Indiana Tribüne, Volume 29, Number 87, Indianapolis, Marion County, 4 December 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 4 Dezember 1005.

WVAAAAAAAAAAAAAWNAAa licj?0tljljanfen Noman aus der Mark von 5 . IU. (ü. Möller

!vvvvvvvvvvvvv (Fortsetzung.) Oitbert hatte mit tiefsinniger Rührung zugehört. Er war eigentlich gar nicht 'romantisch veranlagt, aber noch so jung, so sehr jung ' die ganze Geschichte ging ihm furchtbar zu Herzen. Und plötzlich überkam den bisher so zu rückhältenden, so bescheidenen Jüngling die ganze Schneidigkeit" seines Stan des er wagte eine Erklärung. a, iie wuroe geliebt, neu uns eyrlich, mit der ganzen heißen Hingebung einer ersten Liebe! Ach, und er verlangte nichts weiter, als die Erlaubniß, sie anbeten zu dürfen. Und das strömte so beredt von diesen frischen Lippen, das ganze entflammte Herz sprach aus diesen Worten, so hatte man noch nie zu ihr gesprochen! Es ging auch ihr ganz sonderbar in's Innere diese grundverderbte Frau war gerührt. Sie sind ein Kind. Qttbert," sagte sie weich, ich bin nicht mehr jung genug für Sie." und in einen leichteren Ton übergehend, fügte sie hinzu: Das erste beste Backfischchen kann Sie mir entreißen!" ' Aber er betheuerte, daß junge Mädchen ihm nicht gefielen; sie ständen immer hinter seiner Schwester -.urück. r wuroe nie ausyoren, iie zu uecen, und so lange würde sie auch jung und schön bleiben, wenigstens für ihn. Er wollte sie für alles entschädigen, was ihr die blinde Schicksalsgöttin bisher verweigert habe. Und wenn sie Geduld haben wollte, bis er mindestens Premierleutnant wäre, dann dürfte man auch an eine Ehe denken. Sie lächelte jetzt über ihn, aber sie erlaubte" dem Glücklichen, sie zu lieben. Von nun ab folgte er ihr wie ein Schatten. Auf der Promenade, im Theater, am Rennplatz sah man ihn an ihrer Seite oder in ihrer Nähe. Er begarnt sich jetzt zu trainiren." um bei nächstem Anlaß eines ihrer Pferde in ihren Farben! zum Sieze zu führen. Das war nun ein, sensationeller Erfolg für Frau v. Marlow. Wenn noch etwas gefehlt hatte, sie zu der interessantesten Erscheinung der Saison zu machen, so war es die Eroberung dieses GrafensohneZ, von dem doch alle Welt wußte, daß er mit leeren Händen zu ihr kam, und den man wiederum genau genug kannte, um ihm auch nur eine Nebenabsicht zuzutrauen. Sie hatte diesen deutschen Recken eingefangen, wie der Falke, der in stolzem Fluge eine Taube ergattert. Hilda, der das alles nicht einen Tag lang verborgen bleiben konnte, war zu Tode erschrocken darüber. Ottbert war so jung und unerfahren! Und in jenem Hause das wußte sie nun schon war eine Spielhölle. Zwar, Ottbert bestritt das auf's Lebhafteste, und er konnte das mit bestem Gewissen, denn Frau v. Marlow wußte ihn zu entfernen. wenn gespielt wurde. Er konnte ja nichts verlieren, hatte ja nichts. Aber Hildas klarer, durchdringender Blick erkannte trotz seiner Versicherung, daß er in Gefahr schwebte. In der That hatte Frau v. Marlow einen Plan mit ihrem Pagen." Sie hatte ihn reiten sehen, diesen kraftsprühenden, sehnigen Jüngling, der zu Pferde saß wie angeschmiedet, der mit einem einzigen Schenkeldruck das ungeberdigste Pferd meisterte mit einem solchen Reiter mußte man gelegentlich einmal einen 5auptkoup wagen. Sie war übrigens schon längst zu der Erkenntniß gekommen, es sei schade, sehr schade, daß Ottbert nicht zehn Jahre älter war und nicht ein paar lumpige hunderttausend Mark besaß. O. dann hätte, sie wahr gemacht, was jetzt im Wesentlichen raffinirte Erfindung war, dann hätte sie Mittel gefunden, von jenem loszukommen, der sie hierher geschickt hatte, damit sie seine Pferde zu den höchsten Preisen an den Mann bringe, jenen Lumpen, dessen Namen si: trug und der sich von ihrem Gclde! weit unten in Ungarn einen Zuchtstall angelegt hatte, zu dessen Agentin er seine noch immer schöne Frau gemacht. Noch hatte sie h: Schurke in Händen. Sie war sein Weib, sie war in jeder Beziehung von ihm abhängig. War er es doch selbst, der ihr von Zeit zu Zeit zumeist ganz unverhofft neue Pferde brachte und den inzwischen eingeheimsten goldenen Segen von ihr abholte.' Und sie war wehrlos gegen ihn, wenigstens so lange, als sie nicht darauf verzichten wollte, wie eine groß? Dame zu leben. Jetzt freilich, wo sie sich gesellschaftlich eine fast gesicherte Position geschaffen, wo sie Kredit und Anhang hatte wenn jetzt nur einer aus den Kreisen, in denen allein sie leben mochte, sich ernstlich bereit finden ließe, sie zu heirathen, dann würde sie schon wissen, sich des Herrn v. Marlow zu entledigen! Und Gräfin Behrenberg, das hätte gelohnt! Aber diesen Jungen konnte man nicht heirathen. Es war lächerlich, auch nur daran zu denken. Auch hätte es seine Familie niemals zugegeben. Aber die Idee einer zweiten Heirath

war in ihr erwacht sie war es müde, die Ernährerin eines Mannes zu sein, der elend an ihr handelte. Vielleicht doch, daß man einen dieser jungen Kavaliere fangen könnte. Das war ja schwer, aber sie hatte Schwereres vollbracht. Schade auch, daß Harry solch' ein armer Tcufcl war! Sie war ihrer Sache sicher: der würde nicht schwer zu haben sein, wenn sie wollte. Aber sie wäre schließlich vom Regen in die Traufe gekommen. Wie Herrn v. Marlow. diesen herabgekommenen.von seiner eigenen Gesellschaft ausgestoßenen Kavalier in seinem Heimathlande war ihm sogar der Adel aberkannt worden so würde sie auch arrn v. Rotbbausen erkalten müssen, und wie jener, war Harry ein ieidenschaftlicher Spieler. Ob nicht auch dieselben roh?n Instinkte in diesem schlummerten, wie sie nicht selten bei jenem jäh bervorbrachen, dessen war sie noch nicht sicher. Immerhin noch war Herr v. Nothhausen weder ausgestoßen noch anrüchig, noch war er vielleicht gerade der Mann, den sie brauchte. Nur mußte er etwas haben, nicht gar so bettelarm sein. Ihn mit allen seinen Schulden und mit seinen übrigen zweifelhaften Eigenschaften zu nehmen, schien ihr denn doch bedenklich. Gelegentlich ließ sie ihren Aerger über das negative Ergebniß ihrer B?trachtunacn an ihm aus. Heute war er gekommen, so recht eigentlich mit der Absicht, sie anzupumpen. Er hatte in der letzten Zeit nicht eben glücklich operirt. Was er auf der einen Seite gewann, verlor er schnell wieder am Spieltische; die Zuschüsse von Seiten der Mutter kamen für ein Leben, wie er es jetzt führte, überhaupt nicht tn Betracht. Xau kam der plötzliche Tod des Onkels. Zu ihm. zu Heinrich Bergmann, hatte er ja doch immer wieder kommen dürfen, und dann ging es schon in Einem hin, ob er die Vorhattungen des Kommerzienraths nun für ein paar hundert Mark mehr oder weniger über sich ergehen ließ. Nun aber saß er fest, er mußte sich wieder einmal Luft schaffen. Harry hatte sich nur schwer entschlossen, an Frau v. Marlow heranzutreten. Aber es mußt: sein. Nun saß er vor ihr und gelangte auf einem Umwege zu der Erklärung, daß er ihr mehr zu nützen im Stande sein würde, wenn es ihm nicht versagt wäre.' selbst Pferd? zu halten. Aber mein Stall ist doch ganz zu Ihrer Verfügung." versetzte sie aufhorchend. Das ist es eben! Ich hätte mehr Einfluß, mehr Gewicht, wenn ich mich nicht gar so sehr einschränken müßte." Ach so." machte sie und warf den Kopf zurück, Sie brauchen Geld? Warum sagen Sie denn das nicht gerade heraus?" Einen Augenblick stieg ihm das Blut zu Kopf die Lage war ihm denn doch ungewohnt. Andererseits aber hatte er sich ja nicht zu geniren: er wußte genau, was er ihr werth war. Also wie viel, mein Lieber? Machen Sie's billig!" Sie ließ sich ihm gegenüber schon bcdenklich gehen. Harry biß sich auf die Lippe und nannte eine Summe. Hm. das ist gerade Geld genug," meinte sie. an ihre Kassette gehend, hoffentlich halten Sie Haus damit. Baron." Und ihm das Geld zuzählend, schalt sie: ..Es ist eigentlich ein Skandal, daß Sie sich in solcher Klemme befinden. Sind Sie denn ein Mann oder nicht? Bei Ihrem Namen, Ihren Verbindungen müßten Sie doch Mittel und Wege findeI. wieder in Besitz Ihres Stammgutes zu kommen! Lassen Sie doch in d:n Archiven suchen! Vielleicht graben sie ein altes, verschimmeltes Hausgesctz aus, das sich zu Ihren Gunsten deuten läßt. Vielleicht hat der gute Kommerzienrath Ihren armen Vater bewuchert! Sehen Sie. das wäre gleich so ein Haken, den man einsetzen könnte. Wie kann man sein Schicksal nur so thatenlos ertragen?" Wer sagt Ihnen denn, daß ich thatenlos bin?" murmelie er. Ich höre aus sicherer Quelle." sagte sie, um ihn weiter anzustacheln. ..daß man dem eben Verstorbenen den Afol angeboten habe, und daß der Kommerzienrath gebeten habe, diese Vcrgünsiigung seinem einzigen Sohne zuwenden zu wollen. Die Behrcnberqs sind natürlich scharf dahinter Ottbert hat mir's erzählt und wenn sich der Herr Doktor Bergmann erst Freiherr v. Rothhausen nennen darf, dann sind Sie vollends ohne Aussichten!" Das werde ich nie zugeben." fuhr Harry zornsprühend auf. Nur ruhig, ruhig, mein Bester." höhnte Frau v. Marlow. Sie haben ja bisher so manches zugegeben!" Sie war ihm jetzt näher gerückt; diese Stimmung mußte für ihre Zwecke ausgenützt werden. , Sehen Sie. lieber Harrn. Sie sind nun von Haus und Hof vertrieben, sagen wir rund heraus: auf die Straße gesetzt! Man hat Ihnen die Braut genommen, o, ich weiß alles und auch mit den Zuschüssen wird's bald gar knapp werden. Wie lange will denn ein Mann von Ihrer Art das ertragen? Was soll dann werden? Weshalb sinnen Sie denn nicht auf Mittel. Ihren Vetter auf gute Art aus dem Wege zu räumen? Verwickeln Sie ihn doch in einen Skandal, machen Sie ihn auf irgend eine Weise unmöglich! Dann wird er Ihnen wenigstens nicht auf Schritt und Tritt hinderlich sein!" Das ist alles leichter gesagt, als gethan. Gnädigste." antwortete er. nach-

denklich an dem Schnurrbart drihend. Zum Henker," fuhr es ihr ganz salonwidrig heraus, wenn, ich ein Mann wäre, ich würde ihn provoziren, fordern und über den Haufen schießen!" Sie hat Recht," knirschte er. als er sie verließ.

12. Kapitel. sen. Die Uebernahme des aroßen Erbes, das ja zum Theil aus ausgedehnten Liegenschaften bestand, forderte schließlich doch seine persönlich: Anwesenheit. Dazu bot ihm auch der stille Aufenthalt auf dem Lande die erwünschte Gelegenheit, seine. Arb:U fortzusetzen. Er arbeitete gerade am letzten Akte seines Schauspiels Die Armuth." Nur von Zeit zu Zeit machte er Besuche in der Stadt, wo er zumeist bei Behrenbergs verkehrte. Da saß er de.".n mit Hilda, anfangs gesellte sich auch Ottbert hinzu und las vor. Jetzt war Weihnacht in's Land gekommen und die Familie v. Behrenberg nach Rothhausen geladen worden, wo Tante Charlotte die Hausfrau vertrat. Harry hatte es abgelehnt, das Fest hier zu verleben. Er hab gerade jetzt in der Hauptstadt zu thun. Natürlich war er nur der Form wegen geladen gewesen, und Heinz froh, ihm nicht begegnen zu müssen. In dem großen Saale des Schlosses Rothhausen fand heute die feierliche Lescheerung statt. Zum ersten Male konnte der junge Erbe in vollem Umfange zeigen, daß er die Gepfloenheiten seines Vaters treu aufrecht erhalten woue. as gesammte Personal oer Fabrik wurde reich beschenkt, obwohl es ja eigentlich gar keinen unmittelbaren Anspruch mehr auf seine Antheilnahme hatte, da das Unternehmen schon seit Jahr und Tag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war. Für alle Frauen und Kinder der Arbiter hatte Heinz in der Hauptstadt persönlich alles Mögliche zusammengekauft. Wochenlang vorher war es des Inspektors Pcter einzige Aufgabe gewesen, weit in der Runde herum zu erforschen, was der und jener Familie wohl fehle, was diesem oder jenem Kinde nothwendig sei, und womit dem Einen oder dem Anderen die größte Freude zu bereiten wäre. Hilda fand auf ihrem Platze einen prächtigen Schmuck. Zum ersten Male hatte sie heute Abend die Empfindung, daß sie die Braut eines sehr reichen, großherzigen Mannes sei. Der erste Weihnachtstag brachtc einen herrlichen Winternachmittag. Heinz und Hilda hatten Schlittschuh genommen und waren über de;'. Schloßteich hinaus in jenen gleichfalls zugefrorenen Bach geglitten, der sich tief im Walde verlor. Ein heiliges Schweigen lag auf der winterlichen Landschaft. Weit und breit kein Mensch zu hören, nur jenes leise Knistern in den starr gefrorenen, weiß glitzernden Fichtenzweigen, nur bisweilen die Stimme eines WinterVogels. Und diese herrliche Landschaft versetzte Heinz in begeisterte Stimmung. Er sprach von seiner Liebe: seit seiner Kindheit sei Hilda sein Ideal gewesen, das Schönste. Liebste, was er kannte. Es ist vielleicht ein Frevel, sagte er. aber Du mußt mir's glauben, Hilda. sogar das Bild meiner Mutker erbleicht, wenn ich Dich sehe. Aber denke Du nur nicht, daß ich mich Deiner werth fühle, weil ich zufällig reich bin. Nein, wenn ich hier und da die Empfindung habe, als könnte ich das Glück verdienen, so erwächst sie aus dem Bewußtsein, daß ich etwas erstrebt habe, daß ich die Kraft in mir fühle, noch Höheres zu erstreben. Du sollst mir viel mehr sein, als andere Frauen ihren Gatten; Du sollst mein Genius sein, Hilda, denn Du bist nicht nur schön, nein, auch gut. rein, und was das Größte ist. Du bist begeisterungsfähig. In Dir lebt jenes wundersame Talent, auf die Gedanken eines Anderen so einzuwirken, wie das Sonnenlicht auf die geschlossene Knospe. Erst wenn ich mit Dir spreche, blühen all' die Bilder auf. die ich derschlössen in meiner Seele trage, und wenn ich ahnungslos zu Dir gekommen bin, so gehe ich reichbeschenlt von dannen. Ich' fühle mich erst als Dichter, seit ich Dich kenne." Sie glitten auf der spiegelnden Fläche dahin. Sie fest an seinen Arm geschmiegt, seinen glühenden Liebes-. Worten lauschend, ganz hingegeben. Und sie erstaunte nicht einen Augenblick, als er mit einer plötzlichen Wendung bat: Möchtest Du mir wohl aufrichtig sagen, Hilda, wie es in Deinem Innern um den Gedanken an Harry lestellt ist?" Ein Mädchen wie Hilda ist keiner Lüge fähig. Sie erzählte dem Verlobten, wie Harry von Klein auf einen eigenthümlichen Zauber auf sie ausgeübt. wie er sie mit zarten Aufmerksamkeiten überhäuft hatte, wie er schon als Knabe ihr Ritter gewesen war. Mit kühnem Muthe machte er kindische Wünsche, die sie etwa geäußert, zur That. Aber dafür mußte sie ihm gehorchen. Du wirst einmal meine Braut. Du gehörst mir!" sagte zu dem kleinen Mädchen. Er sagte es zwar leise und verstohlen, wenn die Beiden allein waren, aber es klang wie eine unbedingte Folge heischender Befehl, und sie. sie glaubte ihm, sie wurde groß in dem Gedanken. Unzählige Male hatte er ihr gedroht, daß .er sie

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tödten würde, wenn sie ihm nicht treu bliebe, er, der dreizehnjährige Knabe dem sechsjährigen Mädchen, und sie fürchtet sich dann vor seinen funkelnden Augen. Aber er gefiel ihr doch. Dann, als sie erwachsen war, und er durch seine Verbannung von Rothhaufen ihr weniger häufig begegnete, trat eine leise Entfremdung ein. Sie mochte in ihrer jungfräulichen Seele immer nur an jene Momente zurückdenken, wo seine funkelndcn Blicke ihr etwas wie leisen Schrecken eingeflößt hatten. Und dann hatten sie sich Jahre hindurch nicht gesehen. An jenem Theaterabend war die erste ernstliche Annäherung wieder geschehen. Der Erfolg Heinzens hatte ihn eifersüchtig gemacht, und noch einmal erlag sie für einen kurzen Augenblick dem alten Zauber. Aber die bessere Einsicht siegte; Hilda alaubte. ia sie war übercuat. daß Heinrich der edlere von den Beiden war. Harry hatte ja ihres Wissens nicht einmal den Versuch gemacht, sich wie ein Mann mit ernsten Absichten eine Zukunft zu begründe. So hatte sie sich denn ehrlich gesagt: Ich will rersuch:n, Heinz' große Liebe zu verdienen." Bald war denn auch das Bild jenes anderen Mannes in ihrer Brust erblaßt. Aber," schloß sie und schmiegte sich dabei eng an den Verlobten, ich fürchte seine Rache, Heinz; ich bitte Dich, hüte Dich vor ihm." Heinz lächelte. Zwar er entsann sich jenes Zusammenstoßes mit seinem Tetter; die ganze widerwärtige Szene stand in diesem Augenblick vor seinem Geiste, aber den Begriff der Furcht konnte sie nicht in ihm wecken. Wir haben ihn, nicht zu fürchten." versicherte er seiner Braut, wenn wir nur Eins mit einander sind." Und sie tauschten einen innigen Händedruck. Während sie so vertraulich flüsternd zwischen den weißglitzernden Erlenbüschen am Bachesrande über die glatte Fläche dahinglitten, war es ihnen entgangen,, wie nach und nach ein dichter Frostnebcl die Luft erfüllte. Erst Hildas Husten machte Heinz darauf aufmerksam. Sehr besorgt führte er seine Braut an's Ufer, sie schnallten die Schlittschuhe ab und gingen nun Arm in Arm durch den Wald nach Hause. Dieser winterliche Wald in seiner Abendbeleuchtung, dies Funkeln der Schneesterne auf den Fichten, der bleich verhangene Mond, und zwischen dem Himmelslicht und ihnen jene graublaue Dunstschicht, welche sich so schwer auf Hildas Brust legte das Alles war ein Bild von Heinz' augenblicklicher Lage. Zwar, ihm lachte die wonnigste Glücksaussicht, er hoffte. Alles zu er1 reichen, was ihm als Ziel vorschwebte; aber zwischen ihm und diesem Ziele lag eine graue, dunkle Schicht, ein unheimliches, ängstliches Gewölk, das er noch nicht zu durchdringen vermochte. Jung und hoffnungsfroh, wie er war. ließ er sich's nicht anfechten. Führte er doch sein Glück am Arme. Er wollte mit voller Kraft dafür eintreten, wollte es gegen alle Welt vertheidigen. Aber diese siegesgewisse Stimmung währte nicht lange. Hilda durfte am nächsten Morgen das Zimmer nicht verlassen; sie hatte sich eine schwere Erkältung zugezogen. Da sie mit ihren Eltern Gast auf Rothhausen war den alten Behrenbergs kam solch' eine längere Gastrolle" immer sehr zu Statten wurde der Bergmann'sche Hausarzt. Doktor Gundermann, telegraphisch aus der Hauptstadt nach Rothhausen berufen. Er empfahl große Schonung, erklärte den Zustand aber für unbedenklich. Dennoch war Heinz ganz verzweifelt über seine Unvorsichtigkeit. Erst als Hilda das Bett verließ, und er sie behaglich in dem durchwärmten Salon sitzen fand, entschloß er sich, einen längst nothwendigen Gang nach der Fabrik zu machen. Mit dem Fünf-Uhr-Zuge. der soeben eingetroffen sein mußte, war auch ein Ingenieur gekommen, den er dringend zu sprechen wünschte. ' Zu seinem grenzenlosen Erstaunen begegnete er Harry auf dem SchloßHofe, er mußte ebenfalls jenen Zug benutzt haben. Heinz grüßte ihn mit kalter Höflichkeit. Auch Harry that sehr fremd und förmlich: er lüftete leicht den Hut er war im Eivilanzuge und sagte: Ich gedachte, Dein Haus nicht mehr zu betreten " Offen gestanden, hatte ich das auch nicht erwartet." versetzte Heinz. Der Vetter schien auf solchen Empfang vorbereitet; er hatte sich eine Motivirung seines Besuches sorgsam zurecht gelegt Ich bin zufällig dem Doktor Gundetmann begegnet," erklärte er. und hörte von ihm, daß Hilda erkrankt sei." Das war eine Rechtfertigung, die Heinz selbst wider seinen Willen gelten lassen wollte. Schon ein wenig einlenkend, versicherte er, für die Theilnähme dankend, daß seine Braut glücklicherweise bereits wieder hergestellt sei. Aber Harry schien nicht geneigt, auf den versöhnlicheren Ton einzugehen. Die Zornader auf seiner Stirne schwoll auf, als Jener von Hilda als von seiner Braut sprach. Und mit rücksichtsloser Bitterkeit erwiderte er: Ein Wunder wäre es nicht, wenn sie an der ihr aufgezwungenen Situation schwer litte." Nun stieg auch in Heinz ehrlicher Unmuth.auf. (Fortsetzung solgt.)

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