Indiana Tribüne, Volume 29, Number 81, Indianapolis, Marion County, 27 November 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 27 November lk)OZ.

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DieRothhausett

Noman auS der Mark Von IV. C. MöUrr lAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAyf ' lFortseKung.) Der Balkon des Hauses blickte auf den Fluß. ,rn dessen Ufern sich eben eine der vornehmsten Quaistraßen entwickelt hat. Hochstrebende Paläste, reich geschmückte Fassaden, und das Alles übersluthet von dem elektrischen Licht, das von .der Kuppel des Theaters herab weit hinaus seinen Schein wirft. Unten in der Straße lebhafter Wagenverkchr; es war gegen acht Uhr, und überfüllte Pferdebahnen führten die aus den Geschäften Heimkehrenden vorüber. Droschken und Equipagen sausten vorüber, und in einer Entfernung von wenigen Schritten rollte in kurzen Unterbrechungen' die Hochbahn dahin. Man hörte ihr dunipfes Getöse übrigens auch drinnen im Hause, nur hatten sich die Besucher dieses Theaters schon daran gewöhnt. Warum sprechen Sie gar nicht, Harry?" fragte Hilda endlich den Baron. Weil ich nicht kann, weil's mich er--stickt, weil ich Ihnen vielleicht nicht sagen darf, was mich erfüllt." Harry wagte nicht zu sprechen, preßte aber mit gieriger Leidenschaft die Hand der jungen Gräfin an die Lippen. Hilda entzog ihm sanft die Hand. Nein, Sie dürfen mir nicht sagen, was Sie fühlen," flüsterte sie. thun Sie es um meinetwillen nicht." Warum nicht?" versetzte er leidenschaftlich, sind Sie mir abgeneigt?" Das nicht, aber meine Eltern " die Stimme versagte ihr; er stampfte zornig auf, ' Natürlich, ich bin ja kein Erbe, und Niemand begreift, daß dieses Erbe mir einfach gestohlen worden ist. Freilich, die Hypothekenpapiere meines Herrn Onkels waren in Ordnung, das Gut gehörte notariell ihm. Aber er durfte mich nicht vertreiben, er mußte mich auf meinem Stammsitz lassen. Der Staat, die Aristokratie müßte solche Gewaltthat verhindern. Es ist empö-rend.-daß die Hand des Bürgers sich ausstrecken darf nach unserem Besitz." Er stockte. Uebrigens, der Onkel würde mir ja mein Besitzthum zurückgeben, wenn " und wieder verschlug es ihm die Rede. Wenn ich etwas erworben hätte." wollte er sagen. Aber er schwieg uud Hilda schien ihm zuletzt nicht mehr gefolgt zu sein. Schon bei dem Worte gestohlen" war sie zusammengezuckt und leise zog sie sich von ihm zurück. Er merkte es nicht' in seiner Leidenschaft. Jetzt, da er stockte, fiel sie ein: Gestöhlen das ist ete hartes Wort. Mit welchem Rechte gebrauchen Sie es? Wer hat Sie bestohlen?" Das wollte ich natürlich nicht so wörtlich aufgefaßt wissen," beeilte er sich zu versichern. Ich meine da eigentlich einen ganzen gesellschaftlichen Zustand." Er hatte gar nicht bemerkt, wie sich ihr feines Gesichtchen verändert hatte. Gibt es denn für Sie kein Heil, als in Rothhausen, das doch für Sie verloren ist?" irr iqwanlle eineir Augenona; oeuilich sah er. daß der Einfluß Heinz Bergmanns auf Hilda gewirkt hatte. Aber nein, er wollte er selbst bleiben! Mit unnachahmlichem Stolze sagte er: Nein! Ich bin und bleibe ein Aristokrat. ein ehrlicher, der nicht Paktiren will und mag! Mögen die Bergmanns und ihres Gleichen Geld anhäufen und arbeiten ich fühle mich zu gut dazu. Ich nehme vom Schicksal nur eine standesaemaße Versorgung an sonst Ire ber eine Kuael. Und auch Sie. Hilda. auch Sie sind eine Aristokratin. Sie-sind ein Ausnahmewesen und zu einer Ausnahmestellung geschaffen." Gewiß, auch sie fühlte sich als ein Wesen besserer Art. Aber es war ihr doch manches Mal gewesen, als ob auch andere, höhere Pflichten ihr und ihres Gleichen oblägen, wie sonst gewohnlichen Sterblichen. Immerhin. sie war ein junges Mädchen, sie hörte es gern, daß er nun mit süßen LiebesWorten' auf sie eindrang, daß er ihre Schönheit pries. Diese Art von Schönheit ist den Bürgerlichen versagt," flüsterte er, es ist unser Erbtheil seit Jahrhunderten, seit es einen bevorzugten Stand gibt! Und diesen Schatz irgend Einem aus dem großen Haufen hinwerfen, heißt die unanfechtbaren Rechte des Adels, mit Füßen treten. Solch' eine Hand, Hilda. wie die Ihre- und er preßte einen glühenden Kuß auf ihr Handgelenk, da. wo es der Handschuh freiließ solch' eine Hand ist für keinen Bürgerlichen für keinen Kaufmannssöhn!" Und er zog das keusche Mädchen an sich, das in seinem Arm erschauerte. Sie war streng, fast puritanisch erzogen; aber Harry war ein Gespiele ihrer Jugend und er hatte nicht ohne Grund darauf hingewiesen, daß er ihres Gleichen sei. So duldete sie. fast willenlos, die Vertraulichkeit des hübschen, leidenschaftlich erregten Mannes. Er aber wurde heißer und kühner; ihren leisen Einwand, dak auch der Aristo

krat erwerben müsse, was ihn beglücken sollte, erstickte er mit berückenden Bersprechungen. Nur hoffen dürfen muß ich. dann ist mir der Himmel nicht zu hoch, um ihn Ihnen 311 Mßen zu legen!" Wie eS so oft war, übte dieser junge Mann, dem die Welt ein leichtes Leben nachsagte, einen gewissen Reiz auf sie aus. ir galt in leinen Kreisen als gefährlich, und es schmeichelte ihr schließlich doch, daß sie ihm gefiel. lls er jetzt lebhafter, ungestümer' drängte, wich sie wohl scheu zurück, aber war doch schon umgarnt. Es darf nicht sein." sagte sie leise; nur ihr' Händedruck ließ ihn merken, daß sie ihn mit Bedauern abwies. So 'lieben Sie mich ein wenig?" sagte er in - jähem Auslodern, ihrer Worte gar nicht achtend. Vielleicht," ' hauchte sie beängstigt, und in Eile drückte er einen Kuß auf ihre erglühenden Wangen. In diesem Augenblick kam die Gräfin; sie hatte wohl nichts von der kühnen Werbung HQrrys bemerkt. Die Drei kehrten in das Theater zurück. Nun war die Vorstellung zu Ende. Das banale Modestück, welches man trotz der nationalen Feier aufgeführt hatte (der industrielle Direktor glaubte mehr als genug gethan zu haben, wenn er die Serie der Wiederholungen dieses Zugstückes durch ein geeignetes Festspiel unterbrach), hattewie immer den Beifall der Frauen gefunden. Das kritischere Herrenpublikum belächelte diesen Erfolg. Fast -zu gleicher Zeit boten die beiden Vettern Hilda und deren Eltern ihre Begleitung an. Sie sah aus wie eine Prinzessin, die vorsichtig von den Herren ihres Hofes über die Stufen hinabgeführt wird. Daß ihr UeberWurf ein klein wenig verschlissen war. bemerkte Niemand. Heinz sah sie mit einem schwärmerischen Blick an; Harry rief ihr halblaut ein scherzhaftes Wort zu. Einen AugenöUck schwankte sie zwischen beidm, dann nahm sie erröthend Harrys Arm. Wollen wir noch ein bischen von Ihrem rei.nden Festspiele plaudern?" sagte die Gräfin taktvoll zu Heinz. . Ter junge Bergmann verneigte sich dankend. Dennoch bäumte sich sein Innerstes auf. Mit verzehrender Leidenschaft nach Hilda blickend, führte er, die Gräfin hinter jenem Paare her. Er sah es an der ganzen Haltung Harrys, wie dieser selig sich seines Triumphes bewußt war. O. dieser Mensch würde sich Hilda nicht entreißen lassen! Gewiß, er würde in seiner rücksichtslosen Denkweise Mittel und Wege finden, wie -r zu Geld, zu Stellung gelangen konne. Ihm. dem stillen Heinz, der mit irtniger Sehnsucht nach ihr verlangte, ihm würde Harrn sie nicht gönnen, und wenn es ein Verbrechen gälte! r 7. K a p i t e l.

n einer eleganten Straße nahe dem Theater wohnte Frau Galctta mit ihrer Tochter. Straße und Haus waren freutet) vornehm, aber die Wohnung lag vier Treppen hoch und bestand nur aus zwei möblirtcn Zimmern, an die ein nmm?rrfwn st?,k l?in fsmr Zn Ion, em gemeinsames EchlasgemaH; im Nebenraum einiaes Wirihschaftsgeräth, darunter ein Pelroleumofen neuester Konstruktion, das war alles. Aber man emrtma den Emorua einer wohlgeordneten kleinen Wirthschaft. Frau Galetta war viel geplagt; t resorate die ernt kleine Häuslichkeit, be gleitete ihre Tochter zu den Proben und Vorstellungen und gab nebenbei dramatischen Unterricht. Bertba aber mußte fleißig sein; sie hoffte ja darauf. Karriere vd machen. Die Mutter mußte das lebhafte iunae Tina strena im Zaum halten; sie lernte qern flüchtig und verließ sich auf den Äugenblick, der ihr freilich nicht selten das Rechte eingab. ' Bertba auckte eben wieder zum ensie? hinaus, anstatt in die Rolle, denn es hatte schon zehn Uhr geschlagen, uno ficrr Meumer. ftren Valettas cyu ler. mußte jeden Augenblick kommen. Eigentlich hieß er Müller, aber er hatte sich schon jetzt, noch ehe er die Bühne betrat, für einen Kunstlernamen enlschieden. Die june Galetta war ein schlankes. schönes Mädchen, dem Anschein nach 'noch nicht zwanzig Jahre, in Wirklichkeit schon etwas älter, mit feinen, für die Bühne fast zu feinen Zügen und dunklen Augen. Es war seltsam: Bertba war immer lustig und doch entschieden begabt für tragische Rollen. Ja. je tragischer, desto besser! Sie weinte beim Studiren, wenn recht traurige Stellen kamen. Bisher hatte sie Glück gehabt; unter drei Bewerberinnen um die Partie in dem Testspiel die engagirte erste Heldin" war an einem chronischen Leiden erkrankt war sie. Bertha. gewählt worden, obgleich die anderen schon Ruf hatten und sie nicht. Der anwesende Dichter, dessen Namen man damals noch nicht kannte, und der sich sonst so bescheiden verhielt, war lebhaft und warm für sie eir.getreten. Sie hatte auch anfangs für Herrn Doktor Bergmann geschwärmt man wußte jetzt, wie er hieß aber da er nun gar nicht kam. obgleich er es der Mutter versprochen, grollte sie ihm. Frau Galetta hatte ihm nochmals geschrieben, worüber sich Bertha nicht wenig wunderte. Sonst pflegte doch die Mutter die jungen Herren ängstlich fern zu halten. Und gerade diesem öffnete sie sozusagenThor und Thür!

Er kann 'uns' nützen." meinte die

Mutter, er steht sehr gut mit der Intendanz!" Ich will auch sehr, lleoenswurdia gegen ihn sein," versprach Bertha. Sie machte sich sonst nichts aus seiner Protektion. denn sie glaubte an die Sieghaftigkeit ihrer Person und ihres Talentes. Abc? Herrn Meunier vielleicht konnte die gute Beziehung zur Inten danz nützen. -Herr Müller-Meunier war Voluntär in einem Bankhause; ein noch sehr junger Mann, zweiundzwanzig etwa, aber aus guter, wohlhabender Familie. Jedoch er fühlte sich nicht wohl in seiner Bank. Seit jeher hatte es ihm im Sinne gelegen, einmal zum Theater zu gehen. Und das Fesispiel von neulich. das eigentlich nichts war als ein Weckruf an die sinkende Liebe zur Kunst, hatte seine Begeisterung vollends entflammt. Er hatte ja gesehen, welchen schönen Erfolg die hier noch ganz unbekannte Bertha Galetta hatte. Wenn man das auch 'erreichen, so mit einem Sprunge hineingerathen könnte mitten in das ersehnte Wunderland! So hatte er sich der Frau Galetta vorgestellt, hatte ihr alles anvertraut. Er wollte zunächst ohne Wissen seiner Familie und seines Chefs Unterricht nehmen in Stunden, die er sich heimlich abstahl, und erst, wenn er mit Erfolg die Bühne betreten hatte, wollte er sein Geheimniß preisgeben. Frau Galetta hielt fönst wie gesagt, junge Männer möglichst fern, aber diesen gut zahlenden Schüler durfte sie nicht abweisen. Jetzt kam er, wie immer athemlos. Ich habe mich wieder schauderhaft beeilen müssen! Sie glauben es nicht, aber ich kann leider schwer abkommen! Deshalb habe ich mich heute verspätet bitte um Entschuldigung." Die Tamen saßen eben beim Frühstück, zu dem er eingeladen wurde; er hatte nämlich vor Eile nicht gefrühstückt. Es war wohl nur ein einfaches Mahl. Eier und Butterbrod, ein Gläschen leichten Weines dazu, aber alles war zierlich und appetitlich hergerichtet. , Es ist zu bewundern, wie vortrefflich Sie sich auf das alles verstehen, welch' ausgezeichnete Wirthin Sie sind. Frau Galetta." sagte Meunier, mit dem Hunger der Jugend zugreifend. Da behaupte man noch,, die Schauspielerinnen seien nicht häuslich!" Die Noth, mein lieber Herr Meunier, nur die Noth bringt das zuwege! Ich habe sehr schwere Zeiten durchgemacht "meinte seine Lehrerin. Sie verfärbte sich ein wenig, dann fuhr sie mit einem Blick auf ihre Tochter fort: Bertha weiß nichts davon es kam dann besser; aber das Wirthschaften, das habe ich gründlich gelernt." Sei nur gut, Ma'chen," tröstete Bertha, habe nur ein bischen Geduld! Ich bin nun ja engagirt und von jetzt ab hoffe ich allein soviel zu rerdienen. wie wir beide brauchen." Die Stunde begann. Meunier hatte gute Stimmmittel und fiaur. da Vi sich nicht leugnen; die Vasen klirrten leise, wenn er loslegte. Bertha fiel manchmal ein und rezitirte die Liebhaberin; dann fpielten beide vortrefflich mit glänzenden Augen und feuriger Rede. Die Mutter sah das an und seufzte. Als Meunier gegangen war. wiederum in größter Eile, brach Bertha aus: Es ist doch ein entzückender Mensch! Und welche Begabung nicht Mama?" Ich weiß nicht, mein Kind, ob das wirklich ein Talent ist, er legt immer an der unrechten Stelle los er hat nicht den richtigen Instinkt. Ein reizcnder Mensch wäre er, wenn er nur nicht Schauspiele? werden wollte." 'Ach Mama, das ist doch der schönste Beruf - die schönste Kunst!" Ja." seufzte die Mutter, Dir waren die Wege geebnet. Du hast keine Ahnung, welches Elend an diesem Stande haftet! Was ich Alles durchgemacht habe, wie Dein Vater krank, und ich ohne Engagement war lauter Zufälle, die täglich eintreffen können. Nein, es ist ein schrecklicher Beruf mit allen seinen Wechselfällen." Tu arme Mama! Ja, das war zu der Zeit, als mein Bruder starb, der kleine Heinrich!" Ganz recht," bestätigte Frau Galeita. das war damals die schrecklichste Zeit meines Lebens! Und weil ich sie erlebte, darum, ja darum hasse ich di?len Stand. Bertha konnte das eigentlich nicht begreifen. Seit sie sich zu erinnern vermochte, ging es ihnen leidlich gut. Ihren Vater hatte sie kaum gekannt. Ihr kleiner Zwillingsbruder war gleich nach seiner Geburt, nur einige Tage alt. gestorben. Das alles war ja traurig, aber es war so lange her, und die Schauspielerkunft doch eigentlich unschuldig daran. Es war eine Grille ihrer Mutter. Bertha wollte trotzdem Schauspielerin bleiben Erst seit man ibr zum ersten Male Beifall zugerufen yatte, wußte sie, wie schön, wie berauschend es ist, so vielen zu gefallen. Keines von ihnen hatte beachtet, daß es draußen klingelte. Das Madchen der Wirthin brachte eineKarte: Dr. Phil. Heinz Bergmann. Was ist Dir. Mama?" fragte Bertha ganz erschreckt. Du bist ja so blaß geworden! Du bist heute so nervos Nichts nichts, mein Kind,"' versicherte die Mutter, nur diese dummen Erinnerungen! Heinz trat ein wenia befangen ein.

Er wußte aar nicht recht, warum die Damen seinen Besuch so dringend wünschten; aöcr er war gern gekommen. denn Fräulein Galetta hatte so reizend gespielt. Die Stimme der Frau Galetta zitterte. als sie den jungen Mann begrüßte. Sonderbar," dachte die Tochter. wie erregt heute die Mama ist; diese Erinnerungen müssen doch gar zu traurig sein!" Man hatte sich gesetzt; Heinz wa? jetzt wieder weltmännisch . frei. Er bedankte sich in lebhaften, warmen Worten bei Bertha. Und nun nahm Frau Galetta das Gespräch in die Hand. Sie erbat seine Vermittelung bei der Intendanz, damit Bertha dauernd engagirt werde. Sie wollte ihre Tochter bewahren vor dem Elend der Schmiere." Nur den einen Wunsch hatte sie für ibr Kind: es in geordnete Verhältnisse kommen zu sehen. Sie habe es ohnehin ungern gesehen, daft Vertba nck der Vübne zuwandte.

Acer Sie waren doch twt oe?m Theater, gnädige Frau?" ' Ja, eben darum! Ich hatte mir gelobt, dan Bertba eine andere Lauf- - " . bahn einschlagen sollte. Aber das war nicht leicht durchzufuhren m memer Lage. Ich stand allein, war andie Buhne gekettet; wie soll man es oa anfanaen. seinem Kinde eine andere Existenz zu begründen? Es kam auch ganz von selbst; sie spielte ZNnoerrollen weil gerade fast Niemand sonst da war. vielleicht auch, weil, mir öas kleine Svielhonorar zu Statten kam. Aber sie wurde größer, und die Rollen wuchsen mit ihr. und so gerieth sie unmerklich in die Sache hinein, ich konnte es nicht hindern. ..Und ich bin zufrieden." rief Bertha, Mama wird's mit der Zeit auä? werden! Es muß a wohl nicht ie5e ourchmacken. was der Mama auferlegt war. Uebrigens. Ma'chen. eines vergißt Du eben immer: Du hattest doch lerne Mutter zur Seite!" Heinz, leicht erwärmt, sagte jentc Hilfe zu. ..Meine Mutter aehorte ia auch der Bühne an." meinte er, sie war ja auch Schauspielerin. Und eine aanz bervorraaende." sagte Frau Galetta mit leicht bebender Stimme, ich habe sie gekannt Sie waren, glaube ich, schon so freundlich, mir davon zu sprechen. Aber ich war an jenem Abend etwas aufgeregt. Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wollten Sie mir mehr davon erzählen." Sie brauchen hoffentlich nicht erst von mir zu erfahren daß Irene Astor eine große Künstlerin war. Ich befand mich neben ihr' nur in sehr bescheidener Stellung, und so waren zwischen. uns eigentlich wenig Berührungspunkte. Sie hatte ein stolzes, unnahbares Wesen, war übrigens auch älter als ich. Ich spielte ihre Zofe, ihre Vertraute und dergleichen mehr. Später, als wir uns getrennt hatten, kam ich zu besseren Rollen. Neben ihr, der Astor, war das nicht möglich sie erdrückte mich. Und dann gingen unsere Wege auseinander. Ich ver-' herrathete mich mit emem armen, arer begabten Kollegen, Irene Astor nahm Ihren Vater zum Manne. Ich spielte weiter, wegen des täglichen Brotes sie entsagte feierlich der Bühne." Und dann haben Sie sich nicht wiedergesehen?" fragte Heinz bewegt. O doch noch einmal, ein Jahr nach ihrer Verheirathung. fast ebenso lange nach der meinigen." Wo denn, wenn ich fragen darf?" In Mcran," sagte Frau Galetta in seltsamer Betonung. Nein, davon hat meine Mutter mir nie erzählt." Sie sprach wohl überhaupt nicht von mir?" forschte jetzt Frau Galetta. und ihr Blick hing mit unerklärlicher Spannung an seinem Munde. Die Wahrheitsliebe des jungen Mannes kämpfte sichtlich mit dem Bedauern, etwas Kränkendes sagen zu müssen. Aber er faßte sich rasch. Ich war ja- erst acht Jahre alt. als meine Mutter starb." sagte er. sie hat mir also ton ihren Erinnerungen nicht gesprochen." Und ich bin auch nicht mehr mit ihr in Berührung gekommen." ergänzte Frau Galetta diese Erklärung. Ich hörte nur. daß Ihre Mutter sehr glücklich war. Gar manches Mal habe ich sie beneidet um ihr ungetrübtes Familienglück. Ich mußte hart kämpfen um das meine, und schließlich mein::: Gatten in jungen Jahren verlieren." Vielleicht hatten Sie wenig Grund, meine Mutter zu beneiden." wandte jetzt Heinz Bergmann zögernd ein. Zwar, die Ehe meiner Eltern wird mir als glücklich geschildert. Mein Vater sprach und spricht immer nur mit Begeisterung von seiner Frau. Aber ich habe dennoch die d'infle Lorstellung, als ob meine Mutter nicht ganz zufrieden gewesen wäre. Ich habe sie nur selten heiter gesehen. Sie schien nervös, schloß sich von Welt und Menschen ab; dazu kam. daß mem Vater immer übermäßig beschäftigt war. TiA selbst wurde meiner Mutter

meist fern gehalten. Die stets wiederkehrende Weisung für mich war: ich dürfe sie nicht stören. Ich bin überzeugt, sie sehnte sich nach der Bühne." . Siehst Du, Mama," rief Bertha lebhaft, da hatten wir's besser! Wir waren immer zusammen, und Du brauchtest Dich nicht vergeblich nach der Bühne, ich mich nicht vergeblich nach Dir zu sehnen," (Fortsetzung folgt.)

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