Indiana Tribüne, Volume 29, Number 93, Indianapolis, Marion County, 11 December 1905 — Page 1

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E$G$iÄeS3Sj1 8 Tage und g U Sonntagsblatt S 5 lOc Per Woche. 3 SSTLTSSLASEDES O "OC-O x , k4 c . rfC c f AT & U.aae und V ' rauntaAsMafi 8 ff' K 10 per Woche, f 9?59S V 0 w Erscheint jode Nachmittag. Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Montag, 11. Dezember 19 No 93.

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Keine Einigung

Der Geschworenen im Christ . Falle: Samstag Abend um 6 Uhr zog sich die Jury zurück, um den Fall von Henry Christ, der den Elektriker E. Cory erschaffen hat, zu berathen. Die Bera thungen dauerten bis Sonntag Nach mittag um 4 Uhr, ohne daß eine Einigung hinsichtlich des WahrsprucheZ er, zielt worden wäre. Ein neuer Geistlicher. Rev. Frank Scott Corey Wickeö wurde gestern Abend feierlich in sein neues Amt als Seelsorger der All Souls Unitarian'ttirche, Alabama nahe 16. Straße, eingeführt. Aev. Fred. V. Havley von Chicago hielt die Pre digt. Briefe wurden von Edward Everett Aale, M. I. Savage, Robert Collier. John B. Long und andere zur Verlesung gebracht, in denen die Ge meinde beglückwünscht wurde, einen so tüchtigen Geistlichen wie Herrn WickeZ erhalten zu haben. Ein interessantes musikalisches Programm gelangte zum Vortrag. Am Dienstag Abend um 6.30 Uhr wird das Banquet und die jährliche Geschäftsversammlung abgehalten. Vier TrusteeZ werden gewählt, werden. Möge der neue Geistliche recht lange zum Besten seiner Gemeinde wirken. Csmmercial Club.' Zu den ClubS. deren Thätigkeit darin besteht, durch krästigeZ Zusammenwir ken aller Mitglieder dem Wohle unszreS Gemeinwesens zu dienen, verdient vor allen Dingen der Commercial Club ge nannt zu werden, der am kommenden Donnerstag in seinem Clublokale eine Sitznng abhält, in der eine Menge Fragen von allgemeinem Lokalinteresse zur Erörterung gelangen. Die Sitzung welche bereits am vorigen Donnerstag hätte stattfinden sollen, wird den Cha rakter eines SmokerS" tragen, und das ArrangementS-Comite hat die vor wsflichsten Anstalten getroffen, um den Anwesenden den Aufenthalt so ange nehm wie möglich zu gestalten. DaS Comite, welches mit der Prüfung der Raten der Indianapolis FeuerverfichsrungS'Gesellschaft beauf. tragt wurde, und diese Raten mit denen dergleichen sollte, die in anderen Städten der Vereinigten Staaten Gang und Gebe sind, wird einen Bericht über das Resultat seiner Nachforschungen abgeben. Auch sonstige Fragen in Verbindung zur Versicherung, die da? Wasserwerk und andereJnstitutionen unserer Stadt angehen, werden zur Besprechung ge. langen und da auch Mitglieder der WasserwerCompagnie. deö Feuerdepartements und sonstiger Behörden an wesend sein werden, verspricht der Abend einen interessanten Verlauf zu nehmen und ftehtu hoffen, daß sich aus den Erörterungen viele Lehren ziehen lassen, die befolgt, nur Gutes wirken können. E i n T or n a d o. C a n n e l t o n . 10. Dez. Uusere Stadt und Umgegend wurde' gestern Abend um 7 Uhr von einem Wirbel, stürm heimgesucht, der einen Schaden von S200.000 anrichtete. 39 Kohlen, barken und 200,000 Bushel Kohlen fielen ihm zum Opfer. Verlust von Menschenleben werden nicht gemeldet. Kurz vor 7 Uhr bedeckte sich der Him mel mit Wolken, die immer schwärzer rourden, ein furchtbarer Wind wehte, und die Leute begannen sich in die Häuser zu flüchten. Kohlenboote, welche sich auf dem Flusse befanden, gingen jn Foige der Wuth deS Sturmes unter und die Dampfer, die auf dem Ohio River waren, wären beinahe den auf geregten Elementen zum Opfer ge fallen. Raucht die Tih IMiago.

Undank

Für erwiesene Gefälligkeit. Wenn Ora Clark, der Stallknech von F. A. Rouse. der in No. 1101 Oft Maryland Str. einen Pferdeftall hat. und der Besitzer selbst wieder Jemanden das Telephon benutzen lassen, werden sie den Mann eH vorher aus den Zahn fühlen, den Clark hat mit der Tele phonnassauerei schlechte Erfahrungen gemacht. Kommt da gestern Morgen ein gewisser Frank SeylerS von 325 Süd Noble Str. in die Office und fragte Clark ob er das Telephon be nutzen könne. Dieser erklärte sich da mit einverstanden. SeylerS telepho nirt, unterhält sich noch eine Weile mit Clark und verschwindet, nachdem er noch a!3 Andenken 014.00 mitgenom men hatte, die sich in den Hosen deS Stallknechtes befandenZ Die Hosen lagen auf dem Sopha. Clark bemerkte erst später, daß ihm die $14 abhanden gekommen waren und benachrichtigte die Polizei, die SeylerS trotz aller Bemühungen aber nirgends wo ausfinden konnte. In Zukunft will Clark mehr auf seine Hosen und das Telephon achtgeben. Grnndeigenthnm. Grundeigenthums - Agenten, welche vor einer Woche bebaupteten, daß das Geschäft diesen Herbst besser sein wird. als eS in der Saison während der letz ten 25 Jahre war, sag :n, daß ihre Vorhersagungen thatsüc'jlich in Er füllung gingen. In keinem der vorhergehenden Jahre waren die Verkäufe im Herbste so zahl reich und gewinnbringend, wie dieses Jahr. ' Nach Miethshäusern ist große Nach frage und Flat'ApartementS sind schwer zu finden. Die spekulative Tendenz. welche sich vor einigen Monaten zeigte, hat sich immer mehr und mehr ent wickelt. Grundeigenthum wird jetzt mehr als Kapitalanlage gesucht, was früher nie der Fall war. ' ' Die GrundeizenthumShändler machen dabei glänzende Geschäfte. Erst vorige Woche wurde ein Antrag von $15,000 für ein Eigenthum an der Illinois Straße ausgeschlagen, das vor einem Monat für $13.000 gekauft wurde. Das Eigenthum wirft zwar nicht virl ab, weil eS vollständig reparirt werden muß; vom spekulativen Standpunkt aus betrachtet, ist es aber immerhin eine gute Kapitalanlage, da das Grund eigenthum au Illinois Straße während der letzien fünf Jahre um 50 Prozent gestiegen ist. Illinois Straße wird mit der Zeit bis zur 16. Straße eine GeschäftZge gend fein. Dies ist auch die Ursache, warum so viele Leute begierig find, ihr Geld dort anzulegen. Mittelhohe FlatS find jetzt sehr gesuchte und Händler haben jeden Tag Nachfragen nach FlatS. deren Miethe sich auf von 820 biS 835, beläuft. Das Leben in den FlatS ist aber an ziehend für jung verheirathete Leute, und kleine Familien. Junge Leute können gegenwärtig kein Haus für wenige? als L12 miethen, ohne irgendwelche Bequemlichkeiten damit zu erlangen und gewöhnlich eine oder zwei Meilen vom Mittelpunkt der Stadt entfernt. Wenn nun die Kosten der Straßenbahnfahrten, Feuerung, Beleuchtung und Wasser hinzu gerech net werden, so betragen die monatlichen Ausgaben dasür $25 oder noch mehr. Für diesen Betrag, wenn auch $5 mehr, ist ein Flat vorzuziehen, indem es Bequemlichkeiten bietet, die in klei nen Häusern nicht gefunden werden können. Drei bis vier Zimmer und ein Badezimmer ist Alles, was eine kleine Familie benöthigt. Hausfrauen dagegen sind frei von AfchenauSleeren, Feuermachen, Wassertragen usw. und Männer gewinnen mehr Zeit und er sparen Straßenbahngelder. Täglich kommen Nachfragen nach solchen kleinen Flatwohnungen, und die Nachfrage darnach ist im Steigen begriffen. . '

Mißbrauchte die Post. I. P. Warner Ms Ohio verhaftet.

Beweismaterial, welches ein Poftin spektor des Ohiodistrikte den. hiesigen ostinspektoren überwies, führte am Sonnabend zur Verhaftung von I. P. Warner von Foftoria, Ohio, der be schuldigt wurde, die Post zu betrügeri schen Zwecken benutzt zü haben. Die Verhaftung nahmen HülfS Bundes marschall Thomas Martin und sein College Merrit B. Wilson vor. Warner reiste früher für ein Kom misfionsgeschäft in Toledo und in die ser Eigenschaft erhielt er von einem Ge schäfte den Auftrag, eine Ladung Mehl an einen in einer anderen Stadt woh nenden Kunden der Firma, welche ihm die Order gab. zu senden. Warner that dies, obwohl er wußte, daß das HsuS. welches die Ladung erhalten sollte, ein schlecht zahlendes war. Bald stellte auch diese Firma ihre Zahlungen ein und trotzdem ließ er sich von dem Toledohause vorher seine Kommission ausbezahlen. Da er das ganze Ge schäft durch die -Post abwickelte, be schwelten sich seine Brotgeber bei der Postbehörde und er wurde verhaftet. Weiler sich gegen die Poftgesetze der gangen hat. Die Mittheilungen über seine Schuld stammen von ihm selbst. Ob er sonst noch etwas auf dem Kerb holz hat,, weshalb ihn die Poftbehörden verfolgten, konnte nicht ermittelt wer den. Warner wurde in dem Augen blick verhaftet, als er feine postlagern den Briefe im Hauptpostamte abholen wollte. Farmen gesucht. Gute Farmen können jetzt zu hohen Preisen verkauft weroen, namentlich diejenigen, welche in der Nähe der Stadt oder der der JnterurbanLinien liegen. Mit der Zunahme der Bevölkerung wächst auch der Bedarf an Farm und Gartenprodukten, deßhalb sind auch kleinere Plätze, für Gärtnereien passend. sehr gesucht. Familien, die eS vorziehen, ihre eigene Heimath zu besitzen, ziehen ge wöhnlich vor die Stadt. Die Auödeh nung der Verbesserungen im östlichen und nördlichen Theile der Stadt macht diese Gegenden anziehend und kleine Bauplätze können deßhalb leicht ver kaust werden. Die Leute wollen jetzt viel frische Luft und mebr Raum, um sich bewegen zu können; und jetzt, wo die Straßenbahn Linien verlängert wurden, trachten Alle darnach, aus dem Cem Centrum der Stadt zu ziehen. Händler berichten, daß der Verkauf von Bauplätzen außerhalb der Stadt außerordentlich gut war. i Wm. I. Dreythaler t. Der unter den Deutschen allgemein bekannte Färber Wm. I. Dreythaler ist Sonntag Nacht in der Irrenanstalt plötzlich gestorben. . Das Leichenbe güngniß wird Diengag Nachmittag um 2 Uhr von der Wohnung des Verftor denen, 1045 West Michigan Str. ans stattfinden. Dreythaler erreichte ein Alter von 79 Jahren. Der Leichnam wurde dem Letchenbestatter Frank A Blanchard übergeben. Ich wurd'e verhaftet. ich wurde in die Zelle 'gesperrt, ich wurde entlassen." DieS ist in kurzen Worten die Geschichte deS 33-jührigen G. I. LindSeggerS von hier, gegen den die Großgefchworenen eine Anklage wegen KlelndiebftahlS und Hehlerei er. hoben hatten. Lindsegger wurde ge siern verhaftet, in das Countygefüng niß eingesperrt, aber da bald für ihn Bürgschaft im Betrage von $800 gestellt wurde, entließ man ihn wieder. Die arökte und vaV. sendsteAuöwahl von Schnitt, blumen und Slumenstücken für alle freudigen und trau rigen Ereignisse. Wir. sind jederzeit gern bereit bei der vumaw behülflich zu leitn Oerterrnann Vroö. 5o.

241Naff.Ave. Tel. C40. j

Die Wirthshetze, f In Ermangelung von Dieben und Räubern, die sich gestern nicht blicken ließen und daher auch nicht hinter Schloß und Riegel gebracht werden konnten, veranstaltete unsere hochwohl löbliche Polizei eine Razzia, aus die Wartender und Wirthes die den Sonn tag nicht trocken- halten wollten und das Resultat dieser Razzia bildete eine Menge Verhaftungen. Die Wirth schaften waren zwar von außen alle Seschlossen, aber drinnen litt man kei en Durst und Betrunkene liefen genug durch die Straßen. Zu den Wirthen

und Bartendern, die geistige Getränke verabreichten und deshalb verhaftet wurden, gehören unter anderen: Paul Ernhardt, 33 Jahre, 613 Min nesota Str., verhaftet von Polizist Rockefellow, der angeblich sechs Perso nen in der Schankwirthschaft angetrof fen haben will; Richard Merrick, 461 Jndiana Ave., der außerdem beschul digt wird, geistige Getränke am Sonn tag an Minderjährige verkauft zn ha den; Henry Kampmann, 43 Jahre, 354 Virginia Ave.; Frank Graff, 33 Jahre, 646 Virginia Ave.; Edward Johnston, 23 Jahre, 1120 Senate Ave; John Miller, ein Bartender 845 Bu chanan Str., der auch noch deS schreck liehen Verbrechens angeklagt wurde. HerumlungenS verübt zu haben; Geo Noble, 52 Jahre, 1625 Howard Str; John Scott. 37 Jahre, 441 Ritter Ave; Frank Meyer, Bartende?, 1443 Ehest nut Str; Alvin Ravett, 30 Jahre, 530 Massachusetts Ave; Jacob Brown, ein russischer Jude von 626 Oft Market Str; Mathew Zion, 1615 Chestnut Str. und viele andere. Außerdem wurden natürlich eine Anzahl Herren eingelocht, die den Deckel" absolut nicht zum Schließen bringen konnten. So befanden sich unter ihnen LeSlie Ward, 21 Jahre alt, ein Neger, der einen Passanten überfallen und geschlagen haben soll. und Henry VillS von No. 13 Ost Loui siana Straße. Unfall. Gestern Morgen kollidirte an 350 Oft Washington Straße eine westlich gehende Oft Michigan Straßen'Car mit einem Milchwagen der DeniS Creamery Co., 1610 Milburn Straße, wobei der Wagen gebrochen und das Pferd ver letzt wurde. A. I. Brown, der in 316 Torbet Straße wohnt, der zur Zeit auf dem Wagen faß, kam unverletzt davon; ebenso der Motormanu nnd Condukteur der StratzM'Car. D a n v i l l e, 9. Dez. Wölfe zeig ten sich gestern in der Nähe von Woh nungen in Maplewood, einem Orte nördlich von Danville gelegen, und setzten Frauen und Kinder in die größte Ausregung. Mehrere Männer bewaff neten sich, um den frechen Besuchern einen Denkzettel auf den Pelz zu bren nen. ' Bei der Jagd auf die Thiere fand man ein todtes Kalb, welches von den Wölfen beinahe entfleischt war. Man glaubt, daß das enorm kalte Wetter, welches im Nordwesten herrscht, die Thiere nach den Städten getrieben hat. m H , Gin energisches Mittel. Dem Lcutnant Andreas Joachim v. Kleist wollte es zar nicht gefallen, daß er, als ihm bei der Belagerung von Ryssel (1708) eine Falkonettkllgel das linke Bein zerschmettert hatte, darauf gefaßt sein mußte, zeitlebens zu hinken. Gern hatten dem erst neunzehnjährigen Jünglinge die Feldärzte das Bein amputirt, aber er wehrte sich und ihre Messer und Sägen mit geladener Pistole von seinem Schmerzenslager ab und verließ ich darauf, dak die schwere Wcrwundung doch noch heilte. ,Dies' gelang auch, aber nicht nach Wunsch, das Bein nahm eine schiefe Richtung an. Er wandte sich nun an einen berühmten Wundarzt seiner Zeit und ließ sich den Rath geben, das Bein noch einmal zu brechen und dann kunstgerechter heilen zu lassen. Kleist stieg auf den Rücken eines Pferdes, sprang herunter und brach zu seiner Freude das kranke Bein wirklick nock einmal. Der cefcrntft? Arzt heilte ihn jetzt so gut. daß er wieder den schönsten Parademarsch ausführen konnte. .

Nachrichten aus Jndiana. Columbia City. 10. Dez. Henry Frida, welcher beschuldigt war.

den Brand auf der Van Voorst Farm gelegt zu haben, wurde von den Ge schworenen freigesprochen. Er kann jetzt das Versicherungsgeld im Betrage von $350 kollektiren und ist außerdem berechtigt zu $350 von der Ben Hur Loge für "den Verlust feines Beines. Der Staat führte an, daß Frida das HauS anzündete, um gewisse Papiere zu vernichten, aus denen ersichtlich war. daß er Van Voorst einige hunder Dollars schuldete. Frida wurde in des Nähe des Hauses mit durchschösse nem Beine am Boden liegend gesunden. Der Staat nahm an, daß Frida beab fichtigte, die Flinte abzufeuern, um dadurch die Nachbarschaft zu alarmiren. daß er aber stolperte und sich dabei selbst absichtslos schoß. Frida behauptete dagegen, daß das Feuer gelegt war und'daß er von ein.m Mann, der angeblich in der Nachbar schaft wohnte, geschossen wurde. Einer der Geschworenen äußerte sich dahin, daß die Beweise des Staates gegen Frida viel zu umständlich waren und daß, da Frida zum Zweifel an seine Schuld berechtigt war, er freige sprachen wurde. M u n c i e. 10. Dez. DaS Helden müthige Eingreifen von Charles Hei mer, ein 12 Jahre alter Knabe, ret tete die Wohnung seiner Eltern Ivom Feuer. AIS der Knabe die Flam men, welche aus dem Dache her vorschlugen, erblickte, zog er seine Schuhe und Strümpfe aus, die Kälte verachtend, und kletterte an dem Was serrohr zum Dache hinan. Er zog so dann Eimer voll Wasser heraus und hatte im Nu das Feuer gelöscht. Mit blutigen Füßen kam er vom Dache heruntergerutscht. Der Vater deS braven Knaben wird die muthige That seines Jungen mit dem schönsten Weihnachtsgeschenke vergelten. N a s h v i l l e,, 10. Dez. JameS Pruitt, ein Farmer 2 Meilen südöstlich von Nashville, welcher sich mit seinem Sohne auf der Jagd befand, jagte letz teren eine volle Ladung Schrot in den Körper, und verletzte ihn gefährlich. Ein Hase sprang in der Nähe seines Sohnes auf, Pruitt legte auf denselben an, anstatt jedoch den Hasen zu treffen, feuerte er die volle Ladung Schrot auf seinen Sohn und verletzte denselben am Unterleib, Nacken und Beinen. Der Knabe ist in einer sehr 'gesährlichen Verfassung. M u n c i e, 9. Dez. Der Kauf, welcher seit einiger Zeit zwischen der Ohio Oel Gesellschaft und der Repub. lic Eisen und Stahl . Gesellschaft schwebte, wurde gestern abgeschlossen. Der Kauf beseitigt die Interessen der Republik Eisen- und StahlGesellschast in den Oelfeldern von Jndiana. Die Oel . Gesellschaft soll 900,000 bis 1.000.000 Dollars für die Interessen der Repudlic bezahlt .haben. In den Kauf wurden die auSgezeich neten Ländereien der Geschwister LewiS in Liberty Township, Delaware Co. gelegen, eingeschlossen. Die Lände reien bedecken den Raum von 176 Ackern, auf welche sich 23 Oelquellen befinden. Diese Ländereien werden als die werthvollsten, in den Jndiana Feldern angesehen. Die Quellen haten den Geschwistern LewiS schon S50.000 ein gebracht. Die Geschwister LewiS woh nen in Indianapolis. Standard-OilCo. I e f f e r s o n C i t y, Mo., 10. Dez. Die Bundesregierung zeigt leb hasteö Interesse für die Untersuchung. welche der Staat Missouri gegen die Standard Oil Co., die Republic Oil Co. und die Waterö.Pierce Oil Co. eingeleitet hat. John H. Nelson vom Handels und Arbeitsdepartement be fand sich gestern hier und unterzog das bisher zusammengestellte BemeiSmate rial einer genauen Durchficht. Er hielt seinen Besuch geheim, sodaß man davon erst erfuhr, als er geftem Abend ab reifte.

Der Schmrttcrlings.Versandt. Handlung btt Vremplare, deren Tortirng und Verpackung für den Trensport. Ueber den Versandt von Pchmetterlingen. die in aller Herren Lände? gesammelt werden, dürfen nachstehende Einzelheiten von allgemeinem Interesse sein. Zur Verschickung der Schmetterlinge bedienen sich die Jäger kleiner, dreieckiger Papierschachteln, die sie sich selbst aus alten Drucksachen anzufertigen Pflegen. Zur Ablieferung auf der Post werden die Täschchen in geeignete Behälter, etwa Kakesbüchsen oder Cigarrenkisten. gepackt; der Versandt muß möglichst beschleunigt werden, da die Schmetterlinge sonst in die Gefahr kommen, durch Wurmfraß beschädigt zu werden. Sobald die Schmetterlinge in den Besitz des Händlers gelangt sind, beginnt ihre Laufbahn als Exemplare." Jedes Stück wird einer besonderen BeHandlung unterworfen, um die verhärteten Muskeln und Sehnen wieder nachgiebig zu machen. Sodann werden die Exemplare nach einem bestimmten System aufgespannt, eine Arbeit, die man mit Vorliebe den geschickten und leichten Fingern von Damen überläßt. Nach diesen Vorbereitungen erfolgt das Sortiren der Exemplare, und zugleich versieht man sie mit Papierschildchen. auf denen ihre Namen zu lesen sind. Jetzt sind sie fertig zum Verkauf an Museen oder Privatsammler. Bei dem häufigen Hantiren der Schmetterlinge ist eine mehr oder minder erhebliche Beschädigung nicht zu vermeiden gewesen. Geringwerthige Exemplare werden einfach fortgeworfen oder an Mikroskopisten verkauft, die an den bunten Flügeltheilchen noch Studien machen können. Werthvolle Stücke aber nimmt man in sorgfältige Behandlung. Die Flügel werden sauber ausgeflickt, Beine und Fühlhörner ergänzt, bis das ganze Exemplar wieder wie neu aussieht. Diese Ausbesserungsarbeiten können natürlich Nur von erfahrenen Lepidopteristen ausgeführt werden, aber trotzdem lassen Kenner sich dadurch nicht täuschen. Es ist dies auch nicht der Zweck der Reparaturen. Der Sammler, dem ein fehlerloses Exemplar einer seltenen Art zu theuer ist, begnügt sich oft mit einem gut ausgebesserten. Aus diesem Grund muß ein jeder Schmetterlinasbändler auck eine Revaraturwerkstatt haben,die er gewöhnlich lem Hospital nennt.' Bei der leichten Zerbrechlichkeit der spröden Exemplare ist das Versckicken durch die Post oder Eisenbahn niemals oyne ein aewisses Risiko. Da der Händler jedoch seinen Kunden alle die gekauften Stücke unmöglich persönlich m's Haus bimsen kann, so Und Vott und Eisenbahn nickt zu mnaeben. Durch langjährige Uebung und Erfahr rung tu oas Aerpasungssystem denn auch beinahe zur Vollkommenbeit aedZehen.- Man bedient sich dabei flacher Kasten, deren Boden mit Scheiben festen Torfs ausaeleat find: darüber wird eine Wattensckickt aebreitet. und nun steckt man die Exemplare in Reihen mit Nadeln darauf fest, dergestalt, daß die Flügel übereinander areifen. Eine Anzahl solcher Kasten wird in aroen Kisten untergebracht, und nun kann die kostbare aöuna mit verbaltnmmakiger Sicherheit überallhin versendet weroen. Haben o:e Kisten Zollgrenzen zu Passiren, so wird in die Mitte des Deckels eine Glasscheibe eingelassen, oamlt o:e Zollbeamten den 5xnbalt von außen erkennen können. Wie alle anderen marktgängigen Artikel sind auch die Schmetterlinge Preissckwankunaen unterworfen. D l e Wo hnung des Grafen Witte, des russischen Ministervrändenten, am Palais-Quai No. 30 zu St. Petersburg, ist durch einen Kor. ridor mit dem Theater der. Eremitage und jomu auch mit dem Wmterpalaiö verbunden. Die Wohnung nimmt das aanze erste Stockwerk des oroen Gebäudes ein und besteht aus dreiki? zum Theil sehr großen Zimmern, de ren Fenster theils auf den Kai, theils auf die Millicnnaia binausacben. Von der dem Palaisressort gehörenden Einrichtung sind in der Wohnung nur die herrlichen Trumeaus und einiae alte Gemälde zurückaeblieben. Die Bedienung für sich persönlich und seine Familie hat der Gras aus seiner früheren Wobnuna mit berüberaenommen, während die Pförtner, Diener Kuriere u. f. w. vom Staate unkcrhalten werden. Graf Witte führt ein sehr geregeltes und sehr bescheiden zugeschnittenes Leben; er steht in der Regel um 7 Uhr morgens auf und macht sich sofort an die Arbeit, der er. mit kurzen Unterbrechung für die Mablzeiten. den aanzen Taa widmet. Im Geaensak zu den meisten koken Staatsbeamten läßt sich der Graf 'keine Zeitungsausschnitte vorlegen, sondern Nest fast alle Blatter mit großer Ge nauigkeit selbst.