Indiana Tribüne, Volume 29, Number 98, Indianapolis, Marion County, 16 December 1905 — Page 6

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K i O l TRACtM Tlv fcVnlW Ä tivilt. 5 I I C?inc geschwollkne Ader auf inkn ö!.r drück, nd ist rr antwortlidi für den hZmmer den Schmerz on Neuralgie ! Die alte Mönch Rut St. I Jakobs Oel I I Befördert die CTirfulation.mil der de Drk und Besänftigt den Tchmerj. preis 25c und 50c. &H"$MH$2$ EDWARD W. HESSMER, !25 Madison Ave. eu,r ?er. 85.?. Alleiniger Agent der berühmten Williams Pumpe,, 44 NO TRIX" 44TO FIX". Garantirt eine Lolzdumpe au? Eisen gemacht.' lCH gcaiuivu tS Kn erren, nieder Reparaiuren an Pumpen Betont prompt au'gesuyrt. Revaratnren an Hamern neuer mnen oder nvrmaen nruer auS Aiun oder galvaniftrtem Eisen werren Zeu aeZ?t. Ai..rX'i..ll.f. . zieiryairs-coernay,nr. Hiermit die ergebene zeige, daß ich die Wirth. schast, verbunden mit PoolZimmer vnd Derein? Halle, bisher bekannl'unter dem Namen Relchweint Hlle, ädweft.c!e Market und Noble EtrKber, nommea habe. Ich habe die Halle, llubzimmer lowu den übrigen Theil de Gebäudes gänzlich neu renodiren lassen und wird dieselbe in Zuknnst unter dem Namen Moeller'S Halle bekannt sem. Halle sowie Klubraume stehen Vereinen und Vesellschaste zur VersSgnng. Jedermann iS fre d'. n einaelade, mich in meie Platze zu besuche. Achtungsvoll llerman Zloeller, Südwest Ecke Noble und T!srket Str. W . 2 Wm. Stoeffler i i rn . nrr cr c cm r.f rL c l U). u5 3ioro Oüie vuub?. Neues Telephon 200 ! Deutsche Wirthschaft . ...bon ... Gus. Amam, (Nachfolger von Con. Heeß.) So2 Massachusetts ntntu. Das behmteome Brno" stets lan Zapf, (im Qimi!m imti IX. I Jeden Tag ertra feinen warmen vvi"" Lunch Morgens und Abends. - Zu einem Besuch ladet freundlichst ein. Gu8. Arnann, 852 Maff. Avk lü. Mriclc Der Kohlenmann, BerZanlt die besten ohlen aller Sorten im Markte. Ofsice u. Yards 800 sooBeecher Str. Tel. neu, 9394 ;!t, Main 1130 Merzte. Ar. 3. A. Sutcüffe, Wundarzt, Qeschltchts-, Urin. unRecwn Ärcmkhsiten. OsZa : 155 O? Ltarkt Str. Tel. -4 Cf?rtxxa : l tu !?.:,. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Nrzt. r&tU oZt ebdt und chronische Xtttx tttirx OeöurUMfe SpezialUSK (Dffc 14 Qest Ohio Gi, CW&x&mi lMUCna. fw-4a. CcxU?li tx-txnc. noatnua: 1180 üiadilo CVTt4ßunb t T 8 im . tag : a. Ootxna TeikVdoK i ui van XflbO

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Der VapageU

Eine Cerichtsferten.Geschichte von Reinhold Drtmnnn. Ortmann. Der junge Assessor, der den Justizrath Holborn während der Gerichts ferien vertrat, hatte sich gleich nach Beendigung der knapp bemessenen Sprechzeit aus dem Staube gemacht, wen es absolut nichts mehr für ihn zu irnm aab. und Niemand konnte s m gwnrnnrTiVr csst& ßrfrn&

verargen, daß er stch aus der Gluth- gen die Mietherin FräuMn Elfe Burg?fc . ? WrStA hardt auf sofortige Räumung dir

Mhlc des justizräthlichen Empfangs. zimmns zurückgezogen hatte, wo stch'Z hinter den herabgelassenen Fenstervorhängen in dem bequemen Ledersessel angenehm träumen ließ. - Hans Eberspach sah auf die Uhr und seufzte. Noch drei tund.it, ohne d e geringste Aussicht auf eine unter- - ' . - 1 . . . 1 . Brechung dieser auf die Dauer doch etwas langweiligen Siesta ! Seme Gedanken, denen er sonst in solchen Stunden nicht ungern Audienz ertheilte, hatten heute eine Richtung genommen, die ihm Nicht gefiel. s?2 hvrr rfrnr rtÄrrtlirb ?rttFtfsn twt& V" VWlÖW,V.l, V40 er in einigen Tagen seinen dreißigsten Geburtstag begehen würde, und die Gewißheit, daß dies Ereigniß außer für tfyrr ffTfift für Mit TOmiMimi mtf mn v.r . iv.. 0 v" ifvir mit .fi6TT mfTftnAnTirA slfmrrrtt 5t konnte stch ja eigentlich nicht bev U vy f v v vy klagen. Er war kerngesund, und seitdem er vor drei Jahren die fünfzigtausend Mark von Tante Sidonie geerbt fftll'' sfif r n nnrti fat'firrnlir&ert ffr )"v; .w.v ... vniuutiuini isjvMnissen. Aber aU geschwker KtnS Sca TO;r4Sit?.sfun2 Zlrtn W )k.t.V VW JUUUi UUJ IV. VVit lllil nachgerade an, seines Iunqzesellenwseins herUIch überdrüssig zu werden. q?n s,?i, ,z s.fcr .S, A.T. da Eberspach s.ch entschlossen hätte! itnl(r VTt yörfvUrtt V2 OaS2 1Trnvü u"v I schau zu halten, ob sich nicht eine finde, die geneigt sei, seine Einsamkeit und r.' . f.".f ..i...r...i.(m , i lerne lunszigiau eno 2?carl mu iym zu theilen. Aber daran mochte der Bureauvorsteher nrcht denken. Er hatte leine Anlage zum Don Juan, und eine einzige uöle Erfahrung mit dem weww - ir tm r w . ucyen seiazieazl war yinrelcyenö ge- . r r" f .1 . " l?' fur ?nSCiC ' w? für Zimmer, zu entmuthlgen. Als Dreiundzwanzigkahnger hatte er emem llttvzivcinzigjayrlger uauz er einem m"sjc. r.: n . Z7,T !"". S c"' r l natelang in einem Wonnerausch und rnU OrtwC urtss H.TUru. O J "7." ycmgc.usm uno l;-3"90110 den Abschied erhalten, aus keinem anS... m.. s? w,.;f r.;. w.,pr.i. . vi'.i.4ivv, vu iuiiyiwi r1;; "1 üu ,?s t.rje:.: i . S C SS Ti XTi unbestimmter Dauer der Mutter des (YTC . . L I l Ia rwvrr 2 it .VrÄrt Kf Tnr I ' ,

..s u, V.. u, j na bsl2 Recht auf seiner Seite, zu etlichem Herzleid mannhaft damit ab- en. r hat allerdings die Ber-tit1-pflichtung. Sie zunächst z'ur Abschaf-

V 4U cuck uut ajwgiiu teit aus dem Wege. Just heute in der Schwüle des langweiligen SommertaSS rvrtirf I K r A Atrtniin iw. vuutmp vit iUlit stch vergeblich bemuht, von ihnen los zukommen, und, verwünschte die Ge . , , P . . . .. ilcylSierren, oie lOn iseit zu 10 unerfreulichen Träumereien ließen. Da schlug draußen die Glocke. Hans Eberspach hörte nebenan ein kurzes Parlamentiren mit einem Ankömmling, dann steckte der Lehrling seinen Kopf zur Thür herein. Da ist eine Dame, die den Herrn W.rftf&rmhvnTf nho s-rnn Norir-t,? sprechen will VVMVMIVW V'W' VtIVVtV Hans Eberspach gab Weisung, di: ame verelnzuiuyren. fuyr aver in Bestrafter Bestürzuna auf seinem Ledersessel empor, als ste eine Minute l(l t w i rhvi.r rt1tr v. rxx.yn.rr,. ..r. UtV. UU Vh. WWlVhUW VUIVI Die da vor ihm stand, war keine At'f- Ä-W" a fne etolen kschftt hatten und

11 Wr.' j- l T stück auf's Neue zu studnen. Dann LTh .15 er" griff er nach dem Bü gerlichen Gesetziißchen schmaler und blelchrr, als er s L " . Ä.. . h , '

.t. yifm isi;MM.iMA li. .li.d rni.. wrniVi "V'I: äs des. Verhärmtes war auf ihrem Gestcht, aber hübschund anmuthig war ste noch immer, viel zu hübsch, als daß 5ans ßberShslrfi? st Wm in einem merklich schnelleren Temp zu w (i .v. flohfpn .nnn,n Ktikf sfr rftU zunächst kein Wort über die Lippen, die r I "3" ...v. vvv.m.v Besuckerin aber. di ihn in htm dnmmengen Zimmer nicht sogleich .rkannte, fragte: .Der Herr Jilstizrath ist, wie man mir sagte, verreist habe ich die Ehre Mit semem Herrn Vertreter?" Da raffte sich Hans Eberspach ener glsch zusammen. bin Aber wenn ich Ihnen trotzdem zu dienen vermag. Ein Ausruf deö Erschreckens war ihr entschlüpft, uns) sie hatte eineBewegung t 4 i gemamr, wie wenn ne tue iviurnt ergreifen wollte. Aber seine ruhige Haltung gab ihr schnell die Fassung zurück. Verzeihen -Sie, Herr Eberspach! Ich war natürlich nicht darauf gefaßt, daß gerade Sie ' Gewiß, Sie konnten es nch! wissen. Aber da Sie nun einmal das Mißgeschick hatten, gerade auf mich zu stoßen, möchtenie es da nicht so ansehen, als ob ich ein Fremder wär!, und mich übe? den Zweck Ihres Erfcheinenö unterrichien?"

Nein. Fräulein Burghardt! Ich Vi

nur ein stmpler Bureauvorsteher. i "n, ce-

es wird mick aufricktia freuen. V lluu vaoz

Er staunte über sich selbst, daß er so

gtiacii ixucii iwiuuv, iuuvvuv doch gar nicht derart zumuthe war. Sie Ker.lieK sich wirklick täuschen, öffnete lassen , reden konnte, wahrend ihm aber, ließ lich wirklich täuschen, öffnete ihre kleine Handtasche und reichte lym ein Aktenstück. 'Vtes hier habe ich soeben verommen. Seine geübten Augen hatten sofort erkannt, um was es stch handelte. Es war eme Klage, angestrengt von dem Hauseigenthümer Gotthilf Kinkel gewiiuuuuujch ciiumuuuycu. ne enensoe, irab der Ver 2?mng&imm jiuw ucmi um übernächsten iTcrgc .stattfinden. . Elne Exmissionsklage? sagte JJ zu Dcucre. u, um m .i rttiV Snr hrtii n.. Welt, wie stnd Sie denn dazu gekommen?" ,5s ist wegen meines Papageis meiner herzigen Lora! Der grausame Mensch verlangt, daß ich das Thier abschaffe, weil er stch durch sein Geplauder gestört fühlt. Cf9p XiU?h i. m Hans E rspach ka Pa. ?g,,i. oj Leben gewesen, wo er ihn ewujau y ua Kti6mz aucr xijicuschen Geschöpfe gehalten hatte. Das r:i Vs. v. .5. zerr. llu UH' bI". l den Vogel gelehrt hatte, ihn mit dem Zuruf: Grüß Gott, lieber Hans!" zu empfangen, und wo das gelehrige Thier überdies auS eigener Initiative darauf verfallen war. die ihm schon r , - , , cr rr ' .'.""S ; Äf!? .1" I !! 4UilU. VdJIV JUKU,Zlll ICCUIU4 UCl v v r r Y, . . . ft,n 3" "ns terhallung zwischen ldcn beiden Lttbmden rn'S Stocken, zu gerathen schien. wurde : dem LaaÄp.to ftjt luult "JU yt4J UJ 11 utuiii UUUJic, t.- c ::c.i. r.. s ::-s.-t.-rs "WVV 1 l '"r1?? nt festzuhalten der den so völlig Dcranurricn crDairmnrn aimem' irn veränderten Verhälwissen angemessen war. Enthalt denn Ihr Miethsvernag eine Bestimmung, die Ihnen verbietet, einen Papagei zu halten?" fragte er so nüchtern, wie es etwa der Herr Justizrath selbst aethan haben wurde. lv'l vvyt. pvvii ivuvvv, Und Fräulein Elfe nickte traurig, inm sie den Miethskontrakt zutage r,.4. 0 Ö rArktrit rvtut Da steht es im Paragraph 13. ki , r "v 3 lesen, ehe ich unterschrieb." Und es war richtig. Der Paraaraph IöuWe- unde. Katzen und andere mnur. wur. ... ra.,?-v-'rttk WHliu' "Mi 4l"' UN des rnn ?tf!ira nTn hier o 3 - - - - .Und diese Genehmigung für ihren Papagei einzuholen, hatte Fräuff Rws,, i ws? rr,i. V V VVVViiiViU I W V4 , . 1 ' I telte Hans Eberspach den Kopf. "Dem Buchstaben nach scheint der fung des Thieres aufzufordern. Aber :A ffi. Tf A h.rftslTihn Kni finf iäs auck Vetban cy ia wtra ... sfütsÄÄä r Nicht oen Mlnoesten Änjtog genommen." A c rf fi m Und wofür wenn es erlaubt ist. danach zu fragen wofür will er stch jetzt an Ihnen rächen?" Eine heiße Räthe stieg in, Elses Wangen auf. Und Hans Eberspach fand, daß ste in diesem Moment so reizend aussqh, wie nur t m den unvergeßlichen Tagen seines sonnigen TrÄ V cvgluucv. .'Er hatte nrir einen Heirathsantrag gemacht," hauchte sie kaum vernehmlich, und hat eS mir sehr übel genommen, als ich ihn abwies." Hans Eberspach war ein gutmüthiger Mensch, aber es war ein echter ja, beinah leidenschaftlicher Haß. den H n mm maamtfST M irn hwm eVta Aktener in Diesem Äuaenolla aeaen den i -r " ' Mit einem schweren Athemzuge legte er L v.x. 1:1, t:r.u. '"777 r.:. , "rn;I.u lCl" ukgrvl, vet iu juiuic, üaB r- v I . l . ct. . r . r i .T" I ao9nua vvkl im vuuni uuu uc i . . , iry r. . L?P??"S weroen em,qnee mui,en. zi rnmi, vu muu wiuuj macht, eine gütliche Einwng mit diesem diesem Herrn Rinkel" er mußte ordentllch würgen, um den Namen herauszubringen herbcizu führen." New nein! Niemand soll dem abscheulichen Menschen ein gutes uno oas nocy ein für mick empfindet. Der Bureauvor sieher räusperte sich und blickte angelegentlich nach dem Fenster. Eine aeraume Welle war ver gangen, ,?he er fragte: Wenn der Mann aber ein obliegen ! des Erkenntniß erstreitet wird es Ihnen dann nicht sehr unbequem sein. die Wohnung vielleicht schon nach Ver lauf weniger Tage und unter Zahlung der Miethe für ein volles Quartal ver lassen zu müssen?" Da konnte sie ihre Thränen nicht mehr zurückhalten und verbarg das Gestcht in den Händen. .Auf . die Straße geworfen!

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wenig Zuneigung

schluchzte ste. Nein, das ertrüge ich

nicht das könnte ich nicht überleben!" Wieder eine lange Stille. Und dann eine unsichere, mit halb abgewandtem Gesicht ausgesprochene Erwiderung aus 'dem Ledersessel: Es ließe sich ja vielleicht noch ein anderer Ausweg finden. Aber ich weiß allerdings nicht, ob ich wagen darf, ihn in Vorschlag zu bringen. Ich meine hm! wenn Si sich entschlössen, den Papagei irgend Jemandem sozusagen in Aufbewahrung l'i geben, bis bis Sie in Ruhe nach einer anderen Wohnung Umschau gehalten haben oder bis hm! hm!" Fräulein, Else schüttelte traurig den Kopf. Ich weiß Niemanden, dem ich Lora anvertrauen möchte. Und das Thier würde sich auch zu sehr grämen, wenn es mich nicht mehr sähe." Lange Pause. Würden Sie würden Sie ihn auch mir nicht anvertrauen, .Fräulein Elfe?" .Oh! ' . Ich meine verstehen Sie mich nicht falsch ich meine " . Aber er schien selber nicht recht zu wissen, was er meinte,, denn er blieb mitten in der beabsichtigten Erklärung stecken, und dabei war er ebenso roth im Gesicht wie sie. obwohl er doch ein Mann war, der in einigen Tagen seinen dreißigsten Geburtstag seiern sollte. ' Das geht doch richt, Herr Eberspach," sagte sie leise, und es ist wohl auch gar nicht Ihr Ernst." Dieser kränkende Zweifel gab ihm all' seinen Muth zurick. Und warum sollte es nicht mein Ernst sein? Ich würde Ihnen sogar im Gegentheil herzlichen Dank dafür wissen. Denn auch ich auch ich fühle mich sehr einsam in meinen vier Wänden. Und ich habe das Thier lieb gehabt damals ich meine " Da war schon wieder eine'. Klippe. Und ein paar Minuten lang sahen ste aneinander vorbei, während ihre Her--zen pochten, daß man es in der Stille des Zimmers hören konnte. Aber das Mädchen war tapferer als der Mann. Wie gut Sie stnd! Ich werde Ihnen das nicht vergessen! Und ich habe so schlecht an Ihnen gehandelt!" Siedend heiß drängte sich's dem Bureauvorsteher zum Herzen und dann wieder zum Kopfe empor. Ach was! Davon reden wir jetzt nicht. Ich habe gesagt, daß ich mich freuen werde. 5bnen zu dienen, und das ist mein heiliger Ernst. Ge ben Sie mir Lora in Penston, und ich verspreche Ihnen, daß ich ste wie mei neu Augapfel hüten werde. Wenn Sie einverstanden stnd. hole ich mir den Papagel auf der Stelle und setze mich dann gleich mu diesem Hauswirth aus einander." Fräulein Else hatte sich noch ein we nig gesträubt, aber eine halbe Stunde später stiegen ste doch zusammen die Treppe zu ihrer bescheidenen Wohnung empor. ES war nicht mehr viel zwi schen ihnen geredet worden, und ihre Augen hatten eS nach Möglichkeit ver mieden, sich zu begegnen. Mer als Else die Thür des Vorzimmers öffnete. rief aus der Tiefe desselben eme helle, durchdringende Stlmme: Grüß Gott, lieber Hans!" Und da es wußte keines von ihnen, wie es geschehen war da hiel ten sie sich in den Armen, wie ernst in den Tagen ihrer iungen Liebe. Else liebe Else! Soll ich den Papagei für Dich bewahren, bis Du . pi r ... tr.I kommn, UM sur immer oei Mlr zu diu ben wie er?" Sie hatte keine Antwort, fondern verbarg das glühende Antlltz an ser ner Brust. Lora aber rief: Gib Küßchen!" Und Sans Ebersvaä? fand wie einst, daß er der herzigste bunte Voge unter der Sonne sei. Schonend umscyrieden. - Eine Dame hatte eine Geschichte ge schrieben, eine sehr schöne Geschich te, wenigstens war sie davon überzeugt, daß die Geschichte' seh? schön war. Sie kam zum Redakteur - ihres Lieblingsmagazines, das ste zedesma las. wenn ihre Freundin es gekauf und durchaelesen hatte, und legte ihm ihr Werk vor, ob . er es brauchen könne." Hm," meinte der Redakteur, ich werde Sie's wissen la en. . Der Dame dauerte es ZU lanae. bis der Bescheid kam; ste hatte schon ganze drei Tage auf Antwort gewartet; ste machte stch entschlossen auf und begab sich in die Höhle des Löwen. Sie bat ihn, das Manuscript doch bald durchzulefen, denn." fügte sie hinzu, ich Habe noch andere Eisen im Feuer." Es dauerte nun nicht mehr lange und sie bekam den Brief des Redakteurs. Er lautete: Geehrtes Fräulein! Ich habe Ihre Geschichte gelesen und kann Ihnen mit voller Ueberzeugung rathen, das Werk dahin zu legen, wo Sie Ihre anderen Eisen haben." Er kennt ihn. Mutter: .Du, unser Oskar schreibt einen sechs Seiten langen Brief.- Vater: .So viel bekommt er nicht!"

Das Gaßlaufen im Bayerische.

Bei der Brautwerbung geht es in den bayerischen Alpenländern ziemlich materiell zu, und wenn die zahlreichen alten Gebräuche, die dort noch üblich ind, sowie die malerischen Trachten ur das Auge des Fremden der BrautWerbung und Hochzeit , den Anschein des Poetischen geben, so ist das doch mehr Schein als Wirklichkeit. Nach Liebe wicd, wenigstens unter denbegüterten Bauern, selten gefreit. ' Man st der Ansicht, daß ein gesicherter. wohleingerichteter Hausstand die Grundlage alles ehelichen Glückes ouden müsse, und die Geld- und Besitzrage spielt überall die Hauptrolle. Bei der Hochzeltsfeier' geht's naturich hoch her, denn man will den Leuen zeigen, daß man Batzen im Sack hat; groß ist die Zahl der geladenen. Gäste, selbst bei kleinen Hochzeiten wohl 40 bis 50, bei mittleren etwa 100, bei den großen thut gar das ganze Dorf und alle Gevattern, Freunde und Bekannte aus weitem Umkreise mit. Da wird geschmaust. getanzt und gesungen nach Herzensust, die Dorfjugend veranstaltet festiche Huldigungen und Spiele zu Ehren des Paares, wofür der Lohn in lmgender Münze ' und reichlicher Atzung selbstverständlich nicht ausbleiben darf. Ganz merkwürdige alte Brauche !ommen dabei oft zum Vorschein, de!en Herkunft, Sinn und Zweck man ich vergeblich zu enträthseln sucht. Ein solcher ist z. V. das Gaßllaufen, das noch in Neukirchen im bayerischen Oberland üblich ist. Neukirchen liegt nicht weit von Traunstein in reizender Gegend am Fuße malerischer Berge. Wenn dort eine größere Hochzeit geeiert wird, veranstalten die iungen Burschen des Dorfes nach Trauung der Brautleute ern Gaßllaufen (Wettlaufen), auf der Dorfstraße. Im Sommer stnd sie dabei in Hemdärmeln und barfuß, :m Winter laufen sie auf Strümpfen. Das Ziel zeigt der'Hochzeitslader mit seinem mit Blumen und Bändern geschmückten Stäbe an. Kurz vor Erreichung desselben ist ein Hinderniß aus umgelegten Stühlen und Schemeln, auf denen Maßkrüge mit Bier stehen, zu überspringen. Dle Preise betragen gewöhnlich 5 Mark für den ersten, 3 Mark für den zweiten, 2 Mark fur den dritten, der am Ziel anlangt. Der erste Sieger ist dafür verpflichtet, den Arzt zu bezahlen, falls dessen Hilfe bei der Hochzeitsfeier nothwendig werden sollte, eine Bedingung, die bei der bekannten Rauflust der oberbayerischen Burschen immerhin ihr Bedenkliches hat. Der Geruchssinn der Frauen. Daß die Frauen mit einem feineren Gefühlsstnn ausgestattet stnd, als es der der Männer ist, darüber herrscht kein Zweifel. Er befähigt sie insbesondere zu jenen minutiösen Nadelarbeiten, welche die Männer mit einem aus Bewunderung und Andacht gemischten Gefühle betrachten. Dagegen ist die Frage, ob die Frauen auch einen feineren Geruchssinn besitzen, auf Grund eingehender Untersuchungen, die slingst von .den' amerikanischen Physiologen Nichols und Valley angestellt worden stnd, überraschenderweise zu verneinen. Der Mann hat thatsächlich ein viel feineres, ja vielleicht ein doppelt fo feines Geruchsvermogen als das Weib.' Nach der allgemeinen Anstcht ist das Gegentheil der Fall. Man schreibt sogar den Frauen durchschnittlich eine ganz besondere Feinheit und Empfindlichkeit des Geruchssinns zu, und wirklich verstehen ja die Frauen es auch besser, ihr Näschen zu rümpfen, als die Männer, aber wahrscheinlich nur wegen der Kleinheit dieser ihrer lieblichen Gestchtszierde. Sonst stützt sich die Meinung von ihrem feinen Geruchsvermögen auf ihre große Vorliebe für Wohlgerüche. Höchst wahrscheinlich rührt jedoch diese Vorliebe vielmehr davon her. daß eben ihr Geruchssinn schwächer ist als der der Männer und daß ste daher von einem zu starken Parfüm nicht so leicht belästigt werden. 5kn diesem Punkte hat das obige Ergebniß wissenschaftlicher Untersu chungen eine recht praktische Bedeutung. Es enthält für die Frauen den guten Rath, mit ihren Parfüms etwas sparsam umzugehen. Im Allgemeinen können sie sich folgendes zur Richtschnür dienen lassen: Die Frau ist für die Nase der Manner stets doppelt so stark parsumlrt wie sur ihre eigene. Unanaenehme Frage. ?kunaer Arzt srenommirend): Ja. den Fall mit meinem PatientenSchulze kann ich wohl als eine wahre Wunderkur bezeichnen." Bekannter: Weil Schulze in Deiner Behandlung mit dem Leben davongekommen! Als Hausmittel gegen Sveicbelfluk empfehlen englische Aerzte das Kauen von Kaffeebohnen. Dies Mittel soll stch sehr hanslg bestens vew'äbrt kaben. Deutsche Aerzte empfehlen die Verabreichung von Jodkali und zwar 15 bis 30 Gran taglich m etwas Wasser gelost. Ueberdies verabreicht man ein leichtes Abführmittel. Verblichene Handschriftenaufzufrisck en.Ein Fließpawird mit einer Auflösung von Eisnvitriol aetränkt und auf die verbli- ! chene Stelle gelegt; sie wird vollkom-

men deutlich.

Duru-oilttlr.

Amüsante Ntg,lu für Tutllante vor dem Waffengange. Ueber die hochwichtige" Frage de? Toilette zum Duell führt der Eri d; Paris" Folgendes, aus: Für den Duellplatz ist eine elegante .Toileite durchaus nothwendig; nur dem Muthigen gelingt dies, ist doch Seelenruhe eine der Vorbedingungen, um anständig angezogen zu sein. Ein Felglinz kommt am Duellmorgen mit seinem Krawattenkragen sicher nicht zustand und setzt einen falschen Hut auf. Wer aber zum Kampf nicht anders wie zu einer garden party" geht, dessen Anzug wird nichts vorzuwerfen sein. Ein Tuellanzug muß zugleich praktisch und graziös sein. Ein SeidenHemd versteht sich von selbst, es ist warm und leicht und bietet einen un-. auffälligen, aber doch fchätzenswerthen Schutz gegen die Degenspitze; wenn man darunter einen ebenfalls seidenen Trikot trägt, gehen leichte Stiche kaum durch. Allgemein verpönt sind schwarzseidene Hemden, auch gelb verstößt gegen den guten Ton, besonders wenn das schöne Geschlecht bei der Sache im Spiele ist. Man nehme lieber neutrale Farben, etwa hellblau oder dunkelgrau. Das Beinkleid ist schwarz und weit. Als Fußbekleidung sind etwas getragene Lacksckuhe von besonders feinem Effekt. Beide Hände natürlich in weißen Handschuhen. Man erscheint auf dem Tuellplatz in Duelltoilette, in einen weiten Ueberzieher oder einen Pelz gehüllt, da die Garderoben an den ' Duellplätzen meist wenig bequem sind. Eine Art Aberglauben gebietet für Tegcnduelle stets dasselbe Hemd anzuziehen, ein Gebrauch, der sich bei allen Habitues eingebürgert hat. B Pistolenduellen ist bis neun Uhr Morgens der Frack erlaubt, die Fachleute empfehlen ihn sogar. Man kann ja von einem Ball kommen, der stch ein wenig in den Morgen ausgedehnt hat. Gehrock und Cylinder geben eine sehr stilvolle Silhouette, wrrken aber hernach beim Dejeuner etwas zu ernst und feierlich und sollten jedenfalls nie vor drei Uhr Nachmittags angelegt werden. Statt eines Fracks ist auch ein enganliegender Schwalbenschwanz mit steifem Hut nicht übel. Ten Rockkragen hoch zu schlagen, gut auf dem Duellplatz nicht weniger wie sonst überall als ein Beweis der Unkultur, da ein schwarzseidenez.' Halstuch dasleuchtende Weiß von Kragen und VorHemd ebensogut verdeckt. Ein Heller Handschuh auf der linken Hand, die auf de7l Rücken gelegt wird. Die Sekundanten haben stch anzuziehen, als wenn sie einen offiziellen Besuch machen wollten. Weiter nichts. Sie dürfen äusseren wie sie wollen, nur nicht wie Sekundanten. Wenn man keinen Automobilbreak zur Verfügung haben sollte, empfehlen wir den klaslischen gejchlossenen - Landauer. Wenn man-keinen hat, leihe' man ihn von einem Freunde, da man in einem Miethsfuhrwerk unfehlbar den Eindruck erwecken wird, als ob man zu einer Hochzeit führe. Vor o!ier be sonders nach dem Duell das Verdeck des Wagens zurückzuschlagen, würde eine sehr üble Erziehung verrathen. 5c m M o r a st v e r s u n'k e n. Auf einem Grundstück der Laubenkolonie Weie Taube" zuBerlln spielte der vierjährige Sohn des Obergärt ners Korthals mit mehreren gleichalterigen Kindern. Dabei kam er einem kleinen sumpfigen Tümpel zu nahe; das schlüpfrig: Erdreich am Rande gab nach, und vor den Augen seiner Spiel kameraden versank der Kleine lautlos in den Morast. Anstatt sofort aus einem nahegelegenen Hause Hilse zu bolen. liefen die erschreckten Kinder nach Hause und erzählten ihren Eltern von dem Vorfall. So kam es. daß das unglückliche Kind hilflos zugrunde ging. Durch ein Unwetter geheilt. In Edenkoben, Rhnnpfalz, war eine Frau seit Jahren durch aymung an das Bett gefesselt. Im vergangenen August brauste über Edenkoben ein beftiaer Sturm Hinwez. Die Hagelstüäe schlugen mit großer Wucht hernieder, und es ward ganz slnster. Vor Schreck machte, öle Frau ernen Sprung aus dem Bctt. und stehe, :t konnte nicht nur stehen, sondern auch laufen. Ein Rückfall der Lähmung ist bis iekt nicht eingetreten, so dan thatsächlich die Frau durch das Unwetter wieder gehen gelernt hat. internationaler Kirch e n r ä u b e r. Die Strafkammer zu Düsseldorf, Rheinprovinz, verur. theilte neulich den angeblichen Kaufmann iolevk Gasser zu drei Jahren Zuchthaus. Der Mann war dabei abgefaßt worden, als er in einer Tusseldorfer Kirche die Opferstöcke mittelst Lcimrutben beraubte. Die behörd lichen Ermittlungen ergaben, daß Gasser ein. internationaler, Kirchenrauber war, der gemeinschaftlich mit weiteren Komplizen sein gemeingefährliches Handwerk systematisch betrieb. Vom Offizier zum Bettl e r. In einem ' Straßengraben bei Grogörschen. Provinz Sachsen, wurde ein Mann todt aufgefunden. Aus den bei ihm voraefundenen Papieren konnte sein Name und sein Geburtsort nicht ermittelt werden, woyl aber ging aus ihnen hervor, daß der Verstorbene Bautechniker gewesen war und sieben Jahre aktiv dem Offiziersstande angehört hatte. Infolge Trunksucht war der Mann zum - Bettler heruntergesunken.