Indiana Tribüne, Volume 29, Number 95, Indianapolis, Marion County, 13 December 1905 — Page 4
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Indiana Tribüne. aulaten v,n der St,drg . 1; Indianapolis, Ind. Hsrry O. Tindinm . . . . yrästdeut.
- OeschSftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELBPHONE SS. .' lereck tx the Post Office ot Indianapolis as .1,' ttcond difi matter. ' ZJtob'Wutotxatic. Zwei Fülle, die augenblicklich vor den 'Chicagoer Gerichten verhandelt wenden, " sind von hohem Interesse. Der eine Prozeß ist der gegen den Flelschtruft. der andere gegen Mitglie der einer Arbeiter Union. Beide Fülle geben den Gerichten Ge legenheit, der Erklärung des Präsiden ten Roolevelt in seiner letzten Botschaft: Diese Regierung ift und darf niemals eine Regierung der Plutokratie sein, diese Regierung ift und darf niemals eine Pöbel Regierung sein". Nach druck zu geben. Der Prozeß gegen den Fleischtruft ift die Folge einer fortgesetzten Mißach tung der Bestimmungen deS Sherman Anti-TruftgesetzeS und wird vor Bun deSdiftrikts.Richter Humpbrey gefügt. Vor Richter Chetlain wird der Fall gegen '..Mitglieder der Wagenbauer Union No. 4 wegen Ermordung von EhaS. I. Carlftrome durch von den Unionbeamten bezahlte TodtschlSger während des Fuhrleute'StreikeS im letzten Sommer verhandelt. Der Fall gegen die Plutokraten vor Richter Humprey ift selbstverständlich der für die Allgemeinheit wichtigere. Sein AuZgang wird feststellen, ob unser Anti.Truftgesetz Werth hat oder nicht. Der Fleischtrust hat 35 Anwälte engagirt, welche versuchen werden, das Gesetz für ihre Clienten unschädlich zu machen durch allerlei Kniffe und tech Nischen Einwände. Ihre Schuld haben die Fleischtrust' leute schon eingestanden. Dieselbe be steht darin, nahezu sämmtliche Para graphen deZ Sherman.FesetzeS mit vollem Bewußtsein,' daß sie ungesetzliche I Handlungen .begingen, verletzt zu, haben. I Diese Frechheit rührt selbftverftünd lich von dem Vertrauen, daß die Macht ihres Geldes ihnen Straflosigkeit sichern würde, her. Sie sind gewohnt, die Gesetze als nur für das gewöhnliche .Volk bestehend anzuseben Dem Richter Humvbrey liegt es nun ob, dem Lande zu beweisen, daß die Plutokratie unser Land, wie der Prä fident in seiner Botschaft sagte, nicht regieren darf. Eine empfindliche Strafe sollte diese M llionär . Anarchisten treffen, d. b. nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch FrelbeitZftrafe. Richter Chetlain liegt die Pflicht ob, die Kehrseite des Roosevelt'schen Aus. sprucheö wuchtig zu machen, indem er die Beamten und Mitglieder der Ge verkschaften, welche TodtschlSger bin gen, um andere Arbeiter, die ihnen mißliebig find, niederzuschlagen, also Pöbelherrschaft einführen wollen, eben falls eine empfindliche Lektion zu geben. Von der Gosse zur Gasse. Einen bedauerlichen Einblick in die sittliche Entartung, die sich in der deut fchen ReichShaup.ftadt breit macht, giebt ein Artiiel. den Richard Rordhaufen im Tag- veröffentlicht. Man würde ihn gern mit Stillschweigen übergehen, wenn die darin geschilderten Zustände nicht eine so ernste Gefahr anzeigten, daß Diejenigen, denen die Liebe zum deutschen Lande und seiner kulturellen Machtstellung unter den Völkern erhal ten geblieben ift, mit Besorgniß auf eine Zukunft bliesen müssen, auf die xvon der tonangebenden Hauptstadt aus so tiefe Schatten fallen. Der Ver fasser schreibt: Melchior de Vogue hat eine sehr, sehr nachdenkliche. Studie über das Deutsch, land von heute geschrieben. Ohne Ue berschwang, doch auch ohne Neid und Haß feiert er darin die wirthschaftllchen Fortschritte deS Reiches und giebt unumwunden zu, daß das Wachsthum unseres Wohlstandes verblüffend und fast wunderbar fei. Doch eben dieser Reichthum,- so schließt der französische Beobachter, wirke bereits auf Sitten und Sittlich, seit unseres Volkes verderblich ein. Schon knistere eö allenthalben im Ge bälkz'dse alte Manneszucht, die straffe Arbeitsfreudigkeit der Jugend, derber manische Respect vor dem Weibe begün
nen zu schwinden. Mit ihnen müsse und werde die Kraft nachlassen, die Frankreich zu Boden geschlagen hat. die unbesiegbare moralische Kraft der Nation. Frankreich dürfe, auf eine Umdrehung deS RadeS hoffen. Der Vicomte, der erklärlicherweise bei aller Unparteilichkeit ein froheS Lä-
cheln des Triumphes nicht verbeißen kann, wiederholt nur, was ernste Freunde unseres Volkes feit Langem gejagt haben. Abet vielleicht glaubt man dem fremden Warner mehr. Wenn Vogue den Niedergang der Sittlichkeit zumal in Berlin besonders unterstreicht, so hat auch ihn dazu wahrscheinlich ein Blick in die Vergnü. gungSstätten unserer Jugend, ein Blick auf die Straßenliteratur der Stadt veranlaßt. Vor zwanzig Jahren, als der kluge Franzose Deutschland zum ersten Male bereiste, war dieser Schmutz hier unbe. kannt. Höchstens, daß ihn schmierige Kolporteure mit scheuem Blick äuS der Brusttasche hervorkramten und den Nachtkunden flüsternd anboten; höch ftenS, daß man ihn von Wien, Peft und Paris aus einschmuggelte. Heute haufiren die Händler mit dem unsagbar Abscheulichen vor den Müd chenschulen. Tausende und Abertau sende leben davon, und die Kothfluth schwillt mit jeder Woche höher an. Kaum vergeht noch ein Tag, an dem sich nicht preußische Gerichtshöfe mit diesen Schweinigeleien befassen müs sen. trotzdem die wehrlose Polizei ihnen kaum ein Hundertstel deö Materials unterbreiten kann. WaS früher für die gepfeffertsten Schaufenster der Pas. sage zu scharf gewesen wäre, das vara dirt heute in allen Schreibwaarenhand lungen: Fünf und Zehnpfennigblät ter, die auf dem Titelblatt als Reißer nackte Dirnen zeigen, xnit einer ge meinen Glosse. Man erzwingt geradezu eine neue Lex Heinze. Wenn die Regierung sie nur ein wenig geschickter formulirt, als es vor Jahren der Fall war, dann wer den viele von denen, die damals schwer gerüstet gegen sie daherzögen, schwei gend beiseite stehen. Selbst der Ruf. daß die Kunst in Gefahr sei, wird nie. mand mehr auf die Schanze locken. Alle die VolkSverderber, die aus der ge. schrieben? und gezeichneten Unzucht ein rentables Geschäft machen, verstecken sich hinter der Kunst. Auguren, die vor Lachen losplatzen würden, tvenn man sie ernst nehme. Und am Ende was ist wichtiger für die Erhaltung Deutsch. landS: die Kunst oder die nationale Sittlichkeit? Unsere Maßgebenden wer. den ohne Zögern eine Antwort sin den . . . Vielleialt hat der Vicomte Melchior unrecht. Vielleicht, wahrscheinlich sogar, ist das Deutschland von Anno 1835 auch nicht sonderlich sittlicher als das heutige, gewesen. Doch die schmierige Gemeinheit wagte sich damals aus der Gosse noch nicht auf die Gasse, und man arbeitete nicht daran, die Weltan schauung des öffentlichen Hauses zu der des deutschen Hauses zu machen. Der Nimbus der Jungfräulichkeit um strahlte unser Volk. Wenn'S auch nur ein NimbuS, nichts weiter, war: die freundliche Lüge schützte doch unseren Zustand vor gewerbsmäßigen Seelen vergiftern. Der sitttlichen Entrüstung der UnfitüichkeitS.Apoftel zum Trotz diese freundliche Lüge ist eine Cultur errungenschaft, ohne die wir von Hun nen und Mongolen überrannt werden, denn diese freundliche Lüge ermöglicht eS uns, unsere Jugend gesund und stark zu erhalten. Mann und Weib mögeu sich immerhin ihre moralischen Gesetze selbst geben; erlauben wir das gleiche den Kinder, so begehen wir völ tischen Selbstmord. Der Schmutz muß von der Straße herunter, so lange noch Jugend auf der Straße ist, die an dem Nimbus der Jungfräulichkeit glaubt. Wenn die Kosacken dem Zaren die Treue kündigen, dann ift eS Zeit für Nikolaus die Krone vom Haupte zu nehmen und eine Spritztour nach Pa ris anzutreten. Diebe brachen gestern in die Wohnung des Frank Beachman ein; konnten jedoch ihr Vorhaben nicht aus. führen, da sie bei ihrer Arbeit gestört 'wurden. Sie mußten mit leeren Hän,
den da5 Weite suchen. Ein recht netter Ehegatte schewt der Zimmann Ed. Bischof-von 817 Blrch Ave. zu sein. Bischof soll mit seiner Frau wegen einer Kleinig. keit in Streit gerathen sein und schließ lich aus Wuth alles kurz und klein ge schlagen haben, weshalb ihn seine bessere Ehehälfte einlochen ließ.
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Unke7sS)lagngen in ' der japank schen Marine. Ueber eine Reihe von schweren, von
Japanern begangenen Unterschlagungen, die zeitlich ziemlich weit zurückliegen, aber jetzt erst bekannt werden, berichtet der Ostasiatische Lloyd: Der Hauptschuldige ist der Zahlmeister Takenouchi. d sich seit Februar 1802 in England aufhielt, wohin er zusammen mit japanischen Offizieren zur Abnahme von Schiffsbauten abgesandj wordcn war. Im selben Jahre satt ein anderer Zahlmeister, Kagi, mit der Takasago" nach England. Sie derschwendeten zusammen ein gut Theil des Regierungsgeldes, das Takenouchi unier sich hatte, und um den Verlust zu decken, begann Kagi nach seine! Rückkehr nach Japan wüst an der Börse zu ft?ekuliren, wozu wieder Takenouchi Geld aus England schickte. An diesen Spekulationen vetheiligte sich noch ein dritter Zahlmeister, Sakuma, Direktor der Vorräthe der Ma rinestation Maizuru, der zu diesem Zwecke Regierungsgelder in Höhe von 10.000 Jen unterschlug. Im vorigen Jahre kam die Sache heraus, und Kagiu dn 'Sakuma wurden verurtheilt zu sieben und zwei Jahren. Takenouchi erhielt in seiner Abwesenheit elf Jahre zudiktirt. Dls von diesem in London veruntreute Geld beläuft sich auf 330.000 Yen, das er meist verspielt hat. Nicht in Zusammenhang damit stehen noch zwei Fälle: Ein Zahlmeister Kikamura von der Asahi", der 456 Yen unterschlug, erhielt sechs Jahre, und ein anderer, der im BadeHaus ' des Marineklubs zu Sassebc einen Diebstahl beging, vier Monate Gefängniß. Takenouchi hat sich übngens bisher den Händen der Gerechtigkeit zu entziehen verstanden. Als er hörte, daß sein Spießgeselle Kagi in Sassebo verurtheilt wurde, flüchtete er im November vorigen Jahres von London. Takenouchi hatte mit Kagi zusammen, als letzterer auf dem Krcuzer Takasago" Zahlmeister war. 200,000 Yen gestohlen; das Schiff war zu Ehren der Krönung König Eduards nach England gekommen. Das Geld wurde in Monte Carlo und Paris verjubelt. Als Takenouchi von London verschwand, soll er noch 100.000 Yen mitgenommen haben. Man vermuthet ihn irgendwo in Südamerika. Eine Tcufclsanstrcibnng. In der Gendarmerie von Charleroi erschien dieser Tage der ö6jährige Schreinermeister Nestor Vrassine aus Ransart und meldete mit größterNuhe, daß er irr der Frühe seine Frau umgebracht habe. ,am sie vom -Teufel zu befreien. Man fand Frau Vrasseline erwürgt in ihrer Behausung. Sie ist das Opfer religiösen Wahnes geworden.' " Der Mörder war" schon zwei Mal im Jrrenasyl. Er erklärte bei seiner Ankunft in der Gendarmerie: Ich bin der Schreiner Brassine. Heute früh bemerkte ich, als meine Frau mir den Kaffee machte, daß sich ihre Röcke heftig bewegten. Es waren Teufel darunter. Ich wollte diese vertreiben und stieß zu dem Zwecke meine Frau um. aber die bösen Geister waren inzwischen in ihren Leib geflohen. Um die Teufel umzubringen, drückte ich kräftig auf den Hals meiner Frau, die dann den Mund aufriß, da der Satan aus diesem heraus wollte. Ich verhinderte jedoch dies dadurch, daß ich mein Taschentuch hineinstopfte." Ter Leichenbefund ergab, daß Frau Brassine sich aus allen Kräften gewehrt hat. Der Irre selbst bekundete vor dem Untersuchungsrichter seine Freude über die Vernichtung des Höllengeistes. Als man Brassine in den Zellenwagen zu bringen versuchte, wurde er rasend und mußte gefesselt werden. In Ueckendorf erschlug ein Bergmann einen Hausirer mit einem Beil in einem streit, der wegen Bezahlung eines Schuhriemens entstanden war In der in Koln-Deuß belegenen Getreidemühle von Leysiefer und Litzmann brach ein Großfeuer aus, das einen mit Getreide gefüllten Speicher ergriff, der vollständig vernichtete. Sämmtliche Kölner Wehren waren angestrengt thätig, um einer Ausbreitung des Feuers auf das dicht bewohnte Arbeiterviertel zu verhindern. was nach sechsstündiger Thätigkeit gelang. Der Schaden wird auf 400.000 Mark geschätzt. Die spanischen Blätter bringm lange freundliche Berichte über die Berliner Festlichkelten zu Ehren König Alfonsos und über den deutschen Kaise.r dessen vielseitige und interessante Persönlichkeit ein Leitartikel des Jmparcials zeichnet, um darzuthun, daß der König von Berlin keinen für einen konstitutionellen Herrfcher ungünstigen Eindruck mitgebracht haben könne, denn der Kaiser sei kein Autokrat und kein Korporal. Das Deutschland Wilhelms II. sei ein Bundesstaat, worin die Wissenschaft, die Kunst, die Industrie und jedes Werk des Friedens gedeihe, die Gesetze respektirt würden und das Recht im mer die Oberhand behalte, worin das allgemeine Stimmrocht herrsch?, wie . . r r 'j cn.:::34.3 Sie JUiammenung vcv yuiuaiuyw zeiae. Das imponirende Schauspiel n crnAi. ,::rr s.M fintr starken Mackt müsse den Könia in der Auffassung bestärken, daß es! ..i.n täUn nltrt itnS WtnnrtTr(n I mehr gäbe, ohne daß das Anrecht der ' Unterthanen auf Freiheit und Leben ' sickert sei. I IClilC y llptll Vjiuun.li uiiv .jurivtiutuvti
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221 Nord Pennsylvania Herbstöde Von Hermann Hesse. Wie hing voll reicher Blüthe, Traum an Traum .- Und Wunsch an Wunsch, mir meiner Ju, gend Bauml Und einer um den andern, windgefaßt, Etob in die Lüfte, welkte, starb am Ast. Ich klagte lang. Ta kam mit raschem Schritt Das Leben mir vorbei und nahm mich mit. Ich kämpfte, litt . . ic Träume wurden blast Und fern und ferner, bis ich sie vergaß. ' Nun, da nach mancher - stürmevollen Fahrt Mir endlich eine stille Heimkehr ward, Find' ich am alten Baume ungcsucht. Erstaunt noch manche frostvcrschonte Frucht. Indes ich ferne durch die Welt gestreift. War heimlich mir zu HauZ ein Herbst gereift. Reich ist er nicht, und mancher Ast blieb leer, Toch kam er unverhofft. WaZ will ich ' mehr? Krsß-Lothringen. G e b w e i l e r. Im Wohngebäude des Handelsgärtners und Gemeinderaths Ch. Biehler in der Theodor D ck - Straße, gegenüber der Druckerei des Gebweiler Kreisblatts, war Feuer ausgebrochen. Im genannten Gebäude wohnten außer dem Besitzer noch Oberpostassistent Täubner und der Fuhrmann Ha'enforder. Das Feuer, welches auf dem Holzboden ausbrach, fand hier reichliche Nahrung in den aufgespeicherten 150 Wellen An.uerholz und etwa 4 Klafter gespaltenem Holz, sodaß der in der zweiten Etage wohnende Fuhrmann Hassenforder nur mit knapper Noth, da die Treppe schon zerstört war, dem Verbrennungstode entging. Metzer all. In. unmittelbarer Nähe des Dorfes fand man den Holzknecht Basilius Schneider erfroren auf. Sein Tod ist nicht lediglich der Kälte, sondern auch dem übermäßigen Schnapsgenuß zuzuschreiben.. Er war als Trunkenbold bekannt und hatte auch am Abend viel gezecht. Als er dann nach einem Nachtquartier, einem Schuppen, unterwegs war, fiel er hin und blieb liegen. Da in der Nacht das Thermometer bis 5 unter Null sank, ist er dort erfroren. Ottersthal. Die beiden 3 und 6 Jahre alten Kinder des Fabrikarbeiters Oster waren, während die Eltern im Felde arbeiteten, allein gelassen. Sie machten sich am Ofen zu schaffen, und das ältere Kind war so unvorsichtig, daß seine Kleider Feuer fingen Trotzdem Hülfe rasch zur Stelle war, erlitt es so erhebliche Brandwunden, daß es wenige Stunden später unter großen Qualen starb. Weißenburg. Durch ausströmendes Gas wurde der Gasmeister Graf betäubt und , in schwere Lebensgefahr gebracht. Graf war bei der Aufstellung von Gaskandelabern am Fischmarkt beschäftigt. Da der Unfall erst spät bemerkt wurde, war seine Lage sehr bedenklich, doch hatten die Wiederbelebungsversuche,' die lange fortgesetzt wurden, schließlich Erfolg.
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