Indiana Tribüne, Volume 29, Number 95, Indianapolis, Marion County, 13 December 1905 — Page 1
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' Wrscheint jeden Nachmittag. " Jahrgang 29. ' Jndianavolis, Jnd , Mittwoch, 13. Dezember 19 No 95. .
Abschätzer.
Die Behörde für öffentliche Werke hat auf Ansuchen von Alfred PottS. Lorenz Schmidt und F. D. Stalnaker ein Gesuch im Kreisgericht eingereicht, in welchem die Ernennung einer Ab fchatzungsbehörde für die Liegenschaften der ConsumerS GaZ Trust Co. nachge sucht wird. DieS geschah, damit wenn etwa die höhere Instanz die Entscheidung von Richter Baker umstoßen würde, sofort der Verkauf deZ betreffenden EigenthumS vox sich gehen kann. Richter Allen ernannte Wm. L. Elder, JameS B. Baker und Wm. C. van ArZdel als Abschätze?. Der Conzman-Prozeß. Gustav A. Conzman, der frühere Kassirer der Vigo Eounty National Bank hatte heute früh sein Vorverhör vor dem BundeSrichter zu bestehen. Er plaidirte nichtschuldig auf die Anklagen der Unterschlagung und Dieb stahlS. Der Prozeß gegen ihn wurde auf den 29. Januar festgesetzt. Ganner-Capitel. Ein freche RüuberftÜZchen wurde heute morgen gegen Uhr in dem Hause. 226 S. Arsenal Ave., verübt, in dem ein Angestellter einer Eisenbahn, Wm. Webb, wohnt. Die Frau befand sich im Bette, als ein Unbekannter sich Eingang in' HauS durch Zertrümme rüng einer Fensterscheibe verschaffte. Er ging ir.' Schlafzimmer und stahl aus demselben $45, die Ersparnisse . ihre- Mannes. Alle Versuche, den Kerl zu verhaften, mißglückten d!5 jetzt. Arthur R. Feine, der gestern wegen Diebstahls in's County-Gefängniß ein geliefert wurde, konnte keine Bürgschaft im Betrage von $500 austreiben. Pat. Hoffmann von 948 West Ma ryland Straße berichtete der Polizei, daß ihm sein Pferd im Werthe von $10 gestohlen worden sei. ES wurde im Besitz eines gewissen Rob. Thomas ge funden, der eS von einem anderen Mann Namens HaaS geliehen haben will. HaaS will das Pferd von Wm. Schmidt von 365 Anderson Straße erhalten haben und Schmidt wieder von Jemanden. Die Polizei erklärt, die Mähre höchsten? 15 Cent? werth sei und daß man deshalb nicht so viel Aufhebens machen sollte. Wright Anderson. 21 Jahre alt, der schwarzen Rasse ungehörig, wurde wegen StehlenS von Kohlen aus den beladenen Waggons der Eisenbahn hinter Schloß und Riegel gebracht. Anderson wohnt im Hinterhaus 2352 Enshing Straße. Aussicht, es noch einmal zum Trust Magnaten zu'bringen. hat der 14jährige Walter Sandler von No. 1314 Madi son Ave. Walter wurde unter der An klage des KlewdiebstahlS verhaftet und einstweilen der Obhut der Matrone überwiesen. ., Kleine Ausreißer. Oliver Moffett, 12 Jahre alt, und Carl Wynn, 11 Jahre alt, verließen gestern ohne Wissen ihrer Eltern die Wohnung. Sie schwangen sich auf einen Frachtzug und fuhren als blinde Passagiere nach NobleZville, . Ind., um sich dort, wie sie sagen, eine Brücke anzusehen. Da sie keinen Zug er haschen konnten, der sie nach In dianapoliZ zurücknehmen sollte, so mußten sie in NoöleZville übernachten. Ein Nachtwächter fand die kleinen Ausreißer in. einem Leihstalle und sandte sie nach Indianapolis zurück, wo sie auf der Polizeistation festgehal ten wurden, bis man die Eltern benach. richtigt hatte. ' Die Wohnung von Samuel Jitbiner, 27. und Dearborn Straße, wurde gestern von Dieben, heimgesucht. Sie entwendeten 53 in haarem Geld. Die Burschen find noch nicht dingfest gemacht worden.
Beschwindelt wird der Schankwirtkz Escott mit falschen Checks.
Der Gauner festgenommen. Sollten dem Schankwirth Robert EScott von 902 Fort Wahne Ave. wie der Checks präsentirt werden, so wird er sich e erst zweimal überlegen, ob er für die Papierchen sein gutes Geld auf den Schanktisch legen soll. Daran ist der 48jährige Versicherungsagent JaS. W. Roberts schuld, der vorgestern in der Wirthschaft erschien, etwas verzehrte und dann für zwei für zwei Dollars und für fünf Dollars lautende und auf die Erste National Bank in Frankfort ausgestellte Checks überreicht. Escott gab dem Agenten für die Checks das Geld und als er sie gestern auf einer hiesigen Bank in Baar um tauschen wollte, mußte er zu feinem Leidwesen erfahren, daß die Papierchen absolut werthloS feien. Die Geheim Polizei wurde dem windigen .Agenten auf die Spur 'gehetzt und da er so dumm war hin ruhig zu blelbn, wurde er bereits gestern Abend hinter Schloß und Riegel gebracht. Goldene Sochzeit. Im Kreise ihrer Verwandten und Freunde werden beute Herr und Frau John W. Braun da? Andenken an den Tag feiern, der vor fünfzig Jahren den beiden nun alt und grau gewordenen LiebeZleuten die Erfüllung ihres innig Yen Wunsches, nämlich sich fürs ganze Leben angehören zu dürfen, gebracht hatte. Groß wird natürlich die Zahl der Geschenke und Glückwunschkund gedungen sein, die dem Jubelpaare an seinem Ehrentage übermittelt werden, und aus wahrhaftigen Herzen wird der Wunsch aufsteigen, daß eS den Ju belaren noch viele Male vergönnt fei, ihren Hochzeitstag in solcher geistiger und körperlicher Frische wie jetzt zu ver bringen. Herr Braun erblickte in Bicken. Naf. sau. Deutschland, im Jahre 1834 das Licht der Welt und kam mit seinen Eltern, Schwestern und Brüdern im Jahre 1843 nach Indianapolis via der Madison Eisenbahn, der einzigen Bahn, welche Indianapolis damals mit der Außenwelt verband. Braun arbeitete zuerst in der Bäckerei von Phi lipp Wörner an Oft Washington Str. Herr Braun machte sich dann selbst ständig, hatt später ein Groceriege schüft und ging dann in's Grundeigen thumS'Geschäft. Vor 50 Jahren reichte er Sophia C. Vajen von hier die Hand zum Ehe Kunde. Die Kinder aus dieser Ehe sind: I. Edward, früher Pastor"' von der 6. PreZbyterianerKirche hierselbft; Geo. W., jetzt mit dem Technischen Institut; Leonard H.; Frau C. E. Galloway. Los Angeles. Cal., Frank E.; Erneft M.; Clara I. Braun. Herr und Frau Braun gehören der Ersten deutschreformirten Kirche von hier an. Das deutsche Diakonissen Hospital wurde aus den Fonds erbaut, die" Herr Braun zum größten Theile lieferte. Die HochzeitSfeier findet in der Woh nung der Jabilaren, No. 1909 Ruckle Straße, statt. Möge dem Ehepaare noch ein glück licher Lebensabend beschicken sein. Für die Feiertage offeriren wir unseren verehrten Kunden eine grobe Auswahl blühender Pflanzen, Begonias, Cyclamen, zaleas, Poinsettias, Sricas, CameliaS,Maiblumen, Hyazinthen, etc. Ebenso alle möglichen Sorten frischer Schnittblumen, alles passen de Weihnachts-Geschenke. Etwas Neues: Jmportirte WeihnachtsbSumchen, N bis 2Fuk hoch, x Bertermann BroS. Co., 241 Massachusetts Ave.
Mit Leiche der Urgrokmutter
Schlaft kleine Enkelin friedlich die ganze Nacht hindurch. In zartester Jugend ist die Urenkelin von Frau Louise Frech mit dem Schre cken deö Todes bekannt geworden. Als das erst ö.jahrige Kind, deren Mutter, eine Frau Müller, in Alaska weilt, gestern früh erwachte, bemerkte sie, daß die Urgroßmutter, Frau Frech, mit der eS das Bett theilte, starr und bewegungslos neben ihr lag. Die 63 jührige Frau war während der Nacht von einer Herzftockung be fallen worden und sanft hinkbergc schlummert. DaS kleine Mädchen dachte natürlich erst, daß die Urgroßmutter ungewöhn lich fest schlafe und versuchte sie wachzu rütteln. Vergeblich nun wurde eS dem Kinde unheimlich und eS rief die Nachbarn herbei welche sofort in die Wohnung der Frau Frech. 932 West Washington Str. eilten. Hier ersah man bald, daß das Kind nahezu die halbe Nacht an der Seile der Leiche geschlafen hatte, denn dieselbe war schon starr und ganz erkaltet. Die Leichen bestatte? AoamS ckk Krieger haben die Bestattung der Leiche übernommen. .DaS kleine Mädchen nahmen Ver wandte liebreich auf. Der Ward Fall. Die Großgeschworenen von Marion County fangen jetzt an, sich mit dem Fall John R. WardS. deS früheren Adjütant'GeneralS der Nationalgarden deS Staates Jndiana, näher zu beschäftigen. Ward hatte bekanntlich StaatSgelder unterschlagen. Bisher wurden nur 2 Zeugen von den Groß geschworenen vernommen. ES sind dies William B. Durborow und JaS. W. Noel, beide Mitglieder deS Comites, welches die Bücher Exauoitor Sherricks prüfen soll. Warren Bigler, der jetzige Staats auditor, der ebenfalls als Zeuge ver nommen werden sollte, glänzte durch Abwesenheit. Aber wie wir erfahren, schadete es auch nichts, daß Bigler nicht da war. Man hätte ihn doch nicht an dem in Frage kommenden Tage gebraucht. Erst im Januar werden sich die Großgeschworenen eigentlich mit der Prüfung deS Ward.FalleS 'befassen. Die Vernehmung der genannten Zeugen geschah mehr, um stch Information bei Zeiten zu verschaffen. Unabhängiger Turnverein. Heute Abend 8 Uhr regetmäkige Geschäfts-Bersamm-lung. I. H. Ballmann, 1. Sprecher. Adam Großkopf, 1. Schriftwart. Enchre im Südseite Turnverein. 4 Die von dm .Damen des Südseite Turnvereins am Sonntag Abend ver anstaltete Karten Partie war gut be. sucht und eS wurde flott gespielt. Fol gende Damen und Herren gewannen die Preise: Damen. 1. PreiS-Frau Pedlow.
2. Frau Jrrgang. -3. Fräulein Schofield. 4. Frau Weiffenbach. 6. Frau Kahn. 6. Fräulein K. New. 7. H Frau Held. . 3. Frau Sailor. 9. Frau Schoeneman. 10. Frau D. Bernd. Herren. 1. - Preis L. Kahn. 2. F. Schoeneman. 3. m A. Roemler. 4. Paul WamSky. 5. Harry Sueß. 6. m Fred. Ehlert. 7. 2. Mazner. 8. I. Hilkene. 9. I. Monaghan. 10. H. Smock. ' ,.,
Die beste 5 Cent Ciaarre in der Stadt, Mucho's Longfellow.
Schauderhafte Geschichte Erzählt ein kleines Mädchen
Um sich wegen Schulschwänzens zu entschuldigen. Mit gezogenem Revolver, seine 11 jährige Tochter an der Hand führend, zog gestern Nachmittag gegen vier Uhr Uhr ein Bewohner unserer Stadt, Herr McDermott durch einige belebte Straßen Indianapolis, mit rollenden Augen den Lüstling suchend, der seine Tochter angeblich anüeariffen babenisoll. war in der That eine schreckliche Ge schichte, welche daS Mädchen ihrem Va ter berichtet hat und die selbst den sanftmüthigsten Vater zur Verzweiflung bringen konnte. DaS Mädchen hatte erzählt, daß sie gegen drei Uhr von einem Unbekannten überfallen worden, in eineScheune geschleppt und dort miß handelt worden sei. Und dann hatte sie dem Entsetzten eine Beschreibung deS UnlzoldS gegeben. Und der unglückliche Mann suchte und suchte, bis schließlich die Polizei auf den bewaffneten, erregten Menschen aufmerksam wurde und Vater und Tochter in's Gebet nahm. DaS Resultat deS Verhörs war er staunend für den Vater als für die Polizei, denn eS enthüllte eine Berdor benheit des Charakters 'deZ KindeS, der die kühnsten Erwartunzen übertroffen hatte, der einfach für unmöglich gehal ten würde, wenn man eS nicht mit nackten Thatsachen zu thun hätte. DaS Mädchen wollte sich einfach vom Schulbesuch! drücken. Um nun einen Entschuldigungsgrund zu haben, das eS nicht zur Schule gegangen war, er zählte is die haarsträubendsten Einzelheiten des an ihr verübten Sittlichkeit? Verbrechens, welches völlig aus der Lust gegriffen war. DaS Töff-Töff. Dr. R. A. Poole. Arzt im Dispensa rium, wurde gestern zweimal von Auto mobilen angefahren, welche in unge hörig schneller Gangart in der Stadt herumsausen. Der erste Unfall passirte an der Ecke Washington und Illinois Straße, wobei dem Dr. das Rad zer brochen wurde. Der Führer des Au tomobilS wurde von dem Polizisten notirt. Das zweite Mal kam Dr. gleicher auf der verkehrten Seite deS Broadway angesaust. Dr. Poole, welcher sich auf der rechten Seite befand, sah das mit Windeseile fahrende Automobil ankernmm' konnte jedoch nicht ausweichen und der Zusammenstoß erfolgte. Dr. Poole wurde im hohen Bogen zur Erde ge schleudert, glaubt jedoch sich keine in nerliche Verletzungen zugezogen zu habe. DaS Vorderrad seines Rades wurde zertrümmert.. Dr. Fletcher brachte ihn in seinem Automobil zum Dispensarium zurück, wo ihn seine Kollegen in Behandlung nahmen. Das gefährlich schnelle Fahren der Automobile in den Stadtgrenzen sollte Polizeilich verboten werden, und ist eS nur eine Glückssache, daß nicht mehr Unglücksfalle pasfiren. Kreisgericht. Achtb. Henry Clay Allen. Richter.. International Credit Bureau gegen A. I. Harvey ete. Klage abgewiesen. C. D. Fletcher gegen Katharina MaloneS. Klage abgewiesen. John P. Thaneburg gegen Cöm mercial Traveling Mutual Association. Beklagte Gesellschaft freigesprochen. Jacob C. Eunningham gegen JoS. F. Little etc. Angeklagter freigesprochen. Kläger hat Kosten zu tragen. Ein Einbruch wurde in der Wohnung deS Bird Helle. 2713 Nord Dearborn Straße, verübt. Die Diebe entwendeten einige Straßenbahnbillets, mit welchen .sie unbehelligt entkamen. Der Lahrcr Hinkende Botefowtc derNegenöburger Marien Kalender für 190 stno durch unsere Ossice zu beziehen. '
Stahl Kohlen.
Mußte in's Loch. Die EisenbahndetektivS McJntire und Smith verhafteten gestern Abend den 23'jährigen Spengler Roy Shafer qon 2434 Fountain Straße unter der Beschuldigung Kohlen gestohlen zu haben. Im Gefängnisse eingeliefert, ersuchte er um die Erlaubniß, mit seinem Na ter sich telephonisch in Verbindung seen zu dürfen, und als der Schließer ihm diese gewährte, rief er Main 2473 auf und sagte: Dies ist Ray. Ich befand mich auf dem Wege nach Chi cago. Geld hatte ich nicht.' So be schloß ich, auf einem Frachtzuge erst nach Lafayette und dann nach Chicago zu fahren. BahnDetectloS verhafte ten mich, als ich auf dem Geleise war. Sie behaupteten, daß ich Kohlen und souftige Sachen, Eigenthum der Northern Jndiana Ry. Co., gestohlen hättet Ich wollte gerade auf den Zug steigen. Die Kohlen stahlen Unbe kannte. Komm' herunter und hole mich heraus." Die Eisenbahn.DetectivS behaupten, daß Shafer sonst noch EtuaS auf dem Kerbholz habe. Schafer wurde vor Mitternacht ge gen Bürgschaft, die sein Vater stellte, wieder freigelassen. ' Feuer. In dem in No. 312 N. East Str. gelegenen, Sam. Tetter gehörigen Stall brach gestern Morgen, gegen 4 Uhr Feuer aus, wobei ein Pferd und der Ablieferugöwagen den Flammen zum Opfer fielen. Die Jeuerwehr f war prompt zur Stelle und löschee das Feuer, welches leicht größere Dimen sionen hätte annehmen können. Bozidar uns Vlrsen. .-Znz Vozidar kann leider dem Urtglück nicht entgehen, mit seinem Vetter Arsen Karageorgiewitsch, dem Bruder des Königs Peter von Serbien, verwechselt zu werden. Ich hatte unmittelbar nach der Belgrader Konalkatasirophe Gelegenheit, den Prinzen Vozidar in Paris, wo er im Hause seiner Mutter im Square du Bois de Boulogne wohnte, zu besuchen, und ich kcmn versichern, daß er weit davon entfernt war, die Nachricht von der Thronbesteigung seines Vetters Peter mit Champagnerjubel zu begrüßen. Prinz Vozidar ist eine weit über das Durchschnittsmaß begabte Natur: er ist nicht nur ein sehr tüchtiger Kunsthandwerker, son dern auch Schriftsteller, dr eine Reihe intereffanier Reisewerke, zum Beispiel über Indien veröffentlicht hat. Er spricht Serbisch, Französisch, Deutsch. Englisch. Italienisch mit gleicher Leichtigkeit. Beinahe hätte ihm das Schicksal geblüht, König von Serbien zu wer, den, denn sein Vater war älter als der Vater des Königs Peter, hat jedoch zu Gunsten der jüngeren Linie auf die Erbfolge im damaligen Fürstenthum Serbien verzichtet. Ueber die Verwechselung mit Arsen Karageorgiewitsch hat Prinz Vozidar sich oft bitter beklagt. Arsen der Mann der Bar und der Champagnerflaschenbatterie ist übrigens von seinem Bruder Peter nicht vernachlässigt worden. Er bekleidet jetzt einen sehr gut bezahlten Posten in der serbischen Armee. Prinz Bozidar lebt dagegen thatsächlich von der Arbeit seiner Hände und seines Kopfes. Er hat niemals einen Versuch gemacht, eine Apanage in Belgrad herauszuschlagen. Als ich ihn fragte, ob er mit dem König Peter nach Belgrad zu gehen gedenke, erwiderte er, der König sei jetzt Oberhaupt der Familie Karageorgiewitsch, und er werde einem etwaigen Rufe natürlich Folge leisten. Dieser Ruf ist nicht ergangen, und Prinz Vozidar ist geblieden, was er war: em Ehrenmann, der in der Pariser Gesellschaft und zwar unter ihren besten künstlerischen und wissenschaftlichen Elementen zahlreiche Freunde zählt. r Das Schwurgericht zu Lübeck vcnlrtheilte den Großkauf mann Karl Bär von der Firma Liedke und Stolterfoht wegen zahlreicher Unterschlagungen und dreier Urknn denfälfchungen zu fünf Jahren Zuchthaus. ' Sicheres Erkennungszeichen. Tourist (der sich verirrt hat): Endlich wieder die Nähe der Landürake f riecke bereits Beniin!" '
Meldet Frau Ecalp der Polizei. Wenn, wie wir annehmen, die Räu bergeschichte die Polizei hegt Zwei sei , welche eine Frau Ecalp unfe ' rer Geheimpolizei berichtet hat, auf Wahrheit beruht, dann wirst dieselbe aus die Zustünde in unserem Polizei Departement kein gutes Licht nnd un willkürlich wird man an St. Louis er innert. ' Frau Scalp behauptete, daß gestern Nacht gegen 1 Uhr irgend Jemand an ihre Thür klopfte und um Einlaß bat, da er ihr ganz dringend eine Mitthei lung zu machen habe. Als sie sich weigerte, zu öffnen, mit dem Bemerken, es fei zu spät, erklärte der Fremde (ein Neger), daß seine Mittheilung von der größten Wichtigkeit sei, und. wenn sie dieselbe nicht sofort anhöre, müßte sie die schlimmsten Folgen 'tragen. Die Frau öffnete dann erwartungS voll die Thüre und kaum hatte sie dieS gethan, als der Fremde auf sie spranz, sie zurückdrängte und mit vorgehal tenem Revolver zwang ihn durch HauS zu führen. Unterdessen sei noch ein an derer Mann, ein Neger, hinzugekom men. Beide hätten das ganze HauS durchsucht, immer ihr den Revolver vor den Kopf haltend und da sie anschei nend nicht das Rechte gesunden. Zogen sie wieder ab und waren im Nu in der Dunkelheii verschwunden) Frau Scalp benachrichtigte sofort die Polizei, die dann nach den Negern suchte, ohne aber eine Spur derselben zu entdecken. Da alle Nachforschungen vergeblich waren, erklärten die Geheimen, daß Frau Scalp die Geschichte erfunden habe, um sich interessant zu machen. Es sei bei den hier zur Zeit herrschen den Verhältnissen nicht möglich, daß Neger derartige Banditenstücke auZsüh ren könnten und außerdem sei in dem Hause der Frau nichts enthalten, was die Schwarzen veranlassen könnte, ihr einen ungebetenen Besuch abzustatten. Soweit die Polizei. Die Geschichte kann trotzdem wahr sein. Polizeiliches. Wegen HerumlungrnS wurde gestern Abend der 24 jähr. Bäcker Lorenz Patrick von Heborn, Ind., ver haftet. In Patricks Besitz wurde ein scharfgeladener Revolver gefunden. Frau Hannah Geentzler von No. 813 Süd Meridian Straße ist die gemüthlichste Frau von der Welt, wenn man ihr aber mit dem Kostgeld durchbrennt, kann sie recht eklig werden. Einer ihrer Boarder. Ben Schmidt, schuldete ihr vier Dollars, und als er nicht bezahlte, ließ sie ihn wegen Kost Hausschwindels verhaften. Unsere Polizei wurde von Danville, Jll., auS ersucht, Umschau nach zwei Frauen, Shear und Funni gan zu halten, die in unserer Stadt ihren Wohnsitz haben sollen. In Dan ville wurde nämlich gestern in den dor tigen Minen ein Bergwerksarbeiter Namens John C. Cummingham ge tödtet und der Verstorbene bat vor sei nem Ende, seine hier wohnenden Schwestern zu benachrichtigen. Nach einer anderen Meldung will man in den Taschen deZ Todten Briefschaften gefunden haben, aus denen zu ersehen war, daß der Verstorbene hier noch Schwestern habe und sucht man deren Aufenthaltsort zu ermitteln. John Gordon von No.' 309 West Washington Str., war?geftern Nachmittag die Zeit etwas langweilig geworden und um sie todtzuschlagen, ging er von einer Wirthschaft in die andere, wo er Bier und SchnapZftu dien trieb. Nachdem er den inneren Menschen erwärmt hatte, begab er sich unter Absingung schöner Lieder in'S Freie und lief gerade einem Blaurock in die Arme, der ihn zur Polizeiftation brachte, wo er seinen Rausch auZschlafen durfte. Sein Schicksal theilte der 47jährige Joseph McGee, ein Kesselflicker, der ebenfalls einen gehörigen hinter die Binde gegossen hatte.
Neberfall
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