Indiana Tribüne, Volume 29, Number 85, Indianapolis, Marion County, 1 December 1905 — Page 4

Jnvtana Tribüne, l Dezember 1905

Jndiana Tribüne. eraulaeacleu ton Ux 9uttnittt Indianapolis, Ind.

garrtz O. Thudlum Präsident. GeschäftSloealt No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Kntcrcd at the Post Office 1 Indianapolis as .. sccond cl&ss matter. Die russische Krise. Schlag auf Schlag führt nun die revolutionäre Partei in Rußland gegen den Zarismus. Kaum ist die Ruhe der Erschöpfung in einem Diftrkte'eingetreten, fo lodert auch schon in dem benachbarten die Fu rie der Revolution auf. Man ersieht täglich klarer, daß Witte der Sache' rathloS gegenübersteht. Er sieht, daß ihm die Macht, feine Paci sicirungSpläne wirksam durchzuführen, fehlt. ES ist nicht nur die Meuterei im Heere und in der Flotte, welche im hin dernd entgegensteht, sondern die Unzu verlässigkeit, selbst der hohen Beamten, die seine besten Stützen sein sollten, der Äankelmuth deS Zaren, aber Hauptsächlich der Mangel einer einflußreichen Presse. Das russische Volk hat - kein Ver trauen in die Ehrlichkeit seiner großen Tageszeitungen.' . Diese mächtigen Bildner der öffent lichett Meinung hat die Zarenregierung stets in solcher Abhängigkeit von einer unverständigen Zensur zu halten ge wußt, daß das russische Volk den Rath" schlügen seiner Zeitungen kein Gewicht beimißt. So fehlt nun in dieser Krisis das kräftigste Mittel, die russische Be völkerung zur einmüthigen Unterftü tzung der Witte'fchen Reformpolitik zu begeistern. Was die ganze Kossacken macht des unglücklichen Landes nicht erzwingen kann, hätte eine Vertrauens würdige Presse erzielen können. . Man hat der Presse zwar jetzt Frei heit gegeben, das Volk aber glaubt nicht daran. .ES ist so gemohnt ge wesen, die Zeitungen als servile Krea turen fr Autokratie zu betrachten, daß man ihnen auch jetzt keine freie Mei, nungSäußerung zutraut und den natio nalpatriotischen Ergüssen derselben kein G?HSr schenkt, weil man sie. inspirirt glaubt. ' So hat sich die Zarenregierung selbst deö wirksamsten Mittels beraubt' um da? Volk von ihren ehrlichen Absichten, weitgehende Reformen einzuführen, zu überzeugen. Berliner Brief. Dre Besuch des Königs von Spanien m deutschen Hofe ist zufriedenstellend verlaufen; eS hat sich dabei kein so fataler Zwischenfall ereignet, wie bei dem Besuche deS jungen Herrschers in Paris, wo bekanntlich der König und der Präsident der französischen Re publlk beinahe die Opfer eines Bom benattentateS geworden wären. ' Daß man aber in Erinnerung an den Pa rtfer Vorfall weitgehende Maßregeln für die persönliche Sicherheit deö hohen Gastes traf, war ganz natürlich. Diese Maßregeln aber hinderten das Publi kum der Reichshauptftadt nicht, den König wiederholt zu sehen und ihn sympathisch zu begrüßen. Natürlich war diese Begrüßung nicht so lebhast, wie wenn einer der Herrscher deö Drei bundeS Berlin besucht,, aber sie. war doch sehr herzlich, weil daS Wesen deS Königs den Berlinern zusagte. Er hat zwar eine sprechende Ähnlichkeit mit jenen Porträt? habsburg spanischer Fürsten, die die Hauptzierde deS Padro zu Madrid bilden, aber ihmehlt glück licherveise etwas. waS jenen Gesichtern fast durchweg eigen ist, der Zug der Melancholie. Er befitzt sehr viel na tarliche Heiterkeit und Frische, und ge. rade diese Eigenschaften haben ihm die Zuneigung der Berliner gewonnen. Da der König eine besondere Vorliebe für das Militär' und die Jagd befitzt, . fo wurde während feines Aufenthaltes ielbftverstündlich auf diese Neigungen weitgehende Rückficht genommen. Diese Tage der Festlichkeiten aber waren zugleich Tage ernster Vorderei tung für die wichtigste Vorlage, welche die deutsche Regierung dem Reichstage zu unterbreiten hat, nämlich für das neue Flottengesetz. Trotzdem die Mehr forderung recht hoch sein wird, herrscht doch prinzielle Zustimmung in Kreisen, die sich sonst sehr vorsichtig oder direkt ablehnend verhalten. . Die führenden Blätter der ZentrumSpartel lassen in ihren Erörterungm 'durchblicken, daß

diese Partei, die den AuSschlag zu geben hat, sich zu der Bewillignng der Forderung bereitfinden lassen wird. Diese bedingte Zustimmung ift.immerhin noch nicht so verwunderlich, well die große Mehrheit der Zentrumspartei auch den beiden vorigen Flottengesetzen zugestimmt hat. Höchst beachtenSwerth aber ist es. daß selbst in einer Partei, die 1893 und 1900 die Flottenvorlagen abgelehnt hat,? sich diesmal Stimmen erhe den, die einer Erweiterung dec deutschen Flotte das Wort reden. Zwar dürfte nur ein geringer Bruchtheil der Frei sinnigen Volkspartei schließlich der Vorlage zustimmen, aber daß in dieser Partei sich überhaupt Freunde der Flottenvermehrung finden, ist der beste Beweis dafür, wie tiefe Wurzeln der Flottengedanke im deutfcjen Volke ge schlagen hat. .Ja selbst ein sozialde mokratischer Abgeordneter, Ealwer, zwar will die Flottenforderung ableh nen, aber er erklärt daS Bestreben der

deutschen Regierung, im Ausbau ihrer Flotte nicht allzuweit hinter den ande ren Mächten zurückzubleiben, an sich für berechtigt, und er verlangt nicht, daß gerade Deutschland den Anfang mit der Abrüstung machen soll. Vielleicht werden die Hausknechte der sozialdemokratischen Partei demnächst den Auftrag bekommen, den ketzerischen Herrn Ealwer hinauszuwerfen. Diese Hausknechte sind gerade jetzt in der Uebung, da sie vor Kurzem gleich sechs Redakteure auf einmal hinausbefördert haben. Diese Redakteure waren an dem sozialdemokratischen Centxalorgan, dem Vorwärts, angestellt, aber weil sie sich unterstanden, eine eigene Mei nung zu haben, so wurde ein Parteige richt zusammengerufen, daS sie ihrer Stellung enthob, ohne sie auch nur anzuhören. 'In solcher Weise springt die Partei mit ihren Angestellten um, die vom Morgen bis zum Abend das Wort Freiheit- im Munde führt und die sich über die angebliche Tyrannei der besitzenden Klassen bei jeder Gelegenheit bitter beschwert. In Wirklich, keit besteht die sozlaldemokratische Frei heit darin, jederzeit die Meinung haben zu dürfen, die der Dictator der Partei. Bebel, und sein Adjutant Mehring für die richtige halten. Die dramatische Production befindet fich in Deutschland- in derselben Lage, wie gegenwärtig fast iu allen Kulturftaaten. Sie kann wohl interessante und unterhaltende Werke hervorbringen, geeignet, die Zeitgenossen für eiue längere oder kürzere Zeit zu beschäfti gen, aber sie befitzt nicht die Kraft zur Erzeugung von dramatischen Arbeiten, die die Bürgschaft der Dauer in sich tragen. Von den beiden bekanntesten deut schen Dramatikern hat Hermann Su dermann mit seinem mißlungenen jüng ften Werke Stein unter Steinen" eben wieder erwiesen, daß er mehr Theatra. liker als dramatischer Dichter ist. Als solcher ist ihm Gerhart Hauptmann zweifellos weit überlegen; allein un glücklicherweise geht diesem Manne jenes Heldenhafte ab, daß AschyloS und Cal deron, Shakefpear? und Schiller besä ßen, und ohne das dem Dramatiker nie ein großer Wurf, nie ein Werk von vollkommen echter Tragik gelingt. An ders aber steht es in Deutschland um die im engeren Sinne szenische'Kunft. Hier sind bedeutsame und originelle Fortschritte und Leistungen zu bemerken; und zwar bildet ihr gemeinsames Leitmotiv das Bestreben, mit der schau spielerischen Kunst alle anderen Künste in so vollendeter Form zu verbinden, daß aus dieser Vereinigung eine tiefe, unwiderstehlich sich auf den Zuschauer übertragende Gesammtftimmung ent steht. Nichts soll mehr vernachlässigt, alles soll durch und durch künstlerisch beseelt werden; erste Künstler sorgen für die Dekorationen und die Kostüme, ellie kleine Begleitmusik wird in die Hände eines Humperdinck gelegt, und eine Regle, deren Arbeit nur der ganz würdigen kann, der selbst einmal hinter den Kulissen thätig war. schmilzt alle diese Elemente zum künstlerischen Ganzen zusammen. ' Man möchte sagen, daß Richard WagnerS Gedanke vom Gefammt kunfiwerk'h!er auf die Schauspielkunst Ausdehnung gefunden hat. Die ersten Anfänge dieser Bewegung muß man auf die weltberühmten Meininger zu rückführen, in ihrer heutigen Form bil det Berlin ihre Hauptftätte, und ihr Hauptvertreter ist der noch junge und unternehmungsluftige Theaterdlrektor Reinhardt, dem es in wenigen Jahren gelungen ist, sich die Leitung des vor nehmften Berliner Privattheaters, des

Deutschen Theaters", zu erobern.. Die beiden Hauptprobestücke dieses StylS bildeten die Aufführung zweier Shake spearedramen, des SommernachtZ traumS" und jüngst des Kaufmanns von Venedig". In beiden gelangte die neueingeführte Drehbühne zur Verwen dung, auf deren Hinterem Segmente die nächste Dekoration aufgebaut wer den kann, während auf dem vorderen gespielt wird. Die hierdurch erreichte Möglichkeit schneller Verwandlungen erlaubt eö. diese Stücke Shakespeares fast ungekürzt, gleichsam als eine Folge wechselnder Bilder aufzuführen; und es ist merkwürdig genug, daß so dies modernste Bühnenystem insofern etwa dasselbe erzielt, was die zur Einfachheit der Elifabethanischen Acra zurückge führte Shakespearebühne in England und Deutschland bezweckte. Himmelweit ist nun freilich von de ren abstinenter Einfachheit die moderne Berliner StlmmungSbühne entfernt.

Vielmehr bietet sie eine Reihe der ein drucks und stimmungsvollsten Szenen bllder, bei denen alleS darangesetzt wird, die Illusion auf daS Höchste zu steigern. Und wirklich glaubt man im Kauf, man von Venedig" die Lagunenstsdt mit ihren winkligen Güßchen, launi schen Kanälen, plötzlichen und unvermeidlichen Brücken, mit all ihrer unbe rechenbaren dekorativen Bizarrerie vor sich zu sehen, jetzt beim ungewissen Scheine einer flackernden Laterne, jetzt im Mondlichte, dann wieder belebt von dem übermüthigen Zuge schwär mender Masken. Die Kostüme hatte der Maler Emil Orlik, ein Professor am hiesigen Kunstgewerdemuseum und beiläufig einer der sehr wenigen Künsi ler, die den japanischen Farbenhojz schnitt an Ort und Stelle in Japan studirt haben, mit ebensoviel historischem Verständnisse wie dekorativem Geschmacke entworfen, und so sah man denn Bühnenbilder, wie sie vielleicht ge. genwärtig in so vollendeter'künstlerischer Harmonie nirgendwo sonst geboten werden. Diesen Bühnenbildern ord' nete fich nun das schauspielerische En Zemble angemessen ein. ES bot den Shylock deS aus Hamburg neu enga girten Herrn Schildkraut. auSgenom men keine Mehrleistungen, aber selbst mittlerer Leistungen wurden durch daS Ensemble gehalten. Wir verdanken diese Errungenschaft des schauiplelerischen Ensembles Frankreich)' n0 da3 Theatre franSais zuerst eine ganze Künftlerschaar zu einem einheit lichen Kunstkörper zu vereinigen ver standen hat. DaS Spiel des modernen deutschen Bühnenstils ist das Ensemble deö Ge. sammtkunstwerkeS, das Ensemble von Wort und Ton, von Bild und Ge bärde. Wirklich wurde auf diesem Wege erreicht, daß der Sommernacht. träum" an uns als der phantastische Spuk einer heißen Sommernacht vor überglitt, über deren wirres Spiel man fich in der hellen Sonne verwundert die Augen reibt; und der Kaufmann" ward zu einem lebendigen Stücke alt venezianischen Lebens. Allein ganz ab. gesehen von der Prinzipienfiage, od die Bühne die Phantasie so oppulent sättigen, oder ob sie nicht vielmehr, wie eS zu Shakespeares Zeit geschah, auf karge Kost setzen und dadurch anreizen soll, bleibt bei diesem Reinhardt'schen System immer die große Gefahr des Zuviel". Wenn z. B. Antonios' Freunde ihn trällernd verlassen, so ist das ein hübsches Motiv, um das san gesfreudige Venedig lebendig zu machen; wenn sie aber tn solcher Situation im mer und immer wieder trällern, so wird dasselbe Motiv unwahr und fade, und die venetianischen Herren, die nicht gehen zu können scheinen, ohne zu sin gen, werden Theatersiguren. Solcher Verstöße gab es wohl mehrere, und sie wiesen auf die Gefahr deS Stiles hin. Loch vorläufig gehört diese Gefahr im ganzen mehr der Zukunft an, und so dürfen wir uns zunächst der gegenwär. tigen Leistung gern erfreuen. s Bureau seinem Bureau in Würzburg erschoß sich der langjährrqe Prokurist des alten Bankhauses Edenfeld & Studier. Der Bestand der Schuy. und Polizeitruppe in Deutsch'Ost. afrika soll auf 4200 Mann erhöht werden. DerRentner A. v. Lösscke feierte sein 2Jjährigcs Jubiläum als Vorsteher des Gemeinderathes von Hildburghausen. Aus diesem Anlaß wurde ihm vom Herzog der Hofrathtitel und von der Stadtver walwng das Ehrenbürgerrecht der liehen. Die Schüler des Technikums, dessen Lehrkörper früher v. .Lösecke angehorte, brachten dem Jubilar ei nen Fackelzug.

Europaische Nachrichten.

Freie Städte. Hamburg. Kürzlich stieg in eimm unbewachten Augenblick der in der Beethovenstraße 6 wohnende 5jährige Knabe Walter Thesdorff auf die Fensterbank der zweiten Etage. Das Kind öffnete das Fenster, verlor hierbei ias Gleichgewicht und stürzte in den Hof hinab, wo es mit zerschmettnten Gliedern regungslos liegen blieb. Ein schnell hinzugeholter Arzt konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod des Kindes feststellen. Die Leichx des verunglückten Kindes wurde in das Hafenkrankenhaus gefahren. , Eine verheerende Feuersbrunst hat in der Langenfelderstraße gewüthet und einen Schaden von mehreren hunderttausend Mark angerichtet. Hier sind die Malergehilfen Hermann Söne und Albert Prinzenberg, die an einem Neubau in der Desenißstraße besäsäftigt waren, von dem Gerüst aus der vierten Etage abgestürzt. Beide erlitten sehr schwere Verletzungen und wurden in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause St. Georg befördert. Albert Prinzenberg ist bald nach seiner Ginlieferung gestorben.. Vor einiger Zeit wurde an Bord, eines bei der Beddel liegenden Bremer Lloydkahnes der Matrose E. F. W. Schneeweiß vermißt. Der Schiffer, der einen Unfall vermuthete, begann nach der Leiche des Vermißten im. Strome zu suchen. Nach einigem Suchen fand er auch den Todten. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle des Hafenkrankenhauses gebracht. Bremen. Der Senat ernannte den Dr. Henry Seedorf aus Göttingen zum Stadtöibliothekar an Stelle Vulthaupts. Lübeck. Zu Oberlehrern am Johanneum sind vo Senat zu Ostern 1906 ernannt die Oberlehrer Herren K. F. Grube in Hamburg, K. G. Schmidt in Bremen und E. K. Binder in Rostock. Schweiz. Bern. Im Bürgerspital starb an den Folgen eines Schlaganfalles Oberst Arnold Schumacher, früherer Waffenchef der Artillerie. Aarau. Joseph Burgmeier, Gesanglehrer und Musikdirektor, verstarb in Aarau an einem Schlaganfall im Alter von 62 Jahren. Basel. Musikdirektor Edgar Muninger ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Er war ein bekannter ComPonist. ,. LaChaux - de-Fonds. Ein schreckliches Unglück ereignete sich im Keller des Weinhändlers Peytrequin. Der Küfermcister Jules Boillat war im Begriff, einige übereinander liegende Fässer zu füllen. Als er den Schlauch aus einem gefüllten Fasse in ein leeres leiten wollte, kam das nicht genügend befestigte volle Faß. an dem er sich hclten wollte, nebst einem daneben liegenden in Bewegung. Der Unglückliche wurde unter dem Gewichte der beiden je 600 Liter haltenden Fässer , buchstäblich -erdrückt. . L u z e r n. Hier starb der bekannte Schloßherr im Hitzkircherthal, Pfyffer.von Heidegg. R e i n i s ch. Aus dem Schuldienste getreten ist kürzlich Jakob Kloßner, der 44 Jahre lang mit Fleiß und Gewissenhaftigkeit die hiesige Oberschule geleitet hat. St. Gallen.. Andreas Bernegger, früherer Angestellter bei der Firma Pulaski & Co., St. Gallen, ein in Strickereikreisen vortheilhaft dekannter Mann, starb in Sax, Kanton St. Gallen, im Alter von 26 Jahren. ch'w i tz. Es brach in der ausgedehnten Sägereianlage Anderüthi Feuer aus. das innerhalb einer Stunde die Sägerei bis auf den Grund zerstörte. Winterthur. ' In W:ntertk.ur ist dieser Tage die Mutter de- oersiordenen Herrn Bundesrath W. Hauser im Alter von 94 Jahren gestorben. Z ü r i ch. Im Alter von 35 Jahren ist der Adjunkt des kantonalen Oberforstamts, Huldreich Honeager, ein Bruder des Bundesrichters. gkstorben. Er war ein trefflicher Beamter und allgemein beliebt. Heskerreich-'Angarn. Wien. Vor Kurzem ereignete sich in dem großen Fabrikgebäude der Dampfkraft - Vermiethungs - Anstalt von Rast und Gasser in der Gabk'nzstraße in Ottakring eine fürchterliche Celluloid - Explosion, durch welche ganze Fabrikstheile, ArbeitLräume und angrenzende Räume in Flammen gehüllt wurden. Der Arbeiter bemächtigte sich eine furchtbare .Panik; alle stürzten die Treppen hinab m's Freie, einige sprang: aus den Fenstern auf die Straße. Im Ganzen wurden durch die Katastrophe zwei Personen getödtet, drei schwer und sechs leicht verletzt. Die Namen der Todten sind: Josef Hoffmann, Anna Wittmann und Ludwig Misera. Vor einiger Zeit unternahm, der in Margarethen wohnhafte Spengler Johann Röhrich mit drei Kollegen einen Ausflug nach Gugging bei Klosterneuburg. In angeheitertem Zustand stürzte er vor der Station Kierling von der Platform des Waggons und wurde als gräßlich verstümmelte Leiche unter den Rädern des Zuges hervorgezogen. Letztens waren 25 Jahre verstrichen, seitdem der Chef des .kommerziellen Dienstes

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?7?u Dampfschiffahrts - Ge-, Ein Deutschenhasser, sellfchaft, Oberinspektor Elias Eske- Qn Führer der Konservativen in Kanasy rm Dienste dieser großen Trans- nai)a Namens Bennett sprach - dieser Portunternehmung steht. Dieser ge in einer Versammluna in CalTage wurde dem Lojchmelster der städ-' gary. in der neuen Provinz Älberta, in tischen Feuerwehr Johann .Wagner in verächtlicher Weise von den Teutschen Anerkennung seiner erprobten Dienst- ! als Duchoborzen." Als ihn ein lelstung bei der städtischen Feuerwehr Teutscher unterbrach und ihm den Unund insbesondere wegen seiner uer-! terschied erklärte, sagte Bennett: Das schrockenen Haltung bei einem Brande- thut nichts zur Sache, die sind ebenso vom Kaiser das silberne Verdienst- unerwünscht wie die Duchoborzen." kreuz verliehen. Letztens wurde der Auf die Frage des Pastor Möbius., ob ; r i . r . r . cm n -, wo, '

Diagrige -iranenleyrer Mannas Meiicyar aus der Freiuna von einem Stellwagen überfahren. Melicha wurde in schwer verletztem Zustande in das Allgemeine Krankenhaus gebracht und ist bald darauf gestorben. Gegen den Stellwagenkutscher ist das strafgerichtliche Verfahren eingeleitet worden. . ' " " Aussig. Dieser Tage beging der hiesige Postoberoffizial Julius Kuh das 40jährige Dienstjubiläum und war aus diesem Anlasse Gegenstand zahlreicher Ovationen seitens feiner Kollegen und Unterge5enen. Er erhielt auch mehrere Ehrengeschenke. -Bielitz. Aus Liebesgram erschössen hat sich hier der Schlosser Gora. B u d w e i s. Letztens wurde in der hiesigen Bahnstation der Verschiebe? Ernst Honis beim Rangiren eines Zuges überfahren und blieb sofort todt. Er hinterläßt eine Wittwe und vier kleine Kinder. E g e r. Als der am hiesigen. BahnHofe bedienstete 42hre alteStationsdiener Christoph Bergmann seinen Dienst antreten wollte und zwischen zwei Scheiben am südlichen Theile des Bahnhofes das Geleise überschreiten wollte, wurde er von der Maschine eines von hier nach Prag fahrenden Personenzuges erfaßt und etwa 18 Meter weit geschleift. Bergmann erlitt am Kopfe und am rechten Beine derart schwere Verletzungen, daß er denselben sofort erlag. Der Verunglückte ist Vater von sechs Kindern. Nach den gepflogenen Erhebungen trifft Niemanden ein Verschulden. L e o b t n. Der Professor an der hiesigen montanistischen Hochschule. Franz Dolezal hat eine Berufung an die Wiener technische Hochschule als Professor Ux praktischen Geometrie angenommen. O l l e s ch a u. Der kommerzielle Direktor der hiesigen Papierfabrik, Karl Strobach, welcher nach VerÜbung von Malversationen flüchtete, ist auf der- Fahrt von Spalato nach Ragusa m's Meer gesprungen und ertrunken. Prag. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten Alois' Schleifer.Oberrevident des Jnspektorats der priv. österreichisch - ungarischen Staatseisenbahngesellschaft Hierselbst, mit seiner Frau Jenny, geb. Bozdch. Salzburg. Dieser Tage feierte Landespräsident Graf St. JulienWallsee seinen sechzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlasse hatte sich Bürgermeiste? Berger mit den beiden 'ViceBürgermeistern . im Bureau des Landespräsidenten eingefunden, um diesem die Glückwünsche der Stadtgemeindevorstehung zu überbringen. Luxemburg. L u x e m b u r g. Der Arbeiter Joh. Faber, welcher einen Mordversuch auf den Kalkbrenner M. Decker gemacht hatt'', indem er bei Arlon dem Decker sechs Messerstichein die Herzgegend beibrachte, wurde auf der Straße zwischen Geichel und Arlon festgenommen.

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a a a o Rbrer Vrobrecknuna unh er. 324 W. Maryland Erstklassige Familienwäsche. Beide Telephon 808... er trotzdem die Stimmen der Deutschen erwarte, gab Bennett grob zur Antwort: Wir qevcn nichts um sie: die Deutschen gehören überhaupt nicht zu, der weißen Rasse." Leeres Faß explodirte. Das Opfer eines ganz ungewöhnlichen Unfalles -wurde unlängst ein Fred. Schlegel in St. Paul, Minn. ' Schlegel und mehrere andere Männer amüsirten sich damit, leere Fässer einen Abhang hinunter zu rollen, um das Rollen von Baumstämmen zu lernen.' ffrn2 ITufl7r fiiH CHnfnlirt r4finT luv f U j v y V. . v . . vi7vtten, war aber zur Zeit augenscheinlich völlig leer. Vön den Zuschauern warf jemand ein Streichholz in das leere Faß, als plötzlich eine furchtbare Explosion stattfand. Schlegel wurde zehn Fuß weit geschleudert und seine Kleidung fing Feuer. Erst nachdem er 'ziemlich schwere Brandwunden am Unterleib und an den Beinen erlitten hatte, gelang es den Zuschsuern, die Flammen zu ersticken. In der Zelle verbrannt. Ein wegen Trunkenheit verhafteter Mann Namens Michael McDermott hat sich im Gefängniß in Newark, N. I., durch Verbrennen m's Leben gebracht. Bald nach seiner Verhaftung war McDermott tobsüchtig geworden und mußte infolge dessen in einer Polsterzelle untergebracht werden. Auf irgend eine Weise gelang es ihm. die Zelle in Brand zu stecken. Als die Wächter herbeieilten, stand seine Kleidung in Flammen und die.Zelle war mit Qualm gefüllt. Der wüthende Mensch warf sich mit brennenden Kleidern auf die Wächter und zwang sie zum Rückzüge. Bei einem zweiten Versuch gelang es, den Wüthenden in den Korridor zu schleppen, aber er war todt, ehe die Aerzte ihn erreichen konnten. In der Brautnacht ermordet. Am Morgen nach ihrer Verheiratung wurden der 28 Jahre alte Randolph C. Johnson und seine 17jährige Gattin Helene in ihrem neuen Heim in Perquimans, N. C.. todt aufgefunden. Beide waren durch Revolverschüsse getödtet, und die er-, starrte Hand des jungen Weibes um-' klammerte noch die Schußwaffe, mit der sie in der Brautnacht ihren Gatten und sich selbst erschossen hatte. Helen Hope war Johnsons Jugendgeliebte gewesen. und die dieser Tage erfolgte Trauung des Paares war ein gesellschaftliches Ereigniß, welches von den Angehörigen des Paares und ihren zahlreichen Freunden festlich begangen wurde. Spät am Abend fuhren die Neuvermählten nach dem von Johnson eingerichteten Heim, wo sich bald nach ihrer Ankunft die blutige Tragödie abgespielt haben muß. Das Motiv der entsetzlichen Blutthat ist unbekannt. VuS dem Erdreich, das aus belgischen Kohlengruben von der Tiefe von 330 Fuß herausgeschafft worden war. sollen Gräser und andere Pflanzen aufgekeimt sein, die allen Botanikern noch unbekannt waren.