Indiana Tribüne, Volume 29, Number 89, Indianapolis, Marion County, 6 December 1905 — Page 3

JndianQ Tibüne. . Dezember 1905.

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Der Kongreß

Nimmt die Botschaft des Prästdcntcn zur Kenntniß.

Zahlreiche Nesolutionen eingereicht. Anscheinend verzweifelte Finanzlage am Panama-Kanal. Theaterdirektor Wachsner vom deutschen Kaiser dekorirt. Sieben Kohlengräbcr in West-Virginia erstickt.

59. Congretz. Senat. Washington, 5. Dez. Der Senat hielt heute eine dreistündige Sitzung ab, die fast ausschließlich der Verlesung der Prüsidenten.Botschaft gewidmet war. Die Senatoren waren fast vollzählig erschienen und die Gallerien waren gut besucht. HauS. Washington, 5. Dez. Prä. fident Roosevelt'S Botschaft an den Kongreß nabm b?e Aufmerksamkeit deS Hauses 2 Stunden in Anspruch. Am Schlüsse der Verlesung wurde großer Beifall ausgedrückt. ES wurden auch heute die einleiten den Schritte gethan, um die nothwen.' digen NachUagskredtte für den Päna makanal zu schaffen. Diese Angelegenheit wird Gegenstand der morgigen Verhandlungen sein. Sollte die einstimmige Zustimmung zur Verhandlung dieser Angelegenheit verweigert werden, so wird sie durch ein spezieller Beschluß, deö KomiteS für Regeln doch ein beschränkter Zeltraum für die Diskussion festgesetzt werden. Das Haus nahm einen Protest aus dem 50. Kongreßdiftrikt von Illinois entgegen, in welchem behauptet wird, Anthony Michalek, der gestern als Mit glied des HauseS eingeschworen wurde, kein Bürger der Ver. Staaten sei.' Der Protest wurde an da? reguläre Wahl comite verwiesen. Auf Antrag Goldfogle'S von New York wurde eine Resolution verlesen, welche die Sympathie des amerikani fchm Volkes für die russischen Juden ausdrückt. ES wurde beschlossen, die Resolution in dem Record drucken zu lassen und dieselbe an das Komite für auswärtige Angelegenheiten zu ver weisen. Neue Bills. Washington, 5. Dez. Re präsentant Hamilton von Michigan brachte eine Bill ein, welche Oklahoma und das Indianer Territorium zu einem Staate und New Mexico und Arizona zu einem andern macht. Die Bill schließt Vielweiberei aus. Der Verkauf von Spiritussen wird nicht verboten, ausgenommen an Indianer. Repräsentint Bourke Cockran von New s)ork brachte ein Amendement zur Konstitution ein, welches die Wahl von Repräsentanten für. 4 Jahre ermög lichen soll. Snapp von Illinois will mit den Postämtern ein Sparbanksyftem verbinden. Sibley von Pennsylvanien will der Post verbieten, an Sonntagen Geldan Weisungen auszustellen oder einzu lösen. Crumpacker von Jndiana will dem Lynchen von Ausländern ein Ende ma chen. Er hat ein Gesetz eingebracht. das Todes oder Gefüngnißftrafe für 3 oder mehr Personen festsetzt, die sich beim Lynchen eines Unterthanen einer ausländischen Macht betheiligt haben. Finanznoth am Kanal. Washington, 5. Dez. Schatz amtZsecretär Shaw übersandte heute Sprecher Cannon Voranschläge, in der Höhe von $16,500,000, um die Arbei ten am Panama-Kanal vom 1. Dez. 1905 bis 30. Juni 1906 zu bestreiten. Secretär Shaw schickte mit den Vor anschlügen einen Brief Robert Shaw Oliver'S, deS stellvertretenden Kriegs fecretärS, in welchem er um sofortige Erledigung der Angelegenheit mit fol genden Worten ersucht: Thatsächlich sollte ein Theil dieses Geldes nicht später als bis zum 15 Dez. vervilligt werden, um den Lohn forderungen und den Verpflichtungen, welche eingegangen wurden, gerecht zu werden. Möglicher Weise will der Kongreß, ehe die ganze Verwilligung gemach wird, die Sache debattiren und durch KomiteS untersuchen lassen, aber die absolute Nothwendigkeit die Löhne zu zahlenum die 13,000 Mann, die jetz am Kanalbau beschäftigt sind, zusam menzuhalten, muß betont werden."

Leon WachSner geehrt. Chicago, Jll.. 5. Dez. Wäh. rend der Aufführung von Schiller'S Räubern im Auditorium überreichte der hiesige deutsche Generalkonsul Dr. Weaver dem Director der Gesellschaft im Auftraze deS deutschen Kaisers daS Kreuz deS KronmordenS mit Band in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Sprache in Amerika. WachSner steht seit 22 Jakren an der Spitze von deutschen Theaterunternehmungen in Milwaukee und Chicago. Kohlengrüber erstickt. H o r t o n , W. V., 5. Dez. Sieben Kohlengräber erstickten hier in

einer Grube, als der hölzerne Luft chacht Feuer fing und verbrannte. VerficherungS-Skandal. New York, 5. 'Dez. In der Untersuchung gegen die MutualVer ficherungZgesellschast kam heute folgender Zioischenfall zur Sprache. Der Zeuge Eldredge erklärte, daß die Gesellschast im Jahre 1890. durch das VersicherungSamt van Iowa auSzeplündert worden sei. Der Examinator Max Behler von diesem Departement ei nach New Z)ork gekommen und habe eine Woche lang die Bücher der Mutual Reserve Co. untersucht und dann der Gesellschast eine Rechnung von $489 eingereicht. Die Gesellschaft habe sich geweigert, die Rechnung zu bezahlen, und sich vom Geschäfte in Iowa zurück gezogen. Als sie aber später in demselben Jahre Geschichte inJowa machen wollte. habe sie nicht allein die alte Rechnung, ondern auch eine neue über $346 be zahlt. Aehnliche Skandalgeschichten er zählte Zeuge aus Missouri und WiS consin. Aus dem Orient. San Francisco, 5. Dez. kam Der Poftdampfer Manchuriaheute vom Orient hier an. Unter den Passagieren befanden sich auch Lloyd C. CriZcom, amerikanischer Gesandter nach Japan, und Luke E. Wright, Ge neralgouverneur der Philippinen. Gesandter GriScom bestätigte den Bericht, daß Admiral Togo beabsichtige im nächsten Jahre England und die Ver. Staaten mit einer Flotte zu be suchen. GriScom erklärt, er habe die Reise mit seiner Frau und Schwieger mutter lediglich zur Erholung unter nommen; er werde otreli nacy vitro gehen und dann nach Tokio zurück kehren. , Gen. Luke E. Wriaht. Gouverneur der Philippinen, erklärte, sein Haupt zweck sei, in Washington anwesend zu sein, wenn die Angebote für den Bau von Eisenbahnen auf den Inseln eröff net würden. Die Aussichten auf den Philippinen feien niemals bessere ge wesen, wie gegenwärtig, bkZonders hätten sich die sanitären Zustände ge bessert. Letztes Jahr", sagte Gouverneur Wright, sank unsere RelZeinfuhr von $11,000,000 auf 87,000,000 und die feS Jahr wird sie um weitere 4 Millio nen zurückgehen, nächstes Jahr aber werden wir Reis exportlren. Unsere Ausfuhr in anderen Artikeln nimmt rasch zu. Wahnsinnige belagert. G i r a r d . KaS., 5. Dez Die wahnfinnige Frau Irene Berry, welche fich letzten Freitag in einem Eisenbahn wagen verbarrikadlrte, hält noch immer aus. Nahrung weift sie zurück. Den Polizisten, welche um den Wagen Wache stehn, sagte le Frau, fie werde ihre Feinde todten, doch wolle fie nicht Je dermann erschießen. Sie ist mit zw; Revolvern und reichlicher Munition versehen. ( A r b e i t e r e i n f u h r. Honolulu. Hawaii, 5. Dez. Der Verband der Zuckerpflanzer hat be schlössen 1000 Arbeiter-Familien von den Azoren einzuführen. Er wird so fort einen Agenten abschicken. Hotelbrand. L i t t l e Rock. 5. Dez. The Capital-, das größte Hotel in Little Rock, steht in Brand.

Erblick auf der Spur.

För 8200,000 Juwelen gestohlen. New York, 5. Dez. Die Nach orchungen nach Juwelen im Werthe von V200.000, welche neun Monate an.; die Polizei zweier Contlnente be chästigten, haben endlich zu einem we nizstenS theilweisen Erfolg g.führt. Der Diebftahl wurde angeblich letz en März zu Birmingham, England, an dem Pariser Bankier Glottauer be gangen. Glottauer kam nach New York. Wahrscheinlich ermittelte er durch Geheimpolizisten Juwelen im Werthe von $15,000 in einem Leih Hause an Oft 8. Avenue und ließ den Besitzer vor die Schranken des Gerichtes aden. Die Polizei erklärt, daß ihre Ermit elungen noch nicht beendet feien, und fie weigert fich daher, Einzelheiten über die Sache zu geben. Richter verurtheilt Freund zu 7 Jahren. N e w Y o r k, 5. Dezbr. Anwalt Harry Rottger von Jamaica. welcher fich des Großdiebftahls im ersten Grade chuldig bekannt hatte, nachdem er den Nachlaß von Frau Anna HigginS um $1400 beftohlen hatte, wurde von Rich er HumphreyS in der QueenS County Court in Long Island City zu sieben Jahren Zuchthaus bei harter Arbeit verurtheilt. Der Richter und der Ge angene waren langjährige Freunde, und man konnte es dem Ersteren deut ich ansehen, daß eS ihm nicht leicht wurde, seinen alten Bekannten zu ver urtheilen. Rottger, welcher eine glän ende Zukunft vor'fich hatte, ist 23 Jahre alt und hat eine Frau und drei leine Kinder. Freunde deS F u ß b a l l fpieleS. New York, 5. Dez. Die Stu denten der Columbia'Univerfität er lärten fich heute in einer Massenver ammlung gegen Abschaffung deS Fuß ballfpieleS. 'Gegen Kunfiwetne. N e'w Y o r k, 5.Dez. Leo I. Vance, Sekretär des Verbandes amerikanischer Weinzüchter gab bei der JahreSver ammlung die Erklärung ab: Die Amerikaner find die größten Weinsülscher in der Welt. Sie ahmen AlleS nach von altem Cbamvaaner bis zum Most, wie er aus dem Weinberg kommt. Der Weinfabrikant stellt ei nen Süßwein her, der genau wie das natürli cheProdukt aussieht u. schmeckt. ES waren 25 Delegaten 'auS 20 Staaten anwesend. Die Konvention nahm eine Resolution an, nach der dem Kongresse eine Bill eingereicht werden soll zum Zwecke die künstliche- Weinfa brikation zu beschränken. Nach dieser Bill sollen die Fabrikanten von künstli chen Weinen jährlich, eine Licenz von $500, Großhändler von $150 und Kleinhändler $50 bezahlen. T a k a h i r a in bet Handels k a m m e r. New York, 5. Dez. In den mit den amerikanischen und javanischen Farben geschmückten Räumen der Ge Werbekammer in No. 203 Broadway fand gestern gelegentlich der Rückreise des japanischen Gesandten Takahira in sein Heimathland ein großer Empfang statt, den die Handelskammer veran staltet hatte. Punkt 12 Uhr traf der Gesandte in Begleitung deö Präfiöenten William McCarroll ein, welch Letzterer die Be grüßungSrede hielt. In seiner Erwi derung wies der Gesandte aus die fte tige Zunahme deS Handels zwischen Japan und Amerika hin, der noch be deutend' wachsen werde, seit Präsident Roosevelt den Frieden hergestellt habe. Im Jahre 1892 exportirte Amerika für S6.000.0y0 Waaren nach Japan. ' In 1903 für mehr als $46,000,000. Man habe darauf hingewiesen, daß mit der Gründung von Baumwoll und anderen Fabriken in Japan letztere? Land kein so guter Kunde Amerikas bleiben werde, das sei aber falsch, denn wenn Japan seine eigenen Baumwollmaaren herstellen werde, erde eS mehr Roh daumwolle kaufen, bei der Fabrizirung seiner eigenen Cigaretten eben mehr Rohtabak, mehr Mehl, Holz, etc. Später fand ein Bankett statt. MarkTwaingefeiert. N e w I o r k, 5. Dezbr. Mark Twain wohnte heute einem Diner bei, das Col. Geo. Harvey aus Anlaß des 70. Geburtstages Mark Twaine's gab. ES waren etwa 160 Personen, Damen und Herren, die literarisch thätig find, anwesend.

I r 11 Personen ertrunken. Halifax. N. S , 5. Dez., Beim Schiffbruch deS DamvferS Lunenberg, der gestern bei Anherst Harbor, Mag. dalenen'Jnseln, scheiterte, kamen 11 Menschen um's Leben. Der Dampfer hatte eine Bemannung von 16 Köpfen und auch einen Passagier an Bord. Nachdem der Dampfer aufgefahren war, ließ der Sturm etwas nach und 5 Personen ruderten an Land; die übrigen zogen es vor auf dem Schiffe u bleiben. Als jedoch der Sturm wieder zunahm und das Schiff aus einanderzubrechen drohte, flüchteten die 12 Leute in ein Bsot. Dasselbe wurde von einer gewaltigen Welle umgewor fen und 11 Personen ertranken. Ihre Namen find: R. I. LeSlie. Passagier. Halifax; H. Meersard, Steward deS Lunenburg; R. M. McDonald, 1. Maschinist; I. Jose, Koch: B. Ham, Schiffsjunge; I. McConnell, E. V. DouceUe, Del phine Vicneult. Samuel Vicneult, Jos. Bourgeoeö, Matrosen, sowie ein unbekannte? Matrose. Monument' für General Lyon. Washington, 5. Dez. Unter den eingebrachten Vorlagen befindet fich auch eine solche des Kongreß Abgeordneten Bartholdt. Derselbe be antragt ein Denkmal für Gen. Lyon im Arsenalpark zu St. Louis. Lyon, der Sieger von Wilson Creek, komman dirte am 10. Mai 1861 die Truppen, welche Camp Jackson nahmen, und da durch Missouri der Union erhielten. RotheS Kreuz". Washington, 5. Dez. DaS Rothe Kreuz' von Amerika hielt heute unter Vorfitz Sekretär Root'S seine erste Jahresversammlung. Dieselbe war sehr gut besucht. Sekretär Taft wurde zum Präfiden ten für daS kommende Jahr erwählt. Russische Anekdoten. Anekdotisches aus dem alten Ruß land findet man in dem vor einigen Tagen erschienenen Schtsckulm-ayr buch. Der Moskauer Multimillionär P. I. Schtschukin besitzt eme Antiqmtätensammlung, die in Bezug auf Bollftändiakeit ibresaleichen in der ganzen Welt nicht hat. Die Samm lung enthält ausschließlich russische Alterthümer aus allen Kulturepochen der 'russischen Geschichte. Im vorigen Jahre hat Schtschulm die ganze Sammlung, deren Werth sich auf viele Millionen belauft, dem Moskauer H: storischen Museum zum Geschenk ge macht. Der qroßmüthige Spender re servirte sich jedoch das Besitzrecht auf Lebenszeit; unter den Sammelobjekten des Museums befinden sich viele Schriftdenkmäler aus allen Zeiten. P. I. Schtschulm kommt nun oem ossent lichen Interesse entgegen, indem er all jährlich einen Sammelband heraus giebt, iin dem die denkwürdigsten Do kumente abgedruckt sind. Die Lahrbücher gelangen nicht zum Verkauf, sondern werden nur in 200 Exemplaren gedruckt und an Bibliotheken und gelehrte Körperschaften versandt. Der zuletzt erschienene vierte Band enthält eme Reihe von Dokumenten und Ar fen von verschiedenen mehr oder weni ger bekannten Persönlichkeiten aus der Zeit Peter des Großen, u. A. viele Briefe des Fürsten Menschikow, . die werthvolle Mittheilungen über den sabelhaften Reichthum dieses Günstlings Peters I. bringen. Das Tagebuch eines.gewijjen Mylowskl und die Aus 1 u Y' . Mmrmnnen eines iinDeiannien tie fern mteressante Daten über die Deka bristen. Ein Brief von I. S. Engel bietet eine, äußerst anschauliche Schil deruna der Schlacht bei Leipzig. Von den erwähnten Anekdoten des Jahrbuchs mögen hier einige mitgetheilt werden. Daß krasse Unbildung be: .russischen Generalen mcht selten war, davon zeugen folgende Vorfälle: Der General Kischkm betrachtet gedan kenvoll das Bild Die letzten Tage von Pompeji" und bemerkt endlich seufzend: Wir werden alle 'mal dahin kommen!" Der Commandant der Pe tersburaer Festung, General Martynow, sagte bei der Betrachtung desselden Bildes: Am besten gefällt mir der alle Vompeius, der dort von den Kindein weaaetraaen nrird. Als der Commandant Baschuzki auf einer Pa rade bemerkte, daß einige Musikanten nicht spielten, trat er auf sie zu und fräate strena. warum sie die Jnstrumente absetzten. Wir haben Pausen, Ercellenz!" war die Antwort. Dummes Zeug, im Dienst giebt es keme Vausen!" schnauzte der musikah sche General die Musikanten an. (Den selben Witz haben später schon" die lieaenden Blätter" macht). Ein General, der zusah, wie Dampfer durch die Schleusen eines Canals suh ren. bemerkte mißbilligend: Das ist ia aanz schön, aber warum diese Lang samkeit? Bald öffnet man das eine Tbor und schließt das andere, bald macht man'ö umgekehrt. Daß Ihr mir gleich beide Thore aus einmal off net und schließt!" .

Schiffbruch.

ünpan5 Nlttmensefle.

Tcr Kreislauf des Jahres und seine sinnigen Begehungen. Pracht tx Klora-Tie Blmenttev der Ja pcncr-Vcdcutung'der Kieser-Tie Kirsche cli Wahrzeichen-Beschlutz des Blüthe, reigcns. Nirgends in drr Welt zeigt die Flora solch' eine Pracht wie in Japan. Von der nördlichen gemäßigten Zone bis an tropische Breiten sich verlierend, mit Gebirgen durchsetzt und gedeckten, fruchtbringenden Thälern, dazu bespült und in den Maßen der Witterung gedämpft durch das umgebende Meer: so scheint Japan der Blüthengarten der Welt! Gegenüber solchem Zauber ist das Volk nicht unempfänglich geblieben; eS hängt vielmehr mit überschwenglicher Liebe an seinen Blumen. Diese Leidenschaft ist ein angeborener Charakterzug der Japaner, der sich nicht nur in Spiel und Scherz, in Poesie und Kunst offenbart, sondern auch in den alltäglichen Erscheinungen des Lebens. Der Jnnenschmuck der Häuser, die Qrnamente entlehnen ihre Motive den Blumen; die Gegenstände des Gebrauches, japanische Lackarbeiten oder die 'wundervollen Inkrustationen der Metalle, wetteifern mit der Schöpfung in dem Liebreiz und dem Zauber ihrer Blumen. Auch die Tracht der Frauen, aller Schmuck und die vielfachen Emzelheiten in der Toilette eines jungen Mädchens zeigen Blumenmuster, ja der Wohllaut weiblicher Namen ist fast ausschließlich der Benennung von Blüthen nachgebildet. . Die Folge der Blüthen, der bewegliche Reigen der Kinder Floras bedeutet für die Japaner den Kreislauf des Jahres. Der Beginn des Jahres steht unter dem Zeichen der Nadelhölzer. Der Japaner schmückt Straße und Haus mit den Zweigen der Kiefer. Die Kiefer gilt als Zeichen des Wohlstandes und als eine Gewähr langen Lebens. Dieser Kultus verblaßt jedoch, sobald unter dem warmen Strahle der höher steigenden Sonne die ganz verschwendensche Fülle duftender und farbiger Blüthen sich erschließt. Die Pslaumenbaume sind die ersten auf dem Plan, und sobald ihre blüthenbedeckten Zweige gleich weißen Siegesfahnen über den Landen wehen, scheint es, daß Fruhllngsfreude und Lebenshoffnung mit werbender Kraft Thor und Thüren sprengt und die Herzen entflammt. Bald streut auch der Pfirsichbaum-seine rosigen Blüthen rn das llchtfrohe Spiel und im April, der Zeit der Kirschenblüthe, erreicht die Feier ihren GipfelPunkt. Die Kirsche galt im alten Japan als Symbol des Ritterstandes der Samurai, und ein altes Wort lehrt: Was die Kirsche im Bluthenwald. das ist der Samurai im Kranze der Männer! In solcher Jdcenverbindung ist die Kirsche em Wahrzeichen des Volkes geworden. Zur Zeit der Kirschenblüthe pilgern z. B. in Tokio Tausende von Menschen gleich danksagenden Wallfahrern nach dem im Herzen der Stadt gelegenen Neno-Park. oder sie ziehen den Sumua-Fluß hinab, an dessen östlichem Ufer meilenweit uralte. wohl 50 Fuß höbe Kirschbaume aufragen, deren vom Wind zerstäubte Blüthenblätter als ein dichter Schleier sich über die Erde breiten. Heiter gestimmte Menschenkinder legen ihre Matten auf den Bluthengrund und gemeßen m bewegten Gruppen oder emfam selbstverloren die Wunder der Schöpfung. Kunstler schwelgen be: dem Gegenspiel der Farben, das sie zu immer neuen Nachbildungen weckt, junge Mädchen tanzen gleich bunten Faltern, die ein warmer Sommertag zur Freude weckt. So naht auf leisen Schwingen die Nacht und hüllt den Umkreis in Dämmerung. Da läuten im alten Kloster von Neno die Abendglocken und scheuchen die Feiernden in ihre Hauser. Mit dieser Siegesfeier der Natur hält der Sommer seinen Einzug. In dieser Jahreszeit vereinigt das. Fest der Schwert- und Wasserlilien die' mannliche Jugend beim Drachenfpiel. während die ihren Kelch erschließende Lotosblume an den Ufern des Mondgestades die mitfühlende Gemeinde zur Andacht sammelt. Den Beschluß des Vlumenreigens im Jahre machen das Chrysanthemumfest, sowie die Ahorn und Kamelienfeiern. Der Dieb wider Willekt. Zur Psychologie der Kinderaussage liefert die Deutsche Pädagogische Z tung" einen neuen Beitrag. ' In Wei mar gestand ein 13jähriger Schulknabe nach langem Leugnen, er habe ein Postpacket, in dem 20 Mark lagen, geöffnet und das Geld vergeudet. Nun stellte sich aber heraus, daß er das Packet ganz ordnungsmäßig auf der Post aufgegeben hatte, denn es gelangte, wenn auch verspätet, völlig unversehrt mitsammt dem Geldmhalt an den Adressaten. Der Knabe erklärte sein falsches Schuldgestandniß damit, daß der thn vernehmende KriMinalbeamte ihn durch Drohungen dazu gezwungen habe. Man habe ihm gesagt, wenn er noch weiter luge, werde er sovie Schläge bekommen, daß er die .Wände hinauflaufe. Die Vernehmung habe ihn ganz krank gemacht, zumal da er tagelang nichts qegessen habe, und da habe er endlich gestanden.

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Cf Auswahl von jf ..KM.. n und Y ÜOlllBllteL Aug. Diener,

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