Indiana Tribüne, Volume 29, Number 71, Indianapolis, Marion County, 15 November 1905 — Page 7

Jndtana Tribune, 15 November 1905

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O -0--0--"0-0-0 0-0----0--0-0--0 Dir brrnncndc Frage j A Humoristischer Noman y von - Ittolf VSN (Cainadj (Fortsetzung.) Für die Gräfin war dies ein neues Zeichen der Verschlechterung in dem Befinden des Grafen, und obgleich sie selbst ja nichts mehr als das Wiedersehen des geliebten Kindes wünschte, war sie doch auf das Tiefste von den Worten Silvios erschüttert. Es war das erste Mal seit der Flucht Jsas, daß der Graf den Namen der Tochter in den Mund nahm. Jsa kam. Weinend umarmten sich Mutier und Tochter. Kein Wort wurde über d-as Geschehene gesprochen. Jsa fand den Vater nicht so hinfällig, wie sie ihn erwartet hatte. Eeh? abgemc gert freilich, aber seine Augen blickten Heller als je. Graf Silvio faßte Jsas Hände und sagte: Verzeihe mir, mein Kind." Jsa küßte des Vaters Hände. Ich Dir, Papa? Ich muß Dich um Vergebung bitten, und ich habe es in Eedanken täglich, stündlich gethan!" Nein," erwiderte Silvio, ich war ein schlechter Vater. Daß ich Dir das Elternhaus verschloß, war die größte Ungerechtigkeit, die ich begangen habe." Jsa kniete am Bette des Vaters nieder. Silvio küßte sie auf die Stirn. Seit diesem Tage schien es mit dem Alten besser zu gehen. Jsa mußte fast immer um ihn sein, und nachdem diese ihm trotz des ärztlichen Verbotes wiederholt kräftigeres Essen gebracht, das ihm vorzüglich gemundet, schienen seineKräfte zusehends zurückzukehren. Eines Tages, als Jsa aus des Vaters Zimmer kam. in dem Thekla für einige Stunden der Schwester Platz einnehmen wollte, traf Jsa auf dein Vorvlatze mit der Mutter zusammen. .Jfa," sagte die Gräfin sichtlich er regt. Jsa, mein Kind, erschrick nicht " Was ist denn geschehen. Mama?" Eugen ist hier." Der Name war während Jsas AnWesenheit noch nicht genannt worden; Jsa faßte mit der Rechtem das Treppengeländer. Willst Du ihn sprechen?" fragte die Mutter. Jsa antwortete nicht. Du kannst ihn getrost sprechen," sagte die Gräfin mit einem bittenden Blicke. Er ist der treueste Mensch. Lange war er nicht hier bei uns. aber seit Papas Erkrankung hat er sich oft erkundigt, wie es ihm geht. Er lebt äuf dem Gute seines Vaters, seine Verwundung war doch so arg. daß er seinen Abschied hat nehmen müssen. Sein Arm ist steif geblieben nach Du weißt ja." , Ja. ich weiß." sagte Jsa. Sie gingen in das Wohnzimmer, in dem Eugen wartete. Meine Tochter wird Ihnen am besten erzählen können, wie sich unser Kranker befindet, sie ist am meisten um ihn." Eugen erröthete ein wenig und verbeugte sich vor Jsa. Ich bitte um Entsckuldiauna. Gräkin. daß . . IS5 geht meinem Vater.viel besser," sagte Jsa, ihn unterbrechend. Kann man ihn sprechen?" Ich glaube, er würde sich sehr freuen. Sie zu sehen." Alle drei, Eugen, Jsa und Gräfin Therese, gingen nach dem Zimmer Silvios zurück. Graf Silvio saß ausrecht im Bett. Als die drei eintraten, rief er mit heller Stimme: Ah, Ihr seid es, meine Kinder! Nun seht, ich habe lange vergebens darauf gewartet, aber ich wußte, daß Ihr endlich doch kommen würdet!" Ich freue mich, zu hören, daß es Ihnen besser geht," sagte Eibenthal, an das Bett tretend.. Und ich freue mich, daß Sie gekommen sind, mein lieber Sohn," äntwortete Graf Silvio, indem er Eugens Hand ergriff und Jsas Rechte und beide ineinander legte. Ich wünsche Euch, daß Ihr beide recht glücklich miteinander werdet!" Jsa war purpurroth geworden. Sie fuhr sich mit der Linken nach der Stirn entzog ihre Rechte der Eugens und lief hinaus. Gehen Sie ihr nach." sagte Graf Silvio, vergnügt mit seinen grauen Augen zwinkernd. Draußen in dem Garten zwischen den rothen Blättern des wilden Weins, der sich an den Pfosten der kleinen Laube am Ende des Weges hinaufrankte, fand Eugen Jsa. Sie weinte. Und hier erfuhr Eugen, was zu gestehen dem stolzen Herzen Jsas so schwer wurde, und was es nun doch nicht langer verbergen konnte, daß er es gewesen, um dessentwillen Jsa das Haus der Eltern verlassen hatte. Damals, als er sich Lascheks wegen von ihr zurückgezogen, war der Entschluß in ihrer Seele aufgestiegen, und als sie ihn wider ihren Willen belauschte, wie er spöttisch von der Prinzessin von Porto d'Anzw gesprochen, da hatte sie diesen Entschluß zurAusführung bringe müssen. Ja. eine Flucht vor ihm. vor der Liebe zu ihm in's Leben hin-

aus, in die Welt war es gewesen sie hatte erreicht, was sie gewollt, frei und unabhängig war sie geworden, glücklich in ihrem Berufe, und dennoch die Liebe war stärker als alle Kraft der freien Selbstbestimmung weinend, vor übergroßer Seligkeit weinend sank sie an die Brust des Geliebten. Die Strahlen der Hsrbstsonne stah' len sich schräge: durch das rothe Weinlaub hindurch, eine Stunde war den beiden wie ein Augenblick vergangen, als sie plötzlich Gräfin Therese den Weg her auf sich zueilen sahen. Hinter ihr kam heulend Pussi. Sie erhoben sich von der Bank, auf der sie Hand in Hand aesessen. Silvio! Silvio!" schrie die Gräfin weinend. Um Gottes willen. Mama, was ist geschahen?" Silvio! Silvio!" schluchzte die Gräfin. Nur mit Mühe konnten die auf's äußerste Erschrockenen eine Erklärung von der verzweifelten, schluchzenden alten Frau erhalten. , Gräfin Therese war bald, nachdem Jsa und Eugen des Grafen Zimmer verlassen hatten, mit Thckla in das Wohnzimmer geaangen. sie war ja so erregt über dies so unerwartete Ein greifen ihres Mannes in das Schicksal der Tochter, sie mußte Thekla gegenüber ihr Herz ausschütten, ihr Herz, das ihr vor Freude mit einemmal so voll war. daß cs zu zerspringen drohte. Denn als sie nach den so überraschenden Begrüßungsworten in das Gesicht Jsas gesehen hatte, als sie das Aufleuchten in den ernsten Mienen Eibenthals gesehen, hatte sie gewußt, wie es um beide stand, trotz alles Vorangegangenen. Ja. sie hatte es beinahe schon geahnt, daß sie an Jsa noch einmal diese große Freude erleben wrde. all die Tage vorher hatte sie diese unbestimmte Ahnung gehabt. und als identyal gekommen war, war ihr die Ahnung von diesem Glücke fast zur Sicherheit geworden. Der Freudenerguß des glücklichen Mutterherzens in das Herz der jüngeren Tochter, an der sie bald eine ähnlich Freude zu erleben hoffte, hatte wohl etwas länger gedauert, als er beabsichtigt war. dann hatte die Gräfin Therese Thekla in die Küche hinuntergeschickt, Anordnungen zu dem Abendessen geben zu lassen; denn die Verlobung mußte ja doch gefeiert werden, man konnte ne ja um so freudiger feiern, als die Sorge um den Gatten und Vater ja auch nicht mehr so .schwer auf Frau und Kindern lastete' und da, als die Gräfin endlich in des Gatten Zimmer zurückgekehrt war, da war das Zimmer leer gewesen. Graf Silvio war fort. Entsetzt hörten Eugen und Jsa diesen stammelnden, von Schluchzen und Jammern unterbrochenen Bericht der Gräfin. Kein Zweifel, der Graf, dessen wunderliches Benehmen in all den letzten Monaten ja auffallend genug war, hatte sich ein Leid angethan. . Er hatte seine Umgebung, nach Art solcher Kranken, durch sein heiteres Wesen zu täuschen gesucht, um desto sicherer und unbeobachtete? zu sein. Nur allzugut war es ihm gelungen. Von der Gräfin und Pusst gefolgt, eilten Eugen und Jsa nach dem Schlosse. Vielleicht fand sich in des Grafen Stute doch irgend ein Anhalt, irgend eine Spur, die man verfolgen konnte. ' Das Fenster des Zimmers stand offen. Eugen schauocrlk es. Wie, wenn öer Graf sich hinabgestürzt hatte . . . Er wagte es nicht, den Gedanken, der ihn durchzuckte, laut werden zu lassen. Stumm trat er an'S Fensjer und blickte hinunter. Nein. Nur eine Menge Glassplitter glitzerten drunten auf dem Sande in der Sonne. Sonderbar. Eugen sah noch einmal hinab. Es war ein ganz kleiner Berg von Glasscherben. Zwnfelsshne aus ehemaligen Medizinischen bestehend, nach den langen rothen Papicrstreifen zu schließen, die zwischen den blinkenden Stücken emporragten. Ein plötzliches unheimliches lautes Knarren veranlaßte Eugen sich umzudreben. Auch die Gräfin. Thekla. Jsa und Pussi richteten erschrocken die Blicke dorthin, woher der sonderbare Laut erklungen war. Langsam öffnete sich die Thür des großen Kleiderschrankes, in dem die alten Pelze des Grafen hingen und in dcn der Graf auch nach seiner Verwandlung den Lodenanzug mitsammt seinem Gewehre gehängt batt,. Jen.es Aiaria!" schrie die Gräfin. Bis vor einer Stunde war er zugcschlössen, ich weiß es ganz bestimmt." Sie stürzte nach dem Kleiderschränke hin. Jesscö Maria, sein Jagdanzug ist fort, auch das Gewehr hat er mitgenommen " Nun war es klar. Der Graf hatte sich in linen. Anfalle von Geistesgestörtheit entfernt, um sich zu erschießen. Haben Sie das Schloß selbst schon absuchen lassen?" fragte Eugen die Gräfin. Thekla und ich, wir waren in allen Zimmern." antwortete die Gräfin, aber nur im ersten Stock." Eugen suchte die Gräfin zu trösten, beschwor sie. nicht das Schlimmste zu fürchten, und bat sie. mit Jsa und Thekla in ihr Zimmer zu gehen und alles weitere ihm zu überlassen, aber weder die Gräfin noch die beiden jungen Mädchen waren dazu zu bcweaen. ..So begann denn Gemeinsam die

furchtbare Suche nach dem Vermißten! Eugen gab der Dienerschafs die nöthigen Instruktionen und befahl heimlich. daß man es nur ihm. ihm allein mittheilen follte. sobald man den Unglücklichen gefunden habe. Weder auf dem Boden noch im Keller eine Spur des Grafen! . Verzweifelt stand die Familie eine halbe 'Stunde später im Schloßhofe. In ehrerbietigem Stillschweigen ein wenig entfernt die Gruppe der Dienerschaft. Nun blieb nichts anderes übrig, als di: Umgegend absuchen zu lassen. Schwendtner sollte in Kenntniß gesetzt werden, er kannte alle Wege und Stege, er mußte die Sonnberger Bauern aufbieten und mit ihnen den Wald abstreifen. Während man dies eben berieth, tauchte plötzlich in der hohen weiten Oeffnung des Schloßportales, die sich hell gegen die beschatteten Hofmauern abhob, eine schlanke lange Gestalt mit einem federgeschmückten Jagdhütchen auf. Mit einem Schrei stürzte Gräfin Therese auf den Todtgeglaubten. Ah, da seid Ihr ja alle miteinander," sagte Graf Silvio lächelnd. Er war mit seinem Jagdanzuge angethan, das Gewehr hing ihm über der Schulter, ganz wie in seinen früheren Tagen. Nur noch schlanker war die Gestalt als früher und sein mageres Gesicht blasser und gewissermaßen veredelter. Eugen winkte der Dienerschaft. Diese entfernte sich. Was ist Dir denn, liebe Therese?" fragte der Graf, als er die Thränen in dem Gesichte seiner Frau bemerkte. Die Gräfin fing stärker an zu weinen. Du weinst?" fragte Silvio bekümmert. Ich bin so glücklich, daß ich Dich wieder habe," schluchzte die Gräfin. Darüber mußt Tu aber nicht weinen." sagte der Graf. Ich bin auch glücklich, daß ich wieder gesund' bin. Ganz gesund.. Und wißt Ihr. meine Lieben, wie ich wieder gesund geworden bin? Weil ich den Wurm getödtet habe. Den WurM in mir. Daß ich's nicht über's Herz bringen konnte, meiner lieben Jsa zu verzeihen, das war der Wurm, der in mir an meinem Leben nagte. Bis ich ihm endlich den Garaus gemacht habe. Da merkte ich gleich, wie mir's besser wurde. Und nun, wie ich Euch gar noch meinen Segen geben konnte, meine lieben Kinder. da war ich wieder ganz gesund. Nimm mir's nicht übel, liebe Therese. daß ich nicht gewartet habe, bis Du wiederkamst. Es dauerte mir zu lange. Ich hatte solche Sehnsucht nach der frischenLuft und nach dem altenWalde. Und da hab ich mich angezogen und bin ein wenig, spazieren gegangen. Und hab' so aus alter Gewohnheit auch das Gewehr mitgenommen. Aber nicht zum Schießen. Nein, schießen thu' ich nicht mehr. Und nun hab' ich einen furcht' baren Hunger bekommen. Ich dächte, wir könnten essen. . Aber Ihr dürft nicht böse auf mich sein, von Wassersuppen hab' ich genug. Wassersuppen mag ich nicht mehr. Denn ich bin, wie gesagt, ganz gesund." ' Die letzten Worte des Grafen hatte ein kleiner Herr mit einer Brille gerade noch gehört, der währenddessen durch das Echloßportal in den Hof hereingekommen war. Es war Doktor Johann Eyß. .Bravo, mein Lieber." sagte er höchst vergnugr. zas freut mxqr uno rndem er sich in dem kleinen Kreise umsah, der vor Erstaunen immer noch stumm geblieben war, fuhr er fort: Habe ich's nicht gesagt, ich werde ihn schon über den Berg bringen?"

20. Kapitel. -n -r it v v rrsr A' v vrar unernau oei vem jjmzi in der Villa Ungnad. bei welchem Excellenz Graf Laschek dem kleinen intimen Kreise seine Verlobung verkündete, das große Wort Der Mann hat Kenntnisse" in Bezug auf Victor Bäumcher gelassen ausfpach. hatte er recht. Denn Victor hatte sich in der That im Laufe eines bewegten, erfahrungsreichen Lebens Kenntnisse mannigfacher Art angeeignet. Nicht nur in seinem ersten Berufe als jugendlicher Held und Liebhaber unter der Direktion Gaudig im Sommertheater zu Potschappel, sondern auch während der darauffolgendenJrrfahrten, während deren er, ein moderner Odysseus, auf oft wildbeweztem Meere umhergeschleudert, auf mancherlei Klippen geworfen worden war und auf manchem Eilande Vergessen früherer Bedrängnisse gesucht und Kräste zu neuen Wanderungen gesammelt hatte. Und nicht nur aus seiner Thätigkeit als Schwarzkünstler und Taschenspie!er, die derjenigen des Kriegstein-Wie-nerschen Agenten für die Flugmaschine vorausging, sondern aus der Gesammtheit aller seiner Erlebnisse hatte er als Quintessenz die Kenntniß von der Wahrheit des mundus vult dccipi" davongetragen. Die Welt will betrogen sein! Mit diesem Wahlspruche kam man, das konnte Victor stolz behaupten. rascher und leichter durch das ganze Land als, wie es in dem Verschen heißt, mit dem Hute in der Hand. Durch das ganze Land war Victor wirklich gekommen, wenn man unter diesem Lande Deutschland und Oesterreich versteht. Er liebte es nicht, allzulange in denselben Gegenden unter den selben Menschen zu hausen, sein reger Geist brachte nach gewissen Fristen wieder neue Nahrung. Dieö Bedürfniß, den Ort plötzlich und nächtlich zu wechseln, des ihn einst zu dem neu-

lich geleugneten unvorhergemeldeten Verlassen des Gaudigschen Sommertheaters getrieben hatte, war auch kurz vor seinem Eintreffen in Kärnten die Ursache zu einem plötzlich in ihm aufgestiegenen Widerwillen gegen Berlin gewesen, , der ihn zu ähnlicher schleuniger Luftveränderung bewog. Denn er war nichi nur eine impulsive, sondern auch eine sehr sensible Natur. Er vermochte mit seinem reichen, oft überquellenden Herzen rasch Freundschaften zu schließen, allein irgend ein undefinirbares Etwas, das seine zartbesaitete Seele verletzte, war auch im stände, ihm diesen eben gewonnenen Freund ebenso rasch, so gründlich zu verleiden, daß er ihm unbedingt aus dem Wege gehen mußte. Und nichts berührte ihn peinlicher. als wenn der Zufall ihn wieder mit solch, einem von ihm gemiedenen ehemaligen Freunde zusammenbrachte, nichts haßte er mehr als Erörterungen mit solchen ehemaligen Freunden über Vergangenes. In Kärnten, wo er sich in der Gesellschaft seiner Freunde Wiener und Baron Kriegstein so wohl fühlte wie lange nicht, so lange wohl fühlte wie überHaupt noch nie. waren ihm derartige unangenehme Begegnungen bisher erspart geblieben. Dieser widerliche Regisseur mit dem für einen alten Mann geradezu ekelhaft guten Gedächtnisse, den selbst das graue Haar auf dem kahlen Schädel nicht davon abhielt, sich an Dinge zu erinnern, die der um so viel jüngere Victor längst vergessen hatte, war hier der erste dieser Sorte von aufdringlichen .Menschen gewesen, die trotz eines in nicht miwuverstehender Weise vorgenommenen Abbruchs der Beziehungen von seiner Seite, diese ehemaligen Beziehungen nach Jahren durchaus 'wieder anzuknüpfen wünschten. Die Beziehungen zu diesem Schmierendirektor waren allerdings so lange her. daß man sie als gänzlich verjährt betrachten konnte, dazu so flüchtig und wenig schwerwiegend gewesen, daß ihn eine Erinnerung an sie nicht ernstlich alteriren konnte, leider aber war Gaudig nicht der einzige seiner Art geblieben, sondern es hatte sich ihm ein zweiter in Gestalt eines gewissen Berliner Herrn zugesellt, der Victor bei seiner Rückkehr aus Schloß Kriegstein im Hotel zum Kaiser von Oesterreich absolut zu sprechen wünschte. Victor hatte zwar glücklicherweise vom Fenster aus das Gesicht des auf das Hotel zuschreitenden Herrn erkannt und sich infolgedessen vom Portier als nicht zu Hause melden lassen, aber der alte Freund hatte seine Attacke ein zweites Mal versucht und sich selbst durch wiederholtes Nichtantreffen Victors nicht abhalten lassen, seine Bemühungen zur Erneuerung der ehemaligen Freundschaft hartnäckig fortzusetzen. Ja, er hatte Victor sogar geschrieben und ihm wenig zartfühlend Andeutungen an geWisse Pchiere gemacht, die in Victors Brust nur schmerzliche Empfindungen erwecken konnten. Kein Wunder, daß ihm dadurch der Aufenthalt in der Kärntner Landeshauptstadt verleidet wurde. Dazu kam noch, daß Herr von Wiener in Bezug auf die Vorschüsse." ohne die man doch nun einmal nicht standesgemätz bei der Geniinnung von neuen Interessenten für das Unternehmen" auftreten konnte, neuerdings ähnliche Anfälle hatte wie kürzlichVaron Kriegstein. Das kränkte Victor, der darin einen Mangel an vertrauen erblickte. Und Vertrauen ist die Hauptsache, meinte Victor mit Recht. Als daher Baron Kriegstein ihn zum drittenmal brieflich an die in Aussicht gestellte Reise nach Hostrowetz zum Grafen Dominik Laschek mahnte, entschloß sich Victor, das Feld seiner Thätigkeit auch ohne die von ihm damals keck erfundene Aufforderung des alten Laschek nach Böhmen zu verlegen und den Grafen zur Betheiligung an dem Flugmaschinen-Unternehmen zu überreden. Nach Hostrowetz würde ihm der zudringliche Berliner wohl mangelnder geographischer Kenntnisse halber kaum zu folgen vermögen, und ein glückliches Gelingen seines beabsichtigten Angriffes auf den reichen Großindustriellen warf einen Vorschuß ab, der über die Kränkungen der letzten Zeit hinweghalf. Er gab beim Verlassen des Hotels zum Kaiser von Oesterreich an. daß er nach Abazzia reise. Briefe möchten ruhig liegen bleiben, fuhr mit dem Nachtfchnellzuge nach Wien und am anderen Morgen nach Hostrowetz. ' Seine Excellenz Graf Dominik war eben von der Hochzeitsreise zurückgekommen, er war in rosigster Laune und ließ sich von den Herren Kolinka und Direktor Bösendorff im Bureau des ersteren Bericht über die Ereignisse der letzten Wochen erstatten, als der Bureaudiener Herrn Kolinka eine riesige Karte übergab. Was gibt's?" fragte Graf Laschek. Ich kenne den Herrn nicht," erwiderte Herr Kolinka, indem er dem Grafen die Karte überreichte. Victor Bäumcher, General-Bevollmächtigter stand in großen Lettern auf der Karte. Der Name kam dem Grafen bekannt vor. Der Graf erinnerte sich rasch, ihn bei Ungnads gehört zu haben, richtig, das war ja der Agent des Barons Kriegstein, der Agent, von dem Ungnad gesagt hatte: Der Mann hat Kenntnisse. Lassen Sie den Herrn hereinkammen." Der Diener ging hinaus. (Fortsetzung folgt.)

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