Indiana Tribüne, Volume 29, Number 78, Indianapolis, Marion County, 23 November 1905 — Page 4

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ndiana Tribüne. Hnaulgtebeuvo Ux Suttndtrg Es. Indianapolis, Ind. Karry D. Thudium yräsideut. OeschäftSloealt No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Kbtcrcd t thc Post Office ol Indianapolis as ccond dass matter.

Die Maske ab! EZ würde Niemand daran denken, deu Behörden einen Vorwurf daraus zu machen, wenn sie die Durchführung der Gesetze ehrlich und gewissenhaft zu erzwingen versuchen. Dazu find sie eingesetzt. Wenn aber die Behörden die Gesetze, mögen sie nun schlecht oder gut sein, als Handhaben benutzen, um ihren Groll Nachdruck zu geben, dann ist eZ an der Zeit, daßZdie Bürgerschaft energischen Protest erhebt und ihrem Unwillen Lust macht. Unsere.Gesetze find leider mit solchem Unverständniß in den Legislaturen verfaßt, daß sie dem zeitweil. gen Macht habn die Möglichkeit in die Hand ge ben, dieselben nach Willkür durchzu führen oder unbeachtet zu lassen. Während man diese Mangelhaftig keit der- Gesetzgebung der Dummheit der LegiZiaturMitglieder anrechnen kann, so entspringt die willkürliche Durchführung derselben den niedrigsten Trieben deS öffentlichen Beamten, der nun einem anderen Platz an der öffent lichen Krippe machen muß. Der Beamte,; der die StaatSgesetze benutzt, um sie zu seinem eigenen Vortheil entweder locker oder streng zu handhaben, ist ein gemeingefährliches Subjekt. Die Gesetze sollen keine Knute in sei ner Hand sein, die er beliebig ruhen küßt, oder mit der er beliebig zuschlügt. Wenn er die Eigenthümer der Häuser, in denen Dirnen ihr unsaubere Geschäft betreiben, frei ausgehen läßt, die. elenden Verkommenen aber gefäng lich einzieht, so beweist er seine- sittliche Unfähigkeit an der Spitze der Obrig. keit zu stehen. Denn ebenso wie das Gesetz den Hehler strafbarer hält wie den Dieb, so hält der Gesetzparagraph den Hauseigenthümer ebenso schuldig wie die. Dirne, der er gegen höheren klingenden Lohn, als er von anständigen Miethern erhalten kann, sein HauS als Lasterhöhle.vermiethet. Dtt Maske ab, Ihr Heuchler von Gesetzesliebe. Die gemeinsten persönlichen Rüsichten sind das Leitmotiv Eures sogenannter. Krieges gegen das Lager. Gemeine persönliche Rache treibt Euch, Gefetzliebe zu heucheln. DaS Wohl der Stadt ist Euch gleich, denn sie gilt Euch nur als Krippe zur eige nen Mästung." Geheimgeschichte der letzten Wall Strect-ttrifts. Die Krisis an de? Wall Street in letzter Zeit, welche die Kurse in fieber haster Erregung auf und abschwanken ließ und eine so große Unsicherheit her vorrief, stand fo sehr im Widerspruch mit der ungewöhnlich ' günstigen allge meinen Geschäftslage des Landes und mit der überreichen Ernte dieses Iah S, daß man sich im Publikum üb ihre Ursachen in den verschiedensten Vermuthungen erging, ohne doch an scheinend das Aechte getroffen zuhaben. Nunmehr erhält man aus Washing ton Mittheilungen, welche eine weitere Erklärung geben und einen interessan ten Blick hinter die Coulissen deS Cen fationS und SpektakelftückeS gestatten. das an der Wall Street alltäglich auf geführt wird, mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. 'Wie verlautet, soll die Krisis durch den Kampf zweier großer Finanzgrup pen, deren starker Einfluk bis in die Administratlonskreise reichen foll, vev anlaßt worden sein: sn:$ die Morgan Hill'sche Finanzgrupp md durch jene andere, in welcher Rockeseller und die New Yorker National City Bank ihren Einfluß mit großer Stärke geltend ge macht haben. .Die erstgenannte Finanzgruppe be fürwortet mit großem Nachdruck, daß von den verfügbaren Geldern des Bun deöschatzamteS 25 Millionen flüssig ge macht werden sollen, um der drückenden Geldknappheit abzuhelfen, welche sich an der Actienbörse.so nachtheilig fühl bar macht; die andere aber ist gegen diesen Schritt, da, ihrer Ansicht nach. die Geldknappheit sich nicht auf das le gitlme Geschäft erstrecken und sich nur

an den Actienbörsen geltend machen soll. In Administrationskreisen herrschen in der Angelegenheit so entgegengesetzte Meinungen, wie zwischen den erwähn ten beiden Finanzgruppen. Bei der großen Wichtigkeit, welche die Angelegenheit für das Geschäfts, leben des Landes hat, ist es sehr be greiflich, daß auch der Präsident und der Schatzamtssekretär Stellung dazu genommen haben, und zwar, wie der sichert wird, auf entgegengesetzten Sei ten: Der Präsident soll dafür sein, daß ein Theil der verfügbaren Millionen des Schatzamtes flüssig gemacht wird, um dem übermäßig gespannten Geld markte Erleichterung . zu verschaffen; Schatzamtssekretär Shaw andererseits ist mit großer Entschiedenheit dagegen. Selbstverständlich ist es nicht das persönliche Interesse Morgan'S, Hill'S oder irgend eines anderen großen New Yorker Kapitalgewaltigen, was die Ankickten deS Präsidenten bestimmt.

sondern die ttirthschaftlich und allge. mein geschäftliche Seite der Frage. Die Geldknappheit auf dem Aktien. markt kann .leider nicht hinweggeleug net werden; sie h-rrscht nicht an der Wall Street und allen anderen ameri. kanlschen Aktienbörsen allein, sondern sie geht durch alle CÜlturländer der Erde. In Europa macht sie sich noch beängstigender fühlbar, als bei uns, wie das ungewöhnlich hohe Steigen der Zinsraten in London, Berlin und Pa ris erkennen läßt. Große weltgeschichtliche Vorgänge unserer Tage find eS, welche die Geld nappheit verursacht haben. Dazu ge hören in erster Linie die großen Kriege der letzten Jahre; Der Burenkrieg, wel cher die Finanzkraft England'S in so verhängnißvoller Weise erschöpft hat und die japanischen und russischen' An eihen nach dem ostasiatischen Krieg, welche Hundertmillionen von Dollars absorbirt haben. Ein weiterer Grund ist. daß die collossale industrielle Ent Wickelung aller Culturvölker unermeß liche Kapitalien für neue Anlagen braucht. Endlich wird noch als Grund genannt, daß verschiedene große Finan zierS diesseits und jenseits deS MeereS der Weltlage im Allgemeinen nicht trauen und deshalb zu ihrer Sicherheit in aller Stille große Massen Gold auf die Seite legen sollen. Diese und ähnliche Umstände find daran schuld, daß in den letzten Tagen in New York Geldanleihen auf Sicht (call Ivans) zu 20 Prozent gemacht werden mußten. 'Eine derartige ungewöhnliche hohe Zinsrate ist oft genug schon der Vor böte schwerer Finanzkrisen gewesen. Sehr begreiflich daher, daß der Präfi dent Stellung in der Frage nimmt und dem Geldmarkt die nöthige Er leichterung verschaffen möchte. Denn Niemand glaubt wohl im Ernst, daß eine Finanzkrifis an den Aktienbörsen ein für das allgemeine Geschästsleben gleichgiltiger Vorgang sei. Wenn eine derartige Krisis schwer genug ist und lange anhält, bekommt sie auch gewöhnlich daS allgemeine Geschäfts leben deS Landes mehr oder weniger empfindlich zu fühlen. Den entgegengesetzten Standpunkt nimmt der Schatzamtssekretär ein. Er behauptet, die Geldknappheit mache sich nur an der Wall Street geltend, eö sei unnöthig, derselben zu Hülse zu kom. men und wenn trotzdem verfügbare Summen des BundeSschatzamteS zur Erleichterung deS Geldmarktes flüssig gemacht werden sollten, so würden sie baldigst ihren Abfluß nach Europa finden. Es ist ein eigenthümliches Zusam mentressen, daß diese Ansichten Shaw'S auch die ganz gleichenvon Rockefeller und der New Yorker National City Bank find u. daß er fie erst mit großem Nachdruck geltend macht, seit er Ende der letzten Woche in New Z)ork war und mit Rockefeller persönlich Rück spräche genommen hat. Allem Anschein wird eS sich in dieser Woche entscheiden, ob das Schatzamt dem Geldmarkt Erleichterung verschaffen wird, oder nicht. Sollte Ersteres der Fall sein, so -würde wahrscheinlich Shaw, der sich längst schon mit Resig nationSgedanken trügt, zurücktreten; aber wahrscheinlich nicht wieder, um. wie bisher, die finanzielle Leitung der Landbank in Denison, Iowa, zu über nehmen, sondern um ein Hunderttau send DollarSPräfident in einer der großen Rockefeller'schen Unternehmun gen zu werden. (Wechselbl.) Wer seine Weihnachtswaaren der kaufen will der wende sich durch die deutsche Zeitung an die kaufkräftige deutsche Kundschaft.

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Humoreske von I. Bcrl;l. Zwoa Weg führ'n nach Eschenstoa aufsi, wo man so a feine Aussicht hat. Der oane, o?s ls a ganz a guals Straßl, verstehst? Nur is halt a bissel a lange G'schicht', bis D' da hinkimmst. Werd'n etll drei Stunden sein, eher mehra wie minder. Der ander Weg aber, der waar nur halbet so weit, aber mein Gott ... Bis D' da auffikraxelst, bist halbst hm, a so ttxl is.oa zum steig'n. Net zum daschnauf'n! Auf dem letztern Weg da liegt 's Häusel vom Branoner Michele.' So hoaßt nämli' der Bauer, der dort droben aus dem Gütl hockt. Der Michele is ja in der Hauptsach' an ganz bravs Mandl, wie mir G'schert alle sein, so a kloans bissel unterwachsen is er freili aa: a bissel a Treu und ä bissel a Falschheit is alleweil dabei. No. daß i die G'schicht verzähl, der Branoner Michele, den schinirt natürli der schieche Weg am allermeisten. 'S that scho bald noth." sagt er, wann i meine Viecher abitreib. i lasset eahna Steigeisen machn, net emal dieHenner.kemmen guat abi ohnedem. Im Sommer da g langt s ja no . ober im Winter. Freunder!, da hat's was. No," hat er g'moant, der Vranoner Michele, wann halt dös a bissel n seiner Steig wär', nacha kehret do be! mir ob'n aa hie und da a Tourist ein. Ueberall schlieafen s' um ananda. die damischen Tropf'n, blos bei mir, laßt si gar koaner nie net sehg'n. Grad wie wann's verhext waar. Unseroaner waar aber aa froh, wenn er dieweiln a paar Kreuzerln verdeana konnt. Soll isg'wiß." Dem Michele sei Weib, d' Annamirl. die hat aa 's ganz Jahr net zum brug sen aufg'hört, scho weil d' Kinder bald ham in d' Schul geh'n müss'n. Michele," hat s' g'sagt, 's werd decht niz übri bleib'n, den Weg werd'n mir richt'n lassen müss'n und kost's was will. Sonst bricht si' do no amal a Kuh d' Hax'n, und nacha ham ma die Gaudi da." Wie der Michele dös g'hört hat, is er ganz traamhappi' word'n und chat d' Ohr'n hängn lassen, denn 's Zahl'n, dös is eahm elendi hart ankemma. I moan." hat er zu der Annamirl g'sagt, i u-erd' do an die .Suntä'g öfters abistrig'n, und werd's deye Tourist'n stecka, was ma bei uns für a feine Aussicht hat. Vielleicht daß do der oane oder der ander si' d' Müh net g' -reuen laßt und auffireist. Moansj net?" ..Na." hat d' Annamirl. waZ a sehr resolute Person war, g'sagt. dösselbige moan i fei gar net. Dös Umanandaziahg'n in die Wirthshäusa. dös that Dir freilich pass'n. Drei Liter versaufest, und drei Viertele verkaafest. na. na, mei lieber Schnees, dosselbige schlag' Dir nur glel' aus'm Schädel. r Sarn.' faxn." brummte Michele. mir hätt' dös no' am mehreren paßt. Was hilft's mi' denn, wann i 'n Weg richten thua? Sowie a bissel a grob s. Wetter kimmt. reißt's mir ja do' 's aanze G'raffel wieder z'samm'!". Und a so geht's aa nimma'." Hai d' Bäurin g'schrien. Mit'm Disch kriern is no nie an Arbet g'schehgX Dös wirkst Dir." Also, was is 'm Michele übri' blieb'n. Er hat si' hinter die Qhrwascheln kräht, hat 's G'nack einzog n und hat zum Studlren ang'fangt, wie er am billigsten um die traurige Sach 'rumkemmat. Der Summer war scho' vor der Thür, vielleicht daß er do' den Fremden a bissel Unkosten aufhäng'n kunnt, denn die ham ja ehnder, wia so an armer Bauernmensch. - A volle Woch'n hat er si' hm und her b'sonna, bis eahm endli' a Licht! aufganga is. Nachher hat er mit der Annamirl g'redt und wie's dera recht war. hat er si'' anzog'n und is in's Thal abig'stieg'n zu seinem Freunderl, dem Hieserkarl. Du," hat er g'sagt. hast g'hört." hat er g'sagt. wann's mögli' waar, und Du taatst mir zwoa Monat lang Dein Franzl leih'n kunnt leicht sei', daß i eahm an guatn Verdeanst wißt!" Was zahlst? Der Franzl sollt' 'm Burgermoasta seine Goaß Hut n." An Gulde zahl' i mehra wie der Schundnickel, a ted'Z Monat. Und was soll er denn schaffn? Woaßt scho', daß er no a bissel g'ring is. Sag'n darfst koaner Seel a Wörtl. Beileib net. Woaßt, i möcht gern a Strasse! auffi ham zu mir, weil's halt gar nimma zum damache is.- I hab' schon an Eingab' gemacht, aba sie ham mi' ja bloß ausg'lacht, die Loder, die damischen. Und ' wann i ' selba die G'schicht richten sollt. Bua, dös kann i net derkraftn. Also hab' i mir denkt. dos machn mir a so: I stell 'n Franz an's guata Straßl hin, woaßt dorten. wo der Weg si' kreuzt. Wo der mernige aa auf 'n Berg auffiführt. Und wann a Fremder kimmt und will 's guate Straßt geh'n, na soll er sei Hut abiziahg'n und soll 'n recht freundli grüaßn und soll sagn: .Wann's eppa auf 'n Eschenstoa auffi wollt's, nacha oersts- beileib' net danuber ' Ichieb'n Dös is an Umweg. Sechts, dös da is da richtige Weg.' " Da hat- der 'Hieserkarl g'lacht Woll, woll." hat er g'sagt. i versteh Dr scho! Aber wann nacha der Lack wieda abikimmt. nacha haut er mein Franzl durch, daß a wahre , Schand is?" - , Was net gar!" hat da der Michele g sagt, wer da an anzigsmal auffi g'stiegn is, der geht meiner Lebtag da

1 , 1 v n:. r rt r r rscho an andern Steig." Da kunmst recht ham," moant oei i Hieserkarl. j Woaßt," fahrt der Michele fort. ,.d' Hauptsach is bloß, daß die Frem den, wann s' wieda z' Haus kemma a recht a groß G'schroa macyen und ganz malefizisch aufbegehr'n. Nacha laßt Mir da Alpenverein mein Weg scho' richtn, da feit sie' nix." Dos glaub' x aa," hat der Hisser karl g'antwort'. schau, da waar ießt unseroana wieda net draufkemma. Is recht, Michele, dös mach'n mir. Wann i amal an Rath brauch', nacha wend i mr an koan andern als an Ti." So sans ausananda 'qanqen und da Michele war damisch stolz, weil 's eahm ser' Werd Nie net hat gliub'n woll'n, daß er a g'scheita Kerl is. Gestimmt hat's aa. Bloß an oangiger junger Grasteufi hat si' d' Müh g'numma und ls wieda abikraxelt. Dieselbe Woch'n hat der Franz! freili' net gut sitz'n könna. Aber dös is scho wieda vergangen. 'S war za net 's erstemal. Im nächsten Frühjahr aber hat der Branoner Michele an Weg kriegt, dös war a wahre Pracht. Nix feiners net. Unfc seit dera Zeit hams a Mordsrespekt vor eahm. Burgermoasta wird er, sowie der alte geht. Ein schlauer Gastwirth. Auch an dem schönen Geschlechte" Änes kleinen deutschen Bundesstaates nennen wir Ihn Klemland war die moderne , Frauenbewegung nicht spurlos vorübergegangen. Eines Tages erschien in sämmtlichen Blättern des Ländchens ein Aufruf, unterzeichnet von mehreren Damen der Residenz, der alle fortschrittlich gesinnten Frauen und Mädchen aufforderte, an einem bestimmten Tage sich in der LandesHauptstadt einzusinken: Zweck und Ziel: Gründung eines Landesverbandes, dessen Aufgabe es sei, im Verein mit den andern Verbänden für die politische, soziale, materielle und sonstige Hebung des weiblichen Geschlechtes, -für die Gleichstellung der Frau mit dem Manne, .für ihre Erhöhung zu vollem Menschenthume zu kämpfen. Der schwungvoll geschriebene Artikel fand in dem Löindchen ein vielfaches Echo, und an dem bestimmten Tage brachten die Eisenbahnzüge airs .allen Richtungen der Windrose in hellen Schsaren die emanzipationslüsternen Fraüen und Mägdelein (letztere befanden sich meist schon rn mehr oder minder reifen" Jahren) nach der Residenz. Da der Kongreß von mehrtägiger Dauer fein sollte, und für Unterbringung der Theilnehmerinnen in Privatlogis keine Vorsorge getroffen war, galt es für die meisten Damen, sich in einem Hotel Verpflegung und Nachtquartier zu sichern. Als sie aus d?r Lahnhofhälle traten und nach einem Hotelwagen Ausschau hielten, wurde ihnen ein ungewohnter Anblick, der sie mit freudigem Staunen erfüllte. Hoch auf dem Kutscherbocke des Hotelwagens der . Goldenen Ganö" thronte ein dralles junges Mädchen, die Peitsche in der einen, die Zügel fest in der andern Hand. Ein weiblicher Hotelwagenkutscher! Was Wunder, daß das Gefährt der Goldenen Gans" von den Kämpferinnen für die Hebung des Weibes zum vollen Menschenthume förmlich gestürmt wurde. Viele, die keinen Platz mehr fanden, fuhren per Droschke oder in der Elektrischen zur Goldenen Gans." Denn selbstverständlich mußte einem Wirthe der Vorzug gegeben werden, der in so eklatanter Weise die völlige Gleichwerthigkeit der Frau mit dem Manne bewies. Ja, die völlige Gleich werthiakeit! Das zeigte sich so recht in der Sicherheit und Gewandtheit, mit der Fräulein Kutscher den großen schweren Hotelwagen durch die Brandung des. Straßenverkebrs sicher zum Ziele steuerte. Die Goldene Gans" war rasch bis auf das letzte Fremdenzimmer besetzt; ste qlich drei Tage lang emem Damen Pensionat, der Wirth machte gute Geschäfte Am Morgen des vierten Tages schritt Herr Mayer, der Besitzer der Goldenen Gans, zu seinem Pseroe stall hinüber. Friedrich.!" Auf diesen Ruf eilte Fräulein Kutscher herbei. Friedrich, die Frauenkongreßlerinnen sind fort. Zieh Dir die Weiberrocke aus und Deine Hosen wieder an. die "Komödie hört nun auf. Hast Deine Rolle übrigens gut gespielt... da, dies zum Lohne. Und er druckte Fräulein" Kutscher ein glänzendes Douceur rn die Hand. Gentleman" nud Vorgesetzter. Ein Stationsvorsteher in der Rhein Provinz hatte die Regierung um eine Entscheidung ersucht, ob ein ihm in feinem Bureau unterstelltes junges Mädchen ihn zuerst grüßen oder, dem allaemelNen Gebrauch weiblichen Per sonen gegenüber entsprechend, seinen Gruß abwarten müsse. Die Regierung hat diesen Fall dahin entschieden, daß der Stationsvorsteher als Mann zu ersr- arüßen müsse. Ein nicht weniger wichtiger obrigkeitlicher Entscheid ist auf die Anfrage der Vorsteherin einer höheren Töchterschule ergangen. Die Dame hate angefragt, ob sie berechtigt wäre, ihren Zöglingen beim Turnen das Tragen von Korsetts zu. verbieten. Die Regierung hat in bejahendem Sinne entschieden.

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Zur Hilft bereit. tdc zur Verhüllung brennender Personen i Theater. Schon feit Jahren werden in Berlin in den königlichen Theatern Decken zur Verhüllung brennender Personen stets bereit gehalten. Man hatte zumeist schwere wollene Decken für diesen Zweck gewählt und diese zwischen der ersten und zweiten Kulisse niedergelegt. Es lag aber auf der Hand, daß das Nied:rlegen nicht ganz zweckentsprechend war. Im Falle der Gefahr muß der Posten bei den Decken, sich erst bücken, wohl gar auch umdrehen, verliert dabei die brennende Person aus dem Auge und wird, wie die Erfahrung gelehrt hat. ste nur selten erreichen können. Gerade in derartigen Fällen aber ist schnelle Hilfe unbedingt geboten. . Branddirektor Stude hat daher folgende, bereits in Bremen bewährte Einrichtung auch für die königlichen Bühnen eingeführt: Er .nimmt an Stelle der schweren wollenen Decke einen kurzhaarigen, möglichst dicht gewebten Stoff, wie er für Herrenkleider üblich ist. Dieser Stoff wird gerollt, und zwar in der Art, daß das ganze Stück zunächst im Knick gelegt und dann von der Bruchstelle nach außen zu gerollt wird. Diese Art des Rollens bietet den Vortheil, daß das Stück mit einem! einzigen Ruck völlig ausgebreitet werden kann. Dieser Stoff, den ein einfacher, sofort und unfehlbar löslicher Knopfriemen Zusammenhalt, wird wie ein Soldatenmantel von-dem betreffenden Posten ständig getragen. Im Augenblick der Gefahr kann der Posten sofort auf die brennende Person zueilen, .und indem er unterwegs die Decken von der Schulter reißt und löst, schleunige Hilfe bringen, ehe der Gefährdete in den Kulissen verschwunden ist. Zum Beweis der Vortrefflichkeit d:r Einrichtung wurde bei einer Probe eine mit Spähnen behängte Strohpuppe angezündet. Als sie in voller Gluth stand, ging ein mit der Decke ausgerüstete? Feuerwehrmann vor und vermochte in wenigen Sekunden die Flammen vollständig zu ersticken, wobei die Decke selbst keinerlei Brandschaden erlitt.. X Schulbesuch in Australien. Im südaustralischen Parlament hat jüngst der Abgeordnete Lukas die Aufmerksamkeit der Unterrichtsverwaltung auf den äußerst dürftigen Schulbesuch der Kinder europäischer Abkunft in Australien gelenkt. Mit dem gesetzlich festgelegten Schulzwang" hat es dort eine eigene Bewandniß: von 313 Schultagen im Jahre braucht das Kind nur an 140 Tagen zu erscheinen, dann gilt sein Schulbesuch als regelmäßig"; die übrigen 173 Tage ist es berechtigt, zu bummeln. Es kommt häufig vor, daß Kinder auf der Straße oder auch oft genug vor dem Richter auf die Frage, warum ste nicht in der Schule seien, zur Antwort geben: Wir haben unsere Zeit bereits abgesessen!" Als ziemlich regelmäßig" gilt der Besuch der Schule an 70 Tagen :m Jahre. Der Abgeordnete Lukas wies nach, daß von 72,000 schulpflichtigen Kindern nur 42,000 überhaupt die Schule be suchen; 19,000 bleiben ganz weg und 11,000 sind gar nicht eingetragen. Die Zahl der Analphabeten nimmt dauernd zu-statt ab. Am geringsten ist ihr Prozentsatz bei den Kindern deutscher Abkunft, am größten bei den Jrländern. Während es in Australien etwa 70 deutsch-lutherische Gemeinde(Sonntags-) Schulen gibt, existirt keine einzige deutsche katholische Schule und auch kein einziger deutscher katholischer Geistlicher. Ein schwimmendes Dock au 3 Stabl. das bei 12.000 Tonnen Gewicht eine Tragkraft von 20.000 Tonnen hat und mit einem Kostenauf-wand-von $124.000 beraestellt wurde. ist w Sparrow Point. Md.. für Manilc, Philippinen, gebaut worden E t n G e s e U in Belgien be stimmt, daß Kinder einen aanzen Ruhetag jede Woche haben müssen, während m den Niederlanden tzsonntagsruye sur brauen und Kinder gesetzlich gesichert ist, und kraft eines im Jahre 1815 erlassenen Gesetzes keine Regicrungsarbeiten am Sonntag verrichtet werden dürfen.

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