Indiana Tribüne, Volume 29, Number 90, Indianapolis, Marion County, 7 December 1905 — Page 5
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nnWÄswwst:tw;ig I Die Photographie, z k : o- ' s tf ; ' . Lovc'ktte üan S (Etnmo Merk. Z v
(Schluß.) Vor der Abreise erlebte er auch noch eine große Freude: er bekam wieder einen Brief von Marie. Auch sie war krank gewesen, hatte nicht ausgehen können, und um keinen Preis die Adresse mit seinem Namen einem dienstbaren Geist anvertrauen und ihrer neugierigen Tante verrathen wollen. Es war ohnedies in dem Nest schon herumgeklatscht worden, daß sie sich allwöchentlich postlagernde Briefe hole; der Schaljserbcamte, der sie jedesmal so spöttisch anlächelte, sei ihr schon so zuwider geworden, daß sie Herrn Ebert bitte, ihr das nächste Mal nach Landau und das übernächste Mal nach Karlsruhe zu schreiben, da sie ein paar Verwandtenbesuche vorhabe und um jeden Preis den Fragen und Anspielungen ihrer Tante ausweichen wolle, der eine alt: Freundin jedenfalls auch schon über die heimliche Korrespondenz berichtet habe. Der. Brief war herzlicher, zutraulichn als jeder frühere. "Ach. wie Gu siav nun bereute, daß er den kleinen Betrug mit dem. Bilde gemacht hatte! Sie ging nach Karlsruhe, und er mußte nach Wildbad ! War das nicht ein ganz merkwürdiges Zusammentreffen? DaSchicksal selber schob sie zu einander bis auf ein paar Stunden Entfernung, und sie brauchten nur den Muth zu haben, diesen letzten Nest der Trennung mit dem ersten besten Schnellzug zu überwinden. Ja, er war eigentlich geradezu gezwungen, dem Fräulein eine Begegnung vorzuschlagen, wenn er ihr seine nächste Adresse meldete, und sie daraus erfuhr, wie nahe er ihr plötzlich war. Ach, er hätte sie ja auch so gerne gesehen! Wenn er nur sich selber hätt: unsichtbar machen, wenn er nur in irgend einer Vermummung vor ihr hätte erscheinen können! Als dann der Abschied von den beiden Nachbarsdamen, die ihm etwas süßsauer Lebewohl sagten, glücklich überstanden war, kam ein rechter Wagemuth über ihn. Die Sache mußte zu einem Abschluß kommen so oder so. Er wollte nicht mehr in die alte Wohnung zurück. Nun sollte es sich entscheiden, ob er ein neues Heim suchte mit einer Frau, oder wieder eine Junggesellenwohnung in einer anderen Stadtgegend. . Er frug also bei Fräulein Marie an. ob es. ihr wünschenswerth sei, wenn er nach Karlsruhe käme, oder ob sie ihm ein .paar Stationen entgegenfahren wolle, um ihn zu treffen. Sie schien bestürzt über diese Entscheidung, die so plötzlich an sie heranrückte, und schrieb, ihm ganz offen, der Briefwechsel sei ihr so lieb geworden, daß sie jeder Veränderung mit Sangen entgegensehe. Aber er würde ihr gewiß mit Recht zürnen, wenn sie sich nun gegen eine Begegnung sperre, nachdem sie sich einmal so weit eingelassen. Nun wolle ste um jeden Preis das Gerede vermeiden, das unvermeidlich wäre, wenn sie sich in Karlsruhe, wo sie mitten unter Verwandten säße, ein Stell' dichein gäben. Sie wolle lieber auf bei Heimreise den kleinen Umweg über Pforzheim machen, wo er sie an einem noch näher zu bestimmenden Tag an der Bahn erwarten möchte. x Der Aufschub war Gustav nur angenehm. Mittlerweile würde er doch so weit hergestellt sein, daß er ihr nicht auch noch entgegenhinken mußte; das fehlte, gerade noch. Wenn nur das Bad Wunder wirken, und er wie aus einem Verjüngungs- und Verschönerungsquell aus den Fluthen emporsteigen könnte. Je nähe- der ereignißvolle Tag der Zusammenkunft' heranrückte, destc ängstlicher wurde.es ihm zu Muthe. Er konnte nun ja wieder ohne Stock gehen, hatte auch ein frischeres Aussehen, als nach seiner Zimmerhaft, abcr ein reizender Freier für ein zwanzigjähriaes Mädchen wurde trotz des eleganten Anzuges, zu dem et' sich aufgeschwungen, und trotz der schönen KraWatte und der feinen Handschuhe nicht aus lhm., . Sie hatte ihm geschrieben, daß sie am ersten Mai mit dem Mittagszug nach Pforzheim kommen wolle. Was für ein hübscher Tag für ein Stelldichein war der erste Mai! Er hatte die ganze Nacht kaum geschlafen vor Aufregung Als er sich aber am Vormittag zum Bahnhof begeben wollte, kam ein Telearamm: sie könne erst später abreisen und würde deshalb leider ziemlich spät in Pforzheim eintreffen zu einer ganz flüchtigen Begegnung. Weiteres könnten 'sie. ja verabreden, wenn sie sich in dieser .' Viertelstunde gegenseitig nicht mlßnelen. Sie baute schon vor, sie hielt sich emen Ausweg offen! Er war recht kleinlaut während der kurzen Reise, während des langen, aufreibenden Wartens am Bahnhose. Aber einen Vorzug hatte diese Stunde,' die ste ge wählt: es ward dunkler und dunkler, es ward wirklich fast Nacht, bis der Zug, der eine Verspätung hatte, einfuhr. Da konnte sie ihn jedenfalls nicht so genau sehen. ' Nun endlich! Nun brauste der Zug heran! Mit Herzklopfen trat er auf den Bahnsteig und spähte im Halbdunkel herum. Er trug zum Erkennungszeichen eine Maiblume im Knopfloch. rca .:a4 wit frDrA 2
er hatte keine besondere Schwierigkeit, die' Richtige herauszufinden. Eine schlanke feine Erscheinung,' nicht besonders groß, aber von schlichter Anmuth, mit zierlichem Gang, ohne alle Hast und Aufregung in den Bewegungen, sichtlich eine wohlerzogene junge Dame in ihrer ruhigen' Selbstbeherrschung das war sie also! Sie trug einen langen grauen Reisemantel und einen . Matrosenhut mit einem weißen Schleier, der ihr Gesicht verhüllte. Guten Abend, Herr Inspektor," sagte sie, als er den Hut vor ihr zog, und gab ihm die Hand. Wie diese liebe, weiche Stimme ihm zu Herzen ging! In diese Stimme allein könnte er sich verlieben, das fühlte er gleich bei den ersten Worten. Sie wolle hier in Pforzheim bei Bekannten über Nacht bleiben, erklärte sie mit freundlicher Bestimmtheit, und ja bitte ihn dringend, mit dem nächsten Zug, der in einer halben Stunde abgehe, nach Wildbad ' zurückzufahren. Ihretwegen solle seine Kur nicht unterbrochen werden, und wenn es ihr möglich wäre, würde sie in den nächsten Tagen in den Vadeorr kommen, den sie sich schon lange gerne angesehen hätte.
Ihr Vater, der als bayerischer Major den stebzrger Feldzug mitgemacht und bei Orleans verwundet worden, sei so oft dort gewesen, und sie würde mit wehmüthiger Freude die Plätze sehen, von denen er haunq erzahlt daoe. Gustav war so befanqen, daß er gar nicht widersprach, obwohl er nicht die geringste Lust jpatie, m einer halben Stunde schon wieder abzureisen, und viel lieber den ganzer! Abend ihrer sanften Stimme gelauscht hätte. Sie gingen in der Vahnhofstraße, die nur fpärlich erleuchtet war, auf und ab. Er fühlte mit Schrecken und Angst, daß sie manchmal unter ihrem Schleier die Augen forschend zu ihm aufschlug, und hatte dann immer in den Erdboden versinken mögen in seiner Bescheidenheit und niederscklaaenden Selbsterkenntniß. Sie mußte es ja merken, daß er sie mit der Photographie betrogen hatte. Er fürchtete bestandig, sie wurde plotzlich stehen bleiben und ausrufen: Aber Sie sind ja ein ganz Anderer! Welcher ist denn nun der Herr Inspektor Ebert? Sie oder der kmbsche Mann auf der Photographie?" ' Diese beklemmende Besorgniß machte ihn natürlich erst recht scheu und unbeholfcn, und, wenn er ihr auch wiederholt versicherte, daß ihre Briefe ihm die böchste Freude seines Lebens geworden seien, so sagte er sich doch, als er dann wieder im Zuge saß, mit tiefer Trauer, daß er. die kurze Frist herzlich schlecht ausgenützt habe, und daß er ihr sicherlich einen recht langweiligen Eindruck hinterlassen haben müsse. Sie hatte zwar gesagt: Auf Wieversehen!" aber er glaubte nicht daran. Zwei Tage vergingen denn auch, und umsonst sah er sich auf der Promenade, auf allen schöngepflegten Wegen, halb in, Erwartung, halb in Angst nach ihr um, denn hier herrschte kein verhüllendes Halt-dunkel. Sie kam nicht, sie gab auch keine Nachricht. . An einem herrlichen Morgen ging er zu früher Stunde in recht trauriqer Stimmung in den einsamen Anlagen spazieren. Wie Alles blühte und dustete! ' Wie die Vögel jubelten! Vor ihm wandelte ein verliebtes Pärchen. So glückliche junge Menschenkinder! Er mußte unwillkürlich tief aufseufzen. Da erhob sich von einer Bank eine schlanke Dame m einem grauen Reisekleid mit einem enganschließenden Jäckchen. Der Matrosenhut mit dem weißen Schleier kam ihm so bekannt vor, und auch der Gang, die Bewegungen. Er wurde blaß, der Athem versagte ihm. Wahrhaftig, sie war's! Nun stand er vor ihr im klaren Mor genlicht. Nun war's vorbei mit jeder Täuschung. Diese Maiensonne kannte sein Erbarmen.. Es fiel ihm auf, daß sie zurückhaltender, verlegener war als das erste Mal. Sie sah ihn nicht an, als sie ihm die Hand gab. Und als sie dann nebenern ander auf der Bank Platz nahmen. schaute sie immer aus den Kiesboden und zeichnete mit ihrem Schirm ge heimmßvolle Schnörkel in den Sand. Ich habe schon gefürchtet, Sie würden gar nicht kommen, Fräulein Marie," sagte er, da das Schweigen der ersten Minuten doch zu drückend wurde. Ich habe es mir auch hin und her überlegt, ob ich es thun sollte," gab sie zu. Und fast Ware ich heute wieder in meine Heimath zurückgefahren zu mei ner Tante mit ihrem .Goldherzerl' so heißt nämlich der Beherrscher des Hauses, der dicke Mops." Die erste Begegnung hatte Ihnen also recht wenig Freude gemacht?" frug er traurig. Nein, das war es' nicht. Sonst sonst hatte ich mich ia aar mcht zu besinnen brauchen, sonst wäre ich ja rasch im Klaren gewesen. Wenn ich es genau betrachte, so hat mich nur eine gewisse Feigheit fast davon abgehalten, Sie wiederzusehen." Feigheit? Wie so? Wie meinen Sie das? Sie wollen es mir wohl nicht mündlich sagen, daß mein Anblick Sie enttäuschte, daß Sie einen viel hübscheren, viel jüngeren Mann erwartet haben?" . Viel hübscher, viel jünaer? Nein! Dann wäre ich ganz gewiß nicht nch Wildbad gekommen. Wenn ich Ihnen nur ein bischen Selbstbewußtsein angemerkt hätte, nur ein bischen MännerHochmuth und Eitelkeit, so wie es mir nach Ihrer Photographie fast schien " ; 0, Fräulein Marie, diese Phntographi: " rief er und stockte vor dem schweren Bekenntniß. '
Ja, ich weiß," 'unterbrach sie ihn, die Photographen glätten und verschö-
nern so lange an einem Gesicht, bis es eigentlich ganz fremd und ausdruckslos wird. Aber ich will es Ihnen nur gestehen, bei der kurzen Begegnung kamen Sie mir gleich freundlich und gut müthig vor, daß ich Mir sagte, Ihnen würde es ernstlich leid thun, wenn ich wegbliebe." Ein schwerer, schwerer Schmerz wäre es mir gewesen." ' ' Wirklich?" sagte sie mit liebem Klang und einem Lächeln. Dann ist es doch gut. daß ich meiner Feigheit nicht nachgab, sondern es vorzog, mich lieber selber ner Beschämung auszusetzen, als Ihnen wehe zu thun. Ich muß Ihnen nämlich sagen, daß ich gar mcht das Recht gehabt hatte, aus diese Anzeige zu antworten." Sie hatte den kleinen Zeitungsausschnitt mit seinem Aufruf hervorgezogen. und während er sie ganz bestürzt anstarrte, deutete sie mit ihrem schlanken Zeigefinger, von dem sie den Handschuh abgenommen, auf die Worte: ein junges Mädchen. Sehen Sie, das bin ich nicht mehr." Sie Fraumn Mane? Sie waren nicht jung? Aber ich bitte Sie, Sie sehen ja aus wie kaum zwanzig." Sie meinen auf dem Bild, das ich Ihnen schickte. Ja, damals war ich auch erst neunzehn. Aber es ist vor zehn Jahren gemacht. Schier dreißig Jahre bin ich alt, Herr Inspektor! Ich hatte zwar freilich kein? neuere Photographie, das muß ich zu meine? Entschuldigung sagen, abc? i.h habe doch auch vermieden, ein richtiges, zutreffendes Bild zu senden. Dafür muß ich nun die Strafe hinnehmen, wenn Sie sich recht enttäuscht von mir b wenden." Aber, Fräulein Marie! Glauben Sie das nicht! Ich finde Sie so lieb und reizend " O, der weiße Schleier täuscht! Die letzte Falschheit soll deshalb schwinden. -Sehen Sie, so sieht das junge Mädchen aus!" Es war immer noch ein recht anmuthiges Gesicht mit frischen Farben und hübschen Zähnen und lebhaftem Ausdruck. Aber die Augen blickten allerdings nicht mehr mit neunzehnjährigem Uebermuth in die Welt, und um den Mund lag ein ernsterer Zug, der verrieth, daß sie in diesen zehn Jahren manches Traurige erlebt hatte. Eine warme Röthe war ihr in die Wangen gestiegen, als sie den Schleier losgenestelt und ihm den Kopf zugewendet hatte, und sie zog leise . die Brauen zusammen, als erwarte sie mit nervöser Unruhe einen unvermeidlichen bitteren Augenblick. Aber auf das, was nun kam, war sie jedenfalls nicht gefaßt. Ein' solcher Freudensturm! Er chatte ihre Hand genommen und zerdrückte sie fast und wiederholte immer auf's Neue mit strahlender Mlene: Nein, Sie brauchen keinen Schleier,. Fräulein Marie! So hübsch sind Sie. viel zu, hübsch für mich! Ach, ich bin ja so jroh, so überglücklich, daß Sie nicht mehr neunzehn Jahre alt sind!" Sie mußte lächeln, obwohl sein warmes Wohlgefallen an ihr, seine freudige Begeisterung sie ungemein rührten. Sie sind ja wirklich eine Ausnahme unter den Herren," sagte sie mit einem vergnügten Gesicht. Die meisten denken doch, je jünger, desto besser." Ach nein, Fräulein Marie! Ich war ja ganz erschrocken über die Photographie, so erschrocken, daß ich mein eigenes Bild gar nicht zu schicken wagte, sondern Ihnen eines von meinem verstorbenen Bruder in den Brief legte, der viel hübscher war wie ich. - Denn ich fürchtete, wenn Sie mich in metner gan zen Häßlichkeit sähen, dann würden Sie nichts mehr von mir wissen wollen," Sie hob langsam den Blick zu ihm empor und sah ihn mit freundlicher Prüfung an. Häßlich, nein! Das müssen Sie nicht fagen. Sie haben so gute Augen. Wenn er ein Königreich aeschenkt bekommen hätte, es hätte ihn nicht so freuen können, wie diese sanften, lieben Worte. Niemand hatte noch seine Au gen gelobt. Nicht einmal seine Mutter, für die auch der hübsche Paul schon als kleiner Bub der Liebling gewesen war. Ist es nicht drollig," fuhr sie heiter fort, daß wir Beide einander mit den Bildern angeschwindelt haben, und daß uns Beiden das schlichte Original besser gefällt? Ich kann nur wiederholen: der Herr auf der Photographie sah ein klein wenig eitel und überhebend aus. als wäre er von Damen verwöhnt worden. Und das stimmte nicht recht zu Ihren Briefen. Ihr Ausdruck ist mir viel lieber, viel vertrauenerweckender." Mich hat auch nie Jemand ver wöhnt, Fräulein Marie, das dürfen Sie glauben," sagte er mit heiterer Ehrlichkeit. Ich habe ein stilles, sreud loses Arbeitsleben hinter mir." Aber es ist doch ein Arbcitsleben! Sie haben doch einen Beruf!" rief sie lebhast. Ich glaube, ein Mann kann sich ein Mädchendasein wie das meine, in der Kleinstadt, .in einer kleinlichen Umgebung, kaum vorstellen. Wie überflüssig man sich da vorkommt! Wie leer sich die Jahre abspinnen! Und doch müssen Sie sich das vergegenwärtigen, damit Sie verstehen, wie ich überhaupt dazu kommen konnte,. auf eine Anzeige hin an einen wildfremden Mann zu schreiben. Ich danke Ihnen von Herzen, daß Sie das thaten." sagte er warm. Und
sttzelnt es Ihnen, nicht auch, daß aus diesem .nicht ungewöhnlichen Wege wie es oft in der Zeitung heißt, etwas Unwohnliches sich ereignet bat? Dau
sich zwei Menschen zusammenfinden, die ein recht ähnliches Schicksal hatten und
die so dankbar waren für nn bischen Sonnenschein?" Sie mate. Er sah ja so glücklich aus. seit er sein Geständniß hinter sich hatte, und seit ihr sem Gesicht sogar lieber war als das seines schönen Bruders. Und wie sie dann mit einander durch die Anlagen gingen, in denen die VLael jubelten und Flieder- und Maiblumen dust sie umwehten, und er sie an die Platze führte, von denen einst ihr Vater erzählte, und sie sich mit jedem Wort näher rückten, da fühlten sie erst, wie viel Jugend noch in ihnen war trotz ihrer reifen Jahre. Es war ihnen, als erlebten sie zum ersten Mal den FrühUng mit wachen Augen, wen sie nicht mehr allein waren in der Maienschönheit. Am Nachmittag nahmen sie Abschied von einander. Marie hatte der Tante ihre Rückkehr angezeigt. Aber nun wußten sie, daß eine nahe hoffnungsfrohe Zukunft vor ihnen lag. Empnehl mich der Tante, und dem Goldherzel," sagte er lachen, um seine Bewegung zu. verbergen. In vier Wochen hole ich Dich. O. wenn es nur schon Jum Ware, Schatz! , St ü ft t e ' u viel. In Paris verheiratete sich ein junges Mädchen mit einem Mann Namens Baudent. aber schon 14 Tage nach der Hochzeit kehrte die junge Frau zu ihren Eltern zurück, weil ihr Mann, wie sie sagte, zu zärtlich sei. Eines Tages habe h. ihr sogar 932 Küsse gegeben! Da sie so viel Liebe nicht ertragen konnte, leitete sie die Scheidungsklage ein. Bei einem Verhör feuerte Baudent einen Revolver auf seine Frau ab, aber die Kugel traf sie nicht. Auf ihre Gegenbeschuldigungen. brachte, er vor: Ich habe Dich zehn Jahre leidenschaftlich geliebt, aber Du hast mich nie geliebt!" Baudent 'wurde freigesprochen, und man hoffte, daß seine Frau die Scheidungsklage zurückziehen werde. M u t h i g e T h a t e i n e s Knaben. Der 13jährige Sohn des Fuhrknechts Blohm zu Käseburg, Oldenburg, sah in dem hochangeschwollenen Sieltief, hen Körper eines Kindes treiben. Ohne Zaudern fprang er in's Wasser, schwamm zu dem Kinde und brachte es glücklich an's Ufer; dann hatte er eben noch die Kraft, sich selbst auf's Trockene zu bringen. Es stellte sich heraus, daß der tapfere Junge sein eigenes sechsjähriges Brüderchen gerettet hatte, das am Wasser gespielt und hineingefallen war. Das Kind war zwar schon bewußtlos, wurde aber nach längeren Bemühungen wieder in's Leben zurückgerufen. Erfülltes Verlangen. Auf dem zwischen Starnberg und Berg,' Oberbayern, verkehrenden Dampfer'Vavaria" verschied im Alter von 65; Iah wk der Schisfs-Postbote Joseph Konrad. Er hatte die Posibeförderung auf den" dortigen Dampfern ausgeübt, seitdem sie eingeführt lst, und vordem schon auf Kähnen, zusammen seit 33 Jahren. Sein Beruf war ihm so an's Herz . gewachsen, daß er sich öfters äußerte, er möchte am liebsten auf einem Dampfschiff sterben; der Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen. Beraubte seinen eigenen Vater. In Weisenau, Hessen, wurde in der Behausung des Leh rers Zahn ein Einbruch verübt, wobei 660 Mark Kirchengelder gestohlen wurden. Alsbald fair, ein Schneider in Verdacht und wurde verhaftet. Jetzj hat sich herausgestellt, daß der eigene Sohn des Lehrers,ein 19jährigerKommis. den Einbruch verübte. Das Geld wurde in einem Mainzer Geschäft, m dem der junge Mann thätig war, in seinem Pulte versteckt ausgesunden. Flucht vor einem Berge. Der kahle Berg Fromai oberhalb des Dorfes Saqne im franzosiichen De partement Seealpen ist seit einem Jahre unruhig geworden. Im Dezember 1904 sandte er eine kolossale Felsmasse zu Thal, wobei die höchsten Häuser des Dorfes beschädigt wurden. In der letzten Zeit hat sich der Berg um etwa 10 Mrds gegen das Dorf zu verrückt. Infolgedessen mußte Sagne geräumt werden. Scsrc Verkleidung. Warum hast Di denn so ang'kleidt?" W i l d d i e b : Weil i so sicher bin vor den Jägern! Wenn s' nii zetzt sehen, da rücken sie allemal schon von weitem aus!" - Superkel. Ist denn Deine Tante wirklich so dick?" Schrecklich, die muß sich ja sogar ihre Regenschirme nach Maß machen lassen!"
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