Indiana Tribüne, Volume 29, Number 104, Indianapolis, Marion County, 23 December 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 23. Dezember 1903
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! Der Malam 5 des Meßagens. Nichts gleicht dem beruhigenden und bettende CFinflufi von Dr August Koenig's Hamburger! Dmiotfli t m uoiuiv bei anen Husten und Erkältungen, von einen, einfachen Niesen bis ur Grippe. ?ine Tasse desselben, recht heiS getrunken, ist tnTausen. den von Familien bekannt als ein Balsam des BeKsgens und ein Beiwort im Haushalt. J(mr In Original Packwfm, Preis 3Sc. Geschäfts-Uebernahme HiermU die ergebene uzeize. daß ich die Wirth schaft. d:rbunden mit ToZlZimmer und Vereins Lalle, bisher bekanut'unt dem Namen Nelchweins Hslle, üdweft.Ecke Market und Noble Str., über omme habe. Ich habe die Halle, lubzimmer sowie den übrigen Theil des GebSvdeS gänzlich neu revovrren lassen und toirb die'elde in Zukunft unter dem Name Moeller'S Halle bekannt fein. Halle sowie Elubräume stehen Vereinen und Gesellschaften zur Verskgung. . Jedermann ist frei-M eingeladen, mich in eine Plihe zu besuchen. Achtungsvoll IJerinan Moellcr, Südmest Ecke Noble und Market Str. Wm, Stoeffler Ssil pl. Na. 202 Nord Noble Straße. Neues TeleVbo 2!, m ,i a j mit..j.i.py. .si AJVUiU)V . ...toon ... Gus. Amann, (Nachfolger von Con. Heeß.) 52 Massachusetts Avenue. Das berühmte Home Brw" stets an Zapf. "Die besten Weine, Lisuöre und Cigarren. Jeden ag eztra feinen warmen Lunch Morgens und AbendS. Zu einem Besuch ladet freundlichst ein. Gus. Ämann, 852 Maff. Ave Absolut Rauchloses Brennmaterial Gas ofe 4.00 per Tonne abgeliefert. TUE INDIANAPOLIS GAS 00., 49 S. Pennsylvania Str. Werzre. Dr. J. A. Sutcliffe, Wnnd.Arzt, 5kZchlechts.,Urin. nnvRectnni Rrankkzeiten. Öfter : 155 OS S.aiket Stt. Tel. M C(eiin : I U 13 Sir NZ.;zbi4UH,. Dr. Carl Q. Winter Deutscher TKzt. 5tSrsttU c2e akute und chronische ran! UiUa. SeiurtZhülfe Spezialität. Osstce: 14 Wey Ohio Clr. atttm9inUmt IC 11 tirra. ti RaJj. 4SSlftQl t 00 IC.W s. ad dir, Rra lt. soynnng: 1U0 adis pch?tube : t Iteu, onstag k 5 ach, löohaung Zltlevhon : XU, , , MIEBBl I 43 LKd totrtai CrntarrtSa n flllKufltts den Nriu Organe durch SmtalS?iV nfgehobe f ane unajrmita)tttlta. Vrttlr ijl $1.00, M alle Druggi? oder K''J V. Q. 9t 8l. Uno vorl. -
Tffcmi.öas Volk fjnichl! Skizze von Bthon paraloroitsd).
Die Straße ist öde. Unheimlich, grausam still, das; der Athem stockt. Schweigend, als sei alles Leben aus ihr entflohen. Aber von fern, viele Straßen weit her, schreckt ein Geräusch das Ohr. Ab und zu nur, aber langsam sich nähernd, langsam wie ein schleichendes, rerderbenspeiendes Ungeheuer. Ein seltsames Knattern, dann das Krachen von Gewehrsalven in unregelmäßigen Zeiträumen, wie mit der Pünktlichkeit der Uhr von einer Maschine abgegchen. Dazwischen fallen einzelne Schüsse, wüthend kläffend wie ein. gereiztr Hund. In der einsamen Straße drücken sich Gesichter an die festgeschlossenen Fenster. Die Frauen ängstlich, dem Weinen nahe, die Männer entschlossen und finster blickend. Alle aber mit der Frage in den bangen Zügen: Werden wir es sehen müssen, das Schreckliche, Grausame das Große? Schon mischt sich ein dumpfes Brausen wie Meeresbrandung in das Krachen der Salven, immer deutlicher, näher und näher. Ein dumpfes Wogen, ein rasendes Stampfen das Volk spricht! Ein Mann jagt um die Ecke. Er preßt die Hand auf die Stirn. Die Hand ist roth und roth tropft es herab auf die Straßensteine. Aber der Mann jagt weiter, gehetzt wie ein verwundeter Hirsch. Ein zweiter... dritter Flüchtling. Jetzt zwei, die einen Ohnmächtigen tragen. Oder ist er todt? . . . Plötzlich eine Frau mit. einem Kinde auf dem Arm. Die Füße versagen fast ihren Dienst, aber die Mutter will nur Sicherheit für das Kind. B:i jedem Schusse zuckt sie zusammen. Der Schreck lähmt ihr die Glieder. Aber sie rafft sich auf, immer wieder mit der Kraft der Verzweiflung und eilt weiter. Trüben, an einem Fenster des großen, weißen Hauses schreit eine Frau auf. Sie reißt das Fenster auf, um die Mutter mitleidig zu sich hereinzurufen. Ein Mann zerrt sie schnell weg und schließt das Fenster. Ter Belagerunaszustand verbietet das Oeffnen und Kosakenkugeln treffen gut, und man weiß nicht, woher sie kommen. Die Flüchtlinge mehren sich. Wie die wachsende Brandung der Fluth donnert das Brausen der Menschenmasse näher und näher. Dort steht einer an der Ecke: Er hält eine Flinte im Arm und, durchwühlt seine Taschen nach einer Patrone. Er ladet, legt an und zielt kurz. Der erste Schuß kracht in der stillen Straße. Mehrere Fraum an den Fenstern werden ohnmächtig. Di: Mienen der Männer verdüstern sich mehr und mehr. Der Schütze durchwühlt seine Taschen auf's Neue. Erfolglos. Er eilt weiter, flieht wie die andern, die ohne Waffen sind. Feiger Schuft!" murren die Mienen der Männer an den Fenstern. Jetzt drängen die Flüchtigen immer dichter heran. Schulter an Schulter, bald vor- und bald rückwärts eilend. Vorn an der Ecke kracht noch ab und zu ein Schuß. Und hier und da sinkt einer um, wie von einer unsichtbaren Macht getroffen. Und die andern an ihm vorüber, über ihn hinweg die Flucht gönnt keine Rast. So rasen Hunderte vorbei, knirschend vor Wuth, zitternd vor Angst oder kalt, gleichgiltig. resignirt bor sich hinstarrend. Wieder kracht eine Salve. Aber jetzt war es nahe, ganz nahe, und die Fenster zittern. Entsetzt weichen die letzten Frauen dahinter zurück. Nur die Männer stehen noch bleich und trotzig hinter den Scheiben. Die ganze Straße breit wogt das Volk jetzt vorüber. Dort an der Ecke blitzt es auf. Der Säbel eines Kosakenoffiziers zuckt empor. Und die Kosaken drängen ihre Pferde hinterdrein, unaufhaltsam, alles vor sich herstoßend. Nur die muthigsten der Rebellen halten da vorn noch Stand. Einer ist dabei, eine junge, hohe Figur mit bleichen, stolzen Zügen. Er ist barhäuptig, mit langem, wallendem Haar. Seine Ezapka ward im Gewühl zertreten. Er schwingt einen alten Kavalleriesäbel und feuert die Wankenden zu neuem Widerstand an. Seine Stimme hallt wie der Kriegsruf des Apachen. Ein junger Offizier hat ihn erblickt. Der sprengt auf ihn zu. Anton Nikolajewitsch! ... Auch Tu?..." Ja"ich! Stepan Petrowitsch." .Du liebtest den Kaiser!" Noch immer lieb ich ihn! . . . Drum kämpf' ich!" .Du lügst!" Und der junge Offizier wendet sich hastig und befiehlt: .Feuer!" Die Salve kracht ... Anton Nikolajewitsch kämpft nicht mehr . . . Plötzlich stößt ein Mann auf dem Balkon drüben die Thür auf. ' Seine Augen glühen in wildem Zorn und wüthend schleudert er mit der Rechten ein Beil hinab in die Reihen der Kosaken, dem jungen Offizier entgegen. Es streift, nur den Sattel und fäll! klirrend zu Boden. Der Mann auf dem Balkon aber fahrt sich jäh mit der Hand nach der Stirn Dann taumelt er vorwärts und stürzt über das Geländer herab mitten unter die Kampfenden. Die
sxrau, die ihm kreischend auf den Balkon gefolgt war, sinkt lautlos zusammen. Die hölzerne Thür des Balkons ist im Nu von den Kugeln durchlöchert wie ein Sieb. Die Fenster sind leer geworden. Schaudernd bat sich alles abgewandt. Ohne Kampf sterben müssen, ist ein bitterer Tod. Der Widerstand der Rebellen wird immer schwächer immer heftiger die Flucht. Die Kosaken dringen unerbittlich vorwärts. Mancher sinkt vom Pferd, das herrenlos sich bäumt und mitten hineinspringt in den Feind. Noch einmal weht es wie frischer Morgenwind durch die Reihen der letzten Tapferen dort vorn. Ein großer breitschultriger Mann arbeitet sich bis zu den Reitern vor. Er ist nicht mehr jung. Ein langer, ergrauter Bart wallt vom Kinn herab, struppig und wild. An dem aufgerissenen Kittel hängen die Fetzen herunter. Aber die Augen lodern in hellem Feuer und mit der Kraft der Verzweiflung schwingt er einen schweren Knüttel über seinem Kopfe. Brüder!" schreit er die Weichenden an. Brüder, rächt meinen Sohn!" Und der Alte ergreift seinen Stecken mit beiden Fäusten und schlägt in rasender Wuth auf die Soldaten ein. Alle, die hinter und neben ihm stehen, thun's ihm nach und schlagen mit ihren Waffen blind drauflos. Einen Augenblick stutzt der junge Offizier. Die Soldaten weichen einen Schritt zurück. Der Alte dringt nach und mit einem gewaltigen Schlag trifft er das Pferd des Offiziers auf die schäumenden Nüstern. Das Pferd bäumt sich hoch auf und bricht keuchend zusammen. Der Offizier hält sich krampfhaft im Sattel. Jetzt reißt er den Revolver aus der Satteltasche und der tapfere Alte wälzt sich röchelnd am Boden. Eine neue Salve kracht. Es gibt kein Halten mehr. Die Letzten fliehen und die Kosaken jagen sie vor sich her, wie der Weidmann das Wild des Waldes. Die Straße ist wieder still. Nur einige Verwundete stöhnen in der Rinne, bis Barmherzige sie aufheben oder bis der Tod sie erlöst. Der Aufstand ist niedergeschlagen. Die fernen Glocken verkünden es und läuten den Todten da unten zur ewigen Ruhe. Alte Geschützfabrikation. In einer alten Renteirechnung von 1444,' die im Wiesbadener Staatsarchiv ruht, finden sich interessante Belege über eine hochentwickelte Fabrikation von Hinterladegeschützen (Kammerbllchsen) im Industriegebiete des Dillthales und Siegerlandes. Demnach stellte Herborn solche Geschütze -aus Schmiedeeisen im ungefähren Rohrgewicht von 550 Pfund her, während man im benachbarten Siegerland die Stücke im selben Gewichte aus Eisen goß. Eine in Siegen gefertigte Partie von 30 Geschützen, davon jede mit 2 Kammern zum Schnellfeuern eingerichtet, kostete alles in allem, bei einem Gesammtgewicht von 16.660 Pfund, nur 198 Gulden 2 Albus 18 Heller. Herborn lieferte in dem genannten Jahre 26 Kammern an den Dynasten von Schleiden, wohin auch ein Herborner Geschützschmied entsandt
,wurde,' der die Anfertigung der Geschutzrohre aus Elfeler Eisen an Ort und Stelle in die Hand nehmen sollte. Erst der 30jährige Krieg machte dieser interessanten Industrie im alten Rassauer Eisengebiet ein Ende. Listige Frau. In einem ländlichen Orte des Elsaß. so erzählt die Straßburger Post," wurde Meßti gefeiert und dem guten Neuen" tapfer zugesprochen. Ein biederer Bürger hatte des edlen Traubensaftes am ersten Meßtitag so viel genossen, daß er auch am zweiten nicht aus dem Wirthshaus herauskam. Wiederholt, aber vergebens, ließ seine Frau ihn bitten, er möge doch endlich heimkehren. Schließlich legte sich die kluge Evastochter auf Stroh in der Scheune und gab vor. daß sie vom Gerüst gestürzt sei. Wie ein Blitz stürzte der Mann nach Hause, um eilends Hilfe zu bringen. Nach langem Rütteln wurde die bewußtlose Frau endlich wach, und nun wollte der rasch völlig nüchtern gewordene Mann sofort zum Arzt stürzen. Die Frau fand sich jedoch wohler und meinte, sie bedürfe nur der Ruhe, ihr Mann solle aber rasch in's Feld fahren und die Rüben Heimschaffen, was die höchste Zeit sei. Der Mann folgte augenblicklich, denn die Lust zum Neuen" hatte ihm der Schreck gründlich vertrieben. Ein Maulesel ist in King, man Eounty, Kan., alls Mitglied in die Old Settlers' Association" aufgenommen worden. Diese Ehrung verdankt das Thier dem Umstände, daß es die erste Wagenladung Provisionen in das Eounty ziehen half. Bei keinem Picknick darf der alte Maulesel fehlen. Auf d e n 1,766,597 Quadratmeilen, die ' Britisch-Jndien und die Eingeborenen-Staaten unter britischem Einfluß bilden, leben heut: 294.000.000 Menschen oder 'beinahe 41.000.000 mehr als vor v20 Jahren. Diese Riesenbevölkerung lebt In 2148 Städten und 728,605 Dörfern mij 55.841.315 Wohnhäusern.
Tcr ttgarischc neue Karoinat und (Srlan. Unter den soeben vom Papst erwählten neuen Kardinälen ist der interessanteste: Joseph Samassa, Erzbischof der ungarischen Diözese Erlau, welch letzterer einst der als deutscher Dichter berühmte Erzbischof Ladislaus Pyrker Vorstand. Samassa ist geboren am 30. September 1828 zu Aran-yos-Maroth'in Ungarn, machte seine Studien in .Preßburg, in Tyrnau und an der Universität Wien, wurde 1852 in Grau zum Priester geweiht, dann Gymnasialprofessor in Tyrnau, Studienpräfekt im Eentral-Seminar zu Budapest, Theologie-Professor in Gran und an der Universität in BudaPest; in den ungarischen Reichstag gewählt, unterstützte er durch seine glänzende Beredtsamkeit die Regierung; dan?l wurde er als Sektionsrath in das ungarische Kultusministerium berufen und 1871 zum Bischof von 3ips ernannt. Seit Juli 1873 ist er Erzbischof von Erlau, zugleich wurde er päpstlicher Hauspräwt und Thronassistent, römischer Graf, ungarischer Geheimer Rath. Doktor der Theologie und Ehrendoktor des Kirchenrechts, auch Ritter des Großkreuzes des St. Stephansordens. Die. ungarische Stadt Erlau, heutzutage Jedem bekannt durch den edlen Traubensaft, den die grün bewachsenen Hügel spenden, sah ehedem Ströme von Blut fließen in den Kämpfen des Kreuzes gegen den Halbmond, in denen es. lange eine unüberwindlich: Vorburg der Christen war. Noch ragt Zwischen den Ruinen der trotzigen Bischofsfeste ein Riesenpseiler jenes gothischen Domes empor, der einst unter dem Schutze ihrer Basteien und Mauern sich erhob; noch erzählt das schlanke Minaret vor der Kirche der Varmherzigen Brüder von einem Jahrhundert türkischer Herrschaft. Als diese unter Kaiser Leopold für immer gebrochen wurde, erstand die Kirche auf's Neue; die Lberflüssig-gewordene Festung aber wurde zum ergiebigen Steinbruch, dessen Quadern zum Bau der GottesHäuser und des großartig angelegten Lyceums, ja selbst der Landstraße willkommenes Material lieferten. Die Einwohnerzahl des zur Erzdiözese Erlau gehörigen beträchtlichen Theils von Ungarn beträgt 1.130.052. wovon 585.262 römische Katholiken und 67,717 griechisch Unirte sind, mit 200 Pfarreien und 341 Priestern. Das Tomkapitel zählt 14 residirende und 8 Ehren-Domherrn. Der reich: Erzbischof von Erlau hat für den Unterhalt eines Priester- und eines Kna-ben-Seminars. des Lyceums, eines Lehrer- und eines Lehrerinnen-Semi-nars und verschiedener Erziehungsinstitute und auch die Leitung der Anftalten der englischen Fräulein und Barmherzigen Schwestern aufzukommen und für Straßen und Brücken, sogar für die berühmten heißen Bäder zu sorgen. Die erzbiscb'öfliche Rechtsakademie zählt 12Lehrkräfte und erfreut sich eines guten Besuches: um sie zur vollständigen katholischen Universität auszubauen, ist bereits eine bedeutende Summe angesammelt worden. . Da Erzbischof Samassa in der ungarischen Politik stets eine maßvolle, friedliche Haltung einnahm, so wird seine Erhöhung zum Kardinal, bei gleichzeitiger Fortdauer seiner erzbischöflichen Stellung, in Wien gern gesehen werden. Zeppelin's Luftschiff. Am 1. Dezember machte Generalleutnant z. D. Graf Zeppelin mit seinem eigenartigen Luftschiff bei Friedrichs ha fcn am Bodensee einen neuen Aufstieg-Versuch. Das Luftschiff stieg gegen zwei Uhr Nachmittags auf. etwa hundert Meter hoch, nachdem es von einem Motor in -den See hinausgezogen worden war. Von da an stieg es sogleich auf und suh: Ro manshorn in der Schweiz zu Dann verschwand es im Nebel. Um vier Uhr kam es wieder zurück, auf dem See aufliegend und wurde in die Halle zurückgebracht. Es hatte sich in der Luft hin- und hergedreht und verschiedene Bewegungen ausgeführt. Ein weiterer Aufstieg ist geplant. Die Wendungen gelangen vorzüglich, doch drängte ein schwacher Ostwind das Luftschiff so nahe .an das Land, daß es von einem Dampfer eingeholt werden mußte, der es dann auch zurücktransportirte. An der Probefahrt betheiligten sich Graf Zeppelin. Ingenieur Dürr, Hauptmann. v. Crook, der Afrikareisende Eugen Wolf und vier Monteure. Zeppelin und seine technischen Beistände sind, was das , Prinzip der Lenkbarkeit anbelangt, mit der Probe durchaus zufrieden. Die Steuerung gegen den Wind geschah in mäßiger Höhe, jedenfalls aus Absicht und Vorsieht; die Ueberfahrt über den See erfolgte rasch, doch nicht ohne Störung des Gleichgewichts, wobei -ein Steuer defekt geworden sein soll. Der Sänger Vorgmann. dessen Vertrag mit der Frankfurter Oper auf die Klage des Intendanten Jensen durch das Schiedsgericht des Deutschen Vühnenvereins für aufgelöst erklärt worden, war, hatte den Inten danten auf 150,000 Mark Entschädigung verklagt. Diese Klage hat das Frankfurter Landgericht, kostenfällig abgewiesen, weil der Intendant bei der Erhebung seiner Klage weder fahrläsr'a. nock böswillig aebandelt babe
ZNeik ZZabnsack's LchreibttTrie
Xo.Cl Geobrter Mister Ediths:! Wisse Se was, der Mister Adelstein hätt sich schon wenigstens siwwezehn Mol verheirathe könne. Wei die Gehrls sin za gradzu krehsig for ihn. Das macht awwer nur, bikahs er Hot e Bißneß, wo er in t koppele Jahre en reicher Mann kann sein. An ihn persennellie is ja nit viel. Er Hot ja seine grade Glieder un Hot auch sein Kopp, wo er hinbelange duht, awwer seine Weus, die is fiers. Die duht saunde, als wann en Lumberwage en Hill enunnefahre duht un die Brehks sin angezoge. Wann ich ihn höre buhn, dann fiehl ich immer, als ob ich ihn eine uff das Ohr haue sollt. Awwer mehbie er kann nit helfe, un for den Riesen will ich auch weiter nicks sage. Awwer tahk ebaut Bißneß! Wei Guttneß Grehsches, das duht ja einiges biete; Piebels, wo en weite Böge aemacht hatte, wenn se an en Saluhn vorbeipähse mußte, un dann unner sich geguckt hen, wle en Hmkelsbieb, die duhn jetzt sein Platz friekwente un gewwe gar nicks mehr drum, wer's weiß. Lehdies, wo früher an die Kohrt for e Diewohrs von ihren Mann gange wäre, wenn se ausgefunne hätte, daß er in en Saluhn geht, die gewwe jetzt den Dierie" am Morgen den Ettweis, liewer en kleine Lonsch in den deitsche Saluhn zu nemme, instett von heim zu komme for Dinner. Den Weg is die ganze Zittie uff den Kopp gestellt, un off Kohrs Hot er do auch en aria schwell Hett gekriegt. Der alte Saluhnkieper Hot ausverkauft an den Mister Adelstem, das meint, er Hot ihn sein Platz verrent, un der Mister Adelstein Hot die Pertischen erausnemme losse un Hot jetzt ein großes Ruhm, was groß genug for e Bahlruhm is. Wenn einige Sasseiethee en Blohaut Hot, dann werd der Mister Adelstein inweitet, un trotz seine schreckliche Weus macht er dann immer en Spietsch, un die Piebels kläppe in ihre Händs wie krehsig. Wann en Bahl is, dann duht er jeden Danz danze, un ei tell juh, er duht die Bein in die Luft erum schlenkere, daß ich schon oft effreht war, se dehte ihn emol aus ihre Tscheunts -fliege. Awwer die Gehrls gleiche das, un dann is er so libberal; nach jeden Danz nimmt er sei Partner zu die Bahr un duht se triete, bikahs als en Saluhnkieper muß er sich pappjuler mache. Den Weg kommt's denn,- daß all die Meedcher, wo er den Weg triete duht, denke, er wär verliebt in se un es wär nur noch e Kwestschen of Teim, wann er die Kwestschen pappe deht. Ich hen ihn emol gefragt, ob er denn nit dran denke deht, sich zu verheirathe, un do Hot er gesagt,ob er denn so dumm ausgucke deht, daß ich so ebbes eckspeckte deht. Sehn Se, die Ennser hen ich nit gegliche. Es is ja gut genug, ich sin auch en alter .Bätscheller, awwer wo soll denn die Welt hin komme, wann alle Männer den Weg denke duhn. Ich sin schuhr, der Pressenden! Ruhsefeld deht das auch nit gleiche. Ich henen lange Tahk mit die Selma gehabt an das Sobtscheckt. Sie Hot auch denselwe Weg gefühlt, Hot awwer bei die Gelegenheit mich auch en diesente Rohst gewwe. Se Hot gesagt: Ich sin surpreist, Meik, daß du so tahke duhst; du bist auch nh immer sinkel, un ich. denke, das is nit recht; du machst genug Geld for e Fämmillie zu suppohrte, un ich kann gar nit sehn, for warum du dich nit emol umgucke duhst nach e bravs Meedche. Ich hen gesagt, Selma, du sprichst wie du's verstehn duhst. Ich hen ausgefunne. daß all die brave' Meedercher verheirath sin, un wann ich mich .werklich emol nach'e Meedche umgucke duhn, dann komm ich immer in Trubel. Bieseids das is es mit mich e anneres Ding. Du weißt, daß ich Euer Freund sin, un wann ich mich verheirathe deht, dann könnt ich doch nit mehr bei euch stehn, un dann deht ihr doch mei Bohrd misse. Newwer meind, Hot se gesagt. Mir hen plentie Ruhms un könnte dich auch ganz, gut mit e Frau behalte un dann wärst du noch mehr unser Freund. O, well, do hen ich gewußt, for warum se gern gleiche deht, wann ich verheirath wär; bei die Selma is alles Bißneß, un das is ein Grund mehr, for warum ich liewer sinkel bleiwe. Wie ich den Dag'nach die Zittehahl komme sin, do Hot der Mister Mehr zu mich gesproche: Seh, Meik, ich denke, ich hen e ganz gutes Plätzche for den Mister Adelstein. For Hewwens Sehk", hen ich gesagt, der Hot doch e gutes Plätzche; der will gar kein Schapp". Er Hot mich dann gesagt, daß mer for so en Mann gute Juhs hatte un er deht denke, mir besser dehte ihn täckele, wenn's auch nor for fjutscher Juhs wär. Well, hcn ich gefragt, Mister. Mehr, was willst du denn aus ihn mache? Da Hot er ge-s fagi, et voll! ihn in die ersetzte Lein
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als Jännttter in ie Jittieyahl tmpleue, un dann könnt mer ja später sehn, was es gewwe deht. Well, ich hen e harte Schapp gehabt, bis ich ihn hcksplehnt gehabt hen, daß do gar nit hlrttT 3tt Vnf iVnJi Sn. 2
0 Wlfc 1VUI, VU 11 W VWvi äck"vte debt bikabs er war en darr Fuyl, wann er sei gutes Bißneß uff gewwe deht. Ich denke, hen ich gesas-' mir datiere besser gar nit um den M; ster Adelstein, un losse ihn sein eigene'. tf"iv V . Y . sm I- WW ja. 4 nunnuy paooe. uie lcy feuen )zoeno heim sin komme, do hen mer die Bescheerung gehabt. Es Hot en Brief von den Mister Adelstein sein Bruder in die alte Kontrie do gelege, wo er drin gesagt Hot, daß ich sein Bruder Wort schicke sollt, er müßt reiteweg nach Deutschland komme, bikahs der alte Mann wär gestorwe un er hätt e großes Fohrtschen hinnerlasse, wo die zwei Brieder zwische sich aufdiwweide sollte. Do kann mer Widder emol sehn, was manche Mensche for e Glück hen. Die Selma darf ich gar nicks von fage, sonst start se Widder mit ihre Erbschaff, un ich muß zu meine Schand jage, daß lch noch gar mas lN den Kehs gedahn hen. Ennihau hen ich den Mister Adelstem Wort, geschickt, das meint ich sin selbst Hingänge, un do Hot er gesagt, well, das deht feine Pressen; in die Juneitet Stehts settele. Wisse Se was, ich hen e Nohschen, sei Bißneß zu kaufe. Was denke Se von. die Eidie? Mit beste Ricgards ' Juhrs trulie Meik Habersack, Eskweier un Scheriff von Appel Jack, Holie Terrer Kauntie. Der erzwungene Zeitung sdruir. " : Die Zustände in Petersburg werden durch einm interessanten Vorfall in der Druckerei der Nowoje Wremja" scharf beleuchtet. Es handelt sich um. die Art, wie die Herausgeber des offiziellen Organs des Rathes der Arbeiterdeputirten, der Jswestija Sioweta Rabotschich Deputatow", den Druck ihres Blattes in der Offizin des Herrn Suwarin erzwungen haben. Es wird darüber berichtet: Es ist der 19. November 6 Uhr Abends. Die Druckerei der Nowoje Wremja" ist des Streiks wegen geschlössen, nur drei Arbeiter sind an der elektrischen Station beschäftigt. Zufällig erscheint der Verwalter der Druckerei Vogdanow, um einige Anordnungen für den nächsten Tag zu treffen. Fast gleichzeitig erscheint eine Gruppe junger Leute und erklärt demPförtner, sie müßten den Verwalter sprechen. Als dieser eintrifft und die jungen Lcute in fein Cabinett bittet, wird er aufgefordert, alle Zeugen zu entfernen. Nach einigem Hin- und Herreden ge--schieht es. Kaltblütig erklären dir Eindringlinge, daß sie die Absicht haben, die Nummer 7 der Jswestija" in der Setzerei des Herrn Suworin zu drucken. Herr Bogdanow erklärt, er könne über fremden Besitz nicht verfügen, und will mit seinem Arbeitgeber Rücksprache nehmen. Sie verlassen mit keinem Schritt das Comtor", tönt es ihm entgegen. Herr Bogdanow wird erlaubt, während Revolver auf ihn gerichtet sind, mit seinem Chef per Telephon zu sprechen, doch wird ihm befohlen, kein unnützes" Wort zu sagen. Es stellt sich heraus, daß Herr Suworin unpäßlich ist und nicht erscheinen kann. Zufällig befindet sich Redakteur Holstein in der Redaktion, und er erhält von Herrn Suworin den telephonischen Auftrag, an seiner Stelle mit den Unbekannten zu verhandeln. Die Redaktion befindet sich schräg über der Druckerei. Als Herr Holstein die dunkle Straße überschreitet die Laternen brennen nicht bemerkt er etwa 80 Mann vor dem Hause der Druckerei. Im Comtor angelangt, fragt er nach dem Begehr der jungen Leute. -Unter Berufung auf einen Befehl des Rathes der Arbeiterdeputirten wiederholen sie lakonisch die Herrn Bogdanow gemachte Mittheilung. Auch Herr Holstein erklärt, daß er sich nicht für berechtigt halte, über fremden Besitz zu verfügen, und will das Lokal verlassen. Man stellt sich lhm ln den Weg, er warnt und sagt, daß er bewaffnet sei. Auch wir verfügen übr Revolver", wird ihm erwidert. Es ist nichts zu machen, er muß im Comtor bleiben. Es war klar, die Setzerei war von den öindringlingen besetzt. Um Hilfe konnte nicht gerufen werden, da am Telephon und an allen Ausgängen Posten mit Waffen standen. Herr Holstein mußte gute Miene zum bösen Spiel machen. Während er sich mit seinen Wächtern gemüthlick den Streik und andere Tagesereignissc unterhält, wird es in der Druckerei lebendig. Vor die Schriftkästen stellen sich nrca 30 Setzer und beginnen, ohne sonderliche Eile zu zeigen, mit der Arbeit. Unterdessen werden aus dem Lagerraum die zumDruck von ca. 50.000 Exemplaren erforderlichen Papierballen geholt. Das geschäftigte Treiben währt die ganze Nacht, der Satz, wurde erst um 6 Uhr Morgens und der Druck um 11 Uhr Vormittags beendet. Es erscheinen Fuhrwerke." auf welche die Ballen fertiger Zeitungen gelegt werden, und der , wlschenfall hate sein Ende erreicht. Die Polizei erfuhr. erst am nächsten Tage von dem Vorfall, als die unerwarteten Gäste sich schon in alle Winde zerstreut hatten. Schiffsjungen -Logik. Ms fqrecmcWe noe, oas n apltan nehmen kann, ist das Tauende!" w i pi r-f c .
