Indiana Tribüne, Volume 29, Number 73, Indianapolis, Marion County, 17 November 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, 17. November 1903

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Ein Diplomat ls im Jahre 1829 im russischturtlschen Hiieqe der rususche Feldmarschall Diebitsch SaoattanZly vor öen Thoren von Adrianopel stand, ersuchten Frankreich und England Preußen, den Frieden zu vermitteln. Infolgedejsen sandte der König Friedrich Wilhelm III. von Preußen den Chef seines Generalstabes. General v. Musslmg. nach Konstantinopel. Müffling reiste über Smyrna, wo er sich einige Tage aufhielt. Der dortige preußische Konsul Tezzer, welcher den General als Feinschmecker kannte, bot ihm die besten Diners, unter anderen Delikatessen auch Beccafigen, ws heißt kleine, überaus zarte und wohlschmeckende, in süßem orientalischen Essig eingemachte Vögel. Müffling war entzückt von dem Wohlgeschmack derselben und nahm sich eine Anzahl von Gläsern mit dieser seltenen Delikatesse mit nach Konstantinopel. wohin ihn Tezzer begleitete. Nachdem er dort dem Großvezier Chosref Pascha seine Aufwartung gemacht, wurde er schon am folgenden Tage vorn Sultan Mahmud II. empfangen. Mahmud, ein korpulenter Herr, hielt Wohlbeleibtheit für ein Zeichen männlicher Schönheit und Würde, und da General v. Müffling eine stattliche Erscheinung war, so irnponirte er in seiner großen preußischen Generalsuniform ihm nicht wenig. Nach damaliger Sitte durfte der Padischah je doch mit einem Ungläubigen nicht direkt reden; Mahmud befahl deshalb seinem Vezier mit einem gnädigen Blick auf den General: Ehosref, mein Sklave, saae diesem preußischen Seraskier, daß ich Wohlgefallen finde an seiner Erscheinung, die mir Vertrauen einflößt zu seinem Geist und zu seinem Charakter, und daß ich dem Padischah von Preußen für die Entsendung dieses Mannes dankbar bin." Der Vezier that, wie ihm befohlen, und der General verneigte sich tief, um damit dem Sultan seinen Dank auszudrücken. 'Darauf ließ Mahmud dem Gesandten durch Chosref Pascha den Wunsch aussprechen, er möge sofort in das russische Lager nach Adrianopel abgehen und dort versuchen, die Giaurs von weiterem Vordringen abzuhalten. Damit war die Audienz beim Sultan erledigt. In den nunmehr erfolgenden UnterHandlungen zwischen dem Vezier und Müffling konnte sich Chosref jedoch nicht azu verstehen, die Annahme der hochgespannten Bedingungen Rußlands zu versprechen. Beim Abschiede wiederholte er aber den Wunsch des Sultans, der General möge sogleich in das russische Lager abreisen. Bald darauf erschien Konsul Tezzer bei Müffling und theilte ihm mit, die Einnahme Adrianopels sei nach Berichten, von Kundschaftern nur noch eine Frage von wenigen Stunden. Dagegen wüthe unter den russischen Truppen die Pest, und der Feldmarschall Diebitsch befände sich, ungeachtet seiner äußeren Erfolge, diesem inneren Feinde gegenüber in großer Verlegenheit. Der preußische General nahm die Meldung mit feinem Lächeln entgegen und fragte dann ganz unvermittelt, oo noch Beccafigen vorhanden seien. Tezzer, erstaunt über diese Zwischenfrage, entgegnete, es sei nur noch eine halbe Flasche vorräthig, worauf ihn der General ersuchte: Lassen Sie sogleich durch Eilboten möglichst viel Beccafigen aus Smyrna herbeischaffen. Die Beccafigen sind zu gut; ich kann ohne sie nicht in's russische Lager reisen!" Betroffen wendete der Konsul ein. daß der Padischah jeden Augenblick seine Abreise erwarte; allein der General erklärte: Senden Sie nur schleunigst Ihre Eilboten; ich werde ohne die Beccafiaen nickt abreisen!" Der Konsul mußte sich fügen. Er I sandte mehrere Euooten ab, und Müffling blieb ruhig in Konstantinopel und wartete auf das Eintreffen der Beccafigen. Zwei Tage später traf die Nachricht vom Falle Adrianopels ein. Darüber war der Sultan Mahmud auf's Höchste entrüstet, und wüthend schrie er den zitternden Großvezier an: So hat denn das Wort des preußischen Pascha keinen Einfluß gehabt auf den russischen Giaur, den Allah verderben möge?" Bebend gestand Chosref, daß der Gesandte noch gar nicht abgereist sei. Außer sich vor Zorn, rief Mahmud: Warum ist er nicht abgereist? Habe ich mich nicht selbst herabgelassen, ihm zu sagen, daß er sogleich nach Adrianopel abgehen solle? Ist er krank geworden, oder welches Hinderniß sonst hat ihn zurückgehalten?" Herr!" versetzte der'zitternde Großvezier, Jium wage ich Dir das Unglaubliche zu sagen! Der preußische Seraskier ist noch hier, weil er eingemachte Beccafigen aus Smyrna erwartet, die er außerordentlich gern verspeist, und ohne welche er nicht abreisen will. Er hat Eilboten dabin gesandt, die rhm solche besorgen sollen. Sobald sie eingetroffen sind, will er aufbrechen!" Der Padischah sah seinen Vezier sprachlos an, der athemlos den Ausbruch größter Wuth vermuthete, aber nicht wenig erstaunte, als sich des

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Großherrn Gesicht aufheiterte und er ruhig lächelnd sprach: Chosref. mein

Sklave, welch ein gewaltig großer und würdiger Mann muß dieser Seraskier des preußischen Padischah sein, der es wagt, meinem Willen zu widcriteben, weil er eingemachte Beccafigen essen will! , er muß der (5rste und Höchste nach dem padischah in Preußen sein, weit erhaben über andere; denn wo fände c? sonst den Muth zu solchem Wagniß!" Ja, Herr!" erwiderte der Vezier. groß, mächtig und erhaben ist der König von Preußen, und alle Herrsck,er Europas verehren ir;n, und weise ist der Ratb scir.ef- Abgesandten, sogar so weise, das? cuö Du aus den Rath eines wichen Mannes hören kanwt! Mabmud sann naä, dann sagte er: Allah hat e5 zugelassen, daß der FeldHerr der Ungläubigen in Adnanopel steht; wenn jedoch dieser preußische Seraskier dorthin kommt, so wird seiner Würde und Weisheit der russische (siauz nicht widerstehen. Chosref. mein Sklave, er muß abreisen, so schnell als möglich. In jeder Stunde soll ein Bote nach smyrna abgehen. um Beccafigen berbeizuschaffen, so viele er trafen kann. I?d?m, der in kürzester Frist nicht zurück ist, soll der Kovf abgeschlagen werden!" Bote cif Bote eilte jetzt nach Smyrnz. Beccafigen zu holen. Jnzwischen blieb General v. Müffling. der nur darauf wartete, die Russen, deren Heer, ourch die Pest dezimirt wurde, mürbe werden zu laen, ruhig in Konstantinopel. wo eine aanz unbeschreibliche Panik über den Fall von Adrianopel herrschte. Der preußische General wußte nur zu gut. daß die Pest eine Fortsetzung des Feldzues unmöglich machte und ihm daher eine Vermittelung zwischen den beiden Parteien lcicbt werden mußte. Endlich, nachdem einige zwanzig Boten mit Beccafigen angelangt waren, konnte der Bc.'ier dem Sultan melden, daß d:r preußische Seraskier abreise. Das war aber auch erst geschehen, nachdem in der letzten Konferenz der Vezier sich bereit ertlärt halte, die Bedingungen anzunehmen, die Müffling glaubte den Russen vorschlagen zu können. Auch nachdem der General abgereist war, brachten ihm Bctcn täglich noch immer Beccafigen nach. Dafür kam auch in Adrianopel bald der Friedensschluß zu Stande, und noch lange danach sprach Sultan Mahmud mit Anerkennung und Bewunderung von dem mächtigen, großen und weisen preußischen Seraslicr. der so gern eingemachte. Beccafigen speiste. Prinzrcgcnt und Polluutschcr. Auf einer seiner Jagdtouren fuhr unlängst der Prinzrcgent von Bayern, nur von einem Herrn seines Gefolges begleitet, im Postwagen von Lenggries, berbayern, nach dem Ort Fall. Die beiden Herren reisten inkognito, und der Kutscher des Postwagens, den man zuerst benachrichtigt hatte, daß er den Regenten fahren, solle, später jedoch, mit Rücksicht auf das Inkognito, die Mittheilung machte, der Fürst habe abgesagt, und an seiner Stelle führen nur ,.zwei Stadthcrrcn." war recht ärgerlich über diesen Wechsel seiner Fahrgäsie. Er brummte und schimpfte unterwegs derart, daß der Prinzrcgent ihm ein Zwanzigmarkstück reichte, um seine Laune zu verbessern. Dös g'hört mein?" rief der Rosselenker vergnüqt aus. Wißt's wos. Leutln? Jetzt kann mir der Regent den Buckel naufstcig'n!" ... Die Wirkung dieser Worte soll überwältinenb gewesen sein und den königlichen Fahrgast in die heiterste Stimmung versetzt haben. Wie soll das Mastvieh aussehen? Thiere, welche einen guten Erfolg bei der Mästung entsprechen sollen, dürfen höchstens im Alter von sieben bis acht Jahren sein, müssen einen feinen Knochenbau, eine breite und tiefe Brust, einen runden, tonnenförmigen Leib haben, der weder herabhängend noch aufgeschürzt fein darf, ebenso breite und volle Lenden und geräumige Flanken, volle Schenkel, ein breites Kreuz, einen geraden, breiten Nucken, breiten, starken Bug und eine lose, dicke, weiche, leicht zu faltende und dabei markige Haut besitzen. Eine feine, schlaffe und schlammige Haut deutet auf aufgeschwemmte Thiere, die meistens schlechte Fresser sind. Gute Freßlust und ruhiges Temperament sind Hauptbedingungcn eines guten Masterfolges. Okuliren durch Anplattftn. Es kommt öfters in der Praris vor. daß man besonders werthvolle Obstsorten zu okuliren hat. wovon die Reiser zu dünn und schwach sind, um die Augen regelerecht aufschneiden zu können. In diesem Falle empfiehlt sich diese Methode: Das 'einzusetzende Auge wird mit einem länglichen' viereckigen Rindenstreifen vom Edelreis abgelöst, auf dem Wildling wird ein gleich großer Rindenstreifen bloßgelegt, d. h. entfernt, und der Rindenstreifen Edelauges auf das bloßgelegte Holz des Wildlings angepaßt und sodann verbunden. Diese Methode erfordert etwas Aufmerksamkeit, da die Reiser sehr schwach sind, damit dieselben nicht verle.ßt werden. Kohl ist in Südafrika am tbeuer. sten und in China am billigsten.

Hohe und niedrige Mictyzinstn. Merkwürdige Vorrechte infolge alter Traditionen in London. Der Rekord in hohen Miethszinsen dürfte wohl neulich in London geliefert worden sein, als ein einziges Zimmer den jährlichen Miethspreis von $10, 000 erzielte. Das war in Cornhill in der City von London, in nächster Nachbaischaft der Bank von England und der Börse. Auch im Westen Londons, in den fashionabeln Straßen, in welchen sich die eleganten Läden befinden, erreichen die Miethen oft unglaublich hohe'Summen. und als bei Gelegenheit der Erweiterung von Piccadilly der Grafschaftsrath einige Gebäude erwarb, stellte sich der Kaufpreis hierfür auf $170 pro Quadratfuß aus. Um so sonderbarer nimmt es sich aus, daß es mitten in diesem kostbaren Stück Erde Läden und Wohnungen gibt, die fast für ein Butterbrot fortgegeben werden. Das hängt natürlich wieder mit alter-thümlichen-Ueberlieferungen zusammen, wie man sie in England häufig findet. Die Korporation der City von London ist Besitzerin - verschiedener Häuser im Westen, bei denen die JahrHunderte alten Miethsverträge immer von Neuem sich verlängern, ohne daß eine. Miethserhöhung eintritt. Auf diese Weise bezahlt z. B. Brodrick, der Staats-Sekretär für Indien, für sein schönes Haus in Stratford Place einen Miethzins von $25 jährlich, während eine ganze Anzahl von Ladenbesitzern in der eleganten Vond Street und in Oxford Street sich ähnlicher Vorrechte erfreut und für $20 bis $35 jährlich Räume innehat, welche unter einem andern Besitzer das Hundertfache abgeben würden. Auf der andern Seite ae-

meßt auch die Korporation der City von London dort Vorrechte, wo sie als Miether unter der Krone auftritt. So halt sie zum Beispiel rn der Provinz Shropshire Land, wofür sie der Krone alljährlich als Miethszins nichts weiter als zwei Hackbeile zu übergeben hat. Und für den sehr werthvollen Besitz durch immerwährenden Miethsvertrag m der Gemeinde St. Element Däne, in der City vin London, verlangt die Krone weiter nichts als sechs Hufeisen und 61 Nagel. Unter umständlichem Ceremoniell werden diese Gegenstände der alten Sitte gemäß alljährlich an des Königs Schatzkammer-Sekretär abgeliefert und vom Konig werden sie gewöhnlich an Mitglieder des königllchen Hauses vertheilt, die ihrerseits diese Andenken in Ehren halten, denn in Dld England" hängt hoch und niedrig mit Liebe an altsn Gebräuchen. u Rabenmutter. Vor dem Strafgerichte in Prag, Böhmen, stand jünasthin die Gattin des Antes Dr. Vita aus Altbunzlau unter der Annage, seit Jahren ihre zetzt zehnlahnge Tochter in unmenschlicher Weise behandelt zu haben. Die Äeuaenaussagen ergaben, daß die bestialische Mutter oas Kino mit der Hundspeitsche prügelte, so oft sie es sah, daß es nur trockenes altes Brot zu essen bekam, in einem Winkel schlafen mußte, daß es niemals gereinigt werden durfte und daß sein Bett von Unaeziefer wimmelte. Stundenlang mußte das Mädchen knieen, nachdem die Mutter lhm eiserne Schienen an die Waden gebunden hatte. Die Frau, die vor Gericht in eleaantem modernem Seidenkostllrn erschien, wurde rnerkwürdiaer Weise zu nur 14 Taaen Arrest verurtheilt. Das Kind ist jetzt in einem Kloster. Die Gerichtsverhandlung ergab nicht die Motive der Mißhandluna. doch scheinen sie in der Wollust an Grausamkeiten gelegen zu haben. Mißalückte Schuldene i n t r e i b u n g. Ein Brüderpaar in Catania, Sizilien, hatte von einen: Einwohner eines Nachbarortes 4900 Lire ($980) zu fordern, konnte aber nicht zu seinem Gelde kommen. Die Brüder nahmen deshalb ihre Zuflucht zu, einer List. Sie sandten an . den in Catania selbst wohnenden Sohn des Schuldners eine Elnladuna zum Abendessen. Der junge Mann ließ sich mcht vergebens bitten, aber m dem Haus der Gastgeber wurde ibm nach dem Essen befohlen, in einem. Brief an seinen Klter die Senduna von 4900 Lire als Lösegeld zu verlangen, da man ihn vorher Nicht wieder hinauslassen würde. Es aelana dem aefanaenen Tischaast jedoch, durch üilfeaeschrei und Revolverschüsse die Polizeiwache herbeizurufen und die Festnahme seiner (Lapgeoer zu veranlassen. Hundertiäbriae Leute. Vor Kurzem konnten drei noch sebr rüstige -belgische Menschenkinder ihren 100. Geburtstag feiern: die Wittwen Vlemincky in Duffel und Devleswer in Tonrinnes-St. Lamoert, sowie der Wittwer Verstraeten in Wetteren. Verstraeten lieferte erst unlänast einen Beweis seiner ungeheuren Muskelstärke, indem er ganz allein einen wüthend gewordenen Stier, der durch die Dorfstraße rannte, bändigte. Mütterchen Vlemincky steht, wie in ferner Jugendzeit, auch heute noch um fechs Uhr Morgens auf, besorgt ihre Arbeit und setzt, damit fertig, ihre altmodische Brille auf die Nase, um die Zeitung zu lesen. Die Wittwe Devleswer besitzt noch ein vorzügliches Gedäcktnin und bearbeitet täglich ihren Garten.. Die fossilen Korallen der Fidschi-?lnseln bilden die besten Bausteine der Erde. Frisch geschnitten weich wie Kase, erharten sie in der Lust aiir Nestiokeit des SlranUS.

Tie Tentsch'Ocsterreicher und daS

aUgemcine Wahlrecht. Aus Wien wird von angeblich sicherer Seite gemeldet, daß der Kaiser Ww$ Joseph entschlossen sei, Oesterreich das allgemeine Wahlrecht zu gewähren, und daß er den Premierminister Freiherrn Gautsch von Frankenthurn bereits mit der Ausarbeitung oes oezugilchen Gesetzentwurses oeauftragt habe. Gegenwärtig setzt sich das Herrenhaus des Reichsraths zusammen aus 16 Erzherzogen. 64 erblichen Mitgliedern, welche den durch ausgedehnten Grundbesitz hervorragenden Adelsgeschlechtern angehören 18 der höchsten kirchlichen Würdenträger und 153' auf Lebenszeit ernannten Mitgliedern. Das Abgeordnetenhaus zählt 425 Sitze, deren Inhaber in den Kronländern in fünf Wählerklassen: Großgrundbesitzer (in Dalmatien Hochstbesteuerte. m Tnest und VorarU berg besteht diese Klasse nicht). Städte Handels- und Gewerbekammern. Landgemeinden und einer allgemeinen Wählcrklasse gewählt werden. In den ersten drei Klassen erfolgt die Wahl direkt, in der vierten und fünften theils direkt und theils durch Wahlmänner. In Ungarn befürworte: ver Premierminister Fejervary bekanntlich die Einführung des allgemeinen Wahl rechts, weil er der vereinigten Opposition den Wind aus den Segeln zu nehmen hofft, wenn er die Forderungen der Koalitionsführer durch noch weiter gehende Bewilligungen übertrumpft. In der anderen Reichshälfte bekämpfte die Regierung aber bisher alle derartigen Bestrebungen, und der Reichsrath lehnte alle Dringlichkeitanträge ab, welche auf eine Erweitcrung des Stimmrechtes abzielten. In Oesterreich sträuben sich nainentlich die deutschen Parteien sehr nachdrücklich gegen die Einführung des allgemeinen Wahlrechts, weil sie fllrchtsn, daß dieses ihren Besitzstand in der Gesetzzebuna mächtig erschüttern munfe. In weiten Landstrichen, nicht nur in Böhmen und Mähren, sondern selbst in !lederosterreich, wo bei dem ietzigen Wahlbrauch deutsche Abgeordnete in den Nöichsrath gesandt werden, wurden die Slawen dank ihrer Mehrzahl das politische Uebergewicht gewinnen. Jede Einbuße an Macht und voll tischer Bedeutung erschwert aber auch die Ausgabe des osterreichüchen Deutschthums, dem Völkergemisch innerhalb der schwarz-aelben Grenzpfähle als vornehmster Kulturträger und fester Kernpunkt zu dienen. Ter Minister v. Gautsch erkannte diese ernsten Bedenken sehr wohl an und stellte sich in der Frage rückhaltlos auf die Seite der Deutschen. , Es berührt somit eigenthümlich, daß gerade er vom Kaiser dazu aüsersehen wurde. den neuen Wahlrechtsentwurf auszuarcenen. Man braucht , weder Prophet noch Pessimist zu sein, um voraus zu sehen, daß die Auslieferung Oesterreichs an rückständige Völkerschaften den Kul turstand des Landes nothwendiger Weise heraodrucken mußte. Freilich sagt man sich rn Oesterreich, die Gerechtigkeit erheische es, den Oesterreichern das allgemeine Wahlrecht zu geben, sobald die Ungarn es erhallen. Mit Rücksicht hierauf erklärte Dr. .v. Derschatta, der Führer der größten deutschen Partei im Reichsrathe, daß die Mitwirkung der Deutschen nur unter der Bedingung zu haben wäre, wenn der Schutz des Deutschthums in Form nationaler Autonomie gewahrleistet würde. Ob das möglich ist. muß die Zukunft lehren, jedenfalls kann man es unter den heutigen Umständen um mit den Worten des eben genannten Parlamentariers zu sprechen von dem Deutschthum Oesterreichs nicht verlangen, daß es sich selbst den Strick dreht. ?in Tenkmal für Zenob Gramms, den Entdecker der dynamo-elektrischen Kraft, ist in Lüttich vom Minister für Industrie im Beisein der Wittwe des nloeaers, leiner vewen Tochter und zahlreicher hervorragender Persönlichkeiten entbllllt worden. Dem Denkmal. das von Vincotte entworfen und in Bronze ausgeführt ist. wurde ein landschaftlich wunderschöner Plan im Ausstellungsgebiet, an der Stelle, wo sich die vcaas uno Die Qurthe vereinigen, angewiesen. Es ist von ansehnlieher Größe. Auf einem Steinsockel erhebt sich ein hohes Bronzepiedestal. das den Rumpf Grammes trägt. Dieser hält in seiner Hand eine Dynamornaschine. Neben ihm befindet sich eine Frauengestalt, deren eine Hand Grammes Kopf mit einer Palme schmückt, deren andere ein Bündel elektrischer Blitzstrahlen hält. Unterhalb der Büsie zur Linken zeigt eine Steinfigur Gramme im Alter von 18 Jahren, also zur Zeit, .da 'er noch ein armer Tischlergeselle war, zur Rechten .im Alter von 40 Jahren. Die Inschrift des Denkmals erwähnt, daß Gramme am 4. April 1826 in Ji:hay-Bodegnee. Provinz Luttich. geboren, am 20. Januar 1901 in Bois-Colombes bei Paris gestorben ist. und d'ak die Kosten des Denkmals durch öffentliche Sammlung gedeckt wurden. Von dem gesammelten Geld wird ein Tbeil knu verwendet werden, um an dem Geburtshause Grammes ein Gedenktafel anzudringen. Der I8jabriqe Banklehrling Vrunke erschoß in Vraunschweig Zwei Töchter des Kaufmannes Haars auf deren Wunsch; dann stellte er sich der VeMde.

Allerlei für's Haus.

Um Sauerkraut vor Uebersäuerung zu sichern, bestreiche man die betreffenden Gefäße mit Kalkmilch und entferne die Kalkrinde erst beim Einfüllen des Krautes mit heißem Wasser. 22 der stall die Säure sä tat. wird das Kraut besser schmeckend und halt licy langer, wach dem Einfüllen empfiehlt es sich, einen birkenen Pfahl in das Kraut zu stecken, da derselbe die Uebergährung, sowie das Welk- und allgweroen verhindert. Warzen und Hü'hneraug e n. Als Mittel zur Beseitigung von Warzen und Hühneraugen gelten: a) Höllenstein, Kochsalzauflösung, Essigsäure oder concentrirte Chromsäure. Man betupft damit wiederholt' die Warzen, nachdem man jedesmal vorher mittels eines Federmessers die schwarzen Borken entfernt hat. b) 4 Unzen weißes Aetzkali werden mit 8 Unzen Was, er m eme weithalsiae Fla sche gethan; die Mischung, welche man offen an der Luft stehen läßt, wird mehrfach geschüttelt, bis sie aufgelöst ist. Sodann stellt man das Glasgefäß in eine Blcchschüssel mit heißem Wasser und schüttet nach und nach gepulverte Starke hinzu, bis man eine dicke Salbe erhalt. Diese streicht man, nach dem Haut oder Borken etwas abgeschabt worden, auf die Warzen oder Hühneraugen und läßt sie 20 bis 30 Minuten einwirken, wöbe: jedoch sorgfältig achtzugeben ist, daß die Salbe nicht etwa auch auf gesunde Hautstellen gestrichen wird. Alaun als Kitt für Petroleumlampen. Um Metalltüllen und -Ringe auf die Glas- oder Porzellanbassins zu kitten, schmilzt man gewöhnlichen, grob gepulverten Alaun in einem Blechlöffel über einer Gas- oder Spiritusflamme. Der'Metalltheil muß vorher auf der Herdplatte auf 130 140 Grad angewärmt werden, dann gießt man den geschmolzenen Alaun hinein und druckt den Zapfen des Petroleumbassins in die geschmolzene Masse. Nachdem der Alaun erstarrt ist, was bald geschieht, stößt m.an den Ueberschuß des aus dem Ring gepreßten Alaun mit einem scharfen Werkzeug ab. Alaunkitt ist gegen Petroleum vollkommen indifferent. Ring oder Tülle und Bassin sind dadurch sehr fest verkittet. SpulwürmerbeiPferden. Zur Vertreibung der gewöhnlichen Spulwürmer erweist sich Vrechweinsiein bei Pferden sehr wirksam. Ausgewachsenen Pferden reicht man davon 16 Gramm an zwei auf einander folgenden Morgen in zwei Hälften, also jedesmal 8 Gramm. Der Brechweinstein wird in Quart heißen Waffers gelöst und dann in einen Külxl mit Trinkwasser gegossen. Damit die Pferde freiwillig die Mischung zu sich nehmen, giebt man ihnen am Abend zuvor kein Wasser oder man reicht ihnen auch ein stark gesalzenesGetränk, damit sie Durst bekommen. In der Regel gehen nach 2 3 Tagen sehr viele Würmer ab. Nach 1420 Tagen sollte die Kur wiederholt werben. Um eine wetterfeste Tunch e für rauhe (ungehobelte) Vretier herzustellen, löscht man 1 Peck frischen Kalk. Nach dem Löschen fügt man demselben y2 Pfund Kochsalz, y2 Pfund Zinkvitriol und 2 Quart süße Milch zu. Salz und Zinkvitriol müssen in Wasser aufgelöst werden, ehe man sie der Masse zusetzt. Man gibt hinreichend Wasser an die Masse, um Kalktünche von der geeigneten Consistenz herzustellen. Junge und alte Tauben. Eine junge Taube läßt sich an der Blässe ihrer Färbung, an den glatten, geschlossenen Füßen und an den langen gelblichen Flaumfedern . erkennen, welche zwischen ihr Gefieder eingestreut sind. Eine alte, schon ausfliegende Taube hat roth gefärbte Füße und keine Flaumfedern; finden sich letztere Erkennungszeichen, so ist sie für den Tisch alZ schon zu alt anzusehen. Um Milchflecke aus'wollenen Stoffen zu entfernen, bestreicht man hie betreffende Stelle mit Glycerin, wäscht mit lauem RegenWasser und einem reinen Leinentuch vorsichtig nach, bis die Stelle rein ist, und plättet auf der linken Seite, solange diese noch feucht ist, mit einem mäßig heißen Plätteisen. Durch dieses Verfahren wird selbst die zarteste Farbe nicht angegriffen, und das Glycerin absorbirt die Fettthcile der Milch vollständig. Pferdedecken im Winter. Es ist gewiß sehr zu empfehlen, daß man Pferde, die sich , heiß gelaufen haben, mit einer Decke einhüllt, um Erkältuna. Gliedersteisheit und Aehnliches zu vermeiden. Häufig genug sieht man,, daß gegendiefe erste Regel der Pferdehaltung ln leichtsinniger Weise verstoßen wird. Aber beinahe ebenso falsch ist es, die Pferde schon während des Laufens eine Decke tragen zu lassen. Man glaubt, damit den Thieren etwas Besonderes zu thun, eine Annähme, die jedoch nicht zutrifft, weil die fortdauernde feste Bedeckung das Schwitzen vermehrt und der Haut dann gerade im Ruhezustande die trockene, aufsaugende Umhüllung fehlt, die nothwendig und willkommen wäre. Durch dies falsche Verfahren wird sicher der Grund zu Krankheiten gelegt. Das Pferd hat seinen natürlichen Pelz und braucht keinen Ueber-lieber.

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Das Einkaufs-Centrum der Stadt. ' JameS Vincent, 629 Mas. sachusettS Ave., zog sich gestern Abend dadurch schwere Verletzungen zu, daß er von seinem Rade siel. Ein kleiner Junge, der die Straße kreuzen wollte, soll mit ihm kollidirt sein. Vincent, der sich eine schwere Kopfwunde zuzoz, wurde nach der Office der Jndianapo. liS Light & Heat Co. gebracht. D i e County'Commissüre weigerten sich an Christian Zimmermann eine SchanklizenSauszuftellen.Zimmermann gedachte in seinem an der MartinSville Road nahe Maywood belegenen Platze sein Eeschüst fortzusetzen. . Ser M JA Sie (abllrt 1853.) ..Jndiana'S größter Laden... WeihnachtSTafcheutücher. Das größte Assortiment daS je offerirt wurde. Dieses Departement wurde über Nacht nach der großen Feiertags-Ab-theilung. nahe dem vorderen Eingang verlegt. Größere Quantitäten zur Auswahl, bessere Qualitäten zu mäßigen Preisen wurden noch nie onerirt. Gewiß befinden sich auf Ihrer Weihnachts-Liste auch Taschentücher. Frauen Convcnt Initial gestickte Taschentücher, echtes Linnen, 12c Werthe, speziell 6 für 50c Einfache Linnen Frauen Taschentücher, ebenso die Saumstich und aestickte Sorte, extra spezielle 25c Werthe, das Stück für 13c Ganz Linnen Männer Taschentücher, völlige Bröße, und Zoll Saum, 12Zc Werthe, speziell. 0c Männer Initial Taschentücher, echtes Linnen, große und kleine Initialen, 6 in einer Schachtel für $1.50 PfflS W7 KW C0. HßnropaischeS eHarteskÄ Wechsel, Creditbriese, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. chiffsscheins von und nach Europa. . An und Verkauf ausZSttdjk schen Geldes. Jlo. 35 Süd Meridian Str. 2Ierhants National Bank. Verlangt - Anzeigen rgend welcher Art werden in der jndiana IridLae' mit 5c vit ZeiK fflr jede Jnsertio berechnet. Anlangt Sin Mädchen für allgemeine Hau arbeit. Nachzufragen ises Madiko ve. verlangt : Ein gute? Junge über 14 Jahre alt. mit einem Sirvcle' Nachzufragen im Slob lnder Laden. Ecke Telaware und Washington Ctrate. Erlangt Eine ffrau in mittleren Jahren in einer 's kleinen Familie. SRufc kochen können. NTchzufragen 3lo.7l0 Oft HU Straße. verlangt Ein Vädche für eine kleine Familie. nter Lohn. Stein Laschen. Nachzufragen o. sn Nord Zvklawore Ctt.

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