Indiana Tribüne, Volume 29, Number 94, Indianapolis, Marion County, 12 December 1905 — Page 1
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' 1 . ' Erscheint seden Nat7,ittag. i ' ' ' Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Dienstag, 12. Dezember 190.1 ' No 94, '
DynamitM Bahngeleifc Noch rechtzeitig fortgeschafft Als der Bahnzuz heranbraufte.
Zwei Kisten, deren jede 100 Pfund Dynamit enthielt, fielen von. einem mit dem gefährlichen Explosiv belade nen Wagen an der Gürtelbahnkreuzung an Bethel Avenue heute früh auf die Geleise, gerade als ein Zug der Vanda lia vorbeifuhr. Der junge Fuhrmann befaß gerade noch genug GeifteS'Gegenwart mit Ge fahr feines eigenen Lebens die Dyna mitftangen, die aus den zerbrochenen Kisten gefallen waren, vom Geleise zu A räumen. So wurde glücklicherweise eine Ex d' plosion verhütet, welche entsetzliche Fol gen hätte haben können, denn auf ei nem Nebengeleise befand sich noch eine , Car, auf der große Quantitäten Dy namit befindlich waren.
Der Waggon gehörte der Du Pont Co. und stand auf dem Hy. Schroeder gehörenden Nedengeleise. Weihnachts-Feier Im Sozialen Turnverein. Die Weihnachtsfeier der Turnund Sonntagsschule des Sozialen Turnver eins findet am Montag, den 25. De zember, Nachmittags 3 Uhr, im großen Saale des Deutschen HauseS statt. Sämmtliche Klassen der Sonntagsschule, sowie zwei Turnklassen werden bei der Feier mitwirken. Der Kindergarten wird nach einem Tanzliedchen ein kleines Stück, die drei. Bären genannt, aufführen. Die Mittelklasse der Sonntagsschule übt ein Weihnachtssviel Vergeßt das Beste nicht- ein; die Oberklasse wird unter der Regie dS Herrn Michelsen den kurzen Einakter Bangemachen gilt nicht" über die Bretter gehen lassen; die turnerischen Vorführungen werden die Kinderklassen besorgen. Außerdem .wird der Kinderchor zwei Lieder unter der Leitung der Frau Bösch vortragen. Wie in früheren Jahren wird auch dieseS Jahr ein mächtiger WeihnachtS bäum im hellen Lichterglanze strahlen. .Das Programm ist reichhaltig. Die einzelnen Nummern sind kurz und un terhaltend für Jung und Alt. Da keine Pausen eintreten und die verschie denen Borführungen schn:ll aufeinander folgen, wird den Kindern nach der Vorstellung genügend Zeit zur Unter Haltung gegeben. WaS das Christ kindchen den Kindern bringen wird, wissen wir nicht; das Comite hat verschiedene Briefe an dasselbe geschrieben, wieweit dieselben aber Berücksichtigung finden, ist ein Geheimniß. Güter GesnudheZtsznftand. Diphteriafälle find in unserer Stad seit einigen Tagen nicht mehr vorze kommen und es steht zu hoffen, daß diese Krankheit während des Winters nicht mehr hier austauchen wird. Da gegen kommen täglich Scharlachfülle vor. Sonst ist der Gesundheitszustand in der Stadt der Beste. Die herrlichsten Schmucksuchen, Diamanten und Per Xttt in solidester Einfassung bei Julius C. Walk & on, 12 Ost Washington Str. Drei Bürger von Oakland Clty, Ind.'. Vämlich Shirley Conn, Tilden White und Clären Duncan fitzen im hiesigen Gefängniß als Ge fangen? der BundeZ-Reglerung wegen Verletzung des Binnensteuer.GefetzeS, fie sollen 'ohne LizenS zu befitzen ein Gebräu, welches dem Bto sehr ähnlich, in ihrem Restaurant verkaust haben. .' CaptainBrownvon Lexing. ton, Ky., überführte gestern Luther Aschraft aus dem hiesigen Gefängniß nach dem Lexington Gefängniß. Asch rast ist der bekannte Dieb, welcher da? Telephon benutzte, um fich nach seinem begangenen Diebstahl zu erkundigen. und fich so der Polizei in die Hände
spielte.
Farbiger Einbrecher versieht sich mit Schnaps für die Feiertage. Ertappt .und eingelocht.
Jack Barber. ein Neger, 30 Jahre all, 461 West 16. Straße wohnhaft, wnrde wegen EmbruchZdiebstahl ver haftet. Barber verschaffte fich Einlaß in die Wirthschaft von Bottler & Mason, 18. und Brighton Straße und ent. wendete 12 Flaschen Schnaps. Barber war schon faüber mit Gefängniß und Arbeitshaus bestraft worden. Geheim Polizist Brady verhaftete den Burschen, welcher nun wieder nach dem Gefängniß wandern kann. Ein Opfer eines ungleichen Kampfes. Der Conducteur E. T. ttirkpatrick. 629 Süd Eaft Straße wohnhaft, wurde das Opfer von drei schwarzen Gesellen, welche ihm eine Schnittmunde beibrach ten und ihn tüchtig durchbleuten. Früh am Sonntag Morgen bestiegen die 3 schwarzen Burschen an der Ecke Illinois und Washington Straße die Owl Car, welche nach Jrvington fuhr. Drei Neger benahmen sich sehr laut und burschikos, worüber fich die In fassen des Wagens beim Condukteur beklagten. Der Condukteur ermähnte die frechen Burschen wiederholt ruhig zusein, widrigenfalls fie den Wagen verladen müßten. Bei der letzen Cr Mahnung griffen sie den Condukteur an, und ein heißer Kampf entbrannte. Der eine der Neger zog sein Messer und brachte dem Condukteur eine Schnitt' wunde an der Backe bei. Zwei der Rädelsführer bei Namen Samuel Compton und Jesse Armstrong, wur den von der Polizei dingfest gemacht, während der Messerheld Daniel Dar nell entkam. Wir hoffen, daß die drei schwarzen Gesellen einer exemplarischen Strafe nicht entgehen werden. Ein frecher EinbrnchSdiebstahl. Diebe brachen gestern Nacht in die Eisenwaaren Handlung von S. S. RhodeS & Son. 340 West Washington Straße ein u. entwendeten 830 in baa rim Gelde. Die frechen Burschen wa ren durch den Lichtschacht des Daches in den Laden gedrungen, und nahmen aus der Casse $30; welche als Wechsel, geld für den folgenden Tag zurück ge lassen waren. Weitere Sachen wurden nicht vermißt. Die Burschen find mit ihrer Beute entkommen. Neues Spritzenhaus fertig. Dee soeben fertiggestellte neue ffeuer wehrstation an Ray'monstraße ist seinem Zwecke übergeben worden und da mit wurde einem langgesühlten Be dürfnisse Rechnung 'getragen. Seit langen Jahren bemühten fich die in der Nähe der Belt Tracks- wohnenden Leute um die Errichtung einer Jeuer wehrstation, die ihnen das Gefühl arö ßerer Sicherheit verleihen würde. Schließlich wurde ihr Wunsch er füllt. Augenblicklich find in dem Fenerhause fünf Mann ftationirt. Frau Sarah Borther, eine bekannte Persönlichkeit in derPolizeifta. tion, wurde mit $25 Geldstrafe nebst Kosten und mit 30 Tage. Arbeitshaus wegen BagabundirenS auf der Straße bestraft. Frau Borther hatte fich am Sonntag Abend ein Nachtquartier er bettelt. Sie erwachte jedoch früh am Montag Morgen, versorgte sich mit Butterbröden und führte noch zum Dank für daS Qurtier ein Pferd aus dem Stalle nebst andere Sachen mit fich fort. Sie wurde von einem Polizisten mit dem Pferde erblickt und verhaftet. Die beftohlene Frau 'erschien alsbald in der Polizeiftation und erhielt die geftoh. tenen Sachen zurück. Jersey, Leder-, Gummi.JacketS, Pelz Handschuhe und -Kappen, MufflerS bei Schneider Rofenberg, 406 OK Wafh.
Perrh wird Adjutant.
Gouverneur Hanly ernannte Bri gade-General Oran Perry zum Adju tantgeneral des Staates Jndiana und damit ist der Posten wieder besetzt, der durch den Abgang des Generals Ward vacant geworden war. Ward wurde bekanntlich wegen begangener UnregelMäßigkeit zum Rücktritt vom Schauplatze seiner Thätigkeit genöthigt. Leute, die mit den Absichten des Gouverneurs vertraut waren, haben die Ernennung PerryZ schon länger vorausgesagt. Perry war bisher Qumi tiermeistergeneral und an seiner Stelle tritt Geo. W. Powell, früher Polizei. Superintendent von Indianapolis und Großkanzler der PythiaSritter von In diana. Das Gehalt des Adjutantgenerals betrügt $2.250 daS Jahr, während der Quartiermeistergeneral $1,200 erhält. Powell ist ein Veteran des spanisch, amerikanischen Krieges. Wie es heißt, beabsichtigte Ward schon damals seine Stelle niederzulegen, als Gouverneur Hanly . seinen Termin begann, doch weigerte sich der Gouverneur, das Ent. lassungSgesuch anzunehmen. Serz Jesu Gemeinde. Am 12., 13. und 14. Dezember wird in der Cäcilie-Halle der Herz Jesu Ge. meinde an der Union Straße ein Ba. zaar zum Besten der Armen abgehalten werden. Umfanareiche Vorbereitunaen find von den verschiedenen Vereinen ge troffen worden, um dieses fromme Un ternehmen erfolgreich zu machen. Die Frauen und Jungfrauen der Gemeinde haben Zeit und Arbeit geopfert zur Anfertigung von Gegenständen aller Art, die an den genannten drei Tagen zur Verloofung bezw. zum Verkaufe gelan gen werden. Besonders tet aus dte reichhaltige und große Auswahl von Puppen aufmerksam gemacht, so daß Eltern und 'Kinderfreunden eine pal sende Gelegenheit geboten ist. für die Kleinen ÄeihnachlSgeschenke auSzuwäh. len. Während deS BazaarS wird das Cäcilien Orchester die Besucher durch Aufführung von Musikstücken erfreuen. Auch für Erfrischungen wird bestens gesorgt werden. Alle Mitglieder der Gemeinde, sowie Freunde der Armen find freundlichst eingeladen fich an diesem WohlthStizkeitS Bazaar zu bethei ligen. Also nicht vergessen zu kommen. Dienstag, den 12 Dezember wird der Bazaar eröffnet werden. Verlangt ein Wegerecht. Der Behörde für SffentliKe Arbeiten wurde gestern ein Gewch der Indianapolis Southern Ry. um das Recht, ein temporäres Geleise entlang ihreS Wege. rechtes von WtSccnfin nach McCarty Straße anzulegen, unterbreitet und wird dies Gesuch wohl gewährt werden. Die Bahn will ein elevirteS Geleise her stellen und hofft durch Legung des tem porären Schienenstranges die Konstruk tion desselben rascher zu beenden, weil fich dann schneller und bequemer Bau Material herbeischaffen ließe. Interessanter Bortrag. Misfionär Gaß von Raipur. Indien, hält heute Abend einen illuftrirten Bor. trag in der Ev. ZionSkirche, 32 West Ohio Straße. Jedermann ist herzlichst eingeladen, dem interessanten Vortrag beizuwohnen. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's .Longfellow-. Eine Conferenz von Gou verneuren und Eisenbahn.Jnteressenten wird am 29. Dezember in Jndlanapo. liS auf Veranlassung Gouverneur Han ly'S abgehalten werden. Der Gouver neur will einen mehr einheitlichen Mei. lenpreiS einführen. . Hanly hat den Preis von 2 Cents vorgeschlagen und wird alle Hebel in Bewegung setzen, seinen Vorschlag durchzubringen. Eine Versammlung ist schon in Chicago ab gehalten worden, auf der man jedoch I zu keinem Resultate kommen konnte.
Einen gcnilßrcichcnMcnd verbringen die .Besucher des zweiten populären Conzerts , , ' Die Caleb Mills Halle bis zum letz. ten Platze gefüllt.
'Schon lange vor Beginn des Con certeZ, welches gestern Abend der bekannte franzöfischePianift Raoul Pugno in der Caleb MillS Hall veranstaltete, hatte fich im Saale eine erwartungsvolle Zuhörerschaft eingefunden, die in kur. zer Zeit alle Sitze im Parterre mit Be. schlag belegte, die Gallerie bis zur Fas. sungSmöglichkeit füllte, ja alle verfüg, baren Plätze auf dem Podium besetzte und die später kommenden nöthigte, sich mit Stehplätzen in den Gängen zu be gnügen, wo die Nachzügler dicht gedrängt beieinander standen. Und als Herr Pugno erschien, beifällig von den Anwesenden begrüßt, und einen Blick auf die Menschenmenge warf, da muß der an volle Häuser verwöhnte Klavier heroS sicherlich seine Freude gehabt ha ben, so mutterseelenallein am Flügel und noch dazu ohne Orchefterbegleitung der Held deS Abends sein zu können und so viele Leute anzutreffen, die seinem Vortrage erwartungsvoll entgegensahen. Herr Pugno ist d:m amerikanischen Publikum eine bekannte Persönlichkeit. In den Großstädten dieses Landes hat er schon vor Jahren mit großem Er. folge Concerte veranstaltet, und auch auf seiner diesjährigen Concertreise feierte er wieder wahre Triumphe. Herr Pugno stammt auS Paris, der sranzösischen' Hauptstadt, und, abge sehen, von seiner Nationalität, sollte man in ihm einen Repräsentanten der französischen Schule erwarten, deren Hauptcharakteriftik Keckheit der Auf. fssung, lebhaftes musikalisches Tem perament, echt französischer Esprit, Wärme und Leidenschaft bildet. Nichts von all' dem. Sein Spiel ist mehr deutsch. solide als französtsch.elegant. Pugno ist einMusikervon echtemSchrot und Korn, dem eine ausgezeichnete Technik zur Verfügung steht, dessen musikalischem Verständniß fich die Ge heimniffe der großen Mufikpapfte er. jchließen, dem aber jegliche poetische Einbildungskraft, die nun einmal zum mufikalischen Interpreten gehört, ein fach abgeht und für den jedes Gefühl der Sentimalität eben nicht vorhan den ist. Wie gesagt, Herr Pugno befitzt viele vortreffliche pianistische Eigenschaften, und mit seinen 10 Fingern konnte er die unglaublichsten Sachen auf der Klaviatur anstellen und mit dem größ ten Erfolg durchführen. Anschlags Modulation, Schnelligkeit, Ausführung schwieriger Passagen glückten ihm in jeder Hinsicht, waren alle weise be rechnet. Aus 18 Nummern bestand das mit großem Kunstverftän.dniß zusammen gestellte Programm, nämlich auS Stücken von Beethoven, Schumann, Chopin, Weber, Mendelssohn, Grieg, Massenet, Liszt, d'Jndy und eigenen Kompositionen deS Pianisten. Herr Pugno war da ganz und gar in seinem Element Er versuchte mit Glück dem Geiste der Komponisten gerecht zu wer. den, Haupttrüger ihrer Ideen zu sein und dies ist ihm auch zum größten Theile gelungen; vielleicht abgesehen der Schumann'schen Phantastegebilde. Wer Schumann widergeben will, muß nicht nur über eine brillante Technik wie Herr Pugno verfügen, muß nicht nur schön und taktmäßig spielen können, sondern muß auch ein- wenig Einbil dungSkrast besitzen, muß mit einem Worte wo eS angebracht ist, aus den Regeln ehen. - Und Herr Pugno ging glicht aus den Regeln, die tief poetische Wirkung, die den Schumann'schen Stücken eigen ist, bracht? er nicht zum Ausdruck, Anmuth und Würde fehlte, kurz, Herr Pugno ist einer unserer bedeutendsten lebenden Pianisten, aber kein Poet am Klavier. Die eizelnen Nummern, welche der berühmte Gast zu Gehör brachte, wur den mit vielem Beifall vom Publikum aufgenommen und Pugno'ö wahrhaft
künstlerische Leistungen brachten im von dem musikverftündigen und musik. liebenden Publikum wahre Huldigun gen dar und so wird der französische Pianist mit dem Erfolg seines hiesigen ConzerteS wohl in finanzieller als auch in künstlerischer Beziehung wohl zufrle den sein können und noch öfters an die begeisterte Ausnahme denken, die ihm in Indianapolis bereitet wurde.
Unterhaltung im Socialen. Am nächsten Sonntag, 17. Dezem. ber, geben die Damen des Sozialen Turnvereins eine große Unterhaltung. Die Festlichkeit, welche Nachmittags um 3 Uhr beginnt, liegt in den Händen der 7. Section,- bestehend aus den Da men: Frau John Bühler, Frau Anna Pflumm, Frau Richard Kinklin, Frau Tillie Kreis, Frau Theodor Langbein, Frau Oscar Heider, Frau Jda Cul lum und Frau Fred. Schlegel. Berein Savaria". Der Verein Bavaria" hieltgestern in der neuen Halle von Ottmar Keller, 225 Oft Washington Straße, eine re gelmäßige 'Versammlung ab. Nach dem die RoutineGeschäste erledigt ua ren, wurde zur 'Beamtenwahl geschrit ten, welche folgendes Ergebniß gab: Präsident Mich. Kaehn. Vice.Präsident John Hopfinger. , Sekretär John B Siessl. Schatzmeister Geo. A. Remmetter. Fahnenträger John Mueller. Thürhüter-Jos. Veit. . Truftee auf 3 Jahre George Derleth. Räch der Sitzung blieben die Mit. glieder bei Hopfen und Malz gemüth lich beisammen. Der Exodus. Wie es heißt, will der neuerwählte Mayor Bookwalter im Bau.Departe ment gehörig aufräumen. Alle bis jetzt daselbst beschäftigten Herren müssen beim Antritt der neuen Administration ihre Stellen niederlegen. Hy. Baptist wird als Nachfolger des jetzigen Bau'. Inspektors genannt. W. Barnfield, 22 Jahre alt. ein Student der Jndiana Dental Col läge, 115 Oft Michigän Str. wohn haft, wurde wegen Kleindiebstahls hin ter schwedische Gardinen gebracht. Frl. Nora Burch konsultirte die College für ihre Zähne, und hatte ihre Börse auf einen nebenstehenden Stuhl gelegt. Nach der Behandlung vermißte fie 2 Dollar. Der Student Barnfield wurde als der Thäter verhaftet. Die Behörde der Schule ist üöer das Vergehen des Barnfield in der größten Aufregung. Der neue Bürgermeister Charles A. Bookwalter hat Joseph Ho gue als Nachfolger von George Herpick zum Superintendenl des Straßende partement bestimmt. Hogue stammt aus der 4. Ward, und ist als ein sehr tüchtiger Mensch bekannt. Albert J-ohnson, 937 West 25. Straße wohnhaft, der Spießge nosse des JackÄarber, siel ebenfalls in die Hände der Polizei. Die beiden schwarzen Gesellen können nun im Gefüngniß, wieder vereint, über ihr diebi scheS Handwerk nachdenken. Montgomery DaviS, No. 524z Ost Washington.Straße wohnhaft, 63 Jahre alt. verkrüppelt, machte einen Fehltritt auf der Treppe seiner Wohnung und stürzte hinunter, wobei er fich am Kopse und an der Hand der letzte, jeoch nicht gefährlich. F rau Minnie Farchilds wurde an der West Washington.Straße von einem Fuhrwerk überfahren und an Kops und Rücken verletzt. Die Wer letzungen find jedoch nicht gefährlich. Frau Farchilds wurde mittels Ambu lanz nach ihrer Wohnung, Nö. 813 Marion.Avenue, befördert. Der Lahrer Hinkende Botesowie derNegenöburger Marien Kalender für 190 stnv durch unsere Office zu beziehen.
A'ls der französische Präsident jüngst einem Bekannten von seiner spanischen Reise erzählte, kam er auf die .Thaten König Alphons XU!, zu sprechen und meinte dabei: Sie wissen gar nicht, in was für eine unangenehme Situation er mich gebracht hat. Um ein Haar hätte er mich getödtet! Ja. ja. Es war an dem Tage, an dem wir zusammen eine Automobilpartie nach Segovia machten. Der junge König führte selbst die Maschine. Zu Anfang richtete er fich nach den Bitten und Wünschen seiner Mutter, die es ihm auf die Seele gebunden hatte, langsam zu fahren, und es ging in mäßigem Tempo. Aber als wir die Stadt hinter uns hatten, da war's zu Ende mit den Versprechungen! Fängt da mein König zu rasen an, in einer Weise zu rasen, daß die Spazierfahrt fich in eine tolle Hetzjagd verwandelt. Ich bin kein großer Freund von Automobilen, .wie Sie wissen, aber besonders nicht, wenn es wie ein geölter Blitz dahinschießt. Ich brauche Sie nicht erst zu versichern, daß mich große Furcht überfiel,-' zumal manche Hindernisse auf der Straße die Gefahr erhöhten. Wir kamen heil und gesund' im Palais wieder an. Aber ich konnte mich nicht enthalten, der Königin Mutter davon Mittheilung zu machen, wie ihr Sohn fich an ihre Bit ten hielte. , Die Königin jedoch machte' nur eine Geste trauriger Resignation." Die Höll - Loch - Höhle im Muottathal (Glarner Alpen) soll jetzt 'wirtschaftlich ausgenutzt werden und zwar von Belgiern. In Brüssel hat sich dazu eine Gesellschaft mit einem Aktienkapital von einer Million Franken gebildet. Die Summe ist bereits gezeichnet. Die Gesellschaft hat im Visisthal eine Wasserkraft von etwa vierhundert Pferdestärken erworben. Damit will sie im Hinteren Theil der Höhle (von der Bösen Wand" an) einen elektrischen Wagenverkehr unterhalten und später in der ganzen Höhle elektrische Beleuchtung einführen. Die erste Hälfte der Sehenswürdigkeit würde auf sicheren WeAen und Stegen zu Fuß durchschritten. Die Arbeiten haben in der zweiten Hälfte Oktober begonnen. Beim Eingang in die Höhle wird für den Wächter ein Sennhaus errichtet, das zudem eine Wartehalle und eine Terrasse mit Aussicht erhalten soll. Daß sich die Bewohner im Muottathal über diese Lage der Dinge freuen, ist selbstveritänlich. Gewiß wird später ein großer Theil des Fremdenstromes in diesem schonen Winkel abgelenkt werden. Zugunsten armer, blinder Personen ist eine nachahmenswerthe Einrichtung in der Provinz Posen getroffen worden. Der dort bestehende Verein zur Fürsorge für die Vlinden hat durch seinen Geschäftsführer Direktor Witt.ig ein paar Monate hindurch sogen. FUrsorgereisen in der Provinz unternehmen lassen. Dabei wurde eine große Anzahl Bünder beiderlei Geschlechts in einer zumeist recht trostlosen Lage angetroffen. Zum Theil waren es Personen, die, weil im späteren Alter erblindet, den oft selbst armen Angehörigen oder den Gemeinden zur Last fielen, zum Theil standen die Blinden noch in der Blüthe der Jugend und würden sich durch ihrer Hände Arbeit wohl ernähren können, wenn sie Gelegenheit zur Erlernung eines Erwerbszweigs hätten. Da die Provinzial - Blindenanstalt bestimmungsgem'äß nur Personen bis zum 14. Lebensjahr aufnehmen kann, so hat der Verein zur Fürsorge für die Blinden der Provinz Posen nunmehr beschlossen, für weibliche Blinde ein Feierabendhaus und für männliche Blinde ein Lehrlings- und Gesellenheim zu errichten. Diese Anstalten sind denn auch unverzüglich in'ö Leben gerufen worden. D.e rHenlervonLondon, Billington, ist dieser Tage gestorben, und die Stelle wird neu ausgeschrieben. Der Verstorbene hat eine merkwürdige Geschichte. Sein Vater war bereits Henker in London, und der Sohn übte das ehrsame Gewerbe eines Barbiers aus. Der Vater, der im Alter nicht mehr recht seines Amtes walten konnte, nahm den Sohn häufig mit zur Ausübung seines schauerlichen Handwerkes und zwang ihn schließlich, mit Land anzulegen. Der Sohn' wehrte sich mit ullen Kräften, aber sein Widerstreben nutzte ihm nichts, und nach dem Tode seines Vaters übernahm er schließlich freiwillig dessen Amt.
Triftiger Grund. Sie geben gewiß etwaS für die Abgebrannten, Herr Commercienrath?!" Bedaure sehr bin nicht in der Lage!" Aber Ihr Herr Sohn hat doch auch 50 Mark gezeichnet!", Ja, der kann sich daS erlauben der hat einen reichen Vater!"
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