Indiana Tribüne, Volume 29, Number 74, Indianapolis, Marion County, 18 November 1905 — Page 3

Jndlanü Mbüne, 18. November 1905

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Der Aufruhr

Der greift Herzog Adolf von Lnfcmburg f.

Das deutsche Marine-Vudget. Unruhen in San Domiugo. Krakehl zwischen frauzösischen Ofsizicren. Uutergruudbahn sür Berlin. Die englischen Hetzereien.

Rußland. UederWitte'sKopf. St. Petersburg. 17. Nov. ES wird erwartet, daß morgen hier Kriegsrecht proklamirt wird, der Zar und die Großfürsten haben dies trotz des AbrathenS von Witte beschlossen. Die Fabrikanten haben den Arbeitern mitgetheilt, daß ein 8 Stundentag nicht gewährt werde würde. Ein Ansturm auf die Sparbanken, fand heute statt. Einige derselben wa ren nagt in der Lage alle Forderungen auszuzahlen. Bomben. Warschau. 17. Nov. Eine Bombe, wurde aus einem Haufe an Wolöka Str. unter eine gerade passt rende Schwadron Kossacken geworfen. ES wurde niemand verletzt. Die Kos sacken feuerten Salven in das Haus und verhafteten zwei Bewohner. Die RegierungS Theater wurden heute geschlossen. Die Proklamation der Arbeiter. St. Petersburg, 17. Nov. Die Arbeiter Organisationen haben eine Proklamation an die Truppen und Matrosen erlassen, dieselben auffordernd, für daS Volk einzutreten. ES wird vorauf aufmerksam gemacht, daß in kurzer Frist 100 Seesoldaten, die sich in Kronstadt auf Seite des Volkes stellten, füstlirt werden würden. Das dürfte nicht ruhig mit angesehen werden. Kein Soldat solle von nun an auf das Volk schießen. Allgemeine Lage. St. Petersburg, 17. Nov. Truppen haben Besitz vom Bahnhöfe der MoSkau'Bahn genommen und der Betried wird durch die Eisenbahnba taillone aufgenommen werden. Damit ist die Versorgung der Hauptstadt mit LebenSmitteln gesichert. Im Lager der Liberalen herrscht über die neuesten Verhaltnisse tiefe Nie. dergeschlagenheit. Viele Führer sind nun zur Einfichk gelangt, daß sie einen verhängnißvollen Fehler begingen, als sie Graf Witte'S Gesuch um ihre MitWirkung bei Durchführung der Reformen zurückwiesen, indem sie damit die Führung der Opposition an die Radikalen abtreten, mit denen die Liberalen ebenso wenig Sympathie haben, wie mit der alten Autokratie. Das Resultat ist. daß die Radikalen, vom Gefühle der Macht berauscht, versuchen, das Land in Anarchie zu stürzen. Die öffentliche Sympathie hat sich ihnen ab gewandt und ein großer Theil der des seren Klassen würde fast Gewaltmaß regeln den gegenwärtigen Zuständen vorziehen. Pressegeknebelt. W a r s ch a u , 17. Nov. Der Gou. verneur hat 3 weitere polnische Zeitun gen unterdrückt und den Verkauf von Flugschristen auf der Straße verboten. Kommt etwas spät. St. Petersburg, 17. Nov. Von einer hochgestellten Persönlichkeit wird heute Abend versichert, daß der Zar beschlossen hat, die Kronlündereien, selche den dritten Theil deS euro päischen Rußland ausmachen, unter die Bauern zu vertheilen. Ein dies derfügender Ukas soll bereits ausgearbeitet sein und morgen oder übermorgen ver öffentlich! werden. Väterchen" will angeblich nicht nur den größten Thäl seiner eigenen Domänen dem Volke zurückgeben, sondern auch die unge Heuren Lünderstrecken, aus welchen die Großfürsten feit Jahrhunderten fabel hafte Einkommen ziehen, i Di: sensationelle Ankündigung findet jedoch vorläusig keinen Glauben, trotzdem sie aus bester Quelle zu stammen scheint. Aufruhr. P o l i , TranSkaukasien, 17. Nov. Die Eisenbahner sind an Streik gegangen. Die Schienen wurden aufgerissen und in'S Meer geworfen. Viele Telegraphendrühte wurden , durch schnitten. . " D z e r m i a, 17. Nov. Durch böS-

in Rußland.

willige Umstellung einer Weiche kolli dirten zwei Militärzüge. 15 Soldaten wurden verletzt. Nach der Kollision wurde von den umliegenden I Hügeln auf die Soldaten gefeuert. Die Sol daten suchten Deckung hinter dem Eisenbahndamm und erwiderten das Feuer. K u t a i S . TranSkausien. 17. Nov. Der HilsSverwalter der hiesigen Bahnstation wurde heute erschossen. Der Mörder entkam. M e u t e r e i i n der M an d scheret. St. Petersburg, 17. Nov. Gen. Linevitch hat angeblich dem Za ren gemeldet, daß eine Meuterei in der Armee nur mit Waffengewalt unterdrückt werden konnte. Viele Soldaten wurden getödtet und verwundet. Unversöhnlich. 'St. Petersburg. 17. Nov. Das Komite der Arbeiterdelegaten auf Graf Witte'S Proklamation ist entfchieden ablehnend. Sie besagt, der Günft ling des Zaren könne nicht ihr Bruder sein, wie er sich nenne. Die Arbeiter brauchten auch nicht sein Wohlwollen, sondern verlangten eine ' Volksregierung auf der Basis allgemeiner, direk ter und geheimer Wahlen. Zu Gunsten der Meuterer. St. Petersburg, 17. Nov. Im Flottendepartement wurde mitgetheilt, daß nicht die Absicht besteht, die große Masse der meuternden Matrosen zu prozesstren. Die Revolte wird mehr als ein AuZbruch der Trunkenheit, denn als Meuterei betrachtet. Die An führer werden zur Rechenschaft gezogen und so milde wie möglich bestraft werden. Die große Masse wird zur Strafe auf eine Kreuzfahrt geschickt werden. Der amerikanische Geschäftsträger Eddy ist benachrichtigt worden, daß der Kreuzer Minneapolis", welcher gegenwärtig zu Eherbourg .ist, nach Kopenhagen und wenn die amerika nifche Botschaft eS für rathlich hält. nach der Ostsee fahren wird, um für den Nothfall bereit zu sein. Eddy hat dem' Staatsdepartement mitgetheilt, daß die Newa in etwa 10 Tagen zugefroren sein wird und von Entsendung der Minneapolis abgerathen. Frankreich. Krakehl in der Armee. Paris, 17. Nov. Der Ministerrath beschloß in seiner heutigen Sitzung Gen. Brugere dem Chef der Armee, 15 Tage Arrest zu geben, weil er Eixzelheiten der Konferenz veröffentlichte, die er mit dem Kriegsminister bezüglich feiner Kontroverse mit Gen. Percin hatte. Brugere und Percin begegneten sich zu Pferde im BolS de Boulogne und Brugere weigerte sich den Gruß Percin'S zu erwidern. Man glaubte, der Vorfall werde zu einem Duell führen, doch wurde die Sache durch den KriegSminister beigelegt, aber diese Verhandlngen berichtete Brugere der Presse. Dementi. Paris, 17. Nov. Das auswärtige Amt dementirt, . daß Verhandlungen wegen Verpfändung ' von Gebiet der Republik Liberia an Frankreich und Großbritannien im Gange sind und daß Deutschland gegen einen solchen Plan protestirt hat. Deutschland. NeuerFlottenplan. B e r l i n, 17. Nov. Der Bundesrath nahm heute die Gesetzvorlage für Verstärkung der Flotte an, welche dem Reichstag in seiner nächste Sitzung vorgelegt werden wird. Die Vorlage fügt zu dem gegenwärtigen Bauplane 6 große Kreuzer hinzu von denen 5 zur sogenannten Auslandflotte gehören sollen, sowie Erhöhung der Torpedddivisionen von 16 auf 24. Die Kosten jedes Kreuzers sollen $6,760,000 betragen. Alle weitere Kosten sind bis zum Jahre 1916 auf $41,. 250.000 berechnet. ES, ist auch eine Vergrößerung und stärkere Bestärkung der bereits geneh migteu Schlachtschiffe vorgesehen. Jedes derselben wird statt $6,250,000 nun 59,000,000 kosten.

Unwetter in Südeuropa.

Berlin. 17. Nov. In ganz Mittel- und Südeuropa herrscht außerordentlich rauhe Witterung. Aus Italien und Spanien werden heftige Stürme und Regengüsse gemeldet Viele der Flüsse der beiden Länder find über ihre Ufer getreten und Hunderte von Häusern abgedeckt oder ganz niedergeweht. Am schlimmsten hauste das Unwetter entlang der spanischen Küste, wo der angerichtete Schaden enorm sein soll. Im Mittelmeer find diele Fischerboote und andere kleine Fahrzeuge untergegangen. Aus den schweizer und tyroler Alpen werden heftige Schneestürme gemeldet. Untergrundbahn. Berlin, 17. Nov. Die Stadt. Vertretung beschloß eine unterirdische Bahn vom Norden der Stadt nach dem Süden zu bauen, die 513,750,000 kosten soll. Der Betrieb wird ein elek irischer sein und von der Stadt selbst übernommen werden. Londoner Hetzmeldung übr deutschen Zwist in Portugal. B e r l i n, 17. Nov. Eine britische Meldung wird heute von hiesiger amtlicher Seite mit Entschiedenheit deöavouirt. Eine Londoner Depesche hatte berichtet, daß die portugiesische Regierung durch Deutschland in Sachen der Konzessionirung eines Sanatoriums in Madeira gedrängt, um England'S Intervention ersucht habe. Diese Meldung wird aber als einfach crfunden bezeichnet. Den Anlaß zu dem Zwischenfall, der von britischen Hetzern gröblich entstellt worden ist, gab eine sehr einfache Angelegenheit. Um ein passendes Terrain für die Anlage von Lungenheilstätten zu gewinnen, war ein Enteig-nungS-Verfahren gegen die britischen Besitzer deS betreffenden Grundstücks eingeleitet worden, genau nach den Vorschriften deS portugiesischen Rechts, welches, die Enteignung für solche Zwecke gestattet. Die Briten Madeiras hatten sich über das angebliche willkürliche deutsche Vordringen zu einer nicht geringen Erregung verstiegen und lärmten gewaltig. Darauf schlug Portugal vor, die Angelegenheit dem Haager Schiedsgericht zu überweisen oder der fraglichen deutschen Gesellschaft ein anderes Gelände zu überlassen, oder auch für die Aufgabe der Konzession eine Entschädigung zu zahlen. Von einem Appell an Eugland ist zu keiner Zeit die gewesen. Graf L erchenfeld'S I u b i l ä u m. B'e r l i n, 17. Nov. Graf Hugo von Lerchenfeld, der bekannte bayerische Diplomat, sein fünfundzwanzigjährigeS Jubiläum als Bevollmächtigter Bayers zum BundeSrath. Der Staatsfekretär des Innern, Graf PofadowSky, gab schon vor der Abreise nach Nürnberg. wo er der Enthüllung des Kaiser Wilhelm-DenkmalS beiwohnte, ein DiHer zu Ehren Lerchenfelds. Gestern wurde vom BundeSrathrath und diplo. malischen Korps ein Diner mit nachsolgendem Ball im Kalserhof veranstaltet. Auch bayerische Vereine brachten ihre Gratulationen dar. Heute giebt Graf Lerchenfeld ein Diner. Prinzregent Luitpold sandte dem Jubilar seine eigene Büste mit einem Handschreiben voll warmer Anerken nung. Die Blätter feiern die spießliche amtliche Thäthigkeit deS Grafen, der für die guten Beziehungen zwischen München und Berlin stets eifrig gewirkt hat. fGroßherzogAdolph von Luxemburgs. H o h e n b u r g, 17. Nov. Der Großherzog Adolph von Luxemburg starb heute im Alter von 83 Jahren. (Großherzog Adolph von Luxembürg, Herzog von Nassau, wurde am 24. Juli 1817 zu Bierich am Rhein geboren und folgte seinem Vater Herzog Wilhelm von Nassau, in der Regierung am 20." August 1839. In seinen Regierungsgrundsützen bewies sich der Herzog dem politischen Fortschritt nicht geneigt. Nach dem Nieder gang der deutschen Bewegung deS Iahres 1843 wandte er sich einer entschiedenen ReaktlonSpolitik zu und trat in den deutschen Angelegenheiten ganz auf Seite Oesterreichs. 1666 hielt er namentlich entschieden zu Oesterreich gegen Preußen. Nachdem Nassau durch Gesetz am 20. September 1866 der preußischen Monarchie einverleibt war. lebte er in Parii, in Wien, in Frank, furt a. M., späht auch vielfach in Königftein im Taumus. Mit Preußen

schloß er am 22. September 1867 einen Vertrag nach dem ihm außer verschiede nen Schlossern eine baare Abfindungsumme zu theil wurde. Durch die Vermählung semer Tochter Hilda mit dem Erbgroßherzog Friedrich von Ba den wurde 1835 eine Versöhnung mit dem preußischen Königshause ange bahnt; am 29. September 1833 erfolgte dann eine Zusammenkunft Adolphs mit Kaiser Wilhelm II. in Mainau. Während der schweren Er' krankung deS Königs Wilhelm III. der Niederlande Übernahm er als 'nächster Agnat des Hauses Nassau - Oranien vom 10. April bis 3. Mai 1889 und dann wieder vom 6. November 1890 ab die Regentschaftim Großherzogthum Luxemburg; am 23. November 1890 wurde er durch den Tod Wilhelms III. Großherzog von Luxemburg.) Der Nürnberger Festtag. Berlin, 17. Novbr. Mit großer Genugthuung heben die Blätter die Thatsache hervor, daß der Nürnberger Festtag die zwischen den Hösen von Berlin, München und Karlsruhe ob waltenden trefflichen Beziehungen klargelegt habe. Die gemeinsame Anwesenheit deS KaiserpaarS, deS badischen GroßherzogSpaareS und des Prinzregenten Luitpold bei der feierlichen Enthüllu.:z des Denkmals Kaiser Wilhelm I. gilt als untrüglicher Beweis, daß die neuer. dingS aufgetauchten Gerüchte von Werstimmungen zwischen dem Kaiser und den beiden Füiften, insonderheit dem Großherzog von Baden, der Begründung entbehrten. . - ES wird als besonders wichtig angesehen, daß gerade im jetzigen Augenblick, nachdem die Verschwörung DelcasseS gegen Deutschland und die Bereitwilligkeit Englands, ihn zu unterstützen, enthüllt find, die beiden ältesten deutschen BundeSfürften,' welche aus Großer Zeit herüberragen, vor aller Welt den festen Zusammenhalt deS Reiches bekräftigen. Hamburg gegen Bremen. H a m b u r g, 17. Nov. Der Kampf zwischen Hamburg und Bremen um die Ocean Herrschaft, wird täglich heftiger. Die großen Hamburger Rheder haben sich zu einer Schutzliga zusammengeschlössen. Um der neuen BremerRo land'Linie den Wind aus . den Segeln

zu nehmen, wird Hamburg eine Kon kurrenzLinie etabliren. General-Di rektor Ballin wird der Leiter verselbenl sein. F ü r d i e M a r i ne. Berlin, 17. Nov. Den neuen Marinevorlagen gemäß wird das regu läre Marine-Budget von S53.250.000 in 1905 bis auf $82,000,000 in 1917 steigen. Die neuen Schiffe machen weztere 126 Offiziere und 5,643 Mann nöthig. Die VerwilligungS-Vorlage fleht auch die Summe von S1,250,000 für Experimente mit Unterseebooten vor. . Italien. Neue C a r d i n ü l e. Rom, 17. Nov. Am 11. Dezbr. wird daS Conflstor!um den folgenden Würdenträgern den KardinalShut verleihen : Mgr. Cagaiao De Azevedo, Majordemo des Vatikans- Erzbifchof Cavalcanti De Albuquerque of Rio Janeiro; Erzbifchof Spinola von Sevilla; Erz bifchof Samfa von Erlau, Ungarn und Mgr. Cavallari, Patriarch von Ve nedig. San Domingo. Unruhen in S an Domingo. S a n I u a n, Porto Pico, 17. Nov. Der Ver. Staaten Kreuzer Cleveland" langte von Samara Bai, San Do mingo, an um Kohlen zu laden. Die Offiziere des Kreuzers berichten, daß die Unruhen bislang keine großen Dimenflonen angenommen haben. General Rodriquez, der Rivale von MoraleS, hat große Ladungen von Waffen erhalten. Man erwartet am 20. d. M. ernste Unruhen. New A l b a n y, 17. Nov. Floyd Sinclair, Herley Demben und Guy Roberson, die drei Jungen, welche man auf den Verdacht hin festnahm, daß sie durch Festbinden einer Schwelle auf den Eisenbahngeleifen einen Zug zur Entgleisung zu bringen suchten, werden sich jetzt vor Gericht zu verantworten haben. In der Untersuchung wurde übrigens noch festgestellt, daß man es hier mit Romanhelden zu thun hatte. Alle drei sind durch Lesen billiger Schundliteratur auf die Ausführung der That verfallen.

Japans Handelsmarine. rohertige Entwicklung tt Schiffes,A im Mikadoreiche. , Ter K-rieg mit Rußland hat mächtig zur Entwicklung des Schiffbaues in Japan beigetragen. Ueberhaupt hat das japanische Schiffswesen seit einem Jahrzehnt eine stetige Zunahme ersahren. Ende 1903 wurden 657.000 Tonnen in Dampfern und 320.000 Tonnen in Segelschiffen, also insgesammt 977.000 Tonnen gezählt. Demnach hatte sich die Gesammttonnage der japanischen Handelsflotte schon bei Ausbruch des japanisch-cymesischen Krieges vervierfacht. Ter kürzlich beendete Kampf mit Rußland machte' eine weitere Vermehrung des Schiffsmaterials nöihig. so daß viele fremde Schiffe gekauft und gemiethet wurden. In diese Zeit fällt auch die amtliche Erlaubniß für die fremde Schifffahrt, in japanischen Gewässern Küstenhandel zu betreiben. Die Verluste des Jahres 1904, entstanden durch die Blockade von Port Arthur und andere Ursachen, bezifferten sich auf 71.000 Tonnen, doch wurden dafür 27,000 Tonnen in Japan neugebaut und 177.000 Tonnen" im Auslande aufgekauft, so daß die Erhöhung des Tonnengehalts 133.000 Tonnen betrug. Die Dampferflotte hatte demnack am Ende des Jahres 1904 einen Gesammtgehalt von 790.000 Tonnen. Gegenwärtig dürfte die japanische Handelsmarine 675 Dampfer besitzen, unter ihnen befinden sich 180 Dampfer mit 1000 bis 3000 und 50 mit mehr als 3000 Tonnen Raumgehalt. Erwägt man. daß Japan vor dem Jahre 1890 so gut wie keine Handelsschifffahrt be saß. so hat es jetzt guten Grund, mit den Ergebnissen der 15 Jahre recht zufrieden zu sein, denn das Wachsen einer leistungsfähigen Handelsmarine ist das Zeichen der allgemeinen Wohlfahrt eines Volkes. ' Die Zahl der japanischen Gesellschaften, die Handelsschifffahrt nach dem Auslande betreiben, beziffert sich auf 20. Die größte davon ist die Japanische Postdampfer-Gesellschaft" (Nippon Jusen Kaischa), die 1885 gegründet wurde. Sie besitzt 69 Dampfer mit 235,555 Tonnen Raumgehalt. Die Subvention, welche die Regierung der Schifffahrt gewährt, beträgt gegenwärtig etwa 3.000.000. Große Fortschritte hat auch der japanische Schiffbau seit dem Jahre 1893 zu verzeichnen. Anlaß dazu mag das Schiffbauprämiengesetz, das 1896 in Kraft trat, gegeben haben, denn im Jahre 18971898 wurden bereits Schiffsprämien auf ein Schiff mit 723 Tonnen und auf elf Schiffe mit 48.396 Tonnen gezahlt. Der Ansporn war so groß, daß es Ende 1903 in Japan etwa 200 Privatschiffswerften und etwa 32 Privatdocks gSb. Unter solchen Umständen bauten diese SchiffsWerften mit Erfolq kleine Kriegsschiffe sowie Kauffahrteischiffe bis zu 6000 Tonnen, die man ohne Bedenken auf den großen Auslandslinien laufen lassen konnte. Mittel gegen Tcekrankbeit. Als erfolgreiches Mittel gegen Seekrankheit wird die Beobachtung folgender Athem-Technik empfohlen: Wenn das Schiff auf der bewegten See plötzlich unter einem wegzusinken scheint, d. h. die bewußte Senkung macht, bei der einem der Magen zum Halse herauswill, dann tief ausathmen, gemäß der Bewegung des Schiffes. Im Augenblick. wo das Schiff .wieder in die Höhe steigt, soll man tief einathmen, genau entsprechend der Dauer der ansteigenden Bewegung des Schiffes. Ein Reisender, der dieses Mittel ausprobirte. berichtete darüber: Ich habe das Mittel auf einer ungewöhnlich stürmischen Fahrt über den Kanal ausprobirt und bin, obwohl alles an Bord seekrank war. völlig verschont geblieben. Dieser Tage hatte ich einem meiner Freunde zur Fahrt nach England dasselbe Mittel empfohlen. Er schrieb mir: .Ich bin der Anweisung gefolgt und, obwohl es eine so rauhe See war, daß man die Wühle auf Deck festbinden mußte, damit die Leute nicht über Deck gewaschen wurden, fühlt ich nicht das mindeste von Seekrankheit.' Dabei ist der Mann einer von denen,, die äußerst leicht seekrank werden." Bckrorene Glasscheiben. Eine praktische Einrichtung zum Aufthauen befrorener Glasscheiben, insbesondere großer Schaufenster, besteht aus einer Walze, die mit LösungS-' Mitteln getränkt und über die Scheibe gezogen wird. Die Walze läuft in Führungsvorrichtungen und wird mit-. telst Zuges an Ketten oder Schnüren bewegt, die über Rollen laufen. Sie taucht in eine unter ihr hängende, mit Salzlösung gefüllte, schmale Rinne, und da sie sich beim Heben und Senken fortwährend auf der Glasscheibe abwälzt, nimmt sie auch fortwährend von der Salzlösung aus der Rinne auf und überträgt diese auf das Glas. Dadurch schmilzt das Eis ab. Der Rest der zurückbleibenden Salzlösung verhindert daö neue Auffrieren von Eis. Der älteste Schuhreisende in den Ver. Staaten starb kürzlich in New Fork. Sein Name war einfach B Reed. Der Vater Reeds. ein Mann von etwas exentriscker Veranlagung, gab seinen Kindern knne Namen, sondern benannte sie nach dem Alphabet A. B, C u. s. w. und gelangte bis zum Buchstaben M.