Indiana Tribüne, Volume 29, Number 85, Indianapolis, Marion County, 1 December 1905 — Page 5
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Unter den Magnolien. , ' Von I. von Wildenradt. Nun blühten sie wieder, wie seit so manchem Jahr, die beiden großen Magnolien vor der Villa meines alten Freundes in Pöseldorf, der schmucken Villenvorstadt Hamburgs. Die weißen Blumen erinnerten mich an dich, arme kleine Marion! Sie waren deine Lieblinge, wie du selbst der Liebling all' derer warst, die dir im Leben, näher treten durften. Sie erinnerten mich an längst vergangene Stunden, die wir gemeinsam im Boot, das deinen Namen trug, auf der schönen LUster verlebt haben. Deine blonden Locken flogen im Winde, und traumerisch blickten deine dunklen Augen auf die weite, schimmernde Wasserfläche. Wir suchten die schilfbestandenen Stellen,' dem Ufer nahe.' wo im Röhricht Wasserrosen und Lilien auf den.Wellen schaukelten. Dort pflückte 'deine Hand die tropfendenBlumen und wad sie zum Kranze für dich und mich! ' Wie lange, wie lange ist das vorbei! Die Blumen welkten, und auseinander fielen die Kränze.- Ich zog hinaus in die Welt du bliebst im Vaterhause. Ich durchstreifte am leichten Wanderstabe ein gut Stück der bewohnten Erde; du,, zur Jungfrau erblühend, konntest als 5kind des reichen Mannes die Welt und ihre Schönheiten bequemtx genießen. Dann begegneten wir uns nach Iahren in dem kleinen Schwarzwaldbade, das im engen Thalkessel zwischen dunklen, iannenbewachsenen Bergen IicgiY Du tratest unerwartet auf mich zu, eine schöne junge Frau, am Arm eines Mannes, dem man auf tausend Schritte den Gelehrten, aber auch den Leidenden ansah. Ein seltsames Zusammentreffen! Du warst auf der Hochzeitsreise und ich? ' Ich hätte grollen mögen aber ick besaß dazu kein Recht. Ich hätte dich dem Anderen gern entrissen und durfte . doch nicht merken lassen, wie heiß mein Herz noch an dir hing! Und weiter vergingen Jahre, viele Jahre! Ich hörte nichts von dir, und wie dein ferneres Schicksal sich gestaltet hatte, konnte ich nicht einmal dermuthen. , Da führte mich mem Weg einmal wieder nach Hamburg. Wie hätte ich an dem Hause deines Vaters vorübergehen' können, wo ich so oft mit dir musizirt hatte, wenn an lauen Sommerabenden das ' Licht des Mondes durch die Zweige der Kastanien fiel und das Plätschern 'der Wellen von der nahen Alster leise an mein Ohr schlug. Aber nicht im Abendlicht suchte ich
die mir. so vertraute Villa auf. , . Helles Tageslicht fiel auf meinen Weg., und unter den warmen Strahlen der Frühlingssonne erschlossen sich die Blüthen an Sträuchern und Bäumen und die bunten Blumen im Rasen. Bald darauf stand ich vor deinem Vater. ,: Ach, er war nicht mehi der rüstige, joviale Herr, als welchen ich ihn früher aekannt hatte. Bart und Haar schimmerten silberweiß, und tieser Ernst stand ihm im Angesicht ge schrieben. Nur sein Willkomm.xzruß klang so herzlich wie je, und es dauerte nicht lange, so saßen wir auf der Veranda, von welcher der Blick ungehemmt über die Rasenfläche bis zum Alsierbecken hinausstreifte. Er mochte mir ansehen, wie mich die Erinnerung an alte Zeiten ergriff; leise sagte er zu mir: Sie denken an Marion und die Tage, an denen Sie mit ihr zusammen oier Musik gemacht haben. Wehmüthig sah mein alter Freund mich an: Sie lebt nicht mehr!" Wie Marion todt?" Ich sah, wie die Augen des Vaters feucht wurden, und suhlte mich tief be wegt. So liebenswerth, so schön und jung die Beute des grausamen Ueberwinders! Was ich dachte, mochte ich laut geäußert haben. Denn nun legte sich die Hand des Alten auf die meine, und er ..sprach: ... - v .Gönnen Sie ihr die Ruhe sie hat sie oft und schmerzlich ersehnt! In München liegt sie begraben; qt ibtzi aber Habe ich auf ihren Wunscb in einer silbernen Urne hier unter den Magnolien beisetzen lassen." Unter den Magnolien! Ich sah zu den. Bäumen hinüber, deren Blüthenzweige die Veranda beinahe berührten. Nun erst gewahrte ich unter den Stämmen eine kleine Marmortafel, von Efeu umrankt, deren Bedeutung mir sofort klar wurde. Und mir war, , als ob es aus den Zweigen klinge wie ein Lied aus seliger Jugendzeit, ein hehrcS, keusches Lied. Und ich glaubte es wieder zu hören, das herrliche Adagio aus der Beethoven'schen A-diir-Sonate. Der Alte saß, das Haupt auf die Hand stützt, in trübem Schweigen. Ich wollte , ihn nicht stören. Endlich zedoch begann er: -.Sie werden den Wunsch hegen. , etwas über Marions Geschick zu erfahren. Sonst spreche ich mit keinem Menschen von meinem armen lnoe; aber Ihnen gegenüber dünkt ' es nur eine Pflicht der Pietät, der Fruhverklarten liebend zu gedenken! Damals, als Sie ihr zuletzt begegneten, war sie ein junges Weib voll stolzer Hoffnun-
gen uud' idealen Strebens, recht dazu
berufen,' emen Mann von Seelenaoe: und Herzensbildung zu ' beglücken! Ihre Wahl schien eine vortreffliche zu r -l r Tt 11 , -1 (YTI tin, oenn iyr ianc roai ei uhuuu, der über ein reiches, vielseitiges Wissen verfügte, und dessen Lebensanschauungen mit denen Marions sehr gut harmonirten. Aber bald mußte sie erfahren, daß ihr Gemahl, wohl infolge geistiger Ueberanstrengung, seinem unaufhaltbaren Verfall entgegenging. Versetzen Sie sich, wenn Sie es vermögen, in Marions Lage! Ein Weib in herrlichster Jugendblüthe und ungebrochener Leoenskraft und ein Mann, der bald kaum mehr einem lebenden Wesen glich!" Arme Marion!" Jawohl, ' arme Marion! Sie hat es getragen, ein Jahr und zwei. und hat es der Mama und mir zu verheimlichen gewußt,' bis wir es endlich doch erfahren. Sie hatte den Gatten mit übermenschlicher Anstrengung gepflegt, bis die Sorge um ihr eigenes Leben mich zum Einschreiten zwang. Weiß Gott, ich habe es mcht leichten Herzens gethan? Aber ich hielt es für meine Pflicht, ihr junges Leben nicht bis zur Erlösungsstunde an einen Mann zu fesseln, dem sie in ihrem elenden Zustande nichts mehr sein konnte der ihr noch weniger war! Natürlich hat es an verdammenden Urtheilen nicht gefehlt. Man schalt mich einen 'krassen Egoisten, mein armes Kind eine herzlose Frau und was weiß ich alles. Allein das konnte mich nicht abhalten, zu thun, was ich für recht h'.elt! Um Marion die dringend gebotene Erholung zu verschaffen, ging ich. mit ihr auf Reisen. Wir suchten Bergessen und Genesung unter einem milderen Himmelsstrich. Zu meiner Freude besserte sich ihre Gesundheit, und ehe ein Jahr vorüber war, erblühte Marion in neuer Schönheit und Kraft. Auf der Rückreise hielten wir in München Rast, um dort die Kunstschätze zu genießen. Hätten wir es doch nie gethan! Denn dort begegnete sie dem zweiten Manne, der für ihr Leben verhängnißvoll wurde. Ihr erster Gatte war inzwischen in einer Heilanstalt von seinen Leiden erlöst worden, meine Tochter seit zehn Monaten Wittwe. Sie konnte also frei über nch verfugen und entschloß sich nach langem Ueberlegen, dem neuen Freier Gehör zu schenken. Wir feierten die Hochzeit in aller Stille. Ihr' Zweiter Gatte war 9Jta ler, ein tüchtiger Künstler und ein fri-, scher, lebenslustiger Gesell voll Witz' und Laune. Vielleicht fehlte Marion das volle Verständniß dieser robusten Natur, die sich in derber Lebenslust an die Welt mit klammernden Oganen" hielt. Doch das alles kann ich Ihnen nicht erzällen, das sagen Ihnen besser die Briefe, die mein armes Kind mir aus München sandte." Der Alte stand auf, verließ die Veranda und kehrte nach einer Weile mit einer kleinen Kassette zurück, die einige Dutzend Briefe enthielt. Das war die zierliche Handschrift Marions ich kannte sie von früher her; ein feiner Duft schmeichelte sich mir in die Sinne auch er erinnerte mich an die Vergangenheit. Mit einem Schauer der Wehmuth löste ich das Band, das die Briefe zusammenhielt. Der erste strömte über vcL der Empfindung eines neuen Glückes, begeisterten Schilderungen der Kunstschätze Münchens, der landschaftlichen Reize, der Hochgebirgswelt, des anregenden Verkehrs mit den, Künstlern und Freunden ihres Mannes. Eine bisher fremde Welt war der jungen Frau aufgegangen, eine Welt, deren Offenbarungen sie gern lauschte, von deren vollem Strom sie sich fröhlich tragen ließ. Sie hatte so lange gedarbt und entbehrt! Nun athmete ihre Seele auf, und ihr Geist 'dünkte sich wie von einem Banne befreit. Ihr Glück erfuhr noch eine Steigerung, als sie Mutter eines Töchterleins wurde. Nun konnte Msrion den Gatten nicht mehr, wie früher, auf seinen Ausflügen begleiterc. .Als Ersatz dafür wollte sie ihm die Häuslichkeit so behaglich wie möglich gestalten, damit er nie darüber im Zweifel sein könne, wo er sein wahres Heim zu suchen habe. Dann kam ein Brief, der die Svur von Thränen trug. Darin stand unter Anderem: Du sprachst den Wunsch aus. liebei Papa, daß es mir gelingen möge, meinen Gatten wieder mehr, an's Haus zu fesseln. Ich habe mich eifrig und liebevoll bemüht, aber leider ohne Erfolg! Unser Heim ist traulich, unser Kind reizend. Und doch weilt mein Mann, wenn er nicht im Atelier arbeitet, mehr draußen als zu Hause! Liegt die Schuld an mir, lediglich an mir? Ich habe mir die Frage oft vorgelegt und kann und darf sie doch nicht ohne Weiteres bejahen. Mein Trost ist mein Kind und inine Musik!" Beim Lesen dieser Zeilen dachte ich an vergangene Tage, als Marion und ich zusammen musizirt hatten und hier, wo ich jetzt saß, ihre Eltern und Freunde des Hauses uns willige ZuHörer gewesen waren. Wie mir selbst die Musik in mancher schweren Stunde Trost und Erhebung befchieden hatte, so war. sie auch der armen Freundin zur Trösterin geworden! Dann blätterte ich weiter. Ich las. I wie die Wege, die der Gatte wandelte.
erst zur Verstimmung, endlich zum Zerwürfniß geführt hatten. Immer
schmerzlicher, immer vossnungsioer lauteten die Briefe: W;r mir das vor sechs Jahren gesagt hätte! Es ist gekommen, 'wie ich es lange befürchtet habe Mir schmerzt der Kops, mir ist todesvang um's Herz, und ich sehne mich nach Ruhe, ewiger Ruhe. Nur mein Kind, meine Käthe, fesselt mich noch an das Leben. Doch, was sage ich auch Deine väterliche Güte und Liebe, mein lieber, treuer Papa!" Das war der letzte Brief. Erschüttert legte ich ihn zu den anderen; dann sah ich hinaus auf die blinkende Alster, auf deren Wellen ich so oft mit Marion geschaukelt hatte. Wie lange ich so gesessen ich weiß es nicht! Da legte 'sich die Hand ihres Vaters auf meine Schulter und leife sprach er: Das Ende wissen Sie! Ich fuhr, so schnell es die Verhältnisse erlaubten, nach München; meine arme Marion traf ich nicht mehr am Leben!" Die Stimme meines alten Freundes erstickte unter Schluchzen; mir selbst wurde es schwer, meiner Bewegung Herr zu bleiben. Mit dem Versprechen, am nächsten Tage wiederzukommen, verabschiedete ich mich. Dann nahm ich ein Boot und ruderte hinaus, dorthin, wo ich so oft mit Marion geweilt hatte. Wieder rauschte das Schilf, wie vor Jahren, Wasserrosen und Lilien schwammen auf den. Wellen. Ich flocht aus ihnen einen Kranz, und als es dämmerte, schlich ich still in den Garten. Dort, wo unter der weißen Marmortafel ihr Herz, ihr reines, gutes Herz Ruhe gefunden hat, legte ich ihn nieder, unter den Magnolien. Eine Neberraschung. Der Herr Leutnant von Prittwitz hatte Urlaub erhalten, um einen Verwandten auf einem unweit der Garnison belegenen Rittergute zu besuchen. Er hatte dies längst ausführen wollen, aber die dienstlichen Verhältnisse wollten es bisher nicht gestatten. Endlich aber war die Erlaubniß da, und nun wollte er Onkel, Tante und Kousine einmal ordentlich überraschen. Michel Krapulinsky," hatte er am Mittag zu seinem Leihdragoner gesagt, ich reise heute Abend auf zwei Tage auf Urlaub. Sieh zu, daß Du gut Haus hältst während dieser Zeit; Du kannst meinetwegen einmal groß reinemachen bei uns." Zu Befehl, panje Leutnant," meinte darauf der brave Michel Krapulinsky, werd' ich machen groß reinedaß Wohnung unsrige aussieht so fein wie Schweinestall bei Fürsten." Für jeden anderen Herrn wäre ein solcher Vergleich seiner Wohnung mit einem gräflichen Schweinestall sicher beleidigend gewesen, aber unser Leutnant kannte seinen getreuen Michel Krapulinsky, dessen .Inbegriff von Sauberkeit stets nur der gräfliche Schweinestall des Gutes gewesen war, aus dem er seine Kinder- und Jugendjähre verbracht hatte. Na also, wie gräflicher Schweinestall meinetwegen," hatte er gutmüthia lächelnd acmeint. Mach' Deine Sache gut,Michel, dann sollst Du auch für Deine Bemuhungen einen Thaler haben. Aber wehe Dir, wenn Du mir eine Vase oder mein Stammseidel zerbrichst! Dann ist's aus mit unserer Freundschaft!" Zu Befehl,. panje Leutnant. aus ganz aus , aber ich werd' nichts ausmachen nein ," sagte Michel Krapulinsky sehr ernsthaft, und dann machte er sich daran, seinem Herrn für die kleine Reise Pelzmantel, gute Garnitur und die neuen Reitstie fel zurecht zu machen, denn der Leut nant pflegte die zwei Meilen Weges nach dem Gute seines Onkels immer zu Pferd zurückzulegen. Gegen Abend war Herr von Prittwitz in Begleitung seines Pferdeburschen. des lanaen Fritz", ausgeritten, so daß er just zur Abendtafel bei seinen Verwandten eintreffen konnte. Gott sei sich's gedankt, getrummelt und gepselft," mbelte Michel Kravu linsky, als sein Herr außer Hör- und Sehweite war. Ganzer zwe: Taae al leinig! O, werd' ich auch mal sein wie panje Leutnant, noblichtes Herr, -Zigarren rauchen und Bier trinken ganzer Masse und Einladung machen an Freund Andreas und meiniqe Liebste auf der Welt. O, wird sich sein groß-' artig, wenn auch wird gehen drauf ganzer Erjparnitz von acht Mark." Der gute Michel Krapulinsky war ein Mann von raschen Entschlüssen. Mit dem Großreinmachen hatte es vorerst keine Eile. Da war ja der Ankunststag des pame Leutnant aerade recht dazu, dann roch alles wenigstens frisch nach Faßseife, Michels Lieblingskosmetik. Er verschloß schleunigst die Wohnung und begab sich hinaus zur Jnfanteriekaserne, wo sein Freund Andreas als tapferer Grenadier dem Vaterland diente. Dieser, eine ewig durstige Seele, war mit Freuden bereit, die Einladung seines Kameraden Michel anzunehmen, und versprach pünktlich mit Urlaub versehen anzutreten; mcht so aber Fanuschka. Michels Liebste auf ganzer Welt". Sie hatte ,fY.f .! T ! l . I. . rf c rc f uucnn viuuucuuungcn, aoer iazue!iiH versprach sie doch nur auf ein Viertelstllndchen zu kommen, da es sich länger nicht für ein anständiges Mädchen rcu. cm Mpp.':a wazt mt uohnung eines s-lsiziers
zu betreten, und ganz besonders erst dann, wenn der Bursche nur aam al-
lein zu 'Hause wäre. Das' ging nunfreilich mcht so ganz nach Michels Gedanken, aber schließlich war nur ein Viertelstündchen" - doch besser wie gar nichts, man" hatte wenigstens dann amenoejuch gehabt. Am nächsten Taae batte Micbel vollauf zu thun, um seine Vorbereitungen für den Empfang der Gäste zu treffen. Eine aanze Batterie Vierflaschen stand schankbereit im Zimmer des Leutnants, und Freund Andreas hatte versprochen, die nöthigen Äiaarren zu liefern, dieweil er eine Liebschast mit der Kochin eines Zigarrenfabrikanten hatte. Da wurde der Einkaufspreis nicht fo hoch genommen. Wohl eme, halbe Stunde hatten die beiden freunde Köcktt aemütklick beisammen gesessen, da wurde der Gastgeber" unruhig. Wo blieb Fanuschka, Liebste seinige auf ganzer Welt? Hatte sie ihn versetzt. Er wollte bereits über die reulostglett der Weioer zu schimpfen anfangen, als draußen auf dem Korridor Schritte laut wurden. Nun kommt sie, rief Michel freudig erregt aufspringend. Fanuschka meinige is sich doch ein süßes Mädel." Eben wollte er nach der Thüre gehen, da sprang diese auf, und vor dem liebesdurstigen Michel stand nicht Fanuschka. Liebste seinige auf ganzer Welt, sondern fein Herr, der unerwartet zurückgekommen, weil er seine Verwandten nicht angetroffen hatte. Lähmendes Entsetzen bemächtigte sich des armen Michel bei dieser Ueberraschung, Während sein Freund, noch weit entfernt, die Gefahr zu ahnen, höchst sorglos qualmend eine Bierflasche entkorkte. Na, Michel, Du lebst ja gar nicht schlecht?" xneinte der Leutnant, als sich seine erste Ueberraschung gelegt hatte. Was gibt's denn eigentlich hier sür ein fteft zu feiern?" .Geburtstaa j i r i ww j von meinige Großmutter, panje Leutnant, wahrhastig Geburtstag. Kenn' ich schon, diese Geburtstage. Michel, kenn' ich schon," versetzte der Leutnant, sauersüß lächelnd. Aber in meiner Stube brauchst Du den Geburtstag auch gerade nicht zu feiern. Ist nur ein Glück, daß Du nicht auch noch ein Paar Kousinen" eingeladen hast. Raus mit Dir und den Bierflaschen in Deine Stube. Und hat der Grenadier hier Urlaub?" Zitternd wies Freund Andreas seine Karte vor, und als diese für giltig erachtet wurde. war das Gewitter so ziemlich im Abziehen begriffen, denn Leutnant von Prittwitz war ' schließlich einer jener human denkenden Vorgesetzten, die ihren , Burschen ein 'Viertelstündchen Herrenleben" nicht so übel nehmen, wenn sie dabei nicht allzu arg über die Schnur hauen. 'So," meinte er. Michel, für dieses Mal 'will ich an Deine Geburtstagsfeier, glauben. Ich gehe jetzt ins Kasino, aber wenn ich wieder komme, will ich meine Stube in Ordnung haben, sonst raucht es." Und hinaus war er ebenso schnell, wie er gekommen, ehe Michel noch ein Wort erwidern konnte. Gott sei gelobt, getrummelt und gepM!" seufzte jetzt Michel auf. Is sich nur gut, daß Fanuschka meinige nicht da gewesen. Andreas, bilf schnell rausschleppen, ehe Leutnant komm: zurllck.Liebes Gott im Himmel, wenn er hätte geweissen, daß Großmutter meinige is schon zehn Jahr im Himmelreich, er wär' nicht' so leicht gegangen ins siasino." Wir aber um so schneller, ins Loch," versetzte Andreas nißmuthig. Nein, liebes Michel, ich komme nicht wieder so schnell zu Dir auf Besuch. Dieser Sach is mir zu gefährlich.' man soll nicht wieder machen eine todte Mensch lebendig und feiern seinigen Geburtstag. In zehn Minuten war die Bude des Herrn Leutnants wieder im alten Zustand, die beiden Helden aber zogen mit recht gemischten Gefühlen ab, um in einer nahen Kneipe der Großmutter Wiegenfest weiter zu feiern. Verblüffende Antwort. Sie hatten sich lange Jahre nicht gesehen. Er und sein alter irischer Kumpan, mit . dem Er so manchen (streich zusammen ausgeführt hatte: Er war ein sehr eleganter Herr aeworden, der Irische trug wohl noch dasselbe Jacquet, das er in den damaligen Zeiten getragen hatte; nun gingen sie zusammen spazieren. Zufallig führte der Weg an einem alten Galgen vorbei und Er konnte dem Dränge nicht widerstehen, eine witzige Bemerkung zu machen. Pat," sagte Er. siehst Tu den Galgen?" Freilich sehe ich ihn." Und was wäre wohl mit Mr, wenn der alte Galgen seine Pflicht gethan hätte?" Und Pat erwiderte ruhig: Da würde ich jetzt allein spazieren gehen. SpöttischeAuslegung. Dickterlina' (ttoh): Du. die Redak tion hat mir meine Novelle eingeschrieben" zurückgeschickt!- Freund: Da fiefit man. wie aeba'ssia die Redaktionen untereinander sind!" rrr ; -r r n cr rrs.. Csl l JL W! UIC0S 2lll, -ÜU Ul UUUJ VIC Novelle nur deshalb eingeschrieben" zurückerhalten, damit sie nicht verloren geht, und Du sie auch noch anderen e daktionen schicken kannst."
Chrylanlhcmüm.
Sie Heimath dieser Blume und ihre isüh rung in Europa. Das Chrysanthemum ist schon im 13. Jahrhundert nach Europa gekommen. Zuerst hat es cm mit Japan Handel treibender Holländer nach Europa gebracht, seine Pflanzen sind iedoch verschwunden. Dann brachte ein Marsemer Kaufmann auf seinem Schiffe Pflanzen mit, die in seinem Garten gut gediehen. Er gab davon mehrere einem Pariser Liebhaber, und aus dessen Garten kamen die Chryian-themum-Pflanzen nach London, wo englische Gärtner nunmehr mit Eifer an die Erzeugung neuer Arten gingen. Bisher hatte man nur gelbe und weiße Arten gehabt, feit 1840 sind die buntesten Blüthen entstanden. Jetzt hat man vielerlei ganz wunderbar gestaltete Arten. Da sind handgroße Blumen, deren Blüthenblätter leicht' gewellt und gekräuselt sind. Andere sind getigert, gelb und roth, manche haben weiße Oberblätter, rosa, gelbe. lila Unterblätter. In Japan genießt die schöne Blume besondere Verehrung. Wie der Blüthe der Kirschen, Pfirstche, Kamelien. Schwertlilien hat das an der Naturschönheit so frohe Volk Japans auch dem Chrysanthemum einen Festtag geweiht. Bei der an Äeseni Tage stattfindenden Chrysanthemum - Ausfiellung erscheint stets der Mikado mit Gemahlin und großem Gefolge. Die Kaiserin sie heißt Haru,- Frühling hat auf das Chrysanthemum mehrere Gedichte .gemacht. O-Kiku, Durchlaucht Goldblume, heißt die Pflanze auf japanisch, man gab ihr den Fürstentitel. Das Wappen der Mikado-Dynastie ist die Kiku-Blume das des Gesammthauses das Blatt der .Paulownia imperialis (Kaiserbäum) und auch das der letzten, der berühmtesten Schogun - Familie der Tokugawa, zeigt drei ChrysanthemumBlüthen. . Während man in Europa den großten und farbenprächtigsten Blumen den Preis gibt, will der Japaner ein hochstämmiges Chrysanthemum, das auf einem dichten Vlätterbusche eine Menge kleiner Blumen zeigt. Manchmal sieht man da Väumchen. die 2000 und mehr Blüthen tragen. Tchwicrigc Kabcllegung.. j Der Kabeldampfer Stephan" von den Norddeutschen Seekabelwerken in Nordenham, Oldenburg, hat die Legung der zweiten Theilstrecke Schang-Hai-Jap des deutsch-niederländischen Kclonialkabels, dessen erste Theilstrecke Menado-Jap-Guam im April 1905 durch den vorgenannten Dampfer ver legt wurde, glücklich beendigt. Der Kabeldampfer hatte infolge der ungeheueren und stark wechselnden Meerestiefen (bis zu 26.247 Fuß), .sowie der ungünstigen Jahreszeit große Schwierigkeiten zu überwinden. Trotz dem gelang es ihm, in der kurzen Zeit von zwölf Tagen das rund 20o0 engmche Meilen lange Kabel, von dem 130 Meilen durch den Kabeldampfer Stephan" schon im Mai 1903 gelegt worden, waren, ohne Unterbrechung glatt durchzulegen. Dank der durch beschleunigte Fabrikation ermöglichten frühern Ausreise des Kabcldampsers Stephan" und der glatten-Verlegung konnte die Eröffnung des Betriebes des Kabels Schanghai-Jap, die vertragsmäßig auf den 1. April 1906 festgesetzt war, nunmehr schon fünf Monate früher erfolgen. ? Die Firma hat fchon früher durch Herstellung und. Verlegung des zweiten deutsch-amerikanischen Kabels, des deutsch-enallschen Kabels Borkum Bacton, des Kabels Konstanza-Kon-siantinopel und anderer den Beweis dafür erbracht, daß das Verhältnißmäßig junge Unternehmen den gzößten ausländischen gleichartigen Werken durchaus ebenbürtig ist. k Fußzeug aus Asbest. Dr. Hogyes,,ein ungarischer Armee-Arzt. hat durch gründliche Untersuchunqen festgestellt, daß die Marschfäkigkeit der Truppen, dieses wichtigste Erforberniß für ein Heer im Felde, weniger durch Ermüdung gefährdet wird als durch die Empfindlichkeit der Haut an den Füßen gegen das Leder. Diesem Uebelstand hat Hogyes durch ein eigen thümliches, von ihm erfundenes Mittel afzuhelfen versucht, nämlich durch das Tragen von Einlagen oder Socken aus Asbest. Im ungarischen Heer ist d'.ese Neuerung bereits angenommen worden. Heeres stärken im Frieden. Die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres beträgt an Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften rund 604.000 Mann, wozu noch circa 10.000 Einjährig-Freiwillige. sowie 5000 Militärärzte. Zahlmeister und Oekonomiehandwerker kommen. Die Friedeirspräsenz des französischen Heeres. einschließlich der Kolonialtruppen, zählt 550.000 Mann. Das franzö sische Marinepersonal beträgt 60.000. das deutsche 40.000 Mann. Jubiläum von Staatsb a.h n e n. Die Staats-Eiscnbahnen von Neuslldwales blickten unlängst auf ihr 50jähriges Bestehen zurück. Am 26. September 1855 wurde die Strecke Sydney-Paramatta eröffnet und damit der' Anfang geschaffen für das heute rund 15.000 englische Meilen umfassende australische Bahnnetz mit seinem Z7.000.000.000 repräsentirenden Anlagekapital. .
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