Indiana Tribüne, Volume 29, Number 95, Indianapolis, Marion County, 13 December 1905 — Page 5

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ZhrZchwur. Novellette von AgneS Echoebel. Seit Tagen schon traten ihr bei dem geringsten Anlaß die Thränen in die Äugen. Sie ging umher wie jemand, der einen großen Schmerz nicht ausweinen darf und ihn gleichsam in tleiner Münze dahingibt. Wie glücklich und unbekümmert war sie noch, vor einer Woche, gewesen! Sorglos hatte sie dem Leben entgegengelacht, - von der Stunde genommen, was die Stunde gegeben, Einkäufe für ihre Ausstattung besorgt. Zeichnungen für die künftige WohnungsEinrichtungen entworfen. - Und nun schien ihr plötzlich jede Freude an der Wirklichkeit zerbrochen, ein eingebildetes Traumbild zerronnen zu sein. Und das alles um zweier Worte willen, um zweier kleiner Worte willen! In ihrer Theaterloge hatte sie gef essen, auf den Verlobten wartend, dem sein Beruf ein pünktliches Erscheinen nicht gestattete. Ungeduldig hatte sie ihren Fächer auseinandergefaltet, eine flimmernde Scheidewand zwischen sich und der bunten Welt des Scheins damit errichtend. Die Augen waren ihr zugefallen, ihr Herz hatte in süßer

Bangigkeit und Sehnsucht geklopft! Da drangen während des Zwischenaktes halbgeslüsterte Worte rn ihr Oh: aus der Nebenloge kommend . Worte, die sie bis m's Innerste todtlich verwundeten! Wa sagt Ihr eigentlich zu der Verlobung? Die häßliche Irma Werthern und der bildschöne Assessor von Gerlach. Es ist doch sonnenklar, daß er sie nur um's Geld nimmt. Wo Irma ging und stand seit jenem Unglücksmoment. ' hörte sie die beiden Worte die giftigen, ihren Traum vom Leben zerstörenden Worte: Urn's Geld". ' Unter Qualen beobachtete sie ihren Verlobten. Sie fand sein Benehmen kalt, gezwungen. Sie bedachte - nicht, daß sie es war, die ihm plötzlich gründlos mit herablassender Gleichgültigkeit begegnete. Nun stand sie vor dem Spiegel und unterwarf mit grausamer Schärfe -ihr Gesicht, ihre Gestalt emer Prüfung. Häßlich hatte, man sie genannt, ohne weitere Beschönigung, ohne ein mil derndes Beiwort, aanz einfach die häßliche Irma Werthern". Unter dieser Marke war sie anscheinend jedem in der Gesellschaft bekannt. Stromweis liefen ihr plötzlich die Thränen über 's Gencht. Ja, sie war häßlich, ihre Züge langgezogen, ohne Weichheit und Süße, ihre Gestalt mager , und reizlos. Schmeichlerische Dienstboten und Erzieherinnen hatten die reiche, mutterlos aufgewachsene Erbin über den Mangel an äußeren Vorzuqen hmweqzutauschen versucht. geschickte Modistinnen jeden Kunstcnft angewandt, um Fraulem Wer thern wenigstens elegant erscheinen zu lassen. Und Irma selber, in naiver Selbsttäuschung befangen, hatte sich interessant gefunden mit ihrem reichen Haar, den blitzenden Zahnen des aller riinnä .irofcen Mundes und den seltsam schillernden grauen Augen. " o a w" i i Und nun war ihr eine. Aufklärung zugeflogen in grausamen höhnischen Worten. Sie sollte häßlich sein; man konnte sie einzig und allein m's Geld heirathen! Ihr starkes Selbstgefühl, ihr nie mals aebrochener Wille empörte sich. Heftig bückte sie sich zur Spiegelkonsole yerav, aus oer lumen ilanoen, emfache, schlichte Blumen, deren Anschas funa die Mittel eines vermögenslosen Assessors gestatteten. Vor ihrer Verlobung war die reiche Erom gewohnt daß man ihr indische Lilien und Qrchi deen brachte. Aber diese Blumen hier hatten Liebe geduftet, Liebe. Unter einem Wehelaut riß Irma sie aus ibren-Gläsern. Sie zertrat die Veilchen, die Maiglöckchen unter den Füßen. , sie durchschaute jetzt die Comödie von der Einfachheit, die ihr Franz bisher vorgespiegelt hatte. Seine Verachtung des Geldes, sein Beharren auf der schlichten Einrichtung einer kleinen Wohnung, das alles war Heuchelei gewesen, um den Scharfsinn des reichen, häßlichen Madchens einzuschla fern. Aber noch rechtzeitig war ihr Stolz, ihre Selbstachtung aufgewacht. Tausendmal lieber freudlos und einsam dahinleben, als von dem geliebte sten Menschen ausgenützt, vielleich be trogen zu werden. rrna trocknete ibre Tbränen. Lana: sam hob sie die Wimpern. Wie merkwürdig ihre Augen wieder schillerten! Wie roth ihr Mund leuchtete inmitten vwrr- ' r ri.r ia cm rr . oer Joiüt iyreeiiazis. uar jic wirklick bäklick? Gleichgültig kleidete sie sich an, ohne Hast, obgleich der Verlobte sie bereits erwartete. Mochte er mit dem Papa plaudern. Es würde ohnehin das letztemal sein. Das letztemal! Sie biß die Zähne zusammen und schloß ihr Kleid. Das mtte Grün hob ihren feinen, blumenzarten Teint; die schwarze Haarwolke über der Stirn hatte sich bis zu den Brauen hinabgefchoben und ließ die gestreckten Linien ihres Gesichts verkürzt erscheinen. Gleich zwei Querstrichen lagen die dunklen, geraden Brauen über den grauen Augensternen. Da saß der Trotz, der Stolz, der unbeugsame Wille! Sich aus den Hüften herausreckend, trat Irma ihrem Bräutigam entgegen. DerPapa dachte noch eir.cn kleinen

Gang durch tat arten thun. Er I

liefe das Brautpaar allem. . , I . ungen Mannes Augen leuq. Kien auf. Etwas Fascinirendes um. schwebte atm, etwas himr.ikll Triumxhirendes. -Er wollte sie in fct 9srrn r Kmart nihr st Vntrh Vnr 1 . r"' Bit "lab mich sagte sie und steif Franz runzelte die Stirn. en 'rma? Du die gleichmäßig Liebenswürdige, zeigst plötzlich o..J: Launen? .Tja rzi. s;. o;hh,n aber sie gleichen sich nicht. Jchhabe riWÄffÄ Mir war. Du seist plötzlich IN ein Ungeheuer umgewandelt worden. Du. ja juu, itiuua. u muhiv i; j; uuivu brach sie aus: .Kurz und knapp und ebrlich'wausaesaat: mir ist n un. ts.. e r.rr.. c;ra;.;i i ehrlich heraus gesagt: mir ist gefähr der. Verdacht zugeflogen, daß Du mich nur um um's Geld heirathen willst W von emem Peitschenschlag getroffen, bogen sich seine Schultern. Um's Geld, ich Dich er wurde oleim. lassen, Irma." Mit finsterem Blick O v ...v... w... sah auf. sollte Dich um? eft heirathen wollen, ich? Als ich Dich in Mm ?s,?n,n rnrrfin wSpnrf NN?N lernte, konnte ich doch nicht ahnen, daß VUV V.1.V I l VMV. 'V.VVV. das unge Mädchen im einfachen rn,i,r, GUi'hrhtr, rnH h,m f T?At 4UMVtl VViVIVVVIk 4k Wft Vy V Namen Werthern eine der reichsten Erbinnen Breslaus sei. Ich habe Dich lieb aewonnen. rma. so lieb' Di XnM&hrt für mrirt (Snrritr fonton nlnnjnW srin SnM tvrshrfrrft mir I l-v..... ' - " i MMtQV4tVI V- V j T eine mäßige Beisteuer zum Haushalt, dazu cine kleine Wohnung in seiner MW . w,; Vmtrf mtf Mrfvi'r nen Ansprüchen konnten wohl zusammenkommen unter den Umständen." 1 I rmn mnri hrt Tnhf tn ben Vtnrftrt Uns sson (rfmrn aÄMft 3it tn?A ZI!? nnick?" s5r slffim Mmfr. cx.si i.vv. -wm..v. o " I M,,7 1

bin arm. und das mag in den Augen 'A der Welt aliT Schande gelten. Aber nZn zu Zeit nach seinen PrivatDu hattest es mich bisher nicht fühlen ?Iw$n : " inen gesellschaftli-

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das Deine unverbrüchliche Meinung?" UJ h t m5??, zr- ? wr7fn los, wie em Gespenst, mit starren, weit-

' ' .rma!" - Es klana w e ein kleben .jvv . v, , w . . . i nvvv.. von Herz zu Herzen. Aber das Mäd i chen zeigte sich erstarrt und versteinert. Franz trat zum Fenster. Von den Bäumen des herbstlichen Gartens sank langsam Blatt um Blatt, rothleuchtend wie glühende, sterbende Hoffnungen. Der Mann kämpfte und rana. Aber er v fr Miiivitv v v w v irrxrrkt iinh hiirff iirn SRrftHnb niß bitten, um Glauben.- Den Kops ri Knu YnnnM r fr ,tm Die Worte, die Du gesprochen hast, na, sie trennen uns. Für immer. . I m?.; ?s, vz..t s nitfor l JJH.Ul VbViV4k jtVV IVvUVil I Auseinandersekuna. 5t6 darf auck

Deinen von mir so hochverehrten Vater Irma konnte das Entsetzliche nicht nicht um eine Vermittlung ersuchen, fassen. Ihre Adern schienen wie ausDu bist reich, ich bin arm. so hören geschöpft, die feinen Bänder ihrer

wir mckt zueinander. Irma neigte sich ein wenig vorwärts, Ohne Kampf gab er sie aus? Ohne Bitten und Flehen? Wie fremd und gleichgültig mußte ihre Person ihm geblieben sein! UndXtteichthum fand er wohl noch bei einer andern, er. der ..bildschöne" Assessor von Gerlach mit den qänzenden Aussichten auf Carriere, Em ungeheures Leid senkte sich auf ihr Herz. Sie glaubte in die Knie Unken zu müssen, m den Staub. Aber nur hoher richtete sie sich auf und sagte: Wir gehören nicht zueinander." Wie ein Echo seiner letzten Worte klang es, hart, kalt, seelenlos. Und doch kämpfte I n ;i r.:t ot." i u c j um giuqcnccn planen, m v:. i: j. inT..i it.. cirt . . mz q) vav Mi ihrer Ävern oerwan-l-xl t" . r r jf.' oeli zu yaoen ilien. Ein kurzes schweigen. Bange ErWartung mischte sich hinein, zitternde, verhaltene Athemzüge. Regungslos stand Irma. Vielleicht war alles ein Traum, vielleicht erwachte hc in lyiciii oinn, von einem Sonnenstrahl geweckt, und vor ihrem

Bett standen Blumen, einfache, schlichte und wir wollen Glück und Leid zusamBlumen die Liebe dufteten. ' men tragen. Hörst Du. mein Liebstes.

.yiw au, ?. jraixa oon fii cii. n je i: .r.u cn . .iiuu, Vuiu jiu; uu einet iicicu hMnnn iimrt.Vn.nS sC Thür, langsam, mit schwerem Schritt. Auf der Schwelle blieb er stehen. Jch habe eine Befürchtung, Irma, neben ?fc"w,,a umyuvuivu. vi. 3dem großen, unheilbaren Leid. Sie verloren ;u haben. Sie werden vielleicht ;.2 c.2 T? 2 rw-rv, L Viv mmuf um vviu ut Mrntfft trtrbm " k?;. wnk nitf fsi. s;. W IW UVMIUV UUI. WV I UIUU VIV ;s. ltz r.rU m.; Luitwb vvv iwta viiut, tifciii. Niemals wird das geschehen. Niemals ftxrht 5A ?fm TOTe BBwit. fcr nicht reicher ist als ich!" Sie hob die Schwurfinger, maßlos erregt. Ich icymore.es ynen. icy ichwore es mir selber. Emen langen traurigen Blick warf er iyr zu. ann wandte er uch um und verließ das Zimmer, das Haus. Jahre waren vergangen. Irma Werthern hatte nicht geheirathet. In ä. ' JC u . . . u C 1 t. Schweigen und Stolz war der Schmerz um das zerbrochene Lebensaluck von ihr getragen worden. Niemand hatte fti ihr blutendes Innere geschaut; ein Lächeln um die Lippen, war sie noch dann und wann m der Gesellschaft aufgetaucht, um sich schließlich ganz daraus zurückzuziehen. Einzig für Reisen und Theaterbesuch schien sie Interesse zu empfinden, ohne doch einem Menschen, einer Gegend näherzutreten. Sie genügte den Pflichten, die ihres Vaters Stellung ihr auserlegte, im Uebrigen lernte sie viel. las. studirte. Bewerbungen um ihre Hand erstickte sie im Keime, trotzdem niemand

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VT m.rfc w. W"X ""ir" hM hniTf UnSw'den. Ihre Schalt hatte rS; ,nf stellende Ecke zeiat sich verdeckt, und vviw v n,vw mvivvvvv,., ivvv MV?1 zartes Roth. Nur zwischen den festen geraden Brauen bildete sich allmählich 'ine kleine Fält, Ä und ftT ua" W.V.;V. a Und um Irmas Lippen Zitterte bisweilen, ein Zug geheimen Wehs. JAVSSLSZ a . '..V , w T2 a fe . " KSXZXL X ZS ucm ivni uu ui.utviu m . r it. . genug Horte man n 'Hm. Z.Z JL" .uWen runden Pro cn iiiacgic er lim einen -jiamzu durch seine glänzende und scharfsinnige Vertheidigung. Er wurde zu. einem gesuchten, Mit hohen Summen hono rirten Anwalt. , . gog bei : sirnft mmJ ""j"v- , .P'.yi so verschwen kisch farbenprächtig, als i. , . 11 r Cf ,,11. r erorr leine ganze yaunz rve u,l diö Nachte tschiCNCN Noch gesättigt V0N - ' 1 si dem Lichte der Tage, das mcht sterben wollte. In dem Garten der Werthern'lchen Villa hielten die Bluthenbaume große, r rif. v . i-j..r.. , rrx. ici-tv . ThUiujc wlluUKC ciilvui. uiü -y (. m y y , gen schüttelte seme leuchtenden Trauben, die Akazien dufteten schwer und suß und brautlich. DasSonnenlicht flirrte und flackerte v wB lmV' Vlz 1 V. m i m. a I L A m IV i 4 l A V w unuc urnrnciicn jxuuvuiiuuu uu leuchten. Aber inmitten des Glanzes , rv. t ii Iirie eiN.iWwarzer ailen umyer, .:. ...x . .... , rw i ' . or" vi. geossnelen Augen, en zwei 'cacuien war kein SSf in diese Augen gekom rnen. tote alanzlen unnaturttcy. uno I 1 l die Wangen darunter waren todtenbleich. So hatte Irma nun alles verloren auf Erden, den einzig Geliebten und die veraänalichen Güter, um derent- , . r n r w- , . WillkN sie ihn V0N sich gestoßen hatte. Utld ihr theurer theurer Vater war todt! Der alte Werthern hatte sich errx.rr i m,f..n k-.' ll, i er ven cuuji iu Vermögen, den Zusammenbruch seiiTt5 allen auies nirni zu uoerieoen ' vermochte. nerven zern en zu iem. tocywan kend. kaum fähig, sich auf den Füßen Zu erhalten, schlich sie in dem Hause oes oves umyer, iiarrie aue vie eqenstände an. die nicht mehr ihr gehörten. - die Meißener Gruppen, die Svres-Schäferinnen mit ihrem gesrorenenLacheln, die Delster tochu sein, die schweinsledernen Tapeten. Und überall flirrte das Sonnenlicht, sank in buntem Schimmer siebenfach aebrochen von den ErystaSleuchtern nieder, neckisch und farbig fpielend. In den breiten Strahlen, die durch die Balkonthüren hereinfielen, tanzten die Atome, tanzte der Staub. I . .i . . , Endlich blieb das Mädchen teken m i ' -. dem kleinen Salon aus der Marie AnI toinetten-Zeit. auf emem Kranz von wosen. der den Mittelvunkt des Tevbicks einrabmte. An dieser Stelle batte vor fünf wahren Franz ihr zum ersten Male die Livven aekükt. bier batte er unvergeßliche Worte zu ihr gesprochen. f,aDe D ch lieb. Und will Dich hthnlhn mein aanzes Leben lana. auch das Leid ' i ' ranr.n tMmmrh trnA rntfe "1"" I ' 1fs ss hna lRli 5? timbc tnnr längst, längst vorbei. Und nun würde der Teppich von fremden Fußen betreten werden, niemand würde ahnen. 7Z " ' senkranz schwebten. was für Erinnerungen über dem Ro .. rr . w.9 Thräne um Thräne rann über, de Madchens Gesicht I , - " ff . . . fl.. Da. em leises Klopfen. Der Die , r V r 1, er melde e einen Besuch, der sich mchi abweisen lassen wolle. Irma schutleite nur den Kopf. Weiter stand sie auf dem Rosenkranz, mit gefalteten Händen, dem Elend der Wirklichkeit entrückt. Da wurde die Thür . leise geöffnet. Eine Stimme, eine dunkle, weiche Stimme rief von der Schwelle aus lh ren Namen, eine Stimme, die sie soeben im wachen Traume gehör haye. Und wie im wachen Traume antwortete sie: .Franz!" I " Da zog er die Thür leise hinter sich in's Schloß. Behutsam näherte er sich der Gestalt, die da stand, gebeugt, gec"f " rw II orocyen, in yranen. 121 irai in den magischen .Zauberring des kleinen Rosenkranzes. Irma blickte auf. Und plötzlich breitete sich ein Lächeln über ihr Gesicht, ?. 7" 7'' wlc eine )c;uuiung. vsi? nuyicic auf. sie legte die Arme um den Hals des Mannes, der vor ihr stand, sie

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drückte ihr heißes, verweintes Gesicht Jg, ja, mein Sohn studirt an der Uman seine Wanae. Wie unter einem , vns,tät. der kostet micb auch zweitau-

Zauberschlage verschwand die Noth und MZ hr Uhn fcti fitrrfiVTTtrfisf

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Erinnerungen 4 ihrem GeUZchk.

ttifc, Franz," sagte sie leise, und immer nur Franz!" So dankbar, so zärtlich und' innig. Daß Du nun da bist, Franz! Du weißt ja gar nicht, wie ich mich nach Dir gesehnt habe alle die Iahte! Jeden . Abend vor dem Einschlafen habe ich Deinen Namen gemurmelt zwischen den Bitten meines Nachtgebetes und gehofft, daß. ich von Dir träumen würde. Und heut' nun ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen. Ich träume, daß Du bei mir bist, und ich Dir sagen kann, wie lieb ich Dich gehabt habe, Franz, immer und "immer, und am . allerliebsten, als ich Dich van mir wies." Er regte sich nicht. Er fühlte, daß k? tZX. ? n . c " n r f ic Nll) in einem Zunano yocysler Ilieher Verstöruna befand, in einer aesteigerten Erregung, die ihr jeden äußeren Eindruck verwischen mußte. Aber suhlte auch, daß sie m ihrer Verwirrung die Wahrheit sagte, die Wahryett, die sie lhm einst aus Stolz und gekränkter Eigenliebe verschleiern gemußt. Wie schutzflehend drängte sie sich an ihn. Die Dornen haben mich aestochen, Franz. die Rosen sind abgefallen. Nur das Kranzlem hier hat immer und immer geblüht. Weißt Du auch, warum es mir heilig war? Er nickte. Und leise küßte er sie auf den Mund. Ich hab' Dich lieb. Und will Dich lieb behalten ein ganzes Leben lang, und wir wollen Glück und Leid zusammen tragen. Hörst Du? Auch das Leid " Die Augen fielen ihr zu. Ja, sie träumte. Träumte den füßesten Traum ihres Lebens noch einmal, vernahm die Worte, die m ihr Herz gegraben standen: Hörst Du, auch das Leid." Das Lew. Mit einem Schrei fuhr sie auf. Entfetzt öffnete sie die Augen, weit, weit. Sie zog ihre Gestalt aus den Armen des Mannes, des fremden Mannes. Was ist geschehen? fragte sie erwachend, erbleichend. - Habe ich geträumt? Wie kommen Sie hierher, Herr von Gerlach?" Irma!" Er faßte nach ihren Händen. Wir haben uns verlobt, Irma. Zum zweiten Male! Und unverbrüchlich!" Sie lachte rauh auf. Sie griff an ihre Schläfen. Ich muß in einer Wahnvorstellung befangen gewesen sein. , Jetzt ist Wirklichkeit um mich. schneidend klar, verwundend deutlich!" Die Hände fielen schlaff an ihr meder. Em entsetzliches Unglück ist über mich gekommen. Nichts von dem, , 9 S M, I warmer im Zimmer 'it. aeyor: mir mehr, nicht die Uhr dort auf dem Ka minbord, nicht die Erystallleuchter," sie knickte zusammen, nicht der kleine Rosenkranz unter meinen Füßen. Ich bin. verarmt, bin eine Bettlerin. Das ÄZori erwecite iyren ganzen ?:olz. In ihrenAugen stand ein Leuchten. Herr W ' ( I Franz von Gerlach, ich bin nicht mehr in der Lage, Besuche zu empfangen. So mild stand er vor ihr. Mein Liebstes, meine einzig, theure Irma. Heute lasse ich mich nicht vertreiben. Dqs. was Du mir soeben gesagt hast, wußte ich, ehe ich eintrat. Und weil ich es wußte, bin ich gekommen. Vor einigen Tagen verbreitete sich in Berlin das Gerücht. Dein Vater sei fallit. Verzeihe mir doch, wenn ich Dir gestehe, daß ich Freuds Äber die Bestätigung des Gerüchts empfunden habe. Denn nun, Du Stolze, Böse, Hartherzige, nun mußtest Du mir ja glauben, daß ich nicht mehr um Dein Geld warb, wenn ich von neuem um Deine Hand bitten würde. Wenn ich käme. Deinen Schwur ' einzulösen, den Schwur, daß Du nur einzn Mann heirathen würdest, der reicher ist als Du!" Sie verstand ihn zuerst gar nicht. Zitternd hob sie die Wimpern. Ein breiter Sonnenstrahl hatte ihr Gesicht erreicht und erleuchtete es in seinem ganzen Elend. Ihre Augen schimmer1 fn r t ien von .yranen uno von zicyi. Ach Du." stammelte sie. Du cvarst immer reicher an Güte und Treue und Liebe als ich Und heute bin ich es auch an Wil lenskraft. Ich lasse Dich nicht. Du wirst Deinen Schwur nun halten. Du wirst einen Mann beirathen, der reicher ist als Du." Da sank sie zusammen, mit er schöpfte? Kraft, in feinen Armen. Die Sonne beschien beide in einem Strahl und machte die Rosen zu ihren Füßen ausleuchten. Reicher als ich, slu sterte sie an seinem Herzen. Das ist nicht schwer mehr. Denn ich bin auch seelisch ganz verarmt. Mein guter Vater ist ist todt, Franz. Erschüttert zog er sie fester an sich. die heiße Thränen weinte.' Endlich richtete sie sich auf. Komm, Du Treuer, laß uns zu ihm gehen, zu dem Todten, und ihm sagen, daß er mich nicht vereinsamt zuruckgelas sen hat.' nicht verarmt, daß ich die Reichste bin auf dieser aanzen Erde und trotzdem noch einen Reicheren ge funden habe." Umschrieben. Frau (zur siellesuchenden Köchin): Warum sind Sie denn in der letzten Stelle ausgetreten? Köchin: Da war mir die ' !f;ist.v,r;Ai Gnädige gar zu mlhtarfemdllch! . TbeureGeschichte. Bauer stndvierhundert Kronen jährlich, und wt. n!i -fXi v:Tl

iuviri VI. IWUf UIUV ClUiUUl Vltt

Meik Zjabersack's Schreibebrief.

V:43X ter.taa ;:.?, ZTiSJ Seöbrter Mister Edithor! Well, aanz fontrerrie zu meine Eckspecktehschens, Hot der Berrcn Adelstein mit sein Saluhn e LändosfisBißneß gethan. Wei Guttens, Grehiches. ich hatt 10 gar mt gedenkt, daß !. .. nn...TY.. -Z-'l r. r- CTV! 0 viele UKCNsaje Mli Hunger svr i n Appel Jäck lewe dehte. Awwer nit blos zu die Luuschzeit, nosser den-gan-ze Dag Hot er en Rosch gehabt un das Fonnige war, der annere Saluhnneper Hot kein Mensche in sem Platz gehabt un die einzige Piebels wo in sem Platz omme sin, das war der Mehlkerner, der Pehper-Kerri un der Bierkollecker. Der Bierkolleckter Hot mt emol die rehgeller Gäng gefunne, wo immer for ihn warte duht. buahs er is in den Häbbit e paar Dollars zu spende. Sell duht er oss Kohrs auch nit aus censchenliebe, so was mer uff deutsch Humennithee rufe duht, nosser, das duht er nur weil ihn seine Kompennie dafor entschädige duht un feller.Kolleckter wo den alte Saluhnkieper an seine Raut gehabt Hot, der Hot die Form immer e paar Dahler mehr actschartscht als er gespend Hot. Awwer so sin die Leut. Es is nor e gutes Ding, daß es die annere Bierkollecktersch nit so mache. Well, for Widder uff den Mister Adelstein zu komme, der Hot geackt, als wann er en Milljionehr wär. Er Hot in e feine Suht in den Bahrruhm gestanne, un Hot gewatscht, daß alles streht Zugänge is un ich muß sage, er Hot fei Auge hinne un vorne gehabt un ich hen noch me en Saluhn gesehn, wo alles in so en gute Schehp gange is. Es sin auch e paar Fellersch erei kom me, die hen en Duft gehabt, das war ganz schrecklich. Dene Hot er awwer kein Droppe mehr verkauft, blkahs se hen kein Geld mehr gehabt. Er Hot en Boliesmann herbli gewisselt un der Hot die Kunne erreste müsse. Sehn Se, das gleich ich, wann en Saluhn diesend , t AL. geronni wero. isr yor aucn lernem suo Bier im Pehl verkauft. Der Mister. Adelstein Hot gesagt, . Kinner duhn in kein Saluhn belange. Wisse Se, Hot er zu mich gesagt, wann die Kinner ihren Pa komme duht, dann kann ich doch epspeckte, daß er rneselds sem Pehl Bie auch noch en eckstrae Nickel odder Deim spend. Mer muß immer e Auge für Bißneß hen. O ei teil juh, es muß en arig kalter Dag sein, wann der Mister Adelstem gelefft werd. Ich sin mit den Mister Mehr'un die annere Beus von die Zittiehahl dort gewese un mir wärn am Liebste gar nit mehr fort, bikahs es is so entertehning gewese. Wie die Lunschzeit iwwer war, do Hot sich der Mister Adelstem zu uns gehoöt un mer hen e Battelche Wein zusamme gedrunke. Mer hen ihn all kohngrattu lehted zu sein Suckzeß un do Hot er gesagt, mer sollte ihn nor emol wajsch. Er hätt schon in die alte Kontrie hört, daß der einzige Weg, wie mer in die Juneitet Stehts sein Glück mache un Suckzeß hawwe könnt, der wär, daß mer en Saluhn starte deht. Un wann mer heut noch all die pramminente Piebels in dieses Kontrie aufgucke deht, dann konnt mer zeden zu rücktrehse wo er oder sein Dähd hin nig e Bahr gestanne is un Drinks ausgedischt hätt un er wär schuhr, wann mer den , Pressendem Ruhscfeld sem Stammbaum enusf krawwele dlbt dann könnt mer auch e Plätzche sinne, wo e Sein Frisch Lager hange deht For Pittiesehks hen ich gesagt. Sie wolle doch nit sage, daß den Mister Pressendem sein Pa odder Granpa en Saluhnkieper war? Warum, denn nit? Hot der Mister Adelstein gesagt, zu en diesente Saluhnkieper is nur en diesenter gebildeter un intellitschenter Mann zu brauche, so wie Ihr jetzt ein vor Euch seht. Denkt Ihr denn, wie ich noch in Berlin den Rock Seiner Mazestat getrage hen, do hätt ich praudcr gefühlt als wie ich noch dem Seckel von Saluhnkieper nert Döhr sein Lunsch Kaunter Dreß Suht angehabt hen? Gebt nur emol acht, ich wer'n Euch noch e Ding odder zwei zeige. Mir hen ihn starr, stumm un sprachlos an geguckt un in unsere Jnseit hen mer zu uns gesagt: Bei Galle, der Kunne macht noch sein Weg." Der Mister Mehr Hot sich arig für ihn intereste un Hot ihn gleich e Offer gemacht Mister Adelstein, Hot er gesagt, ich hen e Auge auf Jhne un deht arig gleiche. Jhne e Ossis in die Zittiehahl zu gewwe. Do Hot der Saluhnkieper ge schmeilt un sagt, wann's ebbes rech Gutes wär, dann könnt er sich ja emo die Sach iwwerdenke. Wie mer noch so in die Unterhaltung warn, do is uf eemol der Saluhnkieper von nezt Dohr einkomme. Er is an die Baar un yo den Wartender e Order gewwe un mir sin dann gefragt morde, was mer nem me.' Jedes Hot sich ebbes geordert, bi kahs mer darf doch en Mann, wann er sich emol blohe will, nit insolte. Er ho üch dann g uns gesetzt un Hot de

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X. 1 II VÄ-ILWV I i.kT-.

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gewwe Jhne fünf und zwanzig Dayr i cvrn n rw e ri ier. o laar oer 2U icr aoeiiicin: Wenn Se mich for mein Saluhn fünf Daufend Dahler gewwe un mit mich en Kontrackt mache, daß Se mich fünf Jahr lang jede Wcch fufziq Dahler beahle. denn mache mer den Bargain un ich geewe Jhne denn auch noch schwatz an weiß, daß ich e großes Rindvieh sin, daß ich so en Kontrakts mit Jhne. gemacht hen. Jetzt müsse Se' mich ecksjuhse Schentelmenn, Hot er ge sagt, awwer jetzt duht der Rosch widder starte un do kann ich keine Zeit spehre." Schuhr genug, is jetzt Widder immenses Kraut komme un mir sin fort gange. Mer sin noch emol mit den annern Saluhnkieper in fein Platz un hen dort noch ein zum Abgewöhne genomme. Dort hen ich auch zu ihm ge'--sagt: Es geht doch nicks iwwer en stille ruhige Saluhn. Ich will Jhne awwer doch noch ein Ding sage: Wann mer en Mann Hot, wo for eim schaffe duht, un er duht voll un ganz feine Duttie, , dann muß mer das als Bahs epprieschjiehte, indem mer den Mann' diesente Wehtsches bezahle duht, un nit warte duht, bis er selbst for e Rehs frige duht. Jeder Mensch soll das kriege was er verdient. Hätte Sie den Mister Adelstein gewwe, was er verlangt Hot, dann hatt er gar nit dran gedenkt Jhne Kompetifchen zu mache. un wann er Jhne jetzt rungeniere duht, dann müsse Se sich nur selbst for bley44 inr. - Mit beste Riegards Juhrs trulie Meik Habersack. ' Eskweier un Scheriff von Appel Jäck, Hol Terrer Kauntie. Sch ippen auf dem Kopfe. Das beste und unschädlichste Mittel ist) das aut zerrührte Gelbe von einem Ei. V- ;i " v' ez . tr:-: .:...:u womil man cm vps gtyutig ciuitiv und nachher mit warmemWasser nach- , wäscht. Das Haar wird dadurch weich, die Kopfhaut rein und , frei vonSchuppen. Dies Mittel wirkt in jeder Beziehung wohlthätig. AnropäischeS epartcnlkÄ Wechsel, Creditöriesc, Postantsiisungen auf alle Städte Europas. KchiffsscheiNS von und nach Europa. ln- und Verkauf auSlänZ scheu GeldeS. $ No. 35 Süd Meridian Str. . SleredsQt3 National Bank. Verlangt - Anzeigen rgend welcher Art werden in dn udiana Trilllne' mit Sc xer Zeile für jede Jvlerttou beat. 3 u vermietizen : in Haumi c Ziavrn U Sn lunss un ruanenwann vermtaye. Nachzsvagen im N. Senate Ave. V rklanat iue öchin s2r Januar. Nachzufragen de, Frau r. Pantzer, s oodrun Ptace. V erlaat HolzarlxU an vagniardkit. Nach zuiragcu 17 17z Mvrr: kir. tterlZUgt. Sin gute Manchen, ungefahr ls Jahre. v um mitiuizelfe einem Baby aufzuwarten. Nachzufragen Iö2, Oft Fahrweg, kgoodrnff Platz. '! Ner!anat-Ei Mädchen für eine kleine ffamil'.e. Suter Lohn, ein Wasche. NachzuZragen No. 2Z1S Nord Zvelaware Str. V langt Ei SJaMfifn für allgemeine Hsardit. Nachjuiragn ins Park ve.

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