Indiana Tribüne, Volume 29, Number 82, Indianapolis, Marion County, 28 November 1905 — Page 4
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Jnvtana Tribüne, SS. November 1003.
Indiana Tribüne. HnäuIgtAtieu von der antratet a Indianapolis, Ind.
garry O. Thudinm yräfideut. VeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2G9. untcred t tie Pott Office ol Indianapolis as sccond dass matter. Aus der Bundeshauptstadt.' . Der Panama-Kanal ift hier zur Zeit wieder in den Vordergrund des öffentlichen Interesses getreten, da durch die widersprechenden Ansichten der JngenieurS'Kommisfion, von-wel cher die Majorität für einen Niveau. Kanal, die Minorität für einen Schleu senkanal eintrat, die Frage nicht nur unerledigt geblieben, sondern sogar der Bau deö Kanals selbst wieder fragwür dig geworden ift. Präsident Roosevelt ift keineswegs damit einverstanden, dak die Entscheidung der Majorität der berathenden Ingenieure, welche sich in der am Samstag abgehaltenen Sitzung für einen MeereSniveauKanal ergab, als dtsinittv betrachtet werde. Ver schieden Senatoren und Reprüsentan ten, unter letzteeen auch tzepburn von Iowa, der Vorsitzende des Hauskomi teZ, dessen 'Jurindiction sich über die Kanalfrage erstreckt, hatten heute Be sprechungen mit dem Präsidenten über die Ergebnisse der erwähnten Sitzung, und Präsident Roosevelt machte eS sei nen Besuchern klar, daß die Auffassung, als ob nun ein MeereSniveauKanal beschlossene Sache sei, als irrig betrach tet werden müsse. Sagen Sie mir, nicht was Sie glauben, daß ich hören möchte, sondern was Sie glauben, daß ich hören sollte" hat der Präsident zu den Mitglie dern der internationalen Kommission berathender Ingenieure gesprochen, deren Urtheil über die große Panama kanalfrage ob. Niveaukanal, ob Schleusenkanal er sich auZgebeten hat. Nun hat er die Entscheidung, aber eS ift fraglich, ob er .sehr - erbaut davon ift. Die '.Entscheidung besteht nämlich thatsächlichlauZ zwei Entschel Zungen. Acht dieser hervorragendsten Sach verständigen" haben sich für den Ebene Kanal entschieden und fünf für den SchleuseN'Kanal. Du' Zwiespalt ist nicht ganz so schlimm wie die berühm ten 5 zu .Entscheidungen unseres BundeZobergerichtS, kaber doch schlimm genug und bedauerlich IjedenfallS. ES zeigt, daß über die grundliegende Frage des ganzen gewaltigen Unternehmens stlbft die Gelehrten" sich nicht zu eini. gen vermögen. Und wenn die sich nicht einigen können, wie sollen sich die Ungelehrten einigen die 176 Kon greßmitglieder , die doch schließlich auch noch ein Wort mitzusprechen ha den; und nicht bloS mitzusprechen, sondern die wirklich letzte und end giltige, entscheidende . Entscheidung 'haben. Verwickelter wird die Sachlage noch dadurch, daß im Gegensatz zur Mehrheit der Gesammtkommisfion die Mehrheit der amerikanischen Kom misfionömitglieder für den Schleusen kanal ift. Die fünf für den Schleu senkanal abgegebenen Stimmen find ohne Ausnahme amerikanische Stirnmen. Auf der anderen Seite stehen dreiAmerikane? und einstimmig die fünf ausländischen Vertreter (ein Deutscher, ein Engländer, ein Fran zose, ein Niederländer und Einer vom Suezkanal"). . ES war die bisherige überwiegende Meinung der amerikanischen Sachver ständigen, daß der Kanal ein Schleu senkanal sein müsse ; entweder, weil der Bau eines bis ?um Meeresspiegel herabzubringenden Kanals angesichts der zu durchquerenden hohen Fels magen und sonstiger natürlicher Hin dernisse für zu kostspielig und zeit raubend oder aber für überhaupt nicht durchführbar gehalten wurde.' Die Mehrheit der amerikanischen KommissionSm'ltglieder hat nun be harrt auf diesem Urtheil, das auch die Grundlage. deZ bereits vom Kon greß angenommenen KanalgesetzeS bildet. ' ' Sobald Kriegösekretär Tast von sei nem Ausflug nach dem Westen zurück gekehrt sein wird, werden Konferenzen zwischen dem Präsidenten, dem Kriegs sekretär und dem Präsidenten der Pa nama.Kommüfton, &qoiu3. siaixnn den, um ein KanalProgramm für den Kongreß zu vereinbaren. Der Prüft dent ift 'der Kommissionen müde, der 'Sachverständigen Kommission, wie
auch der VerwaltungS Kommission, Zr will den Kanalbau selbst in die Hand nehmen, d. h. denselben unter seiner mehr uuniittelbaren Kontrolle durchführen lassen. Der Präsident findet auch in langen Kongreß'Debatten über den Kanal ktt nen Geschmack. Er befitzt Machtvoll ksmmenheit unter dem SpoonerGesetz, einen Schleusenkanal zu bauen, und dies wünscht er zu thun. Präsident Roosevelt ift nicht unzufrieden mit den jetzigen Mitgliedern der Kommission, aber er neigt der Ansicht zu, daß ihrer zu viele sind, daß die Kommission zu schwerfällig ift. Drei Kommissäre ge nügen ihm und er glaubt mit diesen leichter fertig werden zu können. Neben bei würde damit einiges erspart wer den. Diese Punkte werden nach der Rückkehr des Kriegssekretärs eingehend zur Besprechung -gelangen, ünd dann wird eine Kampagne von Privat besprechungen mit Senatoren und Re
präsentanten folgen, um dieselben den Ansichten deö Präsidenten zugänglich zu machen. Das Hervorsuchen stichhaltiger An prüche gegen Venezuela, eine Beschäf igung, welcher Staatssekretär Root sich n letzter Zeit hingegeben, scheint durch den Bericht deö SpezialommtffürS Ealhoun veranlaßt zu sein, welcher ürzlich nach Caracas gesandt worden war, UM die Ansprüche des Asphalt. Trust, sowie der französischen Kabel Compagnie gründlich zu untersuchen: Kommissar Ealhoun kehrte bekanntlich vor einigen Wochen von seiner Mission zurück und berichtete dem Präsidenten und Staatssekretär mündlich über die Resultate seiner Untersuchung. Der Bericht, so heißt eö dann, solle nicht veröffentlicht werden, bis Richter Ealhoun Muße gehabt, seinen Befund n angemessener Form schriftlich zu un erbreiten, und daS ift bis jetzt noch nicht geschehen. ES verlautet indeß Kom missär Ealhoun hatte ermittelt, daß o wohl der ASphalt'Trufl (wie dies von den Beamten desselben in dem Prozeß n New Vork zugegeben worden) .wie auch die französische Kabel Compagnie den Re'volutionsführer MatoS mit Fonds unterstützt haben. Daß diese Kontributionen nicht frei willig gegeben wurden, sondern daß die betreffenden Korporationen gezwungen waren, die Gelder an MatoS zu geben, weil dieser zeitweilig Herr deS betr. Territoriums war und nur durch die Zahlung der Kontributionen davon ab gehalten werden konnte, das werthvolle Eigenthum der Gesellschaften zu zerftö ren, ift korrekt, aber ändert nichts da ran, daß sowohl der ASphalt'Truft wie auch die Kabel Compagnie die revolu tionäre Bewegung gegen die rechtmäßige Regierung unterstützt haben. Castro wäre also in diesen Fällen technisch im Recht, und nach internationalen Grund sützen kann die hiesige Regierung also weder die Ansprüche deS Asphalt Trusts noch diejenigen der französischen Kabel Compagnie mit dem großen Knüppel" unterstützen, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, fie sei Willens, revolutionäre Bewegungen gegen be freundete Regierungen" gutzuheißen. Aber Castro hat such andere Dinge auf seinem Conto, zu deren Beschöni gung er keine technischen Vorwünde in'S Feld führen kann, und man wird ihn an diesen Punkten nunmehr anpacken. Diese anderweitigen Fragen, davon eine der Schadenerfatz.Anspruch Critchfield's ift, mögen als Handhabe dienen, um gleichzeitig eine Arrangirung der An sprüche deS ASPhaliS - Trusts und der französischen Kabel Compagnie herbei zuführen. Man spekulirt in politischen Kreisen mit Interesse darüber, wie lange Ge neralpostmeifter Cortelyou wohl noch an dem Vorsitz des republikanischen Na tionalkomlteS festhalten werde. ES war bekanntlich nach Beendigung der vorjährigen PräfidentschaftSkampagne konstatirt worden, Herr Cortelyom ge denke diesen Ehrenposten sobald wie thunlich niederzulegen und der Sekre tär des Natlonalkomites, Harry New, war als der Nachfolger Cortelyou'S be zeichnet worden. Harry New und mit ihm die Republikaner von Jndiana ha den nun ein Jahr darauf gewartet, daß der von ihnen längst, herbeige wünschte Augenblick' kommen werde, aber der Generalpostmeister scheint eS noch immer nicht an der Zeit zu sin den, Herrn New Platz zu machen. Das National Kömite hat freilich gegenwärtig nichts zu thun, eS wird erst in zwei Jahren wieder thätig in den Vordergrund treten, wenn die Vorbereitungen für dm Nationalkon vent von 1908 zu treffen find. Ader der Popen verleiht dem Inhaber ein
bedeutendes politisches Prestige, und
eS ist nicht ausgeschlossen, daß der selbe einem oder dem anderen Präfi fidentschaftS.Aspiranten eine nicht un wesentliche Hilfe könnte angedeihen lassen. Harry New, der erfolgreich als Sekretär des Komiteß gedient hat, möchte das Prestige genießen, welches int dem Vorfitz verknüpft ist. Da Herr Cortelyou so standhaft an dem Posten festhält, wird von verschiedenen SeitenAnlab genommen, darauf hin zuweisen, dies möge bedeuten, daß der Generalpoftmeifter überhaupt nicht los zulassen gedenke, weil er vielleicht giern he, seine Dienste könnten in 1903 wie der in Anspruch, genommeu werden. trotzdem Präsident Roosevelt versichert hat. er beabsichtige nicht wieder sür das Prüsidentenamt zu kandldlren. SchatzamtSsekretär Shaw wird nicht. wie erwartet, am 1. Februar seinen Posten niederlegen und in'S Privat leben treten. Er wird bis zum Ende der Kongreßsesfion bleiben, vielleicht noch länger. DleS ift ganz plötzlich gekommen. Präsident Roosevelt hat manchmal plötzliche Eingebungen oder Anwandlungen, wie man eS nennen will. Ersah in einigen Morgenblät tern eine sehr schön ousgedachte, ml! weitläufigen Details ausgestattete Mel dung, worin dargethan war, er habe mit dem SchätzamtSsekretür heftige Auseinandersetzungen gehabt, weil Herr Shaw sich geweigert habe, den New Jorker Finanzinftitutm in der Geld klemme zur Hülse zu kommen. Sosort ließ er sich telephonisch mit dem Schatz amtssekretär in Verbindung setzen und ersuchte ihn ganz unvermittelt, er möge sm Amte verbleiben. Herr Shaw er widerte, er könne das nicht versprechen, da er bereits vor einiger Zeit seine Ar rangementS getroffen habe. Der Prä fident drängte ihn, er möge jedenfalls bis zum Ende der Kongreßsesfion blei ben, oder länger auf unbestimmte Zeit. Nach einigem Argumentiren' erklärte Herr Shaw sich bereit, bis zum Schluß der Kongreßsesfion das Schatzamts Portefeuille beizubehalten, ob aber über dielen Zeltpunkt hinaus, das vermöge er nicht zu versprechen. Euchrc im Mönncrchor. An 50 Tischen wetteiferten die . Anwesenden um die werthvollen preise. Die Sieger. In der gestrigen, zahlreich besuchten EuchrePartie, welche von den Damen der 4. Sektion geleitet wurde, gingen folgende Damen und Herren als Sieger aus dem heißen Wettstreit hervor: Damen. 1. Preis Frl. Christine Balz mit 31 Punkte.. 2. Preis Frl. Emma Goetz mit 79 Punkte. 3. Preis Frl. Louise Frenzel mit 76 Punkte. 4. Preis Frau Julinö Schuller mit 75 Punkte. 5. Preis Frau George Deluse mit 74 Punkte. 6. Preis Frl. Emma Minier mi! 73 Punkte. 7. Preis Frau Hook mit 73 Punkte 8. Preis Frau Jeup mit 71 Punkte 9. Preis Frau John Rauch mit 71 Punkte. 10. Preis Frl. Alma Reck mit 70 Punkte. Herren. 1. Preis W. .H. Brühn mit 82 Punkte. 2. Preis I. I. Giessen mit 82 Punkte. 3. Preis Robert Rentsch mit 77 Punkte. 4. Preis Alb. Off mit 76 .Punkte. 5. Preis John Reck mit 74 Punkte. 6. Preis E. C. Reyer mit 72 Punkte. 7. Preis ChaS. Off mit 72 Punkte. 8. Preis P. F. Balz mjt 72 Punkte. . Frl. Christine Bälz, die Siegerin über die Damen, war aus Clncinnati bei ihren Verwandten zum Besuch, und spielte als Gast bei dem großen Spiele mit, wobei fie ein so großes Talent an den Tag legte. ' ES wurde an 50. Tischen gespielt, und der hell erleuchtete Saal zeigte mit dem reich geschmückten und zahl reich erschienenen Damenflor ein male rischeöBlld. Oottlieb Leukhardt, .Die gemüthliche Ecke,Ecke Noble und Market Str.
Grundeigenthums Nebertragnngen.
Catherine Thomas an James M. Stewart, Lot 16, FiScuS Subdivifion, Block 8, Brookfide Addition, 40 bei 135 Fuß, verb., Westseite derStation Str.. nördlich von 22. Str. $850. Marshall B. Hyde an Mary C. Zion, Lot 92, South Park Addition, 35 bei 100 Fuß, verb.. Nordseite der Terrace Ave., westlich von Elmwood Ave. $2600. Susan E. Caylor an John Casserly. Lot 183, Lenox Place Addition, 35 bei 134.25, Fuß. vacant, Ostselte der El liS Str., südlich von 30. Str. $200. Fred. T. Roß an JameS R. Munro. LötS 4 und 5, Munro'S Addition, 80 bei 130.9 Fuß, verbessert, nördliche Seite der Roache Ave., östlich von Jsa belläStr. $1035.98. Marfetta Yorker an Samuel M. Springer, Lot 1 und Theil von Lot 2, Record'S Subdivision, Town of Lawrence. $2200. Caroline.Sweney an Pearl Harmon, nordwestliches Viertel, Section 14, Township"17. Range 2. 5.5-6 Acres. Pike Township. $470. Rose Walden u. A. an Carolkne Sweeney u. A. Theil, dasselbe Vier. tel. See.. 8 Acker. Pike Township. $700. Caroline Sweeney u. A. an Rose Walden u. A. Theil, dasselbe Viertel. Sec. 25. 512 Acker. Crnest F. KottlomSki an Mary A. Swift, Theil südöstliche Viertel, Sec. 21. Township 14. Range 2. 65 Acket, Decatur Township. $425. Lillie I. H. Thompson an Lotta F. Grantham, Lot 12, Johnson u. A. Hillside Add., 30.6100.1 Fuß, va cant, Westseite Belle Str. südlich von Michigan Str. $125. JameS S. Cruse an Eugene Risk, Lot 25 in CoburnS Subd., 31 bei 130 Futz, verbessert, östlich von State Str. und nördlich von Prospekt Straße. $1000. Lottie Grantham an Fannie FieldS, Lot 12 in Johnsons Hillside Add., 30 bei 100.1Fuß, vacant, Westseite der Belle Straße- südlich von Michigan Str. $500. Charles Henkie an MinnieBernauer, Lot 112 in Avondale Add., 40 bei 135 Fuß, verbessert. Westseite der Illinois Straße und nördlich von 35. Straße. $4000. i Rebecca CarLkadon an Anthouy I. Schneider. Lot 15 in HannamanS 9. Ädd., 33 bei 130 Fdß, verbessert. Nordost.Ecke von Minnesota und Meri dlan Str. $8500. Frank Kaschenreuter an JameS G' Miller, LotS 9 und 10. CoburnS 1. Äelmont Add., 39 bei 134 Fuß, West liche Seite von Lee 'Str., südlich von MorriS Str. $1700. George L. Turner u. A. an Susan E. Turner, halbe Interessen von LotS 4 und 5, Block 14, N. Indianapolis, 60 bei 125 Fuß, südliche Seite von 29. Str.. westlich von Barneö Ave., $1000. Jchn I. SchnitzinS an Essie Miller, Lot 206, Lenox Place Add.. 35 bei 134.26 Fuß, westliche Seite von Stuart Str., nördlich von 23. Str. $100. John C. Craig an John E. Wood ard, Lot 3, Smiths Subd., Lot 13, FletcherS 1. Add.,. 33 bei 93 Fuß, iüdöstliche Seite von Brookfide Ave., südlich von 11. Str. $3509. Arthur V. Brown an George Dau pert, Lot 12, Westmoreland Place Add.', 40 bei 150 Fuß, vacant, nörd liche Seite der Michigan Str., östlich von Westmoreland Ave. $600. Joal H. Woodruff an Benjamin H. Perce u. A.. Theil von LotS 2 und 3, Smith'S Subd., Theil von Bruce Place Add., 40 bei 70 Fuß, verbessert, süd liche Seite 'der 22. Str., weftlich.von Asbland Ave. $3.650. Charles F. RodblnS an George Sad lier, Lot 49, Robbinö Haughville Add., 33 bei 104 Fuß, vacant, östliche Seite der Concord Str., südlich vo Mich! gan Str. $300. Josephine I. Stanton an William H. Gil, Lot 1 und 2. Schooley's Sub. division, Theil von Oak Hill Addition, 70 bei 150 Fuß, vacant, Südofi'Ecke der Winter Ave. und Fernway. $700. George I. Steinman an William M. Rosengarten, LotS 3 und 4, Mc tternan'S Subdivifion, Theil von Außenlot 99, 60 bei 110 Fuß, verbes sert. südliche Seite der Buchanan Str. öftlich von East Str. $2200. Virginia R. C. McVeagh an Cla rence Jener, LotS 101112, Holder man'S Subdivision, Bobbs Addition. 40 bei 130.3 Fuß jedes, vacont, vacant südliche Seite der Georgla Str., öftlich von Shelby Str. $5120.
Die Pariser Hausfrau. Die Pariser Hausfrau muß sehr fleißig sein, wenn sie ihre Lebens führung nicht allzu kostspielig gestal ten will. Und, thatsächlich ist die Pariser Hausfrau die mühsamste, fleißigste und sparsamste von der Welt. Nur ein fleißiges Aussuchen der einzelnen Lieferanten und eine genaue Kenntniß aller Quellen" gestattet ihr einen kleinen Luxus. Früh um sieben steht sie auf und wartet vor den Thoren des Bon March6 bis um 9 in Sturm und Regen an den Tagen, wenn hier die billigen Ausverkaufe eleganter, leicht lädirter Toiletten stattfinden. Vor der Kirchenthür 2 bis 3 Stunden zu warten, um einen guten Platz jurn Kirchenconcert zu erhalten, ohne ihn mit 2 bis 4 Francs zu bezahlen, ist ihr nicht zu viel. Sind die Miethen in Paris auch nicht sehr hoch, so ist doch alles wirthschaftlich Nothwendige derartig mitSteuern belegt, daß die größte Sparsamkeit im Haushalt geboten ist, zumal der Pariser in jedem Vevölkerungskreise in erster Linie gut ißt. Außer, Lebensmitteln und Veleuchtungsmaterial ist auch das Heizmaterial theuer, so daß der echte Pariser Haushalt sich möglichst ohne geheizte Zimmer begnügt. Jede Pariserin hat einen Salon, das heißt ein kleines oder großes Zimmer, m dem ein bis zwei Dutzend Stühle, verschiedenster Art, -aber von größter Zierlichkeit, mit einigen Miniatur - Ruhebänkchen und nippesbedeckten Tischchen um einen großen, strahlenden, weißen Marmorkamin, mit Spiegel und Pendule, Kandelabern und Bronzen gruppirt sind. Und jede Pariserin heizt einmal in der Woche diesen Kamin an und empfängt hier ihre Gaste. Dann strahlt lieb-
ttche Wärme aus den Marmorpfeilern
hervor auf die noch kalten Fauteuils und die tm Winde der zugigen, großen Fenster zitternden Gardinen. Die Hausfrau servirt Thee und Thcegebäck, ihre Freundinnen kommen und gehen, man küßt sich auf beide Wan gen, man sitzt steif und wohlerzogen auf den verblaßten Rokokosesselchen und all' den Schloßmöbeln früherer Zeiten, ein paar Freunde des Hauses dazwischen, das ist der allwöchentliche Glanztag des Salons! Man ist in Paris mehr noch als in anderen Großstädten beschränkt mit dem Platz, und in manchem Salon wird Abends ein eisernes Bett aufgeschlagen, in manchem Corridor steht ein merkwürdiges, viereckiges Stück, wie ein hoher Tisch, mit bunter Decke verhangen, in dem der Kundige das Pariser eiserne Bett, das sich sehB leicht zusammenschlagen und in jede Ecke drücken läßt, erkennen wird. Meist bevorzugt man diese eisernen Betten vor dem Schlafsofa, das man nur in, wenig glücklichen Ausführungcn kennt. Im allgemeinen aber behauptet die Pariserin auch in beschränkten Verhältnissen ihr hübsches Schlafzimmer mit dem großen Dopvelbett, den hellen, freundlichen Blu-men-Tapeten, mit denen die geblümte Steppdecke, die Garnituren der verschiedenen Möbel, die Gardinen und der Teppich Harmoniren. Eine beschei, dene Koketterie, ein anmuthiger Farbensinn kommt in diesem Schlafzimmer zu Worte. Auf hübsche Wäsche gibt die Pariserin gar nichts, auch nicht auf reichlichen Wäschevorrath, wöchentlich einmal kommt die Wäscherin aus. dem Vorort, holt die gebrauchte Wäsche und liefert die gereinigte ab, und es genügt der Hausfrau, wenn noch ein sehr, sehr kleiner Ueberschuß an Wäsche dann in dem Fach ihres Schrankes liegt, das sie für, Wäsche bestimmte. Den weitaus größeren Raum nehmen die Kleider ein, die weitaus größere Ausgabe auch bedeuten das Korsett, der Hut .und die Stiefel in ihrer Berechnung. Im Hause trägt man. warme Filzschuhe, die wenig mit den feinen deutschen Arbeiten conkurriren können., desto wichtiger ist ein tadelloser Straßenfliese!, ein blüthenweißer Ballschuh. Die häusliche Arbeit der Pariser Hausfrau ist vielfach größer als die der deutschen. Im Winter verlangen die Kamine ununterbrochene Fürsorge, und der Kohlenstaub verdirbt gründlich die Hände. Weiter. ist in unserem Sinne kalter Aufschnitt und eine Mahlzeit mit nur kalter Küche nicht üblich, auch kaum erschwinglich. Es gilt also, zweimal am Tage ein warmes Essen zu bereiten. Und zwar viel Häppchen und Bißchen und Gerichtchen statt des einen deutschen Gerichtes. Die .Dienstmädchen in Paris find theuer m Bezug auf den Lohn, den sie beanspruchen, andrerseits das rechtloseste, ausgenutzteste Wesen der Welt. Die Küchen find eng und wen!g zierlich ausgestattet, das Schlafzimmer ist irgend ein Winkelchen oder das Dienstbotenzimmer im obersten Stock der Domäne , aller Dienstboten des ganzen Hauses. AucheineErklarung. Bitte, sagen Sie mir doch, was ist das, ein ualistischerDichter?" Das ist einer, der durch seine Dichtungen viel Geld verdient." Guter Rath. Kunde (der zum Maskenball gehen will, im Barbierladen): Wenn ich nur wüßte, wie ich mich ganz und gar unkenntlich machen , könnte?" Barbier: Lassen Sie sich durch meinen Lehrling rafiten!"
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