Indiana Tribüne, Volume 29, Number 94, Indianapolis, Marion County, 12 December 1905 — Page 5

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Von G. N. G. Mit glühenden Wanoen und leuchtendem Blick Eind rinjt ein paar Mägdlein gegangen. Sie redeten viel von dem launischen Glück, . Wie sie's suchen woNten und fangen. X - .Ich such' es dabcim!- int ,ctt, auf der Flur!" . Und ich in der Wcl,t. in der weiten!" So tönt'S durcheinander. Ein Mäztz lein nur. Ein blasses, ging traurig zur Seiten. .Ich fand'A schon, das Glück. do ich mag ' ' ihm nichr trau'n. Mich hat's ja bitter betrogen. Ich durft' in die lackenden Augen ihm schau'n Dann ist eS gleich weiter gezogen." Ganz unter uns! Eine polnisch-russlsche Reminiszenz ron Maxim Trapp. Im hohen Alter von 94 Jahren ist in Riga Alex Michailowitsch Berg gestarben, der Held der nachfolgenden Geschichte, die ich nach seinen persönlichen und den politischen Aufzeichnungen.die mir zugänglich waren, hier wie, dergeben will. Zu Ende des-Jahres 1840 erhielt der in der russischen Hauptstadt Petersburz garnisonirende Husaren-Ritt-meist Graf Berq, ein geborener Finne, den Befehl, mit seiner Eskadron in eines der südlichen Gouvernements des eben unterjochten Königreichs Polen zu rücken und dort die politische Ruhe aufrecht zu erhalten. Zum S.tandauartier des Grafen war das Dorf Bozileka ausersehen, das eine halbeStunde von dem Schlosse des Edelmanns Chrudimsky entfernt lag. Die Instruktion des Grafen Berg lautete dahin, speziell auf diesen Polen Chrudimsky ein wachsames Auge zu haben, im übrigen aber alle Exzesse zu vermeiden und strenge Manneszucht zu halten. Der Nationalhaß zwischen Russen und Polen war dem Grafen fremd , ja sein politisches Glaubensbekenntniß neigte sich im geheimen ganz zu dem unleugbaren Rechtender Polen. Berg vollzog gewissenhaft seinen Dienst, hielt seine Husaren im Zaum und hoffte, durch baldigen GarnisonWechsel in angenehmere Verhältnisse zu kommen. Nach Ablauf von "kaum drei Monaten erhielt der Rittmeister dann auch die Ordre, in ein anderes Goudernement zu rücken. Am Tage des Abzugs befahl er seinem Cornet, einem Baron Buteniew, auf .das Schloß des Chrudimsky zu gehen und sich von letzterem den üblichen Revers ausstellen zu lassen. In diesen Reversen mußten sich nämlich die Kommandeure der abziehenden Truppen bescheinigen - lassen, daß die Mannschaft sich gut betragen", und daß sie keikLA Anlaß zur Beschwerde seitens bei Polen gegeben habe. Dem Herrn von Chrudimsky war dieser Augenblick erwünscht, um seinen Crofeinden noch em fefcies Hinderniß in den Weg zu schleudern. In 'reicher Uniform, das stolze Bewußtsein des Gebieters aus der Stirn, betritt der Cornet zuvor gemeldet das Gemach. Chrudimsky steht, den Rücken dem Cornet zugewendet, am Fenster und trommelt leise an den Scheiben, dazu das polnische Nationallied pfeifend: Noch ist Polen nicht verloren. -Chrudimsky ist ein Mann Ende der Vierziger; der Ausdruck in seinen Zügen ist hart und streng; aus seinen Augen lodert unheimliches Feuer. Der Cornet schreitetin die Mitte des Salons und sagt mit lauter Stimme: Mein Herr!" aber Chrudimsky ignorirt ihn wie zuvor. Dem Cornet steigt jetzt die Zornesröthe in das Geficht; aber er bezwingt sich und ruft im Komandoton: Sie haben Besuch, Herr!" Chrudimsky wendet sich, mustert den jungen Militär vom Kopf bis zu den Füßen und spricht: So höre ich, wenn auch keinen erbetenen. Was wünschen Sie?" Den gesetzlichen Revers, auf Befehl meines Chefs." Auf'Befehl?! Eine mir ganz neue Sprache! Dem Wojwoden Xaver Chrubimsky hatnoch niemand auf der Erde in solchem Tone zu befehlen- gewagt." Der Cornet sieht verblüfft; denn de? Pole hat absichtlich den Sinn seiner Worte falsch gedeutet. , Werdet es schon noch lernen, ihr Herren Polen", poltert er dann hervor. Eueren Nacken unsern Befehlen zu beugen!" Knaben, ,die kaum der Amme entlaufen sind",- sagt Chrudimsky im geringschätzigsten'Tone, sollten sich nie in Männerangelegenheiten mischen!" Mein Herr!" braust, der Cornet auf. V Ruhig, junger Mann! Sie sind in meiner Behausung, und ich wahre mein Hausrecht selbst gegen russische Diktatur. Was den Revers betrifft, so werbe ich ihn nicht ausstellen!" Wir werden Sie dazu zwingen!" Am Ende Sie?" fragt Chrudimsky mit malitiösem Lächeln. Zweifeln Sie daran?" ruft der Cornet. an' seinen &atei iHlaaeno. .Wehe Ihnen, wenn Sie sich ein Spiel mit uns erlauben! Der Woiwode tritt dicht, an seinen Besuch und fizirt ihn mit blitzenden Augen:

'pvien und Russen spielen nie mit

einander, merken Sie sich bas! Um aber Ihrer lächerlichen Arroganz ein Ziel zu setzen, bemerke ich Ihnen, daß die Eskadron bei ihren Exerzitien aus meinem Territorium für wenigstens 180 Gulden Schaden anaericktet bat. und daß ich vor Einhändigung dieser Summe keine Beglaubigung Ihrer guten Aufführung von mir geben werde. Saen Sie das Ihrem Rittmeifier!" Des Cornets En.'rüstung stieg auf den Gipfelpunkt. , Sie sind ein erbärmlicher Lügner!" ruft er. Auf Kavaliersparole! Ein Leibeigener von meinen Gütern gilt mehr als ein polnischer Edelmann Jhres Schlages!" Das ist dem stolzen Wojwoden zu viel; er gibt dem Cornet einen Backenstreich, daß dieser taumelt. Dann jedoch ergreist, er schnell den Arm des jungen Mannes, der eben den Säbel ziehen will, und spricht: " Ruhig, bei Ihrer Ehre: ruhig! Sie sind in meiner Behausung. Die Beleidigung war gegenseitig. Bedenken Sie, daß, wenn die Sache ruchbar wird, selbst ein Duell Ihre Ehre als Offizier nicht wieder herstellen kann, und daß die militärische Laufbahn Jhnen auf immer verschlossen ist. Begnügen Sie sich deshalb mit dieser Lektion, und lernen Sie in Zukunft, Ihre Worte einer' gereizten Nation gegenüber mäßigen. Nehmen Sie mein Ehrenwort, das bie Sache ganz unter uns bleibt und von meiner Seite aus keine lebende Seele erfahren soll, was hier geschah." Mit diesen Worten schiebt Chrudimsky seinen Besuch zur Thüre hinaus. Der Cornet verläßt ganz konsterr.rn das schloß, er weiß nicht. wie das alles so schnell gekommen, weiß nicht, wie diese Schmach zu tilgen ist. Er entschließt sich endlich, seinem Ritmeister, Graf Berg, einem Manne von festem, verschwiegenem Charakter, den ganzen Hergang dieser Affäre zu schildern. Des Grafen Entschluß ist bald gefaßt; er laßt sich das Pferd satteln und sprengt eine halbe Stunde später nach dem Schloß.Chrudimsky steht noch am Fenster, als ihm gemeldet wird, der Husarenrittmeister sei eben in den Hof gesprengt. Chrudimsky mußten Besuch erwarten; die Eskadron barf nicht ohne Revers abrücken. Was verschafft mir dir Ehre Ihres Gesuches Herr Graf?" begrüßt er den Eintretenden Mit erkünstelter Zuvorkommenheit. Mein Cornet hat mir Ihre Weigerung und Ihre Ansprüche überbracht, und ich komme, die Sache persönlich zu ordnen." Angenehm! Und auf welche Wnse?" Sie behaupten, Beschädigungen erlitten zu haben und fordern die Summe von 180' Gulden?" So ist es. Der Anschlag ist außerst gering." Ganz in der Ordnung Ich bringe Ihnen das Geld. Schreiben Sie!" Hier ist der Revers, Herr Graf." Noch ein Wort, mein Herr. Sie haden meinen Cornet auf eine entehrende behandelt. Zu welcher Genugthuung sind Sie erbötig?" Zu keiner! Sein Betragen gegen mich hat diese gemeine Züchtigung verdient. Uebrigens ist es Grundsatz des polnischen Adels, sich weder mit Knaben noch mit Russen zu duelliren." Verzeihen Sie, das wußte ich nicht. Weil so auf keine Weise etwas zur Ehrenrettung meines Cornets geschehen kann, so hat er mich beauftragt, -die Sache wenigstens ins Gleichgewicht zu bringen, was hiermit geschieht." Mit diesen Worten Bergs saß eine so derbe Ohrfeige auf Chrudimskys Wanqe. daß er in den Sessel sinkt. Ruhig, bei Ihrer Ehre, ruhig!" ruft Berg. Die Beleidigung war gegenseitig; sie ist jetzt ausgeglichen. Seien Sie in Zukunft weniger rasch mit Handlungen, die dem Ehrgefühl des Militärs zuwiderlaufen, und begnügen Sie sich mit dieser Lektion. Ueberdie. nehmen Sie mein Ehrenwort, daß die Sache ganz unter uns bleibt, und daß von meiner Seite aus keine lebende Seele erfahren soll, was hier geschah." Mit diesen Worten empfiehlt, sich Graf Berg. Ein Jahr war vergangen. Die Scene auf Schloß Chrudimsky war dem Ehrenworte gemäß verfchwiegen geblieben. Da erhielt eines Tages Graf Seig, der jetzt in der Nähe Lublins garnisönirte, eine Einladungskarte zu einem Feste, das auf dem nahen Schlosse Chrudmisky" gefeiert werden sollte. Eingezogene Erkundigungen belehrten "ben Grafen, daß der Festgeber der Bruber besjenigen sei, mit dem er bereits früher in so unangenehme Berührung gekommen war. Nicht blind in die ihm etwa gestellte Falle zu tappen, sondern die nöthige Vorsicht anzuwenden) machte sich der Graf zur Pflicht. Ich weiß nicht, welcher Art der Angriff sein wird, den er auf mich beabsichtig:," sagte Berg zu seinem Cornet. Ich habe Sie, als die Ursache des Konflikts, im 5cklimmsten

yaue nämlich, zu meinem netter ausf ersehen." f Für Sie mein Leben, Graf. Gebieten Sie unumschränkt über mich." Ich danke Ihnen. Sie werfen sich morgen in Bauernkleider und folgen mir bis nahe zum Schlosse. Sie treten später keck in den Schloßhof, wo sich jedenfalls viel Volk befindet, und Ihre Erscheinung nicht weiter auffällt. Dort erwarten Sie von mir einen schriftlichen Wink oder ein Zeichen mit einem weißen Tuche. Nur Vorsicht, und im Falle der Noth die größte Schnelliakeit." Am nächsten Tage zur festgesetzten Stunde sprengte der Graf von Berg in großer Uniform nach Schloß Chrudimsky. Er war kaum abgestiegen, als der Festjeber, Stanislaus Chrudimsky, aus der Pforte trat, ihn zu begrü. ßen: ' .Jn der , That, nun erst ist unser Vergnügen vollkommen," sprach der Pole, babei bem Grafen herzlich bie Hanb fchüttelnd. ' . Wie meinen Sie das?" fragte Berg, bessen Argwohn burch die Worte aufs neue erwachte. Weil wir seit zwei Tagen wissen, baß Sie Kurländer, folglich nicht Altrusse sind." Und machen Sie zwischen beiden einen Unterschied?" Allerdings. Zwischen Russen und Polen kann eine Freundschaft nie bestehen; wohl aber zwischen uns und den Söhnen jener Provinzen, die erst in ben letzten Zeitläufen der russischen Vergrößerungsfucht zum Opfer gefallen'sind." Berg hütet sich, auf diese Worte zu entgegnen; er folgt schweigend seinem Führer hinauf in den Saal, wo der benachbarte polnische -Adel vollzählig versammelt war. Bei Bergs Eintreten erhoben sich alle und grüßten mit größterEhrerbietung. Man arrangirte sich, der Graf erhielt seinen Platz zwischen dem Festgeber und dessen Gemahlin, den ehrenvollsten in der Gesellschaft. Berg war ganz Auge, ganz Entzüden; er habe seit langem keinen derartigen Genuß gehabt. Kunst und Literatur ' Hand in Hand mit glühendem Patriotismus!" rief er aus. . Wahrlich, das Volk verdiente ein besseres Los, und ich beklage mit ihm die verlorene Größe, die.unwiederbringlich entschwundene Herrlichkeit." Unwiederbringlich, meinen Sie ? Polen wurde nicht unterjocht, sondern verkauft! Doch zu etwas anderem. Aus Ihrem Gespräche über Literatur glaube ich schließen zu dürfen daß Sie ein großer Verehrer derselben sind." Allerdings, und ich möchte Sie wohl bitten, mich mit diesen Schätzen bekannt zu machen." Mit. dem größten Vergnügen. Und Sie von ber Menge und Güte unserer Sammlung zu überzeugen, bitte ich Sie, mir zu folgen." Sie schritten wieder durch mehrere Zimmer, bis sie zu einem Kabinett: ge-, langten, in welchem sich lein andei'.Z Mobiliar, als eine hölzerne Bank' b.?fand. "Hier sollte eigentlich meine-Vi-bliothek sein", sagte Chrudimsky. jetzt Haltung und Stimme verändernd, da sie sich aber nicht vorfindet, so muß nothwendig der Zweck unseres Hierseins ein anderer sein. Mein Name ist Chrudimsky. Ich habe das Vergnügen, mich desselben zu erinnern." Gut, bann werden Sie sich meines älteren Bruders erinnern, der " Die Ehre hat, sich dem Herrn Grafen zum zweitenmal unter anderen Verhältnissen vorzustellen", sprach ein Mann, der plötzlich aus einer Tapetenthür trat. Es war der Wojwode Xaver Chrudimsky. Sie haben mich tödtlich beleidigt." Ich habe nur das Recht der Wiebervergeltung geübt." Sie haben sich zum Rächer eines Knaben aufgeworfen, der in mir die ganze polnische Nation beschimpft hat; und weil der Bube zu feig war, sich selbst Genugthuung zu verschaffen, so haben Sie es auf ehrlose Weise statt seiner gethan. Diese Beleidigung eines polnischen Edelmannes kann nur mit Blut abgewaschen 'werden." Ich bin bereit. Lassen Sie mir meinen Säbel reichen. Ich bin bereit. Lassen Sie mir meinei Säbel reichen. Können Sie glauben, daß man gegen einen Mann, der alle Ritterlichkeit mit Füßen tritt, sich des Zweikampfes bedienen werde?" j Also beabsichtigen Sie einen Meuchelmord?" Ein Pole hat sich nie zum Mörder erniedrigt. Aber ein ehrloses Verfahren kann nur auf ehrlose Weise bestraft werden, und deshalb werden Sie sich dem, was über Sie beschlossen ward, willig unterwerfen." Sechs kolossale, mit Knuten bewaffnete Diener traten in diefem Augenblick aus der Tapetenthür. Aus den Wink Chrudimskys warfen sich diese sechs Kerle wie Tiger auf ihr Opfer. Was half dem Rittmeister seine verzweifelte Gegenwehr? Nach kurzem Kampfe war er an Händen und Füßen

gebunden, über die Bank gelegt und mit zwanzig derben Knutenhieben traltirt." So, wir sind quitt", sprach Xaver Chrudimsky. Was hier ben . stattfand mußte zu meiner, zur Eyrenrtt tung des in mir beleidigten polnischen Adels geschehen. Nehmen Sie aber

mein Ehrenwort, baß bie Sache ganz unter uns bleibt, und daß keine lebende Seele je erfahren soll, was hier geschah. Ich bitte, uns das Vergnügen Ihrer Gegenwart auch für heute Abend zu schenken." Der Graf von Berg, mit den Brübern Chrudimsky zur Gesellschaft zurückkehrend, sann vergebens nach, welches Benehmen er zu beobachten habe. Bei seinem Eintritt in den Saal sah er die Blicke der ganzen Gesellschaft auf sich gerichtet. Ein fchrecklicher Argwohn durchzuckte ihn: Wie, wenn die Chrudimskys ihr Ehrenwort gebrochen, wenn sie geplaudert hätten?! . Der Ball beginnt, die Tänzer arrangiren sich. Berg geht zu einer Dame, eine spöttische Abweisung erfolgt. Er geht zu drei, vier, sechs anderen dieselbe Abweisung erfolgt. Unterdessen wird rings um ihn von ehrloser Behandlung, von Knutenschlägen, von russischer Arroganz gesprochen. Jetzt ist er gewiß, daß alle sich von ihm zurückziehen werden, da die ganze Gesellschaft weiß, was ihm widerfuhr. Aber, obgleich nan ihn von weitem beobachtet, bemerkt man nicht, daß er auf -ein leeres Blättchen Papier einige Zeilen wirft: Ganze Eskadron sitzt auf. Sofort unter. Ihrer Führung ins Schloß."' Wieder vergeht einige Zeit; dann begibt sich Berg hinaus auf die Veranda, um sich abzukühlen. Der Cornet unten hat ben Handschuh seines RittMeisters geschickt seines Inhalts entledigt und überläßt ihn dem ersten besten Diener, der Anspruch auf die Fundbelohnung erhebt. Als Berg sich überzeugte, daß seine Votschaft an die rechte Stelle gelangt, kehrt er auf seinen Platz zurück. Die verbündeten Polen haben inzwischen einen neuen Angriff beschlossen, um noch tiefer den Feind zu demüthigen. Einer der ältesten Gäste bringt einen Toast auf das Verderben Rußlands, gegen Zar Nikolaus I. aus. Die Ausfälle der Polen werden so stark, daß der Graf seine ganze Seelenstärke zusammenfassen muß, um sich noch kurze Zeit zu mäßigen. Da plötzlich ! Pferdegetrappel tönt aus dem Schloßhofe herauf. Die Polen eilen an die Fenster, ot Ursache zu erforschen. Aber schon öffnen sich die Flügelthüren, und herein marschiren achtzig bärtige Husaren in geschlossenen Gliedern, mit gezogenen Säbeln. An ihrer Spitze der Cornet Baron Buteniew. Alles geräth in Schrecken und will flüchten. Berg kommandirt mit durchdringender Stimme: Halt!" Die. Thüren besetzt! Niederg:hauen, wer den Saal vulassen will!" Das Orchester schweigt, eine erwartungZvolle Stille tritt ein. Graf Berg schnallt den Säbel um, stülpt dieMütze auf und bestiegt einen Tisch. Dann theilt er den ganzen Hergang der Sachc mit, klagt die Chrudimskys des Wortbruchs an und beschuldigt die ganze Gesellschaft einer infamenHandlultgsweise gegen ihn. den .Einzelnen, gegen sein Vaterland, .gegen seinen Kaiser. Als Osfizier". schliebtBerg. darf ich diese Schmach nicht vierundzwnzig Stunden unvergolten tragen." . Er befiehlt, die beiden Edelleute Chrudimsky zu ergreifen und jedem dreißig Knutenhiebe zu geben. Dann aebietet Berg, an jedem der anwesenden Polen ohne Ausnahme die Exekution mit fünfzehn Hieben zu vollziehen. Auch dies geschieht, alles Sträubens ungeachtet; denn die Russen kennen keinen Scherz und verdoppelten die Kraft des Schlages, wo sie Widerstand finden. Unb weil die Damen in dem gemeinen Komplotte ebenfalls Partei genommen haben", ruft Berg, so sind auch sie der entehrenden Strafe fchuldig. Jeder sechs Hiebe auf die Waden!" So, wir sind quitt! Sollte die verehrte Versammlung den Wunsch hegen, daß die Sache unter uns bleibt, so bin ich für meine Person auch hierzu erbötig. Für heute habe ich die Ehre, mich zu empfehlen. Kehrt euch marsch!" Und ander Spitze seiner Mannschaft verläßt er den Saal. Dieser Auftritt auf dem Schlosse Chrudimsky machte ganz .ungeheures Aufsehen. .Der gepeitschte polnische Adel führte Klage beim Gouvernement, und Rittmeister Graf Berg mußte sich als Gefangener stellen. Das Gerücht drang nach Petersburg zum Throne des Zaren, und Nikolai I. ließ sich eingehend Bericht erstatten. Der Kaiser fand seinen Rittmeister weit weniger schuldig; ja, er soll geäußert haben, daß er im gleichen Falle kaum anders gehandelt haben würde! Ganz Rußland aber und die russische Presse vornweg betrachtete diese Affäre als einen auten Witz". .

Beim Provinztheater. Direktor (vor der 'Faustaufführung zum Regisseur): Nun haben wir nur die Rolle des Gretchen" zu besetzen. Welche unsrer Schauspielerinnen hat denn den schönsten falschen Zopf?" Schwere Waffe. Wie. plötzlich tauchten zwei Räuber auf nun, wie erwehrten Sie -sich ihrer doch mit dem Revolver?" Bankier: I wo ich habe jedem 'n Geldbeutel an den Kopf geworfen." ,

&frmfo&fm Oandalia Abgang St. LouiS Spcl., tSgl t ä.. 150 St LouiS Lw täglich s d fc b 7 0 ) G Capital Expreß tägl , d... 7 1033m St LouiS Ac tägl 7 3)Bm Ch St L Erpreß täglich ds.12 20ft St Louis Expreß tägl ......3 1531 c $ & Slsingham Aee tägl. 4 00 Nm St L fta Mail täglich.... 8 10 St Louis Special taglich s..li 3N Vincenn eö Kairo & Viaeen Expr täglich 1 ZOvm BineermkS Szpreb tägl... 8 50N Spencer k French LiS Ac, tgl 4 iSSlm

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