Indiana Tribüne, Volume 29, Number 83, Indianapolis, Marion County, 29 November 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 29 November 1005

SV

icRothhausett Noman aus der Mark von IU. C. Möller &VAAVVVVVAAVVVVVVr''V (Fortsetzung.) Ja. siehst Du. Hilda." antwortete er ganz kleinlaut. Deinen Widerspruch fürchtete ich ganz besonders. Aber Du kannst ganz ruhig sein.Harry hat mich bei ihr eingeführt!" So sage mix doch, wer es ist!" rief sie ungeduldig. Nein, Du mußt sie erst sehen und sprechen! Du könntest schon ein Vorurtheil gegen sie hegen hast vielleicht ihren Namen in irgend einem unvortheilhaften Zusammenhange gehört thu's doch mir zu Gefallen!" Aber, Ottbert," sagte Hilda mit sanftem Vorwurf, was soll ich davon denken, daß Du mir bisher nicht ein Sterbenswort gesagt hast?" Ach. das kam so plötzlick," bekannte er naiv, ich wußte es ja selber kaum. Aber nun, bitte, bitte, Hilda, meinetwegen!" Und sie sagte sich selbst: Es ist besser, der Gefahr offen in's Auge zu sehen." Mit kurzem Entschluß erklärte sie: Gut denn, ich gehe heute zu Bergmanns. Laß mich jetzt, ich will an mein: Toilette gehen!" Ottbert zerdrückte sie fast in seiner dankbaren Umarmung. Dann stampfte er hinaus und brachte die Votschaft der Mutter. Du b.ist ein Teufelsjunge, Ottdert," sagte diese wohgefällig. Möch test Du doch auch weiter mit dem Starrkopf Hilda' so fertig werden! Denn siehst Du, sie muß den Heinz Bergmari heirathen, das ist unsere ganze Hoffnung!" Davon sprechen wir ein ander Mal, Mama," antwortete Ottberg ernst. 8. Kapitel. ie erleuchteten Salons in jber Villa Bergmann verriethen jenen vornehmen Wohlstand, welcher sich Niemand aufdrängen will, und doch selbst in den nebensächlichen Einzelheiten deutlich 'zu erkennen ist. Sah man doch nur wirklich gediegene Stoffe zu Portieren, Gardinen, Teppichen verwendet, nur gute Bilder und zwar wenige schmückten die Wände. Jeder dieser Räum? hatte sozusagen ein künstlerisches Hauptstück, zu dessen Umrahmung sich der übrige Schmuck des Raumes anordnete. Natürlich elektrische Beleuchtung. Im Ganzen war es eine glänzende Gesellschaft, aus den Kreisen der Geld- und Geistesaristokratie. Auch der Direktor des Nationaltheaters, der jüngst mit Heinz Bergmanns Dichtung einen so ehrenvollen Erfolg davon getragen, befand sich unter den Geladenen. Einige bekannte Journalisten, ein paar hervorragende Bankiers, ein Maler, der zwar nicht eigentlich in d:r Mode war, dem aber von seinen Kollegen eine große Vergangenheit bereitwilligst zugestanden wurde. Der Kommerzienrath strahlte' heute vor Vergnügen. Er erzählte jedem, der es hören wollte, daß er nunmehr ganz gern darauf verzichte, einen Sohn zum Geschäftsnachfolger zu haben, denn er sähe ein, Heinz sei ein großes Talent, das man seiner Bestimmung nicht entziehen dürfe. Er fühle die Verpflichtung. ihn gewissermaßen der Gesellschafr abzutreten. Uebrigens," fügte er hinzu, brauche ich ja wohl fo bald keinen Nachfolger, ich hoffe ja noch eine gute Weile zu leben," meinte er lachend. Denken Sie nur," wandte er sich an seinen Hausarzt Doktor Gundermann, die Lebensversicherung .Germania' hat sich mit mir ein schönes Geschäft entgehen lassen. Vor zwanzig Jahren hat sie mich ubgewiesen, weil ich einen Herzfehler hätte, und ich lebe, den vorsichtigen Leuten zum Trotz." Doktor Gundermann zuckte die Achsein. Solche nicht bedauernswerthe Irrthümer kommen, Gott sei Dank, noch alle Tage vor." Heinz aber, der eben, an dem Arm seines Vaters hing, flüsterte diesem leise zu: Du solltest dennoch vorsichtiger sein, Papa, denn bisweilen hast Du noch immer recht verdäige Anfälle." Ah. bah," versetzte der Komme?zienrath leichthin, ich bin eben ein wenig zu dick geworden." Unruhig und unbehaglich fühlten sich nur zwei Personen aus der Gesellschaft: Eharlotte und Hilda, und zwar war für beide die Anwesenheit einer Geladenen, der Frau von Marlow, peinlich und störend. Charlotte, die ihrem Sohne so leicht nichts versagen konnte, hatte sich anfangs sehr entschieden geweigert, der Abenteurerin, wie sie runo yeraus sagte, eine Einladung zu schicken. Aber seine Gründe mochten sie schließlich doch wohl überzeugt haben. Sie hatte nur noch die unangenehme Empsm dung, als könnte der Kommerzienrath bei dieser Gelegenheit Näheres über die Dame und besonders über den Verkehr Harrys in ihrem Hause erfahren. Allerdings, die aristokratischen Kreise, wenigstens die Männer, behandelten Frau von. Marlow durchaus respekt-

voll; in der hier stärker vertretenen bürgerlichen Gesellschaft war man ungleich strenger. Frau von Marlow machte übrigens, abgesehen von ihrer für solchen Anlaß viel zu reichen Toilette, einen guten Eindruck. Sie schritt mit Vorsicht und Sicherheit zugleich über das Saalparkett hin sie hatte entschieden Haltung. Harry bemühte sich lebhaft um sie; er stellte ihr viele Anwesende vor. merkwllrdigerweise zuerst einige Persönlichkeiten. denen eigentlich nicht viel an ihr gelegen sein konnte. So mußte sie es zum Beispiel ganz ausdrücklich gewünscht haben, daß man sie mit einem jungen Börsenagcnten bekannt mache, der in den letzten Wochen ganz enorme Summen durch Spekulation gewonnen haben sollte. Sie zog den jungen Mann sofort auf's Lebhafteste in ein Gespräch; er war ganz verwundert über diese Auszeichnung. Dann war ein exotischer Diplomat anwesend, von dem man nichts wußte, als daß er fabelhaft reich sei; auch ihn schien Frau Marlow langst schon auf ihrer Liste zu haben. Änderen Personen gegenüber, wie dem Herrn des Hauses und einigen künstlerischen Brühmtheiten. verhielt sie sich gemessen und zurückhaltend; an ihnen war ihr offenbar weniger a.elea,en. Ihr offizieller Ritter für den Abend war Harry von Rothhausen, der denn auch bisher noch kaum Zeit gefunden hatte. Hilda Zu begrüßen. Hilda beobachtete ihn unablässig; einer Verührung mit Frau v. Marlow hatte sie bisher auszuweichen gewußt. Mit unerklärlichen Bangen sah sie, wie auch ihr Bruder Ottbert um die schöne, so viel ältere Frau bemüht war. Er batte nur für sie Auge und Obr. wich kaum non ihrer Seite. Da auch Heinz sich mehr noch als sonst bescheiden zurückhielt, war Hilda eiaentlich ein wenia vernackläsüat. irrner von Spanns ameraoen, Graf Fitticriau. der sich schon einmal lebhaft um Hilda beworben hatte, schließlich aber zurücktrat, weil die Beh'.enbergs noch viel weniger hatten. als er. schien im Stillen eifersüchtig auf Harry. Er hatte sein Fehlen an der Seite Hildas wohl bemerkt, und mit jenem aeschärften Blick, den der

Neid gibt, erkannte er auch, daß Hilda ihn vermisse. Die nächste Gelegenheit wahrnehmend, sagte er mit breitem Behagen zu ihr, und zwar, während sie mit Charlotten plauderte: Hätten Sie doch. Kom:esse, wie ich heute Nachmittag. Herrn v. Rothhausen gesehen! Er kutichirte Frau v. Marlow in einem prächtigen Phacton durch den Englischen Garten. Wenn das Gespann ihm gebort, dann" er wandte sich an Harrys Mutter gratulire ick." ricn weiß :a mcy:. was oer ioue Junge treibt." sagte die Baronin ganz verlegen, aber die Pferde gehören nichl ihm vielleicht der Dame. Mein Harry ist ein armer Offizier." Sie saate das alles abnchtllch und laut; lag ihr doch daran. Harry und Hilda zu trennen. Bisher reite r.c nur eine unbe stimmte Ahnung gehabt, wie intim ihr Sohn mit jener etwas anrüchigen Sportdame verkehrte. Aber sie hatte aus jenem Grunde nichts dagegen: dergleichen z-eht von anderen Tummheiten ab. Wer ist denn diese Frau v. Marlow?" fraate jetzt Hilda. mit großer Mühe unbefangen bleibend. Sie hatte Harry schon an zencm Theaterabend mit der überaus auffälligen, excentrisch gekleideten Person in lebhafter Unterhaltung gesehen. Frau v. Marlow?" wiederholte Charlotte harmlcs. Ich meine, das sei bekannt. Hairy ist genöthigt, sich gut mit ihr zu halten; sie steht, wie man allgemein behauptet, den Geheimnissen der Rennbahn sehr nahe. Und da er leider! sehr stark wettet, mag sie ihm wohl nützen, können. Es ist das alles ja seh: traurig, daß der arme Junge auf derlei angewiesen ist, aber ich vermag's nicht zu ändern. Sie wissen ja. Komtesse, am Turf gewinnen zumeist die gut Jnfoimirten. so ist er an Frau v. Marlow gerathen. Natürlich ist mir das gar nicht recht, denn die Person hat keinen guten Ruf " Der Hieb saß Hilda verfärbte sich. War das auch aristokratisch, gewissermaßen auf Schleichwegen das Spielglück zu zwingen? Und in diesem Augenblick stieg der bürgerliche Dichter im Kurse. Heinz wurde von .allen Seiten umdrängt, etwa) aus seinem neuen Stücke vorzutragen. Man wußte allgemein, daß er ein Schauspiel D?e Armuth" schrieb. Aber c? lehnte es ab. sein Drama sei noch unfertig. Der Theaterdirektor widersprach ihm lächelnd. Mein verehrter Freund." sagte er. Ihr Drama ist ungelesen vom Rationaltheate? angenommen, was ich hiermit in voller Öffentlichkeit erkläre. Auch wenn sich noch Schwächen und kleine Mängel daran finden sollten, so werden wir auf den Proben Gelegenheit finden, sie auszumerzen. Das wirkliche Talent ist viel zu selten, als daß es durch seine eigene Bescheidenheit in den Hintergrund gedrängt werden darf." Man war nahe daran, dem jungen Mann schon heute zu dem künftigen Erfolge zu gratuliren; er aber wehrte entschieden ab. Er schien sein Glück zu verdienen, und ein Kind des Glückes war er. Seine Lahn war geebnet, gütige Feen hatten alles in seine Wiege

gelegt: Relchtlzum, egadung, angenehme Persönlichkeit. Es war fast ein

Wunder zu nennen, daß' ihm bei allem noch ein klares Urtheil über sich selbst verblieben war. Da man noch immer darauf bestand. Heinrich lesen zu hören man wußte, daß er es mit vielem Ausdruck und frischem Verständniß that suchte er einiges aus Schillers Demetrius" hervor. Er las ergreifend, und etwas wie träumerische Schatten schienen sich auf fein edles Gesicht zu senken. Man applaudirte. aber doch ein wenig befremdet, denn wer in dieser Gesellschaft interessirte sich heute für Demetrius?" Nachträglich erst erklärte Heinrich der Komtesse Hilda, Demetrius" sei seine Lieblingsdichtung. Nie habe ihn etwas tiettr ergriffen, als das bewegte Schicksal dieses edlen Jünglings, der sich mit dem heiligen Rechte der innersien Ueberzeugung für einen Fürstensöhn, für den Erben einer Krone hielt, der um diese Krone kämpfte, und unterging, als er erkennen mußte, daß seine innere Stimme ihn betrogen hatte. Hilda hörte ihm aufmerksam zu; es ging etwas von ihm aus. das unwillkürlich fortriß. .Und doch konnte sie ein Bedenken nicht unterdrücken. Dieser Mann, der da so heiß werden konnte für den armen PseudoPrinzen, konnte unmöglich in unseren Tagen als Dichter Erfolg finden. Sie hatten, sagte sie ernst, für Ihr Drama einen ähnlichen Stoff wählen sollen. Warum .Die Armuth.' von der Sie doch nichts wiNen!" Heinz war ganz betroffen, eine so reife Bemerkung aus diesem Munde zu hören. Er hatte sie bis jetzt für ein reizendes Spielzeug gehalten. ..Freilich." erwiderte er. von t ArmutK wein ick nichts in d t3inne, als ich sie nicht praktisch durchlebt habe. Aber sollten wir nicht durch warmes Mitgefühl zum Verständniß der Armuth gelangen können? Sollte ich nicht auch ein mir fremdes Gebiet mit Hilfe der Phantasie schildern können. wie Schiller in seinem .Tell' die Schweiz schilderte, ohne sie je gesehen zu haben?" Ich weiß nicht, ob ich Recht habe," versetzte sie, mir schien es immer, wenn mich etwas so recht packte, so recht im Innersten ergriff, als müsse der Dichter das selbst durchlebt, selbst empfunden haben, nicht nur erdacht und erfonnen!" Vielleicht ist Ihre Anschauung durchaus richtig, Komtesse. Aber eine Art von Demetrius, also ein Prätendentendrama. bin ich heute nicht im Stande zu schreiben." Und weshalb jetzt noch nicht?" fragte sie lebhaft. Weil ich gewissermaßen noch' selbst inmitten des Schicksals dieses PseudoPrinzen, dieses Prinzen von Einbildungs Gnaden stehe. Ich fühle mich ganz als ein anderer Demetrius, das heißt, verstehen Sie mich richtig: ich fühle mich wie ein Prätendent für den Thron im Reiche der Kunst. Ich bin zum Kaufmann geboren und erzogen, man hat mich eigentlich nur studiren tonen, weil das heute so an' der Tagesordnung ist. Und während ich mich mit den Werken der alten Klassiker beschäftigte, da glaubte ich aus der todten Sprache einen Ruf ertönen zu hören, ganz wie jener Prinz ihn vernahm. Da meinte ich es in mir erwachen zu fühlen, wie das Bewußtsein eines heiligen Rechtes, und ich begann für dieses Recht zu kämpfen. Freilich, ganz wie jenem, steigen auch mir immer wieder Bedenken auf, ob ich der echte Erbe nicht einer Krone, wohl aber jener herrlichen Verlassenschaft der großen Dichter sei. oder nur ein Usurpator ob mich Gewöhnung und ErZiehung nur in jenen höheren Schwung versetzt haben, mit welchem es ganz leicht erscheint, poetischen Anwandlungen nachzuhängen, oder ob in meiner Brust wirklich die heilige Flamme glüht mit einem Wort, ob ich der wahre oder der falsche Demetrius sei." Während er sprach, hing sein Blick begeistert an Hilda. Er flüsterte jetzt: ..Wenn Sie mir Hoffnung geben wollten. Hilda, fo, ich weiß es, würde ich der echte Demetrius und ein weites, herrliches Reich läge mir zu Füßen, und Sie. meine Theure. Sie wären dessen Königin." Noch versuchte Hilda leicht, ihm auszuweichen; da begegnete sie dem bittenden Blick ihrer Mutter und reichte ihm wie zustimmend die Hand. Wie ein magischer Strom durchrieselte es ihn bei der Berührung dieser zarten, weichen Hand. Er. der gestern noch mit stolzem Mannesmuthe um sie kämpfen wollte ihr fernbleiben, bis er vor sie hintreten konnte, nicht als Sohn eines reichen Mannes, fondern als seiner Thaten Sohn heute erlag er dem duftigen Zauber ihres Wesens'. Und als nun gar ihre Hand einen Augenblick in der seinen ruhte, da stürzten alle Bedenken zusammen, er emPfand nur noch das eine, daß er's in seiner Macht hatte, diese Hand festzuhalten, heute und immerdar. Er wollte seinem Gelöbniß deshalb nicht untreu werden, im Gegentheil: verdienen wollte er sie, weil sie sein eigen war! O, wenn. Sie mir noch heute eme bestimmte Antwort geben würden, Hilda," beschwor er sie, Sie wissen nicht, wie glücklich Sie mich machten." Nur heute noch nicht," flüsterte die Komtesse, und blickte ängstlich auf Harry. der sich eben von Frau v. Marlow losmachte und flammenden Auges zu ihnen hinübersah.

Heinz zuate zusammen. Er hat doch kein Recht auf Sie?" fragte er. Nein, mein Freund, aber er hatte immer gehofft, es zu erhalten." Gut denn, so wollen wir heute noch schweigen." sagte Heinz und bot Hilda den Arm. denn man rief eben zu Tische. Aber was der junge Mann verschwieg, das verrieth seine glückstrahlende Miene. Harrys Antlitz wurde von Haß und Neid fast entstellt. Er konnte keinen Schritt in diesen Räumen thun, ohne sich zu sagen: Das Alles wäre mein, wenn nicht Heinz wäre!" Und er knirschte mit den Zähnen, er ballte unbemerkt die Faust, er mußte irgend eine Wendung herbeiführen. In diesem Augenblick kam Ottbert. Frau v. Marlow am Arm führend, geradenwegs auf Hilda zu; sie konnte ihnen nicht entgegen. Ottbert stellte vor, die beiden Damen wechselten einen forschenden Blick, einige Redensarten miteinander. Hilda empfand etwas wie unbestimmte Angst, als sie diese weltweise, anspruchsvolle Dame am Arme ihres jagendlichen Bruders sah; Frau v. Marlow mochte sich wundern, weshalb sie das gräfliche Gänschen" mit so großen Augen anstarrte. Einige Augenblicke später suchte Ottbert seine Schwester allein auf. Der junge Offizier glühte vor glückseliger Erregung. Ist sie nicht entzückend. Hilda?" Er bot ihr den Arm und wollte sie auf die Seite führen. Hilda war beunruhigt, erschreckt, so hatte sie den guten Jungen noch nie gesehen. Und sie sagte: Mir will scheinen. Ottbert. als könnte sie Deine Mutter sein!" Mit Entrüstung ließ er ihren Arm frei. Das hätte ich nicht geglaubt, daß mch Du neidisch sein kannst aus einen gesellschaftlichen Erfolg!" Und er ließ die Schwester stehen, um seine" Dame aufzusuchen. Man hatte Platz genommen zu einem glänzenden Mahle. Das Beste der Saison wurde aufgetraaen. Wirte ; jener prahlerischen' Weise, die neuerdings so vielfach Platz gegriffen hat, sondern in guter, alter Art, ohne Ueberladung. aber gediegen und in vortrefflicher Auswahl. Gute alte Weine, von denen der Kommerzienrath ein besonderer Freund war. fehlten selbstverständlich nicht. Wiederholt ermähnte Heinrich seinen Vater, nicht so viel von dem schweren Rothwein zu trinken, den er heute aus seinem reichbestellten Keller hervorgesucht hatte er werde Herzklopfen bekommen. Aber der Kommerzienrath wehrte lachend ab, er sei heute zu glücklich. Der einzige Mißvergnügte in der Tafelrunde war nur Harry v. Rothhausen. Nichts wollte ihm heute schmecken, der sonst die Feinschmeckern sehr gern über seine Verhältnisse hinaus trieb. Ihm, der meist mit inner-

stem Behagen sich den Freuden einer guten Mahlzeit hinzugeben wußte, blieb heute der Sterlet ebenso gleichgiltig. wie Schneehühner ' es hätte nicht viel gefehlt, und er hätte die köstlichen Austernpasietchen vorübergehen lassen. Neid und Haß vergällten ihm jeden Bissen, vergifteten ihm den edlen Domdechant." Mit glühender Eifersucht betrachtete er Heinz, und Hilda. zwischen denen heute clwas wie ein geHeimes Einverständniß schwebte. Wahrhaftig, wenn dieser Heinz es wagen sollte, seine Hand auszustrecken nach ihr. es würde ein Unglück geschehen! Ob wohl' der alte Peter, der nun längst eine Art von Verwalterstelle bei dem Kommerzienrath bekleidete und von Zeit zu Zeit mit Belägen und Abrechnungen nach der Hauptstadt kam, wo er dann regelmäßig mit einer Einladung beehrt wurde ob er wohl von dem Antlitz des ihm gegenübersitzenden Georg ablesen mochte, was in dessen' Seele vorging? Sem gutmüthiges Ce sicht erstrahlte heute in jenem bläulichen Roth, das man so gern auf reichliches Trinken zurückführt. Unserem Herrn Inspektor schmeckt der Wein wohl heute?" scherzte Heinz mit ihm, und er fügte leiser hinzu: Aber es isi doch nicht etwa Gefahr, daß es zu viel werde?" Daß ich mich betrinke?" meinte Peter in seiner drastischen Weise. Nein, junger Herr, das geschieht immer nur bei besonders feierlichen Gelegenheiten. Diesmal spare ich mir'S auf bis zu? Vetlobung des Herrn Doltors mit Komtesse Hilda." Es war Mitternacht, als man sich trennte. Die Unterhaltung im Haus? des Kommetzienraths war eine viel zu ungezwungene, die Mischung der verschiedenen Elemente zu glücklich, als daß man der vorgerückten Stunde gewahr werden konnte. Auch war Herr Heinrich Bergmann sein bester Gast gewesen, wie immer, wenn er Gesellschaft bei sich sah. Immer von Neuem beorderte er ein paar Eztrafläschchen aus dem Keller. Wie sollte es denn den Gästen munden, wenn der Wirth nicht fleißig mitthat! . 1 (Fortsetzung folgt.) '- - Eine sonderbar c'A rl7 GemÄhskranke aufzurütteln, bestand im Anfange des vorigen Jahrhunderts darin, daß man sie über eine Brücke gehen ließ, welche durch einen Mechanismus in der Mitte auseinandergeschoben werden konnte. Der nicktsahnende Kranke fiel dann jählings in'S Wasser. . .

MwmbWÄM

vandalia Abgang . 1 508m b 7 0)Lm 7 1033a . 7 3 )Vm .12 20Nm ..3 15N St. LouiS Spcl., tägl s ä. St Loutö Liw täglich s d & Capital Expreß tägl ä... St LouiS Ac tSgl Eh St L Erpreß täglich d s St Loui Erpreß tägl . . ... T S k EZfinabam Aee täal 4 00 Nm St L gast Mail täglich... . 8 10 Et Louis Special täglich 8, Vi .11 3kNm ncenn eS Esiro k Vineen Expr täglich 7 20Vm VineenneS Ezpreb täal...... 8 60Nm Spencer k French Lick e, tgl 4 453ta

UuUmö, Cincinnati, Chicago sc Tonis &fltixi, Slevelanb Divisiea.

Abgang American Erpreß täglich 4 2035a N S k B Lim täglich 8 d... 7 3093m Elevland Accom... .10 45Vm Anderson Exp 11 30Vm NSck Lim, tägl d 's. . 2 46Nm Winona gltzer, p. . . . .' 3 10Nm M Wayne öc Elkh Exp tägl ö 50Nm nickerbocktt Sv täal d k . . 6 559cm Toledo k Detroit Exp tägl. 8 30Nm St. Louis Ein, Jndpö & et L Ezp tgl 12 05Vm New Sork Ltd tägl s .12 2053m St LouiS Accom. ...... 7 16Bm SouHtvefiern Lim tgl d s. . .11 06Bm St Louis Expre?, tägl d g..ll 45Vm St. LouiS Ltd tägl ä g. . . .. 3 15Nm Terre Haute k Mat'n 2Uc 6 OMm American Expreß tägl 7 05Nm Sineinuat Ein & LouS Rachtervreß tgl 8 46Bm St LouS & Ein Rachtexp tg 4 30Bm Eineinnati Ezp täg 7 30vm Cincirmati Flyer tägl p.... 1 00Nm Eineinnati Lim tägl p . . . 2 66Nm Souiöville Erpreß 2 65Nm Ciniinnati Aeeom ......... 4 00Nm Cinc k Wash g fi fg d k p 6 205tm Chicago

Chicago Nachtexpreß tägl ..12 l5Bm Eine Nachtexpreß, tägl .... 8 Kankakee Aeconl .... 7 00Vm Kankakee Aeeom .10 Chicago Fast Expreß tgl d p 11 6053m Eine Fast Expreß tägl p d.. 2 White City Special tägl ä p 8 20Nm La Fayette Aeeom 5 öaFayette Aeeom ......... 6 26Nm Eine k Wash F L., tägl p.. C Michigan Division. Benton Harbor Expreß.... 7 30Bm Elkhart Expreß tägl. ....10 Michigan Mail Expreß p...ll 8vVm Benton Harbor Expreß p.... 2 Winona Flyer p 3 lONm Winona Flyer p 6 Elkhart Aee täglich 5 60Nm Michigan Expreß.... ...... 8 Peoria Division veft lich yeoria Expreß täglich , ....12 l5Vm EolumbuS k 6ine Exp tgl 8 Peoria Erpreß & Mail. .... 7 2 5 Cm Ehampaign Aeeom ........10 Weftern Expreß täglich p dll 68Bm N S k Ohio Speeial 2 Ehampaign Aeeom ........ 4 10Nm Peoria Expreß täglich p k d 3 Peoria Division ö ftli ch. EolumbuS Erpreß tägl... 6 00$ Lyrm Aeeom ..10 Ohio Speeial tägl ..... 2 50Nm EolumbuS Erpreß tägl 11 Lyrm Aeeom. . .... S 153? EolumbuS Expreß tägl ....12

pittsdurgh, Cincinnatt, Chicago & St. Louis R'f. Indianapolis Division. Abgang Ankunft PittSburg Special, tägl a 3 35 St LouiS Spezial tägl.... 145V ColumbuS Aeeom tägl.. ... 7 30 St Louiö Lim täglich s d b.. 6 65? New Sork Expreß täg s d.... 8 lOBm Capital Expreß täglich sä. . . 7 CLOfcN Keystone Expreß tägl ä k 8. 3 06Nm Ehic k t 2 Expreß tgl äs. 12 lföta Atlantic Expreß täglich . 6 OONm SndianavoliS Accom 12 4)N R S Lim täglich s kl l 7 IvNm St LouiS Exp? tägl d k i . . 3 058? PittSburg Expreß, tägl d.. 7 20Nm Nimmt keine Passagiere tgl- s5Nu PittSburg Spcl tägl 8 d 11 80Nm Indianapolis Acc,' täg 11 159h Chicago Divisicn. Chicago Special, tzlp d .. 1136Vm Southern Expr täglich , 8 I5vm Lon k Chi g Expr täglich 1 11 60Nm Chic k Lou Expr täglich p d 8 40$ Ssnisville Division.

Southern CrPreß tägl . 3 36vm PittS k Lon F L tägl 7 20m Mad Aee nur Somit... 7 30Vm LouiSv k Malis on Accea 8 2Sm Chicago KLougL täglich p d S 565! Madison Aeeom tägl. 3 65Nm LouiSdille Aeeom tägl 7 105ha

Lmcinnati, amilton & Daston R. R. Cincinnati Dibisron.

Abgang Ciminnatt Best täglich 4 00Vm gaft Mail täglich 8 0633 Cinc, Toledo, Det Exp p. . .10 40Vm Cweinnati k Dayt'n Expr p 3 00Nm Cin k Dayton Lim tägl dp 5 "Mm Cin k Detroit Expreß täglich 6 3 Spring field Sprwgfield Mail & Expreß 7 0033m n-t f n . r. i rrvm

ligicago xpieg p 11 wvm ;ecaim mcoin lvoo-üm Decatur Accom . 3 3Mm Cincinnati Expreß p 2 50Nm Cin.ckSprlngfield Ex. s tägl.11 20Nm Springfield Mail k Expreß 4 50Nm Cafe ric & weftern R. R. Abgang Ankunft Mail und Expreß ....7 ILVm Indianapolis Erpreß.. ...10 15V X Det k M Z Ex täglich ..12 305c Mail k Expreß 3 20N Chicago Expreß 6 6051 Toledo Expreß 9 405

Chicago, Indianapolis & komsville Ry. (Monon Ronte.) Abgang Anknnst Chie ight Expreß tägl ...12 k5Va Cincinnati Best tägl s...... 3 352a gast Mail täglich s. 7 OOB gaS Mail täglich a ... 7 602 Eht Expreß, nur Sonapd..ll 60Vm Monon Aee, tägl auezSonn,10 00V Chi Mich CUy Veft dp.. 8 858 Cincinnati Veft täglich cl p. 4 625! Mouon Aee, 4 005! Oia C.H. H D. Ny., (West) nd Nsa chdale. Shkago Cxpttfrp .11603 Cincinnati Expreß?., 2 45H&

5 tefctttt QMper. PPrl Cu. C

MhöMöWW

kine. Shhmft PittSburg Spcl, täglich s. 8 20 New Sork Erpreß täglich s. 6 6023m Schneller Mail täglich.... 8 0033 m Terre Haute Es fing Aee tag 10 2553 m Keyftoae Expreß täglich da. 2 4 OH Atlantic Erpreß täglich.. 4 458 Pittsb Ekp,iäglsd".... 6 665? The NZS Limited tägl 4b 7 0'' PittSburg Spcl taglich s d 11 25?tm Division. Spencer k French Lick Ae, tgl 9 55V BineenneS Erpreß täglich.. 10 8052 Cairo Erpreß täglich ........6 15Rm Anknxjt New Sork Ltd tägl d 12 IvVm Detroit k Toledo Exp tägl 8 7 55Nm Fort Wayne k Elk Erv tägl 10 30A Southroeftern Ltd tgl äs.... 11 25Vm Anderson Expreß p 2 45Am St Louis Ltd tgl d s 3 00Nm Winona Flyer, p 6 10Nm American Expreß täglich.... 6 46Na. BHck Union City Aeeom. . . 8 l5Nm Division. American Expreß tgl 4 0093m St L, Ein k Col N Exp tgl d 8 4 20Dm St. LouiS Expreß tägl .. .. 7 I5fcrn Mat'n k T Haute Aee 10 86n fft 9 k Boüon Lim tägl d 2 403? St LouiS Accom.... 5 36 Washington Elp, tägl p d s. 6 05Nm Knickerbocker Sp tägl d . . . . 6 45Ä i Division. EineinnatiAee -..-,10 Cinc u St L Ltd täg 10 Ehie k St LExpreß tgdckps 11 LouS St2& Ehiesgo Expreßll White City Spezial tägl p.. 3 Indianapolis Acc,auög.StgS 6 Eine k LouiSv Naötekp tgl sll Eine 3ndsKStLEr tg ..12 Division. 30 65Vm L6V 8öV 055Z 40R zavts OüMit 80V ZOL 40R OONn 05$ 30V 45R lONm 1591 806 36V 35R 08H nnttm 302 OONU LouiSv k Madison Aee tägl 10 105? Chic F L tägl p d 11 80V LouiSville u. Madison Aee.. 6 405? LouiSv k PittSb F täglich , 7 005l Madison Aeeomm SonntagS 8 16V Lon S:ChiF Expr. täglich 11.20 St Anksns Eineinnati Vestibül: täglich 1 12 46B FäS Mail täglich ......... 6 35Vu Cinc & Chic Exp täglich p.ll 46Vm Eineinnati Veit täglich d p 3 255? Cine k Indsls Aeeo p.. 7 05K Cinc Svgsild & Dec S?tg 11 loHa (Jll) Division. Cin.ckSpringfield Ex.s tögl. 3 4523m rrs cvr. ist nrm Ck&ir Ctt B Batet I Diniav Ct