiT srmJr Pud da wird Dirnick ..... ti langn eis unr, agie uamisso. .Und ich meine, ich höre feine Stimme draußen. Wahrhaftig, da ist er!Di: Thür öffnete sich, und unter .frohe? Begrüßung der Anderen trat Ludwia Devrient in das Zimmer. Er leate ftut und Mantel ab und kam zum Tisch. In der Hand hielt er zwe . -rt - crxr IC. V .1. Panuc icn, erne .c w n. Mb mir ew Glas Seit Junge!' ,.KJiu lai. nii jmi.. rief er mit den Worten ??alstaffs. An . ' c mu cen teilen 0111. o. vzun iciuc -iuucjiu inen uu mwu Bring Hol das Qefort VWkk IWOUti . w vtMri I stricken und sie stopfen und sie neu verfohlen! Ein Glas Sekt, Junge!" De? gebra an die Kelch Zuie leer. .Das schmeckt!" sagte er tief aus athmend. Dann ließ er seine dunklen Augen über die Anwesenden fliegen ftinh in bie TT?irhtif rrrr Schauspielhaus sieht-.dort drüben W W m rr w wekt e ne küble Luft' .Die Aerliner fm fU Yn'iP nc .ftimbrtfp imb " i r . vn. Zf,, r;it2 r?r. tttnfon I l V V Nr V V VJ VIV W wwi. vfc vium viiv ,v.i,kv rL .t t..Ti r. r.. r.. oxstnc vvm jnuumu ijuii, v uuui ic ifm rrit iif PTle rrfTtem PHfi(ln Meebie :ym mn uoeriegenem aazein. ,eenie, unaeken. det is ?ar mscht!' Ein Glas Sekt! Ich bin ein Schelm, wenn ich l-eute was getrunken habe! .So ist's recht!" rief Hoffmann kichernd dazwischen. Trink, Bruder, trink! Im Wein sitzt der Teufel, der uns plagt, aber auch der Gott, der uns die Wahrheit sehen läßt! Trink, sag' ich, trink!" Und halblaut lachte er vor sich hin. .Woher sind die köstlichen Rosen, Devrient?" fragte jetzt Ehamisso und griff nach den auf dem Tische liegenden Kindern Floras. Rosen, jetzt ,m Januar! Ah, em Liebesabenteuer ich bin diskret. Er wollte die Blumen Devrient zurückzeben; ein kleiner weißer Zettel war soeben aus ihnen herausgefallen. uuw l;lku yvvv-.vjvv.v. Kein Liebesabenteuer, Ehamisso." 5 Ml n Ut ctemat ttotor ttese of CÄlSffS Wh, nr, vMrm i. rr:c tia"muoka vwv., ,. .... .. ich eine meiner großen Rollen spiele, nach irgend einem Aktschluß in meinem ' ' ' . . . Antteidezimmer zwei Rosen, eine rothe und eine weiße. Kein Mensch weiß, wie sie dahin kommen, und all mein Fragen danach hat nicht das mindeste Ergebniß s gehabt. Eine gehermmz i?vrf?i ss bnf,Z k? ist waqrhastig! Jt)as -öcue Dav avtx daß jedes Mal ein Zettel sich dabei be. findet mit den Worten: .Ich kehre wieder!' Und in der That, sie kommen regelmäßig wieder. Nur weiß ich eben nickt, woher. .Irgend eine schüchterne Anbeterin," mernte Hitzig. .Eine Prinzessin vielleicht," bemerkte lächelnd Ehamisso. .Oder eine reiche Bankiersfrau, die
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Cior hi shtrh Vnirb n r 'S Vnnhl " lü Cil iuucil iilit uu puumuui " fuÄrt aus dem Hause! Bleiben Sie noch is rischer Hand hinstreuen woll e, wenn mit der Hand in die Richtung, wo das Zum Ende der Saison-so lange lfe n er jJ m
ow;f. erlitt in ?nss ! weneinoen censazenseeie.
UU9 UilUWVUt. lyifc W4UU . baren Rosen anlegt scherzte Contessa. Schauer kroch über stm Herz CftmrmnS tTrfi ITTmn en leises mJa, ich, Kleine! Vlcllelcht
Kickern. Ha. ha. ha! Was wi Ihr! Ich sag' Euch, ein ganz Andere? schickt dem Luöwiq seine Rosen," sprach der Kammeraerichtsrath. .Kennst Du den Absender, Hofsmann?" fragte Dcvrient gespannt. Freilich kenn' ich ihn, bestätigte Hoffmann wieder. .Ein Geist lst ö! Ein Nevenant! Ich kenn' ihn gut, icy seh' ihn-" Er griff in die Luft hinein, als wolle i 4. n :. c . w fc er Jemano.oer oori liege, cie jganu qui str?if?n. CZ enählr sirnst Tbeodor Amaden!" rief Devrient. Wer ist's? 5tö bin ueuaieria." ' (rrzäM .hoffmann. erzähle!" - ii &va c beistimmend rinasum. Wi? n " t t - -f -c - II ' V I find gespannt, die Bekanntschaft eilte Revenants zu machen. Laß ihn kommni" fr soll kommen!" entgegnete Hoffc jrt r ' r . r . .1 w I Trriinrr. .iiut mt inater Triicn. unu dann Hört zu! Ich erzähle Euch, was icf iiü. und wenn ein kalter Luft?ua rr i i " " " I i i ' i über Euere Häupter hinzieht oder eine kalte Hand Euere Wange streift, lo erschreckt nicht er ist es, den ich citire." Ec that einen tiefen Zug aus feinem Glase, lehnte sich an feinen Stuhl zurück, schloß die Augen und begann: Die Rosen Ludwig Devrients. Es war zu jener Zeit, als Meister Ludwig noch in Breslau enaagirt war. Noch lange nicht war damals sein G nin in seinem aan,en Umfana erkannt Du brauchst nicht roth zu werden, i ; o . v . - . i Held meiner Geschichte! und Manche? KU ihn f r Ttn n?tnnfmlirfipn KamaI jj. -" - ViiiiT?Tt mi? ir rrrfi sin? tnnd IslNsl auf der Bühne abquält und tobt, dann hört man ihn nicht mehr. Viele 1 . m ainaen noch acktlos an ibm und seinen PtshfTwtT frühst unh sl-iim 3 ' . . .i mebr. ais die damaliae Krieaszeit mit V lV4 vr., " - I tfircr Wnif f.Vnpr slitf Aff?n Islftf. und 44 W f VWW w . - . I ' 1 . 4 r t c er- ' I vem iisoiiz mcyl cui cu uno luszuzi für die Kunst übria liek. Nur eine erkannte das Genie Ludwigs in vollem Mafo. Das war eme kleine Schauspielerin, ein kleines, armseliges Ding , n .:t. mit eckigen, scharfen Zügen, steifen, linI f.? 2s. . cn . 1 , kischen Bewegungen, aber mit emem wundersam tiefen Auge und einem Qr-
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, das wie Musik in die Ohren der M mir, ihn zu beschreiten! Hier drm--er klang. In diesem Auge, das nen " sie preßte die bebende, kleine, in iwfapmCMn fAimm. fast durchsichtige Hand aufs Herz-
qan fSHrer klana !n diesem Auae das v0- "ang. n oiem uge, aa meistens in feuchtem Glänze schimmerte, ruhten die Geheimnisse einer ganzen Wst h hn wi.ber bie volle tfa, Organ waren wohl auch Veranlassung f . i. , ? l erfYn?en Ti.-.ti fir vjnr?tior mt ytmne 1 trrtPnhVr.n PTTaanirt finttr Zi, seinem und der jungen Kunstnovize Schaden, denn . . . m. j a m I - - ? - . unschönes Gesicht, ihr linkisches Wesm. o . r:.t r v I unoerylluiev campen icucr ot 4 , mfis:fm f,.Tm,a i,nb brr? - . L' . . , L H Dnettor auch n sten Rollen beschäftigte, die Arme hatte alücks weinend und schluchzend, hinter Y?r "fmp " . . . Sie machen mich bankerott!- erklärte ibr eines Taaes der Direktor, ch kann Sie nicht mehr auftreten - . - , , , '." ' "c jiuuizn, v muuh .jm i v:. nr..v r .u..r.. UIl l lllü V51C vuiüicu; . . . ' . rgm . , , m iiiu ioicn izarien uorien emucn er , rr."ii 'i. ... e.i Of-c.:ij i mz ricjuiiriic uiia lciiicni iu.tuciij: - - - - ; ZiMMe?. to aoer giNg MN UN0 leijic o 7:..,. 7... iU) ;uu ui ciii -uiuutiucii iuuct vcii Koulissen.wo sie sichunbemerkt glaubte, und Ströme von Thränen rollten ihr über die fenst so blassen Wanaen. di?
liche Naivetät eines echten Kindes. Die- weiß wohl, was .es ist! Ilm MeinetTtfffm? Wunt imb dieses dieasame willen hab' ich Schlage und Prügel er-
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; nur oie Äuhne betrat, wurve iie zeves- u" lumu -uw ! msll usklackt. und es konnte nickt wig, hilf Mir. es zu entfalten! Nur am
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heute ein brennendes Roth bedeckte, wandt, denn er fah aus ihrem geheimIhrem Schmerz ganz hingegeben, hörte mßtiefen Auge dasselbe blitzen, was
sie gar nicht, wie Jemand näher kam. lauschend stehen blieb und dann wieder näk?r sckritt. lrit als sie eine tiefe i i i Stimme hörte und eine Hand leicht auf ihrer Schulter fühlte, fuhr sie jäh uno frfmTnrffn nirr. .Warum weinst Du, Kleine? Luvwiq Devrient stand vor ihr. Er hatte ihr herzbrechendes Schluchzen gehört, war, von Mitleid ergriffen, den Tönen nachgegangen und traf nun hie', zu seiner Ueberraschung seine junge Kollegin, um iie er sich bisher noch I . , , , , Nicht viel gekümmert hatte. i .isaruin iucrniiiLiu. jucin: i raietetW stwe Frage. M sie nicht gleich Antwort'gab.ernfassungslound erschrocken den von ihr bewunderten n,..i. uu uu. u?'S' 1 I fUiiiJMtMtiTtbii bitttn js4b u."'. a" kuuv IUJ UM I U UilUiUUllUJ alaub' Dir 's. Kleine." entaeanete Devrient mitleidia. .es ist nickts Leicht so uz allen Hirtin heraus, I zunurzen; man zercylagi lieg gsi a . ö . ro:.J kt;.: uzgc wum u. iuuu xi. Du? Du, Ludwig?- ' Zögernd, ungläubig kamen die Worte über ihre Lippen, während es in der Tiefe ihres Auges aufflammte. Unb Meiner Ludwia sab diesen Blik. ' T T I der ihn traf, und es war ihm. als habe er bei feinem Strahl einen Blick thun ftanivL in die dunkle Rackt'einer
mn laue?
kann ich Dir helfen zu einem anderen Engagement möglicher Weise, wenn .Du willst" Sie schüttelte heftig den Kopf, .flem, nein! Kein anderes Engagement! Dieses hier wird .'.lein letztes bleiben! Aber, wenn Du wolltest, Ludwig m oie war aufgestanden und schmiegte sich gleichsam hilfesuchend an Devrients nächtige Gestalt, wie sich der pheu um den Felsen schmiegt. Und dem Meister Ludwig schien es in diesem Augenblick cl hart er ibr Jhen scklaaen rnsend schneU, zum Zerspringen heftig. und es wollte ihn bedünken. als flösse von diesem leldenschaftdurchbebten n r ? f. " r i x. aocyenyerzen ein uzmzi wuum 91.., . . m r I- rv ' 1 über ln das eine, o van t Äeioe zueinander in Wechselwirkung gebethen. .Wenn Du wolltest, Ludwig "wieoenjciic ne mn oeoenoen Kippen, ui-.v wieoer fiel der strahl lyres Auge I & Was soll ich thun, 5 Sprich!" . ,jr itiexne .Laß mia laß mich Deine Partnenn im viei inn; Erstaunt, fast erschrocken trat Dcvrunt einen Schritt zurua. weniger wegen des überraschenden Wunsches selbst als wegen der glühenden Leidenschaft, mit der dieser Wunsck) aus dem zuckenden Munde hervorbrach. .Du?" fragte er. .Du?" .Nicht wahr. Du erschrickst, Lad- , SV wia? Du kamt micn lur eine carrm: Ich, die Ausgelachte, Ausgepfifsene. je wo r,r: ctm. Qi cu au-uu. uowig evrieni! s ii zum ooiillMLN. ua, l a, qai Y . r, , r, ri ZUM Lachen ist s ,Ust Nicht, MLiN ich, wenn einer feinen Weg nicht finden kann!" entgegnete Devrient Aber ob W - x X i 1 1 a& wm Ti Jr 4 oas ver irnjugc ji im r..r r: -f slu mjaiucu yut mu mus w . , t.,..! 1.11. r . .3. Ludwig, er ii: S! r xi s, du Gott! , , . , sTd fr Vnrnr ATrti rfrrni rfTTt tnn 7;? 7vherangetreten. Er fühlte ihren wßen Athem, er sah, wie die Adern an ihrem zarten Halle klopften, als ob sie spnn gen wollten, er horte ihre flehenden Worte, und aus jedem klang eine verzegrenoe eiücniajaii. .Ja, Ludwig, das ist der rechte Weg! nen 115 prenie oie oeoenoc rrStiZ, r.slTTv, sll,fa durchMtige ano ausö ruht und fließt etwas, das dringt zum Lichte des Tages! Herz emporlitten, um seinetwillen gehungert, gefrnran 1m ni iJhVnt ittn trtVTMTTTT nvmt ""M'k mich in dtt Welt herumstoßm lllsseN. heimathlos und ruhelos, um seinetwi! L. a ff O T aI U a A jjf IaI A . niuä ,ann b Genius sich tnizündk -I!hmir Deine Kraft. Ludwig-ach! nur inrn,i( itr oin p,z,pS TT?slI" r ri a C und ich will sie alle beschämen, die mich ,.zk:rk. ich uder all' die es mnweg zun Siege führen muß! Aber ich .kann es ill) innerncq maji lauter kleinen den unrechten ch unter lauter mittelmäßigen -cyaui pikiern von ,yrer Mittelmäßigkeit medergezerrt werde i , , ? ... , . t ann lacyl man miaz aus. uno icy im B doch, da vnnnen in meiner ru t, in meinem heißen, stürmischen Herzen bräche! Du kannst es. Ludwig, thu's! In überstürzender Hast hatte sie die Worte hervorgestoßen. Flehend, erwartungsvoll hing ihr Auge an Devrient. Und da, wie er sie so sprechen . rrtv.rwva rt.,c I ic c. "' ,f snks b w? ,s ibm ls i rv" - verklinge in seinem Herzen eine Saite. an rnc eme verirauie ano gciugxi habe: er fühlte sich zenem Madchen ver aus oem lerne oiigie: oen verzeyren denStrahldes ringenden und kämpfen oen Genius. Heuriger, leoyailer klangen lerne Worte: .So sprich, was soll ich thun?" Stürmisch ergriff sie seine Hand, preßte sie zwischen die ihren und entr M, V gegnete: .Se? Du Othello, laß Mich Deine Desdemona sein! Bestürzt sah er sie an .Du weißt nicht, was Du forderst, Kleine! Die Desdemona ist eine der schwierigsten Partien: ihrer Darstellerin muß die ganze Stufenleiter der Leidenschaften vom höchsten Jubel des festgegriindeten Glückes bis I d Melancholie zu ltehen! . ,. herab zur Gebot: kann's. Ludwia. ich will's! O gerade diese Rolle, diese schwere Rolle an Deiner Seite o, Ludwig, mit meinem Leben wollte ich den Triumph bezahlen! ??ast glaub' ich 's selber. Kleine. Du 's kannst! Ja Dir ruht mehr. miih uu mnhlnn 9famn sn fpi $)u mt n Wohlan. Ludwia, so sei Du mein Helfer! Stoß mich nicht von Dir. jetzt. wo ich Dir mein Herz ausgeschüttet habe! Ich ertrüge es nicht!" 4. y -r w t Leonen! reicuie !yr oie ano. cein, 4. . . m wfwf 9 wf i Mavcyen. vas iou mchl ge,cyeyen: u scllst Dein Vertrauen nicht weggeworfen haben. Du hast mir mit Deinen Worten an's Herz gegriffen. Ich spreche mit dem Direktor; er soll den Othello
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Mir bgrüßt, Desdemona!" Ich glaube, Sie wollen sich einen Scherz mit mir machen, Verehrtester!" agie der Direktor unwirsch, als ihm Devrient sein Anlieoen voraetraqcn hatte. .Wie können Sie mir zumuhen, einem so unreifen Dinge, wie der Winter, die mir die kleinsten Nollen umwirft, die Partie der Desdemona anzuvertrauen?" Hm! Es !ame auf den V Versuch an. ki umwirft," an:- n ob ne'die Desdemona auch antwortete Devrient ruhig. Wir haben a oie Proben die werden s lehren. .Nein, nem. Verehrtester, die Winer ist ein Unglücksvoqel. und die Desdemona geb' ich ihr nicht!" .Dann werd' ich den Othello mcht spielen!" .Sie wollen mir drohen? Gar nicht! Nur möchte ich eine benöürtige Partnerin haben." ..Di? Winter.' Ka.Ka.Ka!" .Auch ich bin einmal ausgelacht worden." Das ist was ganz anderes! Die Winter hat gar kein Talent." Vielleicht blos nicht deshalb, weil sie 's noch nirgends hat bethätigen könmn. Geben Sie ihr die Desdemona!" Sie sind unausstehlich. Devrient. wenn ie Ihren Willen vurcyieyen wollen. Meinetwegen soll sie die Desdemona haben! Und wird sie ausge lacht. 'so werden Sie mit ausgelacht, 3W DttfleFen Sie nickt!" Ohne Sorge! Ich werde mir nicht selbst im Lichte stehen." Die Proben begannen. Uno vavel beaab sich etwas Wundersames. War r,nmt& dethrrih Winter in den ersten Proben noch schüchtern und besangen, so verschwand doch all' diese Befangenheit wie mit einem Schlage, sobald Meiste? Ludwig im Spiel ihr Partner rs. r - c . rrN ri 7 . I war. vann wucns oie zungc iarnc:lerin zu einer künstlerischen Größe heran, wie sie Niemand aeahnt hätte: vann war uiie an iyr euer un Leben, ihr ganzes Wesen erschien verklärt und veredelt, und voll Staunen V-v . (v v I fragten sich ihre Kollegen, ob diese große Künstlerin, die da an Devrients Seite mit vollem Flügelschlag zu den Höhen des Ideals emporflog, dasselbe arme, unscheinbare Wesen sei, das noch vor 5turzem ausgepfiffen und vom Direktor entlassen worden war. Auch Meister Ludwig selvn war überrascht, und auch mit ihm begab sich etwas Wundersames. Je länger er nämlich das herbe, unschöne Gesicht seiner Partnerin betrachtete, in dem die funkelnden Augen valv lansl uno yeiter. bald verzehrend und lodernd blickten. um so mehr mußte er sich gestehen. daß dieses Gesicht doch von ganz eigenartigem Reiz sei. Nicht von Fleijch und Blut und seiner Schönheit stammte dieser Reiz, sondern von emer machtvollen Gedankenwelt, die dort hmter dieser hohen Stirn, hinter diesen slammenoen ugen ujrni ssi uuu.c. am oegann iiu, wi uuuy v . V.aTS hl.tnAnhi f IttBtt ICUCil, Uiiu vuiv ttuwuiiun. w. luuut Blick mehr von der jugendlichen 5 . t. r ' .:i. r.x. YV&t.Z m l n 1 iZ1; Z selbstbewubt den schwienaen Weg zur Eroye emporschiitt der ,hr so lange "Ä? ÄS rf! 3M,; Dabei aber konnte es mcht ausbler.mMpr Piibn? nA rin VUn JV.I ... v.-.y " ( , 1 J U rtymn1nfm f? nifhn Ttrtrl Sfl
auf's Repertoire setzen; sei
luiiuiuu i bin vim von. iv.Mv..v. v rrrr rr i r -f r j i.v geschah es, daß Gabriele Winter nach ganze Messetsch schon getelleZiLL'muMti, Mnnr b,r grah t gehatt! Der Feller Hot mich
nach den alle physischen Kräfte erfordernden großen Szenen des dritten und vierten Aktes sowie nach der Todesszene in einen Zustand verfiel, der auch bem Wune fatä Ricktarztes 634st bedenklich erscheinen mußte. Sie saß dann ganze Blertelstunden lang zusammenaekauert. reaunaslos in leisem Stöhnen da. die schmächtige Brust hob und fenkte sich stürmisch, auf den blassen Wangen erschien eine fliegende Rötbe. end die camt zarte Gestalt litt unter konvulsivischen Äuckunaen. .Bist Du krank, kleine Gabriele?" hatt: sie Ludwia einmal gefragt und ihr dabei wie schützend die Hand auf's Haupt gelegt, und er erschrak, wie sieverhaft heiß dieses gedankenschwere Haupt war. .Nein, nein, Ludwig, es ist nichts, es geht vorüber! Frag' mcht darnach es geht vorüber. ft mtm ,9 . C. Y - reiiicv, es ging voruoer. 'oer es kehrte auch wieder nach jeder Probe und, wie' es Devrient scheinen wollte, mit steigender Heftigkeit. In der Angst und Besorgniß. mit der ihn diese Leidensanfälle erfüllten, hatte er ihr einmal den Arzt geschickt: sie aber hatte diesen, ohne sich einer Untersuchung zu umerziehen .ooer irgeno weicuen -ausschlug zu geoen, rurzvon q gewieien. .schick' ihn mir mcht wiever: yane sie darnach gebeten. .Er kann mir mcyls lagen, was ,cy mazr icion icyon wüßte, und was ich selbst weiß, warum soll mir das erst tm Anderer sagen? Mir fehlt mcht viel, Ludwig, ' glaub' mir. und die Erreichung des ersehnten ui, nach pem ist) itreve, mn mt oei ceolzin em. oie gegeoen rociocn lUUIl. So mußte denn Devrient die Lei denfie sich selbst überlassen. Aber ein m Y f, "! y ' l . ß2Ä,ni ä?lsma klarer wurde ihm, daß er dieses seitsame Wesen liebe, liebe mit allen Fafern seines Herzens, mit der- ganzen Kraft seiner sturmisch erregten Seele.
(Schluß folgt.)
ZNeik Dabersack's Schreibebrief.
V:UL Ceohrter Mister Edithor! Also de Bärren Adelstein Hot e große Erbschaft in die alte Kontrie gemacht. Sein alter Mann is zum erschte mol gestorwe un sein Bruder wollt hen, daß er reneweg nach die alte Kontrie komme, sollt for alles uffzufickse. Ich hen en lange Tahk mit ihn gehabt un er :s gar mt so ang froh gewese, wie ich eckspecktet gehabt hen. MisterHabersack, Hot er zu mich gesagt, zwische Jhne un mich un den Lämp.Post, ich kann nit nach die alte Kontrie gehn. Ich hen noch ebbes mit die Ahrwie abzumache un sobald ich dort uffschohe deht. dann dehte se mich einspinne un das Geld deht mich doch kein ui Nil meyr ouyn. zann icu cmano hätt, wo ich tröste könnt un er for mich nach die alte Kontrie gehn deht, dann war die Sach)ifferent, awwer wer sollt mich so e Fehwer duhn? Wie's is. muß ich meine schöne Erbschaft ver -r -. "!--. rrv t ijc. nere. c ooies iuing; qcn ug esagt. Ich will emol mit den Mister Mehr spreche, der is mit alle Hunde gehetzt un mehbie, daß ber ebbes weiß, u! W?'tliifW Z $JZa Xstl wiz mci u;iciu 4uiuc. jw w sich der Mister Adelstein gefreut wie alles un Hot aesagt, wann ihn Jemand ro,uasl uiyx, vuim war er willings, ihn die Hälft davon zum Geschenk zu mache. ' Schiewiß, r.i rr t r ci , rjcrr. w.n w...... hen ich gedenkt, das is e Pietsch un wann ich nit selbst Trubel genug mit den Militär gehabt hätt, wie ich das letzte mol drauße war, dann deht ich uff die Stell nach Schermennie gehn un das Geschäft mache. Well, enniweh sin ich zu den Mister Mehr gange un hen ihn alles verzählt. Der Hot e lange Zeit nachgedenkt, bikahs das Denke is bei ibm auch en, Ziemlichen harter Schapp. Dann Hot er gefragt, wieviel s wär, was der Baron geerbt Hot. Das hen ich off Kohrs nit gewußt un o saat er. dak mer des in die erschte Lein ausfinne müßte. Er Hot sich dann hingesetzt un Hot e Tellegrämm geschriwwe, des Hot gesagt: Wieviel is mti Schehr an dieErbschaft, duht sich's u komme? Adelskin. So. m?,; t,ni , smm.r V??f? nfnnt ipfet buhst du die Messetsch reiteweg an den Baron sei Bruder schicke. Das hen ich qedahn UN hm Sticker sechs Dahler so I r, ' 1 ' ' mol in die Telegrasf Osfiz gewese un . , , Telegräfe emol M f ,sse. Ei tell juh, d hen ich Widder mol gesehn, was Menschew. r.: ,. ?, Hände alles fertig bringe könne UN hen M i all dTelegrämms mit e Rohp, was von Weier gemacht is, dorch den Ohschen nach Jurropp gehn dehte. Sell kann ich Nit versiehn un ich denke, do Hot er mich auch e Lug gesagt. denke doch, wann so e Schnippelche Peqper uoza) ucs aji ui u c giu Distenz geschleift werd, dann is kein Fetzche mehr davon da un wenn auch, dann hätt doch das Wasser die Jnk ganz ausgewasche. Ich hen mich so ebaut e Stund in die Ossis uffgehalte un mit einem mol Hot's Klick-Klick" in den Apperat gemacht un de: Apperehter Hot gesagt: So, zetzt is Jhne Ihre Messetsch in Schermmenie. Ich hen e Fehs gemacht, als wann ich ebbes hätt sage wolle un hätt nit gewißt was. Ennihau denk ich, is es nit recht, .daß so en Tellegräf - Apperehter die Piebels so belüge derf. Wann ich nit en Zittle-Osfischel gewese war, dann hat I t . .t mt VI zcv den geller emoi t Pies von mein Meind aewwe, daß es ihm ganz schlech zeworde wär un dann hätt ich ihn noch en Kick gewe. daß er mit seine Klappermaschin zu den Fenster enaus gefloge wär. Jesser, das hätt ich gedahn; wwer in meine Kandischen ben ick so bbes nit duhn derfe. Wisse Se, ich hen qcdenkt, ich kriege schon noch emol Tschehns, mit den Kunne for seine vergMe Lüaerei ihwen zu wer'n. So cn Fer derf nor nit denke, daß ich Rindvieh sin. Well ich sin zu den Bister Adelstein un hen e wenig Lonsch habt. Off Kohrs hen ich ihn von j,u Messetsch nicks gesagt. In die schte Lein hen ich nit gewollt un wenn ich äuch gewollt hätt, dann hat Zeine Tschehns dazu gehabt bikahs er is zu bissie gewese. Nach kleine Weil Hot er mich erscht genohtisi brt ?2 VtlVn0rt frtr 0 ffDtnntl 3it , I Mit Vil V iklUtVVU IV V Ulllttl. AM m komme UN woll?iv:sse, ob ich scho'n Ich Yen gekeine Tschehns zu sehn. Un do is mich en Eidie komme. Barren. hen ich gesagt, for den Fall, daß Sie gehn misse, wieviel wolle Se for Jhne ?lbren Blak ben? Do sagt er Mnn Sie selbst kaufe wolle, kaufend Dab ler: for jeden Annen fünf dausend
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Dahler. Ei go juh." hen ich gesagt. Bei Schinko, do sin ich awwer froh gewese. Tausend Dahler, das is geschenkt un in drei vier Jahr hatt ich genug for als Schentelmann of Lescher lewe zu könne. Ich sin reiteweg zu die Selma gange un hen die mein Bargain verzählt un die Hot dann gleich gejammert, bikahs der Christ hätt niemals nit so e Tschehns. Der deht in seine Dummheit nor immer so in den Dag eneilewe un for Bißneß hätt er gar kein Auge. Newwer Meind. Selma, hen ich gesagt, wenn ebbes aus den Sehl werd, dann nemm ich den Christ for en Partner un dann is ja auch sür ihn gesorgt. Do Hot sich die Selma gefreut un mir hen dann , noch alle Errehnschments immer- getahkt, wie mer alles mache wollte un hen gesickert Wie die Deibhenker. for auszufinne, ob eS für zwei Partnerfch auch zahle deht. Mer hen den Weg gefunne, daß mer in zehn Jahr das Bisneß für zehn Dausend Dahler ausverkaufe könnte und daß jeder von uns biseids deß en Bänk Eckaunt von wenigstens fufzig dausend Dahler hätt. Die Selma Hot mich kohngrettulehtet, daß ich so schmart gewese sin un daß se einiges drum gewwe deht, wann der Meik auch nur halb so viel Enterpreis un Pusch in sich hätt. Well, des alles Hot mich arig gut fühle mache un ich sin in die Zittiehahl for den Mister Mehr von mein Bargain zu verzehle Der Hot mich ganz ruhig angehört un Hot mich
auch m alle Stucke recht gewwe. vie ch fertia war. do sagt er: Meik, oo bist du sehr schmart gewese. so weit wie es gehn duht, awwer ich sin schuhr, daß der Bärren nit dran denke duht, nacy Schermennie zu gehn. Hier is die Ennser zu meine Dlspätsch: Erbschäft 150.000 Mark: 'Schulden 300,000 Mark. Bleib wo du bist." Mister Edithor! Jetzt sage Se mich plies, ob es möglich is, daß in die kurze Zeit schon e Ennser da sein kann, ovrer ob das ganze nur en Fehl is. Mit beste Riegards Juhrs trulie Meik Haber sack, Eskweier un Scheriff von Appel Jäck, 0 r m jqouc ,errer auiuic . Wiener Späße, Als Dobler einer der berühmte sten Magier ;in Wien seine Kunststücke produzirte, sagte ein arroganter, dummer Mensch im Gasthause: .Döbler kann gar nichts. Bosko, hat seine Kunststücke viel besser gemachj." Döbler, der daneben saß und dies mit anhörte, wurde darüber ärgerlich, stand auf und sprach: .Mein Herr, ich will Ihnen doch zeigen, daß ich ein Kunststück machen kann, welches Bosko nicht konnte; ich werde Ihnen eine Ohrfeige geben, und jener Herr dort an der Thüre wird sie fühlen!" und mit diesen Worten gab er ihm eine tüchtige Ohrfeige. Jener Herr an der Thüre, der Alles vernommen hatte, machte den Spaß mit, hielt seine Hand an die Backe und rief: .O weh. o weh!" Aber der Beohrfeigte fagte mit jammernder Gebärde: .Sehen Sie. das Kunststück ist Ihnen auch mißrathen, ich habe die Ohrfeige auch gesuhlt! Der aufgesessene Direktor. .Als ich noch meinen Circus hatte," sagte ein privatisirender früherer Circusbesitzer, habe ich nie eine Gelegenheit vorbeigehen lassen.Reklame zu machen. Ich behielt immer die Augen offen. und was ich machte, rentirte sich glänzend. Mein Name mußte fortwährend vor dem Publikum sein, und wenn man mich um mein Autogramm bat, da können Sie Gift drauf nehmen, daß ich es gleich gab. 'Einmal, als ich nach einer kleinen Stadt kam, stand eine lange Reihe kleiner Mädchen und Jungen da und wartete auf eine Gelegenheit, sich meine Unterschrift auf die kleinen Karten, die sie m der Hand trugen, zu erbitten. Ich schrieb sie nieder so schnell, wie ich nur konnte, und dachte bei mir: na, alter Bursche, dein Name wird bald dank der Reklame der beste im Reich sein! Als ich Nachmittags mich -im Zelt umsah, schien es mir, als ob alle Schulkinder der Stadt anwesend sein müßten. Das bedeutete Geld, und ich war höchst vergnügt. bis ich anfing, die Kasse nachzuzählen; da fand ich vierhundert Unterschriften von mir mit dem Stempel .Frei-Billet" darüber. Das ist das einzige Mal in me'nem Leben, das ich aufgesessen bin." Gedankensplitter. De? . , n n - v r ijpnmii.i rusl, wenn er oen ienien Zahn verloren: .Gott sei Dank, nun brauch' ich doch keine Zahnbürste mehr!" Verplappert. Ein Herr, ist bei emem berühmten Arzt in der Sprechstunde und legt ihm, nachdem er das Rezept empfangen, drei Mark auf den Tisch. Arzt: Ja. mein Lieber, das reicht nicht, die Untersuchung kostet bei mir zehn Mark. Herr: Zehn? Man hät mir doch gesagt sechs! Uebertrumipft. Der Oberniedertupsersevp kommt im Namen der Gemeinde wegen eines streitigen Falls zum Gutsherrn. Dieser, der vielen Weitlilusigkeiten müde, fragt ungeduldig den Sepp, warum man denn gerade ihn zum Bevollmächtigten gewählt, ob man denn keinen verstänbigeren Mann gefunden habe. . .O ja," erwidert der Sepp, .wir hab'n noch viel g'scheidtere Leus im Dorf als i' bin, aber sie hab'n gemeint, für Jhne ynÄr TA4hf tnitrtl"
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