Indiana Tribüne, Volume 29, Number 98, Indianapolis, Marion County, 16 December 1905 — Page 1
N- o x Tage und g SonntaZsblatt lOo Per Woche. 8 M O nYVfl Tac. und r r'S l! raimraasMaif ! r g i()e per Woche. w S29?9 v '.4 - - Jl ?ÜiSS3. Grschewt jeden Nachmittag Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Samstag, 16. Dezember 190 No. 98.
3
9 r n fr lYY) V vöx UL
liO
JLA3
Im - J lix
Der srcchc SPitzbuvc
welcher f). D. Burgheim, um Uhren oestahl Angeblich in Hast. Der freche Gauner, der am letzteu Mittwoch mit nahezu unglaublicher Unverfrorenheit aus dem Schaukasten vor H. D. Bllrgheim'S Laden, No. 41 West Washinaton . Straße, etwa 25 Taschenuhren stahl und dann gemüth l!ch davonspazierte. scheint in der Per son deZ 45'jährigen Emmet Bishop von FranZün, Ind., dingfest gemacht zu sein. AischopZ Heim ist in Franklin, Ind. Nachdem er hier den frechen Diebftah! ausgeführt hatte, ging er wieder nach Franklin, wo er einem Schankwlrth 2 Uhren verkaufen wollte. Der SchankWirth bedauerte, für dieselben keinen Gebrauch zu haben und sandte ihn zu den Pfandläden, doch die PfandonkelZ wollten die Uhren nicht kaufen. Schließlich ging er zu einem dortigen Kaufmann, holte eine ganze Reibe Uhren au- der Tasche und suchte bei ihm seine Beute an den Mann zu bringen. Dem Kaufmann kam die Sache verdächtig war. Er hatte von dem hier verübten Dieb stahl gehört und benachrichtigte die Polizei Detektiv Holmeö reifte nach Franklin und brachte den Kunden hin ter Schloß und Riegel. Gestern wurde er in das hiestge Gefängniß eingelie fert und weiß nun. was die Glocke für ihn geschlagen hat. Das Necorderöamt geschäftig. AuS der Zunahme der vielen Eintragungenj welche in den letzten 11 Monaten in der Office des Recorders vorge nommen wurden, geht hervor, daß In dianapoliS forkroährend im Wachsen begriffen ijx. Vom Januar dieses Jahres bis zum'1. Dezember wurden 22,917 verschiedene Papiere in der Office deS Recorder? hinterlegt, also imVurchschnitt 70 im Tage. Unter diesen Papie?:n befanden stch 8409 Urkunden, -3179 Hypothekenpapiere und 8359 Quittungen und Pachtverträge. In den vorhergehenden Jahren wurden während 12 Monate lange nicht so viele Papiere hinterlegt wie jetzt. ES wurden im Jahre 1900 während 12 Monaten 15.552; 1901 dagegen 17,236; 1902, 18,131; 1903, 19,270 und 1904 18,890 regiftrirt. Einbrecher verscheucht. Recht unerwünschten Besuch erhielt letzte Nacht Herr Grant Kahn von 2830 N. Illinois Straße, den ihm ein Ne ger abstattete, und als Andenken seine Hose, in der sich $15 befanden, mitnahm. Der Neger trug eine Blendlaterne bei sich. Frau Kahn sah den Schwarzen bei der Arbeit- und rief ihren Gatten zu Hülfe, der die Polizei benachrichtigte. Obwohl diese !die gekämmte Umgebung durchstreifte, schien der Neger wie vom Erdboden öttschlungen zu sein. Für Seehafen. r Gouverneur Hanly erhielt von den Beamten der Steeltruft, welche eine gewaltige Anlage in Lake County beabsichtigen, eine Anfrage, wie sich die In diana Kongreßmänner und Senatoren zu einer bei dem Bundesgouvernement gemachte Verwllligung stellen würden, aus dem Hafen von Jndiana Harbor, einen Hafen mit tiefen Seegang zu machen. Es wird . vorausgesetzt, daß die Delegation von Jndiana eine derartig Srnrnfliguna don der Bundes, gierung unterstützen wird, da diese Ausschaltung deS. HafenS den Handel des Staates sehr vergrößern wird. t Die County'Commissüre haben die Angebote zur Lieferung der 130 Ctimmmafchinen für Marion County zum großen Aerger der bethe! ligten Firmes wieder zurückgewiesen. Sie verweigern den Grund anzugeben, roarum sie den Kontrakt . nicht vergeben ollen.
NanheS Erwachen.
Aus dem schönsten Schlafe, in dem sich der 3(Mährige 27t. Engel, ein im Hause No. 1015 West New York'Straße wohnender Glasarbeiter, befand, weck ten ihn letzte Nacht unsanft die Detec tivZ Hauser und Larsh. Engel wird beschuldigt, seinen Ar Zeitgebern fortgesetzt Gummischlauche und einem Collegen angeblich eine Uhr entwendet zu haben. Obwohl 'gegen ihn nur die Anklage wegen Kleindieb stahls erhoben wutbe, stellte man ihn doch unter $500 Bürgschaft. Die höchste Bürgschaft für Kleindiebstahl beträgt $250, deßhalb wird angenommen, daß er noch mehr auf dem Kerb, holze hat, zumal ihn zwei so erfahrene DetectivS, wie' die genannten, des Nachts aus dem Bette holten. Kurz bor Mitternacht erschien sein Vater im Gefängniffe und hatte ein.' Unterredung mit seinem Sohne, für den er in so später Stunde vergeblich Bürgschaft aufzutreiben versuchte. Im Eottage System. Die im südöstlichen Theil von Indiana zu errichtende Irrenanstalt wird in Form vonWohnhäusern gebaut, und nicht in einem großen Gebäude. Die Anstalt wird ungeführt 1000 Kranke aufnehmen können. Die Architekten Foltz und Parker wurden von den vie len Firmen, die sich gemeldet hatten die Pläne auszuarbeiten, aewüblt. Diese werden mit Dr. Smith, dem Superintendenten des östlichen Hospi tals, in Richmond zusammenkommen, um sich über die neuen Pläne zu berathen. Eine Sitzung mit Gouverneur Hanly wird am Montag abgehalten werden. Ein topographischer Ueberblick soll von dem in der Nähe von Ma dison gelegenen Grundstück gemacht werden. Nachdem dieser fertiggestellt ist, werden sich die Commissäre und Archi tecten nach dem Bauplatz begeben, um die Grundlinien für die einzelnen Ge bäude festzulegen, worauf die Pläne gezeichnet werden sollen. Behörde für öffentliche Arbeiten. Endgültige Beschlüsse wurden be willigt: Für Kanalifirung der King Ave., von der 1. Alley nördlich von Michigan Straße bis zu 33 Fuß südlich der 10. Straße. Für Freilegung- eines Theiles der 20. Straße, von der Allev westlich der YandeS Str. bis zur Cornell Ave. Für Eröffnung eines Theiles der 24. Straße, von der 1. Alley westlich der YandeS Str. bis zur 1. Alley östlich der Coinell Ave. Alle Anordnungen wurden widerrufen: V Für Freilegung eines Theiles der Wabash Str.'. von der Missouri Str. bis zur 1. Alley östlich von der Missouri Str. Für KieZschüttung und Krümmung des Fahrweges, gepflasterte Gossen und cementirte Seitenwege in der Elision. Straße, von der 31. bis .zur 34. Straße. Entgültige Beschlüsse wurden ange nommen: Für Kanallsierung in. der, Merrill Straße, von der ersten Alley westlich der West Straße bis 'zu einem Punkte 10 Fuß westlich der Missouri Str. Vorläufige Beschlüsse wurden vorgemerkt: Für Cement Seitenwege, Krümmung nnd Gossen in der 25. Straße, von der Northwestern Avenue bis zu der ersten Alley östlich der Burton Straße. Für Cement Seitenwege. ström mung und Gossen in der 26. Straße, von der Sherman Ave. bis zu der ersten Alley östlich der Burton Ave. Anvreaö Oehler 20 Süd Delaware Straße. Feiertags Berkauf. Ein elegante Vorrath von Schmucksachen und was die Uhr sagt wenn ich gereinigt oder reparirt werden muß, so bring' mich zu Andreas Oehler, dem zuverlässigen Uhr. macher. dann komm ich zu dir zurück mit lachendem Gesicht und neuem Leben. Der Laden ist jeden Abend offen. Etablirt 1861.
Ungcbctcncn Besuch
Stattet porchkletterer der wohnung von Ben Rohn ab. Machen gute Beute nnd entkommen. Ein Ritter vom Brecheisen stattete gestern Abend der Wohnung von Benjamin Cohn, 2205 Nord Meridian Straße, einen ungebetenen Besuch ab, während sich die gesammte Familie im Hause besand. Der Einbrecher verschaffte sich Ein gang in den zweiten Stock, wo er in einem Zimmer eine , mit Diamanten besetzte Halskette im Werthe von S200 fand. Nachsem er- diese eingesteckt hatte, wollte er nach weiterer Beute Umschau halten. Im selben Stock befindet sich das Telephon. Dieses fing plötzlich an zu läuten. Ein Mitglied der Familie ging die Treppe hinauf, um die Mel dung entgegenzunehmen. Als der Ein breche? die Schritte hörte, kletterte er die Porch wieder hinunter und verschwand sammt seiner Beute. Die benachrichtigte Polizei konnte keine Spur des Thäters entdecken. Man glaubt, daß die Kette nach Cincinnati gebracht wird und in einem Pfandhause daselbst zu finden sei. Vernünftiges Urtheil. Ein 16 Jahre , alles Mädchen, wel. cheö erst kürzlich von Ungarn nach den Vereinigten Staaten kam, bildete ge ftern im Polizeigericht den Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit. Sie stand in Verbindung mit dem Fall des SchankwirtheS Joe Baker, ebenfalls aus dem schönen Ungarlande stammend. der in 706 Warman Ave., Haugh vllle, eine Schankwirthschaft betreibt und kürzlich unter der Anklage verhaf. tet worden war eine Minderjährige in seiner ..Wirthschaft in Diensten zu haben. AIS Entschuldigung gab Baker an. daß daS Mädchen, seit eS nach diesem Lande kam, ein Mit glied seiner Familie geworden sei und auch als solches betrachtet wurde. Es hätte deshalb seiner Ansicht nach das Recht, sich in das Schankzimmer zu be geben und dort Getränke zu Verkäufen In Wirklichkeit sei aber das Mädchen eine Angestellte, denn er bezahle ihr zehn Dollars im Monat dafür, daß sie seiner Frau behülflich sei. Der Wirth, dessen, Kunden Haupt. sächlich Gallzier, Ungarn. Böhmen und sonstige Angehörige von Völkerschaften auS Oefierreich.Ungarn bilden, wurde von Rechtsanwalt RnckelShauS verthtt' digt, der angab, daß Baker sich keinen Verstob gegen das Gesetz zu Schulden Kommen ließ, da das Mädchen als Familienmitglied betrachtet wurde und' in das Schankzimmer gehen dürfe, um dasselbe zu reinigen. EtaatSanwalt Holmes dagegen war der Ansicht, daß das Mädchen kein Recht hätte, sich in das Schankzimmer zu be geben, da sie eine Minderjährige fei. Die Polizei behauptet, daß Baker das Mädchen als Attraktion für feine Landsleute halte. '. Richter Wilkinfon entschied schließlich daß der Wirth verpflichtet sei. das Mädchen dem Schankzimmer fernzu. halten und sprach den Angeklagten frei. Civttgeriqt. Ein schlechter Zahler scheint ein Herr Patrick I. Ryan von hierzu sein, 'gegen den JameS P. Toyle im Superiorge richt Klage auf Zahlung von 550 ongestrengt hat. Toyle gab an, daß er am 30. Jan. 1902 dem Ryan obengenannte Summe geliehen habe und daß derselbe ver sprach den Betrag sammt sechs Prozent Zinsen bereit? am 3. Februar deöfel den JahreS bei der Jndiana National Bank von hier zu deponieren. Doch habe er bis jetzt noch keinen Cent erhal ten und er sehe sich deshalb genöthigt, auf dem Klagevege zu seinem Gelde zu kommen.. Die ieße 5 Cent Cigarre in er Statt, Nuchs'S .Lenzfellov-. ;
Steine statt Gemüse.
Kartoffeln und Tomaten, die sich plötzlich in Sand, Ziegel und anderen Stetn.Abfall und Holz verwandelt haben sollen, spielen bei der auf $500 lautenden Schadenersatzklage, die Wm. Royse und Lottie A. Rovse als jetzige Inhaber eines in 636 Virginia Ave. gelegenen Grocery-GescbäfteS gegen den früheren Inhaber, Thomas A. Hen drickson angestrengt haben, eine wich. tige Rolle. Am 6. November dieses Jahres kauf. ten Kläger vom Beklagtem das No. 636 Virginia-Avenue belegene Material waareN'Geschäft sammt allem zu 'der Zeit darin befindlichen Inhalte, sowie Pferd und Wagen, welche mit zum Be triebe gerechnet wurden. Als die bei den RoyseS sich kurz vor Abschluß deS Kaufes in den Laden begaben, soll ih nen Hendrickson 25 Dutzend angeblich mit Kartoffeln und einige mit Tomaten gefüllte Kannen gezeigt haben, die eben falls mit zum Bargaln" gehörten. Die Kauflustigen, denen der sonstige Vorrath gefiel, wan dann über daS Vorhandensein so vieler Waaren auf's Höchste, erfreutvnd schloffen dann mit Hendrickson den Kaufvertrag ab. In diesem verpflichtete sich der Verkäufer, kein neues Geschäft in dieser Stadt in einer Entfernung von 20 Häusergevier ten von dem jetzigen anzufangen. Die Kaufenden bezahlten dann $75 sofort an und am 11. November den Rest deS Kaufbetrages,, nämlich $709.So weit wur Alles schön und gut. Als die neuen Inhaber in ihrem Reiche gerade ein wenig warm geworden wa ren. sahen sie sich die vielen mit Kar. toffeln und Tomaten angeblich gefüll. ten Kannen etwas näher an und muß ten dabei zu ihrem großen Erstaunen bemerken, daß keine Kartoffeln und To. maten darin waren, sondern Ziegel st'e. Absall und Sand. Da ging ihnen schon ein Licht auf: aber eS kam noch besser. Hendrickson fing nach kurzer Zeit nicht weit von seinem früheren Laden, und Zwar No. 1209 MadifoN'Straße, ein neues Grocery Geschäft an, ver kaufte seine Waaren billiger als die RoyseS eS thun konnten und Folge war, daß die früheren Kunden wieder zu ihm gingen. Das war den Geprellten denn doch zu stark. Sie strengten gegen den schlauen Krümer eine Schadenersatzklage an und die Verhandlung scheint noch recht interessant zu werden. Neuer Geschäftsführer Der Indianapolis Traction & Terminal , Company. Aus Rhode Island wird gemeldet. daß Robert I. Todd die Stellung als Generalgeschäftsführer der Jndianapo 115 Traction und Terminal Company in Indianapolis übertragen worden. Herr Todd bekleidete früher die Stel lung als Leiter der Rhode Island Company, welche die größte Anzahl der elektrischen Trolleylinien iu dem Staate besitzt. Er wird seine dortige Stellung am 1.' Januar ausgeben, um nach hier überzusiedeln. Ja die Moral. Governeur Hanly, welcher mit den polizeilichen Berichten der 3 Polizei Kommissäre von Hammond nicht zu frieden' ist, hat nun ihre Resignation Verlangt. Den Bewohnern van Harn mond sowie den 3 in Mitleidenschaft gezogenen kam dieser Bericht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Com missäre glaubten ihre Pflicht und Schuldigkeit voll und ganz zu erfüllen, und ist ihnen von Seiten der Bewohner nie Klagen zu Gehör gekommen. Neue Inkorporationen. Die ,S. I. Peadody Lumber Com pany" in Columbia City; Capital 60. 000; Directoren: S. J. Peadody, Fer dinand Morsches, David Seiger, Too. maö A. Peadody und Oscar Wllkins.
Gricchcn und Neger
Bekämpfen sich mit Steinen und Flinten Richten, aber mehr Lärm als Un heil an. .ES war kurz vor Mitternacht, als der Polizei der Ausbruch eines Aufruhrs an der Jndiana Avenue gemeldet wurde. Die vier Radlerboliziften Mor gan, Samuels, Kitzmiller und Ber nauer wurden sofort nach dem Schau platz des Aufruhrs gesandt und sie ver hafteten dort den 32.jährigen Mike HarakaS, einen Griechen von Sparta, der in No. 212 W. New York Straße wohnt und den Neger Clwood Smith, der .den Aufruhr angestiftet haben soll. Die Griechen HarakaS und PouloZ führen in No. 301306 Jndiana Ave. ein Restaurant, welches den fchö nen Namen Chicago Restaurant und Hotel hat und dessen Kunden meistens Neger find. Wie Polizist Hofbauer angiebt, soll in demselben fast täglich das Einschreiten . der Polizei nöthig sein. Nachdem die Neger bezahlt ha ben, verlangen die Griechen nochmals das Geld, indem sie behaupten, daß die Zeche noch nicht entrichtet wurde. ES kam dann immer zu erregten Wort wechseln, wobei die Neger meistens den kürzeren zogen, in dem sie genöthigt wurden, zum zweiten Male zu zahlen. Gegen 11 Uhr AbendS betrat der Ne. ger Smith das Restaurant, verzehrte etwas und konnte dann, wie die Re ftaurantbesttzer aussagen, nicht bezah zahlen. HarakaS soll dann angeblich dkn Neger mit dem Kolben einer langen Flinte geschlagen und dann den Neger an die Frische Luft gesetzt haben. Der Neger schleuderte dann im Verein mit Raffegenossen Steine durch daS Fen fier und HarakoS soll dann durch daS Fenster wieder Schüsse auf den vor der Thüre stehenden Neger abgegeben ha ben, die alle ihr Ziel verfehlten, dage gen das Fenster des gegenüber wohnen den Negers A. I. ParkerS trafen. Par ker befand fich gerade im Bett, als einer der Schüsse durch das Fenster drang. Anders lauten die Aussagen deS Re ftaurantpersonalS. Sie behaupten, daß Smith den Skandal angestiftet habe und daß die Schüsse von außen gekom men seien. Augenzeugen des Vorfalls waren Hermann Schulz von 325 In diana Avenue, der in dem dort gelege nen Restaurant arbeitet und RogerS DavlS, ein Bote der Western Union Telegraph Co. Schulz behauptete ge fehen zu haben, wie der Grieche einen Schuß abfeuerte. Ein Angestellter des Restaurants er. klärte, daß die anwesenden Schwarzen Partei für den an die frische Luft gesetz ten ergriffen hätten und daß stch daraus eine allgemeine Schlägerei entwickelte. die das Eingreifen der Polizei erfor derte. HarakaS und Smith wurden in ei nem Patrolwagen auf die Polizelftation gebracht und dort eingelocht. Nach den übrigen Thätern wird gesucht. Wie sich' später herausstellte, trug sich der Vorfall folgendermaßen zu: Zwei Negerpaare, Männer und Frauen begaben sich in das Chicago. Restaurant, ließen sich eine Menge Sa chen auftischen uud als eS an'S Bezah len ging, weigerten sie 'sich ihre Rech nung zu begleichen. Sie begabeu sich dann vor die Thüre, schleuderten Back steine in daS Fenster, und nach einiger Zelt wechselten sie mit HarakaS, dem einen der Besitzer. Schüsse. HarakaS lief dann vor die Thüre, feuerte meh. rere Schüsse ab, zog den Neger Smith gewaltsam in das Restaurant, wo er ihn so lange festhielt, bis die Polizei kam und beide einlochte. Verschiedene in der Umgegend wsh nende Neger nahmen für ihre Rasse genossen Partei, woraus der Aufruhr entstand. UebrigenS erfreuten sich beide Ber. haftete bald ihrer Freiheit. Für den Neger sammelten seine Rassegenossen das zur Bürgschaft erforderliche Geld, HarakaS bezahlte selbst. , OottUcv eulyard!, .Die gemüthliche (5de, Cit Noble und Merket Oiv
Nachrichten aus Jndiana.
Marion, 15. Dez. Vater F. C. Weichman, Pastor der katholischen Kirche in GaS City, starb gestern im Alter von 50 Jahren in seiner Woh nung. Weichman war über 2 Jahre an Tuberkulose krank gewesen und man glaubt, daß diese seinen Tod verur sachte. Blusston, 15. Otto Cook, der letzte der 6 Angeklagten, welche Preston Sanderson von Hartford City am 31. Oktober 1904 ermordet haben sollen. wurde schuldig befunden und mit le benSlänglich Zuchthaus bestraft. Dieser Prozeß der 6 Angeklagten, Lwelche Ver wandten deS Preston Sanderson sind. !hat dem Blackford County ungefähr 10,000 Dollars gekostet. Wells County hatte diese Kosten be zahlt, und verlangt nun die Kosten von Blackford County zurück. ,Der County'Advokat W. H. Honey von Blackford sagt jedoch, daß die Kosten für Blackford zu hoch seien und verweigert die Bezahlung. Aus dieser Sache wird sich wahrscheinlich noch ein anderer Prozeß entwickeln. L a p o r t e , 15. Dez. ' Die In diana EisenbahN'Gesellschaft, welche die Jnterurban Strecken South Bend, Mishawaka, Goshen und Elkhart be fahren und die South Bend,5Laporte und Michigan City Eisendahn.Gesell schaft, welche die JnterurbanStrecke zwischen South Bend beführt, wurden zu einer Gesellschaft unter dem Namen Northern Jndiana EisenbahnGesell schaft mit einem Bet'riebscapital von S,000,000 verbunden. Directoren Dieser Gesellschaft find: Arthur Ken nedy und Waller Lyons von Pittsbürg; I. M. McSmith, I. B. Mc Cance und W. L. Stone Zvon South Bend. E v an övtt l le. 15. Dez.' Der Personenzug No. ' 125 der Illinois Central'Eisenbahn, auf der Fahrt nach Nashville, Tenn.. sprang zwischen ein und zwei Uhr Freitag MorgenZbei einer Fahrgeschwindigkeit von 20 Meilen die Stunde aus den Schienen. Zwei Leute wurden schwer verletzt. ' Frank DaviS. Weichensteller, 25 Jahre alt, unverhei rathet, wurde ein Bein vomZRumpse getrennt und das andere schwer ge quetscht. Er wird jedenfalls seinen Verletzungen? erliegen. ' Emil Beck, Heizer, 26 Jahre alt, auchZunverheira thet, wurden beide Beine schwer ver brüht. Er ist in einer schlimmen Ver faffung. Der Unfall passirte gerade unterhalb der Station, zwischen den beiden Hauptgebäuden der Jndiana Ofenwerke. Die Lokomotive schoß ge gen das eine Gebäude und verursachte eine klaffende Oeffnung. Lokomotiv führer und Heizer sprangen ab. Der Pullmanwagen fuhr gegen das andere Gebäude, wobei das Vordertheil des Wagens beschädigt wurde. Die Passa giere kamen mit dem! Schrecken davon. Die Ursache deö Unfalles soll Schienen Weiterung sein. Der Schaden der Jndiana Ofenwerke foll mehrere Tau send Dollars betragen. Marion, 15. Dez. Seit zvei Wochen wird die Wohnung von George Miller an der West Wile Str. mit Steinen dombardirt. Gestern Abend war Herr Miller beim Anziehen für eine Gesellschaft beschäftigt, als wieder Steine durch das .Fenster ge flogen kamen. Die Steine hätten bei nahe eines seiner Kinder getroffen. . Cr ergriff fein Gewehr und lies nach draußen, wo er zwei Männer, erblickte, die das Wette suchten. Er legte an und traf den einen der FlüShtlingc, der zweite Schuß fehlte jedoch den anderen. Der nichtgetrossene Bursche unterstützte den Verwundeten bei seiner Flucht. Miller benachrich
tigte die Polizei, welche mit ihm eine lutspur bis zu einem Punkte an der Meridian Straße verfolgte. Hier möffen die Burschen ein Fuhrwerk zur weitereu Flucht benutzt haben,. da man keine Blutspur mehr entdecken konnte. Herr und Frau Miller find fich nicht bewußt irgend welche Veranlagung für eine derartige Roheit gegeben zu haben. Sie habm nicht die gerinze Idee, wer die Steiniger sein könnten
