Indiana Tribüne, Volume 29, Number 93, Indianapolis, Marion County, 11 December 1905 — Page 5

" ..-.-- . . . . -.. . - - -.J . , ... Jndisna Tribüne, II Dezember 1905 5

)

T

I. 1 P

N

Bergwind. Von Maurice v. Ttcrn.

V Oinauf zu Firnenglanz und schein LluZ dieses Thales dumpfen Jimmcrn! Dahin, wo um das Urgestein Tes Tages Goldsraubnetzc flimmern. Der Bergwind bringt dir Tannenduft Und deinem Ohr des (ichbachs Brausen. Bald haucht dich schneeig an die Luft Und du vernimmst der Laue sausen. j AuZ blauer Nicscnsckale traust Der Aethcrduft rings um die Schroffen. Ein Kind, daZ in den Sonntag läuft, Siehst du den Himmel tief und offen. Ein Tteinfall jetzt vom Gcmscntritt Wie ein Phantom ist es zerstoben! Und rastlos steigst du Tcvritt um Schritt, Wom, Firnenlicht gelockt nach oben. Tu siehst nur noch das Haupt ten Stein Und fühlst nur noch des Himmels Bläue. Und plötzlich fcüHi dich selig ein Ein Glücksgesühl von ew'ger Treue! Ein Abgrund rcckts, ein Abgrund links Nicht schrecken dich die dunklen Schlünde. Auf Flügeln eines Schmetterlings Schwebst du am Saum der tiefsten Gründe. Und höher treibt es dich empor. Du muk den Himmel an dich reißen. Dort oben lockt in Duft und Flor Dies lachend schöne, kalte Glelßen.' Ein Athemzug verweil' und lausch'! Den Gießbach hörst du nicht mebr singen, Raff' dir. ein Büschel Almenrausch, Um deinen Gipfel zu erringen! Ein riff, ein Tritt und vor dir lacht - Die Welt, die du dir selbst errungen, Mit ihrer Form- und Farbenpracht Und ihren sel'gen Niederungen. Der reine Weltenodcm geht Mit kühlem Hauche von den Firnen. 'Und wie ein frischer Bergwind weht Verheißung allen heißen Stirnen. j Ztte Zremdensührcrin. Ekizze von Anni Latt-Felsberg. Willkommen im schönen Berlin!" Mit strahlendem Antlitz beugte sich . der neugebackene Assessor über die Hand der Tante und küßte sie beinah stürmisch. Er hatte alle Ursache, diese Hand dankbar zu küssen. War sie es doch, die ihm das Leben so gestaltet hatte, baß er nur dessen Lichtseiten kennen gelernt hatte, daß er niemals durch Noth und Sorge in seinem Streben behindert wurde. So war er denn glücklich mit 30 Jahren zum Assessor emporgerückt. Mein lieber, lieber Junge!" sprach gerührt Tante Elvir und drückte ihm einen schallenden Kuß auf die Lippen, die ein schneidiger Schnurrbart zierte. Sie sah gar rnP altjüngferlich aus, sondern wie eine wohlconservirte, behäbige Frau der guten Gesellschaft. Eine Mutter hätte nicht stolzer auf ihren Sohn sein können, als sie es auf diesen Neffen war. Ganz verwirrt blickte sie in das Menschengewirr auf dem Bahnsteig. Zum ersten Male in Berlin! Der Gedanke hatte etwas Ueberwältigendes für die Kleinstädterin. Mit sicherer Gewandtheit ordnete jedoch ihr Neffe das Nothwendige.'. Mit seiner schneidigen, wohltönendenStimme rief er den Gepäckträger, übergab ihm Handgepäck, Gepäckschein und Droschkennummer und saß bald sielenvergnügt neben Tante Elvira in der Gepäckdroschke. 6m gutes Zimmer hast du auch besorgt, lieber Junge?" Selbstverständlich. Du wirst zuFrieden sein. Tantchen; das sollen Herrliche Tage für dich in Berlin werden!" Siehst du. ich hätte es nie gewagt, allein nach Berlin zu reisen; aber da du nun hier bist und schon eingewöhnt, nun soll es mir eine Freude und Anregung sein für lange Zeit. Immer möchte ich den Trubel ja nicht um mich haben." Ach. Tantchen, das sieht nur so gefährlich aus. 1 Es gibt in Berlin Ruhepunkte, wo du von keinem Lärm behelligt wirst. Paß nur auf. wie schön rulzig dein Zimmer liegt; selbstverständlich habe ich daran gedacht, daß deine Nachtruhe möglichst wenig gestört wird, damit du wohlgemuth und frisch am Tage Berlins Schönheiten genießen kannst." Und mit dir, mit dir, mein Junge, das ist doch die Hauptsache!" Der Assessor zog eine bekümmerte Miene und senkte die Auanlider, damit Tante Elvira den Schelmenblick nicht sah, der darin zuckte. Das ist leider das bedauerlichste, daß ich mich dir nicht so zu widmen vermag, wie ich es 'möchte. Aber du weißt, die Gerichtsferien erfordern viel Ersatzkräfte. Da müssen die jungen Leutchen heran," sagte noch gestein mein Landgerichtsrath und packte mir ein ganz gehöriges Pensum Arbeiten uf, die pünktlich in beschleunigtem Verfahren" erledigt werden müssen. Vormundschaftssachen, die keinen Aufchub dulden." Aber das ist ja schrecklich!" entfuhr es Tante Elvira, und ihr ruhiges, gesundheitstrotzendes' Antlitz wurde um einen Schein blasser. Der Abend, nur der Abend gehört mir und selbstverständlich dir. Am Tage mußt du mich beurlauben, liebes Tantchen. Ich ahnte ja nicht, daß mir gleich solche Arbeitslast aufgebürdet werde, aber du siehst, wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Kraft, es zu tragen. Darin müssen wir uns nun fügen. Leider habe ich es selbst erst gestern erfahren, sonst hätte ich dir depeschirt Ganz enttäuscht saß Tante Elvira stumm da. - ' Von der Seite blickte der Assessor zu - ihr auf. Sie sah nicht, wie es ihm um Auge

: 7 ; unv ncunowiniel zucne in tcuem Vergnügen. Aber das ist ja schrecklich," klagte die Tante. In Berlin sein und nichts sehen oder in tausend Aengsten sich nur bewegen. In dem Mcnschentrubel sich zurechtzufinden!" Entsetzt deutete Tante Elvira auf das Straßenbild der Friedrichstraße, in dem die Menschenmenge auf den Bürgersteigen aneinander . vorüberschob; auf dem Damm ein Gewirr von Wagen, dazwischen einige Automobile, Omnibusse, die an den Ecken sich entwirrten und in Seitenstraßen blitzartig einbogen. O Gckt, da fühle ich mich meines Lebens nicht sicher." Es gibt eine Menge Schutzleute, die unsichere Passanten gern über den Damm führen," zuckte es lächelnd aus den bärtigen Lippen des Assessors. Liebes Tantchen, ein Assessor hat Pflichten, Vormundschaftssachen. Es handelt sich um Waisen, Tante Elvira, um Recht suchende Frauen und Mütter." Tief seufzte Tante Elvira auf. Pastors Lieschen hat mir auch Grüße aufgetragen. Sie hat sich in dem Schweizer Pensionat sehr. . sehr gut 'herausgemacht. Sie ist ganz reizend. Nun, du wirst sie ja Weihnachten sehen." Tante Elvira blinzelte nun ihrerseits schelmisch. Der Assessor sprach nachdenklich: ' Lieschen, Pastors Lieschen, aha, die kleineDuckmäuserin, jetzt besinne ich mich. Blond, fad, ewig rothe Backen." Aber, Junge, das war doch deine Jugendliebe!" Jugendliebe?. Nein, Tantchen. Jugendliebe ist etwas anderes. Jugend, bitte, fängt erst mit zwanzig Jahren an, vorher ist es Kindheit. Kinderei ist keine Jugendliebe." Nun, du als Assessor weißt das wohl besser als ich. Auch ist jetzt alles anders geworden in der Welt. Zu meiner Zeit nannte man das Jugendliebe, und siehst du, eine solche Jugendliebe war auch dein Vater von mir. Daß er meine Cousine, deine Mutter, heirathete, hat mir bitter weh gethan, aber mein treuer Freund, mein Berather, ja mein Bruder blieb er bis bis zu seinem Tode. Siehst du, deshalb bist du mir wie ein Sohn, fein Sohn deines Vaters Sohn." . Ganz gerührt blickten sich beide an. Aber die Rührung hielt bei dem Assessor nicht lange vor. Auch hielt jetzt die Droschke vor dem Hotel. Ah!" entfuhr es Tante Elviras Lippen, als sie das elegante, vornehme Fremdenzimmer betrat mit enem wundervollen Blick in einen alten qhzL Ist das nicht herrlich, ruhig und vornehm?. Nur ganz gedämpft tönt das Geräusch der Stadt zu dir. Hier mußt du köstlich schlafen." Du hast fehr gut gewählt. Ich danke dir. Nur daß iH den ganzen Tag hier sitzen foll und auf dich warten!" Du nimmst dir einen Wagen und fährst spazieren, das kannst du alles im Hotel haben." Allein. Jmmex allein. Sich nicht aussprechen können'über das. was man Schönes sieht. Du weißt, ich plaudere so gern, wenn mir das Herz voll ist." Ich könnte dir da etwas empfehlen" zögernd hielt der Assessor inne, und leichte Nöthe färbte sein jugendliches, hübsches Männergesicht. - Was was denn?" Du du nimmst einen Fremdensichrer." Einen Fremdenführer? Unmöglich. Mit einem fremden Manne in Berlin herumlaufen. Wenn mich da ein Bekannte: treffen würde. Ich müßte in die Erde sinken. Das könnte ein Skandal werden." , Der Assessor lachte. Also Fremdenführer ist nicht dein Fall? Vielleicht vielleicht gibt es Fremdenführerinnen für einzelne Damen. Werde den Portier fragen, der weiß das." Wieder ein rother Schein in des Assessors Antlitz, wieder ein heimliches Leuchten im Auge, ein triumphirendes, befriedigtes Leuchten. s Das ginge schon eher, wenn es eine sympathische Dame wäre." Fremdenführerinnen sind sicher sympathisch," entschied rasch der Assessor. Also bitte, liebes Tantchen, mache schleunigst Abendtoilette, recht schick, wenn ich bitten darf, ich will stolz auf dich sein." Habe ich mir machen lassen. Elegante Bluse, schwarzer Seidenrock. Will dir Ehre machen, lieber Junge, ich weiß, was ich einem Assessor schuldig bin. Kenne deinen guten Geschmack. Einkäufe will ich auch mit dir machen." ' Tantchen,' zu Einkäufen habe ich gar keine Zeit. Bedenke, meine Vormundschaftsakten, ganze Stöße warten auf mich." Ach, du armer, geplagter Mensch." Tante Elvira wollte schon wieder in Rührung aufgehen, aber der lebenslusiige Assessor ließ sie nicht dazu kommen. Er drängte, daß sie schleunigst Toilette machte, während er mit dem Portier sprechen wollte wegen der Fremdenführerin. Leichtfüßig sprang er die teppichbelegte Marmortreppe hinab. Unten im eleganten Parterre erwartete ihn eine junge, sehr schicke, einfach vornehm aussehende junge Dame. Die jungen Leute blickten sich strah-

lenv an,, vrualen lich lang und tnrng die Hände. Der Portier blinzelte vergnügt hinüber und verbeugte sich tief, als der Assessor eindringlich mit ihm sprach und die junge Dame vorstellte als die gewünschte Fremdenführerin für Nummer 14. Wohin willst, du nun zuerst?" fragte kurze Zeit später der Assessor, als Tante Elvira tadellos elegant vor ihm stand. , Thiergarten." Schön, nehmen wir einen Waaen. fahren durch den Thiergarten nach dem Zoo. Heute ist da großes Extraconcert. Exquisites Souper auf der Terrasse. Elegante Welt." Tante Elvira war ganz betäubt von all' dem Hören und Sehen. Wie riesige Blumengartenbeete breitete sich die geschmückte Menschheit, Kopf an Kopf gedrängt, zu Tausenden vor ihren Blicken unterhalb der Terrasse aus. Fröhliche, lachende, strahlende, rosige Gesichter unter nickenden Blumen und Federhüten. Kavaliere, alle tipp-topp in korrektester Kleidung unb Haltung. Ganz junge Herrchen und Dämchen flirten in Winkeln und schattigen Alleen oder kokettirten im offenen Abendlicht. , Hier hat schon manches Pärchen sich gefunden. Mancher hat sich seine Frau aus dem Zoo geholt," lachte der Assessor. Aus dem Zoo? Als ob sie ein Hildes Thierchen wäre" mahnte indignirt Tante Elvira. Wildes Thierchen ist manche, Tantchen, die hier herumläuft in Freiheit und oft noch sehr der Dressur bedarf." Du weißt, ich möchte nicht, daß du eine Berlinerin heirathest, da findest du mich ganz zugeknöpft. Ein Mädchen aus unserer Stadt muß es sein. Ich werde dir Weihnachten verschiedene vorführen. Ich habe dir schon geschrieben, wie überrascht du sein wirst, wie viel Anmuth und weibliche LiebensWürdigkeit du finden wirst." Wer wird denn gegen dich nicht liebenswürdig sein, da du selbst die Güte in Person bist," erwiderte galant der Assessor. Erst um Miternacht trennten sich Tante Elvira und der Assessor. Morgen früh um10 Uhr wird die Fremdenführerin bei dir sich melden lassen. Ich wünsche einen vergnügten Tag. Um 7 Uhr werde ich die Dame ablösen. Hoffentlich ist sie nicht gar zu unsympathisch." Mit Handkuß entfernte sich der Assessor. Todmüde sank Tante Elvira in gesunden Schlaf, eingelullt von dem wie leises, fernes Meereswogen in ihr Zimmer dringenden Geräusch der Reichshauptstadt. Tante Elvira saß schon in Toilette beim Frühstück, als Punkt 10 Uhr der Zimmerkellner die Fremdenführerin meldete. . Eine schlanke, junge, sehr vornehm aussehende Dame trat ein, verbeugte sich sicher und sprach sehr gewandt und doch diskret. . Ganz junge Weltdame von Bildung und Erziehung. Tante Elvira kam den ganzen Tag nicht aus dem Staunen und Bewundern heraus. Berlin ist wundervoll, köstlich. .Die Fremdenführerin ist ein entzückendes Geschöpf!" rief sie dem Assessor entgegen. Jung, reizend, liebenswürdig, frisch und heiter." Sooo?" ' ' Und Berlinerin, denke dir Berlinerin, die ich eigentlich nicht leiden mochte, weil die Berliner so schnodderig und großsprecherisch sind. wenn man mit ihnen irgendwo zusammen kommt. Jetzt verstehe ich, wenn sie stolz sagen: Bei uns in Berlin" Natürlich bist du nun auch bekehrt, wie ich es bin. Das Großstadtleben hat doch . seine Vorzüge, mit Schrecken denke ich daran, als Amtsrichter in irgend ein Nest zu kommen." Irgend ein Nest ist doch nicht nöthig. Bei uns kannst du dich melden. Ich denke es mir wundervoll, mein schönes Haus, der herrliche Garten, darin du mit Frau und' Kind." Hoho, Tante!" lachte der Assessor. Dann jedes Jahr eine Reise nach Berlin, das du schon kennst." Mit einer jungen, reizenden Frau ließe sich es überall schließlich leben." Tante Elviras Begeisterung stieg von Tag zu Tag.' , Sie drang ganz entschieden darauf, daß der Neffe die junge Dame kennen lerne. Dieser sträubte sich anscheinend ganz energisch. Ich bitte dich, eine Fremdenführerin." Sprich das nicht so aus. Sie ist ganz und gar Dame. Die Tochter einer Offizierswittwe. Sie hat zum ersten Mal sich als Fremdenführerin bei einzelnen Damen gemeldet, um zu verdienen, um nicht auf der Tasche der Mutter zu liegen, da es ihr nicht geglückt, als Gesellschafterin oder Erzieherin oder Hausdame eine Stellung zu finden. Ich werde sie überreden, mich zu besuchen. Vielleicht engagire ich sie als meine Gesellschafterin." Oho du machst mich ganz eifersüchtig. Da habe ich eine Rivalin in deiner Gunst. Daraufhin muß ich sie mir doch ansehen. Vielleicht hebt sie mich aus dem Sattel, Tante Elvira, diese plötzlich erwachte Liebe beunruhigt mich. Bedenke, sie ist Berlinerin. Wer weiß, vielleicht beschwindelt sie dich, man hat so Beispiele na na ich rathe zur Vorsicht!" -

lsanz empört war anre lvira. aur

ihre Menschenkenntniß war sie immer Itoiz gewelen. Vitin, ixxtn konnte it sich nicht. ' , Meine Fremdenführerin ist eine sehr achtbare, junge Dame, die ich bitte zu respektiren. Du wirst sehen und staunen." r ' Aber zu Tante Elviras' Erstaunen war der Assessor durchaus nicht so begeistert, wie sie gehofft hatte. Er hatte allerlei auszusetzen und reizte Tante Elvira auf's äußerste. Um den Skeptischen zu überzeugen, lernte sie die Mutter der jungen Dame kennen, und ihre Begeisterung ließ durchaus nicht nach, sondern erstickte sich auch auf die Mutter. Siehst du hier, zur Vorsicht hake ich noch ein Auskunftbureau über die beiden Damen befragt. Hier WC Auskunft, das ist immer juristisch sicherer. Muß sagen, die Auskunft ist gut." Nun also!" tnumphlrte Tante Elvira. Ich werde meinen Aufenthalt hier bedeutend verlängern. Werde aus dem Hotel in die Wohnung der beiden Damen übersiedeln, mich dort in Pension geben" Und mich brauchst du nicht mehr, mich stellst du einfach kalt." Bitte, du kommst Abends. Am Tage hast du beim Vormundschaftsgericht doch zu thun." Ist alles so ziemlich erledigt. Bin jetzt nur bis drei Uhr beschäftigt. Habe mit Riesenkraft gearbeitet, um mich dir widmen zu können." Schelmisch lachend sprach er es. Desto besser, dann sind wir ü, quatre auf unseren Partien in die schöne Umgebung des schönen Berlin." Es waren außerordentlich heitere Fahrten, die sie zu vier machten. Tante Elvira dachte gar nicht daran abzureisen. Ich weiß nicht, warum ich nicht den Winter Hierbleiben soll?" Das weiß ich auch nicht. Tantchen, bleibe, schöner ist es nirgends als bei uns in Berlin!" lachte der Assessor. Eines Tages trat Tante Elvira ganz unerwartet in das Wohnzimmer ihrer Pensionsmutter, wie sie die Mutter der jungen Dame nannte, und sah voll Verwunderung und stiller Freude der Befriedigung, wie ihr Neffe, der Assessor, mit . ihrer' Fremdenführerin vor dem Spiegel stand, sie umschlang und küßte, dann stolz sprach: Wir geben doch ein herrliches Paar ab." Jawohl, jawohl, das habe ich schon oft - gedacht. Meinen Segen habt ihr," rief jubelnd Tante Elvira. ganz verjüngt vor Vergnügen und Glück. Tantchen, das wußte ich ja schon lange, bevor du hierher kamst. Mer du wolltest doch keine Berlinerin zur Schwiegernichte haben also reingefallen. Deine Fremdenführerin war schon damals meine geliebte, heimliche Brciut." , Braut? Also also ein Komplott!?" Bei uns in Berlin kommt das öfters vor." lachte der muthwillige Assessor. Blinde Bildhauer. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Blinde sich in der Bildhauerei versucht haben: Im Museum zu Innsbruck sind einige Schöpfungen des 1774 geborenen Klenhaus zu sehen; der im zwanzigsten Jahre seines Lebens erblindete Italiener Gaetano Ronca hat Büsten geschaffen; in letzter Zeit zeichnete sich der des Augenlichts beraubte Genueser Parodi im Modelliren aus. Alle seine Schicksalsgenossen aber hat der blinde Bildhauer Giovanni Gonnelli, genannt der Blinde von Gambasso" (1610 bis 1664) überragt. Dief:r Künstler stand zuMantua im Dienste Karl Gonzagas und erblindete dort in seinem zwanzigsten Jahre. Die Bildhauerei hatte er früher von Pietro Tacca erlernt, der ein Schüler des großen Giovanni da Bologna war. Trotzdem ihn das Unglück getroffen, verzagte er nicht, sondern schuf, in ewiger Finsterniß befangen, Werke, denen künstlerischer Werth nicht abzusprechen ist. Gonnelli formte u. a. den Papst Urban VHI. und den Großherzog von Toskana Ferdinand 4 H. ab. Seine Gestalten sind immer ähnlich, seine Gruppen gut aufgefaßt. In der Provinz Siena sind einige seiner Arbeiten zu sehen. In Casale ist ein Flachbild von ihm, das die Geburt Jesus' darstellt; auch ist dort eine Verkündigung" mit Gestalten in dreiviertel der natürlichen Größe, in Terracotta ausgeführt, von Früchten und Blätterwerk umrahmt. Der Kommunalpalast zum S. Gimignano bewahrt von Gonnelli eine Büste des heiligen Bartolo; die Galerie von Empoli eine Madonna mit Kind. Auch die schönen Verzierungen des Chors in St. Maria zu Chiapari stammen von der Hand des blinden Künstlers. Trotz seiner Blindheit war der Meister sehr schaffensfreudig. Livio Nehus hat fein Bildniß gemalt, durch einen , Kupferstich von Beriet ist es bekannt geworden. AuSrede. Patient: . . .Der Badearzt sagte mir gleich, ich hätte ein Leberleiden und Sie haben mich doch am Herzen behandelt?" Offenherzig. Frau Rathin, nehmen Sie sich vor dem Herrn, der sich mit Ihrem Mann so lebhaft unterhält, in acht! Der schimpft bei ihm über Sie!" Bah der Streber der will sich halt einschmeicheln!" .

Sehr kiel Hochwild giebt

es heuer, wie aus Washington County, Md., berichtet wird, in den Gebirgen jener Gegend. Mehrere Jäger aus kleineren Orten von . Washington County und aus dem benachbarten West Birginien haben in den letzten Wochen eine Menge Rehe geschossen, und ein Farmer trieb mehrere'derselben aus seiner Schafheerde nach dem Gebirge zurück, da er befürchtete, daß Jäger bei dem Verstlche, das Wild zu schießen, seine Ähaafe todten würden. Eine Lehrerin der RiversideSchule in Süd St Paul. Frl. Belle Ramsey, rettete das Leben des sechs Jahre alten Henry Morgenstein, der giftige Leeren gegessen hatte, indem sie das Kind VA Meilen weit in ihren Armen zum Arzt trug. Der Knabe hatte während der Zwischenpause mit mehreren anderen Kindern in der Nähe der Schule gespielt und hatte sich durch die verlockende Farbe von Nachtschatten - Beeren verführen lassen und verschiedene der glftlgk.r Fruchte gegessen. Als die anderen Kinder in die Schule zurückkamen, war Henry nicht bei ihnen, und Frl. Ramsey ging sofort in den nahen Wald, um den Kleinen zu suchen. Sie fand ihn besinnungs1 - n cr c r. tos am ooeu liegen, ajrjnc zögern nahm sie den anscheinend leblosen Körper in ihre Arme und lief, fo schnell ihre Füße sie zu tragen vermochten, mit der Last in ihren Armen bis zum nächsten Wohnhause, wo sich ein Telephon befand. Sie benachrichtiate einen Arzt, der auch bald darauf erschien und zwei Stunden lang an dem Knaben arbeitete, ehe er ihn außer Gefahr hatte. Der Arzt sagte später, daß nur das prompte Eingreifen der Lehrerin den Tod des Kleinen verhindert hätte. . Eine erschütternde Scene spielte sich dieser. Tage in einem Hause in Brooklyn, ab. wo der 71jährige James Bergin. ein alter Schiffszimmermann, gestorben war. Schon seit Monatsfrist stand es auch um Frau Bergin's Gesundheit nicht zum Besten und sie zeigte Spuren von Geisiesstörung. Bei dem Tode ihres Gatten war sie so rathlos. daß willfährige Nachbarn die Begräbniß - Arrangements treffen und obendrei die Frau imAuge behalten mußten. Da sie während der Nacht fest einschlief, ließen die übermüdeten Nachbarn sie allein. Zeitig Morgens scheint sie erwacht zu sein und aus irgend welchem Grunde ein Bankbuch in einem Schrank neben dem im Parlor ' aufgestellten Sarge des Todten gesucht zu haben. Dabei warf sie den Kerzenkandelaber um, setzte das Bahrtuch in Brand, und bei dem Versuch, die Flammen zu löschen, ergriffen diese nicht nur ihre eigenen Kleider, sondern theilten sich auch dem Zimmer mit. Einem herbeieilenden Polizisten bot sich ein entsetzlicher Anblick: Frau Bergin und der Sarg in Flammen! Nur mit Mühe gelang es dem Polizisten, die widerstrebende Frau von der Seite ihres todten Gatten in den Hofraum zu schleppen. Seiner verbrannten Finger nicht achtend, riß er ihr das brennende Zeug vom Leib und ließ die Frau in ein Hospital bringen,' während er selbst einemFeueralarm abgab. Als die Feuerwehr eintraf, umhüllten die Flammen bereits den Sarg und beleckten dasGesicht und die Brust des Todten. Daß der Leichnam ihnen nicht zum Raub gefallen,' wurde nur durch' die Zinkverkleidung des Sarges verhütet. Kopfhaare, Vollbart und Augenbrauen waren vollständig weggesengt und die Gesichtshaut durch Flammen und Rauch ,geschwärzt. Eine für den WildpretHandel, und nebenbei die Feinschmecker wichtige Entscheidung hat die Appellationsabtheilung der Supreme Court des zweiten Justizdepartements.Brooklyn, abgegeben. Das Gericht hat eine Entscheidung der unteren Instanz umgestoßen und verfügt, daß der Besitz von importirtem AZildpret während der geschlossenen Saison im Staate keinen Verstoß gegen das Wildschutzgesetz und kein Vergehen bilde. Die Entscheidung erfolgte in dem Falle des WildpretHändlers August Silz gegen den Sheriff von Kings County. Lm März d. I. liefte Silz dem Hotelier Hill vom Clarendon Hotel von Brooklyn importirte englische Haselhühner und rufstsche Feldhühner; dies war während der geschlossenen Saison für Wildgeflügel und der Sheriff ließ eine an das Clarendon Hotel eintreffende Sendung mit Beschlag belegen und gegen Hill und Silz Klage erheben. Da nach Ansicht der Anwälte das einschlägige Gesetz unklar war. drängten beide Parteien auf eine gerichtliche Entscheidung. In der ersten Instanz wurde gegen Silz und Hill entschieden, da das Staatsgesetz ausdrücklich den Besitz von Wildpret während der geschlossenen Saison für verboten erklärt, auch wenn es importirt sein sollte. Dagegen wurde seitens der Vertheidigung geltend gemacht, ein derartiges Gesetz sei unconstitutionell, und die Appellationsinstanz schließt sich dieser Auffassung an. Das Gericht erklärte, der Besitz von Handelsartikeln, deren Einfuhr nicht von Bundesgesetzen verboten sei, könne nicht durch Staatsgesche zu einem Vergehen gestempelt werden. Dadurch würde eventuell der ganze Außenhandel und Import lahmgelegt werden. Der Bund gestatte die Einfuhr, und sobald die Waare gelandet sei, trete der Staat ein und mache den Besitz derselben Waaren zu einem Vergehen. Dies !.sei widersinnig.-

ONk

M M M (tabllrt 1858.) ...Jndiaua'S größter Laden... Verkauf von ..Frauen Feiertaas Slippers.. Wenn Sie' beebstchtiaen ein vaar. Slippers für die Gattin, Mutter, i Schwester oder Großmutter zu kau fen, so. wird Ihr Weihnachtsgeld weiter reichen wenn Sie am Dienstag hierher kommen. Ein glücklicher Einkauf bringt uns diese Partie. Frauen fancy Sammet Juliettes in - hübschen persischen Mustern, mit Pelz Beiatz, solche für die Sie ge wöhnlich S150 zahlen, die Aus Wahl von allen Größen, so lange welche vorhanden sind, das Paar zu ge i ' Eine andere Partie Slippers, gleiche Muster nur in fancy Tuch, werth $1 .25, alle markirt zu ... : 75c Hinten im Hauptflur. . irani Konigin Luise als Gattin. Im Dezember 1808 traf König Friedrich Wilhelm der Dritte von Preußen nebst seiner Gemahlin, der Königin Luise, ausser Reise nach Petersburg in Riga ein. Den hohen Gästen zu Ehren.wurde ein Ball im Hause der Schwarzen -Häupter" veranstaltet. Als man dem königlichen Paare mittheilte, daß daZ Haus der Schwarzen Häupter" einer im Jahre 1390 gestifteten Gesellschaft gehörte, deren Mitglieder das Gelübde ablegten, sich niemals zu verheirathen hatte der König wieder, wie öfters iy. jener trüben Zeit seine schwermüthige Stunde, in der er sich und alles ihnr Angehörige zum Unglück bestimmt wähnie. Ein unwillkürlicher Anklang, dieser Stimmung war es wohl auch, daß er mit herbem Lächeln zu seiner Gemahlin sagte: Ich hätte zu dieser Gilde gehören sollen; Du hättest dann nicht so traurige Erfahrungen gemacht." ..Und hätten wir noch zehn-' mal traurigere gemacht, und hättest Du mir alles Unglück vorhergesat," antwortet? die Königin, ich hätte Dich doch aus diesem Hause wieder herausgeholt." Die Reise nach dem Monde. John Wiltins, ein geistreicher Schriftsteller des 17. Jahrhunderts und Schwager Oliver Cromwells, schrieb unter Ande rem ein Buch: Die Entdeckung der neuen Welt," das zuerst 1638 erschien. In diesem Werke schildert er die angeblichen Zustände auf dem Monde bisin's Einzelne und that in einem eigenere Kapitel dar, daß man 'mit der Zeit wohl noch ein Mittel entdecken werde, auf den Mond zu gelangen. Begreiflicher Weise erregte das Werk großes Aufsehen und wurde lebhaft besprochen'. Als sich der Verfasser nun einmal der Herzogin von Newcastle, einer sehr phantasiereichen Dame, gegenüber befand, fragte sie ihn in ironischem Tone, wie sie wohl am bequemsten nach der Welt im Monde, die er entdeckt habe, gelangen und wo sie unterwegs rasten könne, da doch die fünfzigtausend Meilen Entfernung nicht ohne Ruhepausen zurückzulegen seien. Mylady," versetzte Wilkins, Sie, haben in Ihrem Leben sicherlich schon so viele Luftschlösse? gebaut, daß es Ihnen an Orien, um auszuruhen, wahrlich nicht fehlen kann!" Anr Pkvvoil Frau: Jetzt kommt der Zug." Mann: Es wird doch nichts passirt sein, die Lokomotive pfeift so melancholisch!" o nropöisiheS ZJepntennH mQf Wechsel. Creditbriefe. Postantveisunge. aus alle Städte Europas, , ! i Kchiffsscheins von und nach Europa. , An und Verkauf auSläu' scheu Geldes. I 3lo. 35 Süd Meridian Su. Xlerchants National Bank BerlauK - Anzeigen rgend welcher Art werde in der Zndiana Xritftse mit 5c vtx Stile fflt itfct Jnferttou berechnet. gerlangt. Ein gute Madchk,unyel2Hr lJaHrr, 's um mitzuhelfen einem Lady aufzuwarten. Nachzufragen 182, Oft Fahrweg, voodruff Platz. verlangt i Mädchen ttr eine kleine FamOie. Vaitx Lohn, ein Wafche,. . Nachzulragrn No. iZtt Skord velawan Str.

W

m

mwk

-

K:

l! w