Indiana Tribüne, Volume 29, Number 75, Indianapolis, Marion County, 20 November 1905 — Page 3

Jnditma Tibüne, 20. November 1903.

V,-

reude der

llcbcr die Erloählung des Prinzen Karl zum König von Norwegen.

Schiffskatastrophe an der französischen Küste.-Finanzreform des dentschcn Reiches.-Eine Antomobilfahrt durch Mittel-Eurova.-Minister Nuhstrat ausgezeichnet Nener Trubel für den Sultan.

Dänemark. Glückwünsche für P.rinz Karl. Kopenh a gen. 19. Nov. Die Delegation, welche vom norwegischen Storthing ernannt wurde, um den Prinzen Karl offiziell von seiner Wahl zum Könige zu benachrichtigen, kam heute Nachmittag hier an und wurde von Premierminister Chriftinsen, den Präsidenten beider Häuser deZ RikZdagS und dem norwegischen Gesandten em pfangen. Die Mitglieder der Delega. tion, an deren Spitze Präsident Berner vom Storthing steht, wurde von einer großen Menschenmenge mit Begeifte rung begrüßt.' Prinz Karl hat Tausende von Glück Wunschtelegrammen von Marine und Armeeofsizieren und allen öffentlichen Körperschaften in Norwegen u. aus dem Auslande erhalten, darunter auch solche vom König von England und anderen Mitgliedern der königlichen Familie. Großbritannien. - SchiffSkatastrophe. . L o n d o n, 19. Nov. Der Kanal dampfe? Htlöa1 stieß auf der Fahrt von Southampton nach St. Malo auf einen Felsen und sank heute Morgen in der Nähe der sranzösischen Küste. Füns Per,onen wuroen gerenei. S t. M a l o, Frankreich, 19. Nov. Die genaue Anzahl von Menschen, welche mit dem Dampfer Hilda un tergingen. ist hier nicht bekannt., Man weiß, daß etwa 20 Passagiere erster Klasse auf dem Dampfer waren, darun ter mehrere Engländer und daß alle Passagiere der 1. Kajütte ertrunken sind. ES scheint, daß nur 6 Personen ge rettet wurden, ein chließlich der SH. mannung aber waren 105 Personen an Bord. Die Verzögerung in der Ankunft der Hilda" erregte zuerst nur wenig Be sorgniß, da im Kanal schlechtes Wetter war. Jedermann setzte volles Ver trauen in Kapitän Gregory, welcher schon 30 Jahre diese Küste kennt. Befürchtungen wurden erst laut, als eine Leiche an Land gespült wurde. Die Hafenbehörden sandten sofort einen Schleppdampfer aus, um Nachforschun gen anzustellen.' Nun erfuhr man, daß die Hilda" auf ein Riff nahe der Insel Cezambre aufgelaufen war. 39 Menschen erstickt. G l a S g o w, 19. Nov. Der schreck. uqiie rano. orr in cmcn jagicn in rn w v ... r x O.C I I Großbritannien vorkam, zerstörte heute ?. , k cm -1 r 1 em vllliaes ogierqaus an Galion Straße und en,qenleven. Kfl V1t XaH tlflslf 4 1" avuwi v.. rrs- n-a: n v- r-tl -TY- :. I Invett imi uuc im rW VthmSaUrr. 9Iu3frnm her. vi-t- i ----- .1 rieth, daß sie verzweifelt um ihr Leben gekämpft haben. Deutschland. Erste Lesung oertnanz' Reform-Vorlage im Bundesrat h. B e r l i n, 19. Nov. . Der Bundes, rath hat heute die ReichSfinanzreform Vorlage in erster Lesung angenommen. und zwar augenscheinlich in der Fas sung, wie sie ihm 'vom Staatssekretär d:S Reichsschatzamts, nach den Bera thungen mit den Finanzministern der Einzelstaaten, zugegangen ist. Die zweite Lesung wird in Bälde stattfinden. Jedenfalls wird die Vor läge den BundeSrath endgültig paffirt haben, ehe der Reichstag am 23. Nov. zusammentritt. ' ES verlautet aus guter Quelle, daß der Gesammtertrag der neuen Reichs steuern sich auf 245 Millionen Mark beziffern wird, womit daS dauernde fV)l -l X. .-t.l l (DIA(al(l(Aft Gleichgewtcyl lm netqsyausyall ge sichert werden kann. Durch die Vorlage wird auch eine regelmäßige Tilgung der RelchSschul den ermöglicht, sowie eine Regelung der finanziellen Beziehungen zwischen dem Reich und den Einzelftaaten einer unbegrenzten Inanspruchnahme mit Matrikularbeitrügen nicht mehr auSge W sind. Große Automobilfahrt. Berlin. 19. Nov. Nachdem be

Dänen

reitö die Betheiligung des deutschen, bayerischen und österreichischen Äuto mobilclubS festgestellt war, sucht man jetzt auch noch den ungarischen Verein für die nächstjährige Herkomer.Kon kurrenz zu interesstren. DaS Project, das nun zwischen , den verschiedenen Klubvertretern ausgearbeitet wird, geht dahin, daß die Tourenfahrt, die in Frankfurt ihren Anfang nimmt, auch ungarisches Gebiet berührt und am er ften Tage von Frankfurt über Eifenach, Gotha, Erfurt nach Weimar, am zwei ten von Weimar über . Weißenfels und Halle nach Berlin, am dritten von Ber litt über Dresden nach Pilsen, am vier ten weiter über BudweiS nach KremS und Wien sührt, um am fünften Tage ungarisches Gebiet bei PezSny zu be rühren und nach Wiener.Neuftadt zu rückzuführen. Al sechste Tagesetappe ist die Strecke Über den Semmering nach Leeben, als siebente die Strecke Leeben, Ausser, Salzburg geplant; während am Tage die Fahrt in Mün chen ihr Ende erreicht. . Minister Ruhstrat wird Excellenz. O l d e n b u r g. 19. Nov. Groß' Herzog August von Oldenburg hat dem fii cflfir Ulb isla flft amannim ftjzminifter Ruhstrat das Prädikat .Ex n,, hrn.n nh . Hm h?r stnrf. wwvwvj w.iv v r w uer seines unerschütterten Vertrauens versichert. Diese abermalige Auszeichnung des in den sogenannten Ruhftrat.Pro. z.ssessen" völlig diskreditirten Ministers jft in denjenigen Kreisen, welche seine Absetzung verlangten, mit sehr gemisch. ten Gefühlen aufgenommen worden. SftrflliA l?stnsttrin. : : . I ' '77 UIC I lUlilll WlUKUliJUUUl UUll dJCIICll und nunmehrige Gattin deS verbann ten russischen Großfürsten Kyrill, ist wieder als Künstlerin in die Oeffent llchkeit getreten. In einer Münchener Gallerie find zwei Blumenftilleben von ihrer Hand ausgestellt, die großes ma lerischeS Geschick und scharfe Beobach tungSgabe zeigen. Die Gemälde, Tulpen und Lilien darstellend, find nicht verkäuflich und selbst ein von höchster finanzieller Quelle kommendes Anerbieten, 60,000 Mark irgend einem WohlthätigkeltSzwecke zuzuwenden als Gegengabe für eines der Blumenstücke, ist refüfirt worden. Berlin. 19. Nov. DaS Er Ißf ber olera in aam Vreuken in 1 " nlin in osfiliellen Erkläruna be (annt gacht worden und die Qua ...maön.sn mm nn m j w w v Lnb ach aufgehoben. I qTUfrtit.n h fi s .s , k . . v l v " v v " I I, - " rn,rrtrtrfl,H,r. (?;,.,,? 8 ö m , ii cri at..m rr -i 1 1 ä i a u, iu. aiou. AUS nai towitz wird berichtet, daß der Streik abflaut. Die Belegschaft der Myslo witz'Grube, welche am Ausstand gewe fen, fuhr wieder ein und erwählte eine Kommission, die sich mit den Berg werkSbefitzer über eine Besserung der Verhältnisse in'S Einvernehmen setzen soll. Dampfer untergegangen Berlin, iy. novor. mt eme hier eingetroffene Depesche meldet, ist der deutsche Dampfer Uhlenhorft- in der Ostsee untergegangen. Der Kapi tän und 15 Matrosen haben den Tod gefunden, doch find nähere Einzelheiten nicht bekannt. Der Streit derHambur gerund Bremer Rhede ' r e i e n. Berlin, 19. Nov. Der scharfe Konkurrenzkampf zwischen den Ham rger und Bremer Rhedereien, wird I - -- in weitesten Kreisen auf das Lebhafteste bedauert, und eS wird auf eine baldige gütliche Einigung zwischen den streiten den Faktoren gehofft. Die neuesten telegraphischen Nachricht ten au3 Hamburg lassen freilich eher fßcn, daß die Spannung t)exf$atfm tottb. Darnach haben hte Vertreter der bedeutendsten Ham burger SchifffahrtS.Gejellschaften einen Schutzverband gebildet, dessen Haupt aufgäbe eö sein soll, Repressalien gegen

die Bremer Rhedereien zu üben, welche durch die Organisation der Roland Linie" für den Handel mit der West küste von Südamerika ihre Feindselig, keit gegen die Hamburger Rhedereien bekundet hätten. Wenn die Pläne der Hamburger zur Ausführung gelangen, so wird eine ganz neue Linie errichtet werden, welche den Bremer Interessen ten scharfe Konkurrenz machen soll. Gute Kunde auSDeutsch O st a f r i k a. Berlin, 19. Nov. Major Graf v. Götzen, der Gouverneur von DeutschOstafrika, meldet heute, daß überall die AufstandS Bewegung nachgelassen

habe und viele Bezirke völlig beruhigt eien.' Eine Ausnahme mache das Wahehegebiet, wohin soeben eine neue Expedition abmarschirt sei. Gelegent ich fänden kleine Zusammenstöße in den Matumbibergen statt. Im allge meinen bessere fich die Situation so rasch, daß ein baldiges Ende der Re bellion zu berichten sein dürfte. Türkei. Mehr Trubel für den Sultan. Konstantinopel, 19. Nov. Der Sultan, den die Mächte diese Woche durch eine Flottendemonstration ur Raison bringen wollen, hat neue Sorgen. Die jungtürkische Partei hat ihn christlich aufgefordert, alle Armenier, welche Gewaltthaten gegen Türken ver übten, sofort hängen zu lassen. Für den Fall, daß dies nicht ge chieht, drohen die Jungtürken mit einem Vernichtungskrieg gegen die armenischen Umstürzler. Dadurch wird Abdul Hamld in nicht aerinae Verle genheit gebracht. Er weiß, daß die Drohung ernst gemeint ist, darf es aber doch nicht wagen, die in der letzten Zeit wegen Mordes verurtheilten Armenier hinrichten zu lassen, denn mehrere derelben find amerikanische Bürger und der.Gefandte der Ver. Staaten hat sie daher vorläufig unter seinen Schutz ge nommen. Japan. Suzeränität über Korea. Tokio, 19. Nov. Die japanische Presse jubelt über den Abschluß der neuen Konvente mit Korea, welche die Süzerünltät Japan's formell und im zweideutig anerkennt. Die auswärtigen Beziehungen Ko rea's werden künftig durch Japan ae regelt werden. Aufruhr in Wladiwostock. T o k i o, 19. Nov. Ein Augenzeuge der jüngsten Unruhen zu Wladiwostock, welcher zu Nagasaki ankam, berichtet, daß fast die halbe Stadt niedergebrannt ist, uud daß 600 Mann der Garnison getödtet wurden. Die Insassen des Gefängnisses wur den entlassen. Gen. Kappek wird ver mißt. . Der Sachschaden wird auf $25,000, 000 geschützt. Soldaten von Harbin sollen fich den Aufrührern angeschlossen haben. Mexico. MormonenEinwanderung. M e x i c o, 19. Nov. ES kommen andauernd Mormonenfamilien hier an. die fich auf dem vorder erworbenen Lande ansiedeln.

T .W'jifeWyWigH" w iyyT'ywwiifw'Wv('?i ;W':'l:l tr ;K ' :ivVf W l&;iV"v 'rfü( j WfekM?'pÄfe v' i: yfatefc fillllSv , . ' "''.'", ' ' ki ,w ' ' y 'f- ' t"A 'sV ' .J . Mim k, ' 'f'4sS' V& 'V ' ' ' ' s 5 . v 'Sffcy'sss ' j w - ',' ' ;Ä ?f - .r'?xs'-' j$lZffive:' U'i wX't-'-M -4 i mmm-v h ?5 " yWMfy'' PXfS'sXJih. &04&f&,V V$m;m ? zOM&yZt - SWKM ' Mi 'lw' ' MM''y ÄIP x'x4$Vl'Z -fi?r ti f&yS; : . fm 'mi mmzmimm&m. L -&v-hu - x - 1 -' fyx ' Jkxj4 ?. A V: '- 'S ' -, k f "'o.- & : '.m . k gsty4 i 3 " ( " kl ) ' ;mm:. x . , j . :: '. "''''. y: ' : . , K,, ' . '. : 'Sj . ' m , v ' '"4 ' . , . i " ' - -i I : ' l i . K - - w. mim m mm Mi fl mtmm t ls(frv-:-WM:-- : . . fefcvi.i

John Alexander Dowie.

Rußland. Ruhigere Stimmung un ter Arbeitern. St. Petersburg, 19. Nov. Nach einer 7stündigen Debatte be schloß gestern das Exekutivkomite der Arbeiter, den Jnduftrie.Streik aufzu geben. ES scheint, daß die extremen Agitatoren an Boden verlieren. Die gemäßigten Elemente machten darauf aufmerksam, daß ein Streik gerade mit Beginn des Winters eine schwierige

Sache sei. Die Frage eines 3.ständigen!ArbeitS. ageS wurde verschoben, da ein solcher gegenwärtig nicht zu erreichen sei und die 'Arbeitgeber eher ihre Fabriken chließen würden. Cuba. Gelbes Fieber. Havanna, 19. Nov. ES find keine neuen Fieberfälle hier berichtet; von den 6 im Hospitale zu LaS Anni nas wurden 5 als harmlos erklärt. Dementi. H a v a n a . 19. Nov. Der Ge meinderath des JSle of PineS erklärt die Behauptung, daß auf der Insel Anarchie herrsche, daß Leben und Eigenthum nicht geschützt seien für unbegründet. Die Regierung habe in Anbetracht der geringen Steuerein nahmen schon sehr viel für die Insel gethan. Die Amerikaner besaßen nicht so viel Land auf der Insel, wie sie glauben machen wollten. Auf das Meiste Hütten sie nur das Verkaufsrecht erworben. Italien. GegenrufsischeMassacreS. Rom, 19. N,v. Zwei gut. be suchte Versammlungen, eine von Stu denten, die andere von Juden, fanden heute hier statt, um gegen die Nieder, metzelunge von Juden in Rußland zu proteftiren. ES wurden entsprechende Resolutionen gefaßt. Holland. .R Y n d a m" aufgefahren. MaaSluis, 19. Nov. Der Dampfer Rtntdam", Kapitän Von dersee, von New York kommend, lief im Nebel bei Vhaarllngen, zu Zeit der Fluth auf. Wieder flott. Rotterdam, 19. Nov. Der Dampfer Ryndam von der Holland Amkrika.Linie, welcher gestern im Nebel auflief, wurde heute wieder flott ge macht. Er kam hier an und landete seine Passagiere. Chile. Nach deutschem M u jte r. Santiago, 19. Nov. Die Re gierung steht im Begriff, auf deutschen Werften 7 Kriegsschiffe in Auftrag zu geben. Wie das Landheer, soll auch die Flotte der süd amerikanischen Republik vollständig nach deutschem Muster reorganifirt werden. Mehrere hohe deutsche Osfiziere find seit längerer Zeit mit der Umgestaltung der chilenischen Armee beschäftigt, und die Regierung beabsichtigt nun, auch eine Anzahl von deutschen Kapitänen, sowie einen nicht mehr im aktiven Dienste stehenden Kontre-Admiral als Instrukteure und Organisatoren für die Marine zu gewinnen.

Inder bei Schwarz im

Regierungsbezirk Erfurt gelegenen Friedhofskirche, wo sich die Famuiengruft der Grafen Stoloerg-Wernr gerode befindet, wurde von bisher unermittelten Dieben ein Einbruch ver übt. Auf der Suche nach Werthsachen durchstöberten sie die Gräber und verwüsteten besonders die Gruft des Grasen Friedrich August. . Wegen Gattenmordes zum Tode verurtheilt wurde in London die 65jährige Frau Marion Seddon unter Umständen, die den Richter und die Geschworenen veranlaßten, sie der yri c c s . 5 " )naoe oes nonigs zu empseylen. rau Seddon war der Ermordung chres 78jährigen Gatten und des SelbstmordVersuchs angeklagt, und chr eigenes Gestandmß hatte :hr die Anklage zugezogen. Das Paar hatte einen kleinen Laden, war aher immer mehr zurückgekommen, konnte die Miethe nicht zahlen und sollte in's Armenhaus ge schickt werden, weshalb es beschloß, gemeinsam m den Tod zu gehen. Nach einer schlaflosen Nacht stand die alte Frau auf, nahm eine Flasche, 'die ein aus Belladonna und Akonit zusammengesetztes Mütel zum (nnreiben enthielt, und trank ein GlaZ von dieser Flüssiakeit. Dann weckte sie ihren Mann, sagte ihm, was sieqethan und vot lym dre Flasche. Er trank den Rest und starb nach einig Tagen im Krankenhause, während seine Frau mit dem Leben davon kam. Vor Gericht erzählte sie in schlichter Weise, wie sie und ihr Gatte dazu gekommen, das Gut zu nehmen, oestritt aber entschieden, ihren Mann vergiftet zu haben. Aber das Gesetz sagt, daß, wenn zwei Personen verabreden, gemeinsam Selbstmord zu begehen, die eme stirbt und diezweite mit dem Leben davonkommt, 'letztere des Mordes schuldig ist.' Und so blieb dem Richter nichts übrig als das Todesurtheil, naidem die Geschworenen Frau Seddon des Mordes schuldig befunden hatten. E i n e n g u t e n F a n g hat die Londoner Polizei in der nordöstlichen Vorstadt Elerkenwell gemacht, wo das Fabrikations- 'und Großhandelsgeschast von Juwelieren und uyrmacyern seinen Hauptsitz hat. Dort im Goswell Road hatte auch eine Firma ihr Gesckäftslokal, die sich mit der Raffinerie von Gold, Silber und Platin abgab, dabei aber, wie man festgestellt hat, ein schwunghaftes Hehlergeschäft betrieb.. Infolgedessen stellte sich ein höherer Beamter der Geheimpolizei mit mehreren Gehilfen unauffällig im Hause ein, nahm die beiden Theilhaber der Firma auf Grund von Haftbefehlen fest und veranstaltete eine gründliche Haussuchung, .während einer der Polizisten alsbald im Geschäftslokal selbst Platz nahm und einige andere sich zum sofortigen Eingreifen in den Hinterhalt legten. Kaum war in dieser Weise die Falle gestellt, als auch schon' ein Mann eintrat und mehrere goldene und silberne Gegenstände von ansehnlichem Werthe arglos zumKaufe anbot. Der anscheinende Geschäftsgehilfe hinter dem Schalter war Sachverständiger, erkannte die Werthstücke sofort als gestohlenes Gut, gab das Zeichen und im Nu war dieser erste Kunde der saubern Firma sestgenommen und in einem der Hinteren Räume sicher untergebracht. Alsdann wurde die Falle wieder geöffnet, und abermals dauerte es nicht lange, bis ein zweiter Mann mit Diebsbeute sich einstellte und dingfest gemacht wurde. Noch sieben andere Spitzbuben fielen in derselben Weise im Laufe des Abends der Polizei in die Hände und wurden mit ihrec Beute und dem Eraebniß der Haussuchung später in'Sicherheit gebracht. Vor dem Schwurgericht in. Metz hatte sich der Raubmörder Johann Trap zu verantworten. Er ist 25 Jahre alt, Sohn eines gutsituirten Gastwirths in Sentzig, besuchte die Realschule in Metz, bis die Eltern die böse Erfahrung machten, daß er in der Schule wenig lernte, aber desto mehr seine Mitschüler bestahl. Diesen unseligen Hanhat er bewahrt. Er wurde schlleklich entmündigt. Das von den Eltern ihm hinterlaffene Vermögen von etwa 24,000 Mark kam unter Verwaltung.' Am 20. Mai d. I. kam er nach langer Abwesenheit wieder in sein Heimathsdorf. Dort schlich er sich Nachts hei einer alten Tante, der Wittwe Spledt, ein, schnitt ihr den Hals ab und warf die Leiche in einen drei Meter tiefen Brunnenkessel, der im. Keller mündete. Nachdem er 925 Mark an sich genommen hatte, legte er sich im Schlafzimmer der Ermordeten in's Bett, wo ihn die Verwandten morgens fanden. Er versteckte sich nun in demselben Brunnen, wo die Leiche lag: erst naw langem Suchen fand man ihn und die Leiche. ' Als Untersuchungsgefangener gab er stumpfsinnig alles zu, was er gethan. Im Uebrigen betrug er sich musterhaft und las reumuthig im Gebetbuch. Die medin nischen Sachverständigen, unter ihnen Dr. öiosenfeld-Straßburg, bezeichneten. ihn als geistiz mmderwerthiq ver anlagt, aber nicht so schwachsinnig oder . p i i.P , . r t geittig Deren, oay er mcyi wuszie, was er that. Die Geschworenen bejahten. da er geständig war, die Fragen nach Raub und vorsätzlicher Tödtung ohne Ueberlegung. Das Urtheil lautete demgemäß auf lebenslängliche Zucht hausstrafe. Stumpfsinnig und ohne auszublicken nahm er die Verkündigung seines Schicksals entgegen.

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