Indiana Tribüne, Volume 29, Number 105, Indianapolis, Marion County, 26 December 1905 — Page 6
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Europäische Nachrichten. Vvknz 'Nrcrnöenvurg. ' I erlin. PolizeidZrektor Hermann Lange ist im Alter von 86 Jahren in seiner Wohnung Prinzenstraße 49 gestarben. Mit Kleesalz vergiftet hat sick die Krankenpflegerin Wittwe Martha Bertram,, geb. 5zoltz, die Tochter einer Rentnerin aus der Waldenserstratze. Sie war Dem Trunk ergeben und lebensiiberdrüssig. Vor Kurzem hat das 21jährige, bei einer Herrschaft im Hause Teltowerstraße 37 thätige Dienstmädchen Auguste Beyer in ihrer Kammer einem Kinde weiblichen Geschlechts das Leben gegeben und es unmittelbar nach der Geburt aus Furcht vor Schande mit einer Zuckerschnür erdrosselt. Die Leiche steckte sie in den Ascheb?hälter des in der Küche stehenden Bratofens. Nach der Entdeckung der That wurde die Leiche nach dem Schauhause, die Veyer als Polizeigefanccne mittels Krankentransportwagens nach der Charite gebracht. Letztens gerieth der 80 Jahre alte Kaufmann Samuel Adler am Großen Stern beim Ueberschreiten des Fahrdamms der Charlottenburger Chaussee unter eine Automobildroschke und wurde überfahren. Die Räder oingen ihm über die Brust und derl?tzten irrn so schwer, daß er bald nach s-'ner Aufnahme im Krankenhause Moabit starb. In den Ruhestand treten ist nach 38jähriger Dienstzeit der Verwaltungssekretär der Klinik, Kanleirath Christmann, Veteran der Feldzllge von 1864, 1866 und 1870 71. An seine Stelle wurve der bisherige Bureauassistent Kaspar Holl zum Vcrwaltunossekretär ernannt. Potsdam. Der Generaloberarzt a. D. Dr. Hugo König ist verstorben. Auf dem Kasernenhof des 3. Ulanenregiments hat sich ein bedauerlicher Unfall ereignet. Der 13jährige Gemeindeschülcr Gustav Trenne hatte durch seine Schwester, die Frau eines Vicewachtmeisters, Zutritt zum Käsernenhof gefunden und vertrieb sich seine Seit damit, mit einem kleinen Mäd-
chen Höhlen und Tunnels in "einen Sandhügel zu graben. Der eine unnel war so groß, daß der Knabe hindurchzukriechen versuchte. In der Mitte des Tunnels brach der Sand in siZ au sammen und verschüttete den Knaben, der später als Leiche aus dem Sand herausgezogen wurde. Finsterwalde. 2cr nenor Richter an der Luckaer Mädchenschule, welcher noch in vollster körperlicher und aeistiaer ftrifcfie seines schönen Beru fes waltet, und welcher jedenfalls der Altmeister, der qegenwartlgen preulfchen Lehrerschaft fein dürfte, hatte kürzlich eine 60jährige Thätigkeit als Lebrer m verzeichnen. Schönet) erg. Ein schwerer Schicksalsschlag hat die hier wohnende Familie des Schriftstellers Dr. Mllffelmann ereilt. Der neunzehnjährige Sohn des Dr. Müffelmann, der in einem hiesigenDroguenengrosgeschäft als Handlungsgehilfe thätig " war, unterhielt ein Liebesverhältniß mit einem vierzehnjährigen Mädchen. Vor Kurzem"wurde der junge Mann unter Vergiftungserscheinungen auf der Straße bewußtlos aufgefunden; bald darauf trat der Tod ein. Ueber die Motive zum Selbstmord war Bestimmtes nicht festzustellen. S t e g l i tz. Auf der hiesigen Rennbahn stürzte Dunkel, der Schrittmacher des Berliner Fahrers Bruno Demke, im Nenntempo durch Pneumatikd:fekt des Motorrades. Der Gestürzte ist den erlittenen Verletzungen nach kurzer Zeit erlegen. Tempelhof. Die in der Berlinerstraße 71 wohnende 82jährige Polizeibeamtenwittwe Emilie Pflumm wollte sich mit der brennenden Petroleunllampe von dem Wohnzimmer nach der Küche begeben, glitt jedoch aus, und die Lampe entfiel ihren Händen. Das aus. dem Bassin auslaufende Petroleum entzündete sich und setzte die Kleidung der Greisin in Flammen. Frau Pflumm hat am ganzen Körper schwere Brandwunden erlitten und starb bald darauf im Krankenhause zu Britz. Provinz Ostpreußen. Königsberg. Sein 25jähriges Jubiläum als Mitglied der hiesigen Töpferinnung feierte Töpfermeister Fritz Petukat. . Kowallick. Beim Umzüge des Lehrers Lucka von hier nach Flammberg, Kreis Ortelsburg, saß der Wirth Krischick aus Flammberg auf dem beladenen Wagen und hatte die Leine um den Hals gehängt. Währenddessen löste sich unten am Wagen eine Radkapsel und das Rad glitt von der Ach-, se. Die Pferde wmde scheu. Krischick fiel unter den Wagen, kam unter die Achse zu liegen und wurde ein ganzes Stück auf der Chaussee geschleift. Mit zerschundenem Gesichte und innerliehen Verletzungen wurde Krischick nach Hause gebracht. L y ck. Die Kaufmannswittwe Augusie Manko, die sich gegen die Anklage u verantworten hatte, ihren ersten Mann Gustav Zeisig im Jahre 1393 durch Beibringung von Arsenik ermordet zu haben, wurde freigesprochen, nachdem die Geschworenen die Schuldfrage verneint hatten. N i k o l a i k e n. Vor einiger Zeit ereignete sich in der Blaske'schen Familie ein schwerer Unglücksfall. Das dreijährige Töchterchen, da ohne Aufficht zu Hause gelassen wurde, kam dem im Heerde brennenden Feuer zu nahe.
Das Kleidchen fing an zu brennen, und bald stand das Kind in hellen Flammen. Das Gericht, der Rücken, Brust und Leib des Kindes zeigten schreckttcbe Brandwunden. ' P i l l u p ö n e n. Letztens heizten die beiden erwachsenes Kinder des Kaufmanns Brommecker ihr Stübchen ein. Im Laufe der Nacht entwickelten sicb Kohlengase, durch die die Schwestern vergiftet wurden. Die eine ist todt, die andere konnte gerettet werden. Q u e d n a u. Dieser Tage beging der seit einer Reihe von Jahren hier amtirende Geistliche Superintendent Diekmann das Fest seiner silbernen Hochzeit. . . S k a i s g i r r t n. Der Arbeiter Geduhn von hier wurde mit. abgerissenen Gliedmaßen auf dem Bahngeleise der Königsberg-Tilsiter - Bahn bei der hiesigen Station aufgefunden. Wie der Mann, auf das Bahngeleise und um sein Leben gekommen ist, konnte nicht festgestellt werden. M o r e l l e n. Lehrer Szyperrck konnte vor Kurzem sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum feiern. Der Jubilar ist 42 Jahre auf seiner jetzigen Stelle und gedenkt, da er noch in seltener Frische und Rüstigkeit dasteht, auch ferner seines Amtes zu walten. 'Arovittz Westpreußen. Danzig. Dem Domänenpächter Alfons Wächter zu Bresin im Regierungsbezirk Danzig ist der Charakter Königlicher Oberamtmann" verliehen worden. Alt mark. In ihren Betten todt aufgefunden wurden der pensionirte katholische Lehrer Klonowski und seine Ehefrau. Sie waren an Kohlendunst erstickt. Der alte Herr war lange Iahre hier Lehrer und Organist, erstellte sich bei Alt und Jung einer großen Jeliebtheit und versah noch vertretungsweise die Geschäfte des hiesigen AmtsVorstehers. Seine 52 Jahre alte Ehefrau war seine dritte Gattin und ihm erst vor Kurzem angetraut. Deutsch- Krone. Das 50jährige Berufsjubiläum des Buchdrückereibesitzers Franz Garms brachte diesem sehr viele Beweise ehrender Theilnähme. Von dem Deutschen Buchdruckerverein in Leipzig erhielt er ein kunstvoll ausgeführtes Diplom. Ho h e n st e i n. Letztens wurde der Hierselbst stationirte Hilfsbremser Friedrich Müller von einem von Danzig eintreffenden Güterzuge erfaßt und er erlitt so schwere Verletzungen an Beinen, Armen ' und Kopf, daß er in bewußtlosem Zustande in ein Krankenhaus in Dirschau gebracht wurde. K r o j a n k e. Lehrer Waldheim von hier beging kürzlich sein 25jähriges Amtsjubiläum. Das Lehrerkollegium, der Lehrer- und der Musikverein überreichten unter Ansprachen dem Jubilar
eine Uhr, einen Teppich und ein BierService. Marienwerder. Gestütsdirektor Rittmeister a. D. v. Rauch ist kürzlich in Petzma bei Templm in der Uckermark gestorben; er verunglückte so schwer, daß er gleich darauf verschied. Es handelt sich um einen Unfall bei der Jagd. Neu mark. Die Landshutsche Schneidemühle stand in Flammen und wurde in kurzer Zeit vollständig eingeäschert. Schönlanke. Lumpensammler Wilhelm Berndt aus Karolina wurde auf dem Wege von hier nach Richlich todt aufgefunden. Da äußere Verletzungen nicht vorhanden, so daß ein Verbrechen ausgeschlossen erscheint, neigt man zu der Annahme, daß der Verstorbene unterwegs eingeschlafen und infolge des starken Regens erstarrt ist. Tieaenhof. Lehrer Schulz aus Neimerswald feierte sein 25jähriges Amtsjubiläum. 20 Jahre wirkt er in seinem jetzigen Woynorte mit großem Erfolge und ist von der Schulgemeinde in den Schulvorstand, von der Kirchengemeinde in die Gemeindevertretung der Kirche gewählt worden. Frovinz Fonrmern. Stettin. Die in dem nahen Bredow wohnhaften Fahrenholz'schen Eheleute feierten das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Pastor Gudopp segnete das Jubelpaar noch einmal ein und überreichte demselben gleichzeitig das Gnadengeschenk. . D o m i n k e. Der Arbeiter Heinr. Rahn, welcher in der hiesigen Brennerei beschäftigt wurde, war vor einiger. Zeit im Begriff, .eme Treppe zum G'ährraum herabzusteigen, um dort eine, Arbeit zu verrichten. Rahn glitt aber auf der Treppe aus, stürzte hinunter und brach das Genick; er war sofort todt. Gotzlow. Beim hiesigen BahnHofe versuchte 'der Arbeiter August Zimmermann aus Stolzenhagen das Geleise zu überschreiten, obwohl die Schranken bereits geschlossen waren, weil das Einlaufen eines Zuges erwartet wurde. Kaum hatte der Mann den Bahnkörper betreten, als auch schon der Zug h'eranbrauste, ihn erfaßte und zu Boden schleuderte. Hierbei wurde dem Unvorsichtigen der rechte Unterschenkel abgefahren, der linke Arm zertrümmert und außerdem -ein Schadelbruch zugefügt. Der hin'zugerufene Arzt veranlaßte die Ueberfübruna des Verletzten in das Johanniter - Krankenhaus in Züllchow, wo nach kurzer Zeit der Tod eintrat. K o l b e r j. Vor einiger Zeit wurden der Fischer und Eigenthümer WilHelm Schwerdtfeger und der Arbeiter August Liergutz wegen Trunkenheit in
Polizeigewahrfam genommen. Inder gemeinsamen Zelle vertrugen sich bis beiden Trunkenen sehr schlecht. Schwerdtfeger richtete den Viergutz schrecklich zu, riß ihm u. a. auch den langen Vollbart voliständig aus, so daß Viergutz nach dem Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er an den erhaltenen Verletzungen verstarb. Schwerdtfeger wurde in Haft genom men. Lupowske. Arbeiter Wilhelm Albrecht hatte sein ganzes Geld im Kartenspiel verloren, und da er die Vorwürfe seiner Frau fürchtete, brachte er sich zwei .Schüsse in Brust und Schläfe bei. Zum Glück sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. ' Rathsdamnitz. Vor kurzem wurden die Wirthschaftsgebäude des Hofbesitzers Albert Bay und der Witl. we Bay durch Feuer eingeäschert. Viele Geräthe und beträchtliche Erntevorrathe sind mitverbrannt. Rummelsburg. Die Liederta fel hat ihren früheren Dirigenten.Lehrer A. Gießmann, der den Verein über 25 Jahre geleitet hat, zum Ehrenmitglied ernannt. Swinemünde Während die Frau des Schiffszimmermanns Johann Meyer den hiesigen Jahrmarkt besuchte, hatte sich der kleine sechsjährige Sohn Willi mit einem kleinen Handwagen nach der Fähre zu aufgemacht, um die Ankunft der Mutter zu erwarten. Er muß nun wohl am Wasser gespielt haben und ist dabei in die Swine gefallen und ertrunken. Arovinz Schreswig-Löorstein. Rendsburg. Letztens verunglückte der Weichensteller Hansen beim Rangiren eines Zuges auf dem nahen Kleinbahnhof Hohenwestedt. Hansen stand auf der sich bewegenden Maschine auf dem Trittbrett, sprang herunter und lief derselben voraus, um eine Weiche herumzuwerfen. "Dabei stolperte er, fiel in's Geleise und die Maschine quetschte ihm den Kopf, so daß der Tod sofort eintrat. A g g e r f e l d. Letztens brannte das Wirthschaftsgewese des Landmanns Lorenz Matzen bis auf die Grundmauern nieder. - Apenrade. Ziegeleiarbeiter Clausen hatte sich vor kurzem unbedeutend am Daumen geritzt; nach kurzer Zeit zeigte sich Blutvergiftung und bald darauf ist er gestorben. Die Familie des strebsamen Mannes wird schwer betroffen, im vorigen Jahre starb ein Sohn ebenfalls an Blutvergiftung, während gleichzeitig ein anderer Sohn tuf der See umkam. G l ü ck st a d t. Die älteste Person unserer Stadt ist dieser Tage gestorben; es ist dies die Frau Wedel, die im Bürgerstift ihrenLebensavenv befchlofsen und ein Alter von 97 Jahren erreicht hat. I tz e h o e. Unter großer Betheiligung wurde unlängst die Bismarcksäule mit einer Ansprache des Wirkl. Geheimraths Grafen Reventlow und einer Weiherede des Landraths Pahlke eröffnet. Ostenfeld. Lehrer Thiesen erhielt bei seinem Eintritt in den Ruhestand den Adler der Inhaber des Hohenzollernschen Hausordens. Münsterdorf. Dem GemeindeVorsteher Hauschildt wurde bei feinem Scheiden aus dem Amte, das er 35 Jahre lang ' zur Zufriedenheit seiner Gemeinde verwaltet hat, von den Eingesessenen des Orts eine Ehrung in Form eines Fackelzuges, dem ein Kommers folgte, zutheil. R o st o r f. Dieser Tage begingen die Eheleute Maurer. Klaus Ohlsen und Frau, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. S a t r u p. Die älteste Einwohnerin Angelns und wohl der Provinz, die Wittwe Meta Christine Paulsen von hier, ist nunmehr im 104. Lebensjahre entschlafen. T o n d e r n. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich auf dem hiesigen alten Bahnhofe. Die Tochter des KlempnermeistersLorenzen Nielsen aus Westerland auf Sylt kam in Begleitung einer Freundin von Oldesloe mit dem Zuge hier an, um in die Heimath zurückzukehren. Aus Versehen stieg sie aus dem Wagen. Als sie wieder einsteigen wollte, war der Zug bereits in Bewegung. Sie glitt vom Trittbrett und gerieth unter die Räder. Hierbei wurde ihr das linke Bein und der rechte Fuß vom Körper getrennt, sowie ein Arm schwer verlent. Wanken do? f. Drei goldene Hochzeiten konnten kürzlich hier,begangen werden. Und zwar feierten die Ehepaare Altentheiler Arp, Arbeiter I. D. Lütjohann und Arbeiter Johann Lütjohann das Fest. Die Ehemänner sind alle drei Kampfgenossen von 1843 1851. ' -
Strohgeflechte z u reinigen. Man wäscht sie rein mit Sei-fen-und Laugenwasser und schwefelt sie in noch feuchtem Zustande. Dazu verwendet man ein Faß oder einen Kasten und bringt den Gegenstand, welchen man schwefeln will, auf ein Netz, oder mittelst Schnüre oder Stangen in den oberen Theil des Fasses, dann stellt man auf .den Boden des Fasses eine Schüssel mit Schwefel, zündet letzteren an, verschließt das Faß und Lffnet es erst wieder, wmji der Schwefel längere Zeit zu bunten aufgehört hat. Damit die Geflechte nicht zu stark erhitzt werden und nicht verbren nen, müssen sie hoch genug über dem Schwefel angebracht werden.
Das ZZfuwad in Hdessa. Ueber die entsetzlichen Metzeleien, die in den ersten Tagen des November 1905 in Odessa im russischen Gouvcrnement Cherson verübt wurden, werden jetzt von einem dortigen Berichterstatter niedergelegte Einzelheiten bekannt. Am 31. Oktober, nach dem Erscheinen des Zarenmanifestes, zog eine Volksmenge vor das Amtsgebäude des Stadthauptmanns Neidgard und verlangte unter Jubelrufen die Freigabe der politischen Gefangenen. Kreidebleich 'und kniezitternd trat Neidgard auf den Balkon hinaus und versprach alles, was man wollte; als er dann in's Zimmer zurückkehrte, sagte er: Die Leute werden an mich denken!" und Zwei Stunden später begann die Polizei, unterstützt von den Militärs, die' Massakres, bei denen, gegen 5000 Menschen ermordet und 10.000 'verwundet wurden. Ein Bild für die bestialische 'Grausamkeit, die dabei zum Vorschein kam. dürften die nachbeschriebenen Episoden bieten: Ein junger Student Namens Eisenberg warf sich .in dem Hause, wo er wohnte, den eindringenden Soldaten entgegen und suchte sie von der Wohnung eines armen Schneiders abzuhalten. Darauf zerrten ihn die Soldaten auf die Straße und zerfleischten ihn dort buchstäblich mit ihren Bajonetten. Als seine Eltern, die mit vor das Hausthot hinausgestürzt waren, bei diesem schrecklichen Anblick zu jam mern begannen, schrie der Offizier deZ Detachements, zu dem die Soldaten gehörten: Sie zerreißen einem die Ohren mit dem Geschrei!" und gab den Befehl, mit aller Wucht zu trommeln, um das Jammern der alten Leute zu übertäuben. Ein Polizeikommissär telephonirte nach einer außerhalb Odessas gelegenen Brauerei, die Arbeiter derselben möchten sofort in die Stadt kommen, da die Andersgläubigen die Orthodoxen hinschlachteten. Auf dem Wege erwartete er die Arbeiter, vertheilte unter sie Revolver und sagte: Brüder! rasch, macht ein Ende mit den Hunden, Ihr könnt jeder in ein paar Stunden Hunderte von Rubeln verdienen. Der Offizier Kakowlaw, der an der Spitze feiner Patrouille durch die Straßen zog, sah, wie Kosaken ein Geschäft plünderten. Er befahl seiner Mannschaft, in die Kosaken zu schießen. Dafür ließ ihn der Kommandant verhaften. Eine Obsthändlerin flüchtete sich mit ihren drei kleinen Kindern in den Keller; ein Rowdy drang ein und nahm ihr acht Rubel ab; darauf bekam sie eine Nummer. Zehn Minuten später kam ein zweiter Rowdy und forderte ebenfalls Geld; als sie alles weggegeben zu haben erklärte, fordert? er eine Bestätigung dafür, und als er die Nummer in ihrer Hand sah, ließ er sie am Leben. Gegenüber der Kosakenkaserne hatte ein Schneider einen Laden, der von Soldaten geplündert wurde. Dieselben zogen die Pelze, die der Schneider dort hängen, hatte an und gingen unter dem Schutze ihrer Offiziere ruhig ihrer Wege. . Gegen Bestechung wurden Geschäfte von der Polizei geschont, respektive mit besonderen Zeichen an den Thüren und Fensterauslagen versehen, und wenn die Offiziere diese Zeichen erblickten, gaben sie den Befehl, weiter zu ziehm und andere Läden zu plündern. Zwischen den Greuelthaten waren jedoch auch Thaten zu konstatiren, die von Mannhaftigkeit und Edelmuth zeugten. Ein Offizier, der mit seinem Truvpentheil durch die Straßen marschirte, erblickte hinter einem Hausthore mehrere arme, junge Leute, die sich dorthin vor den Verfolgern geflüchtet hatten. Er gab ihnen sein Ehrenwort, daß er sie unter seinem Schutze an ihren Bestimmungsort 'begleiten wolle. Unterwegs begegnete er einem zweiten, ebenfalls einen Trupp führenden Offizier, der die Auslieferung der jungen ' Leute . verlangte, widrigenfalls er schießen zu lassen drohte. Ohne zu überlegen, zog darauf der erstere den Revolver und erklärte, anlegend: Dich schieße ich zuerst nieder, wenn ihnen ein Haar gekrümmt wird." und den Revolver auf den anderen gerichtet, stand er so lange da, bis sein Detachement mit den jungen Leuten vorübergezogen war. Als das städtische Spital bereits ganz von Verwundeten, und zwar zumeist Juden, überfüllt war, erklärte das dienende Personal, es wolle nicht mehr arbeiten, weil die meisten Juden seien. Der Direktor Dr. Sabanjejew wendete sich darauf an einen der Diener mit den Worten: Also nimm diesen Juden da, trage ihn in den Hof und todte ihn." Der Diener antwortete betroffen: Das thue ich nicht." und ebenso jeder andere, an den sich der Direktor mit der gleichen Aufforderung wendete. Daraufhin richtete Sabanjejew an die Leu.e endlich die Frage, warum sie den Juden ihre Hilfe verweigern wollten, worauf er zur Antwort bekam, die Polizei habe ihnen mittheilen lassen, daß sämmtliche ruf-sisch-orthodoxen Angestellten im jüdisehen Spital vergiftet worden seien! Darauf entschloß sich Sabanjejew, seine gesammtc Dienerschaft noch an demselben Tage partienweise, und zwar persönlich, in's jüdische, Spital zu führen, wo sie sich durch Augenschein von der Unsinnigkeit der schreck-
lichen Verleumdung überzeugten. Alle ihre Genossen wurden gesund und heil befunden,' und am Abend Warnas gesammte Personal des städtischen Spitals wieder in voller Thätigkeit. Nach den Metzeleien ließ der Stadthauptmann Neidgard, der seitdem feii nes Postens enthoben worden ist, dxe Redakteure der Odessaer Zeitungen $u sich bescheiden und sagte ihnen folgendes: Ich höre. Sie wollen die Wahrheit über die bei uns vorgefallenen Massakres veröffentlichen. Nach dem Zarenmanifest kann ich Ihnen dies nicht verbieten. Es diene ihnen aber zur Richtschnur, daß die Polizei und das Militär das als Beleidigung betrachten werden, und dann wäre ein neues Blutbad, das noch viel mehr Opfer fordern würde, nicht zu v:rmeiden." So entschlossen sich die Redakteure, an die Spitze der Zeitungen einfach nur die schrecklichen Worte zu setzen:. Wir sind gezwungen, über die Vorgänge zu schweigen ' Wohlhabender Nlcptomane. , ' Von einem unwiderstehbaren Drangi zu Diebstählen wird der Polsterer Schäfer aus Barmen, Rheinprovinz, jedesmal befangen, wenn er Badeanstalten betritt. Diese Ansicht fuchte der Vertheidiger Schäfers jüngsthin vor der Strafkammer zu begründen. Schäfer lebt in guten Verhältnissen. Er bentzt ein Haus im Werthe von 35,000 Mark, das mit 24,000 Mark belastet ist; zudem hat er ein Baarvermögen von 11.000 Mark. Sein Beruf brachte ihn in zahllose Häuser. Niemals war auch nur der Verdacht, entstanden, daß er sich dort etwas rechtswidrig angeeignet haben könnte. Sobald Schäfer aber in Badeanstalten kam, drängte ihn, wie er seinem Vertheidiger erklärte, ein unwiderstehlicher Trieb, die Taschen anderer Badegäste zu untersuchen. Zweimal war er dabei abgefaßt und zu sieben und neun Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Im letzten Sommer erwischte man ihn wieder in der Barmer Badeanstalt, als er einem Badenden ein Geldtäschchen mit 141 Mark gestohlen hatte. Da kurz zuvor andern Besuchern der Badeanstatt Geldbeträge entwendet worden waren, sagte der Inspektor der Badeanstalt Schäfer auch die übrigen Diebstähle auf den Kopf zu. Schäfer bat, man möge ihn nicht anzeigen, er wolle alles ersetzen. Vor der Strafkamer. beantragte der Staatsanwalt wegen Diebstahls im Rückfalle zwei. Jahre Zuchthaus. Das Gericht sah noch einmal von Zuchthausstrafe ab und erkannte auf 18 Monate Gefängniß. Alte Cigarren. Reuben Kleinert, ein Tabakpflanzer von Verks County. Pa., hatte 18.000 Cigarren seit dem Jahre 1862 in seinem Keller liegen lassen. Er hätte die Cigarren jederzeit mit Profit verkaufen können, wenn er nur die nöthigen Stempelmarken hätte anschaffen wolfen. Da Kleinert jedoch vollkommen überzeugt war, daß die Regierung kein Recht habe, ihn für die Herstellung von Cigarren aus selbstgepflanztem Tabak zu besteuern, weigerte er sich konstant. Onkel Sam den verlangten Tribut zu entrichten. Solange er die Cigarren nicht verkaufte, konnte er natürlich zur Bezahlung der Steuer nicht gezwungen werden. Als Kleinert vor etlichen Monaten starb, ersuchte die Wittwe das Departement des Inneren in Washington. D. C., um die Erlaubniß, die Steuer zu' bezahlen und die Cigarren loszuschlagen. Ein Inspektor würd: beauftragt, den Fall zu untersuchen, und auf feinen Bericht hin wurde das Gesuch der Frau bewilligt. Der Einfluß der Juden auf Ceylon war im 5. Jahrhundert ' ' nach ihrer Einwanderung, welche aus die Zeit der' Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch Titus zurückdatiren soll, so groß geworden, daß ihnen einer der Könige von Malabar ein eigenes Fürstenthum abtrat, und ihren Führer Joseph Rabban zum Fürsien erhob. Studirende Frauen in Finnland. An der einzigen Universität Finnlands, Helsingfors, sind mehr als 25 Prozent der Studirendcn . Frauen. Die Mehrzahl der Frauen vollendet das Studium allerdings nicht, sondern es sind etwa 12 Prozent, .die eine Prüfung in irgend einer Fakultät ablegen. Die meisten Frauen,. . die das Studium vollenden, sind Medizinerinnen und werden von den Ge- ' meinden mit Vorliebe als Kranken-haus-und Armenärzte bevorzugt. - In dem gesammten finnischen Lehrpersonal sind -die Frauen mit 40 Prozent vertreten; sie unterrichten sowohl Knalen wie Mädchen. Den Titel Admiral verdanken wir durch Vermittlung der Franzosen und Spanier den Arabern. Diese nannten den Befehlsbaber des Meeres amir(gleich Emir)-ulma" oder amir-al-bahr woraus die Spanier unter Verkennung der Bedeutung des al das , den zweiten Fall bezeichnet, almiraje de la mar" und die Franzofen zuerst ..admiral." dann amiral" machten. ' -. In der ScttMvttotlte!!. Zofe: Bitte einen Roman für meine Gnädige." V uchhändler: Wie ist wohl deren Geschmack?" Zofe: O. für die können Sie un.bedenklich Bedenkliches aeben
