Indiana Tribüne, Volume 29, Number 75, Indianapolis, Marion County, 20 November 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 20 November IO0S.
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icRothhauscn Noman aus dcr Mark Von riVVW v U' C. Möller . VVVV'VW'VAWW; Orortfefeung.) Hzz c.iriij ?7!ann athmete Kraft, teureii, Arbeitslust und stille Her'Heiterkeit. Er tritt ein und begrüßt Sie Anwesenden, vor allen den kleinen Harry, den er hoch über seinen starken Kopf hinweghebt und dann auf dem Nacken reiten läßt. Einige Male trottet er, immer die beiden Schultern hebend und senkend. 'mit dem jubelnden Kinde durch's Zimmer, dann schwingt er den Knaben herab, küßt ihn herzlich, und wendet sich mit einigen freundlichen Worten an Charlotte. Zuletzt reicht er dem Schwager die Hand. Dann erst nimmt er behaglich Platz. Man steht es ihm an: der Mann hat auch heute wie stets in vollem Maße seine Pflicht gethan, aber das hat ihn nicht müde gemacht, sondern froh und selbstzufrieden ein glücklicher Mensch, so recht von innen heraus gestimmt für eine harmlos heitere Abendunterhalhm Aber was ihn empfing, waren Klagen, nichts als Klagen. Der Baron kam fast ohne Uebergang auf seine Geldverlegenheiten. Der Landwirth stehe heute schlechter als der Tagelöhner. Schlechte Preise, unverschämte Löhne, hohe Steuern! Ja. wenn man Geld hätte, Maschinen anschaffen könnte, um die Sache im Großen zu betreiben. Aber diese mittleren und kleinen Güter, das sei der reine Qettel. Und nun gar er, der eigentlich niemals recht fest auf den Beinen gestanden habe Schulden und immer Schulden da könne man niemals auf einen grünen Zweig kommen! Heinrich hörte geduldig zu; war es doch eine bekannte Litanei, die man ihm da vortrug. Aber er hatte im Grunde wenig Mitleid mit dem zerfahrenen, energielosen Mann, dessen ganze ehemalige Schneidigkeit" in der Uniform gesteckt zu haben schien, er half aus, wenn's schließlich gar nicht mehr anders gehen wollte; an die Möglichkeit einer durchgreifenden Aenderung glaubte er nicht. Auch die Baronin kam ihm mit Veschwerden. , Peters Trunksucht und daraus hervorgehende Unverschämtheit nähme von Tag zu Tag zu Heinrich möge doch den Burschen, von dem er stch unbegreiflicherweise nicht trennen könnte, mit hinüber nehmen in die Fabrik hier sei mit ihm nicht auszukommen. Ungläubig schüttelte Heinrich den Kopf; er hatte stch schon wieder mit Harry zu thun gemacht, der auf seinem Knie ritt. Ich weiß nicht, was Du hast. Lottchen, ich habe niemals Trunksucht an Peter bemerkt." Weil er zu schlau ist, stch zu betrinken, wenn Du zu Hause bist!" Aber, Kind, ich finde meine Sachen in bester Ordnung; was ich ihm auftrage, vollzieht er mit soldatischer Pünktlichkeit, dazu ist er ehrlich, anhänglich, theilnehmend " Ja, theilnehmend," eiferte die Baronin, das heißt vorlaut und unverschämtl Er kümmert stch um Dinge, die ihn nichts angehen und thut stch an Deinem Kognak gütlich!" Und wenn ich Dich versichere, daß ich seit Wochen keinen Kognak mehr im Hause habe es ist gut, daß Du mich erinnerst, ich muß welchen kommen lassen. Aber mit dem Rest aus der letzten Flasche habe ich Deines Mannes Jagdflasche gefüllt." So trinkt er irgend etwas Anderes," beharrte Charlotte. - Glaub' ich nicht." meinte Heinrich ruhig. Der Mensch kann gar nicht trinken, kann gar nichts vertragen!" Um so schlimmer; so macht ihn schon ein Schluck unzurechnungsfähig!" Aber Lottchen. Du übertreibst wieder einmal ein bischen. Und wenn ich Dir jage, ich kann den Burschen nicht entbehren " Natürlich," antwortete Charlotte, ihren Zorn verbergend, das ist ein Grund!" Und ste schwieg, weilte ihren Bruder heute ganz besonders nicht derstimmen wollte. Heinrich, hatte inzwischen, immer mit dem Kinde spielend, gespeist; er liebte einfache Speisen, war aber ein starker Esser. Nun zündete er stch eine Cigarre an, nachdem er zuvor dem Schwager das Etui gereicht hatte, und schien sich trotz der kleinen Zwischenfälle durchaus wohl zu fühlen. Charlotte betrachtete ihn mißtrauisch. Es sah nicht aus, als ob er Hintergedanken hätte; er fragte auch nach keinem Briefe, der etwa für ihn angekommen sei. Als er stch nun erhob, um auf sein Zimmer zu gehen, folgte ste ihm, denn ste hatte noch etwas auf dem Herzen. Höre. Heinrich, ich hätte wieder einmal eine kleine Bitte," begann ste vorsichtig, aber sie betrifft nicht mich." fiirr Ne sckmell binzu. sondern Deinen kleinen Liebling unseren Harry!" Heinrich hatte stch's bequem gemacht. Er lächelte jetzt, wie einer, der eine Ueberraschung - vorhat und meinte: Weiß schon, Lottchen, weiß schon, am zwölften ist Harrys Geburtstag! O.
der wird Aug:n machen! Ist schon klles hier! Der wird herumspringen wie ein Wiesel " O. Du bist ja die Güte selbst, liebster Heinrich schmeichelte Charlotte. ..diesmal aber hat das Kind einen ganz besonderen Wunsch denke Dir nur. er möchte für sein Leen aern einen Pony haben!" Ich meine." versetzte Heinrich noch immer freundlich, man sollte das Ktod nicht daran gewöhnen, so große Ansprüche zu machen. Ersinne meinetwegen zu alledem. was ich schon gekauft habe, noch etwas anderes, liebes Kind. Ich reise morgen nach Dresden ünd will dem Jungen gern etwas Praktisches und Hübsches mitbringen!" Charlotte taumelte zurück. Dresden, das war auch der Poststempel seines Briefes! Am 13. sollte Heinrich dort txn, uno yeure war oer iu. unoegreiflich! Heinrich wollte also doch hin, obwohl er von dem Briefe nichts wußte? Was ist Dir?" fragte er ganz verMüsst. Sie war auf einen Stuhl gesunken. Mühsam gewann ste Fassung. O, es erschreckte mich nur so, daß Tu gerade zu Harrys Geburtstaa fort willst." Jetzt raffte sie stch empor und ver suchte es. mit Bitten und SchmeichelWorten ihn von der Reise abzuhalten. Er schwankte eine kleine Weile, dann sagte er: Wenn Dir so viel daran ''iegt. Lottchen. so bleibe ich hier." Sie athmete erleichtert auf. War alles nur ein Zufall? Genug vorläufig war die Dame mit der Narzisse aus dem Felde geschlagen. Auf den Pony wollte ste lieber verzichten, um ihren Bruder heute nicht weiter zu ärgern. Als Heinrich am nächsten Morgen fein Arbeitszimmer betrat er nahm hier den Kaffee ein, da die eigentliche Stätte seiner Thätigkeit das Komptoir in der Fabrik warfand er den Raum, wie gewöhnlich, musterhaft in Ordnung. Dafür sorgte der brave.Peter. Um so auffälliger waren ',wei Papierschnitzel,
welche mitten auf d-m grünen Tuche des Pultes lagen. Was ist denn das für ein Aufräumen, Peter." schalt er den Burschen, der eben noch an Heinrichs Rauchtisch beschäftigt war. Man mußte doch wenigstens so thun, als ob man Strenge zeigte. Was treibt stch denn da auf meinem Schreibtisch herum?" Ich weiß nichts davon,' Herr Bergmann." betheuerte Peter. Aber wer soll's denn sonst wissen!" brummte Heinrich und nahm die Schnitzel in die Hand. Kaum hatte er aber, einen Blick darauf geworfen, als er heftig zusammenzuckte. Er wandte eines der Papiersiückchen um da stand der Name Irene." Einen Augenblick überliess ihn heiß und kalt, er sank wie betäubt in seinen Armsessel. Dann schnellte er heftig empor: Wer hat diese Papierschnitze! hierhergelegt? Ein an mich gerichteter Brief muß muthwillig zerrissen worden sein Du weißt davon!" Aber, Herr Bergmann." versicherte Peter treuberzig. ich war's wirklich nicht weiß auch nichts von gestern nun schon gar nicht, denn gestern war ich . . . er machte eine bezeichnende Geste. Also wieder einmal betrunken. donnerte Heinrich. Das ist mir unbegreiflich. Peter! Du bist doch sonst die Ordnunasliebe. die Nüchternheit, bit Verläßlichkeit selbst, und dann betrinkst Tu Dich plötzlich ohne $nrnd." Es war gestern der Geburtstag der Gretbe." Du sagtest mir doch. Ihr wolltet ihn erst am Sonntag feiern? Jawohl, aber aber ich hab ihn em bischen vorqereiert!" Das laß künftig bleiben! Ich bitte mir's ernstlich aus. Einen Menschen. der stch betrinkt, mag ich nicht in meiner Umgebung!" Heinrichs Ton war schon ruhiger g?worden. Vielleicht war Peter gar nicht der Schuldige? Er dachte nach, wie die Sache wohl gekommen sein könnte, konnt: aber keine Erklärung finden. Jedenfalls aber war dies ein Wink des Schicksals! Mit Entschiedenheit wandte er stch zu dem Diener: Packe sofort meine Sachen für ein: Reise von wem gen Tagen." befahl er; aber gleich, ich fahre mit dem Schnellzuge! Peter grinste so vergnügt, als wäre er seelenfroh, seinen Herrn loSzuwerden. Er machte sich an bit Arbeit. Heinrich berührte kaum den Kaffee und eilte dann hinüber zu seiner Schwester. Er fand ste noch im Negli gee. mehr als erlaubt vernachlässigt. Ueberhaupt konnte man stch kernen schärferen Gegensatz denk:n. als das geordnete, schon gelüftete Junggesellenzimmer Heinrichs und die Wohnstube seiner Schwester. Die Thur zum Schlafzimmer stand offen, drinnen war noch alles in wüstem Chaos. Auf dem Tische Toilettengegenstände, daneben das benutzte Frühstücksgefchirr; die Gardinen an dem einen Fenster Mit einer Nadel zusammengesteckt, weil der Vorhang stch nicht recht mtlz auf- und mederrollen ließ. Aus dem oia lagen Spielsachen von Harry; das "Kind schlief noch. Der Baron stand drinnen vor einen Spiegel und rastrte sich. Charlotte lehnte träge in ''einem Armsessel und fuhr erschreckt auf. als Hernach eintrat Verzeih' liebe Charlotte," begann er ohne Einleitung, daß ich mein gestern gegebenes Versprechen zurück nehme, ich reise nun doch!"
Charlotte stieß einen Schreckensschrei
aus der Baron fluchte zu gleicher Zeit er hatte stch geschnitten. Das Verhalten Charlottens war eigentlich ganz unerklärlich, denn es kam gar nicht so selten vor. daß Heinrich Gechaftsreisen unternahm. Was hast Du nur, Charlotte?" ragte er erstaunt. O, nichts, nichts ich hätte nur so ehr aewünscht. daß Tu gerade nicht zu Harrys Geburtstag fortgingest, wahrzafilg, das schmerzt mich sehr!" Ja. ia. das glaub' ich." versetzte Heinrich erstaunt. Was ist denn nur vorgefallen? orschte die Baronin. Der Briefträger omm! doch erst um zehn Uhr. und auch ein.Telegramm ist meines Wissens nicht eingelaufen " Ich habe oennocy eine 'acyrtcht veommen." saate er mit seltsam bewegter Stimme. Quäle Dich und mich nicht weiter." schloß er, ich reise! Um Dich aber zu entschädigen, so kaufe nur den Vonn." Und er verabschiedete ück rasck. 2. Kapitel. ie Garderobe der gefeierten 5j Schauspielerin Irene Astor r fi?iit YOtrft mit Vlnin?n 4 W4 4-yVV4tV ViU ,'MlttVI geschmückt. Den Eingang haten die Theaterarbeiter mit Laubgewinden geziert, und drinnen in dem leinen Raum gab es kaum noch ein reies Fleckchen. Blumensträuße und Kissen, Blumenkörbe und radzroße Bouketts, Blumen in abenteuerlichen Arrangements. Das Kammermädchen der Künstlerin war rn Verlegenheit ge wesen, wohin ste wahrend vtz Toilette hrer Herrm etwas aus der Hand legen ollte. Drunten, beim Hauptportal, rollte unaufhörlich Wagen auf Wagen vor. Natürlich war das Haus schon aqelang vorher ausverkauft. Nur Stehplätze, mit deren Ausgabe erst an der Abendkasse begonnen werden durfte, waren noch zu haben. Aus der Freitreppe vor dem Hoftheater hatten stch, inmitten des jetzt immer lebhafter werdenden Andranges, einige der allergetreuesten Verehrer der beliebten Darstellerin aufgestellt: Billetthändler, die ste mit aufrichtigem Schmerze zurücktreten sahen So oft die Astor gespielt hatte, waren ste ja stets, ihre Vorräthe leicht und zu guten Preisen los geworden. Die heutige Abschiedsvorstellung sollte ihnen wenigstens in Form noch reichlicheren Verdienstes eme kleine Tröstung bringen. Und ste forderten unverschämt viel und bekamen die verlangten Preise in der That. Irene saß rn ihrer griechischen Ge wandung inmitten, des betäubenden Blumendustes. Eine klassische Schönheit. zwar nicht mehr in der ersten Jugendbluthe, aber noch eine stolze, berückende Erscheinung. Groß, schlank, ein wenig zu schlank vielleicht, ein überaus feingeschnittenes Gesicht mit strahlenden, lang bewimperten Augen, Mit einem schmalen, ausdrucksvollen Mund, um den es wie Stolz, ja vielleicht wie Hochmuth spielte. Die Haltnng bewußt und energievoll, dabei reizum flössen, weil ste noch der Zauber der Jungfräulichkeit umgab. Sie achtete kaum der Blumenfülle. ste war's seit Jahren gewohnt, m dieser Weise gefeiert zu werden. Vor ihr auf dem Toilettentischchen lag aufgeschlagen die Rolle der Sappho. Zwar bedürfte ste keiner Nachhilfe, aber ste war ein wenig abergläubisch: die Rolle nicht der q haben, das heißt eine kleine Versäumniß begehen, das ist ein 'sicheres Vor zeichen für irgend emen Unfall, den der Abend bringt. - Man hatte ihr eben eme Karte überreicht, und da noch nicht das erste Glockenzeichen gegeben worden war, ihr also noch mehr als zehn Minuten Zeit blieb, hatte ste dem Grasen v. Riethberg gestattet, einzutreten. Eme aristokratische Gestalt von vollendcter Haltung, etwa fünfzig Jahre alt. im Frack, einige Orden im Knopfloch, eme vornehme, wenn auch nicht unbedingt sympathische Erscheinung. Der Mann hatte etwas Gemessenes, Absichtliches in seinem Wesen. Man sah es deutlich, er erschien an dieser Stelle nicht, um der Gefeierten den Hof zu machen, um ihr einige mehr oder wenige geistreiche Artigkeiten zu sagen, sondern um einen bestimmten Zweck zu verfolgen. Und er ließ darüber auch gar keinen Zweifel aufkommen. Nach einer Begrüßung, die vertraulich und kühl zugleich ausfiel von beiden Seiten ging er sofort zur Sache über. Sie entsinnen sich, Irene, was Sie mir für den heutigen Abend versprochen haben?" Irene hatte sich kaum in ihrem Lehnsessel aufgerichtet. Sie wußte, was den Grafen herführte; ste war auch durchaus nicht die Natur, sich einen anderen Anschein zu geben. Und sie antwortete offen und frei: Mein Jawort, lieber Graf!" . Sie hatten mir's schon halb und halb gegeben." fuhr der Graf fort, aber 'Sie zögerten, vertrösteten mich bis heute!" Das ist alles wahr." entgegnete ste ruhig. ..Ich habe so lange Bedenken getragen, mich zu binden. Jetzt aber, wo ich des Theaterlebens müde bin. jetzt wäre es vielleicht an der Zeit, mich zu verheiraten." Ueber des Grafen Gesicht flog es wie Befriedigung. Die Sache schien stch endlich nach seinem Wunsch zu gestalten. Irene aber nahm nach einer kleinen Pause wieder das Wort: Jch'sehe es ein, lieber Graf, Sie haben mir Namen und Stellung zu bieten. Andererscits haben Sie Schulden, die zu bc-
zahlen ich in der Lage bin, uno somit wären wir auitt miteinander. Auf die-
ser Basts, sollte man glauben, müßten . r:.v.fijc ii. s. 1. " wir iiicuuaj miicinanuer uccn rönnen. Sie behauptn ohnedies, mich leidenschaftlich zu -lieben, aber das mag ich schon deshalb nicht glauben, weil ich dem nichts aeaenüber au stellen hätte" und auf eine Bewegung des Grafen 5 v . i . f. "" ... eimciiieiiv, sugie ie mnzu: ic werden mich ja nicht falsch verstehen, mein Lieber! Ich weiß in vollem Maße zu würdigen, was Sie auszeichnet. Ich schätze Ihren feinen Takt. Ihre, in unfeiern alle dovvelt wertbvolle Offenheit Sie sind mir das gestehe ich. durchaus willkommen. . Aber weshalb zöaern Sie trotzdem noch immer. Irene?" Wieder entstand t?.e Pause. Plctzlich fragte Irene, anscheinend ganz außer Zusammenhang mit seinem Einwurf: Haben Sie jemals an wirkliche Liebesheirathen geglaubt?" Einen Augenblick schwieg der Graf betroffen. Dann aber glitt ein Lächeln über seine Zuge: ..O, warum nicht, sagte er und es klang wie ganz leise Ironie. Unter ganz jungen Leuten und in gewissen Lebenssphären, als da sind, Lehrer,' Literaten. Kunstbeflissene und dergleichen, mag das ja vorkommen; in unseren Kreisen aber, liebste rene " Und er verzog den Mund zu -einer kleinen Grimasse. ' Irene sah das alles nicht; ste blickte vor sich hin und spielte mit de.n Faltenwurf ihres weißen griechischen Eewandes. Sehen Sie." ergänzte sie ihren Gedankengang, ich träumte einmal davon, aus Liebe geheirathet zu werden. So im Sturm davongetragen werden in's Blaue hinein und 'alles hinter sich zurücklassen, was an den Erdenjammer gemahnt." Der 'Graf strich stch überlegen den Schnurrbart: Ich hoffe doch, Irene, .das war einmal!' Und anderer. cits, haben Sie ein Recht, daran zu zweifeln. daß ich Sie liebe? Könnte ich nicht Sie zwingen mich, es zu sagen die Tochter irgend eines reichen Bankiers haben? Aber, was mich abhält, ist, daß ich Sie wirklich liebe!" Gewiß." gab Irene zu. wie Sie eben lieben können, so lieben Sie mich. Aber doch ich bin thöricht!" Irene," sagte er jetzt mit ernstem Nachdruck, seien Sie doch vernünftig!" Sie schien nicht zu hören. Mit halber Stimme sprach ste. fast für stch: O. Sie wissen nicht, wie arm ich damals war! Und wer arm ist, pflegt auch allein zu sein. Ich aber, ich lebte in meinen Träumen. Und alle diese stolzen Träume habe ich mir zur Wirklichkeit gemacht, ich ganz allein Herr Graf, aus eigener Kraft. Aus einer kleinen Volksschullehrerin, die saun jemand beachtete, ist eine weithin bekannte Schauspielerin geworden. Ich bin heute reich, begehrenswerth, wie ich damals arm und bedauernswerth war. Nur zweierlei steht mir noch bevor: eine große Dame zu werden, oder em gluckliches Weib. Und wenn ich mich frage, welches von beiden ich mir ersehnte. Graf, dann tritt das blendende Bild der Dame zurück vor der bescheidenen, aber so recht aus voller Seele geliebten Frau ach, es war zu schön, als wir noch jung waren!" ..Wir stnd es nicht mehr. Irene." antwortete er fast barsch. Entschließen Sie sich! Sie wissen, was ich Ihnen biete; keine jugendliche Leidenschaft wir sind nicht mehr jung genug dafür,"
schaltete er noch einmal ein, aber irscn einer gesellschaftlichen Stellung, ix'e solche selbst über Ihre Träume hinausgehen sollte, warme aufrichtige Verehrung " Mit einem Worte: eine VernunftHeirath," unterbrach ste ihn. Aber eine annehmbare," bestätigte er. In seiner Shlipsnadel, die ein Monogramm mit neunzackiger Krone zeigte, funkelten die Diamanten im Scheine der Glühlämpchen über dem Toilettentisch. Irene lächelte schwach. Sie wissen, Graf, ich bin abergläubisch. Und so warte ich auf ein Zeichen des Schicksals. Ich bitte Sie noch um eine halbe Stunde Bedenkzeit, das heißt, bis mein Stichwort fällt. Warten Sie draußen! Ich werde Ihnen die Hand geben, wenn der,, Inspizient mich ruft das bedeutet .Ja!' oder an Ihnen vorübergehen, ohne Sie anzusehen, das ist .Nein!' " Er ging lächelnd. Wie kindisch doch die klügsten Frauen stnd! Da wartet diese Sappho auf die innere Stimme! Aber er fühlte stch feiner Sache sicher, glaubte sich schon im ungefährdeten Besitz der schönen reichen Frau. Nun war Irene allein; das Kammermädchen. das stch vorher beim Eintreten des Grasen diskret entfernt hatte, kannte die Gewohnheit ihrer Herrin, kurz vor Beginn der Vorstellung einige Zeit der ernsten, inneren Sammlung zu widmen. Ungerufen durfte sie jetzt nicht erscheinen. Und während von drunten her jenes dumpfe Geräusch heraufdrang, ähnlich dem. welches das Hereinbrechen der Fluth verursacht während sich das Haus in allin Rängen füllte mit einem Publikum, das heute nicht um der Sappho" willen gekommen war, sondern um Alschiedzu nehmen von einem seiner Lieblinge saß in ihrer von Blüthenduft erfüllten Garderobe 'ein einsames Mädchen, das Mühe hatte, Fassung zu bewahren. Mit schmerzverzogenem Mund griff sie in ein kostbares Necessaire und entnahm diesem einen Brief. Sie las ihn wohl 'zum zehnten Male. (Fortsetzung folgt.)
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