Indiana Tribüne, Volume 29, Number 70, Indianapolis, Marion County, 14 November 1905 — Page 3
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Autonomie Will 'die rnssifchc Regierung den Polen durchaus nicht zugestehen.
Selbst Witte fürchtet eine Zerstückelung des Reiches. Stimmung für Flotten- . Verstärkung in Deutschland günstig. Japanische Kriegsgefangene ' auf der Heimreise. König von Griechenland in England. Die Kahlen in Spanien.
P o le n i f ch e Autonomie. St. Petersburg. 13. Nov. Unter gewöhnlichen Umstünden würde das russische Volk Zwangsmaßregeln zur Unterdrückung der nationalistischen Bestrebungen in Polen billigen, aber Wie die öffentliche Meinung gegenwär tig ist, würde sie durch ZwangSknaß' regeln wahrscheinlich erregt werden. Viele Liberale haben sofort erklärt, die Verhängung deS Belagerungszustandes zeige, daß die Autokratie noch nicht ad geschafft sei; wenn sie daS Reformmani fest in Polen auf unbestimmte Zeit suspendiren können so könne daS auch für ganz Rußland geschehen. Offiziell wird erklärt, eö sei erst möglich die verliehenen Freiheiten in Wirksamkeit zu setzen, wenn Polen dieselben ehrlich aunehme. So lange Polen in aufrührerischer Weise auf Autonomie bestehe, könne Nichts ge schehen. Ein hoher Beamter sagte: Wenn die Regierung den Polen erlauben würde ihre gegenwärtige Agi tation fortzusetzen, so würde sie sicher gezwungen sein die Bewegung, mit dem Bajonett zu unterdrücken, was wir zu vermeiden wünschen. Wenn wir der polnischen Forderung nach Autonomie nachgäben, so müßten wir auch bald die baltischen Provinzen oSgeden, dann den Kaukasus und chließlich alle fremden Rassen." Nach zuverlässigen Privatnachrichten auS Warschau scheinen sich alle Par eicn der nationalen Bewegung einzu chll.'ßen und ähnliche Taktik wie Fin and anwenden zu wollen d. i. einen allgemeinen Streit in Szene sefcen. So lange der passive Widerstand an hält, wird es auf die Ausdauer ankom mm, aber die Gefahr liegt nahe, daß die Polen ein aktives Vorgehen der Re gierung herausfordern, was den Bür gerkrieg bedeuten würde. Unter den gegenwärtigen Umständen würde eS ge ährlich sein Truppen aus Europäisch Rußland zu ziehen, aber die Regierung hat genug Soldaten in Polen, um die Lage kontrolliren zu können. Die Regierung weiß, daß sie bei den Fabrikarbeitern der Städte so verhaßt ist, daß sie von denselben nur Schlim meö zu erwarten hat; sie sucht sich daher auf die Landbevölkerung zu stützen und macht derselben alle möglichen Ver sprechungen. Auch die Armee sucht die Regierung zu gewinnen. DaS Kriegs miniftecium bat eme Erhöhung der Löhne beschlossen. . Keine Autonomie für Polen. St. Petersburg'. 13. Nov ES war Graf Witte, welcher den Zaren veranlaßte den Belagerungszustand über Polen zu verhängen. Er hat zwar den Zaren bewogen den Finen Autonomie zu gewähren, ist aber nicht gesonnen den Polen, nachdem alle ihre früheren Be schwerden abgestellt wurden, auch Au tonomle zu gewähren, da er befürchtet, daß die Polen die LoStrennung von Rußland erstreben und damit eine Ztt stücklung desselben einleiten würden. AufruhrzuSveaborg. HelfingforS, 13.Nov..Eine Revolte brach gestern unter der Garni son von Sweaborg au. Hunderte von Soldaten behaupten, daß sie 23 Jahre länger zurückgehalten wurden als ihre Dienstzeit, auch beklagen sie sich über die Beköstigung usw. Die Menterer verweigerten ihren Offizieren den Gehorsam, vertrieben die Civilisten aus der Festuna und warfen die Einrichtungen aus den Fen' stern der Kaserne. Norwegen Königswahl. Christian la, 14. Nov. Um 2 Uhr heute Morgen waren die Berichte über die Königswahl noch immer un vollständig. Doch ist die Wahl deS Prinzen Karl sicher. In 413 Wahl bezirken erhielt er 233.935 Stimmen gegen 62.739. Die Republikaner rech, neten auf 33 Prozent der Stimmen, ab soweit haben sie eö nur auf 21 Prozent gebracht. Washington, 13. Rov. Der schwedische Grip erschien heute im StaatS'Departement und machte die
offizielle Ankündigung, daß König OSkar in Anbetracht der Trennung von Schweden und Norwegen auf seinen früheren Titel König von Schweden und 'Norwegen- verzichtet habe und künftig als König von Schweden, der Gothen und Vandalen". was der alte Titel der Herrscher Schwedens ist, zu gelten wünsche. Der norwegische Geschäftsträger Hzuge machte Staatssekretär Root einen Besuchend überreichte ihm seine Beglaubigungsschreiben deS neuen Staates Norwegen. Oesterreich'Ungarn.
KönigAlfonfo. Wien, 13. Nov. König Alfonfo am heute von Potsdam hier an und wurde am Bahnhofe von dem Kaiser, mehreren Erzherzögen und hohen Be amten begrüßt. Durch die geschmückten Straßen fuhren die Herrscher nach der Hofburg. SelbstmordeineS öfterreichi fche n Generalmajors. Wien, 13. Nov. Hier hat Generalmajor Otto BreSnitzer Selbstmord begangen, und zwar infolge von Angriffen, welche der frühere TraiN'Leut nant Motz auf ihn gemacht hatte. Motz hatte ein Buch veröffentlicht, welches als österreichisches Pendant zu dem sei nerzelt vielerwähnten Roman deS For bacher Ex-LeutnantS Bilse 'AuS einer kleinen Garnison" gelten kann, und na mentlich BreSnitzer auf'S Korn genom men. Der Generalmajor war Mi!i tärinfpektor in. den k. k. Pferdezuchtan stalten. Protest deutschnationaler Studenten. W i e n.- 13. Nov. Die deutschn. tionale Studentenschaft der Wiener Universität hat Einspruch gegen' die Ausdrängung von Lehrern fremder Nationalität erhoben und die Zurück nähme der Relegirung von sechs 'Studenten verlangt. Streik dem Cnde nahe. Wien, 13. Gov. Die Zeitungen melden, daß die Verhandlungen zwi schen dem Handelsministerium und den Streikern zu einer Vereinbarung ge führt habe, welche den Streik 'des passiven Widerstandes beendet. Großbritannien. König von Griechenland zu Besuch. L o n d o n, 13. Nov. König Georg von Griechenland kam mlt Prinz Ni cholaS und dessen Gattin heute in Eng land an, um seinen Schwager, den König Edward zu besuchender begab sich nach Windsor. Spanien. Wahlen. Madrid. 13. Nov. Äe Ge. meindcwahlen sielen in ganz Spanien günstig für die Regierung aus. doch zeigten an vielen Orten die Republtkaner erhöhte Stärke. In verschiedenen Städten kam eö zu Krawallen. Deutschland. Verdienst Englands. B e r l i n, 13. Nov. Die allgemeine Stimmung ist für die Flottenverstär kung durchaus günstig. Und für diese Thatsache gebührt in erster Linie der Kredit- den Engländern, die durch ihre kürzliche Entsendung einer Flotte in die Oftsee und das systematische Hetzen gegen Deutschland, sowie die unausgesetzte erbärmliche Verdächtigung der deutschm auswärtigen Politik auch pen eingefleischten FriedenSoptimiften die Augen geöffnet haben. Besonders wirken auch die provozi renden Ausführungen des britischen Staatssekretärs des Aeußern, Lord LanSdowne, in einer soeben vom Sta pel gelassenen Rede sehr günstig auf die Stimmung für die Flottenvermehrung ein. j LanSdowne erklärte unter Anderem, England sei zeitweilig durch die That fache behindert worden, daß eS in vielen Welttheilen sich Eifersüchteleien gegen über befunden, welche vielleicht einem liftigen Potentaten nützlich gewesen
seien, der daraus Vortheil gezogen habe. Diese plump dreiste und deutliche Anspielung auf den Kaiser macht hier in weitesten Kreisen abermals böseS Blut. Derlei Hetzreden gewinnen in deß der geplanten Flottenverstärküng eine Stimmenmehrheit, die sich vor Monaten noch Niemand hätte träumen
lassen. Seit den Delcasse'schen Ent hüllungen weiß man hier ganz genau. woran man ist, und der Entschluß steht fest, alle Kräfte anzuspannen, 'um bezüglich der Sicherheit zu Wasser und zu Lande mit gutem Gewissen in die Zukunft blicken zu können. Deutschland giebt seine Zustimmung. Berlin, 14. Nov. Die Kölnische Zeitung meldet, daß Japan die Erhebung der beiderseitigen Gesandtschaften zu Botschaften vorgeschlagen hat und daß Deutschland bereits seine Zustimmung gegeben hat. Der sozialistische Bruder zwi st. Berlin. 13. Nov. Der Krach der, sechs entlassenen Redakteure des sozialdemokratischenHauptorgans VorwärtS mit dem Parteivorftand ist all gemach zu einem Riesenskandal ange wachsen. Tagtäglich erscheinen im Vorwärts" spaltenlange Erklärungen und Antworten, in welcher sich dke strei' w rr4 rr renoen enonen lyenwet e tn einer Sprache die Meinung sagen, die wirk, lich über das Bohnenlied geht. Die Fehde erregt immer größere Aufmerksamkeit, und die bürgerliche Presse verfehlt nicht, die Flucht in die Oeffentlichkeit" der sechs . Redakteure weidlich auszuschlachten. Diese beweise am besten, wie eS in der neuen Kultur Partei" mit den Grundsätzen von Frei heit, Gleichheit und Brüderlichkeit, im Besonderen mit der Freiheit der Presse und der persönlichen Meinung, mit der Achtung vor der Ueberzeugung Anderer aussehe. Zwei chinesische Städte aufgegeben. Berlin. 13. Nov. Als Kaiser Wilhelm vorschlug, die ausländischen Truppen aus Peking zurückzuziehen, erbot er sich aus eigener Initiative Kaomi und die Stadt Kiaotschau, die im Innern liegt, zu räumen. Beide sind, nach dem Pachtvertrage zwischen Deutschland und China, außerhalb der deutschen Sphäre und wurden aus Vor ficht während des BoxerAufftandeS be setzt. Der Vorschlag wurde durch den Gesandten Mumm v. Schwarzenftein der chinesischen Regierung mitgetheilt. noch ehe Baron Komura als Special gesandter in Peking ankam. ES ist also keineswegs in Folge eines Druckes Ja panS erfolgt. Der Vertrag, durch welchen Deutsch land den Kiaotschau.District pachtet. bleibtZin Krast. Militärische Rang. Er. Höhlung deSFürstenzur Lippe. D e t m o l d , 13.. Nov. Fürst Leopold zur Lippe, welchem unlängst vom Reichsgericht das Recht auf den Detmolder Thron zugesprochen wurde. ist anlaßlich seiner Uebernahme der Re gierung zum Oberstleutnant a la suite der Armee befördert sorden. . . A u f d e r H i m r e ise. Berlin. 13.Nc..Die zweitausend japanischen Soldaten,' welche fich in Rußland in der Kriegsgefangenschaft befanden, haben über Deutschland die Heimreise angetreten. Vierhundert find krank und weitere dreihundert zn Krüp peln geschossen. Gegen russische Barbarei. Berlin, 13. Nov. Die Erörte. rung, welche sich über die antlsemiti schen Greuel in Rußland kund giebt, ist allgemein, und selbst die rabiatesten Judenfresser verdammen dieselben. Ei nen Beweis für den Abscheu, welchen das deutsche Volk gegen die Schlächter im Zarenreich empfindet, bildet das durch formelle Beschlüsse zum Ausdruck gebrachte Verlangen der Studenten der Universität Jena, daß den russischen Studirenden die deutschen Hochschulen versperrt werden sollen, bis ihr Vater land in die Reihen der civilisirten Nu tionen aufgerückt ist. Professor Peabody geehrt B e r l l n, 13. Nov. Dke, Vrofesso ren der hiesigen Universität veranstalte. ten ein Bankett zu Ehren deS Profes sorS Peabody von der Harvard Univer sität, der bekanntlich kürzlich im Bei sein deS Kaisers seine Antrittsvorlesung hier hielt.' Unter den zu dem Fest mahle erschienenen Gäftm befanden sich der Kultusminister Dr. Studt und der
amerikanische Botschafter Charlemagne Tower. Die verschiedenen Tischredner gaben sämmtlich ihrer Freude über die guten Beziehungen zwischen Deutsch
and und den Vereinigten Staaten Ausdruck, und dem Präsidenten' Roose velt wurde warmer Tribut gezollt. 40.000 Arbeiter. brodlos. Weimar, 12. Nov. Die feit lün. gerer Zeit im fachsen - thüringischen Textil'Gebiet herrschenden Wirren ge stalten sich von Tag zu Tag ernster. Bereits sind 40.000 Weder und Fär ber, welche theils ausgesperrt wurden. Heils am Streik befinden, brodlos, und der Verband der Fabrikbesitzer droht einen allgemeinen Lockout an, wenn die Ausständigen ihre Forderungen nicht sofort fallen lassen. Durch eine olche Generalsperre würden 100,000 Personen betroffen 'und dieselbe müßte Noth und Elend über zahllose Familien bringen. Frankreich. Streik. Pari?, 13. Nov. Die Union der Arbeiter in den Regierungsarsenalen und Docks zu Toulon, Brest und anderen größeren Kriegshäfen hat für mor gen einen allgemeinen Streik befohlen, welcher das Flottenprogramm der Re gierung stark zu stören droht. Die Streiker behaupten, daß ihnen die Redefreiheit entzogen werde, indem Arbeiter entlaffen werden, welche sich erlauben die Flottenverwaltung zu kritisiren. 'Italien. Beim Papste. Rom, 13. Nov. Der Papst em pfing heute in Privataubienz Erzbifchof Christi von Portland, Ore.. welcher durch Rev. Andrew Morrissey, den Präsidenten der Universität von Notre Dame, Ind., vorgestellt wurde. Schiffsnachrithten. New Botk: Carpathia" von Trieft; Zeeland- von Antwerpen; OS car II." von Copenhagen; Sici lia" von Genua. Plymouth: Kaiser Wilhelm II." von New York. Glasgow: Mongolian" von Mon treal. Bremen: Friedrich der Große" von New Jork via Plymouth und Cherbourg. Bzulogne: Pennsylvania" nach New York via Hamburg und Dover. London: .Montreal" von Montreal und Quebec nach Antwerpen. Glasgow: Columbia" von New Vork via Moville; Laurentian" von .' Philadelphia via St. John's. Lizard: Rhein" von Bremen nach New York. Palermo: Slavonia" von Triest :c. nach New York. Gibraltar: Neckar", von New Vork, ' nach Neapel. ' Das Programm lcr Marokko Konferenz. X' Die Zwischen Deutschland und Frankreich getroffene Vereinbarung über den Programm-Entwurf für die Marokko - Konferenz wurde jetzt im Wortlaute veröffentlicht. In deutscher Uebersetzung lautet das Abkom men wie folgt: . Die beiden Regierungen sind über eingekommen, dem Sultan den folgenden Programm - Entwurf vorzuschla gen, der gemäß den im Schriftwechsel vom 8. Juli angenommenen Gründ sähen ausgearbeitet ist: I. 1) International zu vereinbarende Einrichtung der Pollzer außerhalb des Grenzgebietes. 2) Reglement zur Ordnung der Ueberwachung und Unterdrückung des Waffenschmuagels. Im Grenzgebiet soll die Anwendung dieses Reglements ausschließlich Sache Frankreichs und carokkos bleiben. .II. Die- Finanzreform. Finan zielle Unterstützung des Maghzen durch Errichtung einer mit Emissionsrecht ausgestatteten Staatsbank, welche die Aufgaben des Schatzwesens zu besotgen und die Münzprägung zu venrnt teln hat, deren Erträge dem Maghzen zufallen. Die Staatsbank wird die Gesundung der Münzverhältnisse in die Hand zu nehmen haben. Die dem Maghzen eröffneten Kredite werden zur Ausrüstung und Besoldung der Polizeitruppen und zu gewissen drinenden öffentlichen Arbeiten, besonders zur Verbesserung der Häfen und ihrer Anlagen. zu verwenden sem. III. 'Prüfung der Frage eines bcsseren Ertrages" der Steuern und der Erschlienung neuer Einkünfte. IV. Verpflichtung des Maghzen, seinen Zwerg des öffentlichen Dienstes . ort i . . i rr zmn oriyeu- von onoerinierei en aus der Hand zu geben. Grundsatz der Vergebung der öffentlichen Arbeiten im Wege des Zuschlags ohne Ansehen i r-i-io ' otz 'cuuuiijuuytiuiiyicu. Geschehen zu Paris, den 28. Sep tember 1905. (Gez.) Radolin. (Gez.) Rouvier ..,..,.. .
Gin neuer Vcrus. Es giebt mancherlei Berufe, von dt' nen der gewöhnliche Menschenverstand sich nichts träumen läßt, und besonders die praktischen Engländer wissen ir gend welche besonderen Erfahrungen, die sie gemacht haben, oder die Besonderheit ihrerLage sehr gut auszunutzen, und damit recht anständige Summen Geldes zu verdienen. So erzählt eine englische Zeitschrift von einem Herrn in London, der aus vornehmer Familie stammt und Marineoffizier a. D. ist. der sich ein schönes Stück Geld damit verdient, daß erEmpfehlungen gibt. Wenn Jemand in fremde Länder reisen und Empfehlungen haben möchte, um sich in der Fremde bald heimisch fühlen zu können, so wendet er sich an diesen
Herrn, der ihn gegen ein angemessenes Honorar mit den besten Empfehlungen versieht, sodaß er überall rn der Welt Freunde und Gastfreundschaft findet. Ehe er aber als Kunde angenommen wird, muß er selbst gesellschaftliche und geschäftliche Referenzen aufgeben, und erst wenn diese befriedigen, wird der freundliche Herr seinen Wünschen nach kommen. Der ehemalige Marlneosfizier mußte den Dienst aufgeben, nachdem er bei einem Angriff auf ein arabischesSklavenschiff eine schwere Wunde davongetragen hatte. Da er außer seiner kleinenPension nur geringe Mittel hatte, versuchte er. zunächst ohne Erfolg, auf verschiedene Weise einen kleinen Zuschuß zu berdrnen. Eines Tages bat ihn ein Freund, der nach Labrador zur Karibu-Jagd ging, um Empfehlungen an Leute in jener Gegend, da er wußte, daß der Offizier mehrere Jahre dort zugebracht hatt?. Dieser kam gern der Bitte nach. Bei naheremUcberlegen kam er nun aus den Gedanken, daß er während seiner Dienstzeit mit den besten Leuten" :n allen Theilen der Welt rn Berührung gekommen wäre und sich dieseBeziehungen doch nutzbar machen konnte. Er unternahm zunächst noch eine Reise um cm.fi r -f r rv i oic uxzu, um oie Jam lemernelanmen zu vergrößern, und nach seiner Rückkeyr nen er sich m einem vornehmen Viertel des Westend zur Ausübung seines eigenartigen Berufes nieder, lieber seine Erfahrungen erzäblt er selbst folgendes: ..Ich verschicke nis Jlrkulare und suche nie iemaud an zulocken, und doch habe ich re?chli5e (Selegenhclt. solche Empfehlungen mitzugeben. Tie reisten Leute, die da draußen m den Kolonien festsitzen, heißen sehr gern neue Bekannte will, kommen, wenn sie nur angenehme Leute sind. Oft genug schreiben mir meine Freunde in der Fremde, ich mochte ihnen doch wieder Bekannte empfohlen, aber ich bin auch sehr sorg fältig bei der Aufnahme meiner Kun den und empfehle sie nur, wenn ich sicher bin, daß sie bei m?incn Freun den in Melbourne oder Montreal willkommen sind. Ich achte auch da raus, nicht etwa Leute mit entgegen' gesetztem Temperament unb Geschmack zusammenzubringen. Ich beschränke mich iedoch mcht auf eine Gesell schaftsklasse. Kommt ein Geschäftö mann zu mir, so empfehle 'ich ihn an Geschäftsleute, Sportsleute, die jagen wollen, weife ich an eifrige Jäger, ja. durch meine Empfehlungen smd cfö bereits mehrere glückliche Ehm zustände gekommen. Manchmal gcrathe ich etlvas in Verlegenheit, und einmal ist mir ein schlimmer Fehler passiit, der schwere Unannehmlichkeiten zur Folge hatte. Ein Anwalt kam zu mir und bat mich um passende Einführuii' gen an Leute der Gesellschaft in Auck land und Tuncdin, da er überarbeitet wäre und zu seiner Erholung eine Fahrt nach Neuseeland machen woll te. Ich that es, aber nach einiger Zeit erfuhr ich zu meinem Schrecken, bau er wegen Unterschlagung verfolgt wurde. Ich kabelte sofort an meine Freunde, aber es war schon.zu spät. der Mann hatte bereits auf Gruud meiner Empfehlungen von drei Leu teu, an die ich' ihn gewiesen hatte, 14,000 Mark geborgt. Natürlich zahlte ich das Geld zurück, da der Be trüger durch meinen Irrthum Zutritt zu ihnen erlangt hatte. Sonst aber haben mir meine Kunden immer nur Ehre gemacht. . . Mein Honorar rich. tct sich natürlich nach der gefellschaft lichen Stellung meiner Kunden und nach ihren finanziellen Verhältnissen. Aber ich kann sagen, daß mein Iah reseinkmmoen aus diesem Beruf schon seit längerer Zeit über 40,000 Mark beträgt." Der in demHotelGraf in Prag als Koch bedienstete Zuckerbäcker Vohuslav Meister verliebte sich in die 1-l'jährige Schwägerin des HotelBe sitzers, Rosa Neuberg, ein über ihre Jahre entwickeltes Mädchen. Nie mand' hatte von dem Verhältniß eine Ahnung, das auch von 'Nosa Neuberg bald gelost wurde, da sie Meisters überdrüssig war. Dies versetzte inh aber in große Erregung, und er de schloß, das Mädchen zu todten. Neu lich Nacht traf er sie aus einem Kor ridor, als sie in ihr Schlafzimmer ging, und feuerte zwei Revolverschüsse gegen sie ab, welche sie am Kopf too!. lich verwundeten. Nachdem Meister alle Patronen des Revolvers auf mehrere zu Hilfe eilende Personen abgeschossen hätte, flüchtete er. sich in die Küche und feuerte dann zwei Re volverkugeln, die er'in Reserve in sei ner Tasche hatte, gegen seinen Kopf ab. Meister starb auf dem Wege zum Spital. Row Neuberg ist ebenfalls ihren Verlelzungen erlegen.
