Indiana Tribüne, Volume 29, Number 107, Indianapolis, Marion County, 28 December 1905 — Page 6

Einfache Behandlung, Dlejenlzen leiten viel elche mit Nnderdaulichkeit dehastet sind z aber lii einfache Behandlung ist Dr. August Koenig'5 Hamburger

ir a z. J ropfen Is Zkdrauclxn, welche den Ma gen stärken und denselben wieder in eine gesunde Versaß, vng bringen. 5 Flaschen, $2-00. Geschafts-Uebcrnahme Hiermit die ergebene nzeige. datz ich die Wirth sast. derbundeu mit PoslZimmtr uni Vereins fiiBe, bisher btkanut'unt dem Nameu Skekchmein Hlle. iideft.Zt Market und Noble Str dder u immea habe. Ich habe d Halle, lubzimmer Toto den übrigen Z heil bei SebZddeZ gänzlich neu renovtreu lassen und K trd dieselbe in Zukunft unter de Namen ' Moeller'S Halle bekannt sein. Halle lswie KladrSume stehen Vereinen und tselschasten zur Berfkgung. Jedermann ist sre d: eingeladen, mich in e eie Platze ,u besuchen. chtungSvoll Herman Moeller, Südmest Ecke Noble und Kartet Str. Wm, Stoeff ier SsileFi. N?. 202 Nord Noble Straße. NeueS Telephon 2001, Deutsche Wirthschaft ....von ... , Gus. 8s mann, (Nachfolger von Con. Heeß.) 852 Massachusetts Avenue Da! berühmte ome Ire- ftetZ an Zapf. Die besten Weine, Liquöre und Cigarren. Jeden extra feinen warmen LunS Morgens und Abends. Zu einem Besuch ladet freundlichst ein. 6ii8. Aniann, 852 Maff. Ave J.W. Fredriclc Der Kohlenmann, verkauft die besten ohlea aller Sorten im Karste. Office u. Yards 809-900 BeecherStr. Tel. neu, 9394; alt, Main 1130 H. G. SP0NSEL. ...Bäckerei... 1030 Süd East StraßeT Fciettags-Balklvaarcn Springerle, i8c dastund j Pfeffernüsse, iscdasPwnd Echter Pumvernickel und das feinste Roa Ä3 gcnbrod. Probirt es.' Mrktftand 5-6. eue letepho 9361 s3r. .J. A. Sutclislt WnndS1t. tj r Affltdjts- Urin. nntÄecTn Arankheiten. Cfflcr : 155 OS Market St?. Tel. , m : b ia ubr . ; , .vb,. ' Dr. Carl Q. Wintr Deutscher Tlrzt. v5adelt sie aZute und chronische ftn teilen. VtluztimU Spialitat. Office: 14 Wett Obio On V",.r,de,k 0 11 erzu 4 1C. ,g A.-. . H I, k 4X. soy?ug: um Vadts, ui rprechktuuden : 7 Wlv Sonntag : 6 Stach, KZohoung kelkZihon, k ÄU, 5 1 , t

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L Preis 30c

Europäische Nachrichten.

Provinz LdelieN'Ulassau. Kassel. Der frühere RegZerungs Präsident. Unterstaatssekretär a. D. im Reichsamt des Innern Rothe ist gestorben. Dieser Tage beging ote hiesige Mädchenmittelschule ihr 50iah riges Bestehen. Zur Eröffnung der Feier fand ein Concert statt, in dem Bredes Oratorium Der 12jährige Jesus im Tempel" vortrefflich aufgeführt wurde. Rektor Amelungk und die beiden ältesten Lehrer Boß und Schlitzberger. erhielten Ordensaus zeichnunqen. E s ch w e g e. Das Jubiläum einer ununterbrochenen Thätigkeit von 50 bem. 35 Jahren im Betriebe desTuch machermeisters I. M. Kahn, in Firma Kahn und Comp., konnten vor einiger Zeit die Tuchweber Reinhard Bödicher und Tuchscherer Christoph Huther dahier begehen. In Anerkennung ihrer treuen Dienste hat 'die Handwerkskammer zu Gaffel den beiden Jubilaren Diplome unter xsias und nahmen ge widmet. Frankfurt. An der Miquel firaße brachte sich der 21 Jahre alte Schlosser Rudolf Schwarz aus Königsberg einen Schuß m die Schläfe bei. ' Der junge Mann, der stellenlos gewesen sem soll, starb nach kurzer Zeit im Bockenheimer Krankenhaus. Zum Rektor der Akademie für Sozialund Handelswissenschaften für die nächsten beiden Jahre ist der Nationalokonom Professor Dr. Pohle ernannt worden. Riede. Vor einiger Zeit beging auf dem hiesigen Rittergute der Tagelöhner D. Kunold sein 50jähriges Dienstjubiläum., Derselbe hat 50 Iahre ununterbrochen auf dem Gute gearbeitet und ist noch jetzt im Alter von 65 Jahren ein treuer, fleißiger Arbeiter. Dem Jubilar zu Ehren wurde von dem jetzigen Gutspächter, C. Langebeckmann, dem ganzen Personal ein Fest gegeben. Rinteln. Einen schweren Unfall erlitt die Tochter des Kaufmanns C. Lütjens. hier. Sie war auf einem Kaffeekränzchen auf der Bünte. als plötzlich jemand an das Fenster klopfte. Frl. Lütjens sprang auf und lief zum Fenster, um dies zu öffnen, griff dabei aber so in die Scheibe, daß sie entzwei ging und der p. Lütjens die rechte Hand durchschnitt; auch sind sämmtliche Sehnen zerschnitten. Wichte. Dieser Tage feierte Lehrer Preis sein 25jähriges Dienstjubiläum. Ebenso viele Jahre waren es, daß derselbe in hiesiger Gemeinde als Lehrer wirkt. Aus diesem Anlaß hatte es sich die Gemeinde, sowie der hieNge Darlehnskassenverein, dessen langjähriger Rechner der Jubilar ist, nicht nehmen lassen, dem allgemein be. liebten Jugendbildner in Anerkennung seiner verdienstvollen Wirksamkeit werthvolle. Geschenke zu machen. Mtteldeutsche Staaten. Altenburg. In der Ostsee bei Albeck wurde der Getreidehändler Walther von hier ertrunken aufgefunden, Watlher, welcher hier als reicher Mann galt, hat freiwillig den Tod gesucht, nachdem er sein ganzes Vermögen in unglücklichen Spekulationen verloren hatte. Bückeburg. Vor Kurzem derstarb hier in seiner Villa an der Herminenstraße der frühere langjährige Bürgermeister derResidenzstadt. Oberbürgermeister a. D. Max Burchard. E i s e n a ch. Von einem Zuge wurde auf dem hiesigen Bahnhof der Arbeiter August Staufenbeil, der der Lokomotive zu nahe gekommen war, mit solcher Wucht auf seitlich liegende Schienen geworfen, daß ihm der Schädel gespalten wurde. Nach kurzer Zeit erlag er. feinen Verletzungen. Der Getödtete hatte erst kürzlich geheirathet. . Gera. Kürzlich waren es 125 Jahre, daß sich die allen hiesigen Vürgern wohlbekannte Angermühle" im Besitze der Familie Oberländer befindet. Erbauer der Mühle ist der Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Töppeln Johann Gottlieb Oberländer, geb. am 3. März 1752. G o t h a. Vor einiger Zeit gerieth im Maschinensaale der Hofbuchdruckerei der Druckerlehrling Amling. Sohn des Oberpostschasfners Amling. Langensalzaerstraße 39 hier, mit der rechten Hand in die Tiegeldruckpresse und verletzte sich schwer. L o b e n st e i n. Vor einiger Zeit ist hier der älteste, noch bis jetzt im aktiden Dienst siehende reußische Staatsbeamte, der Bergmeister Heinrich Hartung. im Alter von 86 Jahren verstorben. Meiningen. Die Unterschlagungen des Kreiskassirers Kirsch belaufen sich, wie in einer Kreisausschußsitzung mitgetheilt wurde, auf 36,600 Mark. Der Nachlaß des Werstorbenen beträgt 23.000 Mark, so Laß die Kreiskasse einen Verlust von 13.000 Mark zu tragen hat. Schleiz. Dieser Tage beging Otto Krämer das 25jährige Jubiläum als Pächter der hiesigen Rathskellerwirthschaft. Weimar. Vor Kurzem ist die Wittwe Otto Lehfelds, die einst so beliebte Hofschauspielerin Frau Clara Lehfeld, im 82. Jahre von langjährigem Leiden durch den Tod erlöst worden. ' Winter sie in. Der von hier gebürtige, in den 40er Jahren stehende Trenkelbach stürzte 'beim Lindensa-

menpflücken am Bahnübergange nahe

der Haltestelle Marlenthal vom Bau me und brach das Genick. Sachsen. Dresden. Der Major a. D., Kammerherr und Mitglied der Ersten i?Zndekammer. lÄraf Carl Caidar v. Rex - Zedlitz. ist im 81. Lebensjahre hie? gestorben. Sein Sohn ist der Hofmarschall Graf Rex. Die Grafen Rex gehören einem der ältesten sächsischen Adelsgeschlechter an. Diese? Tage konnte der Vorarbeiter der Firma F. M. Rohrscheidt, Heinrich TroNicke, auf eme 25iahrige Thätigkeit zurückblicken. Das Personal der Firma verewigte sich zu Ehren des Jubilars zu einem fröhlichen Beisammensein. V a d E l st c r. Tödtlich verunglückt ist beim Erweiterungsbau der Badean statt der Mitte der 40er Jahre stehend Maurerpolir Glaß. Er stürzte vom Gerüst herab und starb kurz darauf infolge eines schweren Schadelbruchs. C o l d i tz. Unterhalb des Wehrs der Mulde stürzte hier beim Svielen ver oreiiayrige soyn oes (Sternguiore Hers Albrecht aus Thumirnicht in den angeschwollenenFluß und ertrank trotz tti sofort aufgenommenen Rettungsversuche. F a l k e n st e i n. In der hiesigen Gasanstalt ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksfall. Der Arbeite: Franz Schüler stürzte in einen Ammoniakwasser - Bottich. Als Leiche wurde er aus demselben herausgezogen. G e f a u. Dem Cementwaarenfabrikanten Emil Fiedler, de? am 10. August d. I. einen fünfjährigen Knaben, der in die Mulde gestürzt war. vom Tode des Ertrinkens errettete, ist die bronzene Lebensrettungs - Medaille am weißen Bande verliehen wo?den. Leipzig. Bei dem Radfahren des Clubs Habicht" ist der hiesige Radfahrer Albin Donner gestürzt. E? zog sich einen schweren Schädelbruch zu, an dem er gestorben ist. Vor Kurzem feierte der Kapellmeister Hans Winderstein, der Begründer und Chef des seinen Namen trügenden philharmonischen Orchesters, sein 25jähriges Künstlerjubiläum, und am selbenTage fand hier das hundertste Philharmomsche Concert statt. Oberhohndorf. Auf einem hiesigen Steinkohlenwerke wurde der Bergarbeiter Seifert'von hereinbrechenden Bergmassen verschüttet und erdrückt. Schweikertshain. In seiner Wohnung wurde hier der 18jährige Polirer Gustav Liebold erschossen aufgefunden. Nach Lage der Sache handelt es sich um einen Unglücksfall. Wolkau. Hier brannte das Dampfziegeleigebäude von Burkhardt, früher Richter, nieder. KeffeN'Aarmstadt. D a r m st a d t. Geora Eamann in Firma E. Merck feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. An Stelle des zum hessischen Justizn.inister ernannten früheren Reicksaericktsratbs Ewald wird Oberstaatsanwalt Schmidt aus Tlainx in das Relchsaericht berufen werden. Bensberm. Todt aufaehrnden wurde unter einem wetscbenbäumcken auf einem Grundstücke der alten Gasse der 70 Jayre alte Cigarrenmacher Geora Scbader. Derselbe batte sieb erhängt, jedoch war die Schnur gerisfen. Schaber soll schon seit ewiger Zeit geistig nicht mehr ganz normal gewesen sem. Darsbera. Der Grokberzoa bat dem Forstwart der hiesigen Communalforstwartei 5ak. rnuck von Kier aus Anlaß seiner Versetzung in den vtube stand das Allaemeine Ebrenzeichen mit der Inschrift Für treue Dienst:" verliehen. Groß - U m st a d t. Bei einer in hiesiger Gemarkung stattgefundenen Treibjagd wurde der 14jährige Sohn oes Forjters Ziemer von hier durch den Sohn des Ortsdieners LuK von Heubach durch einen Schuß in den unlerleiv fcywer verletzt. Main z. Der Taalobner Adam Jost aus. Offenback, welcher in der Schösferhof - Brauerei beschäftigt ist, yatte an einem Auszug zu arbeiten. Er stürzte dabei 35 Meter herab und blieb auf der Stelle todt. wieder - Bess naen. Vüraermeister. Ortsaericktsvorsieber und Standesbeamter Heinr. Horst erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstoroens Philipps des Großmüthigen. Wayern. München. Von einer Sofeouipage tödtlich verletzt wurde die 75jähST1 . . . . r . ' xiat lLartnerswlttwe Grmdmeier. Als die alte Dame vor einiger Zeit an der Einmündung der Nymphenburgerst?aße in die BlutenburastraKe den Fahrdamm überschritt, wurde sie von der Eqmpage des Prinzen Leopold von Bayern angefahren und zu Boden aeworfen. Hierbei erlitt sie süßer einem Bruch des Unterschenkels fchwere innere Verletzungen, cachdem der Verunglückten durck einen vorüberae. henden Arzt an Ort . und Stelle ein 'kolyvervand angelegt worden war, wurde sie in das Rothe Kreuz" gebracht, wo sie bald darauf, ohne ' das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, verstorben ist. Von der ermordeten Frau Oberamtsrichter Radlinger hat die Stadt 300.000 Mark geerbt und zwar 100.000 Mark in baar, einZinsHaus im Werthe von 160.000 Mark

und aus derLebensversicheruna 40.uuu

Mark. Die Stadt ließ am Grabe der Erblasserin einen Lorbeerkranz mit Schleife in den städtischen Farben niebeilegen. B a m be r g. Hier wurde der Stationsmeister im Rangierdienst Joh. Gövpner von der Maschine eines Zuges zur Seite geschleudert und erheblich verletzt. Göppner wurde in das Krankenhaus verbracht. . Feldmoch'ing. Im Anwesen des Oekonomen Grabmeier, genannt kschlammerl. brach Feuer aus, das in kurzer Zeit den mit Getreide gefüllten Stadel fanunt dem Stalle einäscherte. Das fünfjährige Kind des genannten Oekonomen soll m:t Zündhölzern gespielt und das Heu vor der Scheune in Brand gesteckt haben. Man vermuthete, daß das Kind in der Angst vor Strafe in den Stadel lief und dort verbrannte; die Vermuthungen bestätigten sich, man fand später die Leiche. Landshut. Unlängst stieß der als sicherbeitsaefäbrlick bekannteSteinträger Brand! dem Steinträger Aindl nach kurzem Wortwechsel auf offener strane fein grissestes Messer ins Herz, fo daß der Tod augenblicklich eintrat. Der Thäter wurde sofort verhaftet. In das 100. Lebensjahr trat kürzlich Frau K. Kaufmann, Kaufmannswittwe hier. Starnberg. Letztens verschied an einem Schlaganfall auf dem DamPfer Bavaria" zwischen hier und Berg der 65jährige. weitbekannte SchiffsPostbote Joseph Konrad. Er hat die Postbeförderung auf den Dampfern ausgeübt, seitdem sie eingeführt ist, und vordem schon aus Kähnen zusammen seit 33 Jahren. Württemberg. Stuttgart. Dem ordentlichen Professor Theodor Fischer an der hiesigen Technischen Hochschule wurde das Ritterkreuz des Ordens der Wllrttembergischen Krone verliehen. Professor Theodor Fischer hat den an ihn ergangenen Ruf an die Technische Hochschule in Dresden abgelehnt. In den weitesten Kreisen wird man mt Freude vernehmen, daß der ausgezeichnete Künstler. von dessen schöpferischerKraft man noch so viel Ersprießliches erwarten darf, unserer Hochschule und unserer Stadt erhalten bleibt. Aidlingen. Vor einiger Zeit wurde hier die WittweHetzer durch Erwürgen ermordet. Die Ermordete hatte der Thäter mit einer Schnur um den Hals an den Bettpfosten gehängt, um den. Anschein eines Selbstmordes zu erwecken. Als der That dringend verdächtig wurde der 26 Jahre alte Schreiner Wilhelm Stürmer festgenommen, der mit der Getödteten ein intimes Verhältniß unterhielt. Stürmer entfloh auf dem Transport nach dem Gefängniß. Böblingen. Letztens brannte das dem Bauern Laib gehörige, vor einigen Jahren neu erbaute Anwesen bis auf den Grund nieder. Es scheint Brandstiftung vorzuliegen. Eßllngen. Dem ältesten hiesigen Weingärtner, Jakob Haug, war es vergönnt, im Kreise seiner Angehörigen mit seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Kopp, die goldene Hochzeitsfeie? zu begehen. Der Jubilar siebt im 81sien. seine Frau im 73sten Lebensjahre. H u tz e n b a ch. Der 74jahrige HolzHauer I. F. Theurer von bier kam dem Ofen, an dem er sich wärmen wollte, zu nahe; dabei genethen die Kleider in Brand und der Bedauernswerthe erlitt so schwere Brandwunden, dak er nach kurzer Zeit starb. Miedelsbach. Letztens fand hier Schultbeinenwabl statt, wobei der hiesige Gerichtsvollzieher Singer einstimmig gewählt wurde. Ottmarsbeim. Vor kurzem wurde auf der Markup Neckarwestyeinz die etwa 20 Jahre alte gemuthskranke Tochter des Bauern Rubel von hier todt im Neckar aufaefunden. Sie hatte sich vom ENernhause entfernt und ist ohne Zweifel in der Nahe vonKirchbeim a. N. in den ftrnk stürzt und ertrunken. Ein drolliges Urtheil wurde dieser Tage von einem Pariser Gerichtshof gefallt. Ein Herr Vallier glaubte sich von seiner rau betrogen, er klagte diese also bei den Gerichten an und nannte auch den Namen des Verführers rancois Durand. Dieser war durchaus derselben Ansicht und betheuerte vor öericht, daß er der Schuldige sei. Aber das Gericht hielt Herrn Durand offenbar für einen puren vienommiften. Es verlangte Beweise. Und da Herr Durand diese Beweise nicht aeben konnte, munte es der Ehemann versuchen. Der brachte dann auch eine ganz erkleckliche Anzahl von Personen auf, die das Pärchen verdächtigten. Es wurde sogar festgestellt, daß Durand einen Schlüssel zur Vallier'schen Wohnung besaß. Auch das genügte dem anspruchsvollen GerichtsHof nicht. Der Vertheidiger stellte also den Antrag, die beiden Angeklagten freizusprechen, den Kläger , aber für seine freche Anschuldigung zu 1000 Frank Schadenersatz m verurtheilen. Der Gerichtshof nabm diese Sache nicht so furchtbar ernst und begnügte sich damit, den armen' Ehegatten zu 200 Frank Schadenersatz (zahlbar an Herrn Durand) und in die Gerichtskosten zu verurtheilen. Als die beiden Fzeigesprochenen den Saal verließen, hatten sie die größte Mühe, nicht vor Lachen herauszuplatzen.

Sie Blinde.

Von'Julia Bueren-Hahn. Jean Course! war fast immer allein gewesen. Abstoßend häßlich hatte man ihn nicht als Freund gesucht, und so vergingen die Tage für ihn traurig und still. Klein, mit zu großem 'Oberkörper cnd zu kurzen krummen Beinen sah er mit seinem dickenKopf,- der mit dichtem brandrothen Haar bedeckt war wie ein Zwerg aus, der dem Walde entflohen und sich unter die Menschen geflüchtet hatte. Schon in' der Schule wurde er von den Lehrern nicht beachtet, von, seinen Kameraden verspottet! Trotzdem er Mit einem gesunden Menschenverstand lusgestattet war, so sah er doch ein. daß er gegen seine Mitschüler, die voll Jugendlust tobten und gesund , und kräftig waren, nicht ankommen konnte. Seinen Vater hatte er nie gekannt; kurz nach seiner Geburt war dieser gePorben und 7 Jahre später auch die Mutter. Eine alte Tante, die langseili und geizig war, hatte ihn dann bei sich aufgenommen,' und wenn e? such satt zu essen bekommen, so hatte er doch Zärtlichkeit und Mutterliebe nicht kennen gelernt und nach Liebe gehungert. Manchmal, wenn er allein in eine? Ecke des Schulhofes kauerte, war es ihm, als ob eine weiche Frauenhand ihm liebkosend die Wangen streichelte. Dann machte er die Augen zu und träumte. ... Er erinnerte sich seiner Mutter noch ganz genau. Die war eine hübsche, schlanke Erscheinung gewesen, mit lieben guten Augen. Die hatte ihn in die Arme genommen und ihn geherzt und geküßt, wenn er weinte, ihm mit ihrer weichen Hand die Haare aus der Stirn gestrichen und ihn mit sanften, zärtlichen Worten beruhigt, die er seit jener Zeit nie wieder vernommen hatte. Als er dieSchule verlassen und seine Studien vollendet hatte, da war seine alte Tante gestorben und hatte ihm so viel Geld hinterlassen, daß er in jeder Hinsicht unabhängig leben konnte. Auf einem Hügel, von, wo aus :r seine kleine Geburtsstadt überschauen konnte, hatte er sich ein schmuckes, kokettes Häuschen bauen lassen, welches von einem großen Garten umgeben war. Dort verbrachte er seine Tage mit Gartenarbeit, harkte, grub und arbeitete wie ein Bauer und fühlte sich fast glücklich in seiner Einsamkeit. Aber je länger er einsam blieb, desto unruhiger wurde er. Er wußte wohl, was ihm fehlte. Eine junge, lustige Frau, die das stille Haus mit fröhli. chem Lachen füllte, mit der er seine Gedanken austauschen, für die er sorgen konnte! Er fing an sich zu langweilen, gab die Gartenarbeit auf und streifte stundenlang in der Umgegend herum. Als dieses ihn auch nicht half, die Leere, die er im Znnern fand, zu überwinden, begann er alte Bekannte im Städtchen aufzusuchen, und ging in Gesellschaften. Dort traf erGreise, die mit ihm von seinen Eltern sprachen, und so wohl er sich auch in ihrer Gesellschaftfühlte, so kam er doch gewöhnlich trauriger von diesen Besuchen nach Hause. Denn trotz seiner Mißgestalt trug er ein heißes, sehnendes Herz in derBrust, und liebend gern hätte er eine von den jungen Damen, die er in seinem Bekanntenkreise traf, als Lebensgefährtin in sein Heim geführt. Aber sie dankten ihm alle mit Kälte und Gleichgültigkeit und machten sich über ihn lustig. Selbst in den schönsten Augen hatte er bei seinem Erscheinen ein verdachtiges Aufblitzen bemerkt! Eines Abends, gegen Epde der Saison, hatte er in einer Abendgesellschaft Margarete Vernier kennen 'gelernt. Sie war ihm gleich aufgefallen; groß und schlank, mit lichtbraunem, glattgcscheiteltem Haar sah sie wie eine Madonna aus. Als man ihm sagte, sie sei blind, da hatte er gefühlt, wie fein Herz sich plötzlich dehnte und heftig zu klopfen begann, und wie ein unbestimmtes, ab er doch schon zart hoffendes Gefühl von seinem ganzen Innern Besitz ergriff. Sie plauderten lange zusammen und Jean hatte ihr beim Abschied versprechen müssen, sie in ihrem Hause,' welches sie seit dem Tode ihrer Eltern mit einer alten Magd allein bewohnte, zu besuchen. , Was Jean versprochen, hatte er gehalten. Sie erwartete seinen Besuch stets mit großer Ungeduld. Er unterbrach den langen Tag und erheiterte sie auch. Selbstverständlich geschah, was vorauszusehen war. Jean liebte die Vlinde bald mit seinem ganzen noch jungfräulichen Herzen. Und doch hatte er in den sechs Monaten, in denen er sie täglich sah, nicht den Muth gehabt, ihr von Liebe zu sprechen. Er fürchtete, ihre Augen könnten Plötzlich sehend werden, und sie sich mit Abscheu von ihm wenden. Die Aerzte, die Margarete Vernier behandelt, hatten ihr Leiden jedoch für unheilbar erklärt, es sei denn, daß ein Wunder geschähe. , Aber Sie Aerzte konnten sich aeirrt haben? Wenn das Wunder geschahe, wenn ihre Augen sich wieder dem Licht öffneten, wenn die großen blauen Augensterne ihn, den häßlichen, grotesken Mann, dessen Stimme sie zwar liebte.

vor ftch seyen würde, was dann? ., . . Dann wußte er genau, was geschehen würde. Sie würde sich mit Abscheu von ihm wenden, und der Traum würde ausgeträumt sein. Unter diesem Gedanken litt er unendlich, und er aab die täalichen Besuche auf. Da merkte er aber erst, welchen Platz sich das blinde Mädchen in seinem Herzen erobert hatte. Das Le- 3 ben schien ihm kein Leben mehr ohne" sie. Acht Tage hielt er sich von ihr fern, dann hielt er es nicht mehr aus.. Er hatte sie vergessen wollen, seine Liebe aus dem Herzen reißen, aber es war ihm nicht glungen. Der Nachmittag traf ihn auf dem Wege zu dem lieben, alten Hause. Margarete empfing ihn freundlich, ohne Vorwürfe, aber sie schien traurige? als gewöhnlich zu sein. Ihre Wangen waren blaß und um den schöngeformten Mund lag ein müder Zug. Die Dämmerung begann schon ihre Fäden zu spinnen und den großen Salon, in welchem sie saßen, mit grauen Schatten auszufüllen. Zuerst sprachen sie von gleichgültigen Dingen, bald aber saßen sie stumm gegenüber, in Gedanken verloren. Margarete war die erste, die das Schweigen brach. ' Woran denken Sie?" fragie sie ihn. Er zitterte bei dieser unerwarteten Frage, dann antwortete er zaghaft: An die einzigen glücklichen Augenblicke, die ich in meinem Leben gehabt habe! Ich habe sie hier in diesem Salon an Ihrer Seite verbracht. Die entflohenen, schönen Stunden sind nicht zurückzurufen, aber es können andere, schönere für uns kommen, wenn Sie nur wollen. Meine Zukunft liegt in Ihrer Hand, Margarete! Was wollen Sie damit sagen?" murmelte sie kaum hörbar. Was ich damit sagen will?" fragte er, und seine Stimme klang voll und weich durch die Dämmerung. , Ich liebe Sie, Margarete, wollen Sie mein Weib werden?" Tiefe Röthe stieg in die blassenWangen des jungen Mädchens. Ein Zittern ging durch den jugendlich schlanken Körper, die Hände schlangen sich krampfhaft ineinander und ein leises Stöhnen kam von den rosigen Lippen. Was, Sie lieben mich? ... Mich trauriges, sieches Geschöpf? .... Uebeilegen Sie wohl, was Sie sagen," schluchzte sie fast auf. J'ch liebe dich noch mehr, als wenn du sähest,. Geliebte. Nichts ist süßer für einen Mann vollKraft und Männlichkeit, als sich aus Liebe zum Sklaven eines schwachen Weibes zu machen. Ich will dich wie ein zartes, furchtsames Kind sanft durchs Leben geleiden, will dafür sorgen, daß dein Fuß auf unserm Wege an keinen Stein stoße, und ich bin üb:rzeugt, daß wir uns näher stehen und glücklicher sein werden, als manches andere Paar, denn die Dankbarkeit, die dich an mich ketten

wurde, ist noch dauerhafter als die Liebe." Er hatte ihre Hände gefaßt, war vor ihr auf die Kniee gesunken und hatte in seinem unendlichen Glück seinHaupt in ihren Schooß gebettet. Auch sie zitterte vor Glück. Ihre weißen, schmalen Hände legten sich liebkosend auf das in ihrem Schooß ruhende Haupt des Geliebten. Ach. daß ich dich nicht sehen kann! Daß meine Augen deine geliebteGestalt nicht in sich aufnehmen können! . v n r r r . . u neon micy mirilicy k . . . zu, mxq . . . . Du, dem die ganze Welt offen n.ti c.. v.. i ciyy c UU, UZl UU UilL, 41U1UUU uuu i schön bist? . . . Denn du bist schön, Geliebter, du mußt schön sein, ich weiß es, ich fühle es! . . . Kraftvoll und schön, nichtwahr?" Er glaubte umzusinken. Ein heftiger, stechender Schmerz ließ sein armes Herz zusammenzucken. Es drehte sich alles mit ihm im Kreise, er sah nur noch wie durch einen rothen Nebel und mußte die Augen schließen. Einen Augenblick blieb alles still . . Durch die Seele des Mannes, der auf den Knieen vor seiner Geliebten lag, zog ein bitteres Weh. Mußte er ihr die Wahrheit sagen? Mußte er ihr gestehen, daß er abschreckend häßlich, einem Zwerg vergleichbar war? Sie ; würde ihn ja niemals sehen .... niemals, ihre todten Auzen würden nie wieder .sehend werden. Es war feige, er wußte es wohl, aber er konnte nicht anders, er hatte sie zu lieb und wollte sie nicht verlieren! Ja." sagte er ganz leise, schön, sehr schön!" Und von allen Dingen gut u. großmüthig," fügte sie mit traurigem Lä cheln hinzu. Durch das geöffnete Fenster zog der schwüle Duft der letzten sich entblätternden Rosen, und ein kühler Herbstwind bewegte die schneeweißen Vorhänge. Die Glocken btl Städtchens läuteten den Abend ein und drangen feierlich bis zu den jungenMenschenkindern, die weltvergessen einander in den Armen ruhten. Und bei dem Glockengeläute fanden sich ihre Lippen zum erften langen göttlichen Kuß! DurchdieBlume. Sagen Sie doch, Goldwurzel, wo steckt eigentlich Ihr früherer Intimus, der Herr Kneifer? Seit bald drei Monaten habe ich ihn nicht mehr gesehen!" Hm, weiß eS auch nicht: vor einiger Zeit mußte er '.r Kur nach Marienbad." .Ah ich verstehe, er hat sich .dünn 'gemacht"!"