Indiana Tribüne, Volume 29, Number 76, Indianapolis, Marion County, 21 November 1905 — Page 7
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j DicRothhanscn s Noman aus der Mark von ' iU. C. Möller
(Fortsetzung.) eriucyen Sie nicht, pch ihm zu nähern! Er wird die Pflichten nicht verletzen, die ihn binden." Das war die Antwort, die sie erhalten hatte. ?'ch, sie war ja schon zu dem Ja" entschlossen! Nur diese paar armseligen Minuten gehörten noch dem Jugendtraume dann war's vorbei! ' Da pochte es leise. - Sie fubr empor. Wenn er dennoch käme er. den sie so sehr geliebt in den süßen Tagen ihrer jungen Armuth? Sie harrte fast seit einer Woche auf ihn, sie bildete sich ein, er müsse kommen. Aber man brachte ihr die Karte eines berühmten Kritikers. Gewiß, der geistreiche Mann wollte seinen Lesern morgen früh eine Analyse des SeelenZustandes der scheidenden Künstlerin geben. Unwillig lehnte sie ab sie dürfe sich nicht mehr zerstreuen. Eine jüngere ' rchauspielerin. die häufig neben der Asior auf der Bühne erschien, wenn auch nur in kleineren Rollen, öffnete jetzt leise und schüchtern die Thüre und bat um die Erlaubniß, der scheidenden Kollegin persönlich ihren bescheidenen Blumenstrauß überreicken zu dürfen. Irene hatte dieses Fräulein Leonora Galetta nie sonderlich beachtet; heute gab es ihr einen Stich in's Herz, als sie ihrer ansichtig wurde. Tas war noch jung, das hatte die Welt noch vor sich brauchte noch nicht an Abschied zu denken. Vielleicht kam die Galetta nur. um ihr begreiflich zu machen, wie alt sie. Irene, geworden, und wie nun Raum würde für andne, denen noch die Zukunft gehörte. ' ! Sie dankte unwirsch, und Jene zog sich betreten zurück. Jetzt ertönte das ihr bekannte leise, aber energische 'Klopfzeichen des Jnspizienten die Wartezeit war vorbei. Draußen stand der Graf im Halbdunkel der Kulissen. Sie reichte ihm entschlossen die Hand brachte er doch das Ende aller dieser Qual! drückte sie innig und war verlobt. Niemals in ihrem Leben vielleicht hatte sie gespielt wie heute. Und war sie denn nicht eine andere Sappho? Stand sie nicht auch, eine reife Frau, dem Verblühen nahe, groß und einsam da in dieser Welt? Ja. groß und einsam! Wohl tönte der brausende Jubel, die lärmende Begeisterung hinauf bis zu ihr, aber innerlich fühlte sie sich verlassen und verschmäht, wie jene, mit deren Schicksal sie heute Tausende zu rühren vermochte. ' Und wie Sappho, so hatte auch sie einst geliebt. Einen schlichten, bescheidenen Jüngling, einen Knaben in Bezug auf höhere Kenntniß. Er wußte nichts von jener hohen künstlerischen Begeisterung, mit welcher sie sich herausgerissen hatte aus einer zwar engen, aber doch gesicherten bürgerlichen Existenz. Er sah in ihr nur das Weib und nahm ihre Liebe hin wie eine Naturgabe. Kaum, daß sich ihm ein äußerer Anlaß bot. so hatte er auch schon auf sie verzichten können. Wer weiß, ob er nicht längst, längst Vergessen gefunden hatte in den Armen irgend eines unbedeutenden schönen, jungen Geschöpfes. Sie aber, sie blieb einsam, und all' ihre Hoheit, all' ihre Größe konnte sie nicht darüber trösten. Wie Sappho würde sie sich hinabstürzen in eine unbekannte, in eine nicht begehrte, andere Welt. Wieder und wieder mußte der Vorhang aufgehen. In den Hoflogen waren die Herrschaften, der König an der Spitze, aufgestanden und gaben immer von neuem das Zeichen zum Applaus, und noch immer wollten die Kranzund Blumenspenden kein Ende nehmen. Als sie ?etzt. zum so und so vielten Male, schien und bis an die Rampe vorschritt, stand sie im Augenblick umgeben von duftigen Angebinden ie konnte kaum zurück. Und jetzt, da sich der Blumenregen erschöpft zu haben schien, und Irene, dem tosenden Sturm im Hause nachgebend, einige Worte sprechen will, da fällt noch ein verhältninmäßia kleiner Strauß vereinzelt zu ihren Füßen lauter Narzissen. Sie hebt ihn 'auf. sieht ihn an, stößt einen leichten Schrei aus, versucht zu sprechen: aber sie taumelt wie von einem Schwindel fallen zurück. Der in der Kulisse stehende Regisseur stürzt hervor 'und fänat, indeß der Vorhang niederrauscht, die Sinkende in seinen Armen auf. Einen Augenblick tritt nun tiefe Stille ein,- jener starre Schrecken, d sich lähmend auf die Menschen legt, wenn' sie das Unerwartete jählings überkommt aber nur einen Augenblick. Dann bricht ein neuer Beifalls stürm los. Man klatscht, ruft, trampelt. tobt, bis endlich der Regisseur erscbeint und die von ein:m leichten Unwohljem befallene unnierin, oerrn Dank zu übermitteln er den ehrenvollen Auftrag habe, zu entschuldigen bittet. Das Publikum ist ein wenig ent- . täuscht. Entweder ein wirkliches Unglück mußte geschehen sein, oder sie hätte doch noch kommen müssen! Aber nur ew' leichtes Unwohlsein bah! man ' . m w n. V
bricht auf und gurgelnd rerläuft sich der Strom. Irene hatte sich wieder erholt. Der Theaterarzt verordnete, daß man sie ein Viertelstündchen in ihrer Garderobe ungestört lasse. Inzwischen arrangirte man draußen auf der halberleuchteten Szene noch eine intime Abschiedsfeier, der dann ein Bankett in dem vornehmsten Gastrofe der Stadt folgen sollte. Nur den Grafen hatte man zu ihr gelassen; niemand wunderte sich darüber, daß er dies verlangte, denn man
betrachtete ihn stillschweigend als ihren Bräutigam. Heute Abend besonder? gab er 'sich sicherer und selbstbewußte? als je. Er hatte sie aus den Armen des Regisseurs aehoöen und in ihr Zimmer geleitet; er"war es auch, der die erforderlichen Anordnungen traf und den Wartenden sagte, daß Fräulein Astor bald erscheinen werde. Während nun in dem schmalen Gange, den Irene passiren mußte, alles auf sie harrte, kam auf einmal ein fremder Herr angehastet. Er mußte sich den sonst verbotenen Zugang zum Bühnenhause erzwungen haben. Ich muß Fräulein Astor sprechen," rief er in die Menge hinein, wer kann mich melden?" Und während ihm die Wartenden willig Platz machen, trat ihm der Graf entgegen. Es entspann s'.ch eine kleine, aber lebhaft s zuspij-ende Szene. Es thut mir leid, mein Herr," sagte der Graf mit höflicher Bestimmtheit, aber Fräulein Astor ist jetzt nicht zu sprechen." Für mich wird sie zu sprechen sein," erklärte der Fremde. Der Graf maßihn von unten bis oben. Woher winen Sie das?" fragte er, nun sckon fehr gereizten Tones. Ich weiß es genau!" Noch einmal musterte der Graf mißtrauisch den Mann, der sich da kühn eindrängen wollte. Sie sind doch nicht etwa der Mann mit dem Narzissenstrauß?" Ja, der bin ich." antwortete jener, und eben deshalb " .Ich weiß nicht, was Sie überhaupt wollen," meinte nun der Graf mit grenzenloser. Geringschätzung. Fraulem Astor sagte schon immer, daß Narzissen ie .nervös' macken. Sie Sie sind es also, der ihren leichten Ohnmachtsanrall verschuldet!" Das Gesicht des Fremden verklärte ich, als habe er eine Himmelsbotschaft vernommen. j, ich lay es woyi, rief er glückselig, und ich muß zu ihr!" Und er machte Miene, die Garderobe zu stürmen. Herr, was untersteben Sie sich," uhr ihn Graf 3!iethcerg wüthend an. Und mit welchem Rechts," gab der Fremde zurück, verweigern Sie , mir den Eintritt?" Ich bin der Bräutigam d:s Fräuein Asto!" Das ist ntät wahr das lügen Sie!" rief der andere in die Bewegung hinein, die durch diese offizielle Kundmachung hervorgerufen ward. Unverschämter!" rief der Graf außer sich und trat drohend auf den Fremden zu. Wissen Sie, wer ich bin?" Jetzt bemusterte sich jener; er richtete sich hoch auf. griff in die Tasche und reichte dem Grafen seine Karte. Darf ich bitten!" sagte er, bleich bis in oie Kippen, aver nun qon ganz Herr seiner selbst. Graf Ewald v. Ricthbera," erwiderte sein Gegner und warf einen Blick auf die Karte. Heinrich Bergmann, Leutnant der Reserve und Fabnkbesitzer." las er. Und er machte dem scanne mit cem carzlnenurauV eine leichte Verbeugung: Sie werden von mir hören! Ganz zerschmettert war Heinrich m seinem Gastrose angelangt. Auf , Frage, ob er zu speisen wünsche, hatte er mit nein geantwortet. Hunger und Durst waren ihm vergangen. Nun saß er beim Scheine der flackernden Kerzen in seinem Zimmer. Anqercgt durch die zwei geheimnißvollen Papierschnitzel, empfand er nur den einzigen Wunsch, sie noch einmal zu sehen, seine erste und letzte Liebe! O, es lagen Abgründe zwischen ihnen! Freiwillig hatte er damals ent sagt, der kleinen Charlotte zuliebe. Er dürfte seiner Neigung nicht nachgeben. so lange sie nicht versorgt war. -Und in seiner männlich offenen Weise war er eines Tages vor die Heißgeliebte hingetreten und hatte ihr gesaat. was er für seine Pflicht hielt. Dann war er abgcreist, stark, aber mit blutendem Herzen. In Arbeit und Plage, die freilich von vollstem Erfolq qekrönt. batte er vergessen gelernt. Nur, als er neulich eine Zeitungsnotiz las, die ihren Abschied von der Vübne ankündigte, da flammte die alte Leidenschaft noch einmal auf. Und da war er mi seinem Narzissen strauß gekommen. Melancholisch, Ivie ln Traner über verlorenes Glück, saß e: in seiner Logenecke, ohne den Gedanken. sich ihr zu nähern. Ja. er hatte bis ge gen den Schluß der Vorstellung gezweiseit, ob er ihr den kleinen Strauß juwerfen follte. Aber nicht nur ihr Spie hatte ihn mächtig hingerinen, auch durch ihre rm Laufe des Abends sich so zusagen immer mehr verjüngende Erscheinung waren alle zene -schone: Traume wieder neu in ihm heraufbe schworen worden. Er sah sie wieder, wie er sie damals gesehen, umflossen von jener hoheitsoollen Anmuth, die ihr auch in dem bescheidensten Gewand.' eigen gewesen war. Auch jetzt noch sollte sein armseliges Narzissensträußlein kaum ezwas mehr sein, als eine der
ihm unvergleichlich erscheinenden KLnsi'lerin gewidmete Huldigung. Nun aber sah er es war gar nicht zu verkennen! welch' aufrüttelnden Eindruck gerade diese unscheinbare Spende auf 5Uene machte. Wie ein
Blitzstrahl überkam ihn die Vorstel fang: Sie hat Dich nicht vergessen sie liebt Dich noch, wie einst. Und eine maßlose Erregung hatte sich seiner bemächtigt. Willenlos, einem gewaltigen, magischen Zuge folgend, war er auf die Bühne gestürmt. . Und nun diese furchtbare Enttäusch-. ung. Äerwot! iss war mcht zufaien, nicht auszudenken. Welch em Thor war er gewesen, sich einen zufälwen Stlwmungsausbruch, eine Erre gung, welcher die Künstlerin gerade an olchem Abend so leicht erliegen konnte, in seiner Weise zu deuten! Nicht an hn dachte sie o nein, der Ausruhr n ihrer Seele galt der nun abgeschlosenen, noch im letzten Augenblick berauchenden Künstlerlaufbahn. Nun diese hinter ihr lag, nun fiel es ihr nicht ein. der naiven Jugendleidenschaft sich zu erinnern Frau Gräfin wollte sie werden! Was also hatte er hier zu thun? Am besten war es, gleich abzureisen. Abei da fiel ihm ein, daß er eigentlich schon gefordert sei daß die formelle Einadung, sich mit dein Grafen zu schla gen, unseyloar morgen crsoigen wurce. Er mußte bleiben man wurde sonst hr von seiner feigen Flucht erzählen. In der That erschienen des Grafen Zeugen am nächsten Morgen bei ihm; alle Förmlichkeiten wurden festgesetzt. Er ein Mann Ausgangs der Dreißiger, tand vor dem ersten Duell semes Lebens! Nun hatte er noch emmal etwas von Irene er durfte sich ihretwegen chlagen! Wieder war er mit sich allein mit ich und dem Sturm seiner Gedanken. Sie erfuhr vielleicht gar nichts von dem Begebnlß der Graf wurde ihr den ganzen Vorfall wohl aus mancherlei Gründen verschweigen. Und er setzte ein Leben auf's Spiel! . Einen Augenblick dachte er an Flucht, aber er war Reserveoffizier, er mußte Stand halen. Der Morgen des Kampfes war geommen, ein leuchtender Frühlingsmorgen. .vrnnaj wußte heute icyon, oan der Graf ein geübter Schutze sei. wahrend er selbst seit Jahr und Tag keine Waffe in den Händen gehabt hatte. Und doch war die verzweifelte Stimmung, die sich feiner bemächtigt hatte, keineswegs Furcht. Nein, eine tiefe, eine unsagbare Bitterkeit erfüllte ihn. Was lag schließlich an seinem Leben? WaS konnte es ihm noch bringen, als Arbeit und Plage? Das Glück war für ihn verloren. Also mochte es o rum sein.' Heinrich hatte nur einen einzigen Bekannten in Dresden, und gerade an diesen, einen Journalisten, mochte er sich nicht wenden. So hatte er mit Tank das Anerbieten des Theaterarztes angcnommen, ihm als Zeuge zu dienen. Einen zweitenZcugen hatte dieser überaus liebenswürdige, theilnahmsvolle Herr auf eigene Hand beschafft. Das iet nicht das erste Duell, zu welchem die Astor den Anlaß gegeben. meinte der Arzt tröstend; übrigens sei der Graf durch und durch Kavalier an einem glimpflichen Verlauf sei gar nicht zu zweifeln. Heinrich lächelte bitter. Mochte der Herr Graf ihn todtschicßen! So würde Irene ganz sicher davon erfahren. Er luvst hatte es gestern und heute früh mit Probeschießen versucht, aber seine Hand erwies sich als unsicher, sein Blick ungeübt. So würde er, um nicht einen plumpen Fehlschuß zu thun, lieber in die Luft schießen. Und dann mochte kommen, was wollte. Der Graf lächelte überlegen, als sich das kleine Pulverwölkchen nach Heinrichs absichtlich ins Blaue gerichteten Schuß verzogen hatte; und er brachte dem autrecht uevenoen Geaner im: größter Vorsicht eine leichte Streif wunde am Arm bei. Die Sekundanten erklärten, der Ehre fei genug geschehen, und die beiden Schützen reichten sich zur Versöhnung die Hand. Nun aber sagen Sie. mein lieber Herr Bergmann." meinte jetzt der Graf, was wollten Sie denn eigentlich von Fräulen Astor?" Ich war ein Thor, Herr Graf," erwiderte Heinrich resignirt. Ich ziehe mich in das Dunkel zurück, aus dem ich aufgetaucht bin, und Wunsche Ihnen alles Glück." Damit war Heinrich in den harrenden Wagen gestiegen. .Ein sonderbarer Schwärmer." lachte der Graf vor sich hin, ich muß Irene doch noch von dem wunderlichen Kauz erzählen! 3. Kapitel. harlotte war beim Scheiden ihres Bruders in verzweifelter Stim mung zurückgeblieben. Es war ihr klar, nun wurde etwas gesckehen, was sie um so weniger, verhmdern konnte, als sie nicht wußte, was geschehen würde. Sie sah nur das Eine das Schreckgespenst: Heinrich wi.o sich verhenathen! Nun entschloß sie sich, mit , ihrem Manne . von der Sache zu sprechen. Sorglos wie immer lachte er sie aus. Heinrich ist ein eingefleischter Jung geselle." säete er. und wird sich keine Frau mehr aufladen." Aber Charlotte vermochte sich nich zu beruhigen. Sie schmiedete gcmz im Stillen noch einen Plan. Unter dem
Vorwande, den Pony zu kaufen iyr Mann schalt allerdings und meinte, das Geld wäre besser anzuwenden fuhr sie nach der nahen Bahnstation, in welcher sich das Schmidt'sche Tattersall befand. Nachdem hier in aller Eile der
Ankaus vollzogen, beeilte sie sich mit dem nächsten Lokalzuge, eine größere Stadt zu erreichen. In einem Kaffeehause fand sie. wie-sie vermuthet hatte, Dresdener Zeitungen, und r-chtlg, da waren auch Notizen über den am 12. April statfindenden Abschied der berühmten Schauspielerin Astor. Da überdies auch deren Vorname Irene übereinstimmte, blieb ihr kein Zweifel mehr. Aber die Zeitung brachte mehr. als Cbarlotte gehofft hatte. Irene Astor." hicß es da. wird sich nach hrem Rücktritt mit einem bekannten. bei Hofe sehr beliebten Aristokraten vcrmahlen. Erleichtert athmete die Baronin auf. Sie war. jetzt aller Angst ledig: diese gefeierte Künstlerin würde Heinrich n'emals heirathen. Es handelte sich wohl nur um eine sentimentale Jugenderin-. nerung. Dennoch man konnte nicht orsichtig .genug sein. Sie ließ sich Schreibmaterial geben und schrieb mit liegender Hand einige Zeilen geheimnißvoller Drohung an Irene Astor. Dann fuhr sie beruhigt nach Hause. Nun konnte man unbesorgt an die Geburtstagsfeier denken. Das follte diesmal, mit Rücksicht auf die übe.standene Gefahr, etwas Besonderes werden. Zahlreiche Einladungen zu einem Kinderfest ergingen ?.n dem Pony war auch ein Wägelchen aekauft worden, und cinen ganzen Tag hindurch wurde gekocht, gebraten und gebacken. Das war ein Hochgefühl, als die Wallwitz von Ferne in Sicht kamen, der kleine Kurt auf seinem Pony, und Harry ihnen mit seinem Gespann entgegenkutschiren konnte. Auch Graf und Gräfin Behrenburg, die Gutsnachbarn von Rothhausen, waren gekommen. Sie waren beide in sehr gedruckter Stimmung, denn ein reicher Onkel, den sie icher zu beerben gehofft, hatte sich verheirathet. Charlotten wurde ganz schwül zu Muth, besonders als die Gräfin ihr sagte: Wie glücklich Sie ind, Ihr Söhnchen so gut versorgt zu wissen! Wir essen sozusagen nur noch das Gnadenbrot bei meinem Onkel, und mein Mann will wieder in den Staatsdienst treten." Wer weiß, 'was noch geschieht, stammelte Charlotte mit bleichen Lippen. Mein Bruder ist ja noch gar nicht so alt!" Die Gräfin lachte laut auf: Ihr Herr Bruder! Ach, der heirathet nicht mehr diesen Typus kennt man. Aber meine arme kleine Hildegard!" die Gräfin hatte ihr kaum acht Mona.e altes Töchterchen mitgebracht, aus lauter Stolz, wett es so reizend war; sogar der wilde Harry streichelte das blondgelockte Baby-Püppchen dies wird keine Braut für Harry." seufzte die Gräfin, sie ist ein armes Madchen!" Die Aufregungen des Festes waren vorüber. Charlotte aber erwartete mit verdoppelter Ungeduld eine Nachricht von Heinrich. Zwar, sie kannte ihn als lassigen Briefschreiber, es war also nicht beunruhigend, daß er fast eine Woche schwieg. Häufig während seiner Geschäftsreisen schrieb er gar nicht sondern sandte nur kurze Depeschen. Diesmal kam nach Verlaus von acht Tagen ein Brief, nur wenige Zeilen enthaltend sichtlich in gedrücktester Stimmung geschrieben. Er hatte recht schwere Tage hinter sich, müsse auch in Folge eines leichten Unfalles das Zimmer Huten. Er bereue recht sehr, Harrys Geburtstag versäumt zu haben vielleicht habe ihm dies Unglück gebracht. Nun erst recht fühlte sich Charlotte völlig beruhigt. Sollte Heinrich wirkllch in den Bereich zenes Meteors gerathen sein, so war das für sie und die Ihren glücklicherweise resultatlos geblieben. Aber wenige Tage später riß ein auffallend langer Brief ihres Bruders sie aus ihrer Sicherheit. Heinrich schrieb, er werde in wenigen Tagen völlig wieder hergestellt sein. Zu seiner Erholung und auch um muts Dessins für seine Fabrikate zu studiren, trete er eine Reise nach Südtirol an. Es gebe dort berühmte Hausindustrien, auf die man ihn in Dresden aufmerksam gemacht hätte. Die Zeit seiner Abwesenheit sollte denützt werden, um Renovirungen an dem von ihm bewohnten Schloßflügel vorzunehmen. Schon lange," hieß es in dem Briefe, hatte ich die. Absicht, einmal etwas für meine Wohnung zu thun. Vor allem möchte ich die Räume, die in gleicher Flucht mit meinem Arbeitszimmer liegen, gründlich herrichten lassen. Ich habe Herrn Weidlich" - so chieß der Prokurist und Vertreter Heinrichs genaue Weisungen gegeben, und bitte Dich, liebe Charlotte, mit Deinem bewährten . Geschmack die Arbeiten zu unterstützen. Du kannst ja bei diesem Anlaß- auch für den von Euch bewohnten rechten Flügel thun, was Dir nothwendig erfcheint " . (Fortsetzung folgt.) - - - Der verwässerte ZI ein. Wirth: Es ist wohl nicht wahr, Herr Meier,, daß Sie Antialkoholiker werden wollen, da Sie in letzter Zeit doch so oft ein Fläschchen Wein bei mir trinken?" H e r r : Doch. doch, ich werde Temperenzler, trinke aber einstweilen Ihren Wein als Uebergangsge-iränk.
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