Indiana Tribüne, Volume 29, Number 91, Indianapolis, Marion County, 8 December 1905 — Page 7

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licRothhausen Noman auS der Mark von Ul. C. Möller teVVVVNNVVVVSAvVVVSV (Fortsetzung.) Heinz aber fuhr fort: Sei überzeugt, daß Niemand die Lage schmerzlidjer empfindet, als ich; aber glaube mir auch zugleich: ich habe mmtx nur Euer Bestes gewollt. Noch morgen werde ich mit meinem Anwalt sprechen, werde Dir eine Versorgung zuwenden, die später auch Deinem Sohne zu statten kommt. Aber das Kapital wird unantastbar bleiben, so. daß er das Geld nicht durchbringen kann!" Charlotte schluchzte an seinem Halse, sie war im Innersten tief ergriffen. Im Stillen schwor sie feierlich jeden feindlichen Gedanken ab; von diesem Augenblicke an sollte es ihr heiliger Ernst damit sein, eine Verständigung zwischen den beiden Gegnern herbeizuführen. Du weißt nicht, was eine Mutter kann," sprach sie unter Thränen. Ich werde Worte finden, ihn zu Dir zurückzuführen." Heinz mußte wehmüthig lächeln. Die Arme ahnte nicht, wie weit er schon gegangen war. Am nächsten Morgen erschienen Harrys Zeugen. ' Heinz empfing die Erwarteten in aller Heimlichkeit, Tante Charlotte sollte nichts erfahren. Wie zu erwarten, stellte Harry die allerstrengsten Bedingungen: Pistolen auf sechs Schritt Distanz, bis einer auf dem Platze blieb. Heinz sah sein Ende unausbleiblich vor sich. Aber er glaubte doch, wie ein Mann alles richtig besorgt zu haben. Ihm blieb nichts mehr übrig, als sein Herz zu bezwingen, dieses arme Herz, das es nicht fassen konme: Du sollst freiwillig allem Glück entsagen!" Früh Morgens um sechs Uhr sollte das Stelldichein an einem entlegenen Punkte des Stadtforstes stattfinden. Heinz hatte zu Niemand ein Wort verloren, er fah dem Kommenden anscheinend ganz ruhig entgegen. Aber er verbrachte doch eine völlig schlaflose Nacht. An alle, die er liebte, hatte er Abschiedsbriefe geschrieben es war gleichsam ein langer, schmerzlicher Abschied von seinem jungen Leben. Als er sich um halb sechs Uhr ganz leise entfernen wollte, trat ihm plötzlich seltsam genug! Tante Charlotte entgegen. Ich hörte Dich, mein lieber Heinz, Du hast die Nacht nicht geschlafen! Hab' doch Vertrauen zu mir, sage mir, was Dir fehlt, was Du vor hast!" Heinz war tief ergriffen. Er hatte nie recht an ihre Liebe geglaubt, und sie allein war es, die antheilvoll mit ihm gewacht hatte. Es war ihr also wirklich ernst mit der Aussöhnung. Beunruhige Dich nicht, liebe Tante, ich bin nur so früh auf, weil ich die Zeit zu verschlafen fürchtete. Denke Dir. man hat mich endlich zu einem Jagdausflug herumgekriegt. Aber es war meine Absicht, Dich nicht zu stören." . . Er durfte sie nicht ahnen lassen, wohin er gin$. Ob sie ihm glaubte oder nicht, von ihm sollte sie nichts erfahren. Du gehst zu leicht gekleidet. Heinz," sagte die Baronin in mütterlichem Tone, warte einen Augenblick!" Und sie brachte ein seidenes Halstuch mit zierlich eingesticktem Monogramm. Sieh, das habe ich Dir gestickt," sprach sie fast schüchtern, wie ein Mädchen, und legte ihm das Tuch um, nicht wahr. Du wirst es tragen?" Er versprach es. Aber zugleich ging auch ein kalter Schauer durch seinen Leib. Sie. die Mutter jenes, der in einer halben Stunde die mörderische Kugel auf ihn richten würde, sie schützte ihn vor Erkältung! Mit dem Glockenschlage traf er mit seinen Zeugen bei jener genau bezeichneten Lichtung ein. Harry kam. etwa zwei Minuten spater. Aus seinen düsteren Zügen sprach eine eisige Entschlossenheit. Gar kein Zweifel sein Gegner würde ihn tödten, würde sich dann dem Gerichte stellen. Er war - Edelmann. Heinz hatte ihn geschlagen alle mildernden Umstände sprachen für ihn. Die geringste Strafe würde ihn treffen, und wenn er diese abgebüßt, dann würde ihm im doppelten Sinne die Freiheit lachen: Ein reiches Erbe eine schöne Braut alles alles lag dann jenem zu Füßen. ' Es war ein rauher, nebliger Morgen. Zwar in den Bäumen kreiste schon der Saft und dicke braune Knoten quollen aus den Zweigen; der Voden aber war noch winterlich hart. Tiefe Stille'ringsum. Eine Krähe, die eben über jene Baumgruppe kreiste, flatterte -erschreckt davon, als sie unten Menschenstimmen vernahm. - Die Distanz war abgemessen der übliche Versöhnungsversuch war von beiden Seiten energisch abgelehnt worfon und nun prüften die Sekundanten sorgfältig die Waffen. Fertig, meine Herren?" Ja, sie waren fertig! Harry starr und unbeugsam, Heinz jetzt völlig gefaßt. Er berauschte sich jetzt in dem Gedanken, ungerecht, aber wie ein Mann zu sterben. Harry hatte als. der Beleidigte den

ersten Schuß es wurde bei oem einen !

bleiben! . Jetzt hob der Baron seine Waffe, zielte natürlich aus-die Brust des Gegners. Er sollte wenigstens nicht lange leiden. Aber plötzlich, als sein Finger schon den Hahn berührte, sah er am Halse seines Gegners das Tuch, das seine Mutter für ihren Neffen gestickt hatte. War es eine leise Negung des Zornes gegen seine Mutter war es etwas anderes die sonst so sichere Hand erbebte! Jetzt krachte der Schuß, und Heinz stürzte getroffen zu Joden. Im Augenblick war auch schon der Arzt an seiner Seite: die. Kugel saß zwar in der Brust, aber sie war seitwärts zwischen die Rippen geglitten, hatte weder Herz noch Lunge, verletzt nicht ein Tropfen Blutes befleckte das weißseidene Halstuch Charlottens. Jedenfalls war Heinz kampfunfähig, er blieb zunächst auch noch bei voller Besinnung und konnte mit fester Stimme seinem Gegner zurufen: Du hast gefehlt Du wolltest mich tödten! Aber eine höhere Macht hat mich beschützt. Ich lebe und ich werde weiter leben !1 Niemand bemerkte, wie Harry in diesem Augenblick den Revolver- gegen seine eigene Brust erhob. Aber er ließ ihn wieder sinken. 15. K a p i t e l. rf ach kaum vierzehn Tagen wär !JL Heinz fast ganz wieder hergestellt; seine gesunde Natur hatte die Wunde schnell heilen lassen. Dazu kam. daß Charlotte ihm die aufopferndste Sorgfalt angedeihen ließ. Er hatte nur von einem Jagdunfall gesprochen, die Tante aber almte die Wahrheit, doch wurde kein Wort darüber verloren. Harry war seit jenem Morgen verreist. Niemand wußte wohin die Behörde war glücklicherweise nicht aufmerksam geworden und erst, als er von seiner Mutter erfuhr, daß keine Gefahr mehr vorhanden sei, kehrte er zurück. Während der Zeit seines Erils war er den peinigendsten Gedanken preisgegeben gewesen. Der große Koup war mißlungen. Heinz lebte, er hatte seine Absichten durchschaut' und würde jetzt auf der Hut sein. Und dennoch, hier auf dem Lande, auf dem Rittergute eines früheren Kameraoen. wo .varry o viel Zeit zum Nachdenken hatte, hier ward ihm immer klarer, daß Heinz nicht das leibliche Kind seiner angeblichen Eltern sein könne. Tausend kleine ZLqe ließen das haarscharf erkennen. 'Wenn man sie alle zusammentrug, gelangte mar. zu einer Art moralischen Gewißheit. Und doch blieb das Endergebniß nur eme Vermuthung, kein Rechtsanwalt würde es übernehmen, auf diese hin die Erb berechtlgung von Heinz anzufechten, es fehlte eben jeglicher Beweis. Nun war er zurückgekehrt und suchte alsbald feine Mutter auf; Heinz pflegte die Zimmer seiner Tante niemals zu betreten; Harry brauchte also nicht zu befürchten, ihm dort zu begegnen. Er kam kaum noch auf die Duellaffäre zu sprechen; er machte auch seiner Mutter keinen Vorwurf mehr wegen des Halstuches, bei dessen Anblick doch seine Hand gezittert hatte, an dem ganzen Verlauf war nichts mehr zu ändern. Man mußte auf etwas anderes sinnen. , Kurz und einsilbig gab er Charlotten Bescheid auf ihre antheilvollen Fragen nach seinem Ergehen. Ihn beschäftigte jetzt ein neue? Gedanke: er wollte Heinz Alles auf den Kopf zusagen, wollte ihn überrumpeln. Das konnte bei einem Romantiker vom Schlage des Doktors nicht eben schwer sein. Möglicherweise wußte er aber selbst nichts gleichviel, die Ueberrumpelung konnte Alles mit einem Schlage klarstellen. Charlotte hatte sich nur flüsternd mit ihrem Sohne unterhalten; ihr war es, wie immer, darum zu thun, jede Möglichkeit eines Zusammenstoßes zu vermeiden. Jetzt war sie hinausgegangen. um ihm, wie gewöhnlich, einige Leckerbissen zu bringen. Harry war allein geblieben; nur zwei kleine, mit dicken Teppichen belegte Salons trennten ihn von Heinz' Arbeitszimmer. ' Vorsichtig und' unhörbar schlich Harry näher, geräuschlos hob er die schwere Plüschportiere da saß Heinz lesend in einem Sessel. Es wäre das Werk eines Augenblicks gewesen, auf ihn loszustürzen, ihm entgegen zu donnern: Du bist ein Betrüger! Du weißt sehr wohl, daß Heinrich Bergmann nicht Dein Vater war Du bist ein frecher Komödiant!" Aber noch im letzten Augenblick stiegen in Harry Bedenken auf. Wie. wenn Heinz, in der Tbat nichts wußte? Würde er ihn dann nicht wie einenBetrtinkenen hinauswerfen lassen? Und wiederum, wenn er eingeweiht war in das Geheimniß feiner Geburt, würde er nicht mit dreister Stirn leugnen und auf solchen Angriff stets gefaßt und vorbereitet sein? Und dann war Alles verloren. Ihm kam em neuer Einfall. Er wollte lieber die Valetta überrumpeln. Frauen verrathen sich leichter. Entweder war sie die Mutter oder doch eine nahe Verwandte. Jedenfalls wußte sie etwas! Harry zog sich leise zurück. Heinz machte eine Bewegung, als hätte ihn irgend ein Geräusch gestört; er blickte auf, aber er sah Niemand. Während jetzt Harry sich an Kaviar und . kalter Rebhuhnpastete gütlich that, wurde draußen geschellt. Charlotte

war auch diesmal wachwm: es war

Frau Galetta gewesen, d:e Peter sofort zu Heinz gefuhrt 'hatte. Seit dessen Unfall war sie schon zweimal gekommen, und Heinz schien sich darüber zu freuen so berichtete mit gedämpfter Stimme Charlotte. Harry ließ vor Schrecken die silberne Gabel fallen. Die Galetta? Was hat die hier zu suchen? Und warum sagst Du mir das erst jetzt?" fuhr er seine Mutter an. Du 'warst ja neulich so wüthend, als ich zu Dir von der Galetta sprach, wolltest nichts weiter hören!" Er war wieder ganz nachdenklich geworden. Aber das ist doch höchst auffallend " Charlotte konnte nichtS erwünschter sein, als sprechen zu dürfen. Die Galetta war ganz aufgeregt gewesen, fast außer sich; sie war -gekommen, hatte dringend gefragt, was dem Heinz geschehen sei. Als man ihr sagte, es sei ungefährlich, war sie sichtlich beruhigt gegangen und seitdem dreimal wieder dagewesen. ' Harry schien alle diese Einzelheiten nicht mehr zu hören. Er war erregt aufgesprungen und stand jetzt in drohender Haltung da. Nun, das muß doch 'ein Blinder sehen," rief er leidenschaftlich aus. Jetzt, jetzt auf der Stelle führe ich den Hauptstreich!" D!ein Gott, Harry. was hast Du wieder vor?" Mit dieser ängstlichen Frage-stellte sich ihm seine Mutter in den Weg und suchte ihn zurückzuhalten. Er'aber riß sich los und stürmte durch die beiden Salons. Drinnen hörte er die Frau mit weichem, zärtlichem, Tone zu Heinz sprechen. Zwar sie nannte ihn Herr Doktor," aber das konnte auch Vorsicht sein. Ohne Gruß, ohne vorher zu klopfen, trat er etn. Heinz erhob sich. Du wünschest?" fragte er, ihn verwundert messend, ich hoffe, es ist kein Unglück geschehen ich wüßte mir nämlich sonst nicht zu erklären " Mit funkelnden Augen, das blasse Gesicht von Leidenschaft verzerrt, unterbrach ihn Harry: Ich werde Dir das soaleich erklären!" Und jede Rücksicht, jeden Anstand vergessend, schrie er, mit den geballten Fäusten fuchtelnd: Ihr seid Betrüger, seid im Komplott miteinander! Dieser hier ist nicht der Erbe von R'othhausen, ist nicht der legitime Sohn von Hcinrich Bergmann! Und Sie, Frau Galetta, Sie wissen genau Bescheid! Nun aber kommt's zum Klappen: Ihr werdet mir Rede stehen!" In ruhiger, vornehmer Haltung, stand Heinz ihm gegenüber. Wann endlich wirst Du denn dieser rohen und sinnlosen Szenen müde werden?" fragte er mit der ganzen Ueberlegenheit eines Mannes, der nichts zu fürchten hat. Kannst Du schon nicht anders, lieber Vetter, so bitte ich. thu's wenigstens nicht in meinem Hause. Sonst werde ich einmal von meinem guten Rechte Gebrauch machen so leid mir das auch thäte." Während Heinz vollkommen Herr der Lage blieb, war Frau Galetta ebenso aufgeregt wie, Harry. Erst flammend roth, dann leichenblaß,. erhob sie sich und stand funkelnden Blickes vor Harry, dem unverschämten Eindringling. Sie schien zu wachsen, so sehr blickte sie auf Harry herab; es war etwas in ihrem Wesen, was den Wüthenden zum Schweigen brachte. Welch' ein Erbärmlicher müssen Sie sein," hob sie mit ihrer sonoren, jetzt von Zorn durchbebten Stimme an, Sie, der Sie sich einen Edelmann, einen Freiherrn nennen, daß Sie Ihren Vetter zu verdächtigen und zu beschimpfen wagen!" Sie trat ihm dicht unter die Augen er wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Und mit aufflammender Vegeisterung fuhr sie fort: Heinz Bergmann ist ein so reiner, ein so fleckenloser Charakter, daß derjenige, der ihm nahe tritt, sich nur selbst beschimpft! Schämen Sie sich." fuhr sie fort, schämen Sie sich, daß Sie Ihren Vetter nicht besser kennen! Diese wahnsinnige Zumuthung, mit der Sie da in ein fremdes Zimmer hereinpoltern, die Sie einem kaum Genesenen in's Gesicht schleudern, sie kann nur auf Sie selbst zurückfallen. Niemals ist ein großes Erbe in bessere Hände gefallen, als in die von Heinz Bergmann, der sich nicht durch sein Geld, sondern durch Talent und vornehmes Streben emporringi zu höherem Menschenwerthe. Was aber wissen und verstehen Sie davon?" Harry zuckte die Achseln, lächelte spöttisch, wußte aber im Augenblick keine Antwort. Heinz schien ja auch in der That die Sachlage nicht zu kennen; gegen diese erregte Frau aber war nicht aufzukommen. Ich bleibe bei meiner Behauptung." meinte er kalt, aber Heinz hat Recht: der Kampf muß auf anderem Boden ausgefochten werden." Er wandte sich zur Thür. .Geben Sie nur," saate ??rau Galetta jetzt mit Würde, lernen ?ie Menschen und Menschenwerth erst besser kennen. Dann erst könnten Sie ein Recht haben, Ihrem Vetter zu nahen: Harry verbeugte sich ironisch gegen die Frau, die ihm so muthig den Text las; dann ging er ohne einen Blick für Heinz, und warf die sonst hinter der Portiere offenstehend: Thür heftig in's Schloß. Er sah es em; der Handstreich war abgeschlagen. Dieses Weib hatte etwas von einer Heldin, die mußte man mit Beweisen niederschmettern! Charlotte hatte hinter dem Vorhang

geiauicyt. Jetzt zog :t im Soyn schluchzend mit sich fort. Du wirst uns ganz und gar in's Verderben stürzen," jammerte sie. er wird uns zur Thür hinauswerfen!" Du hörst ja, Mutter, welch' edler Mensch er ist." höhnte er. Sei nur ruhig, Dir wird nichts geschehen. Ich freilich, ich kann dies verwünschte Haus nicht mehr betreten!" Er stürzte davon.' wie von Furien gepeitscht. Fast mit unwiderstehlicher Gewalt trieben ihn die Ereignisse zum Verbrechen. Er fühlte es, erwar nicht stark genug, dagegen Stand zu halten.' Alle seine Anschläge mißglückten, ihm blieb nur der Mord! Aber noch graute ihm vor diesem Gedanken. Drinnen, an Heinz' Zimmer, war Frau Galetta auf ihren Sessel gesunken; sie schien wie aus einem Taumel zu erwachen. Mit etwas gezwungenem Lächeln bemühte sie sich jetzt, den leichten Unterhaltungston wiederzufinden. Ihr Vetter fcheint an einer fixen Idee zu leiden." fagte sie. man sollte das wohl gar nicht so ernst nehmen, wie ich eben that. Sie entschuldigen, Herr Doktor, wenn mich das bischen Feuer unter der Asche weiter fortriß, als " Sie verstummte, denn sie faßte jetzt erst Heinz in's Auge. Anfangs hatte sie nur Harry gesehen, dann war sie Heinz' Blicken in ihrer Verlegenheit ausgewichen. Dieser aber hatte sie unablässig und mit tiefster Ergriffenheit betrachtet. Eine leuchtende Erkenntniß malte sich auf seinem blassen Gesicht, das jetzt schöner war als nie zuvor.Nun kniete er zu ihren Füßen und legte schweigend den Kopf an ihre Brust. Keines von Beiden sprach ein Wort sie verstummten vor der Größe des Augenblicks. Noch einmal versuchte es die zitternde Frau, die gewaltige, aber zugleich auch so gefährliche Enthüllung abzuwenden. Mein Herz hat mich weggerissen, lieber Heinz." entschuldigte sie sich, aber dieser exaltirte Dank Ihrerseits -" Er unterbrach sie mit einer zärtlichen Geberde. Kein Wort mehr," sagte er. es ist Sünde! Ja. Dein Herz hat Dich verrathen, und das meine schlug längst für Dich, wie das eines Sohnes! Warum uns vor einander verstecken. Mutter? Mag kommen, was will, ich bin ja so glücklich." Sie wehrte sich nicht länger- und schloß ihn aufjauchzend an ihr Herz. Lange, lange hatten sie nichts als abgebrochene Worte, Küsse und liebende Blicke. Sie konnte sich nicht sattsehen an dem wiedergefundenen Sohne, und feine liebebedürftige Seele war ganz berauscht von der schönen Wirklichkeit. Er hatte eine Mutter! Und er dachte auch wirklich gar nichts weiter als dies Eine! Sie wußten gar nicht, wie viel Zeit vergangen war. als sie wieder zur Besinnung kamen. Endlich sagte sich Heinz, daß er vor einer großen Wendung in seinem Geschicke stehe, und bat seine Mutter, ihm nun alles zu erz'ählen. Sie sagte mit tiefer Bewegung: Du bist das Opfer einer furchtbaren Nothläge geworden, in welche mich die Wechselfälle des Vühnenlebens versetzten. Deshalb, mein Sohn, deshalb ' meine Abneigung gegen die Bühne! So lange Deine Adoptiveltern lebten, hätte ich es nie gewagt, zu Dir zu kommen. Jetzt aber wollte ich Dich wenigstens sehen, in Deiner Nähe sein. Deshalb brachte ich Bertha hierher. Und so ist es gekommen. Ich kannte Irene Astor lange vor ihrer Verheirathung; wir waren nebeneinander engagirt, sie eine Berühmtheit, ich eine junge Anfängerin. Sie war stolz und verschlossen, wir blieben einander fremd, wie oft wir auch gemeinsam auf. der Bühne standen. Ich erinnere mich' noch jekt, wie ich der großen Kollegin gelegentlich ihres Rücktrittes von der Bühne meine Huldigung darbringen wollte, wofür sie mir kaum dankte. Wir hatten nichts gemein miteinander, bis auf Eines, bis auf eine ziemlich seltene Eigenschaft beim modeinen Theater: auch sie war ein sittenreines Mädchen von strengsten Grundsätzen. Sie war unnahbar für Jedermann, und auch ich kämpfte tapfer für meinen Ruf. Erst durch meine Verheirathung wurde ich von der Astor getrennt; ich folgte einem begabten, aber vermögenslosen Kollegen aus inniger Liebe. Ich folgte ihm. trotzdem man mir schon damals Andeutungen darüber gemacht hatte, daß auf seine Gesundheit nicht viel zu geben sei. Erst der Tod unseres ersten Kindes rief mir diese Mahnung in's Gedächtniß zurück; und nun brach eines Tages bei meinem Gatten eine heftige Erkrankung aus. Wir hattcn eben ein gutes Winterengagement verlassen, hatten einige Thaler erspart, und ein glücklicher Zufall wollte, daß mir an einer Bühne Südtirols ein. wenn auch nur sehr bescheiDenes Plätzchen angeboten wurde. So gab ich denn dem dringlichen Anrathen eines befreundeten Arztes nach, mit meinem Gatten nach dem Süden zu gehen. Unsere Ersparnisse zusammen mit dem, was ich an Gage erwerben würde, sollten hinreicheii, um ihm einen mehrmonatlichen Aufenthalt dort zu gewähren und ihm. so hoffte ich zuversichtlich. Genesung zu verschaffen. Aber in beiden Annahmen hatte . ich mich schwer getäuscht. (Fortsetzung folgt.)

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