Indiana Tribüne, Volume 29, Number 106, Indianapolis, Marion County, 27 December 1905 — Page 4

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)ndiana Tribüne. HnaulAtgedeu von der Sutdrg d. Indianapolis, Ind. Hany O. Thudinm Präfideut. GeschSftSloeal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELfiPHOME Jgg. i mcred &t the Pott Office ot Indianapolis as ccond dass matter. AuS der Bundeshauptstadt.

Die Weihnachtszeit hat bereits eine Menge d:r Gesetzgeber nach Hause ge lockt und andere stehen im Begriff bis nach Neujahr die Bundeshauptstadt zu verlassen, aber trotzdem brachten gerade die letzten Tage im Kapital grnug des Interessanten. Eine Revolte gegen den Präsidenten ist im .Senat auZgebrochen. Die Spitze derselben richtet sich gegen das eigen mächtige Vorgehen des Präsidenten in Kanal'Angelegenheiten, und der immittelbare Anlaß war die Ernennung deS diSderigen Sekretärs der Kanal. Kommission. Bishop, zum Mitglied der Kommission. Senator Morgan

von Alabama, der enragirte Gegner des gesammten KanalbaueZ, brachte in der'Sißung am Mittwoch den Ball in'S Äolleu, indem er beantragte, die am Samstag erfolgte Bestätigung der tta nal'Kommisfion in Wiedererwägung zu ziehen, weil dieselbe nicht formgemäß erfolgt sei. Er proiesiirte gegen die Ernennung Bishop'Z und erklärte, der Senat sei durch die langandauernde Nachgiebig keit gegenüber den Methoden der Ere kutive in eine falsche Stellung gedrängt worden. Der Präsident scheine zu rtt. glauben, er könni mit dem Senat thun 2 was er wolle, da Senatoren ihm in jo vieler Beziehung, zum Theil gegen :hre bessere Ueberzeugung, zu Willen

Euewefen sein. Er beantrage, daß die kxr einstimmige Znstimmung dazu gegeben werde, daß man die an den Präsidenten r ergangene Benachrichtigung von der 9 m.axii!. v rc .............. ...... v n . 5V. kziullutig uci vjiiiciiumiytii uci nu q nal - Kommissäre zurückziehe, die Be d Jätigungen in .Wiedererwägung nehme f nd die Ernennungen an das Komite für interoceanische Kanäle zurückoer weise. Und diese einstimmige Zuftim mung ward gegeben. Kein Senator erhob Einwand. Nicht ein einziger republikanischer Senator erhob seine Srjmme, um dadurch die ganze von

. Senator Morgan infzenirte Bewegung

; hinfällig zu machen, wozu ein Senator

im Stande , gewesen küre. Ein republikanischer Senator charak ierisirte die Sachlage heute Abend wie folgt: Der ganze. Trubel wurde durch den Namen BishopS hervorgerufen 'Eme Anzahl von Senatoren, welche darüber entrüstet sind. , daß der Präsident den Namen eines Mannes ein sandle, der noch vor wenigen Tagen in Verbindung mit der Stellung eines Preßagenten der ttanal.ttommission derartig kritifirtworden war. daß der Präsident sich entschloß, diesen Posten überhaupt abzuschaffen, betrachten' das - Vorgehen des Präsidenten als einen Versuch, mit ihnen zu spielen. Sie erklären laut, der Senat habe sich ge nug gefallen? lassen in Bezug auf die Verwaltung !der ttanal'Affairen, amd eö fei Zeit, einen Riegel vorzuschieben. Ich glaube nicht, daß der ttanal.Präsident ShoutZ der einzige ar, welcher den Senatoren imZSinne lag, als sie heute die Wiedererwägung der Beftäti gung beschlossen. Indeß find viele durchaus dagegen, daß Herr ShoutS feine Verbindung mit der EloverleafBahn aufrechtkerhält. Wir find dem Müsidenten gegenüber in der Kanal frag? peinlich loyal gewesen. Wbn jetzt, da die Bestätigung der Ernennungen zurückgezogen ist, kann Niemand vorher sagen, waS geschehen .mag. Die ganze Angelegenheit wird ;dte' über die Feiertage hinaus verscho ;bm werden. ES würde' niemanden cüberraschen, sollte Herr ShontS resig 'niren. oder der Präsident mag seine , Refination verlangen; oder der Senat , mag sich weigern, die Ernennung zu bestätigen, und zunächst einmal eine - Untersuchung anordnen. In letzterem falle würde ShontS zweifellos zum Verhör vor daS Komite zitirt werden.- . In AdminlftrationS - Kreisen war man auf der anderen Seite völlig über die Stimmung im Senat und die , eventuellen Absichten der Senatoren im unterrichtet. Man erwartete sicher, - daß wenigstens ein Senator Einwand erheben vürde, sollte der Antrag auf Wiedererwügung der Bestätigungen ge stellt werden, man fühlte sich im 231

m Hause ganz sicher. Daß der Senat einstimmig sich dazu verstehen sollte, dem Antrag Morgan'S nachzugeben.

war keinen Augenblick vermuthet wor den. Jetzt besteht kein Zweifel mehr darüber, daß die Attacken auf Bishop, auf ShontS und hm Präsidenten selbst in der Exekutiv.Sitzung in heftigster Weise erneuert werden, sobald daS Komite die Ernennungen von frischem auf'S Tapet bringt. Was das Resultat sein wird, läßt sich nicht voraussagen, aber unter ge genwärtigen Umständen wäre eS nicht z verwundern, wenn der Senat nicht nur auf der Zurückziehung der Ernennung BishopS, sondern auch auf dem Rück tritt deS ttanal'Prafidenten ShontS bestehen würde. UebrigenS ist die Ver blndung deS Herrn ShontS mit der Cloverleaf Bahn nicht die einzige Grundlage zu direkten Attacken auf den Kanal Präsidenten. Senatoren find informirt, daß in dem ErnennungS Schreiben, welches Präsident Roosevelt seinerzeit an Herrn ShontS gerichtet, als Bedingung angegeben war, der Präsident der Kanal'Kommission müsse in jedem Jahre mindestens sechs Mo nate lange auf dem JfthmuS wohnen. Dieser Bedingung ist Herr ShontS nicht nachgekommen, da er bis jetzt nur drei Wochen lang dort gewesen, und wollte er auch den Rest seiner AmtSver waltung auf dem JfthmuS zubringen, so könne sein dortiger Aufenthalt sechs Monate nicht erreichen. ES liegen in deß keine Anzeichen vor, daß Herr ShontS die Absicht hätte, überhaupt längere Zeii auf dem JfthmuS zuzu bringen. Im Bundessenat, in welchem ja der eigentliche Entscheidungskampf in der Ratenfrage ausgefochten werden dürfte. ist durch Senator Dolliver von Iowa eine. Bill eingebracht worden, welche füglich als Adminiftrationsmaßregel bezeichnet werden kann, weil sie alle Wünsche berücksichtigt, die der Präsi dent in dem betreffenden Kapitel seiner Botschaft anSsprach.' Wie diese Bill im Senat fahren wird, darauf darf man um fo gespannter sein, als meh rere ihrer wichtigsten Bestimmungen auch in dem Amendement enthalten waren, welches Senator Cullom voriges Jahr zum ElkinS.Gesetz beantragte Dieses Amendement aber scheiterte be kanntlich an der erbitterten Opposition der sogenannten Eisenbahnsenatoren Die zwischenstaatliche HandelSkommif fion arbeitete, gestützt auf da? Cullom 'sche Amendement, eine neue Bill aus. welche, nachdem sie die Zensur deS Prä fidenten und deS Generalanwalts pasfirt hatte, den Senatoren Dolliver und Clapv vom Ausschuß für den zwischen staatlichen Handel überwiesen wurde Diese beiden Herren nahmen noch einige Aenderungen an ihr vor und jetzt wird also der Senat als solcher Gelegenheit erhalten, Stellung dazu zu nehmen. ; Die Bill berücksichtigt, wie schon er wähnt, alle die Punkte, welche der Präsident in seiner Botschaft anführte, allein sie ist nichts weniger als radikal. sondern läßt vielmehr den Eisenbahnen volle Gerechtigkeit widerfahren und gibt ihnen vollauf Gelegenheit, die Gerichte anzurufen, wenn sie ihr gutes Recht ge schmälert glauben. Die Bill schaff kein neues Tribunal für die Erledigung solcher Streitfälle, sondern sie erweitert die zwischenstaatliche HandelZkommls fion, welche in Zukunft auS sieben Mit gliedern bestehen soll. DaS Gehalt der Mitglieder'soll auf $10,000 erhöht wer den. Die Urheber der Bill gehe von dem Gedanken auS, daß das Gesetz, auf Grund dessen die zwischenstaatliche Handelskommisfion geschaffen wurde. in der Hautsache vollkomm ausreiche. Die neue Bill ist daher eigentlich nur als ein Amendement zu diesem Gesetz zu betrachten, welches sie in den Punk ten, wo es unzulänglich erscheint, er wettert und ergänzt. Von besonderer Wichtigkeit ist die Bestimmung, daß die Jurisdiktion der Kommission sich nur auf solche Fülle erstrecken soll, welche von Frachtkunden, die sich Übervortheil glauben, zu ihrer Kenntniß gebrach werden.. Die von der Kommisston fest gesetzte Frachtrate tritt nach Ablauf von dreißig Tagen in Kraft, eS fe denn, daß die betreffende Eisenbahn an die Bundesgerichte appellirt und diese die Rate der Kommisston für unbillig erklären, .in welchem Falle der Streit fall an die Kommission zurückgeht. DaK unsere Senatoren oder doch eine Mehrheit derselben nicht so dick fellkg find, wie man im Allgemeinen zu glauben pflegt, zeigte sich anläßlich der Ankündigung der Senats. Comite, re fpective der Ergänzungen und Modisi cationen. welche alle zwei Jahre durch dm Abgang alter utri den Eintritt

neuer Senatoren nöthig werden. Bur

on war bei der Arrangirung der Co mitePlätze übergangen worden. For mell war dies auf seinen eigenen An rag geschehen, thatsächlich fühlte fich das republikanische SteuerunggScomite sehr erleichtert durch diese von Burton ausgegangene Anregung, weil eine Mehrheit der republikanischen Senats ren kräftig befürwortete, man solle ihn ignoriren, weil sie mit ihm nicht? mehr zu thun haben wollten, und sein Ver bleiben als Senator trotz seiner Verur theilung ihnen als ein Brandmal er schien, welches dem Senate anhafte. Aber es war ihnen nicht daran gelegen, eine Scene zu machen, sondern sie wünschten, die Sache ohne -viel Gerede abzuthun, gerade, wie der Tod Mit chell'S officiell im Senate gar nicht cr wähnt worden ist, damit keine Contro verfe darüber entstehen solle, ob man die üblichen Leichenreden halten solle oder nicht. Die Demokraten waren indeß ande rer Ansicht. Sie legten eS darauf an, die Sache zum AuStrag zu bringen. und als bei der Verkündigung des Ko mltcS der Name Burton'S unerwähnt blieb, stellte Bailey eine Anfrage und brachte damit den BurtonFall vor den Senat. Senator Hale trachtete den Texaner dadurch zum Schweigen zu bringen, daß er demselben beistimmte, und lediglich im Vorbeigehen erwähnte, Burton selbst habe eö gewünscht, daß man ihm keine Komite Plätze zutheile. DaS genügte aber dem Texaner nicht. Er wies darauf hin, daß ein Senator entweder zu allen Privilegien berechtigt sei oder überhaupt von der Senatsliste gestrichen werden solle. Sei Burton so stark kompromittirt in den Augen oeS Senats, daß man ihn von dem Komite fortlasse, so solle er auS dem Senat auZgeftoßen werden. Die Ent schuldigung, daß man auf daS End urtheil des Gerichtes warten wolle, könne nicht als stichhaltig gelten. Der Senat selbst habe darüber zu entscheiden, wer als Mitglied der Kör Perschaft anerkannt werden solle; von einem Gericht könne man sich das nicht verschreiben lassen. Der Senat solle licht Verstecken spielen, sondern der delikaten Frage stramm entgegentreten. er Umstand, daß Burton noch immer Mitglied eL Senats sei, habe Anlaß dazu gegeben, daß der Senat auf den Bühnen der Mufikhallen als ein Kon tingent von GrafterS" dem Gespötte ausgesetzt werde. Dazu dürfe kein An laß gegeben werden, und eS fei keine wirkliche Rechtfertigung für derlei Schmähungen vorbanden. In der Hitze der Debatte platzten die Geister heftig aufeinander, die Re publikaner fühlten fich wohl manchmal qeneigt, die Demokraten als Dema gogen zu bezeichnen, und die Dcmokra ten hatten es häufig auf der Zunge, den Republikanern vorzuwerfen, fie seien die Kreaturen korporativer Hab sucht. Aber thatsächlich glaubt kein Senator, daß der Senat eine korrupte Körperschaft sei, weil in den letzten Jahren fünf Senatoren unter Krimi nalanklagen gestanden find. Senator Bailey nannte die Namen nicht, aber er meinte offenbar Brown (Utah), Quay, Dietrich, Mitchell und Burton. Im Laufe der Debatte nahm Teller Gelegenheit, einen barmherzigen Tribut der Freundschaft dem Andenken Mitqell'S, mit welchem ee befreundet gewesen, zu widmen, indem er erklärte. das Zeugniß von . Meineidigen und Dieben genüge ihm nicht, um die Schuld Mitchell'S für erwiesen zu hal ten. ES war offenbar Valley'S Zweck, die Burton'Frage vor den Senat zu bringen, um zu zeigen, daß man fich nicht etwa mit Burton stillschweigend identifizire; auf einen Antrag, Burton auSzuftoßen, war eS nicht abgesehen. So verlief fich denn die Debatte, nach dem diejenigen, - denen eö daran lag, fich ausgesprochen hatten, im Sande. und die ComiteArrangementS wurden alsdann ohne weiteres vom Senat ra tisicirt. Da das Zustandekommen eines neuen Handelsvertrages mit Deutschland vor dem 1. März, zu welcher Zeit der alte Vertrag erlischt, ausgeschlossen er scheint, ist Staatssekretär ' Root be. müht, ein temporäres Abkommen zu Stande zu bringen, um so dem Aus brechen eines Zollkrieges zwischen Deutschland und den Vereinigten Staa ten vorzubeugen. Er hat zu diesem Zwecke mit dem SchatzamtSSekretär conferirt, da es fich bei einem derarti gen Abkommen zum Theile 'um Modi ficirung gewisser, vom Schatzamte er lassener administrativer Regulationen für die Abschätzung importirter Waa ren handeln würde. Die hiksige Qd

miniftration und die deutsche Regierung find im Princip einverstanden, ein der

artiges neues Abkommen abzuschließen. aber hinsichtlich der Einzelheiten sind die Verhandlungen noch im Gange. Die deutschen Exporteure und gleich zeitig natürlich auch die amerikanischen Importeure deutscher Artikel sind be sonders daran interesstrt daß gewisse Modifikationen? der hierzulande in Kraft befindlichen Zollregulationen und der Instruktionen an die amerikani schen Konsularbeamten im Auslande, betreffend die Abschätzung' der von Deutschland nach den Ver. Staaten exportirten Waaren vorgenommen wor den. Die Machtbefugnisse der hiesigen AppraiserS, WerthabfchStzungen impor tirter Waaren betreffend, sind geradezu sonverain. Die kümmern sich nicht um die in den ConnoissementS angegebenen Schätzwerthe, selbst wenn diese "on amerikanischen Konsuln im Auslande beglaubigt sind, sondern folgen ihrem eigenen Urtheil, welches fich ' häufig. wenn nicht in den meisten Füllen auf die Angaben von Konkurrenten des Importeurs stützt. Daß unter solchen Umständen oft , genug sehr willkürliche Abschätzungen zu Stande kommen, läßt sich begreifen. Die AppraiserS find überdies laut administrativer Verfü auna nicht gehalten. Gründe für die höhere Abschätzung anzugeben. Wie ein revolutionäres Blatt ge druckt wird. Ein Bericht aus Ct. Petersburg schildert einen Besuch revolutionärer Airbeiter in der Drucknei der Nowoje Wremja". der trotz des bitteren Ernstes der Situation einen humoristischen Anstrich hat. Natürlich ist das ungenierte Vorgehen der Arveiier vom Standpunkte bürgerlicher Nechtsanschaung aus nicht zu billigen; aber als ein Bild aus der Wrdezeit des neuen Nußlands verdient die von i:m bekannten Herrn Suworin geschilderte Szene verzeichnet zu werden. Es ist de: 19. November. 9 Uhr Abends. Die -Druckerei der Nowoje Wremja" ist des Streikes wegen geschloffen', nur drei Arbeiter sind an der elektrischen Station beschäftigt. Zu--fällig erscheint der Verwalte? der Druckerei, Herr Bogdanow. um einige An Ordnungen für den nächsten Tag zu treffen. Fast zu gleicher Zeit erschein! eine Gruppe junger Leute und erklärt dem Pförtner, sie müßte den Verwalter sprechen. Bogdanow bittet di: späten Besucher in sein Bureau und wird aufgefordert, alle Zeugen zu cntfcrrlen. Nach einigem Hin- und Herreden geschicht es. Kaltblütig erklärten nun die Eindringlinge, daß sie beabsichtigten, die Nummer 7 der Jswestijä" in der Druckerei des Herrn Suworin zu drucken. Herr Vozdanow erklärte ihnen, er könne über fremden Besitz nicht verfügen und woll: mit seinem Arbeitgeber Rucksprache nehmen. Sie verlassen mit keinem Schritt das Bureau, tont es ihm entgegen. ' Man richtet die Nevolver auf ihn und erlaubt ihm dann gnädigst, mit seinem Chef per Telephon zu sprechen; doch wird chm befohlen, kem ..unnützes Wort zu sagen. Es stellt sich heraus. daß Herr Suworin nicht erscheinen kann. Zufällig befindet sich der Redakteur Holstein in der Redaktion, und er erhält von Herrn Suworin den telephoniscbn Auftrag, an seiner Stelle mit den Unbekannten zu verhandeln. Die Redaktion befindet sich schrägüber der Druckerei. Als Herr Holstein 'die dunkle Straße überschreitet, bemerkt er etwa 80 Männer vor der Druckerei. Im Bureau angelangt, fragt er nach dem Beaehr der mngen Leute. Unter Berufung auf einen Befehl des Rathes der Arbeiterdeputirten wiederholen sie lakonisch die Herrn Bogdanow gemachte Mittheilung. Auch Herr Holstein erklärt, daß er sich nicht für erechtigt halte, über fremden Besitz zu verfügen, und will das Lokal verlassen. Man stellt sich ihm in den Weg; cr sagt, daß er bewaffnet sei. Auch wir verfugen über Revolver, wird ihm er widert. Es ist nichts zu machen, er muß im Bureau bleiben. Um Hilfe konnte nicht geruftn werden, da um Telephon und an allen Msgangen Posten mit Waffen standen. Herr Holstein mußte also gute Miene zum bösen Spiel machcn. Während er sich mit seinen Wachtern gemüthlich" über den Streik und andere Tagesereignisse unterhält. wird es in der Druckerei lebendig. Bor die Schriftkästen stellen sich etwa 30 Setzer und beginnen mit der Arbeit. Aus dem Lagerraum werden di: zum Druck von etwa 50.000 Exemplaren erforderlichen Papierballen geholt. Das geschäftige Treiben währte die ganze Nacht: der Satz wurde erst um G Uhr Morgens beendet. Um 11 Uhr Vor mittags ist man mit dem Druck fertig: dann erscheinen Fuhrwerke, auf welche die Ballen fertiger Zeitungen aeleoi werden. Die Polizei erfuhr d:n Vorfall erst am nächsten Tage, als die ungebetenen Gäste sich schon in alle Winde 'zerstreut hatten, um in ' der nächsten Nacht in einer anderen Druckerei ebenso plötzlich aufzutauchen und mit fremden Maschinen und fremdem 'Paprer die große Auflage ihres Qrgans in billigstem Versahren herzustel len.

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Eugenie Büffet, die bekannte Pariser Caf6-Conzertsängerin trat kürzllch in Berlin zum ersten Male, vor geladenem Publikum au, Madame Büffet trug zuerst, in die Bluse der Pariser Arbeiterin gekleidet, die allerdings mit zahlreichen Orden geschmückt war, die Lieder vor, die sie in Paris in den Höftn gesungen hat und mit denen sie auch in Berlin eine Straßentournee machen will, insbesonder? das Lied von Jenny l'ouvriöre und die in Paris populäre Serenade du Pave. Während des Singens ging sie im Saale auf und ab und nöthigte das Publikum, in die Refrains einzustimmen. Dieses fand die Lieder. fowie die ganze Veranstaltung äußerst amüsant und applaudirte lebhaft. Später trat Eugenie Büffet in eleganter Robe auf's Podium und sang einige moderne Pariser Chan sons. Die Schönhert einiger dieser Lieder, ihre freiheitliche Tendenz und die dramatische :raft. mit der Madame Büffet sie vortrug, rissen das Pub likum zu enthusiastischem Beifall hin. Dm größten Erfolg hatten die kurze, aber so eindrucksvolle Hymne auf die Arbeit von Xavier Privat und das Lied von den Glocken der versunkenen Stadt, die eines Tages auferstehen und das Tedeum der Freiheit und Brüderlichkeit läuten werden. Ominös. Graf (im Laufe der Unterhalung mit der Gattin eines Freundes und deren Schwester, zu letzterer): Gnädiges Fräulein, an Ihrer Seite würde ich sofort, eine Fahrt durch's Leben wagen!" Baronesse: Aber erwägen Durchlaucht dabei auch, daß wir uns eben im Au. genblick an einem Scheideweg befinden?" I,n Sokvräu. 'Also, mein Kind, 'raus mit der Färb'! Wie heißt Dein heimlicher Verehrer?" Herbert Baier heißt er. Vater!" Hm. also HB! . I . Ein sympathischer Name!"

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