Indiana Tribüne, Volume 29, Number 71, Indianapolis, Marion County, 15 November 1905 — Page 3
JndianQ Tibüne, 15. November 1905
Kühnpr Protest Gegen Vcrhängung des Bclligcnmgszustllndcs nlicr Polen. Kcin Eingreifen Deutschlands in Polen zu erwarten. Kohlcngräöcrstreik droht in Wcst-Teutschlaud. Streik in den französischen KriegsHäfen. Russische Geistliche verwenden sich für die Meuterer von Kronstadt.
Nukland. Protest der Polen. St. Petersburg, 14. Nov. Graf Witte erhielt heute von dem sozialdemokratifchen Komite für Polen und Lithauen einen entrüsteten Protest gegen die Behauptung, daß die gegen wältige Bewegung in Polen auf Los trennung von Rußland berechnet sei. Die offizielle Note, welche die Protta rnation des Belagerungszustandes in Polen rechtfertigen soll, wird als ein verbrecherisches Manöver der Regierung bezeichnet, welches den Zweck verfolge, die Polen von der russischen revolutionären Bewegung zu trennen. Die hiesige polnische Delegation macht große Anstrengungen, die Libe ralen, Sozialdemokraten und Arbeiter Organisationen für ihre Sache zu ge innen. ES wird ihnen viel Sym pathie entgegengebracht aber soweit ist nichts Positives in der Sache geschehen. Graf Witte, den die Delegation sah, erklärte sehr entschieden, die Regierung werde sich nicht zwingen lassen, etwas für die Polen zu thun und das Be lagerungSrecht werde nicht aufgehoben werden, bis die Bewegung eingestellt sei, die eine LoStrennung Polens be zwecke. ' ' . Der Zar geht nicht nach Petersburg. St. Petersburg, 14. Nov. Kaiser Nikolaus und der russische Hof werden diesen Winter nicht nach PeterSburg kommen. Vor einiger Zeit wurde angekündigt, der Zar stehe im Begriff, nach dem Winterpalaste zurück zukehren, in dessen Anbau sich Graf Witte eingerichtet hat, aber der Zar hat sich nun entschlossen, von Peterhof nach TsarSloje Selo zurückzukehren, wo er mit Ausnahme der letzten Monate seit 2 Jahren gewohnt hat. Der Entschluß deS Zaren wird als ein unglücklicher betrachtet, nicht allein wegen seiner moralischen Wirkung son dern weil in Peterhof der Zar den Hofewflüssen ausgesetzt ist, während er in Petersburg täglich und stündlich mit Witte konferlren könnte. Gouverneur erschossen. St. Petersburg, 14. Nov. Während General Klingenberg, Gou verneur von Moghileff, einen Empfang abhielt, drang eine Frau in den Saal ein und feuerte in rascher Reihensolge vier Schüsse auf ihn ab. Jeder dersel den traf und der General brach ster bend zusammen. Die Mörderin ergab sich ruhig den herbeigeeilten Wachen. Bei ihrer Vorführung im Gericht stellte sich heraus, daß sie eine Baronesse Me rendorff ist und einer deutschen Adels familie entstammt, die unter der zwei ten Katherina einwanderte. Panik in Odessa. St. Petersburg, 14. Nov. Die Meldung, daß das Telegraphen amt in Odessa in die Luft gesprengt worden ist, bestätigt sich. Xtt Verkehr konnte erst am andern Morgen noth dürftig wieder hergestellt werden. Un ter der Bevölkerung der Stadt herrscht eine unbeschreibliche Panik. Vor einem neuen Massacre zitternd, fliehen die wohlhabenden Juden in Schaaren und die armen verkriechen sich in die Keller der christlichen Häuser, wo sie sich sicher glauben. Im Erdgeschoß eines Ge schäftZgebäudeS an der Dawitza Straße wurden drei jüdische Familien, im Ganzen 21 Personen, verhungert ge funden. Die Unglücklichen hatten, ehe das letzte Gemetzel begann, in dem ttel ler Zuflucht gesucht und sich nicht aus demselben hervor gewagt, während das Mordgetümmel über ihnen tobte. Armenier und Tartaren. T i f l i S, 14. Nov. ES geht das Gerücht, daß in dem Gouvernemen Erivan, 700 Armenier aus verschiede nen Dörfern daS TartarenDorf GorS angriffen und 400 Bewohner abschlach teten; dann plünderten sie die Häuser und brannten sie nieder. Trepoff's Nachfolger. St. Petersburg, 14. Nov. Fürst Urufoff, der frühere Gouverneur von Troer, Zentral'Rußland. wurde heute als Nachfolger Gen. Trepoff's zum HilsSMtntNer oes Inneren er nannt.
Gnadengesuch. St. Petersburg. 14. Nov. Die Geistlichkeit und andere Stände setzen ihre Bemühungen fort. Begna digung für die Meuterer von Kronstadt zu erlangen, von denen 151 zum Tode verurtheilt sein sollen. Hundert ortho doxe Priester hielten in der Wohnung deS Metropoliten AntonuS eine Ver sammlung und richteten ein Gnadengesuch an den Zaren. Neues Leben. St. P e t e r S b u r g, 14. Nov. ES ist offenbar, daß Graf Witte es ver standen hat, der rathlosen Regierung
ueuen Muth einzuflößen. ES find Au eichen vorhanden, daß sie entschlossen st strenge Maßregeln zu ergreifen, um die Ordnung wiederherzustellen. Der Zar wird spezielle Adjutanten in die Provinzen senden, wo die Bauernauf stände vorgekommen sind oder noch an dauern. Gleichzeitig wurde ein halbes Dutzend Gouverneure, darunter die von Odessa, TomSk und Kasan, die die Un ruhen nicht unterdrückten, kurzer Hand entlassen. Verwüstung. O d e s f a, 14. Nov. Von der klei nen ?tadt rivotroa im souverne mentJekaterinoSlaw werden neue Ruhe störungen gemeldet. ES sind angeblich über 100 Personen getödtet worden; die Stadt wurde geplündert. New York, 14. Nov. Auf eine Anfrage Arnold Kohn's. Vize.Prüsi dent der hiesigen Staatsbank, antwor en Parlmutter und Klugmann, Ban iers zu Kafchinev, Rußland: Die Noth ist kollossal. Anßerhalb von Kischmew sind Hunderte von russi' chen Dörfern zerstört. In dem be nachbarten Kalarosch, daß große HandelSinteressen hat, sind 300 Häuser nie dergebrannt, 600 Familien haben AlleS verloren. Der Schaden wird auf $3,000,000 geschätzt. Hilfe absolut noth wendig. Generalstreik drohend. St. Petersburg, 14. Nov. Rußland steht vor einem neuen Gene ralstreik. Das Executiv'Komite der Ar beiterDelegaten hat hute Abend be schlössen, einen 8gündigen Arbeitstag zu erreichen, wenn nöthig mit revolu tionären Mitteln. Alle Arbeitgeber sind entschlossen die Forderung abzu lehnen. Die Lage ist kritisch. -Lehranstalten geschlossen. St. Petersburg, 14. Nov. Die Universitäten Rußlands werden b!s zum 23. Jan. und vielleicht länger ge schlössen bleiben. Bei einer Konferenz der Rektoren und Professoren der Höhe ren Lehranstalten mit Mitgliedern deS Kabinettes gelangte man zu der Anficht, eS werde zwecklos fein zu versuchen, während der gegenwärtigen Unruhen die Studien aufzunehmen. Dänemark. Der Kronprinz von Schweden.' Kopenhagen, 14. Novbr. Kronprinz Gustav von Schweden kam heute z einem Besuche am Hofe hier an. Unter seinen ersten Besuchern be fano sich Prinz Karl von Dänemark, was. als Zeichen gilt, daß ihm die Freundfcha.ft deS HaufeS Bernadotte in seiner künftigen Rolle als König von Norwegen sicher ist. Deutschland. Keine Einmischung in Russisch. Polen.. Bert in, 14. Nov. Die Aufmerk samkeit deS auswärtigen Amtes wurde auf dke inPeterSdurg bestehende Annah me gerichtet, daß zwischen Deutschland und Oesterreich ein Einverftändniß be stehe, Rußland beizuftehen, wenn es nothwendig werde, eine Bewegung zum Zwecke polnischer Autonomie zu unter drücken. DaS auswärtige Amt erklärt, nichts Derartiges sei vorgekommen und werde auch nicht vorkommen. Die polnische Frage außerhalb Deutschlands exiftlre nicht sür Deutschland. Wenn jedoch die Polen einen Ausstand anzettelten u. die Bewe gung auf preußisches Gebiet übergehe. so werde die Regierung sie auf ihrem
Gebiete mit fester Hand unterdrückenRußland müsse aber mit seinen Schwie rigketten selbst fertig werden, da eS die feststehende Politik Deutschlands ist. sich nicht in die inneren Angelegenhei' ten seiner Nachbarn einzumischen. Protest deS Ta b akvereinS. Berlin, 14. Nov. Im Hinblick auf den Plan der Regierung, bei der bevorstehenden ReichSsinanzreform auch deu Tabak stärker bluten zu lassen, rüsten die deutschen Tabakinteressentm sich zur energischen Abwehr. DerHaupt vorstand deS deutschen TabakvereinS hat sich in einer soeben abgehaltenen Versammlung mit, dieser wichtigen Angelegenheit eingehend beschäftigt und nach Erörterung aller einschlägigen Verhältnisse seine Stellungnahme Prä zifirt. Es wurde beschlossen, an den BundeZralh eine Eingabe zu richten und gegen jede etwa in Aussicht genom mene Mehrbelastung des Tabaks ener gisch zu Protestiren. In der Eingabe soll der Nachweis geführt werden, daß eine Erhöhung der Tabaksteuer nicht nur die Rauchtabakfabrikation im Rei che ruiniren, sondern auch den deutschen Tabakhau selbst sehr schwer schädigen würde. Kohlengrube rStreik droht. Köln, 14. Nov. Mit schnellen Schritten naht die seit 'einiger Zeit drohende Krisis im Ruhrkohlengebiet dessen Arbeitermassen sich in hochgradi ger Gährung befinden. Die Führer der Bergarbeiter haben in ihrer letzten Versammlung die Eventualität eines neuen Streiks in Erwägung gezogen und bereit? ein Einverftändniß über den AuSbruch des Ausstände? erzielt. Der Zeitpunkt, an welchem die Arbeit niedergelegt werden soll, wird aller dinzS noch geheim gehalten. Als Hauptgrund für den geplanten Streik wird der Mangel an Eisenbahn wagen, der sich überall im Ruhrgediet auf das Empfindlichste fühlbar macht.
bezeichnet. Der Wagenmangel macht den prompten Versandt der geforderten Kohlen uumögllch und infolge dessen werden' die Arbeiter zu unzäbliaen Feierschichten gezwungen. Auf der Mehrzahl der Zechen find deshalb auch Kohlenvorräthe nicht vorhanden. Gute Kunde aus DeutschO st a f r l a. m M rw w m 30 e r 1 1 n , 14. A0V. voam ermuthigend lauten die neuesten Nach richten aus Dar-eS-Salaam in Deutsch Oftafrik. Wie Major Graf v. Götzen, der Gouverneur deS Schutzgebietes, meldet, hat er den aufständischen Ki rungu nicht nur eine Niederlage beige bracht, sondern auch den Hauptanfüh rer dieses Stammes gefangen genom men. Durch diese siegreiche Aktion ist die Wiederherstellung der bisher unter brachen gewesenen Verbindung zwischen Kilwa und Lindi, im Küstengebiet voll ständig gesichert. Im Anschluß an die neuerlichen Er folge der Schutztruppe, die die Einge borenen in mehreren Gefechten auf'S Haupt geschlagen und namentlich dem Wangoni-Stamm eine höchst empfind liche Niederlage beigebracht hat. läßt dieser neue Sieg die Hoffnung gerecht fertigt erscheinen, daß ' die vollständige Niederwerfung der Rebellion in nicht zu weiter Ferne steht. F l e i s ch n o t h. Berlin, 14. Nov. Die überaus drückende Fleischnoth und die dadurch hervorgerufene außerordentliche Stei gerung der Fleifchpreise im ganzen Ge biete des Reiches find Faktoren gewor den. mit denen auch die HeereSverwal tung ernstlich zu rechnen gezwungen wird. Seitens des ArmeeverwaltungS departementS deS preußischen Kultus Ministeriums war an mehrere Handels kammern die Aufforderung ergangen. eingehende Berichte zu erstatten, ob die Versorgung der Truppen mit Dauer fleisch im Falle einer Mobilmachung in auSreichendemUmfange erfolgen könnte. Oesterreich'Ungarn. StudentenKrawall. L e m b e r g, Galizien, 14. Novbr. Die Nachricht, daß Deutschland, im Falle einer Revolution in Russisch.Po len, Rußland helfen wolle, dieselbe zu unterdrücken, führte heute Abend zu ernsten Straßenkrawallen, in welchen mehrere Studenten und Polizisten ver letzt wurden. Die Konsulate werden sorgfältig be wacht, da man einen Angriff auf die selben befürchtet. Türlei. Bombenattentat. Koftantinopel, 14. Novbr Ein Bombenattentat wurde heute in Pera verübt. Die Zensur läßt keine Einzelheiten durch.
Großbritannien. S i r G e o. W i l l i ä m 5 b e i gesetzt. London. 14. Nov. Die Leiche
des Gründers und Präsidenten des Vereins christlicher Jünglinge (Y. M. C. A.) Sir Geo. MilliamS, wurde heute in Anwesenheit Hunderter von Geistlichen aller christlichen Denomina ionen und Tausender von Laien in der St. Paul'S Kathedrale beigesetzt. Auch städtischen Behörden betheiligten sich in hrer AmtStracht. ; BeileidSdepeschen amen aus allen Theilen der Welt. Elektrische Werke. London. 14. Nov. Der Rath der Grafschaft London beschloß heule Abend m Parlament einen Antrag einzubrin gen, nach dem eS dem Rathe gestattet wird elektrische Werke zu bauen, welche $40, 000,000 kosten und alle elektrische Kraft für London und die Vorstädte iefern soll. Zu Ehren König Georg's von Griechenland. London, 14. Nov. Auf Schloß Windior fand heute Abend zu Ehren deö König Georg' von Griechenland ein Gala.Diner statt, zu dem 150 Gäste eingeladen waren, darunter das diplomatische Corps. Schutzzoll verlangt. ' N e w c a st l e, 14. Nov. Die Naionalunion des Konservativen Verban deS nahm eine Resolution an, nach wel cher durch. Zölle der Handel Englands mit den Kolonien geschützt werden soll. Premierminister Balfour hielt eine Rede, in der er die Unioniften er mahnte zusammenzuhalten, aber Nichts über die nächsten Wahlen sagte. ' Kommission nach Ruß land. London, 14. Nov. Eine Kon ferenz prominent Juden aus London, Berlin, Paris und St. Petersburg be schloß, eine repräsentative Kommission nach Rußland zu schicken, um die Lage der dortigen Juden zu untersuchen. Der Crzbischof von Canterbury und der Bischof von Southwark haben an Ober-Rabbi Adler geschrieben und ihm ihr Mitgefühl mit den mißhandelten russischen Juden ausgedrückt. ffranlreilh. Streik in de Arsenalen. P a r i s, 14. Nov. Der Streik der Regierungsarbeiter in den Haupthäfen hat heute begonnen. Zu Sorient machten 2000 Arsenalardeiter, rothe Fahnen tragend, eine Demonstration, zu Rochefort sind gegen 2500 Arsenal arbeiter an Streik. Nur ein Bruch theil der Arsenalarbeiter ist zu Brest an Streik gegangen, da der Marine minister in einem Manifest versprach, die gerechten Forderungen der Arbeiter würden Gehör finden. Paris, 14. Nov. Ein Drittel der Ardeiter in den RegierungSarsena len in den KriegShüfen find am Streik. Die größte Störung verursacht derselbe zu Toulon, wo die 6000 Leute, welche die Arbeit niedergelegt haben, den gan zen Schiffsbau zum Stillstand gebracht haben. Der Marineminister hat durch Pla kate bekannt gemacht, daß Streiker ihren Kontrakt mit dem Staate brechen und nicht wieder angestellt werden. Premier Rouvier erklärte heute im Laufe der Debatte der. Deputirtenkam mer. die Regierung fei einstimmig der Anficht, die Angestellten hätten kein Recht gegen die Regierung zu streiken, am Wenigsten die. welche für die na tionale Vertheidigung arbeiteten. Italien. Unwetter. ? Rom, 14. Nov. Heftige Regen und Hagelwetter suchen die ganze Halbinsel heim. Viele Flüsse sind aus ihren Usern getreten. In den Alpen ist starker Schnee ge' fallen. Auf dem mittelländischen Meere wur den viele Schiffe beschädigt. Cuba. Miß Verständniß. H a v a n a. 14. Nov. Die Regie rungöbeamte erklären daS Gerücht für lächerlich, daß die Regierung'einen An griff auf den Paloii befürchte. Das Gerücht scheint dadurch . entstanden zu sein, daß die Quartiere eines Dutzend GenSdarmen von den Ställen an der Seite des Palastes nach der Front ver legt wurden. Echiffsnachriczten. New York: Cevic" von Liverpool; , Madonna" von Marseilles und Neapel; .Hamburg" nach Genua und Neapel; teilten Prince" nach Neapel und Palermo. Marseilles: Algeria" von New York; Hamburg: Bulgaria- nach Boston. London: Minnehaha" von New York. New York: Bremen" von Bremen. Kronprinz Wilhelm von Bremen.
Arbritmvohttungm.
JEU WohnungsverhSZtnlsse der arbeitende Älasjcu in LiailanS. Die im Auftrage des StadtrathZ von, Mailand vorzenommene Untersuchung der Wohnungsverhältnisse der dortigen arbeitenden Klassen ward dieser Tage zum Abschluß gebracht. Danach hat eine Zählung im Juli 1903 festgestellt, daß im Ganzen 140.000 Einwohner in mehr als drei Räumen leben, Familien mit zusammen 332.841 Köpfen wohnen in weniger als drei Zimmern. Die Zahl der Wohungen, die nur aus einem einzigen Raum bestehen, beträgt 37.927. es wohnen darin 106.222 Personen; 30 Prozent der Familien leben nur in einem Raum, 70 Prozent in weniger als drei Räumen. In amerikanischen Berichten wurde es ein großer Skandal" genannt, daß in Baltimore 13 Prozent, in Philadelphia 12 Prozent, in Chicago 19 Prozent, in New Aork 5 Prozent der Familien nur über einen einzigen Raum verfügen. In London, der Hauptstadt des Pauperismus, leben 55 Prozent der Familien in wemger als drei Räumen. In Paris sind nur 14 Prozent zu eng logirt. Das Bild der Mailänder WohnungsverHältnisse wird noch düsterer durch die näheren Angaben: in einem Falle fanden sich 11 Personen in ein einziges Zimmer eingepfercht; bei weiteren 173 Familien waren je 11 Personen auf zwei Zimmer angewiesen. Ungefähr 10 Prozent aller Volkswohnungen haben keinen Hof; über 50 Prozent haben kein trinkbares Wasser; ungefähr die Hälfte der Mailänder Häuser hat nur Wasser im Erdgeschoß; 3228 Wohnungen haben keinen Schornstein; 62,000 Wohnungen haben einen Ausguß nur außerhalb des Lokals. .14,000 haben überhaupt keinen; 65.000 Klosette haben keine Wasserspülung und in 303 Wohnungen fehlt das Klosett überhaupt. Die aus einem einzigen Raume bestehenden Wohnungen haben meistens auch nur ein Fenster, aber 5031 Wohnungen haben überhaupt kein Fenster, sondern erhalten das Licht durch die Thüre. Am schlechtesten wohnen die Haustrer. die Lastträger und die Straßenkehrer. Die Angestellten von Privatverwaltungen wohnen besser als die der öffentlichen Verwaltungen. Die Stadtverwaltung von Mailand ist entschlossen, den trauriaen Wohnungsverhältnissen der arbeitenden Klassen ein Ende zu machen und energisch an eine Resorni zu gehen. Sanatorien für Söiwindfüthtige. Nack den iünasten ??eststellunaen beZiffern sich die Heilresultate in den Sanatorien für Lunaen cdwlno um tige. wie solche Anstalten z. B. in Goerbersdorf, Preumsch-Schle ien. Fallen stein in Äessen-Nassau und Rutland in Massachusetts bestehen, auf 25 bis 75 Nrozent aller Vatrenten. Die Behandlung der Kranken in diesen Hellanstalten besteht aus reichlrcher Äfübruna frischer Luft, aus outer und substantieller Nahrung, verständig angewandter Kaltwaerluren uno ständiaer ärztlicher Ueberwachung. Neranden. Erbolunasvläte unter freiem Himmel und Promenaden er leicktern die Durckfübruna der Luft kur erheblich. Etwa neu auftretende Krankheitssymptome werden äugenblicklick zur Kenntniß des behandelnden Arztes gebracht, welcher gleichzeitig aus der Phtysis (Schwindsucht) ein SpezlalstudlUM gemacht hat und eine größere Erfahrung besitzt als der Durcksckmtlsmednmer. Die Patienten sind genau instruirt über ihre Lebensführung. Auch vemübt man sich, psvchlsch aus te emzu wirken. Man lehrt sie beispielsweise, dak fie nickt erschrecken dürfen, wenn sie in ihrem Auswurf Blutparcellen entdecken sollten, daß derartige Eriche:nunaen kewesweas an sich eine Lerschlimmerung ihres Zustandes oder gar eine Aussichtslosigkeit für ,hre Hettung bedeuten. Man unterweist te, bei oerartigen Fällen sich ruhig niederzulegen und ihren Arzt zu benachrichtigen. Immer und immer, wieder theilt man den Patienten mit, daß sie hoffnungsfreudig dem Verlauf ihrer Kur entaeaenseben müssen, daß ihre Krankheit heilbar ist und von ihnen nichts weiter verlangt wird, als bedingungslos stch den ärztlichen Vorschriften zu fugen. Schrieb seinen eigenen T o d t e n s ck e x n. Der Polizei er geant Schmadtke in Rhein, Ostpreußen, hatte etwas auf dem Kerbholz sitzen und ermelt deshalb von öer Staats anwaltschaft seines früheren Wohnsitzes Menden, Westfalen, eine Anklage zugestellt. Schmadtke stellte ich elv t TriMmftfipin aus und sandie ibn V fr V m v ' " der Staatsanwaltschaft ein. Darauf erfolgte die Einstellung des Verfahrens. Der Ordnung halber wurde das den Todtenschein begleitende und gleichfalls von Schmadtke ausgefertigte Schriftstück der Polizeiverwaltung Menden. die den Strafantrag gestellt hatte, zugestellt, und diese erkannte SchmadtkcZ Handschrift. Nicht lange darauf ordnete die Staatsanwaltschaft die Ausgrabunq der Leiche an. Jetzt sitzt se bereits hinter schwedischen Gardinen. Die Hummern werden vom Gewitter ganz auffallend beeinflußt. Bei heftigeren Donnerschlägen verlieren sie sogar ihre Scheeren und ziehen sich in tieferes Wasser zurück. Sofort wachsen ihn'n aber neue Scheeren und werden in kurzer Zeit ebenso groß, w'5 die früheren waren.
Erkennungsmerkmale. In einem Aufsatz Zur Fraqe der
Rekognitionsmerkmale" hat Placzek in einem deutschen Fachblatt. Viertelzahrsschrift für gerichtliche Medizin, bei Berufsspielern von Saiteninstrumenten bestimmte Veränderungen nachgewiesen, nämlich:, Schwielen und Verdickungen am linken Zeigefinger, verursacht durch den Fingeräufsatz auf die Saiten, weniger ausgeprägt am dritten, vierten und fünftel Finger, und- eine! charakteristische Unterbrechung der Papillarlinien. dabei eine Umbiegung des Nagelgliedes des Zeigeftngers. Auch am rechten Zeigefinger kommt durch den Druck auf den Bogen eine Stellungsveränderung zustande; desgleichen findet eine Abflachung der Papillarlinien statt. Ferner entsteht bet Violinspielern eine Verdlckung am lmken Schlüsselbein, eventuell eine Höherstellung der linken Schulter. Die Fingerveränderungen sind am stärksten bei Cellisten und Kontrabassisten ausgeprägt. Auch das berufsmäßige Klavier spiel erzeugt charakteristische Veränderungen an den Endgliedern der Finger (teigige Schwellung der Pulpa und durch Akkordspannung bedingte Schwielen am Daumen und kleinem Finger). Während die Hautveränderungen beim Aufhören der Uebungen verschwinden, sind die Knochen- und Stellungsveränderungen mehr statio99 Pl nar. unter um uanoen tonnen ycuxjt Veränderungen in gerichtlichen Fällen. bei Verbrechen, als Identitätsnachweis und bei Auffindung von unbekannten Leichen zur Erkennung und als Merkmal dienen." o 5nBerlin stürzte sich die 84jährige Witwe Löser, eine mehrfache Millionärin, die gemeinsam mit ihre? v:v:. . i (v.yi. v r ovuyllgcii gclllliiierioier elnezoynung in ihrem eigenen Hause. Neuer Markt, innehatte, in einem Anfall von Geistesumnacytung aus den sieingepflasterten Hof hinab. Durch Schädelbruch trat der Tod sofort ein. Nerzte. ßr. J. A. Sntcliffe, Wnnd'Arzt, . Skschlechts, Urin- unÄecwm Krankheiten. Me:W OS MNket Str. SeL 541 OfKeet : II 10 UiT 8m. : 8 bl 4U',,. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. Semdelt alt aruie und chronische RxxxAt leiten. geöurteMeSpezialUSt. Office: 14 Weft Oyio (Str. woyug: ls Vadiso Ai . Sxrebftuudeu : 7 k. Souutagk: v RiaHm. Wolznunz Tklephovt : Alt. tnb 9!. HU 19 ii tfra. -4Ra5m. ,!?! o . arit,, Xca it. No. qqz Oft Washington Str. n HM Cfffct: 33S3 9t. Ccncte , Altes Telephon Main 2525. ' Züge ersten Ranges Schnelle Zeit!,' Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 4 Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. Züge zwischen Indianapolis und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. Züge zwischen Indianapolis und Springsield, Illinois. Varlor Waggon! an allen lasek und Echlas. maggon an alle Nacht-Zügea. Indianapolis Office': Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. . P. Algeo, D. P. A. LAKE ERIE ,& VESTERII IZ.N .. ..Fahrzeit der Züge,. - Abfahrt k lokdo.rytcal ndtchigariZrtß.t 7.15 tiojtt toltbo, Terrott und Chicago Lt 11.10 f S.XS vlichga kity, Stande u.Lasayttttrpls 7.10 flO,tt tüaltch Vonntagl. f aukaenom
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