Indiana Tribüne, Volume 29, Number 99, Indianapolis, Marion County, 18 December 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, IS Dezember 1905

CiW)aGerE(jeatci

Z!o?ellctte von Ctnina MrrK. Gortsetzung.) In Hermines Herzen wuchs und wuch- bei diesem lustigen Streit zwischen den Beiden die Eifersucht. Sie that das Schlimmste, was 'in solchen Fällen ja meistens zu geschehen Pflegt sie war unleidlich und schnippisch gegen ihren Verlobten.. Sie versuchte es auch einmal mit Thränen und es kam nach dem Theaterspielen zu einer bewegten Szene. Er gab sich Mühe, sie zu beruhigen, er nannte sie eine liebe Thörin," ein süßes Närrchen." Aber je tragischer sie die Sache nahm, je ungemütlicher für ihn die Probetage wurden, desto mehr freute er sich, daß Helgas übermüthiger Humor diesen Festvorbereitungen einen heiteren Anstrich verlieh und ihr lachendes Gesicht erschien ihm nur um so hübscher neben dem weinerlichen, verdrießlichen seiner Braut. Er hatte so viel Ernst in seinem Beruf. Er wollte sich zerstreuen in seinen Mußestunden und er konnte dieses Theaterspielen nicht so wichtig und feierlich nehmen wie das junge Mädchen, das nichts anderes zu thun hatte als über die Proben n'achzugrübeln und sich über sein Geflüster mit 'Helga abzuhärmen. ! Helga aber lebte sich immer mehr ein in ihre Rolle als freie herzlose Amerikanerin und Hermines sichtliche Niedergeschlagenheit hinderte sie durchaus nicht, den Bräutigam mit ihren berückenden Augen anzufunkeln und hinter der spanischen Wand mit ihm zu schäkern. Sie genoß ihre Rache. Professor Rethel schaute sie zuweilen so düster, so vorwurfsvoll an. Das reizte sie nur noch mehr zu wilder AusGelassenheit. Er war stets mit Hildegard zusammen auf der Bühne bcfchäftigt und unwillkürlich schieden sich die Zusammenspielenden auch in kleine Gruppen ab. Der kecke Ernst machte der hübschen Lu, dem Stubenmädchen, den Hof, und Minny Lechner stand, auch wenn sie von der Bühne abgetreten war, dem Professor mit schmachtenden, demüthigen Aügen gegenüber. Schauen Sie nur die Mimosa an!" spottete Helga in gereiztem Ton. Wie sie ihren Partner anhimmelt! der reinste Chamisso! Als wollte sie immerfort deklamiren: .Will als niedre Magd Dir dienen!' Aber so etwas gefällt den Männern!" Sie wissen recht gut, ' was den Männern gefällt, Sie Schlimme!" lachte Doktor Stahl. Immer näher kam der Tag der Aufführung heran. Fünf Proben hatte man schon gehabt; aber es klappte noch immer nicht. Die Damen wußten ihre Rollen; aber die Herren blieben häufig stecken. Und Hermine litt Qualen über ihrem Sousfleurbuch! Unerträgliche Qualen! Es war ja unerhört, wie ihr Clemens sich benahm! Am liebsten hätte sie das Stück ganz fallen lassen. Aber ihre Mutter würde sie ja einfach für verrückt gehalten haben. Nun. nachdem man die vielen Einladungen ausgeschickt hatte, nachdem die Kochfrau, die Weine, die Speisen für den Abend bestellt, gekauft worden! Bei der sechsten Probe rief Hermine, als Clemens eben hinter die Koulissen treten wollte: Ach, bitte, Clemens. sei nicht bös! Ich vergaß. Dir auszurichten, daß meine Kousine Mary Dich bitten läßt, nach ihr zu sehen. Du mußt wirklich gleich hin!" Die Bestellung war nicht erfunden; aber sie hatte sie absichtlich bis zu diesem Moment hinausgezögert, um den Bräutigam aus dem Weg zu räumen. Aber was half das? Die Hauptprobe stand ja noch bevor und die Aufführttng. s Die Szene mit dem Kuß! Ihre Angst hatte sich nun schon so krankhaft gesteigert, daß sie sich einbildete, Clemens würde sie nicht mehr lieben, wenn er einmal die Lippen Helgas küßte. Dann erlag er sicher völlig und für immer dem Zauber der Uebermüthigen; und um ihr Glück, um ihr armes, kurzes Glück war.es geschehen. Ach, eine Verlobung war ja schon so oft zurückgegangen. Aber sie würde diese Schmach, diesen Jammer nicht ertragen! Nein, lieber sterben. Sie hatte ihn ja so lieb! Die Augen wurden Hermine naß vo? Mitleid mit sich selber, als sie sich ihr Unglück so recht ausmalte. Dann aber packte sie doch auch wieder die Empörung über dieses unverdiente harte Loos und es erwachte in ihr eine ver. zweifelte Kampfeslust! Der Kuß! Der schreckliche Kuß! Er mußte verhindert werden um jeden Preis. Alle erdenklichen Pläne ersann sie und verwarf sie wieder in ihren schlaflosen Nächten. Das Nächstliegende war ja, den Vorhang fallen zu lassen, ehe die Kußszene kam. DaA konnte durch einen Zufall geschehen und die Schuld ließ sich auf den ungeschickten Diener abwälzen, der immer im Hause den Sündenbock abgeben mußte, weil es vei tnrn aur eme ummorn rneci oder weniger nicht ankam. Aber wer bürgte ihr denn dafür, daß die Beiden die Szene nicht ohn: Zuschauer w:iter spielten! Der treulose Clemens, die kecke Helga! Und er war nun einmal so auf diesen Theaterkuß erpicht! Und dann dann war es doch so vrn un verzeihlicher, so viel, viel bedenklicher. Nach endlosem Grübeln und Erwä aen verfiel sie endlich uuf einen ver zweifelten Ausweg. Sie erinnerte sich an eine Sene aus dem Institut. Eine

ihrer Gefährtinnen, die sich über Helga geärgert, hatte ihr in die Schublade, in der sie ihre Bücher verwahrten, eine Maus eingeschmuggelt und die sonst so schneidige Freundin war ganz fassungslos aus dem Klassenzimmer ge-stürzt.

Nun mußte Helga unmittelbar V3i dem verhängnisvollen Kuß eine Kassette offnen, aus der sie ihre Photographie herausnahm und Hermine hatte dafür zu sorgen, daß die Kassette auf einem Tischchen bereit stand. Wenn es gelange, ein paar Mäuse da einzusperren, die natürlich in dem Moment, da Uz Deckel geöffnet würde. herauspringen würden: Helga würde sicherlich ihre Geistesgegenwart verlieren! Sie lief gewiß in wildem Schrecken davon! Freilich, das Stück des Großvaters konnte durch diesen Zwischenfall gestört werden. Aber daran lag ihr kaum mehr etwas in ihre? tollen Eifersucht. Und' schließlich! Es war ja ein Lustspiel! Die Zuschauer wurden lachen. Vielleicht erhöhten die Mäuse nur den Helterkcitserfolg. Man konnte den Vorhang fallen lassen und wenn auch die eine Szene unterbrochen wurde, die nächste, die doch die wichtigere blieb. ließ sich ruhig weiterspielen. Mäuse waren leicht zu beschaffen. Sie kamen leider durch den Garten herein in das Haus und man mußte beständig Fallen aufstellen, in die sich auch allnächtlich ein kecker Eindringling verirrte. Sie selbst fürchtete sich aar nickt besonders vor den flinken Geschöpfchen. Sie hatte als Kind sogar zwei weiße Mäuse als ihre besonderen Lieblinge in einem Käfig gehabt. Aber Helga hatte gelegentlich erklart, sie würde lieber in einem Zimmer mit Schlangen bleiben, als in der Nähe von Mäusen. Der Gedanke, daß unter diesen Umständen der Kuß sicherlich nicht zu. Stande kommen, daß Helga sich obendrein mit ihrer kindischen Furcht vor Clemens blamiren würde, richtete HerMine wieder so weit aus, daß sie bei den, Vorbereitungen zu dem Stück ohne Thränen und ohne das wilde Herzklopfen der letzten Tage mithelfen konnte. Es träumte ihr allerdings in der Nacht von Mäusen; aber sie schlief doch wieder. Die Hauptprobe war für den Tag vor dem Fest bestimmt worden. Sie sollte im Kostüm, bei Licht und auf der Bühne stattfinden, die im großen SaIon aufgeschlagen wurde. Man hatte erst daran aedacht, in der Tracht der sechziger Jahre zu erscheinen, der Zeit, in fc:r das Stuck spielte. Aber der Neifrocianzug, der sackartige Schmtt der Herrenkleidung war einesteils schwer zu beschaffen; er wirkte für den mozerncn Geschmack auch so drollig, daß die Menschen zu Karikaturen, zu Possensiguren wurden. Deshalb war man doch übereingekommen, die Mode von heute beizubehalten. ' Nur Minny Lechner hatte sich recht seltsam ausstaffirt, mit blauen Bändern im rothen Haar und einer Art Gretchenkostüm, das sie selbst sehr malertsch und kleidsam fand, das aber ihrer Rolle als reiches, verwöhntes Mädckcn nicht ganz entsprach. Hermine zog ärgerlich die blonden Brauen in die Höhe, als sie neben dieser wunderllcken. der Phantasie einer Hausschneiderin entsprungenen Gewandung die elegante Silhouette Helgas auftauchen sah, in einer entzückenden schwarzen Toilette von glitzerndem. Mit Schmelz besticktem Tüll, durch den die weiße Haut der Arme und des Nackens schimmerte. Henrnnen entging es nicht, wie bewundernd sich die Augen der Herren auch die ihres abscheuliehen Clemens auf die sieghafte, glänzende Erscheinung hefteten. Die Amerikanerin" warf einfach das Stück um. Sie verherrlicht: den schlechten Charakter; die Heldin wurde neben ihr zu eine: lächerlichen Gestalt. Hermine konnte ihre Gereiztheit gegen Helga nicht mehr verbergen. Auf ihren Wangen brannten rothe, Flecken. Es wurde ihr ganz wirr im Kopf, wenn sie überdachte, was sie noch alles zu t.)un hatte. In dieser Stimmung! Ihre Mama klagte über Migräne! Sie fing auch an, sich über den Bräutigam zu ärgern und seufzte und zankte übe? das Stück, über das ganze Fest! Aber Gott sei Dank! Die Mäuse hatte sie! ' Sie saßen in dem alten Käfig, der einst ihre Lieblinge beherbergt, oben auf dem Speicher und wurden mit Zuckcrbrod gefüttert, damit sie morgen brav waren und sich nicht allzu früh bemerkbar machten Jedenfalls durfte die Kassette erst im allerletzten Moment, wenn Niemand ein leises Nagen beachtete, zur Stelle sein. Ach' Manchmal mußte 'Hermine tief aufseufzen! Alle die Menschen morgen! - Und dazu diese schweren Sorgen! Es war doch furchtbar, welche Lasten oft auf ein paar zarte Mädchenschultern gewälzt 'wurden! Sie hatte die Mimen" absichtlich zur Theestunde bestellt, obwohl die Hauptprobe erst bei Lampenlicht bezinnen konnte.- Ein paar Szenen, die daS letzte Mal gar so schlecht gegangen waren, sollten noch vorher durchgespielt werden. Ab.'? nun waren die Tapezircr und bis Zimmerleute, die das Podium und die Koulissen aufschlugen, noch nicht fertig. Bei diesem Hämmern und Klopfen konnte man kaum das eigene Wort verstehen. Die Ges:llschaft erging sich einstweilen im Garten. Es war so schön da draußen. Blühende? Flieder, das erste goldene Grün an dem Gesträuch, weiße Sttojfm übe? den säumen.

Hermine sorgte dafür, daß ihr Verlobter überall mit zugreifen mußte und keine Zeit fand, um mit Helga zu plaudern.' Das junge Mädchen hatte ihren Bruder mit Lu Ball werfen sehen, und sie nahm ihr Schleppkleid auf und eilte d:n Beiden nach, um mit ihnen zu spielen, obwohl ihr Anzug nicht gerade' zum Laufen und Springen sich eignete. Nun traf sie ihren Ernst allein in der Laube, die schon die großen Blätter des Pfeifenkrautes umrankten. Er saß da mit finsterem Gesicht und stützte den Kopf in die Hand. Die Bieder-meier-Locke hing ihm tief in die Stirne. Ja. Ernste!! Was hast Du denn?" D diese Leiber!" grollte er mit gerunzelter Stirne. Wenn es nur keine Weiber auf der Welt gäbe! Oberflächlich sind sie! Kindisch!" Geh', geh'! Sprich nur nicht in so , furchtbaren Gewaltausdrücken! Die Weiber! Das paßt ja gar nicht! Hast Dich mit Lu gezankt? Gelt? Die Kleine gehört doch mehr zu den Backfischen als zu den Weibern!"

Ach was! Backslsch! Darm seid Ihr Alle gleich! Eine wie die Andere! Kein Verständniß! Keine Tiefe! Immer nur ein dummes Lachen!" Helga gab sich krampfhafte vJlüc,t, in ernsthaftes Gesicht zu machen. Sie bat wirklich zu lacken aewaat! Ueber Dich! Nicht möglich! So was Keckes hätte ich ihr nicht zugetraut!" ?!ch bade ste aesraat. ob ich ihr mein erstes Werk widmen darf? Und sie weist nichts zur Antwort als ein albernes Gekicher!" Dein erstes Werk? Aber Du hast doch nur eine Novelle geschrieben, die nicht fertig ist Ich kann sie doch als Fragment drucken lassen! Das , ist sehr, modern. Uebrige'ns habe ich auch noch allerlei anaefanaen. was Du nicht kennst. Paßt auch gar nicht für Dich! Was noch fehlt, das schreibe ich m wenigen Stunden, wenn ich gerade die rechte Stimmuna babe. Mein freund Bruno hat auch schon herrliche Jllustrahonen entworfen Aber, das ist ja eine große Neuigkeit! Und den Verleger habt Ihr wohl auch schon? Oder glaubst Du. daß das keine Schwierigkeiten haben wird? Bitte, Ernste!, widme doch mir den Band! .Meiner theuren Schwester!' Ich wäre so stolz!" Zallt mr mcht em! Du bist gerate wie die Anderen. Lange Haare kur zer Verstand!" Geb. cm solcher Gemeinplatz für einen so modernen Menschen!" N cktia ist'S dock! V. Lu wein nickt, was sie thut! Ick hätte ihr zu Liebe sogar meinem Grundsatz, ehelos zu bleiben, untreu werden können: (sie wäre vielleicht meine .Elisabeth' geworden! Aber es ist aut so es ist gut! Ich kenne sie jetzt. Meine nächste Novelle heißt .Tagebuch eines Weiberfeindes!'" Nun konnte Helga ihr Lachen mcht mehr unterdrücken. .Die arme Lu! Sie hatte allerdings ihr Glück vor den Kopf gestoßen! .Die Braut des Primaners,' das wäre doch eine Ausiicht. die mansich mcht entgehen lassen soll!" Schmollend und gelrann wendete er sich von de? spottenden Schwester ab. Aber Helga eilte ihm nach: Geh', tröste Dich nur wieder! Drinnen am Büffet gibt's famose Kaviarbrödchen. Hummermajonnaise habe ich auch gesehen. Sie werden Alles wegessen, wenn Du Dich nicht zeitig umthust!" Kaviarbrödchen! Hummermajonnaise!" Der düstere Weiberfeind schien einzusehen, dan es doch noch Freuden auf der Welt gäbe. Seine Miene entwölkte sich, als er mit raschen Schritten aus das Haus zustürzte. - Helga setzte sich in der Laube nieder, warf den Ball in die Höhe, den Ernst hatte liegen lassen und schaute lachend dem Bruder nach. So übermüthig, mein Fräulein?" sagte hinter ihr eine tiefe Stimme. Erschrocken sprang sie auf. Sie hatte keine Sckritte gehört. Und nun stand Professor Rethel dicht vor ihr. groß und ernst, mit feinem hübschen dunkelgebräunten Gesicht, aus dem die scharfen, klugen Augen ganz merkwürdig heiß hervorglänzten. Macht es Ihnen so viel Bergnügett. die Menschen zu quälen?" frug er mit einer erreaten Stimme und diesem forschenden geraden Blick in ihr'Gesicht, der iie immer verwirrte. IN s gar so lustig. Andere leiden zu sehen?" Sie schaute ihn erstaunt an, verwundert über diesen vorwurfsvollen Ton, aber ihr Lachen klang etwas be fanaen. .Aber Serr Professor ich habt mich doch nur über Ernste! amüstrt, der ein .Weiberfeind' werden will, weil Lu ihn ausgelacht hat! Sie können och nicht verlangen, daß ich meinen Bruder tra gisch nehme?" .Das sann ich allerdings nicht ver langen, nein!" erwiderte er , lachend. Aber er wurde sofort wieder ernst. . Sie wissen auch recht aut, mein onädiaes Fräulein, daß ick mit meiner Frage, an Anderes dachte " er senkte t . : v:. mi . o c:. t cm uciiiy sie viuuiuc, uuec r vazu ein leidenschaftliches Grollen in dem leisen Ton daß -ich an das junge Fräulein, an Ihre .Freundin', dachte, die jedes Mal wie eine Gefolterte über ihrem Souffleurbuch fifct. wenn Sie mit ihrem Bräutigam scherzen ' Und v r i crn.x. ! 1 uuin, uic nun jeu vocyeii luu ansehen muk. wie er die kübscke Amerikanerin anlächelt! nicht blos auf der Rüsink T?tn micfi Kirtitr Vn GmiTrT W v UUV l fcV W V VVHI' sen! O. Sie. haben Beide ihre Rollen recht tapfer weiteresvielt! WaZ küm-

mert Sie's, mein Fraulein, wenn An-

dere sich quälen, beunruhigen, angstigen nicht wahr? Das macht Ihnen Spaß?" Sie hatte einen Moment die Augen niedergeschlagen, wie beschämt. Aber dann hob sie trotzig den Kopf: O ja. es hat mir Spaß aemacht. Hermine ein wenig zu reizen. Warum hat sie mir die Rolle aufgehalst und es förmlich so hingestellt, als brauchte ich nur meinen eigenen schlechten Charakter zu spielen! bekannte sie mit ihrer frischen Offenherzigkeit. Das ist doch eme harmlose Rache, mcht? Ich will ihr ihren Bräutigam nicht im Ernst abspenstig machen! Du lieber Gott! Das fällt mir ja gar nicht ein! Ein bischen Komödie! Es ist einfach lächerlich, wenn sie auf ihren Verlobten so eisersüchtig ist. daß er nicht mit einer anderen Dame reden darf!" Sie haben' nie glühend, rasend geliebt, mein gnadiges Fräulein! Sonst würden Sie die Eifersucht nicht lächerlich finden! Sie wissen nicht, wie das den Menschen packt wie eine Krankheit, wie ein Wahnsinn!" Er stand dicht vor irr. Bebend stieß er die Worte hervor und wie eine Flamme loderte es ihr entgegen aus seinen Augen, daß sie erschrocken verstummte. Und nun ergriff er mit ungestümer Bewegung ihre beiden Hände und drückte sie in zorniger Umklammerung: ; Sie sollen ihn nicht küssen! Hören Sie. Helga! Ich habe da drüben über dem Ozean ein wenig die zahme Gelassenheit des Kulturmenschen verloren. Ich weiß nicht, was geschieht, wenn ich's mit ansehen muß, daß er ihre Lippen berührt!" Es lag so viel Gluth. so viel tolle, rückhaltlose Liebe in den heißen Worten. in seinem funkelnden Blick. Ihr lachendes muthwilliges Gesicht hatte sich plötzlich verwandelt. Es war bleich geworden. Bleich und ernst, mit einem weichen Zug um die Lippen, mit einem großen, seligen Staunen in den Augen. (Schluß folgt.) Tiebstühle auf italienischen Eisen bahnen. Wie früher gemeldet, wurden de: Frau des neuen spanischen Botschafter! am Quirinal, 'der Herzogin d'Arcos. die sich auf der Reise von Petersburg nach Rom befand, zwischen Luino ml Novara aus ihrem Gepäck , ihre ae. sammten Juwelen gestohlen. An den? Kosser, der das Schmuckkästchen ent' bielt. war keine Besch'ädiauna zu Umtv ten, das Schloß war unverletzt. Diese, Diebstahl aus öen itallenijchen mtn bahnen ist aber nur einer in der Kettt von unzähligen, über die sich die Jtalienpilger beklagen. In den letzten Mo naten vor der Berstaatlichunq der Eisenbabnen waren schon die Eisenbahngesellschaften übereingekommen, bind Geheimagenten einen Ueberwachungs dienst auf den Linien und in den Ver kebrszentren einzurichten. aber ti blieb bei dem Uebereinkommen und be ben Diebstählen, und auch nach bei Veritaatlickuna der Bahnen ist bis jetzj nichts geschehen, um den Räubern ihi Handwerk zu legen. Aber nicht rnn dem Gepäck der Reisenden widmen di, Gauner, die mwim unter oem ttt senbahnpersonal selbst zu suchen sind, ihre liebevolle Aufmerksamkeit, sonderr auch den Postpaketen und sonstiger Bahntransporten. Man hat sestgejteut daß diese Diebereien überall vorkommen. auf den Stationen für die Air kunft und für die Abreise und auf der Zügen selbst wahrend der Fahrt. Uni zwar verschwinden nicht nur ganz Geväckstücke. Koffer. Postpackete. son dern die Koffer werben auch tadello; geöffnet, die Werthgegenstände entfernt" und die Schlösser fein fäuberlick wieder geschlossen. Die Statistik der ir den lekten drei fahren auf den italienischen Bahnen verübten Diebstähl, und des von den tÄeselljchasten vzw der Reaierrna geleisteten Schadener sakes weist aanz enorme Wahlen auf und von den .Dieben hat man bishei Nicht einen fassen können. Kampf gegen Selbst kn o r d. Der kürzlich wiedererwählte Bürgermeister von Cleveland, O., Tom Johnson hat einen bemerkenswerthen Schritt gethan, um den zunehwenden Selbstmorden in der Stadt Einhalt zu thun. Beunruhigt durch den amtlichen Bericht, daß während neun Monaten in Cleveland 86 Personen in Verzweiflung ihrem Leben ein Ende machten, hat er eine KomMission eingesetzt, deren Aufgabe es Fein wird, lebensmüde Leute von Selbstmordgedanken abzubringen. An Alle, die sich mit Selbstmordgedanken tragen, ergeht die Aufforderung, sich sckriftlick an die neue Anti-Selbst-mord-Kommission zu wenden und ihr zu klagen, was sie zu Tode betrübt gemacht hat. Die Mitglieder der KomMission werden sich dann bemühen, den Bedauernswerthen die Bürde des Dasei.is zu erleichtern. Personen, die aus tnhaltender Brotlosigkeit den Muth ver oren haben, wird die Kommission BesckIftiauna nachzuweisen suchen. während man die Nothlage Anderer zu unsern sich bemühen wird. - , Um iunaen Schweinen wieder ein besseres Aussehen und Gedeihen zu. verschaffen. t es ratsam, ihnen eine Zeitlang nach jeder Mahleit süöne Buckenbolzkohlen zu geben. recht trocken zu streuen und den Trog jeden Tag einmal mit lauwarmem Sodawasser auszubürsten.' - ...

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vandatta Abgang St. LouiS Spcl., tägl s 6.. 1 508 St LoutS Liw täglich sd&b 7 0)Cra Capital Expreß tägl 7 St LouiS Ac tägl ........ '7 2 )Bm Ch St L Erpreß täglich 6 8.12 ZNm Lomk Erpreß tagt 8 15Nv THK Sffingham Aec tägl. 4 00 Nm St L fta Mail täglich.. .. 8 10 Ct Loms Special täglich s..11 3,Nm Vincenn e ö fcaltt & Viruen Expr täglich 7 20V VimenneS Ezpreß tägl.. 5 60Nm Spencer k French Lick Ne, tgl 4 452

Cleveland, Cinnnnatt, Chicago dc St kouts Railvaf, Cleveland Divisieu.

Abgang American Expreß täglich. . . . 4 20Bm X 9 & 8 Lim täglich 7 8035m Elevland Accom .10 45Vm Anderson Exp ....113033m SdB Lim, tägl 6 s. 2 45Nm Wmona Flyer, p 3 lONm Ft Wahne & Elkh Erp tägl 5 50Nrn Lnilkttbockn Sv täal6S:.. 6 559cm Toledo & Detroit Exp tägl. 8 30Nm Gt Sonil Ein, Indps St L Erp tgl 12 05Vrn New Sorl Ltd tägl s. . . . .. .12 20Vrn Ct Louis Accorn. 7 16Vrn SouHweftern Lim tgl '6 . .11 06Bm St Louiö Expre), tägl 6 ..11 45V St. LouiS Ltd tägl d 8. . 3 ISNrn Tene Saute & WtaVn Aee 6 (WRrn American Expreß tägl 7 05Nm Siueinnat Ein So LonS Nachtexpreß tgl 8 46Vm St LonS & Ein Stachtexp tg, 4 80V Eineinnati Szp täg 7 30Vrn Cirtcirmati' Flyer tägl p. . . . 1 OONm Sincinnati Lim tägl p . . . 2 66Nrn SouiSville Expreß 2 65Rrn Eintinnati Aeeorn 4 vONrn Sine & Wash g L tg 6 p 6 20Nrn Chicago Chicago Nachtexpreß kgl 12 15V Stanlatet Slecom .. 7 OOCra

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ptttsdnrgh, Cincinnati, ÜHieago St. konts R'f. Indianapolis Division. Mgang Ankunft PittSdurg Special, tägl s 8 35m St LouiS Spezial tägl....- 1 45V EolurnbuS Aeeom tägl. .... 7 3Sv St Louiö Lim täglich s ä d.. 6 65? New Sork Expreß täg ,6.... 8 lOBm Capital Expreß täglich sä. . . 7 00$ Keystone Expreß tägl ä & 8. 3 055?m Chic & 6t 2 Expreß tgl d 8.12 105? Atlantic Expreß täglich . 5 OONm Indianapolis Accom 12 40N 3? Ö Lim täglich 8 d b 7 105?m St LouiS Expr tägl d & . . 3 06N VittSburg Erpreß, tägl 6.. 7 209? Nimmt keine Passagiere tgl- ft 055? Pittöburg Spcl tägl s 6,. . .11 SONrn Indianapolis Acc, täg 11 15Nr, Chicago D i v i s i c n. Ehieago Special, tglpd .. 1136Vrn Southern Expr täglich .... 8 15V Sou & Ehi F Sxpr täglich 11 60Nrn Chic & Lou Expr täglich p d 8 405? Ssnißville Division.

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