Indiana Tribüne, Volume 29, Number 84, Indianapolis, Marion County, 30 November 1905 — Page 4
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Jndiana Tribüne. ynaulgtt von Ux Ottttttlcf g Es. Indianapolis, Ind. Karrtz O. Thudium .... Präsident. OeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.
a-ntered at the Pott Office ot Indianapolis as econd claia matter. Bravo Nichter WHallon! Polizeirichter WHallon wieö gestern die Anklage gegen den SchankwirtH Brown, der derUebertretung deS Nichol son Gesetzes schuldig war, mit der Begründung ab, dak die Polizei seit nahezu zwei Jahren, die Gesetzes Uebertretung BrownS wissentlich gedul det habe. ' " Wenn Richter WHallon dieselbe Cnt. scheidung die er im Brown Falle ge troffen hat, in den vielen anderen Fäl len über Verletzung deS NicholsonGe setzeS die ihm nun zur Aburtheilung vorliegen, adgiebt, so wird ' ihm jeder Jurist und vorurtbeilS freie Mensch Beisall zollen. Jeder Jurist weil eS als heiliges Prinzip gilt, daß die richterliche Wü?de sich nicht damit verträgt, bloße Rache alte,' wenn solche einer Strafanklage zu Grunde liegen, zu v o l l z i.h e n. In richtiger Würdigung dieses Prln zips, weigerte sich Richter WHallon, von der in der letzten Wahl besiegten Administration sich als ttnute gedrau chen zu lassen. Er sowohl, wie jeder Bürger, weiß ganz genau, daß Broun nichi in Acht und Bann gefallen wäre, wenn daS Holtzman'Ticket gesiegt hätte. Jeder vorurtheilöfreie .Bürger ist ebenfalls davon überzeugt, daß die nach der letzten städtischen Wahl Vorgenom mene Berhastung von Wirthen ein gemeiner Ra zeakt war und wird dem Richter, der sich nicht sür Ausführung desselben hergab, Beifall zollen Dasselbe Prinzip hat aber auch auf die anderen Prozesse Anwendung. Diese Wirthe werden nicht wegen der Uebertretung deS Nicholson Gesetzes sondern nur deshalb prozesfirt, weil der Herr Mayor sein .Müthchen kühlen wollte. Wie indische Ehemänner Trost daran fanden, daß ihre Wittwen bei ihrem Tode leiden mußten, so will auch die Administration andere Zwingen an ihrem Grabe zu trauern. Herr Holtzman, der ja selbst Jurist sein will, zeigte durch die plötzliche Drangsalirung der Wirthe nach seiner Niederlage, daß er die richterliche Würde so gering achtet, daß er dieselbe zu einem Werkzeug zur Befriedigung persönlicher Niedertracht machen will. Wir beglückwünschen Richter Whal lon zu dem Muthe, mit der er der Ge fahr mißverstanden zu werden, be gegnet. Die Polizei wußte, daß daS Nichol son'Gesetz während der letzten Admini ftration fortwährend mit Vorwissen derselben verletzt wurde, sie mußte zwar auf Geheiß' deS geschlagenen Kandida ten Bütteldienste verrichten Richter WHallon aber- nicht. Haß und Rache dürfen die Gerechtig Zeit nicht leiten. Alkohol und Heer. Ein jeder Menschenfreund wird eine jede verständige Bestrebung, dem un mäßigen Alkoholgenuß zu steuern, von HerzeN willkommen heißen und sich darüber freuen, daß der seit einigen Jahren geführte Kampf gegen die Trunksucht und den Alkoholmißbrauch doch nicht ganz resultatlos geblieben ist. Freilich eine Welle von Nüchtern heit geht noch nicht über das Land hin," wie Mr. Auften Champerlain im letzten Frühjahr in seiner Budgetrede sagte, aber man ist doch in weiten Krei sen zu der Ueberzeugung gekommen. daß der Alkohl bestenfalls als ein an regendes, die Geselligkeit förderndes Mittel gelten mag, im allgemeinen aber kein NahrungS oder Stärkungsmittel ist, weil er nach nur kurzer Erregung durch Herabsetzung der Körperwärme und Energie schließlich doch nur schädi gend auf den Organismus wirken kann. Die Praktischen Folgerungen' aus dieser Ueberzeugung find von allen möglichen Betrieben, sonderlich auch in den Armeen, gezogen worden. Wir haben seit dem 2. Februar 1901 ein Gesetz, das den Auöschank von SchnapS
und selbst von Wein und Bier, in allen
Militär.Kantinen verbietet. Die von einsichtigen Ossizieren besürchteten und vorhergesagten Folgen find nicht aus geblieben. Wie Pilze find rund um die Käser nen Schankwirthschasten aus der Erde geschossen, die obendrein im Gegen satze zu dem, für den Kantinenbetrieb geltenden, Prinzip der Baarzahlung dem Soldaten Kredit gewähren. Dar aus und aus dem Mangel an jeglicher Aufficht haben fich häufige Fälle finn loser Trunkenheit, Überschreitung deS Urlaubs. Schuldenmachen und Jnsub ordination ergeben. ES hat denn auch gleich vom erfien Tage der Wirksamkeit deS Gesetzes an, von Heereskreisen aus gehend, eine ftarke'.Agitation gegen den Kantinenartikel eingesetzt; zugleich find aber auch 7 die Befürworter deS Ge tlünkeverhyteS in den Kantinen, die fich zumeist aus ' nicht.'militärischen Kreisen rekrutiren, nicht müßig gewesen. In der nächsten Congreßfitzung wird die Frage von Neuem erörtert werden, und eS ist noch nicht abzusehen, nach welcher Seite hin fich das Zünglein der Waage fich senken wird. - In der ganzen Sache muß man fich vor einer Aburtheilung - über die Mo tive der Gegner hüten. Mit solcher Aburtheilung find besonders die Alko holfreunde gern bei der Hand, welche die ganzeiBewegung gegen den Alkohol gebrauch lediglich als eine fanatische, ja heuchlerische.hinzustellen pfleöen. Die Bekämpfung deS Alkoholismus wenn man sie von ihr:n AuSwüch fen befreit ist viel zu emft und viel zu schwierig, als daß man sie mit dem billigen Mittel der Verdächtigung füh ren könnte. Und sür Diejenigen, welche diesen Kampf als spezifisch ame rikanisch anzusehen geneigt find, darf man wohl darauf hinweisen, daß man ihn auch anderSwo führt. Selbst in der deutschen Armee fehlt eS nicht an Alkoholgegnern. Die Regelung der Kantine ist hier Sache der Armeecorps und wird in Folge dessen verschieden handhabt. In einer Reihe von ArmeetorpS ist der Schnapsverkauf in den Kantinen ganz gesperrt; in an deren hinsichtlich der Tageszeit, der Sorten und der abzugebenden Menge beschränkt. Allgemein ist der Brannt wein bei Uebungen und als Füllung der Feldflaschen untersagt. Immerhin sieht die KriegS-SanitätSordnung noch unter außerordentlichenUmftänden, zum Beispiel in Biwaks, für gewisse klima tische und andere Einflüsse, die VerauS gabung einer BranntweiNportion bis zu einem Viertel'Pint vor aller dingS auch erst nach Einholung der be sonderen Genehmigung deS kommandi renden Generals. Im 16. Armeekorps bestand zur Zeit, da Graf Haefeler, selber: ein Ab ftinenzlel, Korpskommandeur war, die Branntweinsperre in den Kantinen, und eS folgte nicht nur daS benachbarte 6. französische Korps bald diesem Bei spiel, sondern die ganze französische Armee. Aehnliche Änordnungett wurden in der deutschen Armee später noch im Be reiche deS 14. und 6: Armeekorps ge troffen; in letzterem (Erbprinz Bernard von Meiningen) in der Weise, daß den Soldaten die Mitnahme von Brannt wein zu den Uebungen untersagt wurde, . v . cn i r i ' v n icaarcno sur oen ioeiiauy in oen jtan tinen in Bezug auf Zelt wie Menge des AuSfchankS einschränkende Beftimmun gen gegeben wurden. Eine solche Beschränkung sollte doch auch für unsere Armee ausreichen und die Sperre aller geistigen Getränke, die immerhin ihre recht bedenkliche Seite hat, unnöthig machen. In Deutschland geht man jetzt an der Gründung von Soldatenheimen und hat damit in Straßburg den An fang gemacht. Auch damit wäre ein Vorbild gegeben, dem eS hoffentlich nicht an Nachfolge fehlen wird. Der Soldat sehnt sich, wenn der Dienst ge than ist. nach einer behaglichen Stunde. Die kann ihm die Kasernenstube nicht bieten, auch nicht die Kneipe, wohl aber ein Heim, in dem er sich mit den Kameraden zusammenfindet, das eine Bibliothek und einen Briefschreiberaum enthält und in dem allerlei Vergnügun gungen, wie Mufikvorträge und Auf führungen veranstaltet werden könnten. Freilich auch hier dürfte man wohl alkoholische Getränke nicht völlig aus scheiden. In Straßburg hat der Kommandirende General den Anstoß zur Grün dung eines solchen Soldatenheims ge geben Sofern die ZeitungSmeldun gen zutreffend find, unterstützen ihn: der Kaiser, die Regierung Elsaß.Loth ringenS und die. Stadtverwaltung von Straßburg.-
Vielleicht reizen solche Vorptlder zur
Nachahmung. Denn wer auch den Alkoholgenuß in der Armee als schlecht. hin schädlich ansieht, sollte fich doch nicht der Thatfache verschließen, daß die einfache Alkoholsperre in den Kantinen die Mäßigkeit erfahrungsgemäß nicht fördert. (Germania A. P.) Herr Hanley reist noch immer im Staate yerum und verkündet froh lockend und gegen Eintrittsgeld, daß das öffentliche Gewissen erwacht sei er sollte seinem eigenen Gewissen einen kleinen Rippenstoß geben, damit eS nicht'die Zeit versMst. Dänische Schriststellerinuen. Des größten Leserkreises, hat sich von den dänischen Schriftstellerinnen Frau Blicher Clausen zu erfreuen. Di: meisten Auflagen erlebten ihre beiden großen dramatischen Dichtungen, Jß'xo line" und deren Fortsetzung Der letzte Hange", worin die eines hohen dichterischen Schwunges mächtige Künstle- ? L . I f . I l r L vi -i un oariyur, oag oie tqit Poene ai Ichmerzerlosender Hellandx wirken soll. Sie weiß dem hier behandelten Thema, dem Schicksal eines höchst musikalischen Knaben, eine Stimmungsgewalt zu verleihen, daß sich Qn vielen Stellen eine wahrhaft dramatische Stimmung des' Lesers bemächtigt; sie bietet bei i rem meisierhaftenSpiel auf dem klangvollen Instrument ihrer Muttersprache in ihren Strophen eine Fülle von. Wohllaut, eine wundervolle Harmonie von Form und Inhalt. Der für diese Dichterin charakteristische schwermuthsvolle Ernst findet sich auch in ihrem besonders ergreifend wirkenden Roman Onfel Franz", in dem die wehmüthige Erinnerung an eiaenes verlorenes Glück ihre dichterische Verllarung erfahren haben mag. Auch m ihren übrigen, sämmtlich ins Deutsche übertragenen Romanen nimmt Frau Blicher Clausen Geleqenheit, die Zartheit, die volle, wahre Menschlichkeit ihrer Empfindung zu erweisen. Dem kulturhistorischen Roman hat sich höchst erfolgreich Frau Mathilda Malling zugewandt. Sie entrollt in einem größeren Romancyklus unseren Blicken so anschaulicheGemälde von der Zeit des menschenverachtenden Napoleon, daß sie für die damaligen kulturhistorischen Zustände als Spiegel gelten können. Darauf wurde ihr das Leben in südschwedischen Gutshöfen um die Mitte des. 19. Jahrhunderts zur Studienquelle für eine Reihe weiterer, fesselnder Romane. 'Als Tochter eines inSkoane ansässigen schwedischen Gutsbesitzers hat sie. hier auf ihre Jugendeindrücke zurückgegriffen. Seit Jahren wohnt Frau Malling in Ko-l . V. - V V i ? ' penyagens nmenvororl Hone. Im Gegensatz zu dieser Dame, deren' Gesundheitszustand von der schweren geistigen Arbeit gelitten zu haben scheint, ist Frau Erna Juel - Hansen, der ältesten Schwester von Holger Drachmann, ein. junges Herz und ein von Gesundheit und Frohsinn .leuchtendes Antlitz erhalten geblieben, obwohl sie über die Sechzig hinaus ist. Diese talentvolle Schriftstellerin hat wohl, ihrem energischen, thatkräftigen Naturell entsprechend, für ihr Heim die Havengade mit ihrem stets regen Hafenleben, mit dem Kommen und Gehen der Schiffe bevorzugt. Von ihren Romanen sind Therese Kaerulf" und deren Fortsetzung Helfen & Co." in Deutschland am meisten bekannt geworden. Frau Juel - Hansen, in deren sämmtlichen Büchern sich derDrang nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit für die Frau offenbart, hat lange Zeit als Lehrerin und Redakteurin im öffentlichen Leben gestanden. Erst vor wenigen Jahren, aber mit nachhaltigem Erfolge hat FräuleinJngeborg Sick zu schreiben begonnen. Diese vornehme, schlanke Erscheinung, Tochter eines früh verstorbenen Diplomaten, die jetzt mit ihrer Schwester ein echtes Poetenheim mit stimmungsvollem Ausblick auf Kopenhagens Seen bewohnt, wollte ursprünglich zur Bühne gehen. Der Tod.ihrer heißgeliebten Mutter aber hatte zur Folge, daß sie der Welt entsagte und für einen Zeiträum von zwölf Jahren als freiwillige Armenpflegerin ihre Gesundheit und einen Theil ihres Vermögens der UU denden Menschheit opferte. Dann aber Voax ihre Krafft gebrochen, und Irr der Einsamkeit des Landlebens fand sie ihr starkes schriftstellerisches Talent. Von ihren Zartheit und Leidenschaft athmenden Romanen war vor allem dem auch ins Deutsche übertragenen Hochlandspfarrer" ein ganz außergewöhnlicher Erfolg beschieden. Eine ganz ungewöhnliche Vielseitigkeit der Begabung ist Fräulein Astrid Ehrencron - Müller eigen, die alsKla-vier-und Cellovirtuosin glänzt und auch den Weg zum gelobten Lande dichterischer Schönheit als 'geistvolle Erzählerin von Märchen für Jung und Alt gefunden hat. Ihre hier hervorgezauberten Bilder klingen durch die Art, wie sie die zartesten Dinge errathen und ahnungsvoll in die Seele rufen, durch die graziöseVerschmelzung von Form und Inhalt, durch die von heiterer Empfindungsanmuth und ursprünglichsier Naivität belebte Darstellung der von ihr in ihren geheimsten Reizen belauschten Natur noch lange in der Seele nach. Am unwiderstehlichste'n wirkt, ihre wundersame Kunst, wenn sie sie öffentlich zum Vortrag bringt. - -
Unsere Waschfrau.
Die Waschfrau, die Scheuerfrau sind nicht gern gesehene, leider aber unentbehrliche Gäste in unserem Hause. Man duldet sie als nothwendiges Uebel. Da. liegt es nahe, daß man ihnen von vornherein nicht allzu freundlich gesonnen ist, wohl gar einen geheimen Gitoll gegen sie empfindet. Es liegt aus der Hand, daß wir nicht geneigt sind, mit Leuten, die wir nicht ge'N kommen sehen. Umstände zu machen. Wir geben ihnen, was sie zu fordern haben, und sind im übrigen froh, wenn wir sie wieder entlassen können. . Nun sind aber die Ansichten über Leistung und Gegenleistung bei beiden Theilen oft sehr verschiedener Art, und gerade daraus erwächst uns der meiste Aerger mit diesen zeitweise angenommenen 'Aushilfen. ' Die Lohnfrage ist weniger einschneidend, denn gewöhnlich ist em feststehender' Satz für die Tagesarbeit vereinbart; die Essenssrage dagegen schasst uns desto mehr Verdruß. Auf der einen Seite stellt man oft unberechtigte Ansprüche, auf der anderen macht sich manchmal der Hang zum Knausern, das Nothwendigste nur nothdürftig zu liefern. bemerkbar. Man kann als Hausfrau im Laufe seines Lebens mit Waschfrauen in Bezug auf das Essen die sonderbarsten Ersahrungen machen, die gewohnlich mit viel Aerger für uns verknüpft sind. Die eine liebt derbe Hausmannskost, Erbsen. Bohnen, Kohlrüben, ein ordentliches Stück Fleisch und eine Flasche Bier dazu. Setzen wir ihr Supp5 vor, so argwöhnt sie, wir wollten sie nur satt füttern, um am Fleisch sparen zu können, das köstlichste Ragout würde ihr nur ein Gemengsel von Resten der vergangenen Woche bedeuten, die wit blos los sein wollen, und einem Milchgericht oder sonst einer leichten Speise würde sie einfach indignirt den Rücken wenden und wahrscheinlich nicht wieder kommen. Die andere hat im Gegentheil gerade eine Schwäche sür süße Speisen und nimmt es uns erschrecklich übel, daß wir etwa Besonderes für sie gekocht haben, weil wir zufällig Milchreis essen und nicht wagen, ihn ihr vorzusetzen. Geben wir ihr Erbse, Linsen oder dergleichen, so rümpft sie verächtlich die Nase und meint, wir dächten, für die Waschfrau wären grobe Gerichte gerade gut genug. . Sie verabscheut auch das Bier, zieht es vor, eine Tasse Kaffee zum Mittagbrot zu erhalten, und findet es rücksichtslos von uns, daß wir ihr nicht den Rest Kaffee vom FrühMck aufgehoben haben. Gegen unberechtigte und maßlose Ansprüche obiger Art muß jede Hausfrau energisch Front machen. Es ist eine unverzeihliche Schwäche, wenn sie sie erfüllt, nur um keinen Aerger zu haben; denn abgesehen davon, daß die Ansprüche sich immer mehr steigern und solch eine Wasch- oder Scheuerfrau sich mit der Zeit zu einem wahren Familientyrannen herausbilden kann, muß sie auch bedenken, daß sie allen anderen Frauen, die dieselbe Wäscherin ihr eigen nennen, den Verkehr mit ihr erschwert. Für manche Frau bedeutet es schon ein Opfer, überhaupt eine Waschfrau annehmen zu müssen, sie ist mit dem besten Willen nicht im Stande, ihr mehr, als sie rechtlich zu fordern hat, zukommen zu. lassen; die verwöhnte Wäscherin aber macht keinen Unterschied in ihren Ansprüchen. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist! Die Leute, die in unserem Brot und Lohn stehen, sollen erhalten, was ihnen gebührt nicht darüber hinaus, wenigstens nicht als Regel, aber auch nicht weniger. Wir setzen uns selber herab, wenn wir ihnen etwas von dem vorzuenthalten versuchen, was wir ihnen schuldig sind. Wir beweisen damit nicht nur eine Lieblosigkeit und Herzenskälte, es ist eine einfache Ungerechtigkeit, wenn wir sür eine volle Arbeitsleistung einen verkürzten Lohn zahlen. Das thun, wir aber, wenn wir den Leuten mangelhaftes ohn unzureichendes Essen vorsetzen. W sündigen damit auch als Mensch am Menschen. Wer schwere Arbeit vollbringen muß, braucht kräftige, reichliche Kost, wenn er nicht Schaden an seiner Gesundheit nehmen soll. Zu allerletzt ist's auch Yioch eine Unklugheit; denn eine mangelhaft gesättigte Person kann natürlich nicht das gleiche leisten wie eine mit normal befriedigtem Magen. Dienen ist ein schwerer Beruf, und man sollte allgemeine Menschenliebe genug besitzen, jenen Leuten, die ihn er, greifen müssen, das Dasein so viel wie möglich zu erleichtern. Wir vergeben uns nichts damit, wenn wir einer Waschfrau einmal ihr Leibgericht kochen, und stärken damit auch nicht ohne weiteres ihren Hang zu ungerechtfertigten Ansprüchen. Es ist ein Entgegenkommen, das, wir ihr beweisenund sie wird es uns durch erhöhte Arbeitsfreudigkeit danken. Wenn wir klug sind und die rechte Grenze zu zieden wissen, fallen solche kleinen Gefälligkeiien von unserer Seite gewöhnlich auf emen sehr dankbaren Boden. Aber, wie gesagt, sie dürfen nicht zu Forderungen machen wollen, was wir ihnen autwillig über ihre Ansprüche hinaus anthun; sobald sie darauf ein Recht zu gründen suchen, haben wir mit aller Energie einen Riegel vorzuschieben. Consequenz im Verkehr mit unseren Untergebenen ist das einzige Mittel, unser gegenseitiges Verhältniß -in ruHgen Bahnen zu halten.
8cn Jnlaudk. Einmerkwürdiger Unfall
wird aus Maryland berichtet. Als der Neger W. Doy von Boyds aus der. Jagd einen kleinen Fluß überschritt. wollte er einen größeren Fisch schießen. Ein Freund hielt ihn am Kragen fest, und Doy bog sich . über das Wasser, hielt das Gewehr einen Fuß tief in das Wasser und feuerte. Ob der Fisch getroffen wurde, ist fraglich, doch ist constatirt worden, daß der Neger durch den Prall des Gewehres funs Fuß zurückaeschleudert wurde und die Stücke des explodirien Laufes sich tief in das Ufer eingruben. Man glaubt, daß er mcht wieder mit einem geladenen Gewehr fischen gehen wird. Der ungewöhnlicheFall, daß eine Mutter ihr eigenes Kind formell adoptirt, kam im New Forker County - Gericht vor. Die Eheleute William H. Haddon und Gladys E. Haddon aus Brooklyn hatten an das Gericht um Erlaubniß petitionirt, den drei Jahre' alten Lester Leon Martin als ihr eigenes Kind adoptiren zu dürfen. Frau Haddon giebt in den Papieren an, der Knabe sei ihr Kind aus erster Ehe; am 4. März vorigen Jahres habe sie von John Leon Martin, dem Vater des Kindes, eine Scheidung erhalten.. Das Kind wurde ihr zugesprochen. Am 4. October d. I. habe sie sich mit William H. Haddon vermählt und es sei ihr und auch sein Wunsch, daß das Kind den Namen des zweiten Gatten erhalte und von ihm als sein eigen Kind betrachtet und behande.lt werde. Der Mann bestätigte dies und nach dem üblichen Verhör gewährte der Richter Crane das Gesuch. DieFlugmaschinedes New Aorker Erfinders Israel Ludlow vollführte dieser Tage wiederum einen ihrer vergeblichen Aufstiegsversuche, in dessen Folge der muthige junge Luftschiffer Charles Hamilton um ein Haar sein Leben eingebüßt hätte. Es war um yß Uhr Nachmittags,' als das in seiner Gestalt einem Drachen ähnelnde Fahrzeug vom Fuß der West 75. Str. sich in die Lüfte hob und nach und nach eine Höhe von etwa hundert Fuß erreichte. Plötzlich senkte es sich nordwärts und fiel in raschem Sturz nahe dem Pier in den Hudson,, den kühnen Aeronauten mit "sich " reißend und in das Tauwerk verwickelnd. Ein vielstimmiger Sckreckensruf erscholl aus der Menge der Zuschauer, welche den jungen Mann verloren glaubte. Glücklicherweise dampfte jedoch in diesem kritischen Augenblick das Tugboot Herman.D. Caswell" den Strom hinauf, und seiner Besatzung gelang es, Hamilton an Bord zu ziehen und auch seine Flugmaschine den Wellen zu entreißen. Wiesich ein wohlgezielt e r Schuß als bedeutungsvoll für unsere Soldaten in den Philippinen erwies, erzählt ein dortiger Correspondent, wie folgt: Als Leutnant Philipp Remington vom 22. InfanterieRegiment mit seinem Revolver den Datto Ali. den erblichen Oberhäuptling der Moros in dem Catabatothal am 22. October erschoß, beendete er thatsächlich einen Krieg, der sehr lange gedauert hätte und sehr kostspielig geworden wäre. Die Tödtung Ali's bildete einen Zwischenfall in einer Schlacht, die Capt. Frank McCoy vom dritten Cavallerieregiment mit einer Abtheilung des 22. InfanterieRegiments den Moros lieferte. Sobald die Nachricht von dem Tode des gefürchteten Datto Ali 5ekannt geworden war, legten die Moros die Waffen nieder und viele von ihnen erklärten, daß sie von Ali unter Androhung des Todes zum Kampfe gegen die Amerikaner gezwungen worden seien. Dieser Zwischenfall bildet, zugleich das Ende einer Jagd von 18 Monaten, die für unsere Soldaten sehr gefährlich war, und der merkwürdiger Weise das amerikanische Publikum, im Allgemeinen wenig oder gar keine Aufmerksamkeit geschenkt hat." Einen eigenartigen Eher o m a n brachte eine in-der Supreme Court zu New Jork anhängig gemachte Alimentenklage zu Tage. James und Mary A. Chatterton sind seit 1859 mit einander verheirathet. Die Ehe war mit Kindern gesegnet. 1873 kam No. 7 auf die Welt. Bald verschwand Chatterton und kehrte erst nach drei Jahren zurück. Er war aber mit sich nicht schlüssig, ob er bleiben oder wieder auf die Wanderschaft gehen solle. Um die Entscheidung zu bringen, warf er, wie die Klage sagt, eine Münze in die Luft. Ist es Kopf, dann bleibe ich." Die Münze fiel jedoch mit der Reversseite obenauf zu Boden. Das Schicksal hatte gesprochen; Chatterton soll daraufhin Frau und Kinder verlassen haben. Frau Chatterton behauptet, James habe 1882 inBrooklyn geheirathet, die Frau wäre 1889 gestorben. Auch jetzt noch stehe er auf Freiersfüßen und habe auf den Namen feiner Zukünftigen Grundeigenthum erworben. Der Anwalt des Beklagten machte geltend, daß Chatterton seit 10 Jahren seiner Frau wöchentlich $5 zukommen lasse, außerdem sei sein Haus in Lynn in ihrem Besitz. Außerdem plaidirte er auf Verjährung, da Frau Chatterton 10 Jahre habe verstreichen lassen, ohne Klage wegen Verlassens zu erbringen. Richter Dickey gab wiederholt seiner Ansicht, daß ein Ehemann für seine Frau für das' ganze Leben zu sorgen habe. Ausdruck, behielt sich aber die Entscbeiduna vor.
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nropäischeS DehartmeÄ Wechsel. Kreditbriefe. Postanweisungen, auf alle Städte Europas, chiffsschetnS von und nach Europa. An und Verkauf auölän, scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Slr. Merchants National Bank, UJenn Sie im Zweifel sind, was em angemessenes Geschenk für : Ihre Freunde, ob jung oder alt, in der Zusammenstellung Ihrer Mste für Weihnachts - Geschenke sein wird, so entscheiden Sie sich sür ein Spar Conto mit dieser starken Company. Für dieses Jahr haben wir einen speziellen Umschlag für die Paßbücher vorbereitet, der angemessen für die Feiertage dekorirt ist und das ein sehr attraktives Geschenk macht. Contos können zwischen jetzt und den Feiertagen eröffnet werden, und wir werden, wenn so gewünscht, darauf sehen, daß das Buch dem Empfänger am Weihnachtsabend zugestellt wird. THE WM TRUST COMPANY, Kapital $1,000,000.00 Ueberschuß 300,000.00 Office, Ecke Wafh. Str. und Virginia Ave. rto. 449 Cft Washington Str. Ot$n Hlll Offi: 8333 R. Cenetc Sie. Altes Telephon Main 2525. IAKE ERIE & VESTERN R.R . ..Fahrzeit der Züge.. .. dsahrtLukrn iolcbo, Chicago und Mchigau jpt5.t 7.16 tiojtt L iledo. Detroit und fficago L! 12.10 t &5 vktchigan kUy, Mnnrie u.LafayttteSöls 7.80 flCtB tOftltd) Sonntag?. f ouaeomea Der Kletterfisch !
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Ein altes Sprichwort sagt, wenn man von unmöglichen Dingen spricht: Das wird geschehen, wenn die Hühner Zähne kriegen, oder wenn dieFische aus die Bäume klettern." Nun. wenn das erste auch bis jetzt noch nicht eingetreten ist, so gehört das zweite doch in den Bereich der Möglichkeit, denn' es gibt einen Kletterfisch. Er ist bekannt unter dem Namen Panophthalmus, und man trifft ihn in der heißen Zone Afrikas und in den Inseln des Indischen Ozeans. Ziemlich klein, mißt er kaum 6 Zoll Länge, besitzt ziemlich veränderliche Farben, ist aber gewöhnlich braun mit kleinen Silberflecken und schwarz - weißen Streifen. Seine Brustflossen sind derartig eingerichtet, daß er sich ihrer' zum Klettern bedienen kann; es sind weit mehr Pfoten ate Flossen. Er klettert, indem er sich fest an die Stämme der Wurzeln und die kleinen Zweige anklammert, mit der Behendigkeit einer Eidechse. Häufig sieht man ihn vom Erdboden bis zu den Zweigen der niedrigsten Bäume springen, und besonders, wenn es schönes Wetter ist. liebt es der Panophthalmus ganz besonders, die würzige Waldesluft im Schatten zu athmen. Ist das Wetter jedoch unsicher, so kehrt er in die Sümpfe und Wasserlachen in der Nähe des Meeres zurück, und ganz besonders hegt er für den Schmutz eine ganz unwiderstehNche Sympathie. Es ist ein eigenthümlicher Anblick, wie die Forscher, die diese Gegend bereist haben, erzählen, plötzlich einen solchen Fisch aus dem Wasser auftauchen und jiuf die Baumstämme klettern zu sehen. V o s h a s t. A.: Wenn ich Sle sehe, muß ich immer an das Sprichwort denken: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand!" B.: Aber ich habe noch gar kein Amt!" A.: fcN, Phen Sie, wie das zutrifft!" ,
