Indiana Tribüne, Volume 29, Number 92, Indianapolis, Marion County, 9 December 1905 — Page 3

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Stirbt und fetzt die Staatsmänner in Washington

in Verlegenheit.

nnwandernng im Süden gesucht. . .

Wettlanf um den Posten emes Generalkonsuls :n Mexico. . Sheriff in Florida ermordet.

Sen. John H. Mit chell . Portland, Or., 3. Dez. Bun. deösenator John H.'Mitchell starb heute Morgen im hiesigen Good Samaritan Hospital durch Verblutung in Folge, einer Zahnoperation. Der Senator hatte sich 4 Zähne zie hen lassen. Mit allen Mitteln ließ sich die Blutung nicht stillen. Der Zahn echniker zog sofort mehrere Aerzte zu Rathe, doch konnten dieselben Nichts hun. - Der Senator litt an Diabetes und mar physisch geschwächt. Washington, 3. Dez. Die Nachricht vom Tode deö , Senators! Mitchell kam vollständig unerwartet und hat eine schwierige Etikettesrage aufgeworfen. Wenn ein Mitglied des Senates stirbt, so wird gewöhnlich ein Komite ernannt, welches die hohe Körperschaft bei dem Leichenbegängnisse vertritt. Nun kommen aber die würbigen Her en m eine seyr unangeneyme age. Sen. Mitchell war wegen grober Ver ftöße gegen die Bundesgesetze zu Frei heltsftrafe verurtheilt, bevor er starb. Allerdings hatte das OberbundcSgericht als letzte Instanz noch nicht sein Siegel unter dieses Urtheil gedrückt. ES haben heute mehrfsche und leb hafte Konferenzen der größten Staats Männer" stattgefunden. Das amerikanische Volk mag sicher ein, daß sie mit Würde die Sache eredigen werden. Für Einwanderung. New Orleans, La., 7. Dez. Die Verhandlungen der Einwände ungS'Eonvention, die hier in der Washington Artillery Halle ftattfan den, resultirten in der Gründung einer permanenten Organisation unter dem Namen Louisiana Immigration League. In der Schlußsitzung hielt Herr JameS S. Zacharie, Mitglied des hie. igen StadtrathS, eine Rede über Praktische Methoden zur Anziehung von Einwanderern". Er führte aus, daß jetzt, wo europäische Mächte große Anstrengungen machten, gewaltige Länder in Afrika und Südamerika zu besiedeln, Louisiana sich bemühen ollte, gerade diejenigen Leute zum An siedeln zu veranlassen, die von ihren HeimathZregierungen nach den Kolo nien dirigirt werden sollten; sie würden ür den Staat am werthvollsten sein. Herr Zacharie war auch der Ansicht, daß der gesammte Staat dazu beitragen sollte, in New Orleans eine Einwände rungsftation zu unterhalten. EquitableVersicherungS Gesellschaft. N e w Y o r k , 8. Dez. Vor dem UntersuchungS-Comite der Legislatur sagte Theodore F. Ryan aus, er ' habe die HydeActien der Equitable.Gesell schaft angekauft, weil er glaubte, daß er damit die schrecklichste Panik abwen den könne, die das Land je erlebt habe. Eine. solche würde eingetreten sein, wenn die Gesellschaft in die Hände eineS Massenverwalters übergegangen wäre. Nach dem Kaufe habe F. H. Harri man, Präsident der Union Pacific Bahn, den Wunsch gehabt, an dem Kaufe einen Antheil zu haben. Er, Ryan, habe jedoch daS Ansinnen abge lehnt. Näheres über die Unterhandlungen mit Harriman wollte Ryan nicht ange den; schließlich, alt er vom Vorsitzenden genöthigt wurde, erklärte Ryan, daß Harriman keine Drohungen auSgestoßen habe für den Fall, daß feine Wünsche nicht erfüllt würden. S t a a t S d i n e r. Washington, 8. Dez. Der Präsident gab heute im Weißen Hause ein Diner, zu velchemSprecher Cannon und Gattin und eine Anzahl Sena toren und Repräsentanten mit ihren Frauen eingeladen waren. FürGeneralconsulzu Mexico. Washington, 3. Dez. Se nator Warner von Missouri erschien an der Spitze einer Delegation von Mis fouri heute bei Secretär Root. und be fürwortete die Ernennung von C. E McJlmsy von St. Joseph, Mo., als Generalkonsul für Mezico.

tzqmlavle - Berncyerungsllanoat. Anscheinend Mord. Fernandina, Fla., 3. Dez. Die Leiche Sheriff W. B. JohnS' von diesem County wurde heute am Strande gefunden. Verschiedene Anzeichen deu ten darauf hin, daß der Beamte ermordet wurde. Sheriff JohnS war mit Hastbefehlen für Uebertreter der Fische Gesetze hier angekommen. Chinese nE inwanderung. N e w Y o r k, 8. Dez. Eine leb hafte Debatte in der Konvention der Civic Federation rief die Frage der Chinesen'Einwanderung hervor. Viele Anträge zielten daraus hin, daS herrschende AusschließungSgesetz nahezu aufzuheben. Samuel GomperS, der Präsident der Civic Federation, war mit diesen radikalen Ansichten nicht ein verstanden und dank seiner Bemühun gen wurde eine Resolution angenom men, welche die gegenwärtigen Schroff heiten mildert, aber doch nicht der chine sischen Einwanderung Thür und Thor öffnet. Nach der angenommenen Resolution' oll nicht allein chinesischen Studenten lmh sR1(fiMfRTnfim f nnhfttt ntifh 9Tm en. Professoren und Reisenden keine Hindernisse in den Weg gelegt werden. Bundessenator Wm. A. Clark von Montana erklärte, nach 40jähriger Erfahrung an der Pacific-Küste und als Arbeitgeber von Tausenden von Leuten, müsse er sich entschieden gegen Kuli'Arbeit auSsprechen Gasexplosion. Washington. S. Dez. In den Werken der Washington Gasliabt Co. im südöstlichen Stadttheile erfolgte eine Gasexplosion, welche das große Maschinengebäude in Trümmer legte. Zur Zeit waren nur drei Leute in dem Gebäude beschäftigt und diese entkamen ohne nennenSwerthe Verletzungen. Nordpolforschungen. Seattle, Wash.. 3. Dez. Hier st eine Depesche vom norwegischen Storthing eingetroffen welche Kapitän Ronald Amundsen zur Entdeckung des magnetischen Nordpols und einer Durchfahrt der seit Jahrhunderten ge suchten Nordwest - Passage beglück wünscht. Die frohe Kunde hatte . Kapitän Amundsen seinem Freunde und Pro tektor, den bekannten Nordpolforscher Nansen mitgetheilt. DaS Expeditionsschiff deS Norwegers. die Gioa" befindet sich mit einem Theik der Mannschaft zur Zeit in Fort Egbert, Eagle City, Alaska. Die an. Nansen gerichtete Botschaft meldet von der Durchquerung der noch unerforschten und von keinem Weißen je betretenen Theile deS nordamerikani schen Kontinents der Insel Herschel nach Eagle City, die Durchquerurg wurde mit einer HundeschlittenExpedltion un ternommen. Die .Gioa- wird in Kina Point überwintern und dürste im Sommer 1906 in San Francisco ein treffen. Unzufriedene Farbige. Washington, D. C., 8. Dezbr. In der Howard.Universität, einer An statt für Farbige, kam eö heute zu einer Revolte gegen den Präsidenten, einen Weißen Namens John Gordon. Gordon soll Bemerkungen über die farbige Rasse gemacht haben, die den Zöglingen nicht gefielen. Junge Braut anscheinend ermordet. Chicago, 8. Dez. Die Leiche von Carrie Daniels, die am Samstag mit Joseph Kopiska vermählt werden sollte, wurde gestern in der Nähe der Geleise der Chicago, Burlington & Ouincy Bahn an der 47. Straße ge funden. Die Polizei glaubt, daß das Mädchen, welches hübsch nnd von an ständiger Familie war, nach der er wähnten Stelle gelockt und ermordet worden sei, worauf der Mörder die Leiche aus die Geleise gelegt habe. Ein Medaillon mit dem Bilde ihres Bräu. tlgams führte zur Jdentificirung dei Todten.

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Frau gehängt Wegen Gatttnmordes.

Windsor, Vt., 8. Dez. Ohne ein Wort zu sprechen und ohne Zittern schritt heute im StaatSgefängnisse Frau Mary Mabel RogerS zum Galgen. Sie war schuldig befunden ihren Mann MarcuS RogerS am 13. Aug. 1902 zu Bennington ermordet zu haben. Die ganze traurige Prozedur verlies ohne aufregenden Zwischenfall. Der Tod wurde erst osfiziell 14 Mi. nuten nach dem Fallen der Thür er klärt, doch war offenbar der Tod ein augenblicklicher gewesen, da daS Genick gebrochen war. Vorlage zur Frachtre g u l i r u n g. Washington, 8. Dez. Die Vorlage zur Regulirung der Eisenbahn raten, welche vor dem Senatskomite für zwischenftaatlichenHandel in Vor bereitung ist, wird sich von irgend einer bisher eingereichten entscheiden. Ein hervorragendes Mitglied des KomiteS sagt, daß sie weit einfacher sein werde als die früheren Gesetzentwürfe und die in Hinsicht auf die VerfaffungSMäßigkeit gegen die von der Zwischen' staatlichen HandelSkommisfion auSgear beiteten und die ForakerBill erhobenen Einwände vermeiden werde. Eine Hauptverbesserung soll die Ertheilung der Machtbefugnisse sein, die der Kommission durch die neue Vorlage übertragen werden und die nur bei thatsächlichen Beschwerden und aus schließlich in Bezug auf die Bahngesell, schaft, gegen welche die Beschwerden er hoben werden, ausgeübt werden sollen. vlerourq fouen aue fragen oerrens . , . , I VT I W T m i t W V oer Nkguurung von alen zwlscyen entfernten Theilen deS Landes und un abhängigen Bahnsystemen vermieden werden. Ein guter Einfall Rosse V elt's. Washington, 8. Dezember. Der Präsident hat kurzer Hand Bun deSmarschall T. R. MatthcwS vom Distrikt NebraSka wegen Mlßverwal tung seines Amtes entlassen. In. dem bekannten Prozesse von Richards und Comstock wegen gesetz widriger Einzäunung von RegierungS ländereien waren die Genannten zu der unglaublich gelinden Strafe verurtheilt worden 6 Stunden unter Obhut des BundeSmarschallS zu bleiben. DikS schien dem Herrn Marschall eine viel zu schwere Strafe für so reiche Leute zu sein und er übergab ohne Weiteres die Edlen und unglücklich Verfolgten der Obhut ihrer Anwälte. Präsident Roofevelt erhielt Kenntniß davon, wie dem Gesetze Hohn ge sprachen wurde und handelte dem gemäß. Wieder ein Job". -Washington. 8. Dez. ES scheint in der Abficht der leitenden Re publikaner zu li.gen, die Steuer aus gefärbtes Oleomargarin, welche jetzt 10 Cents pro Pfuud beträgt, auf zwei Cents herabzusetzen. Groövenor (Ohio) hat eine Bill zu diesem Zweck einge bracht. Die Bill ward an daS Comite für Mittel und Wege verwiesen, wel chem Grosvenor als Mitglied wieder angeboten wird. Schon vor einigen Jahren machte Boutell (Jll.) einen ähnlichen Versuch, aber der Plan ward begannt, und die Milchereiinteressenten schlugen einen solchen Lärm, daß die Bill davon verschlungen wurde, und Boutell hat mnche unangenehme Stunde davon gehabt. Zweifellos werden die Milchereiinteressenten auch wiederum in geschlossener Phalanx der Herabsetzung der Steuer opponiren. um zu verhindern, daß das Surrogat billig genug verkauft werden kann, um mit der echten Butter zu konkurriren. Zugs-Collision. Zwei Bahnbedienstete getödtet. Chlllicothe, O.. 8. Dez. Bei einer ZugS'Collifion auf der Bal timore & Ohio Southweflern - Bahn wurden zu früher Morgenstunde der Lokomotivführer John Müller und der Heizer Sanfom getödtet; Bremser Wm. Taylor ist schwer verletzt. ' Der östlich gehende Zug war ausein andergerissen, ehe er Roxadel erreichte; der vordere Theil wurde auf ein Seiten geleise gelenkt und die Weiche umge stellt. , So kam es, daß der zweite Theil östlich von Roxabel auf dem Hauptgeleise mit dem Zuge No. 97 zusammenstieß.

Zum Tode verurtheilt. Mörder seiner Frau und 5 Kinder.

Des Moines, Ja., 8. Dezbr. Wm. McWilliamS, welcher sich der Ermordung seiner Frau und 5 Kinder schuldig bekannt hatte, wurde heute zu Jndependence zum -Tode verurtheilt. DaS Verbrechen war eines der grüß lichften, die je im Staate vorkamen. McWilliamS schlug seiner Frau und dem kleinen Kinde, daS sie in den Ar' men trug, den Schädel ein. Dann rief er nacheinander die anderen Kinder in das Zimmer und tödtete sie in glei cher Weise. ZurKnebelung des Südens Washington, 8. Dez. Re prüsentant Crumpacker von Jndiana, welcher seit Jahren die Idee einer nu. merischen Beschränkung der Reprüsen tanten der Südstaaten im Kongreß mo. nopoltfirt hatte und Jahr für Jahr mit einer dahingehenden Bill hervortrat, ohne daß er die Parteiführer zu bewe. gen vermocht hätte, die Pasfirung dieser Bill zuzulassen, hat jetzt in dem Ex Sprecher von Ohio, I. Warren Keifer, einen Rivalen auf diesem Felde erhalten. Keifer erklärt, er wolle eine Bill einreichen, um die Zahl der süd lichen Kongreß'Repräsentanten herab zusetzen, wenn man in den Südstaaten fortfahre, die Neger ihres Stimmrechts zu berauben, und er werde auf die An nähme der Maßregel dringen. Crum Packer sieht mit Verdruß, daß 'sein Prestige alS Vorkämpfer der bebrückten Neger des Südens in Gefahr steht, und er wird' Schritte thun, um fein Privi eglum zu wahren Er möchte sich nicht n'Z Handwerk pfuschen lassen, fiti bemerke, daß General Keifer eine solche BM emreicaen will, bemerkte er heute, .und da muk ick einmal mit ibm und Anderen, welche über diese Frage'wie ich denken, konferiren." MIM Dte ttnnskköpferci. Die Universität von Illinois hat einen neuen und nützlichen Unterrichtszweiq eingeführt, welcher manchem jungen, lernbegierigen Manne Gelegenyeit dreien wird, ernen Beruf zu er greifen, der bis zetzt hierzulande stark vernachlässigt wurde. Es ist dies die Kunsttöpferei und das damit verbundene Bestreben, die bis jetzt verhältnißmäßig wenig ausgebeutete Thonerde im Staate Illinois den verschiedenen Handelsinteressen und dem Bedarf des Publikums dienstbar zu machen. Schon im klassischen Alterthum stand die künstlerische Herstellung von Thongefäßen aller Art in hoher Blüthe. wurde aber erst im Mittelalter durch die Muyameoaner im suolichen Europa weiter verbreitet, bis sie im 18. Jahr hundert auch in Deutschland, England und anderen nordeuropäischen Ländern sich Eingang verschaffte. Diese Kunstindustrie hat in allen zivilisirten Landern große Fortschritte gemacht, wie die herrlichen Sachen, welche man auf der Weltausstellung in Chicago und kurzlich wieder rn St. Lernt sehen konnte, deutlich bewiesen haben. Nur in den Vereinigten Staaten hat dieser Industriezweig, trotzdem das dazu be nöthigte Material reichlich vorhanden ist, noch keinen besonderen Anklang ge funden. Das ist eigentlich befremdend, wenn man bedenkt, daß das Land von Spekulanten und Unternehmern aller Art nach allen Richtungen ausgebeutet wird, und kann nur durch die Annahme erklärt werden, daß das richtige Verständniß dafür fehlte. Durch die Einführung des erwähn ten Unterrichtszweiaes gewährt die Universität von Illinois, welche auch aus anderen Gebieten dem Geiste des Fortschritts huldigt und besonders dem Landbau werthvolle Dienste geleistet hat, den Besuchern ihrer Hörsäle nicht nur einen praktischen Einblick in einen bis zetzt wenig vertretenen Beruf, son dern leiht ich ihre Hand zur Gewin nung der bis jetzt wenig beachteten Thonerde dieses Staates. Doch die Universttätsbehörden blei ben bei dem bloßen theoretischen Unter richt nicht stehen. Sie. wollen auch den lungen Leuten Gelegenheit geben, sich die nöthigen technischen Fähigkeiten auf diesem Felde anzueignen, um sie später praktisch und gewinnbringend zu verwerthen. Die industrielle Ent Wickelung auf fast allen Gebieten, unser weit verzweigter Handel und unsere riesigen Eisenbahnnetze geben zwar einer Unmasse von Leuten Beschaftigung. aber die schnelle Zunahme der Bevölkerung und die fortwährend: Vermehrung der Maschinen bewirken es trotzdem, daß in den meisten Fällen das Angebot von Arbeitskräften die Nachfrage übersteigt. Aus diesem Grunde ist es gewiß anerkennenswerth, wenn die genannte Lehranstalt für eine bis jetzt wenig beachtete Industrie bahnbrechend eintritt, den Arbeitsuchenden ein neues Feld und dem Beoarf nach Thongefäßen aller Art einen heimischen Markt eröffnet.

VinzilIer ntnb. Warum wollen Sie denn dem Temperenzler-Verein beitreten, Herr Berzau?" Ich will die Auflösung des Vereins beantragen! U

Einmal gesehen. Von Karl Weigand. Ein Blick nur deiner Acugelein Begegnete dem meinen; Es war ein Blick wie Sonnensckein In meines Herzens Schreinen! Dort fachte er Gefühle an. Wie tcq sie nie empfunden! Ich lebte einem süßen Wahn 2ie nächsten kurzen Stunden! Nun ist dies schon ein ganzes Jahr; Ich suchte stets - vergebens Nach seinem holden Augenpaar, So voll des frohen Lebens. Und jetzo scheide ich von hier, Ich geb' betrübt von hinnen. Da noch ein heftig Sehnen mir Berücket meine Sinnen!

Du lebst mir in Erinnerung Als Stern aus meiner Jugend, -Ich sehe dich stets rein und jung Als Engel edler Tugend! Kinderphotographien. Unsere KinderphotographZe Ueai sehr im Argen, und wenn so wenig gute Kinderbilder gemacht werden, so haben Photographen und Publikum gleichmäßig daran schuld. Die Vernünftigen und Geschmackvollen im Publikum sagen, daß die Photographen daran schuld wären, die aus den kleinen lebenssprühenden Dingern Posirte oder glubschende Aeffchen machen, und zu dem noch alles.. was an Itrt Gesichtern vielleicht charakteristisch, nni feinem Pinsel herausretouaznen, m Platte und Abzug. Aber die Photogravhen sagen, daß sie nichts andres machen könnten, es würde sie ja auch mehr reizen, lebensvolle und natürliche Aufnahmen zu machen, wie diese geleckten Dutzendbildchen, aber ste wurden nur wenig Liebhaber und nur wenig Abnehmer finden. Sie mmn darin beide Recht und beide Unrecht haben. Wenn die Gesckmackvollen zm Publikum mit mehr Nachdruck auf ihren Wünschen bestehen würden und wenn die Photographen den Muth hätten, statt ihrer verschmeichelten und verretouchuien Znnderbilder natürliche und einfache den Leuten zu geben, so würde da bald ein Umschwung kommen. Aber wie sollen wir denn unser Kind photographiren lassen? Nun einfach so, wie es ist, so wie es aussieht, so wie es sich in seinem besten unbewackten Momenten giebt, in der Kleidung, die es immer trägt. Am besten photographirt man das ftmb. in seiner Umgebung und baut keine Scenerie um sie, deswegen ist uch alle Photographische Atelieraufmachung Unsinn. Da photographirt man das Kind auf einem Wiegepferd und das sind schon die besseren Aufnahmen vor einer gemalten Landschaft. Aber das Kind ist in einem Aufputz, mit dem es die Mutter nie auf das Wiegepferd lassen würde, und da es still sitzen muß, sitzt es natürlich steif und ängstlich, wie ein kleiner Oelgötze, statt lustig zu schaukeln, und endlich stehen Wiegepferde in Zimmern und nicht vor gemalten Landschaften. ' Die Leute putzen die Kinder zum Photographiren heraus; - lasen wir doch neulich ein Inserat, das sogar Photographiehemdchen für Kinder anpries. Wenn man schon solch einen kleinen Hemdenmatz photographiren will, dann in seinem Taghemdchen oder seinem Nachthemdchen und da wo er hingehört, in diesem Kostüm in seinem Bett, oder auf dem Wickeltisch, wo er aus- und angezogen wird. Ueberhaupt Posire man das Kind natürlich, schlicht, so wie es ist, so wie es sich immer' giebt. Von kleinen Kindern kann man nur Moment- oder kürzeste Zeitaufnahmen machen. So lange es ganz, klein ist, soll es die Mutter auf den Arm nehmen und sich irgendwie möglichst ohne sentimentalen Anstrich mit ihm beschäftigen, mit ihm reden, ihm etwas vorsingen, es anlachen, es herzen, nur es nicht anschmachten. Jedenfalls soll das Kind in keine Lage gebracht werden, die ihm nicht entspricht Wenn es ein bischen größer ist, soll man das festhalten, was es kann. Es sitzt in seinem Kindstuhl. im Kinderwagen, im Sportwagen und guckt, lacht oder spielt, es kräht und freut .' sich undmacht backe, backe Kuchen. Oder man photographirt das Kind beim Spiel, bei den Arbeiten, beim Vergnügen. Man stellt das Kind immer zu hoch, auf einen hohen Stuhl, auf einenTisch. Warum muß sich denn das Kind nach dem Photographenkasten richten, richtet doch den Photographenkasten nach t , c e n.m ' c v?. rrw. oem öuno uno sieui iyn aus oie oder auf einen Stuhlsitz dann werdet ihr schon natürliche Ausnahmen bekommen. Also wir möchten nur das Eine wiederholen: unsere Kinderbilder sollen für die Eltern und für uns selbst später Erinnerungen sein, wie wir aussahen und uns gaben und nicht wie wir hätten aussehen können, wenn wir so artig gewesen wären, solche Zieraffen und Duschen, wie wir t nicht gewesen sind. Gelungene Ausrede. Schutzmann (einen Dieb ertappend, der gerade einbrechen will): Was suchen Sie denn hier? Einbrecher: Arbeit! Bissig. Sie: Es ist wirklich wahr. Es giebt immer noch Menschen, die leider aus dem Unglück Anderer Nutzen ziehen. Er: Ja, z. V. der Pastor, der uns getraut hat hat 'sich sogar noch dafür bezahlen lassen.

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