Indiana Tribüne, Volume 29, Number 88, Indianapolis, Marion County, 5 December 1905 — Page 4
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ndiana Tribüne. veraulgteden von der utenderg . Indianapolis, Ind. Hany O. Thudlnm ... Präsident. GeschäftSlocalt No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Kntered t the Pott Office ol Indianapolis as sccond dass matter.
Aus der Bundeshauptstadt. Die . Hotels, die MiethZwohnungen und die Kofthäuser von Washington, in denen während der kongreßlosen Zeit eine mehr oder minder gähnende Oede zu herrschen pflegt, beginnen sich zu fül len. Nur noch wenige Tage und die Gesetzgeberei wird ihren Anfang mty men. Die Herren Gesetzgeber selbst, Senatoren wie Repräsentanten, sind schon fast sämmtlich zur Stelle und als Nachtrab folgt ihnen wie immer die große Armee derer, welche vom Kon greß etwas wollen, oder die ihre werth vollen Dienste Uncle Sam zur Ver fügung zu stellen wünschen. Natürlich findet von den Aemterjägern noch nicht der zehnte Mann Anstellung, und die übrigen Neun, hat sich der Kongreß mann, zu dessen Patronage das be treffende Pöstchen gerechnet wird, für immer zu'Feinden gemacht. Aus den Reihen dieser Enttäuschten rekrutlren sich fast sämmtliche sogenannte Reform bewegungen, und manchem Reprüsen tanten ist wohl schon der Wunsch auf. gestiegen, daß er mit der Aemterver. theilung weder direkt noch indirekt etwas zu thun habe. Was die bevorstehende Kongreßses sion anbetrifft, so verspricht sie sich zu einer der interessantesten deS letzten Jahrzehntes zu gestalten. In ihr wird dem Präsidenten zum ersten Male Ge legenheit geboten sein, sich als kon ftruktiver Staatsmann zu versuchen, d. h. seinen Theorien praktische Geltung .zu verschaffen. Allerdings wird von den alten, am Buchstaben der Konfti tution glaubenden maß backs" aas Antebellum Zeiten 'behauptet, daß eS verfassungswidrig fei, wenn der Präfident eS überhaupt versuche, die GeseA' gebung zu beeinflussen. DaS Gros der Bevölkerung läßt sich durch derartige Haarspaltereien aber nicht irre rqachen und sieht in Roosevelt den unerschrockenen Vorkämpfer seiner Interessen. In diesem Sinne wird auch Roosevel'ö Versuch, der Ausbeu tung deS Volkes durch die Eisenbahnen und die Versicherungsgesellschaften Schranken zu setzen, aufgefaßt, und die BundeZcontrolle der Letzteren, sowie die Regulirung der Frachtraten werden in der Botschaft des Präsidenten die erste Rolle spielen. Präsident Roosevelt ist keineswegs erbaut von dem ausgesprengten Ge rüchte. daß er bereit sei, in der Fracht, ratenfrage ein Compromiß zu accepti ren, da er nicht sicher sei, daß er mit seinen Ansichten in Bezug auf Reguli rung der Frachttarife durchdringen könne. Die Mittwoch Abend im Wei ßen Hanse abgehaltene Conferenz, an welcher Staatssekretär Root, Sekretär Taft, Sekretär Bonaparte, Senator ttnox und Commissär Garsield theil, nahmen, drehte sich der Hauptsache nach um die Frachttarif'Frage, und eS ward autoritatif conftatirt, daß der Präsi. dent nicht daran denke, von feinen Fo derungen in Bezug auf Frachttarif. Gesetzgebung abzugehen. Senatoren und Eongreßmitglieder,- welche dem Präsidenten ihre Aufwartung machten, ' erhielten diese Information aus direc tefter Quelle. Der Präsident brachte in verschiede nen Fällen das Thema auf' Tapet und erklärte seinen Besuchern, er sei seft überzeugt, daß' das Publikum wirk sams, angemessene Frachtgesetzgebung verlange, und er werde deshalb auf den Empfehlungen, welche er feit Sängern als nothwendig erachtet, beharren. Senator Dolliver von Iowa, einer der Hauptvorkämpfer der Ideen des Präsi denten im Senat war unter denjenigen, welche mit Präsident Roosevelt heute konferirten. Als er wieder herauskam, bemerkte er: . .Wir sind auf dem besten Wege, eine fast einstimmige Beschlußfassung über die Frachtsätze im Sinne des Prä. fidenten zn erzielen. Ich glaube nicht, daß im Senat bedeutende Schwierig leiten in dieser Frage sich ergeben wer. den." Der Unterschatzmeifter Leib w Phi ladelphw ist vom Präkidenten summa rlsch seines AemteS . enthoben worden, nachdem Präsident Noosevelt persönlich in letzter Woche über ihn zu Gericht ge.
sessm hatte. Leib hat hartnäckig die Bestimmungen deS CivildienstgssetzeS in Bezug auf Anstellung vcn'Unterbe. amten verletzt, ' indem er theils Fami lienmitglieder mit Plätzen versorgte, theils Anstellungen aus rein politischen Rücksichten vornahm, trotzdem er vom SchatzamtSsekretär gewarnt 'worden war. ' Das Gericht, welches der Präsident in voriger Woche abhielt, war eine höchst charakteristische Affaire. Civil, dienft'ttommiffär Cooley fungirte als Ankläger, und Repräsentant Patterson, als Vertreter des Senators Penrose, als Vertheidiger. DaS Verfahren war drastisch. Die einzelnen Anklagepunkte wurden durchgenommen und Leib mußte sich wegen jeder einzelnen gegen ihn vorgebrachten Anklage' verantwoc ten. Er konnte nicht umhin, das, was gegen ihn vorgebracht wurde, zuzuge stehen, und daraufhin beschloß der Präsident, ihn ohne Federlesens zu ent lassen. In seinem am 1. Dez. veröffentlich, ten Brief an Leib, in welchem daS Ur theil gesprochen wird, sagt der Präsi dent u. a. Folgendes: In Ihrem Falle scheint eS mir' klar zu fein, daß Sie fortwährend getrachtet haben, aus jeder Art Technikalität Vortheil zu ziehen, um die Befolgung deS Gesetzes zu umgehen. ' Indem Sie dies thaten, haben Sie gewisse Ihrer Verwandten fast fortdauernd in Stellung gehalten und außerdem wenigstens eine Person, deren Ernennung aus rein politischen Gründen gewünscht wurde, anstatt das Gesetz, welches Ernennungen im Civil dienst betrifft, geivissenhaft durchzu. führen. ES ist außer Zweifel, daß bei einer Prüfung fo klare Beweise von Betrug sich ergaben, daß dieselbe für nichtig erklärt wurde. Bei diesen Betrügereien war Ihre Schwester involvirt, zwei Personen aus Ihrer eigenen Heimathftadt und eine andere Person, die in Ihrem Bureau temporär angestellt war und späterhin wegsu..MeineidS! aus dem Dienste ent lassen wurde. Unter diesen Umftän den, angesichts der Beharrlichkeit im Unrechtthun Ihrerseits, giebt eS keine Alternative, sondern eS bleibt nur daS eine Mittel, Sie aus Ihrem Amte zu entfernen. Sie' sind deshalb hiermit !als Unterschatzmeifter abgesetzt.Jf. Präsident? Roosevelt, der, wie ein tausendäugiger ÄSguS, über die Wohl fahrt der Nation wacht, hat auch den Versuchen der kapitalistischen Vanda len, die Niagara.Fälle zu zrrftören, seine Aufmerksamkeit zugewandt. Be? kanntlichjwurde nur mit der größten Mühe in der letzten ZZeu Yorker LegiS latur verhindert, daß die Fälle Elektri. zitüt erzeugenden Gesellschaften zur Ausbeutung überlassen wurden. Die fer Versuch wird sich in der kommen den LegiSlatursitzung wiederholen. Der Präsident fürchtet, daß das Volk. deS Kampfes lmüde. schließlich nachgeben wird. Um. ein solches natio naleS Unglück zu verhüten, hat er den Generalanwalt Moody um seine Mei nung befragt, ab der Congreß gesetzlich einschreiten könnte. Die Antwort lau tete verneinend. Der Congreß kann nur die Entziehung von Wager auS schiffbaren Strömen verbieten; aber dort, wo dieZElektricitätS'Gesellschaften den Niagara anzapfen wollen, ist der Niagara nicht mehr schiffbar. In Folge dessen muß der Präsident seine- diplomatischen Gewalten in An Wendung bringen. Er'wird England einen Vertrag anbieten, welcher daS Gebiet um den Niagara herum bis auf eine gewisse AuSdehnungZ in einen in ternatlonalen Pars verwandelt, aus welchem die Industrie ausgeschlossen werden soll. Die Verhandlungen ver den mit aller Eile betrieben werden, da eine Anzahl canadischerGesellschaften, dem vandalischen Beispiele der amerika Nischen Corporationen folgend, Anftal ten treffen, denZNiagara auf ihrer Seite des Stromes .auszubeuten. Das Be mühen wird seine ernstlichen Schwierig ketten haben. Der Gewinn,' der aus den Wasserkräften des Niagara gezogen werden kann, wird auf zehn Millionen Dollars das JahrZgcfchätzt. . Der cana dische Kapitalismus wird daher mit gleicher Wuth einen solchen Vertrag be kämpfen, wie der amerikanische. Doch ist zu hoffen, daß die Civilisation in beiden Ländern weit genuz vorgeschrit ten ist, umIZelnZsolch'igroßartigeS Na turfchaufpiel nicht der Gewinnsucht zu opfern. Die ganze Welt sollte gegen eine solche Ruchlosigkeit proteftiren. Die von oben ausposaunte Nachricht, daß Generallieutnant Chaffee.am 1. Januar freiwillig von seinem Posten als OeneralstabZchef' zurücktreten volle.
um Generalmajor BateS vor seinem Ausscheiden auS dem aktiven Dienst' Gelegenheit zu geben, ein paar Monate Generalstabschef zu spielen, ist stark ge. färbt, wenigstens was Gen. Chaffee'S Bereitwilligkeit anbetrifft. Jh. Wirk lichkeit thut Chaffee das nichts weniger als gern und nur deshalb, weil eS ihm vom Präsidenten als Oberster Heer führer, so nahe gelegt wurde, daß er nicht anders konnte. Die ganze Schie bung hat weiter keinen Zweck, als daß Gen. BateS mit einer höheren Rang stufe pensionirt werden 'kann. Ueber Haupt ist der Posten deS GeneralftabS' chefs der amerikanischen Armee nachge rade zu einem Ulk geworden. Derselbe wechselt so oft seinen Inhaber, daß keiner der Chefs mehr als einen ganz oberflächlichen Begriff von den Oblie genheiten des Amtes bekommen kann. Deshalb fällt eS auch, keinem der tem porären GeneralftadSchef ein, auch nur den Versuch zu machen, etwas zur Bes serung deS Dienstes zu thun, denn er weiß zu genau, daß nach einigen Wochen ein anderer der Altersgrenze naher General ihn ablösen wird. General Chaffee hatte den Fehler gemacht, seine Stellung ernsthaft zu nehmen und des halb wirft sein freiwilliger Rücktrittalle seine Pläne Über den Haufen. Unter diesen Plänen befindet sich auch ein solcher, um sowohl die reguläre Armee im Kriegsfall prompt auf die gesetzlich gestattete Präsenzstärke von 100,000 Mann bringen zu können, wie auch die Miliz zu vermehren. In Bezug auf ersteres Projekt ist der Plan des Kapt. Dickman gutgeheißen wor den. Eine Bill soll dem Kongreß vor gelegt werden, welche eine Reserve Force von 50,000 Mann kreirt, be gehend aus gedienten Soldaten, welche je nach ihrer während der Dienstzeit be iesenen Geschicklichkeit im Schießen in drei Grade getheilt werden und abge stufte Löhnung erhalten sollen. ES wird ausgerechnet, daß die Einrichtung dieser Reserve etwa drei Prozent der Summe, welche gegenwärtig für den Unterhalt des MilitärEtablissementS verausgabt wird, kosten werde. Der Unterhalt der Reserve für den Zeitraum von sieben Jahren würde ungefähr den Kosten der Neuorganifirung und Equl pirunö einer gleichen Force im Kriegs fall gleichkommen. Diese .statistischen Erläuterungen find in einem Memo randum niedergelegt worden, welches dem Kriegssekretür unterbreitet worden ist. und die Bill dürfte die Unterstütz. ung des Departements vor dem K0N5 greß erhalten. '
Dir Mringsfaat. Der berühmte französische Maler Meissonier hatte in seinen Diensien eine Perle von Gärtner, einen- Mann, der im Pfropfen der Bäume, in der Pflege der Blumen, in der Erhaltung, des Obst- und Gemüsegartens nicht seines Gleichen hatte. Aber das ' war noch nicht Alles: der Gärtner besaß vielmehr neben seinen praktischen Talenten auch wissenschaftliche Kenntnisse, die jed:n Botaniker neidisch machen mußten. E: kannte die verrücktesten Namen sämmtlicher Pflanzenfamilien besser als der gelehrteste Professor; man konnte ihm exotische Pflanzennamcn aus den unglaublichsten Ländern des Erdballes zeigen, er wußte sofort den lateinischen Namen dafür. Die Freunde des Malers machten sich oft das Vergnügen, dem alten Gärtner die schwierigsten Fragen vorzulegen, aber sie brachten ihn niemals in Verlegenheit; er blieb keine Antwort schuldig. Meissonier selbst war ob dieser Unfehlbarkeit eines ganz gewöhnlichen Gärtners beinahe empört und beschloß, den Alten einmal gründlich hineinzulegen." Eines Tages, als Emile Augier, der Dramatiker, bei Meissonier zu Tisch war, ließ der Maler den Gärtner rufen und nahm aus der Tasche ein graues Papierdütchen, das er schon vorher vorbereitet hatte: in der Düte lag getrockneter Härwgsrogen. Kennen Sie diesen Samen?" fragte Meissonier mit unerschütterlichem Ernst. Sehr gut," erwiderte der Gärtner, ohne zu zögern, und nannte, einen ganz unmöglichen lateinischen Namen. Wie lange dauert es wohl, bis er aufgeht?" Vierzehn Tage!" Schön, also streuen Sie ihn aus: ich möchte die Pflanze gern sehen." Augier erzählte später, er habe vierzehn Tage lang nicht schlafen können, so neugierig sei er gewesen, das Ende dieser merkwürdigen Geschichte zu sehen. Nach vierzehn Tagen kam er pünktlich in die Villa Meissonier. Man aß und trank sehr gut; als man beim Nachtisch saß, meldete sich der Gärtner: Wenn die Herren jetzt die Güte haben wollten, in den Garten zu kommen; der Samen ist aufgegangen." Das ist aber stark," schrie Meissonier und sprang auf. Ohne das Mahl zu beendenfolgte er mit seinen Gästen dem alten Gärtner. . Von einem Treibhausbeet entfernte der Gärtner vorsichtig eine Glasglocke. Meissonier und Augier beugten sich neugierig nieder, um sofort, laut aus lachend, in die Höhe zu schnellen: aus dem sorgsam gewässerten und gedüngtm Boden schauten in zwei Reihen zwölf Häringsköpfe hervor! . . - s
Der böse Iiskus. In den weitesten Schichten des deutschen Voltes denkt oder wenigstens dachte man sich den Fiskus" personifizirt. Daß man diesem staatlichen Vielfraß gerade keine liebenswürdigen Eigenschaften beilegte, gilt wohl als selbstverständlich. Nachfolgende Anekböte, welche den Vorzug hat, wörtlich wahr zu sein, möge hierzu einen Beweis liefern. . - Es war in den letzten Tagen der Negierung Friedrich Wilhelms des Vierten von Preußen. Bei dem Monarchen, der damals in Charlottenburg restdirtc, hatte sich ein Gemüthsleiden eingestellt, welches später in vollständige Geisteskrankheit überging. Noch regierte der König, aber man suchte von ihm auf Anrathen der Aerzte jede Aufregung, ja jede Beschäftigung mit Regierungsangelegenheiten fernzuhalten. Eine Bauerngemeinde in Pommern ' hatte nun gegen den Fiskus seit Jahren einen Prozeß geführt, wobei es sich um einen Wald handelte, auf den die Bauern Anfprüche machten, während er nach der Ansicht der Anwälte des Fiskus Eigenthum einer fiskalischen Domäne war. Der Prozeß war durch alle Instanzen gegangen, und der böse Fiskus hatte ihn gewonnen. Die Bauern sollten dic Prozeßkosten bezahlen, welche über tausend Thaler betrugen, und das war ihnen denn doch zu viel. Sie beriethen hin und her, was zu thun sei, und endlich schickten sie den klügsten Mann aus dem Dorfe rnif einer Bittschrift an den König nach Berlin, um von ihm die Niederschlagung respektive den Erlaß der Gerichtskosten zu erbitten. Der Bauer kam nach Charlottenburg und erfuhr, daß er seine Bittschrift nicht persönlich überreichen könne. Man wollte sie ihm im Hofmarschallamt abnehmen und dieselbe dann an das Civil- j k abinett gelangen lassen. Darauf aber ging der Bauer nicht ein. Er war beauftragt, mit dem Könige selbst zu sprechen oder ihm zum Mindesten das Schreiben persönlich zu überreichen, und er beschloß hartnäckig, diese, Absicht auszuführen. Es gelang ihm zu erfahren, daß der König zu bestimmter Zeit im Schloßpark von. Charlottenbürg einen Spaziergang machte. Der Bauer schlich sich in den Park und versteckte sich im Gebüsch. Der kranke und außerdem noch sehr kurzsichtige König kam in Begleitung eines Adjutanten durch den Park, als sich plötzlich hinter einem Baum hervor die Gestalt des Bauern zeigte, dessen Arm mit dem Brief den Weg wie ein Schlagbaum versperrte. . Der Lldjutant schob diesen Arm bei Seite und ging mit dem König weiter, der .von dem Vorkommniß nichts gemerkt hatte. Der Bauer war aber dadurch nicht entmuthigt, er lief ein Stück weiter durch das Gebüsch und stellte sich wieder am Wege auf. Hier versperrte er wiederum den Weg, worauf ihm der ergrimmte Adjutant einen. Stoß gab,, daß der Bauer rückwärts in das Gras fiel, zumal' er auf der Höhe eines kleinen Dammes stand. Aber wieder erbob sich der Bauer, wieder trat er an den Weg und wiederum flog er. von der kräftigen Hand des Adjutanten bei Seite geschleudert, in das Gras.' Jetzt' war aber doch der König aufmerksam geworden und fragte, was da vorgeh?. Der Adjutant machte Ausflüchte, der König beharrte aber mit dem Eigensinn eines Kranken darauf, zu wissen, was geschehen sei. Der Adjutant machte ihm Mittheilung von der Hartnäckigkeit des Bauern, und als lebendige? Beweis stand an der nächsten Biegung des Weoes der Bauer mit dem Briefe schon wieder da. Der König ging jetzt an den Bauer heran, fragte ihn, was er wolle, nahm ihm di? Bittschrift ab und befahl ihm, am nächsten Tage wieder nach dem Schlosse zu kommen. Die originelle Art und Weise, wie der Bauer sein Bittgesuch angebracht hatte, war wohl Veranlassung, daß der König ohne Weiteres verfügte, die Gerichtskosten seien niederzuschlagen und der Geme'mde zu erlassen. Hocherfreut fuhr der Bauer mit der guten Nachricht nach dem Heimathsdorfe zurück, und als er von seinen Fahrten erzählte, vergaß er nicht am Schlüsse hinzuzufügen: ' Der König ist ein lieber, guter ! Mann, aber der unverschämte Kerl, der j Fiskus, der hat mich zweimal in den Sand geworfen und wollte mich nicht an den König heranlassen." Der Bauer konnte.es sich nicht anders denken, als daß der Adjutant der böse Fiskus gewesen sei, der ihm schon im eigenen Interesse nicht habe an den König heran lassen wollen. Aha! Nachtwächter: Was skandaliren Sie hier vor .dem WirthsHaus?" H e r r : Hinein will ich. die Wirthin hat mich herausgeworfen!" Nachtwächter: Dann gehen Sie gefälligst nach Hause!" H e r r : Will ich auch ich bin ja der Wirth!" . Schoner Traum. Studiosus Pump: Denkt Euch, welchen hübschen Traum ich letzte Nacht hatte! Ich hätte den Fiskus mit Erfolg angepumpt.". Bei ausgedienten Zu ch'te b e r n wird bekanntlich vor der Mast noch ein Verschneiden vorgenommen, um schmackhaftes Fleisch zu erzielen. Dies ist jedoch eine ,. schwierige Operation, die bei weitem nicht so leicht verheilt wie das Verschneiden der Ferkel. Schon mehrere Tage vorher darf dem Thiere nur flüssige Nahrung, am letzten Tage aber gar keine Nahrung gereicht werden. Bei Hitze. Kälte und stürmischer Witterung darf die Operation nicht vollzogen werden, da sich alsdann die wunde Stelle sehr leicht entzündet. . .
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Das Brauereigewerve in Deutsch land. Günstige Erträgnisse brachte, nach famännischen Berichten, das laufende Jahr dem Brauereigewerbe in Deutschland, obwohl dasselbe durch die Witterungsverhältnisse nicht so außerordeutlich begünstigt war, wie die Sommersaison 1904. Die Dividenden der Aktiennbrauereien, die 1904 durch best starken Bierconsum in der Hitzeperiode recht kräftig gestiegen waren, sind im letzten Geschäftsjahr fast durchweg gleich hoch oder noch höher als im Vorjähr. Bei etwa 64 Brauereien, die ihr Geschäftsjahr am 30.September schlien.'wird die Dividende von 19 GesellSchäften die des Vorjahres übersteigen, bei vier nur wird sie als niedriger angegeben. Ueber befriedigend Betriebsergebnisse berichten vor allem die norddeutschen, die Hamburger und Berliner Brauereien; auch beim hannoverschen Braugewerbe waren theilweise die Absatzverhältnisse recht günstig. Weniger einheitlich war die Geschäftslage in Mittel- und Süddeutschland. Der Gesammtconsum war zwar so reichlich im Verhältniß zum Vorjahr, daß die Störungen, die durch die Streiks und Aussperrungen naturgemäß auf den Vierverbrauch der großen Masse einwirken, fast gar nicht empfunden wurden. Dagegen machte sich ein anderer Umstand theilweise unangenehm bemerkbar. Infolge der schon jetzt gestiegenen Nohstoffpreise, die vom 1. März 1906 ab durch die Erhöhung des Einfuhrzolles auf Malz und Hopsen eine durchgehende Steigerung erfahren werden, war trotz des stärkeren Absatzes die Gewinnsteigerung vielfach unbefriedigend. Im Brauereigewerbe ist es sehr schwierig, die Verkaufspreise hinaufzusetzen, da einmal infolge des geringen Zusammenschlusses imBrauercigewerbe die Concurrenz im Jnlande sehr stark ist, und auch ausländische Biere in Deutschland viel consumirt werden. Ein zweites wichtiges Hinderniß bietet der Consum von anderen Alkooolsorten. Wennür die Hauptsächlichen Vierconsumenten, die wemger bemittelte Bevölkerungsschicht, eine Vertheuerung eintritt, so macht sie sich in erster Linie durch einen stärkeren Bedarf nach Branntwein und anderen Spiritussen bemerkbar. Die allgemeine Preissteigerung am Waarenmarkt vertheuert sivvieso den Haushalt schon beträchtlich. Hierzu kommt als ungünstiges Moment für den Bierverbrauch, daß die- Verkaufspreise für Trinkbranntweinlieferungen von dem Spiritusring um mehrere Mark pro Hektoliter im laufenden Jahre um 8, Mark herabgesetzt -worden sind. Infolge dieser Maßnahme dürfte der Branntweinconsum eine starke Anregung erfahren.. Während sich so für den Forlbestand der augenblicklich günstigen Geschäftsläge der Brauereien ziemlich ungün stige Aussichten eröffnen, trägt die Ankündigung" der neuen Vrausteuervorläge erst recht dazu bei, die Zukunft unfreundlich erscheinen zu lassen. -In-folge der Berathungen, die Ende September zwischen den Vertretern des Braugewerbes und Beamten des Reichsschatzamtes gepflogen wurden, soll zwar der Wunsch der Brauereien, eine schärfere Controlle der nicht alkoholbaltigen bierähnlichcn Getränke einzuführen und damit die unlautere Convurrenz zu unterbinden, berücksichtigt werden, doch dürfte die. neue Staffelsteuer die Betriebe nicht, unbeträcktlich stärker belasten. Dadurch würde nur wieder ein verstärkter Kampf zwischen Großbetrieben und Kleinbetrieben im Braugewerbe und als Folge eine Zunahme der übermäßigen Creditgewährung hervorgerufen werden. N o ch e t w a s.' Rickter (zu etnem jungen Einbrecher)? Können Sie denn wirklich nichts Anderes als einbrechen?!" Einbrecher: O, ich bin auch schon ausgebrochen!" -
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