Indiana Tribüne, Volume 29, Number 103, Indianapolis, Marion County, 22 December 1905 — Page 7

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Jndiana Triöüne, 22 Dezember 1005

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VlllU IjtlUlJl IILIJU ULUJII. Erinnernngkn rir.es förcmbraxttn, von pskar Damia. Ist auch das Leben des Steuerbeamien an der deutsch-osterreichischen Grenze im Allgemeinen weniger ge'ihroolsen Zwischenfällen und unerarteten Vorkommnissen ausgesetzt, diZ an der Scheidelinie, welche den ruffischen Doppeladler von dem einköpfigen Aar Deutschlands trennt, so bietet doch auch der Dienst in dem erstgenannten Gebiet ab und zu des Aufregenden genug; anstrengend und aufreibend bleibt die Durchführung der Grenzkontrolle unter allen Umständen, und nicht selten gilt es auch da, di: Geistesgegenwart nicht zu verlieren und in schnellem Entschluß sich zum Herrn einer Situation zu machen, die.mitunter bös genug aussieht. Der Grinzaufseher ist d:r natürliche Feind der Bevölkerung, soweit diese sich verleiten , läßt, in mehr oder weniger dreister oder raffinirter Weise und zur?Tf im (TS siJfiT-MTr VnnfiTfi littr;T iivii ii wvivb jutuuvif wvty;uaivtv Auftraggeber die geltenden Zollvorschriften zu umgehen. Jnsbefonderi wird aus Oesterreich nach Sachsen und Bayern hinein Vieh geschmuggelt. Früher, als die Eisenbahn'noch nicht so wi: heute selbst entlegene Gebirgsthäler erschloß, blühte" an der deutschösterreichischen Grenze der Schmuggel noch in weit höherem Grade als jetzt. In jener Zeit haben sich auch die Vorkommnisse abgespielt, die in den nachstehenden Aufzeichnungen mitgetheilt! sind. x Es mögen etwa fünfzehn Jahre her sein. Ich versah bereits seit ungefähr zehn Monaten im unwirthlichsten Theile des sächsischen Erzgebirges den Posten eines Grenzkontrolleurs, nachdem ich vorher im Vogtlande thätig geWesen war. Unter mir standen nur wenige Leute; der Dienst war zwar ansirengend, da das Revier trotz seines bergigen Charakters eine ziemliche Ausdehnung besaß; aber im Ganzen hatten wir nicht übermäßig zu klagen; Schmuggel und Wilddieberei hatten seit der letzten, noch von meinem Vorganger geleiteten gründlichen. Aufräumung wesentlich nachgelassen. Etwa vier Stunden entfernt lag, bequem auf der Landstraße zu erreichen, die meist durch Wald führt, ein EisenHammer, verbunden mit sonstigem bergmännischenBetriebe.einer Schmelzbütte und so weiter, und es fanden bier Tagelöhner und Arbeiter aus weitem Umkreise Beschäftigung. Aus Sachsen und Böhmen kamen die Leute, um den Verdienst mitzunehmen. Das Werk selbst gehörte noch zu Sachsen aber kaum fünf Minuten dahinter lies die Grenze. Etwa ein Dutzend Beamte wohnten in dem Etablissement selbst beziehungsweise in dessen unmittelbarer Nähe, und es war begreiflich,, daß zwischen ihnen, die gleich uns oft monatelang nicht zur Stadt kamen, und dem jeweiligen Grenzposten sich allmälig ein regerer Verkehr herausgebildet hatte; cte beiderseitige Einsamkeit und das Bestreben, ab und zu sich einmal auszusprechen, hatte zwischen den beiderlei Beamten engere Beziehungen geschafsen. Crz waren liebe, vräckitiae Leute in dem Bergamt." Die Meisten waren schon seit geraumer Zeit dort in Stellung, alle Freunde eines guten Tropfens und wackere Skatspieler. Wir unsererseits wußten den Jerkehr mit den freundlichen Nachbarn, bei denen man auch im Nothsalle auf. Unterstützung mit Wort und That rechnen konnte, bestens zu schätzen, und so brachte selbst ein Wechsel in der Besetzung des Grenzpostens in den einmal bestehenden gegenseitigen angenehmen Beziehungen keine wesentliche Veranderung hervor.. Bereits wenige Wochen nach meinem Eintreffen in dem neuen Wirkungskreise verkehrte ich drüben wie ern alter Bekannter. Abgesehen von dem allgemeinen ,cK?3 geselligen Beisammenseins mit gebildeten Menschen rn icner Ein ode zcq mich freilich jetzt darf ich es ja offen gestehen noch ein anderer Umstand zu dem Bergamt: um es kurz zu sagen, die etwa zwanzig Jahre alte, bildhübsche und ebenso fleißige, wie l munter angelegte einzige Tochter des Zendanten Braun, der die Geldgef.äfte des zum Theil staatlichen Betriebes seit beinahe einem Vierteljahrhundert mit Umsicht leitete, hatte es mir angethan. War es auch noch zu keiner Erklärung zwischen uns gekommcn, so glaubte ich doch, daß mich Marie so hieß das Mädchen nicht un gern sah, und es waren die glücklichsten Stunden, die ich im Kreise ihrer Angehörigen und im Beisammensein mit ihr verbringen dürfte. Im Hause einer inzwischen verstorbenen Tante haue Mane eine vortreffliche Erziehung gefunden; sie wußte auf den verschiedensten Gebieten Bescheid, ohne dabei den Reiz ihres gesunden jungfräulichen Wesens eingebüßt zu haben, und hatte es tret ihrer ausaebreüeten wissen schaftlichen Kenntnisse nicht verlernt, in der Wirthschaft tüchtig mit zuzugrei sen. Es läßt sich denken, daß ich regelmä ßig die Stunden zählte, bis der Sonn abend Nachmittag herankam, wo ich .iann, wenn mich Nich! dringliche dienstliche Geschäfte verhinderten, mich alsbald auf den Weg nach dem ersehnten Ziele machte. Sonntag Abend galt es dann wieder auf meinem Posten einzutreffen, den ich unterdeß meinem ersten, in jeder Beziehung erfahrenen

umcrgevenen vertrauensvoll üveuajieu hatte. Es war Mitte November; der Winter pflegte dort zeitig einzuziehen; eine dichte, mehrere Fuß hohe Schneedecke hüllte die Landschaft ein; in phantastischen Formen prangten die unter ihrer schweren weiften Last sieb bieaend? Aeste und Zweige des Nadelwaldes, der in majestätischer Ruhe die Vergabhänge und Thäler ringsum bedeckte, soweit das Auge zu blicken vermochte. Der Sonnabend war wieder da; cs hatte die Nacht über gefroren, und die prächtigste Schlittenbahn bot sich dar. Alle Obliegenheiten des Amtes hatte ich geregelt, und in lustigem Trabe ging es darauf Nachmittags gegen vier Uhr vom Stationsgebäude aus auf der spiegelglatten und blanken Chaussee dem Lergamte zu. Mein Dienstpferd,' ein sogenanntes Draufgänger," das , ich an den einsitzigen Schlitten gespannt hatte, den ich selbst leirlte, kannte den Weg schon vom häufigen Zurücklegen, und ich dürfte mich daher ruhig mit meinen Gedanken und Träumereien beschäftigen, die naturgemäß auf Marie und eine möglichst freundliche Ausgestaltung unserer Zukunft Bezug hatten. Wer weiß, ob sich mir nicht morgen endlich die ersehnte Gelegenheit bieten

würde, der Geliebten meine Gefühle zu gestehen! Daß ich schließlich nicht der Einzige war. dem das Mädchen gefiel, hatte ich nachgerade wegbekommen. Heiß durchströmte es meine Brust, wenn ich an das Glück dachte, welches mir das Jawort von ihren Lippen bringen mußte. Dabei begann es leise in silbernen Flocken zu schneien; die Sonne, im Untergehen begriffen, überstrahlte noch einmal die weiten Schneegefilde, und dann wurde es allma'g dämmerig; mein munteres Rößlein, das in Folge seiner bisherigen flotten Gangart und durch die nunmehr sehr merkbare Steigerung des Terrains etwas verschnaufen mußte, zog den Schlitten langsamer dahin, und der Schatten des dicht an der Fahrstraße herantretenden Waldes nahm uns auf. Wir hatten etwa die Hälfte des W--ges zurückgelegt, und mir war das geräuschlose, weiche und im Tempo gemäßigte Fortbcwegen des Schlittens in meiner Stimmung gerade recht. Ich hatte Zeit und Umgebung beinahe völlig vergessen plötzlich aber wurde ich durch eine lebhafte Bewegung des Pferdes. das d?e Zügel mit einem Aufwerfen des Kopfes ruckweise anzog, und durch sein lautes Wiehern aus meinem Tahinbrüten sehr unliebsam geweckt. Ich kannte die Gewohnheiten meines treuen, wachsamen Thieres. Vor einigen Jahren hatte ich es zu einem ziemlich hohen Preise von emer iener bekannten Preßnitzer Musikkapellen, die von einer Tournee aus Rußland zurückkehrte und das Thier in ihrer Heimath nicht mehr benöthigie, erstanden. Es war ern echtes Kosakenpferdchen; klein grau, struppig, aber von ungewöhnlicher Ausdauer und was es für den Gebrauch eines Grenzbeamten so vorzüglich geeignet machte wachsam auf das kleinste Geräusch bei Tag und Nacht, so daß ick mich seiner Führung und seinem Instinkte selbst in mir ganz fremden Gegenden ruhig überlassen durfte. Ich blickte aufmerksam um mich; auf einmal war mir das Bewußtsein wiedergekommen, daß ich mich immer mehr der Grenze näherte. Sollte irgend etwas Unrechtes im Anzüge sein? Unwillkürlich fuhr meine Rechte in die Vrusttasche des Pelzes, den ich über der Uniform trug doch fand sie den Revolver, den ich sonst aus alter Gewöhnheit stets' bei mir zu haben pflegte, nicht vor. Ich hatte ihn, wie ich mich jetzt erinnerte, zu Hause geputzt, aber vergessen, wieder einzustecken. Ein Griff an die linke Seite überzeugte mich indeß, daß ich den Säbel umgeschnallt trug. Selbstverständlich gingen diese hier erzählten Bewegungen und Wahrnehmungen mit Blitzesschnelle vor sich; die Zügel konnte ich unbedenklich um den rcalten Schlittenbaum wickeln, und das Pferd trabte langsam weiter. Angestrengt bemühte ich mich, die zunehmende Dunkelheit und das immer dichter werdende Schneegestöber zu durchdringen; einen sicheren Blick hatte ich freilich nicht, da n.ir, als wir in demselben Moment an eine breiteBlöße des Waldes kamen, der Wind die Flo cken direkt in's Gesicht trieb. Aber doch gelang es mir, eine lange schwarze Gestalt zu erkennen, die sich von einem rechts an der Straße befindlichen, zweifellos von Chausseearbeitern zufam mengesetzten Haufen Schnee immer deutlicher abhob. Jetzt mein Schlitten mochte noch etwa zehn Schritte von dem unheimlichen Fremden entfernt sein, kam Leben in die starre Erscheinung; sie duckte sich und machte einen Schritt vorwärts, gleichsam, um mir entgegen zu springen. Ein breitkrämpiger, weicher Filzhut bis über die Ohren heruntergezogen, und ein dicker Shawl ließen ein Erkennen des Gesichtes nicht zu, trotz der Nähe, in der sichder Unbekannte nunmehr befand. Kein Ton kam von seinen Lippen. Jetzt mochten wir vielleicht noch vier Schritte auseinander sein, da rief iaz ihm laut entgegen: Halt, wer da! Grenzaufseher;" zugleich riß ich mein Seitengewehr heraus, nachdem ich mit einem einzigen Griffe den Pelz zurückgeworfen hatte. Mein Pst'rd. durch den unerwarteten Klang meiner Stimme aufgeschreckt, zog an so daß der Schlitten an dem räthselhaften Fremden schneller vorbeizlitt. als ich wollte. Dieser selbst aber schien ebenso überrascht, wie erschreckt, denn er machte.

etwas Undeutliches zwischen den Lippen murmelnd es schien ein grimmiger tschechischer Fluch zu sein einen Satz nach rückwärts in den Straßengraben, und in zwei Sprüngen war er im Schutze des inzwischen völlig dunkel gewordenen Waldes verschwunden. Daß jener nichts Gutes vorgehabt hatte, war mir klar, als ich mir von

dem Seltsamen des Erlebnisses Rechenschaft ablegte. Indeß, ihm nachzufetzen, war vollkommen aussichtslos. Vergeblich bemühte ich. mich, unter den Leuten, die mich der Dienst in der dertiaen Geaend hatte kennen lernen sen, Jemand aufzufinden, auf den das Bild des geheimnißvollen Mannes hätte passen können; so viel ich mich auch anstrengte, es wollte mir in meiner Erinnerung nicht gelingen, und schließlich gab ich, halb ärgerlich über das nutzlose Bemühen, aber doch fest entschlössen,' die Sache bei meiner Rückkehr weiter zu verfolgen, das Untern:!)men, das merkwürdige Vorkommniß zu eroründen. einstweilen auf. Jnzwischen hatte das Schneegestöber aufgehört, es war hell und klar geworden, und da nunmehr auch der Mond mit seinem weißen Lichte die Landschaft übergoß, bot die Vollendung des Restes meiner Fahrt keine weiteren Schwierigkeiten. Ein breiter Thorweg, der von der Chaussee abzweigte, führte nach dem bergmännischen Etablissement. Zur Eile trieb ich mein Thier an, und wir fuhren in gestrecktem Trabe bei dem hell erleuchteten Unterkunftshause des Werkes vor; im Erdgeschosse befanden sich die Wirthschaftsräumlichkeiten, sozusagen das Kasino" des ganzen Unternehmens; im ersten Stock lag die Wohnung des Rendanten Braun. Unwillkürlich richteten sich meine Blicke auf das Fenster von Maries Zimmer, und mein Herz schlug, als beim Geräusch des ankommenden Schlittens der Flügel oben geöffnet wurde. Sie hat mich also erwartet,"' murmelte ich erfreut. ! Da klana ihre Stimme herab. Vater, bist Du es?" Also nicht mir hatte die Erwartung gegolten! Ich rief der Harrenden zu, daß nur" ich da wäre, und alsbald schloß sich das Fenster. Ich trat darauf in die Gaststube, wo sämmtliche der Beamten bereits versammelt waren. Ein dichter Tabaksqualm schlug mir entgegen, so daß ich Mühe hatte, die einzelnen der Herren zu erkennen und zu begrüßen; obenan saß der Leiter des Betriebes, Bergdirektor Weber. Ein Glas Grog wurde mir aus dem Zecherkreise dargereicht, und ich leerte es dankbar, denn die Fahrt hatte mich. wie ich erst jetzt im warmen Raume merkte, gründlich durchkältet. Eben war ich im Begriff, Mich nach dem Wirthe umzusehen, um ihm die Unterbringung meines Pferdes und dessen sorgfältige Pflege bis zum nächsten Tage anzuempfehlen, als ich bei einem Blick nach der Thür Marie, des Ren danten Tochter, erkannte, wie sie mir eifrig zuwinkte und offenbar den Wunfch hegte, mit mir zu sprechen. Ist Ihnen nicht unser Herr Braun begegnet, Herr Kontrolleur?" fragte mich in diesem Moment ernsten Tones Direktor Weber. Er ist nach C. ge fahren, und Sie haben doch den letzten Theil des Weges gemeinsam Der Herr Rendant?" erwiderte ich befremdet, nein; ich habe ihn nicht ge sehen! Aber Herr Gott"' ich konnte mcht vollenden, denn mit emem Male hatte ich die Losung des geheim nißvollen Räthsels gefunden, gesunden mit schreckbarer Deutlichkeit und Ge wißheit! Und hier stand ich, da, wenige Schritte von mir befand sich die Tochter Brauns, die mein Erbleichen bei der Frage des Herrn Webers bemerkt haben mochte, denn sie war angstvoll naher getreten. Herr Kontrolleur," kam es zitternd von ihren Lippen. Um Gottes wülen! Ist meinem Vater etwas passt rt? Was wissen Sie? Sprechen Sie. lassen Si? mich nicht in der UngewißheitSie war so schön in ihrer. Angst um den theuren Vater; wie rührend und flehend blickten mich ihre bang zu mir aufgeschlagenen Augen an, während ihre Hände sich krampfhaft um meinen linken Arm spannten. Ja. was haben Sie denn?" klang es letzt auch aus der Versammlung heraus. Ist Ihnen unterwegs etwas be gegnet?" Der Herr Rendant müßte eiaentlich schon längst hi'r sein; er wollte noch vor Einbruch völliger Dunkelheit zu rückkehren." meinte der Direktor. Er ist, wie er ja alle Vierteljahre zu thun pflegt, zur Oberdirektion gefahren, um die übliche Abrechnung zu halten und zugleich die Beamten- und Arbeitergehälter, die demnächst wieder fällig sind, mitzubringen. So war denn meine Ahnuna richtig! Ist Herr Braun allein gefahren?" fragte ich athemlos. Ja, Sie kennen doch den eigensinnigen Mann; er läßt sich ja keinen Begleiter zum Schutz aufdrängen. Seit fünfzehn Jahren habe er, ohne je etwas dabei zu riskiren, das bisch:n Geld allem herbesorgt, und so wolle er es auch ferner halten, erklärte er uns auf unsere ' ernsten Abmahnungen heute wieder, sagte der Direktor. Ich selbst habe ihn auch dringend g?belen, nicht allein zu fahren." theilte mir Marie leise mit, aber in dem Punkt ist er ja unverbesserlich. Uno noch niemals habe ich solche Angst ausgestanden, wie gerade heute. In wenigen Worten erzählte ich nun der aushorchenden Gesellschaft und der : .

zitternden Marie das Erlebniß vom Nachmittage. Nicht auf mich, den Grenzbeamten, hatte der unheimliche Fremde gewartet, sondern auf den alten Mann, der unvorsichtig genug war, mit Tausenden von Thalern ohne jeden sicheren Schun durch stun-

denlang sich hinziehende, einsame Forsten zu fahren, obwohl die Kenntmn von ver Art feiner Besorgung und dem Werthe seines Gepäcks zweifellos durch die so häufig unternommenen, regelmäßigen Wiederholungen derartiger Fahrten in dt Bevölkerung, die zum Theil aus sehr bedenklichen Elementen bestand, gedrungen sein mußte. Die Anwesenden theilten meine Vermuthung, oaß es auf den Rendanten abgesehen sei. und nachdem sich die erste Bestürzung und Verwirrung gclegt hatte, ward man alsbald einig. dem Bedrohten entgegenzufahren. -Bis die Schlitten angespannt und alle sonstigen Vorkebrunaen getroffen waren konnten immerhin zehn bis fünfzehn Minuten vergehen, während es hier, wo die dringendste Gefahr vorlag, möglicherwcise auf eine Minute ankam. Da erinnerte ich mich, daß mein Schlitten ja noch draußen vollständig angeschirrt stand. Schnell theilte ich Marie, die bleich in meinen Armen lehnte, meinen Entschluß mit, allein ihrem Vater entgegenzueilen, den Anderen voraus. Ich fahre mit, sagte sie entschlossen, und mit wenigen Sprüngen war sie die Treppe hinaufgeeilt, an der ob des ungewöhnlichen Lärmens besorgt fragenden Mutter vorüber in ihr Zimmer gestürzt, hatte ein Tuch ergriffen und war nach wenigen Augenblicken wieder unten bei mir. Schnell ging es nun denselben Weg zurück, den ich vor einer knappen halben Stunde gekommen war. Der einsitzige Schlitten bot für uns Beide freilich nur einen recht beengten Raum; ich hüllte indeß Marie mit meinem Pelz ein und bat sie, sich möglichst zurück zu legen, da ich die Arme frei haben mußte, um auf dem abschüssigen Wege das temperamentvolle Pferd fest in den ZLzeln zu halten. Der Mond umstrahlte mit seinem blendenden Lichte die Chaussee, auf der wir in sausendem Galopp dahinfuhren. Gespannt lauschten wir, ob nicht aus der Ferne das Schellengeklingel eines herankommenden Schlittens sich vernehmen ließe indeß vergebens. Nur das Knistern des Schnees, auf dem unser Gefährt dahinflog, das Schnauben des dahinstürmenden Thieres, von dessen Rücken eine weiße Wolke in die kalte Nachtluft aufstieg, war zu hören. Ich verspürte, wie bänglich meine? holden Begleiterin dicht an meiner Seite das Herz schlug, und wenn ich ue auch damit zu trösten suchte, daß ich ihr vorstellte, ern Zufall konnte ihren Vater diesmal in der Stadt länger aufgehalten haben, so glaubte ich doch selbst mcht recht an diese Möglich fett. Die dienstlichen Fahrten nach C., die dem Rendanten in seiner wie nach der Uhr geregelten Lebensführung stets als eine unliebsame Unterbrechung und Störung erschienen, suchte, er immer so schnell wie möglich abzumachen. Er war froh, wenn er wieder daheim war. die erhaltenen, oft sehr - erheblichen S.ummen in seinem Geldschrank unter gebracht hatte, und dann gemüthlich bei einem Glase Grog und einer dampfen den Pfeife Abends von den Anstren gungen der Fahrt, die für den sechzigjährigen Mann immerhin schon eine Strapaze bedeutete, ausruhen konnte. Er hätte ja schließlich einen jünge ren Beamten mit den nöthigen AnWeisungen und Vollmachten senden können, doch litt dies seine Eigenart nicht; es sollte nicht so aussehen, als nöthige ihn das Alter zu Konzessionen So lange ich meinen Dienst thun kann, und ich hoffe, daß dies noch recht lange der Fall sein wird, bekommt Ihr mich nicht dazu, die Hände in den Schooß zu legen, pflegte er auf olle Vorstellungen der Seinigen, es sich doch leichter und bequemer zu machen., zu antworten. (Schluß folgt.) Angriff cineö Steinadlers. In dem Park der Bergwerksvcrwaltung zu Palmnicken, Ostpreußen, spielten die beiden Söhne Kurt und Walter des Gärtners Mierwald.-als plötzlich ein mächtiger Steinadler ißerabsticß und sich erst auf den vierjährigen Sbixt stürzte. Ter siebenjährige Malier stieß einen lauten Schrei auS und warf sich in dem Augenblick, als der Adler zum zweiten Mal auf sein Opfer stürzen wollte, über sein 'Brüderchen. ' Der Adler stieg noch einmal auf, schoß dann mit voller Krast herab und packte mit seinem Schnabel den älteren Bruder im Genick. Offenbar hatte er aber nicht fest genug gesaßt, denn er erhob sich von Neuem, um abermals niederzustoßen. In diesem Augenblick kam der Vater mit einem Gewehr herbeigeeilt, und ein wohlgezieltcr Schuß traf den Adler, der tödtlich verletzt zu Boden stürzte. Beide Kinder hatten zum Theil erhebliche Verwundungen davongetragen. Der Adler hatte eine Länge von drei Fuß und eine Flügelspannung von sieben Fuß. , Weiß: und schwarze Juden hat die Stadt Köchin auf der Insel Ceylon aufzuweisen. Den 7 5. Gedenktag seiner Ehe oder die Platinum-Hochzeit feierte jüngsthin ein Paar zu Verjux. Frankreich, von welchem der Gatte 100 und die Frau 90 Jahre alt war.

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