Indiana Tribüne, Volume 29, Number 104, Indianapolis, Marion County, 23 December 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 23 Dezember 1005

Eine gcsalzrlicho fas)rt. Erinnerungrn eines esrcnzbeamtcn, von ZZsK pamm.

?Schlssß'.) . Jetzt waren wir an verleiben steue .'gelangt, wo ich d!e Begegnung mit m Fremden gehabt hatte; aufmerlum blickte ich umher es war kein Lernt zu hören, nichts zu spüren. Still ragten die schneebedeckten Föhren in die Luft, ein feiner, schneidender, wie auS spitzen Eisnadeln bestehender 'Flocken regen begann indessen niederzugehen; sorgfältiger hüllte ich meine Gefährtin ein, und dann bogen wir in die Straße nach C., die sich van der Waldchaussee abzweigte. Wirmochten etwa weitere fünf Minuten auf der jetzt völlig eben laufenden Strecke in ungeminderter Schnelligfeit dahingefahren sein, als wir hinter uns Schellengeklingel vernahmen. Es waren offenbar die Schlitten, in denen die Bergbeamten heraneilten. Aber auch vor uns klang es erst ganz leise aus der Ferne, als wenn ein Gefährt nahte; deutsch und deutlicher wurde jetzt das Geläute. Ich lieb meinem Pferde uneingeschränkte Zügelfreiheit, und wie im Fluge sausten wir dahin. Jetzt ein lauter Ruf vor uns, die wir die Straße nur eine kurze Strecke überschauen konnten, da der Weg wieder eine Biegung machte, dann ein scharfer Knall und da kam ein Schlitten um die Ecke herangesaust. Marie war zitternd neben mir die Höhe gefahren; ich hatte noch die Geistesgegenwart, mein Pferd herumzureißen, sonst wären die beiden Schlitten an einander geprallt. So aber wurde ein Zusammenstoß noch glücklich vermieden. Wir erkannten in dem Insassen des vorbeivassirten Gefährtes den vienoanten, und aus unser lautes Anrufen brachte es diese? fertig, einige hundert Schritte hinter uns "sein schweißtriefendes, schäumendes Thier anzuhalten. Wir eilten, den Standort desso sehnsüchtig Erwarteten zu erreichen, und mit einem Freudenschrei sank Marie an die Brust ihres Vaters. Ich trat langsam hinzu und reichte dem alten Manne, der sich offenbar in hochgradiger Ausregung befand er war barhäuptig und feine Züge wiesen den Ausdruck großer Verstörtheit und tiefer seelischer Erregung auf die Hand zur Begrüßung. Er drückte sie kräftig und meinte: Das war kein Spaß, diese Fahrt! Na, Gott sei Dank, es ist ja noch Alles gut abgclaufen, aber vergessen werde ich diese letzten zehn Minuten nie!" Inzwischen kamen die beiden Schlitten vom Bergamte heran, und mit frohem Hurrah feierte man das Wieversehen mit dem wackeren Braun, bezüglich dessen Schicksal wohl keiner mehr viel Hoffnung gehegt hatte. Man wußte, daß das Leben an der Grenze nur zu leicht die Möglichkeit eines verbrecherischen Ueberfalles bietet; dazu der Umstand, daß der alte Mann ohne Begleitung eine so große Summe bei sich führte es handelte sich um mehr als zehntausend Thaler und meine seltsame Begegnung mit dem mysteriösen Unbekannten an einer Stelle, wo der Nendant vorbeikommen mußte alles dies waren bedenkliche Momente. Umso größer war nun die Freude, ihn gesund und heil wieder zu haben. Er mußte in dem größten Schlitten Platz nehmen; seine Tochter saß ihm zur Seite, und es war nur natürlich, daß ich zu ihnen hereinstieg. Die zwei schweren Säcke, in denen er das Geld von E. mitgebracht hatte, wurden ebenfalls in unserem Schlitten untergebracht. Da erklärte Braun plötzlich, ehe er sich dazu verstand, uns über seine Erlebnisse Mittheilung, zu machen, erst seine kostbare Otterfellmütze wieder aufsuchen zu wollen, die ihm bei der raschen Fahrt vor einigen Minuten vom Kopfe geflogen sei. sowie seine Tabaksvfeife. Einer der Bergamtsreferendare machte sich sofort auf die Suche, und nach einiger' Zeit brachte er auch das vermißte Kleidungsstück, das mitten auf der Straße gelegen hatte, und den Nasenwärmer, der unbeschädigt war. Nun ging es heimwärts, und wir erfuhren dann auch alsbald alles Nähere über den Vorgang, der dem Rendanten unterwegs zugestoßen war. Ich wurde" so erklärte er diesmal ganz wider Erwarten über eine Stunde lang an der Kasse aufgehalten, da unvermuthet eine behördliche ReVision stattfand und natürlich vor deren Beendigung keinerlei neue Auszahlungen vorgenommen werden konnten. Und als ich dann alles geregelt und die erforderliche Summe bekommen hatte, fing es schon an, dunkel zu werden. Ich machte, daß ich aus der Stadt herauskam: es war mir, offen gestanden. nicht ganz recht, mit dem vielen Gelde den drei Stunden langen Weg bis zum Bergamte bei der vorgerückten Tageszeit aüein fahren zu müssen indeß nochmals umkehren zu sollen und mir einen Landgendarm oder einen Grenzaufseher als Begleiter auszubit'ten, paßte mir auch nicht, zumal ich nur einen Mann zu Pferde brauchen konnte, da mein Schlitten ja 'nur ein einsitziger war, wie wir ihn eben im Dienste haben. Na, also, ich lasse mein Pferd wacker ausgreifen, die anfänglich etwas unbehagliche Stimmung ließ nach, je weiter wir kamen, und als schließlich der Mond heraustrat und den Weg erhellte, machte ich mir keine weiteren Sorgen. So mochte ich etwa zwei Drittel der Strecke passirt haben; mein Tbier war' von dem flotten

Gange einigermaßen ermüdet und zog den Schlitten nur noch langsam vorwärts. Ich ließ das Pferd ruhig verschnaufen, wußte ich doch, daß es die kleine Zeitversäumniß in der nächsten halben Stunde, wenn es die Nähe des heimischen Stalles witterte, unbedingt wieder einbolen würde. Ich mag vielleicht so vor mich hingedusei! haben: so eine langsame, eintönige Fahrt ermüdet ja auch da plötzlich, ich denke doch, mich trifft der Schlag spüre ich einen Ruck hinter mir auf dem Schlitten, mein Pferd zuckt zusammen, und wir kommen fast nicht mehr von der Stelle. Ich drehe mich, so weit es mir der Pelz gestattet, in den ich mich jetzt eingewickelt hatte, nach rückwärts um, und da sitzt weiß Gott ! ein Mann auf der schmalen Pritsche! Ein baumlanger, schwarzer Kerl; einen großen Filzhut auf dem Kopfes ein Tuch um den. Hals gewickelt; ein struppiger lanzer dunkler Bart kratzt mir fast im Gesicht, und ein Paar unheimlich funkelnde Augen blicken, mich drohend an!

,Angenehme Situation!' dachte tch: dann raffte ich mich aber doch auf und sage möglichst unbefangen: ,Na nu! Was soll's? Was wollt Ihr denn? So ohne Weiteres steigt man docb nicht auf einen fremden Schlitten auf!' ,Jch will nur 'n Stuck mitfahren. ich bin so müde.' Es war eine tiefe, gedämpfte Stimme, mir gänzlich unbekannt. Sie hatte dazu einen fremdartigen Klang, wie wenn der Redende von Geburt ein Tscheche wäre. WCt fiT?A rti Vritli it T2 was viiiu in . ivniki uvnij, uis mich vorläufig in die Situation zu fügen? Wie verwumchte ich aoer letzt tm Stillen meine Unvorsichtigkeit, allein gefahren zu sein. Angstvoll preßte ich meine ftun.? aus die beiden Sacke unten im Schütten, damit der , Klang der harten Thaler nicht bei der erschütterten Bewcauna des Gefährtes zu den Ohren meines unheimlichen Passagiers dringe. Was thun, was lhun! Das fragte ich mich verzweifelt. Ich war ja wasfenlos. ohnmachtig in seine Hände gegeben, wenn es ihm beliebte, mir das Geld zu rauben. Wußte ich denn, ob er nicht jetzt im Augenblick hinter meinem Rücken ein Schlaginstrument oder ein Messer hervorzog, um mich unschädlich zu machen? Daß er wußte. welche wttthvolle Last mein Schlitten barg, ward mir mit jeder Minute, in der wir jetzt wieder in schnellerem Trabe dahinfuhren, gewisser. Wäre er wirklich nur ein müder, harmloser Wanderer, so hätte er nicht seinen Aufstieg auf die Pritsche in so überaus verdächtiger Weise bewerkstelligt. Offenbar hatte er sich hinter einem der hohen Schneehaufen an der Straße versteckt gehalten und den Moment benutzt, als der Schlitten langsam vorüberkam, aufzuspringen. Dann aber war unsere Begegnung überhaupt keine zufällige, sondern er hatte auf mich gewartet; er mußte Kenntniß haben, daß heute für mich Zahltag in C. gewesen es wqr also ein fester Plan, unverkennbar eine verbrecherische Absicht, die ihn zu mir geführt. Voller Ingrimm biß ich auf die Spitze meiner Tabakspfeife, die inzwischen ausgegangen war. ,Wie lange wollt Ihr denn noch mitfahren?' unterbrach ich die mir unerträglich gewordene Stille, während der ich nur das feste, stoßweise Athmen des Fremden vernahm. .Nicht mehr weit.' murmelte er höhnisch. Was mochte er meinen? Da fiel es mir ein: wir hatten ja unmittelbar vor uns den Wald, der so dicht zu beiden Seiten an die Landstraßc herantrat also wollte er jedenfalls dort an einer passenden Stelle sein dunkles Vorhaben ausführen, wo eine Entdeckung weit weniger rasch zu befürchten stand, als hier auf der von Grenzern doch öfter begangenen, dreiten Chaussee. Ich war nunmehr auf Alles gefaßt. Da wie der Blitz kommt es über mich. Und ,warte Kerl, .ob ich nicht doch noch schlauer bin, als Du!' dente ich bei mir. Meinetwegen könnt Ihr mitkommen, so weit Ihr wollt,' spreche ich jetzt wieder rückwärts. ,Aber wenn ich Euch die Gefälligkeit erweise, indem ich Euch mitnehme, so könntet Ihr mir auch einen kleinen Dienst dafür leisten.' .Na ja,' klingt es eigenthümlich aepreßt wir hatten den Punkt, wo der von der Landstraße sich abzweigende Weg in den Wald einbiegt, in nächster Nähe vor uns. .Habt Ihr nicht ein Streichholz bei Euch? sage ich so unbefangen wie möglich. ,Jch rauche schon seit einer Viertelstunde kalt.' Ein zusagendes Gebrumme.' ,Jhr müßt es aber selber anbrennen, denn mein Pferd ist, wie Ihr seht. ein unruhiges 2hier; ich kann die Zu ael nicht loslassen.' Einen Augenblick schien es sich der Fremde zu überlegen, dann merkte ich. wie er sich vorbeugte, um sich zu überzeugen, ob ich wirklich eine ausgegangene Pfeife im Munde hatte. Dann höre ich ein Knarren, wie wenn jene? auf dem unbequemen Standort der Pritsche in einer seiner Rocktaschen herumsucht; jetzt ein Streichen an der Hose, und alsbald spure ich den bei ßendcn Schwefelgeruch eines anaezün deten Streichhölzchens, und er reicht es mir über die rechte Schulter herunter, um es mir aus die Pfeife zu halten. Ich ziehe und ziehe, der Tabak kommt allmallg m Brand, und ich fange an, tüchtig zu schmauchen. .Dank schön,', sage ich und im selben

Moment reiße ich aus Leibeskräften mit beiden Händen an den Zügeln, so daß sich das Pferd hochaufbäumt, und zugleich werfe ich mich mit aller Gewalt rückwärts. So etwas mochte er wohl nicht erwartet haben. Indem er seine rechte Hand gebrauchte, mir das Streichholz

hinzureichen, hctte er naturlich keinen festen Sitz mehr, und durch das Plötzliche deö Hochgehens des Schlittens und den Anprall meines Kopfes an seine Brust verlor er vollends die ,2a? lance. Er kugelte mit einem Wuthschrei in den Schnee; ich jetzt auf das Vferd losgeveitscht. um aus seiner aefährlichen Nähe fortzukommen! lm paar Augenblicke dauerte es doch, bis er sich wieder aufgerafft hatte; vielleicht war ihm auch eine Portion glühenden Tabaks in's Gesicht geflogen kurz, ich war schon eine recht hübsche Strecke von ihm tvza' und horte nur sein , schreckliches Fluchen. Dann aber vernahm ich, daß er mich zu verfolgen begann. Da galt es also einen Wettlauf auf Tod und Leben! Nun, auf mein Pferd konnte ich mich einigermaßen verlassen; ich wandte Mich um, dem Nachsetzenden trotz des Ernstes der Situation unwillkürlich bin lautes Lachen über das Gelingen meines Streiches zusendend. Der aber rn seiner Wuth hatte oen Arm fcoch erhoben, und mit lautem Krach fuhr eine Revolverkugel dicht an memem Kopfe vorüber. Zum Gluck erreichte ich jetzt die Biegung der Straße die Miiije war mir bei der Eile meiner Flucht heruntergefallen und da traf ich ja dann meine Tochter, den Herrn Kontrolleur und bald darauf die Herren vom Bergamt. Und so war ich gerettet." Dres die Erzählung des Rendanten. Dankbar druckte er uns Allen die Hand; seine Tochter aber zog er an sein Herz und küßte sie voll Innigkeit aufs Neue. . Daß natürlich der glückliche Ausgang seines Abenteuers im Bergamt gebührend gefeiert wurde, ist selbstverstandlich. Der alte Mann ließ es sich mcht nehmen, nachdem er auch meine Begegnung mit dem Fremden ersahren hatte, sowie den Umstand, daß die Beamten durch mich zur Einholung ihres gefährdeten Kollegen veranlaßt worden waren, insbesondere meine Verdienste um seine Rettung lobend hervorzuheben. Ich mochte abwehren, wie ich wollte; es half nichts Den schönsten Lohn aber fand ich darin, daß Marie, als wir Alle zusammen später bei der dampfenden Punschbowle saßen und den Rendanten hochleben ließen, mein ihr leise zugeflüstertes Geständniß mit erglühenden Wangen anhörte und nicht Nein sagte, als ich ihr die Frage vorlegte, ob sie die Meine werden wollte. Unsere offizielle Verlobung fand am nächsten Tage statt. Sofort nach meiner Zurücktunft zu der Zollstation aber nahm ich im Verein mit den nachsten Landgendarmen und befreundeten Forstleuten die Nachforschungen nach dem unheimlichen Fremden auf. Trotz aller Mühe indeß, die wir uns gaben, gelang es uns nicht, seiner habhaft zu werden . Zu Pfingsten war unsere Hochzeit, ein Ereigniß für alle Wald- und Bergleute auf etliche Meilen im Umkreis. Mein Schwiegervater aber hatte nach der oben geschilderten Begegnung nun doch die Lust verloren, sein Amt, auf dessen Ertrag er ja nicht angewiesen war, noch weiter fortzuführen. Er setzte sich zur Ruhe, und seitdem leben wir Alle vereint in C., wohin ich inzwischen als Oberkontrolleur versetzt wurde. Ein halbes Jahr nach unserer Uebersiedelung wurde ein bei einem schweren Diebstahl ertapptes Jndividuum von der Landgendarmerie eingeliefert. Es war ein Tscheche, vor nicht langer Zeit aus dem Zuchthause entlassen, ein verwegener Geselle, der sich in den Grenzdistrikten herumgetrieben hatte und dem eine ganze Menge Frcvelthaten nachgesagt wurden. Seine Figur, der Klang der Stimme kurz Alles paßte auf den unheimlichen Passagier des Rendanten. Der Fremde leugnete zwar auch in diesem Falle, doch wurde er auf Grund der Beweisaufnähme so viele? anderer Vergehen überführt, daß ihm eine erneute langjährige Freiheitsstrafe zudiktirt wurde. Im Gefängniß ist er dann später gestorben, nachdem er vorher ein Geständniß abgelegt. Er hatte thatsächlich die Absicht gehabt, den Rendanten zu ermorden und mit dem geraubten Gelde nach Amerika zu entfliehen. lagert um. Wenn Kartoffeln nicht gar tief gepflanzt wurden, so läßt sich manchmal beobachten, ' daß Knollen hernach aus dem Boden her vorragen, die alsdann durch die EinWirkung des Lichtes ganz intensiv grün werden. xnq nach dem Schalen ist dies an den betreffenden Kartoffeln noch sehr deutlich zu sehen, und nach dem Kochen haben dieselben dann auch ein unansehnliches und wenig einladendes Aussehen, obgleich der Geschmack hierdurch nicht wesentlich beeinflußt wird. Dieselbe Ericheinung an der, Kartoffeln würde sich in größerer Ausdehnung schon baldigst zeigen, wenn Kartoffeln in einem Raume aufbewahrt werden, der tageshell erleuchtet ist. Ist man daher auf einen solchen Raum zur Kartoffelaufbewahrung angewiesen, so unterlasse man nicht, selbige hier sorgfältig zu decken, um die gekannte Einwirkung des Lichtes zu verhüten. 'Sackleinen . oder leichte Strohmatten sind hierzu passendes Material..

Auch rinc Brautwerbung. Der Sprachforscher Stephen Mix in

Wethersfield in England hatte endlich nach langem Warten eine Anstellung erhalten und wünschte nun so bald als möglich auch zu einer Frau zu kommen. Indessen hatte er wenige Bekanntschaftm in Familienkreisen, und so machte er im Jahre 1693 nach der Grafschaftshauptstadt Northampton einen Ausflug, um dort vielleicht bei dieser Gelegenheit seinen Zweck zu erreichen. In der Stadt angelangt, wendete er sich zuerst an den Professor Salomon Stoddart und theilte demselben seine Plane und Absichten mit. sowie, daß er nicht viel Zeit zu verlieren habe, dä ihm seine Amtspflichten nur einen kurzen Aufenthalt erlaubten. Stoddart hörte ihn ruhig an, nickte dann beifällig mit dem Kopfe und sagte: ..Dem ist bald abzuhelfen, kommen Sie nur mit mir." Hierauf führte er den Kollegen, in sein Familienzimmer, wo derselbe sechs mehr oder weniger junge Mädchen erblickte, stellte ihm diese als seine Töchter Mary, Esther, Christian, Sarah. Rebekka und Hanna 'vor und zog sich dann zurück. Der gute' Mix gerieth hierdurch jedoch in keine allzugroße Verlegenheit, sondern betrachtete sich die sechs Schönen mit ruhig prüfendem Blicke, dann wendete er sich an Mary, die älteste, erzählte ihr, daß er wünsche, eine für ihn geeignete Frau zu finden, worauf er ihr Hand und Herz antrug. Sie entgegnete. ein so wichtiges Anerbieten könne sie nicht sofort beantWorten, es erfordere einige Zeit zur Ueberlegung. Darauf erwiderte Mix: Es gefällt mir wohl, und ich billige es vollkommen, daß Sie Zeit zur Ueberlegung fordern, und' um Ihnen die nöthige Zeit zum Nachdenken zu lassen, werde ich mich in das Nebenzimmer begeben und eine Pfeife Tabak mit Ihrem Herrn Vater rauchen, wonach ich Ihre Antwort erwarte." Nachdem er seine Pfeife ohne allzu vieles Herzklopfen zu Ende geraucht hatte, ließ er Miß Mary fragen, ob sie sich entschieden habe.. Sie kam selbst und bat, sich die Sache noch etwas länger überlegen zu dürfen. Auch damit erklärte er sich zufrieden, sagte aber, er müsse nun wieder nach Hause, sie solle ihm ihre Antwort nach Wethersfield senden binnen drei Tagen müsse er ihren Bescheid in Händen haben. Am dritten Tage erhielt er auch den Bescheid und zwar einen so lakonischen, wie wohl noch kerne andere Braut solchen geschrieben hat. Er wird heute noch in der Familie Mix aufbewahrt und lautet wörtlich folgendermaßen: Northampton. den 6. Juni 1693. Herrn -Stephen Mix in Wethersfield. Ja. Mary Stoddart..Stephen Mix war vollständig zufriedengestellt durch diesen Brief. Kurz darauf fand die Hochzeit' des Paares statt, und beide sollen die rasche Ent scheidung niemals bereut haben. Ganze Familie getödt t t. Der Farmer Charles F. Douglaß, dessen Frau und zwei Kinder wur'den durch eine Explosion in einer Naturgasleitung, die an ihrem Hause, in der'Nähe von Weston. W. Va.. vorbeiführt, augenblicklich getödtet, Das Haus gerieth in Brand und die Leichen wurden vollständig verbrannt. Man spürte die Explosion auf fünf Meilen Entfernung. Wie man vermuthet, entstand in der Leitung ein Leck und das Gas entzündete sich dann auf irgend eine Weise. Ra.biates Weib. Eine Frau Jda Berry verursachte neulich in einem Zuge von St. Louis nach San Irancisco nicht geringe Aufregung, als sie durch fortwährendes Schießen aus einem Revolver alle Passagiere vertrieb, mehrere - Fenster zertrümmerte und eine Person am Handgelenk verletzte. Der Waggon wurde in Girard. Kas., losgekuppelt und auf ein Seitengeleise gestellt, wo die Frau erst nach schwerem Kampfe überwältigt werden konnte. Die Aermste hatte plötzlich den Verstand verloren. Die Bewohner der Zieg e n i n s e l. Das Eiland Lanai, die kleinste der Hawaiischen Inseln, hat eine solche Menge von wilden Ziegen, daß die ganze Vegetation von ihnen zerstört worden ist. Der Gouverneur Carter hat die Insel besucht und gefunden, daß sie nur noch zwei menschliche Einwohner hat, welche beide das 100. Lebensjahr bereits überschritten haben. Sie hätten längst den Hungertod erlitten, wenn man ihnen nicht Lebensmittel geschickt hätte. Rührende Gcschwisterlicde. Der alte Rath schickt seit 25 Jahren jedes Weihnachten seiner unverlc'rattctcn Schwester von seinen Ersparnissen 3C0 Mark in Gold, und sie überrascht ihn immer wieder mit der gleichen Summe in Papier. ' .Acetylen-Explosion. In Neumarkt, Oberbayern, betrat der Hausmeister des Gasthauses Zur Post" mit offenem Lichte den Acetylenräum. Es erfolgte sofort eine furchtbare Explosion, die das ganze Gebäude und die Anlage zerstörte. Der HausNltister wurde getödtet und 15 Sards weit geschleudert. Das Dach des Acetylenraumes wurde abgehoben und auf das Nachbaranwesen . geworfen. Sämmtliche Fenster in der Umgebung wurden zertrümmert.

Vnf der Hochzeitsreise.

Mann (nach Durchfahren eines langen Tunnels): Du, Schatz, diese: Tunnel hat drei Millionen Mark zu bauen gekostet!" Junge Frau: Das ist er aber auch werth!"

Zweideutig. Kochin: Hast Du Gänse gern, Karl?" ' Kanonier (sie umarmend) : Aber Jette!" , Ein Milderungsgrund. Vertheidiger: ...Schließlich erlaube ich mir, die Herren Geschworenen aufmerksam zu machen, daß sich mein Klient erst seit einem halben Jahre in unserer Stadt befindet, mit den Eigenlhumsverhältnissen hier also unmöglich so vertraut sein konnte, um mit absoluter Sicherheit ' zwischen Mein und Dein unterscheiden zu können!" ; Eine Mitleidige. ' ' Aber Toni., wie konntest Du Dich nur von dem Referendar küssen lassen, da hört doch alles auf!" Ach, Mama, das Souper wurde immer und immer noch nicht servirt, und der reizende Mensch hing mit seinen Blicken so hungrig an meinem Munde!" Errathen. Lehrer (in der Sonntagschule über den Tabak vortragend): Ja, diese Unsitte hat eine solche Verbreitung erlangt, daß selbst Frauenzimmer sich nicht scheuen, Eigarren zu rauchen allerdings nur emanzipirte. Meyer, was verstehst Du unter emanzipirte?" Schüler: Das ist eine leichtere Sorte." Tie Bogelscheuche. Sommerfrischlerin: Warum hört man denn bei Ihnen nie ein Voglein singen, wenn man spazieren geht?" Bauer: Na ja, Fräul'n, da müassen S' Ihnen halt verstecken!" DerArzt als Tröster. Ich begreife ja sehr gut, daß Ihr Schmerz ein herber ist, gnädige Frau aber ein's muß Ihnen ein Trost sein: Der Dienst, den Ihr seliger Herr Gemahl der Wissenschaft geleistet hat. Sein FcJtt todt der interessanteste und lehrreichste, der mir in meiner dreißigjährigen Prazis vorgekommen ist!"

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Entschuldigung. Richter: Nicht weniger wie zwölf Ueberzieher haben Sie in zwei Monaten gestehlen!" Angeklagter: Das war aber auch ein strenger Winter, Herr Richter!" Eigenthümlicher A or schlag. Förster (zum Bürgermeister, der wieder einen Treiber hinaufgeschossen hat): Herr Bürgermeister, ich will Ihnen im Vertrauen einen guten Rath geben: Treten Sie aus unserem Jagdverein aus, und lassen Sie sich zum Ehrenmitglied desselben machen, denn, wissen Sie, als 'ausübendes Mitglied machen Sie uns zu viel Sckand!" Schwer zn machen Mir wird unwohl! Halt! Ich will aussteigen." ' Erklärung. Sie: Was ist denn das: Oberflächenkultur"?" Er: Wenn Du Dich schminkst." , Renommist. Wissen Sie vielleicht die Nummer des gestohlenen Tausendmarkscheins?" Aber ich bitte Sie, soll ich denn den ganzen Tag nur Banknotennummern aufschreiben!?" F r a u (zu einer andern, die mit einem kleinen, aus Leibeskräften schreienden Kinde einsteigt): Ist das ein Mädchen?" Nein, ein Junge!"Frau: Dann bleiben Sie nur Vr-ntfit Vit2 ist tt sTArnnUU QW4f VV V 14 IV coupö!" Widerspruch. Daß Bertha den Gutsbesitzer Müller genommen hat?!... Er ist doch ein zu dummer Mensch!" Ja. weißt Du, das war halt auch so eine Vernunftehe!" Die gute Freundin. Denke nur, liebe Olga, vor acht Tagen lernte'ich den Assessor kennen und gestern habe ich mich verlobt." Na, für den Anfang verlobst Du Dich fchon ganz perfekt." In Gedanken. Professor ' (der in ein überfchwemmtes Gebiet gerathen ist): Das hat man wieder davon, wenn man seinen Regenschirm vergißt!"

Abwehr.

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