Indiana Tribüne, Volume 29, Number 69, Indianapolis, Marion County, 13 November 1905 — Page 5

Jndiana Tribüne, lS November 1905

Starker Einklang.

Von Elisabeth Messerschmidt. Einen Hammer möcht' ich halten. Welchen kaum die Arme tragen. Und mit doppelten Gewalten Ihn an eine Glocke schlagen. Und mit jedem Schlage klinge Lauter Ton aus erzner Kehle! Und mit jedem Schlage ringe Sich mein Fühlen aus der Seele! Welches in gefügten Worten Mir zur Unlust schwächlich zittert; Welches an des Tempels Pforte ivax entgleitet und zersplittert. hi; Alles will zusammenfassen Ich in einem vollen Tone; Und ihn weithin schallen lassen Bis huiauf zu Gottes Throne. Alles, was die Seele weitet. Und die Qual aus manchem Liede, Alles Fühlen, das' sich streitet. Wird im Einklang reiner Friede. Einen Hammer möcht' ich halten. Welchen kaum die Arme tragen. Und mit doppelten Gewalten Ihn an eine Glocke schlagen. Die ideale Bude. Humoristische Skizze von Lisa H. Löns. Es sind wirklich ein paar geradezu idale Buden, liebes Mutting." schrieb Fritz Neuhaus, unb urgemüthlich. Die möblirten Zimmer mit den zwei Oeldrucken,' den stereotypen Gipsfiguren und dem Spiegel mit Papierblumen hatten wir aber auch beide gründlich satt." Solche und ähnliche Schreiben erhielt die Frau Bürgermeister in jebtrn Briefe ihrer Söhne und war jedesmal ganz gerührt von tem häuslichen Sinn ihrer lieben Jungen, der daraus sprach. Sobald das Wetter besser wurde, wollte sie sie überraschen. Dieses oder jenes mochte doch noch fehlen, was einem Raume noch den letzten Anstrich der Wohnlichkeit gab; eine schöne Stickerei, ein paar Blattpflanzen oder dergleichen. Und eines Tages fuhr die alte Dame vor der Wohnung ihrer Söhne vor. ließ sich vom Portier die Schlüssel geben und stieg hinauf in den dritten Stock. Zweimal mußte sie unterwegs Rast' machen, wobei sie Gelegenheit fand, Betrachtungen darüber anzustellen, wie doch die Großstadt an einer Stelle Ausgleich für körperliche Arbeitsleiswng schafft, die sie ihren Bewohnern durch die Erzeugnisse der modeinen Technik an anderer Stelle nimmt. Endlich war sie am Ziel, steckte den Schlüssel in's Schloß und öffnete die Thür.' Es war gut, daß ein tiefer rother Ledersessel in der Näh? stand, in den sie Hrt1st 511)1! V 1 li Vi Ol C ivnuifc. .iiuuiyicu uuu aiictu5 noth waren es aber nicht, die ihr den Ton entlockten, der theils wie ein HNfeschrei, theils wie ein Wehlaut klang. Er hatte auch nicht seine Ursache darin, daß Kneifzange, Brecheisen und Korkzieher auf diesem Sessel ein beschauliches Dasein führten. Vielleicht war es die Rührung über den Kunst- und Sammelsinn ihrer Söhne oder dieWirkung des eigenthümlichen Geruches, der ihr entgegenströmte, vielleicht war auch der weite blaue Nebel, der in dem Raume schwebte, der Grund, daß die Frau Bürgermeister nach ihrem Taschentuch gnfs und sich einige Thränen abwischte, die langsam über ihre Backen liefen. Das ist nun mein Erziehungsresultat," seufzte sie. Und wie habe ich sie zu Ordnung und Reinlichkeit angehalten von Kind auf. Wenn das ihr seliger Vater wüßte, daß hinter den Scheiben seines Bücherschrankes Schmierstiefeln neben Rucksack und Fuchseisen zu finden sind!" Dann stand sie mit einer energischen Bewegung aus, legte Hut, Handschuhe und Mantel ab, wickelte eines der Handtücher, die auf dem Lavier lagen, um den Kopf, befestigte das andere in Art einer Schürze und steckte mit zwei großen Sicherheitsnadeln das Kleid hoch. Mitten im Zimmer blieb sie noch einknal stehen. An jedem der beiden Gasarme hingen, sauber im Strecker gefaltet, zwei Paar Unaussprechliche. Auf dem Tische stand eine Galerie vcrschiedener Flaschen und Gläser mit Resten einer klebrigen rothen Flüssigkeit, und neben einer prachtvollen kupfernen Bowle lag die Feuerzange. Der logische Zusammenhang dieser Dinge war ihr unklar. Die Spiegelkonsole zierte eine Rasierschüssel: der Pinsel und der Stiel einer silbernen Haarbürste sahen aus einer Delfter Base hervor. Schnurrbartbinde und ein rother Schlips hingen über einer Dantebüste, und daneben ruhte, in Veraamentpavier verpackt, auf dem rothen Ledereinband eines Goethebreviers ein halbes Pfund Butter. Ein Rehgehorn über dem Diwan diente als Aushänger einer Hundepeitsche und eines riesigen Schwammes, und am Fensterriegel versuchte ein Paar Radfahrstrümpfe dekorativ zu wirken. Noch einmal wischte die alte Dame ein paar feuchte Tropfen aus den Augenecken, dann putzte sie sich energisch die Nase und ging m's Schlafzimmer. Dort wurde es ihr bald klar, warum für verschiedene Gegenstände auf dem Waschtisch kein Platz war und warum in den letzten Wochen die Wäsche so merkwürdig dauerhafte Flecken aufwies. Die Schaar der AmateurPhotographen hatte sich um zwei vergrößert. Einige Bilder, die umherlagen, ließen aber darauf schließen, daß

9 Äersuchsobjekte für die Kamera

bislang nur Vertreter der. dunklen Rasse gedient hatten, wenigstens hob sich die Gesichtsfarbe nur unmerklich vom Hintergründe ab. Den Wäscheschrank fand sie JH Konservenbüchsen, die sie in ,mancken Freßkistchen" zur Bereicherung des Abendmenüs geschickt hatte. Sie wurden auf dem Bort tm Badezimmer untergebracht und die Wäsche, die unter den Betten ihr Dasein fristete, sortirt und in den Korb gepackt. Das Hundekorbchen fand, anstatt im Ausguß der Wasserleitung, seinen Platz in einer Ecke am Ofen, und ungezählte Cigar-ren-und Cigarettenreste waberten in den Ofen. So fegte, bürstete und ordnete sie tolle drei Stunden, und gerade war sie dabei, einige Bilder aufzuhängen, die theils mit. theils neben dem dazu gehörigen Glase unter dem Diwan gelegen hatten, als eilende Schritte die Treppe heraufkamen. Es war Fritz. Famos," rief er erfreut und küßte sie herzlich. Das ist ja großartig. So kommen die Sachen erst richtig zur Geltung. Hans meinte immer, irgend etwas sei bei uns noch nicht so. wie es sein könnte, wir wußten nur nicht was. Es'war wohl hier auch ein bißchen unordentlich? Wir hatten hier nämlich gestern eine kleine Geburtstagsfeier. Und auch die Gläser hast Du s2uber gemacht! Ja. weißt Du." setzte er eifrig hinzu, das machen wir immer selbst. Die Portiersfrau darf überHaupt nicht so viel bei uns anfassen. Solch' ungebildete Leute haben ja gar keine Ahnung von dem Werth solcher alten Gläser und gehen mit den Sachcn um wie Vandalen. Aber nun komm schnell, in einer halben Stunde treffen wir Hans, und dann essen wir zusammen. Wo hast Du übrigens meine Hausschuhe hingesetzt?" Die stehen jetzt unten im Waschtisch; da sind sie doch besser aufgehoben wie auf dem Bücherbört." Ja, das ist auch wahr," nickte der junge Mann. Und das Rasierbecken?" Das steht natürlich auf dem Waschtisch." Da kann man nur nicht ordentlich sehen und im Badezimmer beim Spiegel auch nicht. Aber wir werden uns schon daran gewöhnen. Hast Du. auch den Tabak nicht fortgeworfen, der in der Cakesdose war?" Aber, Fritz, habe ich schon jemals etwas fortgeworfen, was noch zu gebrauchen war? In die Tabaksdose' habe ich ihn gethan." Darin habe ich eigentlich niemals gern Tabak gehabt. Aber für StreichHölzer war das ein idealer Aufbewahrungsort," Und für Seife auch?" lachte die Mutter. Dann gingen sie mit einemder durch die Wohnung, und sie legte es dem jungen Manne recht an's Herz, sie nun auch ordentlich und sauber zu erhalten, und was der guten Ermahnungen mehr waren. In den nächsten vierzehn Tagen kamen rund ein Dutzend Postkarten mit Anfragen nach dem Aufenthaltsorte dieses oder jenes Gegenstandes. Ehe die dreizehnte eintraf, saß die Frau Bürgermeister wieder in der Eisenbahn; die übrigen Fragen, die noch kommen konnten, wollte sie persönlich beantworten. Der Portier händigte ihr die Schlüssel zur Wohnung ihrer Söhne ein. und mit größtem Interesse sah sie sich darin um. An den Armen de Gasleuchters hingen je ein Paar Unaussprechliche, auf dem rothen Ledersessel lagen Kneifzange. Korkzieher und Stemmeisen. Auf den Tasten des geöffneten Klaviers lag eine Pfeife, an dem Rchgehörn hing der Badeschwamm. Da ging sie in die Kammer, holte die Schmierstiefel und stellte sie in den BLcherschrank. hing die Radfahrstrümpfe an den Fensterriegel und stellte die Hutschachtel in die Badewanne. In den ganzenRäumen verstreut lagen Ci-garren-und Cigarettenreste, und über dem Ganzen schwebte ein graublauer Nebel, der nach Tabak roch. Da nickte sie lächelnd und schloß die Thür hinter sich zu. Nun hatte sie die Ueberzeugung, daß nichts mehr vermißt wurde; es war alles wieder am rechten Ort. Der älteste Briefkasten. Es sind rund 250 'Jahre her. daß Adam Olearius (Oelschläger), der Uebersetzer von Saadis Rosengarten", seine Morgenländische Reisebeschreibung" verfaßte. In diesem Werke, worin er die Reisen beschreibt, die er im Gefolge einer fürstlichen Gesandtschaft nach Rußland und Persien gemacht hatte, ist von einem bestimmten Ort und einem bestimmten Stein am Kap der guten Hoffnung die Rede, wo die Seefahrer, deren Weg nach OstZndien führte, Briefe niederlegten, damit, wie Olearius wörtlich schreibt, ander' vorbeifahrende Schiffsleute von ihrer Reyse, wo und wenn sie ausaeaanaen und wohin sie gereyset. Nachrichten haben mögen". Der genannte primitive Stem im sudlichsten Theil des afrikanischen Continents ist der erste Briefkasten, den die Historie nennt. Unverfroren. Gast: Wiserabet dünn ist die Bouillon wieder und voll sind die Teller auch niemals!" Kellner: Ta wär' sie ja noch dünner!"

Die Stadt Daku.

Naphk,a,eichthum. Geschichte, Baute, SilU l unv Bewohner öeS Lrtes. Die aus der alten Feindschaft zwischen Armeniern und Tataren in Baku, Russisch-Kaukasien, in jüngster Zeit entstandenen Metzeleien und BerWüstungen haben von Neuem die Aufmerksamkeit auf jenes gewaltige Centrum der Naphtha-Gewinnung gelenkt. In primitiven Formen ging die schon seit Jahrhunderten hier geübte Naphthagewinnung bis zum Jahre 1872 vor sich. Gering war demgemäß auch damals die Höhe d:r Produktion. ur einige Hunderttausend Pud (1 ud gleich 36 amerikanische Pfund) im Jahre. Rapide Steigerungen machten sich geltend, als die Regierung di: ölführenden Terrains in genanntem Jahre öffentlich, versteigerte, und die ersten Bohrbrunnen angelegt wurden. Schon im nächsten Jahr hob sich die Produktion auf das Zwanzigfache: 1856 bereits flössen durch die Röhrenleitung. die das Hauptbohrrevier von Balachane-Sabuntschi" mit Tschornij Gord.'' der schwarzen Stadt," dem Orte der chemischen Verarbeitung, verbind?t. nicht weniger als 123.000.000 Pud. Acht Jahre später waren es 300.000.000 und das Jahr 1901 verzeichnete 672.000.000 Pud. Vor 50 Jahren war Baku noch ein schmutziges Tatarendorf, über dem als einzige charakteristische Merkmale ein alter Chanpalast mit schönen arabischcn Thor- und Fensterverzierungen aufragte, der von grauen, finsteren Fesiungsmauern umgürtet ist, sowie der oval geformte hohe und ehrwürdige Kiß-Kalessi," der sagenhafte Mädchenthurm," von dem eine an zahlreichen Orten des Orients haftende Geschichte zu berichten welß, daß eine hübsche Sultanstcchter vor den Nachstellungen des eigenen Vaters Rettung durch einen Sprung in die See gefunden hat. Heute steigen lange Reihen gleichförmiger Lehmhäuser an den die Stadt umrahmenden Hügeln empor. Nüchtern massive. Steintauten, die modernen Verwaltungssitze, machen sich in den meist scknurgraden Straßenzügen der neuen Viertel breit. Die weiten phantastischen Rundbögen einer von den Russen erbauten moskowitischen Kathedrale blicken weithin über das Häusermcer. das mit seinen ringsum liegenden Vororten und den sich anschmiegenden verwahrlosten Tatarenansiedlungen zu Zeiten günstiger Lage des Naphthamarktes vielleicht 200,000 Einwohner faßt. Von schwerem ErdLlgeruch ist die Luft erfüllt. Rauchsäulen lagern über den Fabriken der schwarzen Stadt. Ein stoßweise auftretender heißer Wind, geschwängert vom Staub leicht verwitternder Mu-schelkalkerde.-benimmt im Sommer geradezu den Athem. Im Winter hingegen macht sein eisiger Hauch, aus den Kirgisensteppcn einherziehend, bis aus die Knochen erschauern. Und doch läßt die Hoffnung auf reichen Gewinn viele diese Lästigkeiten eines Aufenthaltes in Baku vergessen. Nicht gering ist die Zahl der Engländer. Teutschen, Iranzofen, die theils als Unternehmer, theils als Ingenieure diese Stätten sich zum Feld aufreibender Thätigkeit gewählt haben. ' Nbeinlandcr im Auslande. Nach einer statistischen Aufstellung gibt es in Belgien 25.464 Personen. welche in der Nheinprovinz geboren sind.' Von ihnen .sind 14,564 weiblichen Ceschlechts. In Holland wohnen 13.563 Rheinländer, darunter 7069 weibliche, in Luxemburg 8163 (3879). Daß eine große Anzahl von Rheinländern auch im benachbarten Frankreich anzutreffen ist. ist selbstverst'andlich; wirkt doch auch hier der GrenzbeVölkerungsaustausch stark mit, was schon daran erkennbar ist, daß bei der legten Volkszählung im Rheinland aLein 2300 Franzosen gezählt wurden. In der Schweiz befinden sich 2962 (1638 männliche und 1324 weibliche) Rheinländer, in Oesterreich 2040 (1206 männliche). Hauptniederlassunzsgebieie sind in diesen Ländern der Kanton Zürich mit 356 Köpfen. ferner Niederösierreich mit 837 und Böhmen mit 603 Köpfen. In den schweizerischen Großstädten leben allein 1038, in Wien 503 Rheinländer. Nur kleine Zahlen fallen auf die entferntem Länder: Ungarn 190. Spanien 60. Türkei 52. Schweden 32. Bulgarien 12 und Serbien 1 Rheinlänver. Ganz zerstreut begegnen uns auf den Philippinen 13. in Sansibar. Persien und den portugiesischen Kolonien je 2 Kinder vom Rhein. P o st p a ck e t v e r k e h r. Im Postpackeiverkehr zwischen den Ver. Staaten und Deutschland ist folgende Neuerung zu verzeichnen: Seit 1. Qktober ist das im Vereinsverkehr bcstehende Unbestellöarkeitsverfahren auch für den Postpackeiverkehr mit d:n Ver. Staaten eingeführt. Als Vermittelungsstelle für den Austausch des Schriftwechsels dient ausschließlich das Postamt 2 in Hamburg. Unbestellbar gemeldete Postpackete werden als preisgegeben behandelt, wenn die Verfügung des Absenders wegen der weiteren Behandlung des Packeis nicht binnen zwei Monaten nach Absendung der Unbestellbarkeitsmeldung bei der Vestimmungs-Posianstalt eingegangen ist. Von jetzt ab sind auch im Postpacketverkehr lebende Bienen in besonderen Behältnissen zur Versendung zu-gelassen,

Im Gefängniß zuVurte, Mont.. hat sich James Barnes zu Tode gehungert, wo er wegen Ermorwng von Patrick Hanley seit dem 3. September gefangen saß. Er lebte in fortwährender Furcht vor einem Lynchgericht, mehrere Selbstmordversuche wurden vereitelt und schließlich verweigerte er jede Nahrung. , Um die slav.ischen Auswandererverhältnisse zu studiren, ist dieser Äage in New York der in der Nähe von Posen ansässige Dr. L. Glabiß eingetroffen. Er hat die Absicht, sich volle zwei Jahre hier aufzuhalten. Der Doktor, der polnischer Oekonomist ist und mit den Universitäten Krakau und Lemberg in Beziehungen steht, wird zuerst die Iale und die Harvard Universität, an welchen er gute Freuniie hat, auf , einige Wochen besuchen und dann seine weitere Reise, die sich auf die ganzen Ver. Staaten erstrecken soll, antreten. Eine Chippewa - Jndianerin Namens Lizzie Denorkie wurde

von ihrem Manne Canic Brooks durch einen Schuß lebensgefährlich verwunixt. Die Geschickte trug sich in einem Hause zwischen Ashland, Wis., und Odanah zu. Die Squaw gehört einer der bekanntesten Jndianerfamilien im nordlichen Wisconsin an. Sie hat viel Eigenthum ,und heirathete vor einem Jahre Canic Brooks, einen Weißen. Der Streit zwischen den Eheleuten entsiand wegen . Geldangelegenheiten; Brooks wurde verhaftet. Zwei Brüder der Braut wurden während der letzten Jahre erschossen. Jedes mit einer Gepäckmarke am Rock versehen langten dieser Tage zwei farbige Kinder. John und Aethia Bates. im Alter von 10 und 7 Jahren, wohlbehalten von Gordonsville, Va., in Newark an. Auf den GePäckmarken, die aus einem dicken Stück Pappe-bestanden, war zu lesen, daß die Mutter, Frau Virginia Bates. die Kleinen in Empfang nehmen würde. Die Kinder wurden früh Morgens auf dem Bahnhof abgesetzt und erregten die Aufmerksamkeit eines Polizisten, der sich ihrer annahm und sie mit dem Patrolwagen nach der Revierwache bringen ließ, worauf später die Mutter gefunden wurde, welche die Kinder abholte. Eine gehörige Porti o n Unverfrorenheit besitzt ein Mann in Jersey City, N. I. Campobassano Domenico, ein Sprachlehrer, borgte sich vor zwei Jahren von 'Fräulein Mary Daueri, mit der er damals verlobt war, Z200. Bald darauf verschwand er. Vor einigen Wochen erhielt Frl. Daueri von ihm einen Brief aus San Francisco, in dem er um ein weiteres Darlehen bat. Dies wurde mit Entrüstung zurückgewiesen, aber Domenico ließ trotzdem mehrere Brandbriefe folgen, . die gleichzeitig derschiedene Drohungen ' enthielten. Fräulein Daueri wandte nch dann an einen Friedensrichter und auf dessen Rath schrieb sie an Domenico einen sehr freundlichen Brief, in dem sie ihn bat, persönlich herzukommen. Wirklich traf Domenico bald darauf ein und wurde in Frl. Daueri's Wohnung prompt verhaftet. Er wird sich wegen Benutzung der Post zu unlauteren Zwecken zu verantworten haben. Ueber Verloendung von Alkohol bei der Ausführung von Recepten hat Herr Ferkes von Kentucky. dieser oberste Steuerbeamte des Bundes, auf viele Anfragen hin den folgenden Bescheid gegeben: DroguenHändler und Apotheker dürfen bei der Ausführung von Rezepten und bei der Herstellung von Tinkturen zum Verkauf, wenn sie bona fide" für ärztliche Zwecke bestimmt sind, alkoholartige Flüssigkeiten gebrauchen, ohne eine Spezialsteuer als Liquorhändler gelöst zu haben. Aber Whiskey und andere alkoholartige Flüssigkeiten dürfen unvermifcht nicht durch Rezept verschrieben oder verkauft werden, auch nicht für ärztliche Zwecke, ohne daß der Verkäufer eine Spezial-Licenz als Liquorhändler besitzt. Ferner dürfen Aerzte einem Patienten Whiskey, wenn dieser nicht mit Arzneistoffen vermischt wird, nicht verschreiben, ohne daß sie zur Entrichtung der Spezialsteuer verpflichtet sind, selbst wenn der Whiskey nur für medizinische Zwecke verschrieben wird. FürEgg HarborCity, das fröhliche deutsche Weinsiädtchen im Osten, das erst kürzlich mit großem Glanz sein goldenes Jubiläum feierte, sind trübe Tage angebrochen. Es war dort neulich am Sonntag trocken. Alle Wirthschaften, alle Hotels waren geschlössen, d. h. es wurden keine geistigen Getränke irgend welcher Art verkauft. Die Schließung war auf Veranlassung des Gerichtes erfolgt, das durch den Staatsanwalt den diesbezüglichen Befehl ergehen ließ. Der Sonntag war der erste seit der Gründung Egg Harbor Citys vor nunmehr fünfzig Jahren, an dem die Wirthschaften geschlossen waren. Die .Bewohner der Stadt hatten von dem an die Wirthe ergangenen Befehle Kenntniß erhalten und fast alle' hatten dafür gesorgt, daß sie etwas Trinkbares im Hause hatten. Wenn es also heißt, daß es in Egg Harbor City jetzt am Sonntag trocken" ist, so ist diese Meldung mit dem bekannten Körnchen Salz" aufzufassen, denn daß viele Sewohner des schönen Wemstadtchcns Durst leiden, dürfte doch zu bezweifeln sein.

Allerlei für's HauS. Flüssiger Leim: 1 Unze Borax. -12 Unzen weiches Wasser, 2 Unzen zerstoßener Schellack .läßt man zusammen auflösen und kocht dies dann unter beständigem Umrühren, bis der Schellack völlig aufgelöst ist. Um Oelflecken aus Holzb ö d e n zu beseitigen, stellt man sich zunächst einen Brei aus Pfeifenerde und Benzin her, schmiert die beschmutzte Stelle damit ein und bedeckt, um das schnelle Verdünsten des Benzins zu verhindern, mit einem Tuch. Nach Verlauf von 3 4 Stunden wäscht man die Stelle mit möglichst heißem und scharfem Sodawasser ab und brennt selbige hierauf sofort mit Vrennspiritus aus. Schonetwassauergewordene eingemachte Früchte stellt man dadurch wieder her, daß man sie wieder aufkocht und jedem Pint Früchte eine Messerspitze voll gereinigte Potasche zusetzt.

Mittel gegen Schimmel. Es kommt häufig vor, daß in Räumen mit feuchten Mauern, in Schränken und anderen Behältnissen, auch an Kleidern und sonstigen Gegenständen Schimmel ansetzt. Wo Schriftstücke und wichtige Dokumente aufbewahrt werden, ist dies von unabsehbarer Tragweite, weil die Schrift sehr darunter leidet und oft ganz unleserlich werden kann. Das beste Mittel dagegen ist, außer fleißigem Lüften, die Ausstellung eines Gefäßes mit ungelöschtem Kalk. . der durch Absorbirung der Feuchtigkeit die Lust trocken und rein erhält, der Kalk rauß aber häufiger erneuert werden. Glas - Blenden. Um Glasscheiben in Schränken oder Fenstern zu blenden, macht man mit einem nicht zu vollen Pinsel mit perlgrauer Oelfarbe Flecke in handbreiten Entfernungen auf das Glas, nimmt dann ein Stück Watte und betupft mit der Farbe das ganze Glas. Selbstverständlich hängt das Gelingen des Blendens von dem gleichen, geschickten Tupfen ab. Wenn e Arbeit gut ausfällt, so sieht die Platte sehr tauschend dem mattgeschliffenen Glase ähnlich. Wünscht man die Farbe wieder zu entfernen, so betupft man das Glas so lange mit Watte, welche in Terpentin getaucht wurde, bis die Farbe verschwunden ist. Geschlossene Fußringe für Tauben muß man schon im Alter von 6 bis 8 Tagen anlegen. Dieses geschieht in der Weise, daß man drei Zehen zusammendrückt, die hintere Zehe nach oben legt und fcen Ring darüberzieht. Offene Ringe können selbstverständlich in jedem Alter angelegt werden. Ob die Tauben glattfüßig oder belatscht sind, hat auf das Anlegen der Fußringe keinen Einfluß. Da die Ringe unmittelbar über dem Fußgelenk beziehungsweise über der Hinteren Zehe geschlossen werden, beschädigen sie die Befiederung in keiner Weise. Bei den geschlossenen Fußrinaen muß man aber vor der Anlegung derselben überlegen, welche Größe zu verwenden ist, da die versdnevenen Rassen, wenn auch nur geringe, so doch immerhin einige Größenunterschiede aufweisen und namentlich die belatschten Tauben etwas weitere Ringe beanspruchen als glattfühige. Frühe Gemüse zu ziehen. Je stärker die Beete nach Süden zu geneigt smb, desto kräftiger werden sie die Sonnenwärme aufnehmen, ja, wo diese Neigung fehlt, sollte man sie kllnstttch herstellen. Die Erde auf diefen Beeten sollte womöglich schwarz sein, weil die schwarze Farbe nicht nur eine schnellere und intensivere Erwärmung des Bodens durch die Sonnenstrahlen bewirkt, sondern auch die Wärme länger zurückhält. Für etwa eintretende kalte Nächte oder Spätfröste sollte man die nöthigen SchutzVorrichtungen in Bereitschaft haben. Der bittexe Geschmack der Gurken entsteht meistens infolge der Wirkung der Sonnenstrahlen auf die Frucht. So lange die Gurken im Schatten der Blätter liegen, behalten sie ihren guten Geschmack. Wenn aber die große iHitze die Blätter derart erschläfst, daß sie der Frucht keinen Schatten mehr bieten können, werden die Früchte bitter. Um das Uebel zu vermeiden, muß man für hinreichende Beschattung der Früchte durch die Blätter Sorge tragen, und das Welken derselben durch gute Cultur und ausreichende Bewässerung verhindern. Um Korke luftdicht zu machen, schlägt man folgendes Versahren ein: Man löst reines Paraffin in einem Gefäß bei langsam wirkender Hitze auf und thut dann die völlig trockenen Korke in die gewonnene Flüssigkeit. Durch irgend eine einfache Vorrichtung muß man jedoch sorgen, daß die sonst schwimmenden Korke unter den Flüssigkeitsspiegel kommen. Auf. diese Weise wird die in den Poren enthaltene Luft durch das eindringende ' Paraffin ausgetrieben. Das ganze Verfahren dauert etwa 5 Minuten, worauf die Korke behufs Abkühlung herausgenommen werden. Die aus solche Weise luftdicht gemachten Korke zeichnen sich vor anderen dadurch aus. daß sie sich sehr leicht schneiden und bohren lassen, sowie ohne Mühe in den und aus dem Fla schenhals zu bringen sind. Dabei liegen diese Korke so fest an den Rändern des Glases an. daß dadurch ein völlig luftdichter Verschluß erzielt wird.

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