Indiana Tribüne, Volume 29, Number 77, Indianapolis, Marion County, 22 November 1905 — Page 3

JnblanQ Tibüne, 22. November 1905

3

Vicc-Priisiwlt

Bezicht in Washiugton, D. C., ein ncncs elegantes Heim. ,

Neue Mittel gesucht, um Castro mürbe zu mache. Weite Enthüllungen iu der Untersuchung gegen die Equitable. Deficit im Post-Devartc-ment. Dr. PreetorinS bestattet. Gegen Wahlbetruger in New York.

Fairbanks neues Heim. Washington. 21. Nov. VizePräsioent FairbankZ und Frau kehrten heute nach Washington zurück, um wahrend der Konzertsesfion hier zu bleiben. Der Vize . Präsident war heute Morgen einer der ersten Besucher deS Präsidenten. Später nahm er mit seiner Frau Besitz von dem neuen Heim No. 1701 X.Straße. Seit 7 Jahren hatten sie an Massachusetts Avenue ge wohnt. Das neue Heim ist Eigenthum des republikanischen Repräsen tänten Ed. Morrill von Pennsylvania. ES ist modern, geräumig, für seinen jetzigen Zweck sehr geeignet und liegt im besten WohnungSdift'rikt. Der VizePrasident und seine Gattin wer den ihre stets geübte Gaftsreundschast noch ausdehnen. Neue W a f fe n gegen Castro. Washington, 21. Nov. DaS Hervorsuchen stichhaltiger Ansprüche gegen Venezuela, eine Beschäftigung, welcher StaatSsekretär.Root sich letzter Zeit hingegeben, scheint 'durch den Be richt deS SvezialkommissärS Calhoun veranlaßt zu sein, welcher kürzlich nach Caracas gesandt worden war, um die Ansprüche deS Asphalt Trust, sowie der französischen Kabelkompagnie, gründ lich zu untersuchen. Kommissär Cal houn kehrte bekanntlich vor einigen Wochen von seiner Mission zurück und berichtete dem Präsidenten und Staats sekretär mündlich über die Resultate seiner Untersuchung. Der Bericht, so hieß eS dann, sollte nicht veröffentlicht werden, bis Richter Calhoun Muße ge habt, seinen Befund in angemessener Form schriftlich zu unterbreiten, und das ist bis jetzt noch nicht geschehen. ES verlautet indeß, Kommissär Calhoun habe ermittelt, daß sowohl der Asphalt Trust (wie dies von den Beamten des selben in dem Prozeß in New York zn gegeben worden) wie auch die franzö fische Kabelkompagnie den RevolutionS. führer MatoS mit Fonds unterstützt haben. Daß diese Kontributionen nicht freiwillig gegeben wurden, sondern daß die betreffenden Korporationen gezwun gen waren, die Gelder an MatoS zu geben, weil dieser' zeltwellig Herr deS Territoriums war und nur durch die Zahlung der Kontributionen davon ab gehalten werden konnte, das werthvolle Eigenthum der Gesellschaften zu zerstören, ist korrekt, aber ändert nichts daran, daß sowohl der Asphalt Trust wie auch die Kadelkompagnie.die revo lutionäre Bewegung gegen die recht mäßige Regierung unterstützt haben. Untersuchung der Eq u i table. New York, 21. Nov. Bundes senator ThoS. S. Platt erschien heute alSZeuge vordemKomite derLegiSlatur welche die Geschäftsführung von Ver ficherungSgesellschaften untersucht. Er sagte aus, die Equitable Gesellschaft habe das Jahr'H10,000 zum republi kanifchen Kampagnefond beigetragen. Der Beitrag sei in Baar und ohne Er suchen erfolgt. Er habe denselben dem StaatSkomite überwiesen. John A. NicholS, ein Advokat und Quarantänekommissär von New York wurde von der Equitable zu allerlei Geschäften verwandt. Nach seiner Angabe hatte er auch mit 23. S. Manning einem Actuar von Albany zu verhandeln. Manning wurde angeblich von gewissen Leuten benutzt um Beschuldigungen gegen die Equitable zu erheben, so die, daß die Reserde 'nicht so groß sei, wie fie sein sollte. Um Manning der Gesellschaft günstig zu stimmen, wurden ihm zuerst S450 bezahlt, in späteren Jahren auch $650. Die Zahlungen erstreckten fich über 15 Jahre. NicholS erklärte bei verschiedenen Quittungen, die ihm vorgelegt wurden, er habe dieselben unterzeichnet und das Geld an andere Personen besördert, er konnte fich angeblich nicht mehr er innern an welche. Brief explodirt. C h i l l i c o t h e, O., 21. Nov. Minnie Wood, 13 Jahre alt und Ge

Fairbanks

hilfin im. Postamts zu Pride, ,O., wurde an Händen und Geficht schlimm verbrannt, als ein Brief in der elektri fchen AbfiempelungSmaschine explodirte. Der Brief war an M. Wood, Eigen thümer eines Ladens addresfirt und hatte jedenfalls einen Explosivstoff ent halten. ES wurden verschiedene Post sachen zerstört. Die Verletzungen Frl. Wood'S find ernstlich, aber nicht nothwendiger Weise tödtlich. Defizit im Postdeparte ment. Washington, 21. Nov. Repräsentant Overftreet wird als Vor fitzer des Comites für Postämter und Poftstraßen diesen Winter mit einem Defizit von 814,000,000 zu rechnen haben. Die genaue Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben im letzten Fiskaljahre, das mit dem 30. Juni zu Ende ging, war $14,572,584. ES ist Aussicht vorhanden, daß das Defizit im gegenwärtigen Jahre bedeutend ge ringer fein wird. ES ist eine interessante Thatsache, daß die Einnahmen deS Fiskaljahres 1905 die Ausgaben deS JahreS 1904 um nahezu S500,000 überstiegen. ES zeigt dies, wie rasch die Thätigkeit deS Departements fich vergrößert. Dr. PreetoriuS' Leichen fe ierl i chk e iten. St. Louis. Mo., 21. Nov Das Leichenbegängniß Dr. Emil Pree torius', des Chef.RedacteurS der West lichen Post, fand heute statt. ES wirkte kein Geistlicher bei demselben mit. Die Trauerversammlung war eine der größten seit Jahren. Nach den Feierlichkeiten in der Woh nung wurde die Leiche nachdem Crema torium gebracht, wo verschiedene Red ner die Verdienste deS Verstorbenen hervorhoben. Unter den BeileidSdepe schen an die Familie war auch ein: solche vom deutschen Botschafter in Washington, Freiherrn Speck v. Stern bürg. Nachklänge zur Wahl. New York, 21. Nov. ES stellte fich heute heraus, daß der Mann, welcher $5000 Büröschaft für John Krup stellte, der Wirth I. F. Pickett von der 3. Avenue wa. Krup war angeklagt, ungesetzlicher Weise gestimmt zu haben, verschwand aber an dem Tage, als sein Prozeß beginnen sollte. Pickett wurde aus morgen vor die Großgeschworenen geladen. Krup'S Anwalt, Dillon, der fich bei der letzten Verhandlung geweigert hatte, verschiedene Fragen zu beant worten, wurde vom Recorder Goff heute angewiesen, Rede und Antwort zu stehen. Auch er wird morgen zu er scheinen haben. X New York, 21. Nov.. Edward Meade bekannte fich heute schuldig, bei der letzten Wahl zweimal gestimmt zu haben. Er wurde zu nicht weniger als 2 und nicht mehr als 3z Jahre Singfing verurtheilt. Botschafter Mayer. N e w Y o r !, 21. Nod. Der ame rikanische Botschafter für Rußland. Mayer, reifte heute mit' dem Dampfer Kronprinz Wilhelm ab. Auf eine An frage erklärte er, er glaube nicht an nehmen zu können, daß der russische Pöbel Ausländer angreifen werde selbst wenn eine Revolution auSbrechen sollte. Zwischenstaatlicher Handel. Washington, 21. Nov. Heute fand eine Konferenz deS Senats komiteZ für zwischenstaatlichen Handel statt. ES wohnten derselben die Republikaner ElkinS, Cullom, Aldrich, Kean, Dolliver. Foraker und Mlllard die Demokraten Ttllman, Foster und NewlandS bei. Die Demokraten Mc Laurin und Carmack fehlten. ES wur den nur Geschäfte införme'! besprochen. Nach der Sitzung hielten die Re publikaner-eine Konferenz. Cullom und Dolliver erklärten, die Republika ner Müßten die Empfehlungen deS Präsidenten unterstützen. Die übrigen Mitzlieder waren gegen radikale Ge fetze und für gemeinsames Vorgehen.

Starke Diebsbande

Endlich unschädlich gemacht. St. Jo.seph, Mo., 21. Nov. Letzte Nacht verhaftete die Polizei 7 Männer unter der Anklage, von Fracht wagen der Burlington Bahn Waaren im Werthe von $2000 gestohlen zu haben. ES sind Elmer CriteS, Claude W. Hudson, John Agee, Thomas Lytle, S. D. Phillips, ChaS. Peterson R. Thorpe. Waaren im Werthe von etwa $1000 wurden im Erdgeschoß von Phillips' Laden wiedererlangt. Die Bande pflegte fich zur Nachtzeit auf einen aus laufenden Frachtzug und warf von Waaren herab, was fie erlangen konn, ten. Später sammelten fie die Gegen stände. . Die Polizei glaubt, daß Andy Wil liamS, welcher angeklagt ist, am 14. Nov. JameS Stanfield ermordet zu haben, Mitglied dieser Diebesbande war und daß Stanfield getödtet wurde, damit er der Polizei nicht Mittheilung von einem Diebstahle machen konnte, den er beobachtete. Nobel Preise. Washington, 21. Nov. DaS Nobel'Komite .deS norwegischen Paela menteS hat dem StaatSDepartement formell die Bedingungen mitgetheilt, welche bei Vertheilung der Preise für daS Komlte maßgebend find. Alle Kandidaten müssen dem Komlte von maßgebenden Persönlichkeiten vor dem 1. Februar nächsten JahreS vorgeschla gen werden. Die Preise werden am 10. Dezember 1906 vertheilt werden. Der Friedenspreis kann auch Instituten oder Gesellschaften verliehen werden. MormonischeS. E l .P a f o, Tex.. 21. Nov. Die Verhaftung von E. R. Conger und Pearl Corvin von Utah erweist, daß Präsident Smith von der Mormonen klrche entschieden ablehnt, Vielweiberei anzuerkennen. Conger erzählt, daß er, obgleich der heirathet, fich in Utah mit Frl. Corvin verliebt. Seine Frau war damit ein verstanden, daß er Frl. Corvin heira the. Da ihm eine Licenz in Utah ve weigert wurde, begab .er fich nach Me zico zu der dortigen Mormonenkolonie, um dort zu heirathen. Seine erste Frau ließ er nachkommen. Als Präfi dent Smith die Kolonie besuchte, wei gerte er fich rundweg die Heirath zu ge statten. Als das Paar darauf die Rückreise antrat, wurde eS hier der haftee. Conger wird angeklagt, das Mädchen entführt zu haben. - Er sagt, er fowohl wie Frl. Corvin . seien von Präsident Smith auS der Kirche auSge schloffen worden. Waldb.ründe in'JllinoiS. P e o r i a, Jll., 21. Nov. Zwölf Meilen oberhalb Peorka wüthet ein großer Waldbrand, welcher nicht kon trollirt werden kann, und eS treffen Bericht! über großen Schaden ein, den das Feuer dort anrichtet. In jener Gegend wären mehrere Familien nahe zu verbrannt und dieselben wurden nur durch heldenmüthige Anftrengun gen ihrer Nachbarn gerettet. Diejeni gen,, deren Häuser niederbrannten, find fast sämmtlich absolut obdachlos und befinden fich beim Herrannahen des Winters in einer höchst bedauer lichen 'Lage, namentlich, da die Fische reisaison nahezu vorüber ist. Man glaubt, daß die Feuer durch Fahrlässigkeit -Don Jägern entstanden find. ES hat während der letzten Wochen nicht geregnet und die Bäume find so trocken wie Zunder und brennen rasch. Kaninchen und andere kleine Thiere werden durch die Flammen zu Tausen den auS ihren Schlupfwinkeln vertrie den und laufen auf den Landstraßen und in den Straßen der Dörfer umher. In den Niederungen bei dem zehn Meilen südlich von hier gelegenen Pe kia, wurden bereits mehrere Hundert Acker Waldland verheert und über zwanzig Wohnhäuser eingeäschert. Die meisten der Häuser gehören armen Leuten, wie Fischern und Jägern, und in Folge dieses Verlustes haben fie kein Obdach für den Winter. Mexico. . Amerikanische Besuchet. M e x i c o . 21. Nov. Präsident Diaz wird morgen die Mitglieder des Union League Club von San Iran ciSco mit ihren Familien auf Schloß Chapultepec empfangen. Den Be fuchern wird heute Abend ein Bankett aegeden. bei welchem Vize . Präsident Corral der Ehrengast fein wird. Die Amerikaner besuchen heute Inteteffante Punkte in der Stadt.

Pttlverexplosion. 4 Mann umgekommen.

S o k t h R i n e r. N. I., 21. Nov. Bei einer Explosion im Labo ratorium der International Smokeleß Powder & Chemical Cö. zu Partin wurden 4 Mann in Stücke gerissen. Ihre Namen find John Pierce, Frank Spratford, John Applegate und I. W. Redpath, der Superintendent' des Laboratoriums. Die Ursache der Explofion wird wohl nie bekannt werden, da nur die 4 Um gekommeneu zur Zeit in dem Gebäude waren. DaS Gebäude war ein ein stückiger Holzbau und lag getrennt von den anderen Gebäuden. Nur ein La. gerhaus brannte ab. Thut'S vielleicht auch ' .billiger. D e S M o i n e S , Ja., 21. Nov. Frl. Ella Hamilton ist der Anficht, daß der Kuß, welchen ihr Hayden Mar quiS, der Sohn eines Millionärs, raubte, $10,000 werth war. Wenig ftens hat sie Hayden Marquis auf diese Summe verklagt. Bankett der Handels k a m m e r. New fsoxl, 21. Nov. Die Han delskammer hielt heute ihr 187. Iah reSdankett bei Delmonico. ES wohn ten demselben JoS. A. Choate, Gen. Horace Porter, Brigadegeneral Ire derick D. Grant, KontreAdmiral JoS. B. Coghlan, Gouv. Montagne von Virginia u. A. bei Selbstmordversuch. Leavenworth, KänsaS, 21 November. W. E. Thomas, Ge schäftStheilhaber des verstorbenen C. I. Devln, trank heute Abend Carbol säure. Er ist noch am Leben. Schiffsnachrichten. New York: Perugia" von Neapel; Kaiser Wilhelm der Große" von Bremen; Noordam" von Rotter dam; Louifiana" von Copen Hagen; Kronprinz Wilhelm" nach Bremen via Plymouth und Eher bourg; Carpathia" nach Neapel und Trieft; Cedic" nach Liver Pool; Madonna" nach Mar ' seilleS. Marseilles: Calabria" nach New "York. Liverpool: Laurentian von Glasgow nach St. Johns, N. F., Halifax und Philadelphia; Lake- Cham palin" nach St. John, N. B. Gibraltar: Prinzeß Irene" von Genua und Neapel nach New York. Glasgow: Furnesfi'a" von New York via Meville. QueenStown: Friesland" von Phila delphia nach Liverpool. Lherbourg: Friedrich der Große" von Bremen nach New Iork. verzögerte Trauung. In Podomn, Posen, wurde eine Hochzeit gefeiert. Weil ein Aufgebot -nicht eingegangen war, konnte die Civiltrauung nicht am Vormittag stattfinden. Sofort wurde ein Telegramm an das säumige Amt abgegeben, aber dergebens wartete man auf Antwort. Schließlich machte sich ein reitender Bote auf, um das Aufgebot zu holen. Da die geladenen Gäste in großer Zahl erschienen waren, wurde das Hochzeitsfest gefeiert, an dem die Brautleute, wenn auch nicht als Ehepaar, theilnahmen. Erst gegen 9 Uhr Abends kam der sehnsüchtig erwartete Bote mit dem Aufgebot. Alles setzte sich auf Wagen und fuhr zum Standesbeamten nach Kolmar, wo die Civiltrauung gegen 10 Uhr vollzogen wurde. Dann begab Man fich zur Kirche, und der Geistliche, der gleichfalls an der Hochzeitsfestlichkeit theilgenommen hatte und nach Kolmar mitgefahren war. traute das Pärchen gegen 11 Uhr Nachts. Untersagte MonumentEnthüllung. Wegen der seit etwa sechs Jahren betriebenen Errichtung eines Herzog Wilhelm-Denkmals in Blankenburg, Br'aunschweig, waren zwischen den dortigen städtischen BeHorden und Mitgliedern der Welfisch - Altbraunschiveigischen Bereungung Mißhelligkeiten entstanden, die dahin' führten, daß- das Denkmal schließlich auf 'einem Privatgrundstück richtet werden mußte. Letzthin sollten nun die Enthüllung-und eine Gedächtnißseier für Herzog Wilhelm stattfinden. Die Blankenburger.Polizeibehörde untersagte aber die Gedächtnißfeier, da sie die während der Feier nothig werdende Sperrung der Hasselfelderstrake für untbunlick bielt. . Zvre größte Apotheke der Welt befindet sich in Moskau. Sie wurde vor 203 Jahren gegründet und beschäftigt gegenwärtig über 700 Personen. Ueber '600,000 Rezepte werden jährlich in dieser Apotheke ausgeführt. Russen schicken ihre Aufträge dorthin, selbst wenn sie auf Reisen Nck bettnd-n.

Heue Funde in Assur. Denkmäler einer uralten Kulturepoche ihre Grab entrissen. Nach den Mittheilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft" hat man bei den Grabungen in Assur, Assyrien, recht interessante Funde gemacht. So fand man auch den Grundriß eines alten Privathauses mit merkwürdig komplizirtem Eingang, . eine SchutzMaßregel für unsichere Zeiten. An einer anderen Stelle wurde ein bemerkenswerthes System von Wasserbassins aufgedeckj, die, in verschiedener Höhenläge angebracht, unter einander durch Kanäle, verbunden waren, so daß das Wasser von einem Bassin m's andere sprudelte. . Des Weiteren wurde ein neuer 2empel. der der Götter Anu und Adad, aufgedeckt sammt dem dazu gehörigen Tempelthor. Sehr mannigfach ist die Form der Gräber, die in verschiedenen Grüften aufgedeckt worden sind, und unter den Beigaben, welche die Todten begleiteten, finden sich je ein großes Vorrathsgefäß, eine Trinkschale oder -Vase und mehrere Trink- oder Eßschalen. Auch kunstreiche Arbeiten fehlen nicht in ihnen, wie eine kleine getriebene Plakette mit der sehr alterthümlichen Darstellung eines liegenden Stiers. Unter den plastischen Kleinfunden ist ein cylindrisches Gefäß hervorzuheben, auf welchem in Gravirung ein kämpfender Gott dargestellt ist, der sich gegen ein aufgerichtetes Thier wendet. Mythologisch von , Interesse ist ein Goldblech, welches den gewellten, dreiflammigen Blitz darstellt, das Symbol des Gewittergottes' Adad, der unter verschiedenen Namen bei den Völkerschaften Vorderasiens bis in spätere Zeiten hinein verehrt wurde. Auch die Anzahl der mit Urkunden beschriebenen Steine ist nicht, gering. Ein großes achtseitiges Vollprisma enthält Theile von allerdings auch früher schon bekannten Inschriften, Tiglathpilesers I. Eine 'andere Inschrift belehrt über das Alter des Tempels und zeigt, daß er im Jahre 858 wiederaufgebaut worden ist; 113 wohl erhaltene ungebrannte Thontafeln, kleinen und kleinsten Formats, enthalten sorgfältig datirte Quittungen über Lieferungen von Hammeln, Schafen und Rindern.

Giftschlangen in Tirol. Aus Innsbruck wird geschrieben: Im Jahre 1896 hatte der Tiroler Landtag zum ersten Mal Prämien für die Tödtung von Giftschlangen gegen Einsendung des Kopfes ausgesetzt. Die Prämie betrug damals 2 Kronen (1 Krone gleich 100 Heller gleich 20.3 Cents), und t wurden in jenem Jahre 613 Giftschlangen getödtet. Seitdem wurden die Prämien alljährlich gewährt und zwar 1897 eine Krone und von da an 60 Heller für den eingelieferten Kopf. Neulich wurden für den Zweck abermals 1200 Kronen aus dem LandesHaushalt als Prämien gewidmet, da die große Zahl der 1904 getödteten Giftschlangen (620) eine Fortsetzung der Prämiirung wünschenswerth erscheinen ließ. In den letzten neun Jahren wurden insgesammt 6159 Köpfe von Giftschlangen an den Landesausschuß eingeschickt, davon 4887 aus'Wälschtirol, der Rest aus Deutschtirol. Anfangs wurden daneben auch viele Köpfe von ungiftigen Schlangen eingesandt, im ersten Jahre sogar -57 Prozent; in den letzten Jahren jedoch ist die Zahl der getödteten Giftlosen auf 19 Prozent und 1904 auf 10 Prozent gesunken. Zabl der Deutschen im Auslande. Nach einer Aufstellung des Statistischen Amtes für das deutsche Reich leben außerhalb der deutschen Reichsgrenzen etwas über 3.000,000 in Deutschland geborene Personen. Die meisten von ihnen haben natürlich ihre Reichsangehörigkeit draußen verloren, weil einmal die Aufnahme in die fremde Staatsangehörigkeit, namentlich in den englischen Kolonien und in den Mittel- und südamerikanischen Staaten, sehr erleichtert wird, und weil auch wohl nur die wenigsten wissen, daß sie mehrere Staatsangehörigkeiten nebeneinander besitzen können. Von den 3.000,000 im Auslande lebenden Deutschen sind nur ungefähr noch 700,000 Reichsangehörige, und darunter befinden sich obendrein 450,000 nicht im deutschen Reiche Geborene. Unfall beim Manöver. Während eines Manövers bei Curragh, Irland, erhielt eine Schwadron des 19. englischen Husaren-Regiments den Befehl, zum Angriff gegen die von einer Schwadron des 11. Husaren-Re-giments gedeckten Geschütze vorzugehen. Infolge eines Irrthums galoppirte das 19. Husaren-Regiment gerade in die Geschütze hinein. Pferde und Mann-' schaften verwickelten sich. Es entstand eine große Verwirrung. Ein Soldat brach das Genick, ein anderer erlitt einen Fußknöchelbruch, ein Pferd wurde getödtet. Außerdem ereigneten sich mehrere kleinere. Unfälle. In Flammen aufgegan gen ist in Bernkastel.. Rheinprovinz, die alte Schule, in der Kaiser Maximilian I. im Jdhre 1512 auf einer Mosel-' reise übernachtete (damals kurfürstliche Kellerei) und dort den edlen Tropfen, den sagenhaften Doktorwein, kostete, der den Erzbischof Boemund II. von seinem kosen Fieber befreite.

...Kohlen... werden geliefert zu folgenden Preisen per Tonne : Anthracits, alle Größen ....$7.75 Ohio Jackson, Lump 4.75 Ohio Jackkon, Egg " 4.50 Semi Anthracit?, für Range 4.50 PtttsburgLump. 4.25 Kanamha, Lump 4.25 Winifriede, Lump 4.25 Luhrig. Lump 4 25 Luhrig, Egg 4.50 BrazU, Block 4.25 JeUico, Kentucky -4.25 Green Co. No.4, Lump und Egg ... 3.50 Linton, Lump und Egg... 3.50 Vocahontas, gegabelt 5.00 Gemischte Slack 2.25 2,000 Pfund zu jeder Tonne. HOME FUEL CO. Phove : It. Main 1150 nd in ; Neu. im.

Absolut Rauchloses Brennmaterial Gas oU '1.00 per Tonne abgeliefert. TUE INDIANAPOLIS GAS CO., 49 S. Pennsylvania Str. Carl Pleschner, Händler n Vferde-Seschirren, Sätteln, Koffern, u. s. v., u. s.v. bkftadet sich jetzt in sewem neuen o!aIe 5ko. 3l1 Ost Washington Gt. teil dke deftea Waare i dt niedrigsten Preise Zuge ersten Ranges Schnelle Zeit!,' Zu bequemen Stunden ! IL $fl9c fischen Indianapolis und Cincinnati. 19 Uße Mischen Indianapolis und L Dayton. 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springsield, Illinois. . , Parlor Waggon? an allen Tagek. und Schlaf waggonl an allen Nacht-Zügen. Indianapolis Office:: Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P.'Argeo, D. P. A. LAKE ERIE & WESTERII R.R ...Fahrzeit der Züge.. Abkarrt nkua I eledo. hieazo und vttchiga rrreß. 7.1 tiOJ Coltbo. JEtttott und Chicago Lim lt.tO t ichigan ity, Mnncie u.Lasayettepli 7.50 f!O.M tflaltcö onntaal. t aIeome Storch a l s EisenbahnPassagier. Einen Storch als Fahrgast hatte jüngsthin ein von Tondern, Schleswig-Holstein nach Husum abgegangener Eisenbahn - Frachtzuz. Dem Meister Langbein," dessen Flugkraft wohl zur Reise natf dem .sonnigen Süden nicht ausgereicht und der deshalb hatte zurückbleiben müssen, schien bereits die Kälte in die Glieder gefahren zu sein, denn er hatte einen Platz am Tender ausgesucht, um von der Wärmeausstrahlung der Maschine zu profitiren. und fuhr so lange, bis ihn der Heizer erwischte, um ihn in seinem Hause den Winter über zu beherbergen. . , , . Vom .eigene n Enfel a t t a ck i r t. In einer Nacht drangen in das Haus des Bauern Sträub zu Gruibingen. Württemberg, zwei vermummte Gestalten ein und hieben dem 68 Jahre alten Mann mit einem Hammer derart auf den Kopf, daß er ohnmächtig zu Boden fiel. Als er nach kurzer Zeit wieder zu sich kam und den Dieben in die Wohnstube folgte, versetzten ihm diese mehrere schwere Stiche, wodurch Sträub tödtlich verletzt wurde. Ein Stich traf das eine Auge, das auslief. In dem einen der Thäter erkannte Sträub seinen eigenen Enkel. Der Unhold ist geflüchtet. Merkwürdiger Wahn. In Murnau. Oberbayern, erhängte sich in dem Wahne, mit seinem Gelde nicht mehr auszukommen, ein PrivaUer, der über ein Vermögen von mehr als 100.000 Mark verfügte. Ehrenbürgerrecht fUr eine Dame. Der Gemeindeausschütz von Hadersdorf - Veidlingau, Oesterreich, hat einstimmig beschlossen, der Baronin 3ulie Ceschi di Santa Croce das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Diese Auszeichnung erfolgte in Würdigung der zahlreichen Akte der Wohlthätigkeit der .genannten Dame gegenüber den Armen der Gemeinde.

e?