Indiana Tribüne, Volume 29, Number 79, Indianapolis, Marion County, 24 November 1905 — Page 4

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Indiana Tribüne. Hnaulgeeien von dn Sutedrg , JndianapoNS, Ind. . tan)) O. Thudlum yräfldent. OeschäftSloealt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269

ii.tered tt the Post Office ot Indianapolis as sccond das matter. Unsere Politiker. AlZ Herr Folk in St. Louis den Politikern im Lande wenn auch un beabsichtigt die Thatsache demon firirte. daß Ehrlichkeit im Amte ein noch unauSgebeuteter Grast" sei, da hat er, neben der segensreichen Anre gung zur ZluStreibung und Enthüllung der aller Orten estgeankerten Beamten Eorruption, . auch so viel Unheil ange richtet, daß eS schwer füllt, darüber zu entscheiden, , ob daS von ihm erzielte Gute nicht durch das nachfolgende Un heil mehr als neutralifirt wurde. ES ist nicht oft der Fall, daß gute Thaten fortzeugend BöfeS gebären, aber im vorliegenden Falle kommt das Paradox zur Ehre. Das zur Hysterie neigende amerlka nifche Volk oder in diesem speziellen Falle die Missourier dankte dem als KreiSanvalt so tüchtigen Folk, daß eS ihm sofort die höchste Ehrenstelle, im Staate, den Gouverneuröpoften,. gab. Darin lag der Fluch der guten That. Wir find heute noch überzeugt, daß Folk bei Enthüllung der Korruption von dem Motiv mannhafter Pflicht erfüllung geleitet war und daß er hohe Ehrung verdient hatte. Sein plötzlicher Flug nach oben aber brachte den Fluch mit sich, daß er polt tischen Strebern eine neue Bahn wies, die vor ihm noch niemals erfolgreich hier zu Lande betreten war, um poli tische Beföroeruug zu gewinnen. Der professionelle, politische Refor mer stellte sich ein. Selbst die politischen Parteimaschi. nen machten sich schnell die neue Ersah rung zu Nutze. -. Die Platformen auf die sie ihre Kandidaten, stellten, wurden au.' Re formplanken gezimmert. Reform wurde der Kampfruf jedes Politikers. Das wäre an sich ja sehr gut gewe sen, wenn nicht anftntt der Reform in den öffentlichen Aemtern, die Herr Folk anstrebte, die Politiker in ein Seitengeleise abgeschwenkt hätten, weil die meisten von ihnen bei Reform der öffentlichen Aemter selbst zu Schaden gekommen wären. Reformirt mnßte aber werden, und so mußte die Moral des Volkes her halten. Dadurch fing man zwei Spatzen in einer Schlinge. Dem Volk wurden seine Sünden vorgehalten und indem eS zerknirscht hörte daß frisch fröhlicher Lebensgenuß eS früher aber später ruiniren würde und eS nur durch strenge G.setzeSdurch führung auf den Pfad der Tugend zu rückgeführt werden könne, ließ eS sich ganz davon ablenken, daß die. Reform bewegung welche Herr Folk anbahnte nicht den Wählern, sondern den von ihnen erwähltenlBeamten galt. Auf diese .Weise blieb der Grast" der staatlichen und städtischen Beamten bestehen, und man blieb doch Resormer. Der liberale Theil der Bürgerschaft wurde domit beschäftigt, seine persön lichen Rechte und Freiheiten zu verthei digen, während die Asketen sich auf Seite der Moralheuchler stellten. Das Volk hatte kaum die Zeit sich'um feine Beamten zu kümmern. Hr. Folk selbst ließ sich von seiner ur . sprünglich rechten Bahn ableiten. An statt wie zuvor der Eorruption in Be amtenkreisen entgegenzutreten, versucht er durch Durchführung von Heuch lern abgefaßten Gesetzen die souverä. nen- Bürger des Staates Missouri von sündigem" . Lebensgenuß abzuhalten. Begeistert folgen Gouverneur Hanly und die anderen politischen Leuchten seinen Spuren; denn der Grast" ist gut. Nun, auch diese Periode wird sich überleben, wie die des Knownothing thumö. Das Volk wird schließlich ein sehen, daß eS, wie der Berliner Volks Witz sagt, mit solchen Beamten Sar dellenhengfie in die Spree setzte, um die Siinte zu veredeln", und mit diesen Heuchlern Abrechnung halten. Die Holtzman Administration scheint entschlossen zu sein,, die Henne zu tödten, welche ihr die goldenen Eier legte, well man sie der neuen Adminl .stration nicht gönnte Bewußte Henne

ist aber so zähe, daß selbst eine Holtz. man.Adminiftration sie nicht umbrin gen kann. Die beste Konjektur um die Weih nachiZzeit ist in Druckerschwärze, weis lich in den Anzeigespalten der deutsch: Zeitung angelegt zu finden. Das englische Volk sollte doch end. lich zu der Thatsache erwachen, daß all die Hetzereien gegen Deutschland nur deshalb angeregt waren, um die Auf. merkfamkeit der Bürger von dem ent setzlichen Nothstand der Armen und Arbeitslosen in London abzulenken. Das entsetzliche Schauspiel, welches die Varade der hungernden Frauen und

Kinder der Arbeitslosen darbot, muß selbst den phlegmatischsten England in'S innerste Mark berührt haben. Freilich ist man ja durch die entsetzli chen Zustande in Indien, wo die Hun gerSnoth in Permanenz , ist, in Eng land gegen die Noth der Bürger abge härtet. Aber der fürchterliche Kontraft. den diese Hungerparade zu den Prunk Umzügen deS Lord'MayorS bietet,, muß jedem peinlich in die Augen fallen. Das Bier der .alte hanseatische Hauptausfuhrartikel, bildet für den Ueberseehandel er Hansapädte auch jetzt noch einen Export Gegenstand von erheblicher Bedeutung. Im Jahre 1904 find über Hamburg 19.8 Millio. nen Liter Bier im Werthe von rund 10 Millionen Mark nach allen Ländern der Erde ausgeführt worden. Die größten Quantitäten gingen nach den Ver. Staaten, nämlich 4.9 Millionen Liter. Auch China und Deutfch.Süd weftafrika erwiesen sich mit2,0bezw. 1,7 Millionen Liter als gute Abneh mer. Bemerkenswerth zurückgegangen ist der Bezug Britisch.Südafrika an deut scher, Bier; während dieses Absatzge biet im Jahre 1900 noch mit 1,3 Mill. Liter im Werthe von rund 1 Million Mark die absolut höchsten Einnahmen deS damaligen Hamburger Bierver sandtö lieferte, hat es 1904 nur für 660,000 Mark bezogen. Den höchsten Durchschnittspreis der letztjährigen Ex Porte erzielten die Sendungen nach Venezuela mit 0.95 Mark pro Liter. Rrockhaus' Jubiläums Geschenk an das deutsche Volk kann man das erste Hest deS Kleinen KonverfationS Lexikons nennen, das zur Feier des 100jShrigen Bestehens der Firma so eben ausgegeben worden ist. Eine köstliche Festgabe, ein Meisterwerk in Text und Abbildungen und Karten, ein unentbehrlicher HauSschatz für jeden Gebildeten. E? erscheint in 66 wöchent lichen Hesten zu dem geringen Preise von je 30 Pf., ist also jeder Börse er reichbar. DaS erste Heft enthält 32 Seiten Text und 2 Seiten Textbeilagen, ein reizendes Aquarell einer füdweft afrikanischen Landschaft, eine Karte von Brandenburg und Sachsen, die ein neuer Gedanke auf der Rückseite Gebirge, Niederungen, Häuser und Kunstbauten des betreffenden Gebietes enthält, und eine Tafel mit Automobilen, vom alten Dampfwagen bis zu des Kaisers elegantem Töff.Töff. Wir können nur sagen: Gehet hin und kaufet; Niemand wird der Wohnung und im Kontor, in der ArbeitSftube und im Vereinslokal den Kleinen Brock haus, den fixen, findigen Berather und Freund, vermissen wollen. Eine peinliche Ueb erraschung brachte in St. Petersburg die Veröffentlichung einer officiellen Mittheilung, die von den Vertretern des SemSkyAmbulanz Ausschusses an den Direetor der Com Mission zur Räumung der Mandschurei gesandt wurde und sich auf die Beför derung verwundeter und kranker Sol daten bezieht. Da heißt es: Auf der Bahnstation Klovkwmnaya trafen wir einen Ambulanzzug, der 503 Jnvali den nach TomSk beförderte. Wir be gegneten den Leuten, wie sie in schmutzt gen Wagen auf unsauberer Streu la gen, ohne Linnen oder sonstiges Bett zeug, in ihrer eigenen Kleidung. Ihr ttochgeräth bestand aus einem einzigen alten Kessel. Auf 500 Kranke kommen ein Arzt und zwei barmherzige Schwe ftern, sowie auf je zwei Wagen ein Krankenträger. Das völlige Fehlen sanitärer Einrichtungen, sowie Schmutz, Unrath und Elend characterisiren diesen Zug, dessen Anblick einen herzzerbre chenden Eindruck macht." Der Hauptfeldchirurg der mandschu rischen Heere weift in seinem schriftll chen Berichte über die während deS letz ten FeldzugeS geleistete Hilfe darauf hin, daß dieser Krieg gezeigthat, wie schwer eS sei, zwischen einer Schlacht und einem Hinschlachten zu unterschei

den. Das Durchschnittsgefecht brachte

17 bis 20 Procent Verluste der Nomi nalstärke, wobei gewöhnlich ein. Todter auf vier oder fünf Verwundete kam. So verlor eine Infanteriedivision von 15,000 Mann 2500 bis 3000 Leute in der Schlacht, von denen 450 oder 500 getödtet und 2200 oder 2500 verwun det wurden. 2ic Abstimmung in Norwegen. Die Kömassrage" scheint jetzt sur Norwegen auf längere Zeit erledigt zu sem. Nachdem die sogenannte Per-sonal-Union mit Schweden, welche seit dem 4. November 1814 bestand und nach welcher, der König Schwedens auch der Norwegens war, srieolich gelost worden, erklärten sich die Norweger bereit, einen Prinzen des schweolschcn KönigshauZIes Bernadotte auf ihren rarern zu berufen: ' aber der König Oskar der Zweite weigerte sich, einem Prmzen seines Hauses die Erlaubniß zur Besteigung des norwegischen Thrones zu geben.' und so fiel die Wahl auf den Prinzen Karl von Dänemark. Dieser machte die Annahme der Ehre von einer Volksabstimmung abgängig, weil sich in Norwegen eine anscheinend sehr starke republikanische Strömung zeigte und der Prinz die Krone nur dann annehmen wollte. wenn eine große Mehrheit des Volles sich für ihn erklären würde. Dies ist am 13. November geschehen. Die Republikaner, welche, wenn nicht auf die Mehrheit. s,o docy auf mindestens ein Drittel aller Vollstimmen gerechnet hatten, erhielten nur 21 Prozent, und hiernach wird Prinz Karl von Dänemark wohl ohne lange Aufschub den norwegischen Thron be steigen. Als König wird er künftig hin Häkon heißen. Norwegen umfaßt 124.199 englische Quadratmeilen, ist mithin nur 10,404 Quadratmeilen kleiner, als das Königreich Preußen. Dagegen bezifferte sich die Einwohnerzahl, im Jahre 1900 nur auf 2,240,039; wäbrend Preuße? in demselben Jahre 34,412,509 Bewohner hatte. Die Norweger haben den Adel abgeschasst. Die Volksvertretung, der Storthing". besteht aus 114 Btttgliedern, welöe die gesetzgebende Gewalt ausüben und deren Beschlüssen gegenüber der König nur ein beschränktes Veto hat. Diese Nordländer sind . mit sehr wenigen Ausnahmen nordgermanischen Stammes, einfach, fleißig und tapfer; aher fthr unabhängigen Sinnes; soraß der neue König im Wesentlichen nur Dekorationsstück sein wird;, wennschon seine neuen Unterthanen sich durch Verwerfung der republikanischen Staatsform für den Grundsatz erklärt haben, daß inmitten des schwankenden Parteigetriebes' eine zwar beschränkte, aber doch erbliche Centralgewalt besteben soll. Das Land ist nicht reich. Die Bevölkerung beschäftigt sich großentheils mit Schiffbau, Seefahrt, Fischerei. Forstwirthschast, Bergbau und Viehzucht. Gleich ihren Vorfahren sind die Norweger sehr tüchtige Seeleute und die Tonnenzahl ihrer Seeschiffe ist, auf. den Kopf der Bevölkerung berechnet, die bei Weitem größte und mehr als doppelt so groß, wie die Großbritanniens. Am bemerkenswerthesten in der Abstimmung erscheint der Umstand, daß die Republikaner nur etwa ein Fünftel des Gesammtvotums erhielten. Die Republikaner sind ja in fast allen Ländern am rühristen und lautesten und sie hatten in Norwegen durch ihreReden und vielen Versammlungen über ihre Zahl selbst solche Leute getäuscht, welche mit den Verhältnissen des Landes vertraut sind. Eine Zeit lang hieß es, die Republlkaner würden bei einer Volksabstimmung die Mehrheit erhalten, und kurz vor dem Plebiscit" beanspruchten sie, wie gesagt, mindestens ein Drittel der Stimmen. Sie erhielten nur 21 Prozent und das wird die Republikaner aller Länder Europas biller enttauschen. Wir glauben nach den Wahrnchmungen urtheilsfähiger Leute, daß auch in Deutschland, wo die Sozialdemokraten bei den lehten Reichstags wählen fast ein Drittel aller Stimmen abgaben, bei einer Abstimmung über die .Staatsform' das republikanische Votum stark hinter den drei Millionen sozialdemokratischer Stimmen zurück bleiben würde. Versicherte doch vor einiqen Jahren ein Arbeiter dem Kaiser Wilhelm dem Zweiten: Wir sind Sozialdemokraten; aber königstreu." Auf wie viele Mitglieder dieser Partei jene Versicherung zutrifft, können wir natürlich nicht beurtheilen; aber es ist seyr wahrscheinlich, daß sehr viele Deutsche, welche aus verschiedenen Gründen für die Kandidaten der entschiedensien Oppositionspartei stimmen, deshalb. noch nicht die Errichtung einer Repudllk wünschen. Daß 79 Prozent der norwegischen Wähler sich für eine erbliche Monarchie erklärten, ist jedenfalls angesichts der starken republikanischen Aaitation in jenem Lande eine überraschende Er. schemung bei der Komgswahl. Der ehemalige bayerische Bundesraths-Bevollmächtigte Ge. neralleutnant v. Xylander ist in Mün chen gestorben. ottli eb L eukbardt, .Die gemüthliche Ecke,' Lcke Noble und Market Str.

Ein Gibraltar des Stillen Oceans.

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Es ist schon einige Zeit her, seit ois englische Regierung beschlossen hat, die großen Handelsdocks von Singa porc zu crpropriircn, und sie zur Schaffung der größten Marinestativn und Basis im Indischen, und Stillen Ozean zu benutzen. Ter Plan reifte wänrend des rusl'W'javanischeii Krieges. In dem erneuerten cnglisch'ja. panischen Bündnißvcrtrage ist Japan bereits das Benutzungsrecht des neuen Kricsliafcns ausdrücklich ei: geräumt, und in dieser Thatsache lleat nicht uln wenigst? seine groe Bedeutung ausgedrückt. England besaß bisher schon ein? Flottenstaiion in den dortigen Gcn?ä''fern. " Sie liegt aus der Insel Ceylon und ist unter dem einheimischen Namen Trincomale bekannt.' Angesichts der Thatsache, datz die britisch: Admiralität erst vor Kurzem ihre sammtlichen Schlachtschiffe aus den asiatischen Gemäuern abberufen hat und leine Absicht vorliegt, etwa demnächst Die asiatischen Geschwader wieder zu oerst'ärken. hätte der bisherige kleinere Kriegshafen auch zukünftig für die Flotte genügt, zumal Singapore längst sehr stark befestigt ist. Die Erklärung liegt eben in dem Bündniß mit Japan und der veränderten- Lage in Asien. Etwas drastisch ausgedrückt, ist der neue Kriegshafen mit seinen mächtigen Docks als Flottenstaon garnicht direkt für die britische Flotte, sondern für die verbündete japanische ' geschaffen! Scheinbar wenigstens; denn in Wahrheit dient er doch, wenn auch japanischen Kriegsschiffen, so doch rein l?ritischen Interessen, nämlich der Vertheidigung Indiens Tritt der Vündnißfall ein und muß Japan mit seiner Kriegsflotte im Indischen Ozean und dem Persischen Golfe englische Interessen vertheidigen, . vor Allem aber seine Landheere nach Indien überführen, um am Ganges und Indus Wacht zu halten, so bedarf es einer Flottensiation von entsprechendem Umfange und mit allem Nöthigen zur Reparatur seiner Schlachtschiffe und Kreuzer versehen. Es ist nicht mehr als billig, daß England, dessen indische Grenzen Japan zu vertheidigen übernommen, wenigstens ihm ein Asyl für die dabei nöthigen Schiffe zur Verfügung stellt. Das liegt so sehr auf der Hand, daß die der Regierung nahe stehenden Vlätter nicht nur Frankreich versichern, die neuen herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Westmächten seien natürlich Garantie genug dafür, daß die neue Flottenstation nicht wie ein, Revolver drohend auf Frankreichs indo-ch:-nesischcs Reich gerichtet sei. son'cern auch Rußland gegenüber erklärn, was vielleicht wie eine Drohung gegen das Zarenreich aussehe, sei in Wirklichkeit ein Freundschaftsdienst, den England Rußland erweise. Singapore als Ziriegshafen ersten Ranges und Flottenstation sei für Rußland ein ehrliches Avis, daß letzteres in Zukunft nicht mehr auf die Neuralität Englands. sondern auf dessen bewaffneie Gegnerschaft rechnen müsse. falle es sich noch einmal durch seine MilitärPartei zu Abenteuern in Ostasen verlcitenx lassen. Einen größeren Dienst aber, als Rußland vor solchen Aöenteuern zu schützen, könne Niemand ihm leisten. In St. Petersburg dürfte man freilich anderer Meinung sein. Die neue Flottenstation wird England eine ziemlich bedeutende Summe man spricht von 40 bis 50 Millionen Dollars kosten. Der Hafen ist von der Stadt selbst bis nach der Blakan Mati-Jnsel. die sich Hafen und Docks vorlagert, mit einem schweren Gürtel modernster Forts versehen und einer' der bestbefestigten Kriegshäsen außerhalb Europa. 'Die bisherige Flottenstation Trincomale wird zum Geschwaderhafen zweiter Klasse degradirt. Im Kriegsfalle würde Singapore das natürliche Zentrum der Operationen sein. Wie Gibraltar den Zugang zum Mittelmeere, so beherrscht Singapore den Wasserweg in die Ostasiatischen Gewässer. Der britische Minister Vrodrick erklärte in einer Rede zu Guildford mit Bezug auf eine Rede Roseberys. zwischen der deutschen und der englischen Regierung herrsche kein Uebelwollen. Es lägen keine Streitfragen mit Deutschland vor und ebensowenig ein Grund gegen eine Freundschast mit Deutschland. Auf der Spur eines Mordes ist man in Thale am Harz. Dort wurde ein menschliches Gerippe beim Ausgraben eines abgestorbenen Baumes in einem Garten gefunden. Kopf und Rückgrat waren noch gut erhalten. .Der Fund gewinnt durch den Verdacht, daß es sich um die Ueberreste eines vor Jahren Ermordeten handeln könne, einen sensationellen Charakter. Am Morgen des 9. August 1891 war der Oberingenieur der Maschinenfabrik Röhrig und König in MagdeburgSudenburg' Albert Schmidt von Magdeburg nach Thale gefahren und nicht mehr nach Magdeburg zurückgekehrt. Schmidt war zuletzt von einem Herrn, der ihn kannte, im Vodethal auf dem Wege zur Roßtrappe gesehen worden; seitdem fehlte über seinen Verbleib jeder Anhalt. Schon einmal lenkte sich ein,, Verdacht auf ein Haus in der Roßtrappenstraße, in dessen Garten ein Loch gegraben war. .doch die damals eingeleitete Untersuchung war ergebnißlos. Der Staatsanwaltschast ist von dem jetzigen Funde Mittheilung gemacht worden. .

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Europaische Nachrichten. Hcsterrcich-'ZNTgar. Wien. Vor kurzem ist der frühere Hofopernsänger v. Reichenberg in der Heilanstalt des Professors Oberstem gestorben. Der Privatdozent an der hiesigen Universität Dr. Karl Carda wurde zum außerordentlichen Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule ernannt. Die 14jährige Karoline Jnnerberger, die sich aus einem Fenster im dritten .Stocke des Hauses Rokitanskygasse No. 4 in den Lichthof gestürzt hat, ist im Stephaniespltal gestorben. Das Kind hatte hinter dem Rücken der Mutter bei Geschäftsleuten kleine Schulden gemacht und war deshalb von der Mutter zurechtgewiesen worden. Unlängst fand in der Schottenkirche die Feser der goldenen Hochzeit de Karl Steinbrecher und seiner Gemahlin Frau Josesine Steinbrecher, geborene Weigl, in Gegenwart ihrer Kinder und Enkel statt. Die Ernennung des Breslauer Professors Dr. Jörs zum Ordinarius für römisches Reöht an der hiesigen Universität ist bereits erfolgt. Im Laden des 34jährigen Schneidermeisters Josef Steiner, Wieden Belvederegasse No. 26, ertönten letztens drei Schüsse. Als man eindrang, fand man Steiner bewußtlos in seinem Blute schwimmen. Er hatte drei Schußverletzungen, die von einem Revolver herrühren. Zwei Projektile waren in die rechte Schläse, eines in die linke Brustseite gedrungen. Steiner lebte noch. Man verständigte die Rettungsgesellschaft und Jnspektionsarzt Dr. Kun verband den Mann und brachte ihn in's Wiedner Krankenhaus. Nach durchgeführter Verhandlung wurde die unter der Anklage des Raubmordes angeklagte Dienstmagd Franziska Nawratil mit acht gegen vier Stimmen schuldig gesprochen und zum Tode durch den' Strang verur-

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" " o o o Baden. Dieser Tage beging die hiesige freiwillige Feuerwehr das Jubiläum des 40jährigen Bestandes. Dem großen Festcommerse wohnten BürgermeisterDr. Trenner mit sämmtlichen Gemeinderäthen bei. B r i x e n. Regimentsarzt 5karl Maierweg hat sich erschossen. ' Das Motiv ist unbekannt. G r a z. Bor einiger Zeit hat sich hier der 82jährige Major d. R. Anton Osser durch einen Revolverschutz entleibt. Der Lebensmüde blieb auf der Stelle todt. Ein unheilbares Leiden ist das Motiv der That. Kranach. Letztens. arbeitete der Grundbesitzer I. Schmid mit seinem Knechte Gottlieb Adam auf der Wiese und sah sich veranlaßt, den Knecht wegen nachlässiger Arbeit ' zu tadeln. Dieser gerieth darüber derart in Wuth, daß er nach kurzem Wortwechsel einen wuchtigen Hieb mit der Sense nach seinem Dienstgeber führte und ihm damit den Kopf abhieb. Adam wurde verhaftet und in das Bezirksgericht Leibnitz eingeliefert. Ratschach. Unlängst sind hier über sechzig Häuser abgebrannt. Militär aus Tarvis eilte zu Hilfe. Oderberg. In die Oder gesprungen ist die 19 Jahre alte Kellnerin des hiesigen Drahtwerkhvtels, Augusta Raab. Nach einer Auseinandersetzung mit ihrem Bräutigam äußerte sie sich einigen Personen gegenüber, sie werde in die Oder springen, und führte nach kurzer Zeit thatsächlich ihre Absicht aus. Wschechowitz. Vor einiger Zeit hat sich der Gasthauspächter Raimund Horak in Gegenwart seiner Gattin mittels eines gegen die linke Brustseite abgefeuerten Gewehrschusses entleibt. Lpxemburg. Luxemburg. Generaladvokat Karl Larue, Ehrenobergerichtsrath, ist zum wirklichen Obergerichtsrath in Ersetzung des Herrn' Steichen ernannt, der die Stelle eines Regierungscommissärs bei der Internationalen Bank erhält. ....

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