Indiana Tribüne, Volume 29, Number 84, Indianapolis, Marion County, 30 November 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 30 November 1905

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Mir ist die Einsamkeit nicht leer.

Mir ist die Einsamkeit nicht Iccr, Es flüstern drin vertraute Stimmen, Und tausend Funken in ihr glimmen. Wie Lichrer im dunchsonnten Meer. Eie war das Meer, das uns umrauschr, !Da wir auf scl'czcr Insel rubtcn Und glückdurchschaucrt ihrer Zzlulhcn So weltentiefern Sang gelauscht. Und unser junges Lachen sprang Oinein wie lustversprühte Funken. . Vlun träumt die Stille, zaubertrunken, Noch heut' von all dem Glanz und jllang. '" . : Treu barg sie Glück und Leid im Z$oc Und gab ihm tiesgeheimes Leben. . Nun löst, was wir ihr einst gegeben. Aus ihrem Arm sich wieder los. Und siebt mit tiefem Blick mich an. So grotz und still, so wundereigen. Tast ich wohl nie dies dunkle chircigkr Voll Sternenlicht mehr missen kann. Uederraschung. Novetlette von Lothar Brenkendorf. Als dZe' Glocke der Wohnungsthü, zweimal anschlug, sprang Frau Dr. Elli Hagemann auf, um nach ihre? Gewohnheit dem heimkehrenden Gatten entgegenzueilen. Aber mitten irr Zimmer blieb sie stehen; denn sie hörte, daß der Doktor nicht allein gekommer war. Mit seiner tiefen, ruhiger Stimme richtete er an irgend jemanItn die freundliche Aufforderung, abzulegen, und fügte, wie in Zurückweisung eines von den andern geäußerten Bedenkens hinzu: Seien Sie ohne Sorgen meine Frau wird sich aufrichtig freuen. Geradeaus, wenn ich bitten, darf. Her: Regierungs-Assessor!" In einer hajb unwillkürlichen Bewegung hatte Frau Elli ihre linse Hand zum Herzen erhoben; ein feines Roth hatte sich über ihr sonst etwas blasses Gesicht gebreitet, und ihre aus die Thür gerichteten Augen schiener. plötzlich größer geworden. Qtät als derGast schon vor ihr aus der schwellt stand, mit raschem, etwas scheuem Blick das traulich erhellte Zimmer und die schlanke Frauengestalt darin überfliegend, hatte sie die Herrschaft über ihre Haltung und ihr Benehmen wiedergefunden. Sie Herr Assessor? Daist ja eine große Ueberraschung." Ihre, Lippen lächelten; doch ihre Augen waren ernst geblieben, und etWas Zögerndes, fast Wiederstrebendes lag in' der Art, wie sie dem Besucher die Hand, zum Willkomm entgegenstreckte.. Der große blonde Mann aber neigte sich' ehrerbietig auf diese schmale Hand' herab, um ' sie leicht mit seinen Lippen 'zn berühren. Wenns eine unangenehme Ueberraschung ist, gnädige Frau, so werfe ich alle Verantwortung auf Ihren Herrn-Gemahl.' Seine liebenswürdige Einladung war es, der ich nicht widerstehen konnte". Seine Stimme klang weich und fast singend. Es war kein Zweifel, daß er sich ihres Wohllautes bewußt war und daß er sie handhabte, wie ein geschickter Virtuose sein Instrument. Noch ehe XZlli ihm antworten konnte, kam ihr der Doktor zuvor: Ich fand den Assessor im Club, den ich seit unserer Verheirathung heute zum ersten Male für einen Moment aufgesucht hatte, und ich wußte, daß es Dir Freude machen würde, liebe Elli, wenn ich ihn zum Thee mitbrächte. Ihr seid doch immer gute Freunde gewesen". Gewiß!" erwiderte sie ruhig. Ab Sie müssen vorlieb nehmen mit dem, ' was ich unvorbereitet bieten kann; Sie entschuldigen mich auf einige Minu- , ten, nicht wahr? damit ich drüben anrichten lasse." Sie ging rasch hinaus, und in dem hübschen Gesicht des Assessors war der Ausdrück einer gewissen Verlegenheit.wkewenn er über die rechteDeutung dieses Empfanges nicht ganz mit sich im reinen sei. Dankend nahm er die von dem Doktor dargebotene Cigarette und blies ein paar Rauchwölkchen von .sich, ehe er sagte: Wie rosig und blühend Ihre Frau Gemahlin aussieht! Das ist aber nur natürlich, wenn man den Arzt so nahe hat wie sie." Sie pflegt sonst bleicher zu sein als gerade an diesem Abend. Ist es denn übrigens schon so lange her, daß Sie sie nicht mehr gesehen haben?" O, eine Ewigkeit! Die Gnädige war' noch nicht verheirathet, als ich zum letzten Male den Vorzug hatte." Es müßten also mindestens sieben Monate seitdem vergangen sein. Und Elli hätte eigentlick ein Recht, Ihnen wegen der Vernachlässigung zu zürnen. Sie waren doch, wenn ich nicht irre, 'ein häufiger Gast in ihrem ElternHause gewesen". Allerdings! Aber in einer jungen Ehe Sie können sich doch denten,. lieber Doktor, daß man da nicht gerne stört. Uebrigens eine ausgezeichnete Cigarette, die Sie da haben." Jch beziehe sie direkt aus Rußland. Hoffentlich machen Sie mir das Vergnügen, Ihnen recht oft davon anbieten zu dürfen." Der Assessor verbeugte sich dankend. Es gab ein kleines Schweigen, und dann schleppte sich ihre Unterhaltung mühselig eine Weile fort, wie zwischen ' zwei Menschen, 'die den rechten Berührungspunkt nicht finden können. Ewald von Binder war sichtlich froy, als Elli wieder eintrat, um die Herren zu Tisch zu bitten. Sie hatte in der Zwischenzeit nichts an ihrem Anzüge

geändert, und doch erschien sie ihrem Manne jetzt festlicher gekleidet als vorhin. Es mußte an ihrer stolzeren Haltung, an ihren, eigenthümlich gemessenen Bewegungen liegen, daß er diesen Eindruck hatte. Und er war überrascht von der ruhigen, frauenhaften Würde, die über ihre ganze Erfcheinung gebreitet schien. Jedenfalls war nicht mehr die leiseste. Spur von Befangenheit in ihrem Wesen, und sie behandelte den Regierungs - Assessor etwa wie einen nach längerer Abwesenheit zurückgekehrten guten Bekamtten, dessen Gegenwart man ohne jede sonderliche Erregung empfindet. Das Gespräch wurde fast nur zwischen ihr und ihm geführt, ein ziemlich leeres Gcplauder über alle möglichen gleichgültigen Dinge, in das der HausHerr nur selten eine Bemerkung einwarf. Man war fast schon am Ende des Mahles, als Her Doktor plötzlich aufstand. Es klingelt am Fernsprecher. Ich will doch nachsehen." , Aber ich habe nichts gehört. Du mußt Dich getäuscht haben, Fritz!" Rein, ich bin meiner Sache ganz sicher. Entschuldign Sie mich auf einen Augenblick, Assessor! Wahrscheinlich ein Patient." Er ging hinaus, und während der z:rei oder drei Minuten,' die bis zu feiner Wiederkehr vergingen, wurde kein Wort zwischen den Zurückgebliebenen gewechselt. Eine sebr unangenehme Störung", sagte der Doktor. Ich muß leider ncch eine Krankenvisite machen überdies im äußersten Westen." Der Gast hatte sich sofort erhoben. ' Dann gestatten die Herrschaften, daß ich mich empfehle". Aber weshalb denn?" protesiirte Hagemann. Ich bitte Sie im Gegentheil, meine Frau unterdessen Gesellschaft zu leisten. In längstens einer Stunde bin ich wieder da." Ich weiß wirklich nicht, verehrter Herr Doktor " Ah, nichts da! Sie sind Elli doch kein Fremder. Und ich ich möchte nachher auch gerne noch einiges mit Ihnen besprechen. Also rechne ich mit Sicherheit darauf, Sie noch hier zu finden. Auf Wiedersehen! Bitte, bemühe Dich nicht, Kind ich finde schon meinen Weg." Aber die junge Frau ließ sich durch die freundliche Zurückweisung nicht abhalten, ihn bis ins Vorzimmer zu begleiten. Warum ' ließest Du ihn nicht gehen, Fritz?" fragte sie vorwurfsvoll. Ich wäre viel lieber allein geblieben." Und hast doch so oft, wenn ich abgerufen wurde, über Deine Einsamkeit geklagt. Für eine kurze Stunde, denke ich,, wird es Euch an. Unterhaltungsto ff nicht fehlen." "-' E: hatte es so eilig, daß er sich kaum Zeit ließ, sie zum Abschied zu küssen. Aber die Hast, mit der er aufgebrochen war, verwandelte sich in das Gegentbeil, sobald er die von frostigem Nebel eingehüllte Straße betreten hatje. Da schritt er ganz langsam dahin, die Hände in den Taschen seines Ueberziehers vergraben und mit gesenktem Kopfe, wie jemand, der von sehr ernsten Gedanken erfüllt ist. An der nächsten Straßenecke befand sich ein um diese Stunde" wenig besuchtes Kaffeehaus; da trat er nach 'kurzem Zögern ein und ließ sich an einem ganz versteckten Ecktischchen nieder. Einen Blick warf, er auf seine Uhr, dann griff er mit' einer halb mechanischen Bewegung in die Vrusttasche und zog ein zusammengefaltetes Papier daraus hervor, ein mit großen, markigen Schriftzügen bedecktes Briefblatt, das außer dem Monogramm E. v. B. eine prahlerische Freiherrnkrone schmückte. Der Inhalt war ihm nicht mehr neu; denn seit diesem Morgen hatte er wohl schon zwanzigmal gelesen. was der Regierungs-Assessör von Binder vor sieben Monaten genau vierzehn Tage vor ihrer Hochzeit an Elli zu schreiben gewagt hatte. Aber er wollte es trotzdem noch einmal lesen; Silbe für 'übt, wollte er sich's einprägen, ehe er umkehrte, die beiden zu überraschen. Unverwischbar sollten alle diese überschwenglichen Liebesbetheuerungen sich in seine Seele graben, und nicht ein Buchstabe von den Schlußsätzen des Briefes sollte seinem Gedächtniß entschwinden, von diesen Schlußsätzen, die in grausamster UnZweideutigkeit lauteten: Mir allein gehört Deine Liebe, und ich weiß, daß dieser widerwärtige, häßliche Geselle, dem man Dich um der guten Versorgung willen ausliefert, nie einen Antheil haben wird an Deiner Seele. Die brutale Macht der Verhältnisse bindet mir heute die Hände; aber der Tag wird kommen, da unsere Leidenschaft alle hemmenden Schranken niederreißt; da ich Deine verhaßten Ketten zerreiße und da übermenschliche Wonnen uns entschädigen für das, was wir jetzt leiden müssen. In der Erwartung dieses Tages wollen wir standhaft bleiben in unserer Liebe und reue und wollen unser Geheimniß bewahren, bis die Stund? da ist, es aller Welt zu offenbaren. Mag' dieser täppische Doktor immerhin an Deine Liebe glauben; wir beide wissen es besser, und wie eines bösen Traumes werden wir dereinst der Zeit gedenken, da Du ihm gehörtest. " ' ' - Bis in den Tod Dein Ewald

Während er das Blatt endlich wieder langsam zusammenlegte, blickte der Doktor in den Wandspiegel, der ihm gegenüberhing. Der Herr Regierungs Assessor hatte ja vielleicht so unrecht nicht. Im Vergleich zu dem schlanken, blonden Adonis mochte er den Augen eines jungen Mädchens in der That häßlich und widerwärtig erscheinen. Und wenn Elli, die Ver-

,' wöhnie und Vielumschwärmte, da-

mals seme Werbung abgewiesen hatte, er würde es im Bewußtsein seiner mehr als bescheiden äußeren Vorzüge als etwas Begreifliches hmgenommen haben. Aber daß er es jetzt hören mußte, jetzt, da sie sein Weib geworden war um der guten Versorgung willen und mit der Leidenschaft für einen anderen im Herzen , das, bei Gott, war ein Schlag, der ihn unerwartet und unvorbereitet getroffen hatte. Er war bis zu diesem Tage so glücklich gewesen und voll so schrankenlosen Vertrauens in die Dauer seines Glückes. Kein Schatten eines Argwohns hatte die lichte Heiterkeit seiner Seele getrübt. Und nun ? Ein blinder Zufall hatte ihm dies unselige Blatt in die Hände gespielt. Ganz obenauf in einer Schieblade an Ellis Schreibtisch hatte es gelegen, die sie wohl versehentlich hatte offen stehen lassen, als sie unvermuthet aus dem Zimmer abgerufen worden war. Nur das prahlerische Monogramm mit der Krone darüber hatte die Aufmerksamkeit des Doktors erregt; aber wie er mit einem halben Blick danach hingesehen, hatte er auch die drunterstehende Anrede wahrnehmen müssen: Meine heißgeliebte, angebetete Elli!" Da erst hatte er seine Hand nach dem Blatte ausgestreckt, hatte es rasch überflogen und bei Ellis Wiedereintritt in seiner Tasche verborgen. Sie aber hatte den Verlust nicht bemerkt. Ruhig hatte sie die Schieblade wieder verschlossen; heiter und unbefangen wie immer, hatte sie ihm zum Abschied ihre weichen Lippen dargeboten. ' - Und er war, stark genug gewesen, weder sie noch irgend einen anderen Menschen ahnen zu lassen, was in seirtem Innern vorging. Er mußte Gewißheit darüber haben, wie eszwischen den beiden stand, und darum war es nothwendig, daß er sich beherrschte. Treu und wissenhaft hatte er den ganzen Tag hindurch die Pflichten seines Berufes erfüllt; am Abend aber war er in den Club gegangen, wo er den Regierungs - Assessor um diese Zeit am Spieltische wußte. Er hatte der Versuchung widerstanden, ihn niederzuschagen. Mit unbefangener Freundlichkeit hatte er ihm die Hand gedrückt, und liebenswürdig hatte er ihn aufgefordert, ihn zu einem" traulichen Plauderstündchen am heimischen Theetisch zu begleiten. Wohl hatte er bei alledem etwas wie ein Grauen empfunden vor der eigenen Verstellungskunst; aber er war trotzdem standhaft in . seiner Rolle geblieben. Denn was bedeutete dies kurze heuchlerische Spiel gegen den abscheulichn, planmäßigen Verrath, dessen Opfer er selbst, der ahnungslos und arglos Vertrauende, geworden war! Wieder sah Dr. Hagemann auf die Uhr. Fast eine halbe Stunde war vergangen, seitdem ex seine Wohnung, verlassen hatte; nun mochte es an der Zeit sein, heimzukehren. Raschen Schrittes, ohne Zaudern, und ohne Ungewißheit, legte er den kurzen Weg zurück. Er 'hatte den Corridorschlüssel in der Tasche, und er wußte, daß man ihn drinnen nicht hören konnte, wenn er mit einiger Vorsicht zu Werke ging. Behutsam drückte er hinter sich die Thür ins Schloß, und . auf den Fußspitzen ging er durch das dunkle Ordinationszimmer in das gleichfalls unbeleuchtete kleine Boudoir seiner Frau, das eine nur durch Portieren verschlossene Thür mit dem großen Salon verband.' Er vermuthete die beiden da drinnen, und er hatte sich nicht getäuscht; denn durch den schmalen Spalt zwischen den Vorhängen schrmmerte Licht, und er hörte Ellis gedämpfte Stimme, wenn er auch nicht verstehen konnte, was sie sprach. Lautlos, da der dicke, weiche Tevpich seine Schritte unhörbar machte, näherte er sich der Thür, und zwischen den Portierenfransen hindurch spähte er in den Salon. Da stand Elli hochaufgerichtet am Tische, in einer Stellung, wie wenn sie sich eben aus ihrem Sessel erhoben hätte. Der RegierungsAssessor aber saß auf einem niedrigen Höcker zu ihren Füßen und sah mit erregtem, geröthetem Antlitz zu ihr empor. Es mußte eine Erwiderung auf ihre letzten Worte sein, da er sagte: ' Weil ich weiß, daß Sie namenlos elend sind, Elli,. und weil ich es nicht ertragen kann, Sie leiden zu sehen." Und es beunruhigt Ihr Gewissen nicht, daß Sie die Gastfreundschaft eines vertrauenden Freundes mißbrauchen, indem Sie mir solche Dinge sagen?" Oh, welche Rücksichten wäre ich einem Menschen schuldig, der mich um das Köstlichste bestohlen hat, dem Räuber meines Lebensglücks., Jhrem Kerkermeister!" Wer aber sagt Ihnen, daß e: mein Kerkermeister ist? Woher nehmen Sie überhaupt Gewißheit, daß ich mich air seiner Seite anders als glücklich fühle?"

Der Regierungs - Assessor lachte schneidend auf. Glücklich? Wollen Sie mir eine Komödie spielen, Elli? Glücklich? In einer aufgezwungenen Ehe? Und nach dem, was zwischen uns geschehen ist?" Und was, Herr Assessor, ist denn eigentlich zwischen uns geschehen, daß Sie ein Recht hätten, sich jetzt darauf zu berufen? Wir haben miteinander getänd4!t wie Kinder, und vielleicht habe ich mir wirklich eingebildet, in Sie verliebt zusein Aber das war doch kaum mehr als ein Spiel. Und Sie sollten es längst vergessen haben,, so wie ich es vergaß." Nun war auch Ewald von Binder

'aufgesprungen und dicht vor sie hinge-

treten. Hoffen Sie etwa im Ernst, mich daran glauben zu machen? Unter den Zärtlichkeiten eines' Besseren hätten Sie es vielleicht vergessen können. Aber in den Armen dieses Monstrums ? Nein, Wvon überzeugen Sie mich nie. Und Sie sind im Irrthum, wenn Sie sich durch Ihr spießbürgerliches Pflichtgefühl gepanzert wähnen -gegen die Gluth einer Leidenschaft, die keine Menschensatzungen anerkennt und keine sogenannten göttlichen GeMeinem Pflichtgefühl also trauen Sie solche Schutzkraft nicht zu? Und daß ich noch durch etwas anderes gewappnet sein könnte, kommt Ihnen natürlich nicht in den Sinn?" Durch etwas anderes? Und das wäre?" Durch die Liebe zu meinem Manne", erwiderte sie einfach. Er aber lachte abermals. Sie müßten mir schon einen unwiderleglichen Beweis für das VorHandensein dieser unnatürlichen Liebe erbringen, ehe ich daran zu glauben vermöchte." Gewiß, Herr Assessor, Sie sollen ihn haben. Und das noch heute." Ihre unerschütterliche Gelassenheit setzte ihn nun doch in Verwirrung. Das dürfte Ihnen schwer fallen. Wie wollten Sie es denn anfangen?" Damit, daß ich meinem Manne alles sage und daß ich ihm die Briefe aushändige, die Sie mir während meiner Brautzeit geschrieben." Ein wirkungsloser Schreckschuß, liebste Elli! Solche Briefe bewahrt man nicht auf." Ich aber habe sie aufbewahrt. Äe'nn Sie es wünschen, werde ich sie Ihnen zeigen." . Und weshalb haben Sie. es gethan?." Um nicht waffenlos zu sein, wenn Sie sich's jemals einfallen ließen, Ihre Drohung , wahr, zu machen und einen frevelhaften Angriff auf den Frieden meines Ehelebens zu unternehmen. Denn noch einmal, Herr Assessor: ich liebe meinen Mann, liebe ihn mit wtU nem ganzen Herzen. Und von dem kindischen Spiel zwischen uns beiden ist mir nichts anderes zurückgeblieben als eine blasse Erinnerung, die ich nicht einmal unter die angenehmsten meines Lebens zähle. Nichts, auf der Welt ist mir heiliger als die Ehre meineH Gatten. Und niemand hat bei mir auf Schonung zu rechnen, der sich erdreistet, sie anzutasten." ' Der Regierungs-Assessor war, zurückgetreten, mit blassem Gesicht und in einer stocksteifen Haltung, die jedenfalls die höchste Korrektheit ausdrücken sollte. Verzeihung, meine Gnädigste, ich habe nicht den rechten Sinn für. pathetische Feierlichkeit. Man kann nach meinem Dafürhalten solche Dinge auch einfacher sagen. Und der langen Rede kurzer Sinnest doch wohl nur, daß Sie mich los zu sein wünschen. Ich möchte Sie also bitten, mich Jhrem Herrn Gemahl bestens zu empfehlen." . Gute Nacht. Herr Assessor!" 'Und in allem Ernst auf Nimmerwiedersehen?" , Elli hatte bereits geklingelt. Muß ich Ihnen darauf jetzt noch antworten? Johanna, der Herr Regierungs - Assessor wünscht aufzubrechen. Leuchten Sie ihm hinunter!" Als sich die Thür des Salons hinter dem blonden Adonis geschlossen hatte, ging eine , leise Bewegung durch die Portieren vor dem Eingang des Nebenzimmers. Aber sie wurden nicht auseinandergeschlagen, und es war wohl eine Viertelstunde seit dem plötzlichen Aufbruch des Gastes vergangen, als zweimal die Wohnungsglocke anschlug und als Frau Elli mit einem Freudenruf ihrem heimkehrenden Gatten entgegenflog. Wie lange bist Du ausgeblieben. Liebster! Wie sehnlich habe ich Dich erwartet!" - - Diesmal ließ sich der Doktor gründlich Zeit, sie zu küssen. . Der Assessor ist also doch schon gegangen?" Ja, das Tastete wurde ihm zu unbehaglich. Q Du thörichter Mann, wenn Du wüßtest, was Du mit dieser Einladung angerichtet." Da zog er sie noch fester an sich und sah ihr mit-einem warmen, leuchtenden Blick tiefinnersten Glückes in die Augen.' Ich wußte es, Elli! Denn. ich hatte einen seiner Briefe in DeinemSchreibtisch gefunden. Es war auf eine Ueberraschung abgesehen. Und dafür, daß sie ganz anders ausgefallen ist, als lch's gefürchtet, dafür werde, ich bis an das Ende meiner Tage dem Himmel danken."

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