Indiana Tribüne, Volume 29, Number 69, Indianapolis, Marion County, 13 November 1905 — Page 6

Jndiana Tribülic. Z3. November 1903

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Europäische Nachrichten. Provinz Schreswig'Korstein. B ü l d e r u p. Beim Anziehen der Pferde stürzte der 70jährige Landmann Eskildsen aus Ledenmark vom Heuwagen und gerieth unter die Rader, die ihm über Arm und Brust gingen. Nach kurzer Zeit war der Verunglückte eine Leiche. Ebüll. Der frühere Auktionator Feddersen und Frau begingen unter lebhafter Theilnahme ihres großen Bckanntenkreises das Fest ihrer goldenen Hochzeit, zu der ihnen ein Gnadengeschenk von 50 Mark und von der Kirchengemeinde eine Bibel überreicht wurde. Glückst adt. Vor kurzem ist der Koch des Heringslogger Hummer", ein siebzehnjähriger Jüngling mit Namen Frerichs, aus Karolinenstel stammend, über Bord gefallen und ertrunken. Heide. Seine goldene Hochzeit feierte einer der wenigen noch lebenden Mitkämpfer des Gefechtes am 5. April 1849 'bei Eckernförde, der frühere Weinhändler und jetzige hiesige Rentier Hoppe. M ö l l n. Auf eine 25jährige Thätigkeit am hiesigen Postamt konnte Postmeister Bestmann zurückblicken. N ü b e l. Der 6jährige Sohn des Landmannes Petersen, welcher beim Wechseln des Weideviehes ha' f, hatte sich das Leittau einer Kuh um den Leib gebunden' das Thier wurde aufgeregt und rannte davon, .den Kleinen hinter sich herschleifend. Dem Unglücklichen Kinde wurde hierbei der Schädel zertrümmert, infolgedessen trat der Tod sofort ein. Oersleff. Ein junger Mann, Andreas Jessen, Sohn eines Hofbesitzers hicrselbst, wurde von einem Pferde, das er vom Felde nach Hause reiten wollte, so heftig gegen die Stirn geschlagen, daß dasGehirn herausquoll und der Verunglückte augenblicklich todt war. Simmerstadt. Die Wirthschaftsgebäude des Landmanns Jok drichsen brannten nieder. Sandesneben. Das zweijährige Kind des Landmanns August Stamer fiel in die Dunggrube und ertrank. S ch a f st e d t. Vor kurzem begingen hier das Fest der goldenen Hochzeit die Eheleute Jürgen Voß und Frau. Der Jubilar ist ein Veteran von 184851. Beide sind noch verhältnißmäßig körperlich rüstig und frisch. Westerhüsen. Kürzlich ist der

zwölfjährige Schulknabe Willi Keßmeier von hier oberhalb unseres Ortes beim Baden in der Elbe ertrunUn. Wattenbek. Beim Einfahren auf der Ehlerschen Hofstelle wurde der erwachsene Sohn des Besitzers überfahren und schwer verletzt. Fr-svinz ScHtelien. Vre'slau. Im Erdgeschoß des Hauses Weißgerbergasse 23 hatte der Arbeiter August Krätzig mit seiner Frau, die Arbeiterin und gleich ihm etwa 40 Jahre alt war, und mit ihrer zehnjährigen Tochter eine kleine Stube inne. Da die beiden Eheleute dem Trunke stark ergeben waren, herrschte fortwährend Streit zwischen ihnen, und oft kam es zu Thätlichkeiten. Als ein Hausbewohner durch Stönen in der Krätzigschen Wohnungen aufmerksam geworden die Polizei requirirte, fand man Frau Krätzig todt in ihrem Bette liegend vor. Da der Tod aller Wahrscheinlichkeit nach infolge einer im Hausflur stattgefundenen Schlägerei zwischen den Krätzigschen Eheleuten eingetreten ist, so wurde Krätzig sofort verhaftet. V u ch w a l d. Drei massive Scheuern sind hier infolge Blitzschlag niedergebrannt. Der Blitz setzte die Scheuer des Besitzers, Jungnickel zuerst in Brand und vernichtete sämmtlich Erntevorräthe. Das Feuer sprang dann auf die daneben stehenden Scheuern der Nachbarsitzer Genehr und Eckert über und legte die Gebäude ebenfalls in Asche. E h o r z o w. Bei Gelegenheit des Ablaßfestes fiel aus einer amerikanischen Schaukel auf dem Festplatze der Arbeiter Dikta heraus und zog sich schwere Verletzungen zu. -Groß - Kniegnitz. An BlutVergiftung verstarb hier Frau Fiedler. Sie war in einen' in Verwesung befindlichen Thierknochen getreten und hatte sich dabei eine Verwundung zugezogen. Klein - Dombroivka. Auf unerklärliche Weife ist auf dem Wodasch'schen Neubau ein Rüstbalken aus beträchtlicher Höhe hinabgestürzt und traf die 17 Jahre alte Handlangerin Nowack von hier so unglücklich, daß sie sofort todt zu Boden sank. M e r t s ch L tz. Der im 80. Lebensjähr stehende Gutsauszügler Bartsch feierte mit seiner neun Jahre jüngeren Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. O p p e l n. Eine Belohnung von 30 Mark bewilligte der RegierungsPräsident dem 15jährigen Bäckerlehrlinz Joseph Marczenik von hier, weil er den Schulknaben Theodor Patolla vom Tode des Ertrinkens rettete. Saaan. Auf der ftmnädtcr Chaussee wurde? der Speditionskutscher orntz von hier von se:nem Wagen überkabren. Die Räder ainaen ibm , über Hals und Beine. Bewußtlos

brachte man den Schwerverletzten, der

lange Zett ohne Hufe im Freien gel:gen, in seine Wohnung, wo er bald starb. Strregau. Selbstmord m Maskerade beging hier der 26 Jahre alte Maurer Härtel. Von seiner Frau zog er sich einen Unterrock, ein Corsett und eine Kattunjacke an und erhängte sich dann. Z a b r z e. Kürzlich wurde auf der Strecke Cokesanstalt - Guidogrube die Wittwe Pauline Heinusc.von hier von einem Eisenbahnzuge überfahren. Vrovinz Sachsen. Beendorf. Aus der Grube Prinz Wilhelm Nordschacht verungückte der Bergmann Jusko. Er gerietb Zwischen zwei Fördermann und wurde sehr schwer verletzt. B u r b a ch. Auf dem hiesigen Kaliwerke wurde der Bergmann Gebhardt aus Schwanefeld beim Sprengen von Salzmassen am Gesicht und an' beiden Armen-von einem Sprengschusse so schwer verletzt, daß er sofort dem Helmst' dter Krankenhause St. Marienberz zugeführt werden mußte. Halle. Dem Privatdozenten für Philosophie an der hiesigen Universität, Dr. Hermann Schwartz, ist der Professortitel verliehen worden. Heygendorf. Bei Abteufungsarbeiten im hiesigen Kalischachte n?urde der Bergmann Otto Schentzel von cinem gefüllten Fördereimer, der plötzlich in den Schacht zurücksauste, erschlagen. Naumourg. Letztens wurde das auf der Straße spielende 4jährige Töchterchen des Katasterzeichners Haupt von einem Lastwagen übersahren und war aus der Stelle todt. Oschersleben. Der Zimmergeselle Friedrich Müller, der bei Reparaturarbeiten an der Lehnertsgrabenbrücke beschäftigt war, wurde beim Geradenchten emes Pfahles durch diesen schwer am Kopfe verletzt. Sinsleben. Kürzlich fiel hier der 62jährige Wilhelm Linde aus Ermsleben von einem Fuder Heu auf die Dorfstraße hinab. Beim Ausschlagen auf die Erde wurde die Schädeldecke so schwer verletzt, daß er auf der Stelle todt war. S ch w e n d a. Am Eingange unseres Dorfes ist jetzt zum Andenken an den vor drei Jahren im hohen Alter verstorbenen Fürsten Alfred und den gleich darauf so jäh us dem Leben geschiedenen Fürsten Wolfgang vonStolberg - Stolberg vom hiesigen Harzclubzweigverein ein Denkstein gesetzt worden. Er trägt die Inschrift: Den Fürsten Alfred und Wolfgang, den hohen Freunden edler Menschenliebe, in dankbarem Gedächtniß. Der Harzclub - Zweigverein Schwenda." Stendal. Am Haferbreiterweg spielten mehrere Knaben, als plötzlich das Gefährt des Viehhändlers Füllgraf um die Ecke fuhr. Drei Knaben gelang es, noch rechtzeitig zur Seite zu springen, der neun Jahre alte Sohn Adolf des Postschaffners Hartmann dagegen wurde von der Deichsel gefaßt, niedergeworfen und von einem der Pferde getreten. Man hob den besinnungslosenKnaben auf, der eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen hatte. Weinberge. Dieser Tage feierte der Senior der Geistlichkeit der Provinz Sachsen, vielleicht der ganzen Monarchie, Pastor em. Gcrsdorf hi:rselbst, feinen 100. Geburtstag. -Arsvinz KrrncVer. Hannover. Bei einem Spazierritt in der Herrenhäuser Allee ist der Mitinhaber der bekannten Geschäftsbllcherfabrik König und Ebhardt, Dr. Hans Ebhardt, lebensgefährlich verunglückt. Sein Pferd scheute vor einem Automobil, Dr. Ebhardt wurde abgeworfen und erlitt so schwere Verletzungen, daß er die Besinnung verlor. Seinen 80. Geburtstag beging Senntor Knöwsnagel. Viele Glückwünsche in Briefen und Depeschen gingen ihm zu. . Bevensen. Dem neunjährigen Schüler Friedrich Borchers, Sohn des Dr. med. Borchers Hierselbst, ist die Erinnerungsmedaille für Errettung aus Gefahr verliehen worden. Er hatte den Knaben Rudat vom Tod des Ertrinkens gerettet. Ehmen. Schwer verunglückt ist der beim Landwirth Bartels in Stellung befindliche 18jährige Dienstknecht Hermann Menger. Er hatte die Pferde seines Dienstherrn abgezäumt und wollte sie in den Stall führen, als das eine von ihnen ausschlug und Menger so unglücklich an den Leib traf, daß er schwere innere Verletzungen erlitt. G i f h o r n. Letztens wurde der 73jährige Kanalarbeiter Hoffmann im Kanal todt aufgefunden. Die Leiche zeigte zwölf Messerstiche am Kopfe. Seiner Vaarschaft war der Todte beraubt. ' Als muthmaßlicher Thäter wurde der Arbeiter Vahlbusch von hier verhaftet. Nach längerem Verhör gestand er ein, dem Hoffmann die tödtlichen Messerstiche versetzt zu haben, in den Allerkanal habe er ihn aber nicht geworfen. Der Thäter wurde nach Huoesheim gebracht. H i l d e s h e i m. Im Alter von 77 Jahren starb hier der Domdechant Frieorich Hugo, Generalvttar der hiegen Diözese. Er wurde 1827 als Sohn des Lehrers Hugo km benachbarHorte Eaenstedt geboren. Klein - I l s e d e. Forster Stegen Hierselbst war kürzlich 70 Jahre im von Schwiecheldtschen Dienste. Im Alter von 22 Jahren, 1835, trat er in

oem um oen Vrenst an; zetzt zayit er 92 Lebensjahre. Nicht nur im öffentlichen Leben, sondern auch in Gemeindeangelegenheiten bethätigte er sich. Er besitzt eine außergewöhnlicheGeistesfrisch und ist noch sehr rüstig. Over. Beim Vogelschießen ver-

unglückt ist hier Oberbüchsenmacher Nizgäri vom Hamburger Pionierbataillon. Er wollte die Kartusche für den zweiten Schuß einstecken, als die Pulverladung - vorzeitig explodirte. I Drei Finger der linken Hand wurden j ihm weggerissen; spater mußte ihm nn Garnisonlazarctt die ganze Hand abgenommen werden. Seriem. Das 2jährige Söhnchen der Eheleute Mllhlenbesitzer Willms erkletterte in einem unbewachten Augenblicke die Galerie der im Gange befindlichen Mühle und wurde von einem Mühlenflügel zu Tode getroffen. U e tz e. Arbeiter Heinrich Dettmer aus Brökel war im Dreschbetriebe des Hofbesitzers Niewerth beschäftigt. Dabei gerieth er mit dem linken Bein in die Dreschmaschine, wobei ihm das Bein völlig zermalmt wurde. Im Josefsstift in Celle mußte das Bein imputirt werden. Frovinz Fosen. Posen. Architekt Lindner verkaufte sein Wohnhaus Hohenzollernstraße an die Herren Geheimen Sanitätsrath Dr. Hirschberg und Medizinalrath Dr. Pateuski für 330.000 Mark. Vromberg. Sein fünfzigjähriges Meisterjubiläum feierte der im 81. Lebensjahre stehende Tischlermeister Jakob Menning. Dombrowo. Hier erschoß der elfjährige Sohn des Försters Lenz einen tobsüchtigen Mann, der gewaltsam in die Lenz'sche Wohnung eindrang. Der Knabe hatte, um das Eindringen des Fremden zu verhindern, die Thür verschlossen, darauf öffnete der Tobsüchtigte jedoch die Thür mit einer Axt. In seiner Angst griff der Knabe zum Gewehr und erschoß in der Nothwehr den Fremden, der aus dem Nakeler Krankenhause ausgebrochen war. G r a tz. Hauptmann a. D. v. Hesberg, bisher Bezirksosfizier beimLandWehrbezirk Neutomischel, erhielt den Rothen Adlerorden 4. Klasse. K o l m a r. Eine Feuersbrunst wüthete am Markt und der angrenzenden Posener Straße. Im oberen Stock des Kaufmann Wendtlandfchen Hauses kam das Feuer aus, das bei mangelndem Wasser schnell um sich griff. Das zweistöckige Haus brannte vollständig nieder, ebenso dasNachbarhaus des Kaufmanns Kornau, der frühere dreistöckige Englandersche Speicher nebst sämmtlichen Hintergebäuden. Hierauf ergriff das Feuer das Nachbargebäude links, dem Restaurateur Traub in der Posener Straße gehörig, und legte auch dieses in Asche. Durch Niederreißen der nächsten Gebäude konnte dem weiteren Ausbreiten des Feuers Halt geboten werden. Schneide mühl. Erschossen hat sich in einer hiesigen Herberge der Brauer Gustav Gnade, am 18. Oktober 1869 in Magdeburg geboren. Jacques L e b a u d y, der Kaiser der Sahara, verweigerte dieser .Tage die Annahme einer Sendung von 40.000 Pfd. Sterl. aus den ihm zustehenden Einnahmen der Anconaer Zuckerfabrik, weil der Fabrikleiter, sein Vetter, nicht dressirte: Majestät Jacques I. Empereur." Auch mit seinen eigenen Brüdern ist der selbstgewählte Kaiser" in ernste Streitigkeiten gerathen. Die Brüder Lebaudy's haben, wie aus Paris gemeldet wird, vor Gericht den Prozeß gewonnen, den sie gegen ihren Bruder angestrengt hatten, weil dieser sich bisher geweigert hatte, auf Grund mit seinen Brüdern abgeschlossener Contrakte diejenigen Dokumente zu unterzeichnen, worin er nicht ls Kaiser der Sahara anerkannt war. Unter Dichtern. Wohin senden Sie zumeist Ihre Gedichte?" An die Redaktion der Lyrischen Welt"." Ach. die läßt Einen ja immer so lanae auf Antwort warten!" Ja, aber dafür dauert auch die angenehme Hoffnung länger!" Warnung. Beamter (zum Collegen, der ausgehen will, und nach dem Schirm greift): Sie, nehmen Sie keinen Schirm mit, Müller! Vielleicht regnet's . . ein hübsches Lärvchen begegnet Ihnen ... Sie bieten ihm den Schirm ln . . . morgen Rendezvous ... in einem halben Jahr Hochzeit . . . und uns fehlt der dritte Mann zum Skat! Steigerung. Was ist das für eine Schrift, Papa?" frägt der wißbegierige kleineFritz. Vater (Arzt): Chinesisch. Fritz: Da möcht' ich erst ein chinesisches Rezept sehen! Herausforderuno. Zwei Herren gerathen in heftigen Wortwechsel. Mein Hr", ruft schließlich der eine, Sie sind in meinen Augen ein completter Lump! Verstehen Sie mich wohl?. . . Wenn Sie ein Ehrenmann sind, so werden Sie nunmehr wissen, was Sie zu thun haben!" Kasernenhof - Blüthe. Feldwebel: Sie,. Rekrut Zwilcher, wie ist es Ihnen eigentlich geglückt, sich in die Menschheit zu schmuggeln?" Selbstbewußt. A.: Schau nur den Ochsen da an, wie der sein Haupt stolz trägt!", B.: Glarb's schon, bei den hohen Fleischpreisen!"

vtme Propyetin ser Raökolntrs. Riga, im Oktober. Einer der gediegensten Kenner des russischen Settenlebens, Baron E. A. von Steinheil, hat vor einiger Zeit eine interessante Kriminalskizze veröffentlicht, die er den Gerichtsaktcn entlehnt hat. Die kleine Arbeit hat gerade jetzt, wo die russische Regierung den Altgläubigen, und den anderen Schismatikern eine tolerantereBehandlung versprochen hat. aktuelles Jnteresse.' Sie erzählt in schlichten Worten von dem geradezu dämonischen Einfluß, den eine geschickte Betrügerin auf die 'sich zum fanatischen Martyrium drängenden Raskolniks auszuüben wußte. Iwan Timofejew war ein Führer der Sekte der Flagellanten. Als' er merkte, daß die Regierung ihm auf den Fersen war, flüchtete er in ein anderes Gouvernement, wo er sich für einen

zweiten Jesus Christus ausgab. Diese Betrügereien wurden ihm zum Verhangmß. Denn emesTages brach plotzlich die Polizei, die von dem Unfug Wind bekommen hatte, in das Bethaus ein und nahm eine Anzahl Raskolnik. darunter Timofejew und ein Weib namens Ustina Nikiforora gefangen. Man machte ihnen summarisch den Prozeß und verschickte sie auf zwölf Jahre in das östliche Sibirien. Hier in weltenlegener Einsamkeit reifte in ihnen der Plan, wie sie unter Ausnlltzung ihrer Fähigkeiten Ustina war Vorleserin der Raskolniks gewesen und des Fanatismus ihrer Glaubensgenossen zu Wohlstand gelangen könnten. Wie es ihnen, gemeinsam mit sechs Lehrlingen", die ihnen in blinder Verehrung ergeben waren und auf UstinasProphetenthum schwüren, möglich geworden, ihren Wächtern zu entkommen, ist nie aufgeklärt wo?den. Da es aber Timofejew nicht an Geld fehlte, so ist anzunehmen, daß der Schlüssel, der zu ihrer Freiheit führte vergolde! gewesen ist. Eines Tages verbreitete sich in einem Kreise des Saratowschen Gouvernements das Gerücht, daß eine Prophetin aus Jrkutsk nach dem Westen käme und alles Land durch Wunderthaten in Erstaunen setzte. Der Stanowoi des Bezirkes, der ein gutmüthiger Mensch war und die Raskolniks in ihren Bräuchen nicht störte, sofern sie ihm eine bescheidene Abgabe" entrichteten, beschloß nun, in aller Heimliche keit in's Dorf Kamenka zu fahren, um selbst zu sehen, was an der SacheWah-. res sei; denn hier hielt die Prophetin, die sich Ustina nannte, im Bethause der Raskolniks ihre Sitzungen" ab. Um Mitternacht betrat er plötzlich das versteckt gelegene Bethaus. Das Zimmer duftete stark nach Weihrauch; im Hintergrunde befand sich eine Art Bühne, wo die Prophetin betete und ihre Lehrlinge" annahm. Die Bauern erschraken.. Aber der Stanowoi beruhigte sie mit dem Bemerken, er wolle nur erproben, ob es Thatsache sei. daß die Ustina prophezeien könne. Und ohne sich in lange Unterhandlungen ehizulassen, fragte er sie: Sage mir. Prophetin, werde ich in nächster Zeit Unannehmlichkeiten haben?" Du wirst sie schon heute haben", entgegnete Ustina. Bestürzt fragte die Obrigkeit weiter: Und was mag das wohl sein?" Man hat dir deinDreigespann fort. geführt", sagte die Prophetin. Nach einer kleinen Pause fuhr sie fort: ..Ich will dir, dessen Nachsicht gegen die Gottesleute. die Raskolniks. ich kenne, die du nicht verfolgst, wie die geldqierigen ,Diener des Antichrists, die Tschinowniks. ich will dir die Pferde wieder zurllckschaffen. Auf die Räuber wird großes Seelenleid fallen, ich blende ihre Augen, so daß sie deine Pferde nach Kamenka -zurücktreiben werden." Das Gespann war in der That fort; andern Tags jedoch standen die Pferde wiederum vor der Thür des Hauses . . Es ereignete sich, daß einer d.r Bauern dc? Dorfes einen Lehrling der Prophetin dabei abfaßte, wie er im Begriff war, durchs Fenster des Hauses einzusteigen. Dabei wurden dem Diebe die Finger der einen Hand abgehauen. Schon am nächsten Tage wurde er gefangen und ins Gefängniß geführt; der Jsprawnik des Bezirks, der die Raskolniks haßte, ließ sofort die Prophetin und ihre sämmtlichen Lehr-, linge festnehmen. Zu ihrem Unglück führte die Verwundung des Lehrlings zum Tode, kurz vorher aber legte er ein Geständniß ab. daß. er Zusammen mit Ustina. mit Timofejew, der die Rolle des ersten Lehrlings spielte, und einigen .anderen aus der Verbannung entflohen sei. Statt der ordentlichen führten die Gefangenen sogenannte Pilgerpässe in slawischer Sprache bei sich. Äort hieß es: In Genehmigung des allmäckztigen Zaren aller Welten ist dieser Ukas meiner sündigen Seele gegeben. Es entließ mich der Gott der allerhöchsten Stadt, des Pustinkischen Kreises, des Kirchdorfs Vudow. Aufgeschrieben sind mir die Jahre meiner Leiden; einqeschrieben bin ich von der Polizei, die Verstand hat," u. 's. f. Dergleichen Pässe genießen unter den Raskolniks Autorität. Während der Verhandlung wußte die Prophetin mit der Erzählung ihrer Himmelfahrt" die Mence fo zu erregen, daß ihr. als sie ins Gefängniß zurückgeführt wurde, alles das Geleite gab. Man warf ihr KleidungSstucke unter die Füße und sammelt? Geld zu ihrer Vefreiuna. D?r Geistliöc. der aeaen sie aesvrocben bat-

ir, it'iuuc jufi yCicuugi. 4jcx cia; nam des inzwischen beerdigten Lehr lings wurde aber insgeheim Nachts ausgegraben und unter Gesang und bei FaSeUicht mit den größten Ehren bei gesetzt. Niemand vcn des Raskolniks wollte es glauben, daß :r den verräth:? aemackt tMi Die Nachforschungen, die man in folge des Geständnisses des diebischen Lehrlings anstellte, brachten ans Tageslicht, daß die ganze Bande aus Sibirien entflohen war. Wenige Tage, bevor das betreffende Aktenstück bei Ge, richt eintraf, verschwand Timofejew auf unerklärliche Weise aus dem Gefängniß. Die übrigen, unter ihnen dieunglücklicheProphetin. mußten auf's Neue den Weg nach Sibirien gehen. Der Jsprawnik aber schickte an die Regierung einen Bericht, in dem er die Ausrottung der Raskolniks empfahl. . Ein halbes Jahr war seitdem vergangen. Da meldete man eines Tages dem gutmüthigen Stanowoi. ein Mann wünsche ihn zu sprechen. Zu seinem Erstaunen erkannte der Beamte in dem fremden den entflohene Timofejew. Die Raskolniks", begann er haben mich beauftragt, dem Jsprawnik durch Sie diese Schrift zukommen zu lassen." Es war der Bericht des Jsprawnik. der Punkt für Punk! durch präzise Beweisgründe widerlegt war. Und noch eins." fuhr Timofejew fort, sagen Si: dem Jsprawnik, er möge sich, hüten, noch solche Berichte zu schreiben und länger als weiter: drei Monate im Dienst zu bleiben." Nach drei Wochen ließ sich der Js prawnik in ein Gouvernement versetzen, in dem kein Raskolnik war. Er kannte ihre Macht und fürchtete sie. "

Taö Konto eines Unteroffiziers. Vor dem Kriegsgericht in Ulm mußte sich der 'Unteroffizier August Carl von der 5. Batterie des 3. württembergischen Fvldartillerieregimenis Nr. 49 verantworten. Carl war zahlreicher, theils einfacher, theils fortgesetzter Mißhandlungen angeklagt, die er im Dezember 1900 begangen hat. Erst jetzt kamen sie zur Kenntniß der Behörde, weil die Angehörigen, bei Kanoniers Schlipf aus Aalen, dei von Carl zum siechen Menschen gemacht worden ist. Entschädigungsansprüche geltend machten. Schlipf ist ganz fürchterlich gequält worden. Sehi oft mußte er auch mit dreißigpfündiger Geschossen so lange strecken, bis e: ohnmächtig zu Boden fiel. 'Selbst Nachts setzte Carl seine Schindereien fort. Infolge solcher Behandlung er krankte Schlipf, der als blühender junger Mann zum Militär- gekommen war, dem aber dennoch der Dienst schwer fiel, schon nach einem Vierteljähr derart, daß er entlassen werden mußte. In ähnlicher Weise hat Carl auch andere Kanoniere behandelt. Meh rere Zeugen gaben auch an, der Wachtmeister Völschow habe es noch ärgei getrieben, sie wurden aber daran ge, hindert, gegen diesen Anklagen vorzubringen. Der Angeklagte Carl er. hielt sieben Monate Gefänqniß. Minister von Kautsch über die Tu. multe in Brunn. In der Sitzung des österreichischen Abgeordnetenhauses führte der MiNisterpräsident Frhr. v. Gautsch aus. er wolle die Ausschreitungen in Brünn. durchaus nicht auf Rechnung der Parteien stellen, müsse jedoch tonstatiren. daß ein Theil der Brunner Bevölkerung durch gewissenlose Agitatoren, die sich im entscheidenden Moment der Verantwortung zu entziehen wußten, fortgesetzt zu Ruhestörungen und Angriffen auf fremdes Eigenthum hinreißen ließ, die selbstverständlich unter allen Umständen auf das schärfste verurtheilt werden muten. Di: eingeleitete Untersuchung werde völlig unparteiisch die Wahrheit feststellen und die Schuldigen der verdienten Strafe zuführen. Auf die festgegründete. sachlicbe Auffassung der Regierung aber würden die Argumente der Straße in keiner Richtung und in keine: Weise Einfluß üben. (Beifall.) Der Jagdaufseher 5)üter wurde in einer Waldung bei Bromskirchen. Oberhessen, erickoen aufgefunden. Anscheinend sind Wilderer die Mörder. Dreimal zum Tode ver urtheilt wurde der Bäckergeselle Ernst Mogler. der in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni in Neckargartach die Eheleute Bullinger und deren vierjähriges Kind ermordete. Aus Livorno wird dem Corriere della Sera" gemeldet, ein japanisches Geschwader unter dem Kommando des Admirals Togo werde baldigst Livorno. Genua. Neapel und Palermo besuchen. Die Mannsaft werde in Civitavecchia an Land gehen. Der Admiral Togo und die Offiziere würden sich nach Rom begeben. wo der König sie empfangen werde. ' Die Jagdbeute des Kai fers in Nomintm insgesammt 19 Hirsche ist trotz des unbeständigen, regnerischen Wetters und der dadurch sehr beeinträchtigten Brunft immerhin erfolgreich zu nennm. Es kamen im Speziellen zur Strecke ein Zmanzigender. sieben Secbehnender. sechs Vierzeh nender. vier Zwolfmdcr und ein Zehncnder. Tas beste Geweih weist der Zwanzigmder auf; es wiegt mit Schädel neunzehn Pfund.