Indiana Tribüne, Volume 29, Number 69, Indianapolis, Marion County, 13 November 1905 — Page 3

Jndkanü Wune, 13. November 1905

Nach München Geht Kaiser Wilhelm zur Enthüllung eines Denkmals seines Großvaters.

Allgemeine Lage in Rußland. Ruhe

von Luxemburg schwer erkrankt. Programm des deutschen Reichstages. Dr. Karl Peters soll helfen. Hochzeit Prinz Eitel Friedrich's.

Teutschland. . Der Kaiser wird München besuchen. B e r l i n , 12. Nov. Für den Be such deZ KaiserpaareS und des Krön Prinzen und seiner Gemahlin in Nürnberg auS Anlaß der dort auf dem Ae gidienplatze am kommenden Dienstag stattfindenden Enthüllung des Kaiser WilhelM'DenkmalS, ist das folgende Programm aufgestellt worden: Wüh rend der Prinz-Regent Luitpold von Bayern und das GroßherzogSpaar von Baden, sowie Prinz und Prinzessin Ludwig und die Prinzen Leopold und Arnulf von Bayern bereits im Laufe deZ Montags in Nürnberg eintreffen, erfolgt die Ankunft des KaiserpaareS und deS KronprinzenpaareZ am Dien ftag, und zwar wird das Kronprinzen paar um 9 Uhr morgens, das Kaiser paar eine Viertelstunde später eintreffen. Am Bahnhof findet in Gegenwart deS Prinzregenten großer Empfang statt. Die Enthüllung deS Denkmals ist auf 11 Uhr Vormittags festgesetzt. Nach dem feierlichen Akt wird auf dem Marktplotz große Parade über dir zu sammengezogenen Garnisonen von Nürnberg, Amberg, Fuerth und Bai reuth abgehalten. Nachmittags sammeln sich die hohen Gäste im Festsaale deS RathhauseS zur großen atl und die Rückreise deS KaiserpaareS und der Kronprinzlichen Herrschaften ist für 5 Uhr Nachmittags in Aussicht genommen. DaZ zu enthüllende Reiterstandbild zeigt den Kaiser Wilhelm I. mit einem Lorbeerkranze auf dem Haupte. ES hat eine Höhe von etwa 15 Fuß und der in Mailänder Granit hergestellte Sockel trägt die Goldbuchftaben die Inschrift: Wilhelm I., Deutscher Kaiser." DaZ Standbild ist von Professor Dr. Kuemann, München, modellirt und in der Lenz'schen Erzgießerei in Nürnberg in Bronze gegossen worden. Programm für Reichs tag.' Berlin. 12. Nov. Die Regie, rung hatte ganz besondere Gründe die Einderusung des Reichstages zu be schleunigen. Hauptsächlich handelte eS sich darum, der Volksvertretung noch vor Weihnachten mehr als vier Wochen Zeit zur Erledigung der ersten Lesung der Finanzgesetze und deS Etats, der gleich beim Zusammentritt vorliegen wird, zu geben. Man gedenkt den 16. November zu wählen, an dem der Reichstag die geschäftlichen Angelegen heiten erledigen soll. Am 17. werden Finanzreform und Etat eingebracht werden und dann zum Studium beider Gesetze eine Pause bis zum 20. eintre ten, an welchem Tage die erste Lesung beginnt. Bis zum Eintritt der Weih nachtsferien find dann noch 21 Tage übrig, die wohl 'für die beiden ersten Lesungen ausreichen dürften. Anfangs beabsichtigte man, die Sitzung erst für die letzten Tage des November einzuberufen, kam aber zu dem Schlüsse, daß eS unklug sein würde, sich seitens der Sozialiften dem Vorwurf auszusetzen, eS läge der Re gierung daran, ihr Finanzprogramm durchzupeitschen. Prinz Eitel Friedlich 'S Hochzeit. Berlin, 12. Nov. Die Hochzeit deS Vrinttn Eitel'Friedrich und der Herzogin Sophie Eharlotte von Olden bürg wird voranösichtlich am 27. Febr. des nächsten Jahres stattfinden. An demselben Tage feiert das Kaiserpaar das Fest der silbernen Hochzeit. Am kommenden Donnerstag ist der Prinz Gast deS GroßherzögS von Oldenburg, seines zukünftigen Schwiegervaters, bei I dessen Geburtstagsfeier. Dr. Karl Peter s' Dienste gewünscht. Berlin, 12. Nov. Von Freun den deS Dr. Karl PeterS. deS Begrün derS der Kolonie Deutfch.Ostafrika, welcher seinerzei wegen . angeblich auf seiner Kilimandscharo Expedition im Jahre 1891 begangener Grausamkeiten mit Dienstentlassung bestraft wurde,

in St. Petersburg. Der Großherzog

sich dann in englische Dienste begab, aber im letzten Juli vom Kaiser begna digt wurde, wird wieder eifrig dafür agitirt, daß seine reiche Erfahrung für die deutsche Kolönialverwaltung nutz bar gemacht werde. ES solle irgend eine Form . gefunden werden, um die sen Zweck zu erreichen, da seine An fiellung als Beamter nicht möglich sei. GuteMeldung auSDeutsch " Oftafrika. B e r l i n. 12. Nov. Berichte auS Dar.eS'Salaam in DeutschOstafrika melden ein Abflauen des AufftandS im Bezirk Kilwa an der Küste. Der tele graphische Verkehr von Matumbi bis zur Küste, der geraume Zeit unter krochen war, hat endlich wieder herge stellt werden können. Major Graf v. Götzen, der Gouver neur deS Schußgebiets, berichtet, daß er die Rebellen in mehreren Gefechten auf'S Haupt geschlagen hat. Die Eingebo renen erlitten schwere Verluste, während eS auf deutscher Seite nur Verhältniß mäßig wenige Verwundete gab. Tau sende vom Wangonl'Stamm erlitten unweit Nyambengo eine gesalzene Nie derlage. Großherzog von Luxem bürg schwer krank. Berlin, 12. Nov. Nach einer heute Abend eingetroffenen telegraphi schen Meldung liegt Großherzig Adols von Luxemburg auf Schloß Hohendurg im Sterben. Er hat sein Testament gemacht, und die nächsten Verwandten des greisen Fürsten sind an seinem 2aj ger versammelt. Der Verfall der Kräfte ist ein langsamer, doch ist der Eintritt des Todes nur eine Frage kurzer Zeit, wie die Aerzte versichern. Der Groß Herzog ist seit Monaten leidend gewe sen. Am letzten 12. Juli war eS ihm nach vergönnt, ein Jubiläum zu bege hen, wie eS in den Annalen des preu ßischen HeereS noch nie verzeichnet ge Wesen: daS fünfzigjährige Jubiläum feiner Ernennung zum General der Kavallerie. Für diplomatischen Po. st e n a uS e r s e,h e n. Berlin. 12. Nov. ES verlautet auS guter Quelle, daß Erbprinz Ernst zu Hohenlohe - Langendurg, welcher während der Minderjährigkeit des Her zogS Karl Eduard Regent in den Her zogthümern SaqsenKoburg und Go tha gewesen, für einen hohen diploma tischen Posten ausersehen worden ist. RektorKommerSinChar' l o t t e n b u r g fällt aus. Cbarlottenburg, 12. Nov. Der übliche Kommers anläßlich der Einführung des neuen Rektors der Technischen Hochschule fällt wegen der unter der Studentenschaft herrschenden Unzufriedenheit diesmal aus. Be kanntlich ist beim Beginn des Winter semesterS der Konflikt wegen deS Stu dentenausschusses wiederum auSgebro chen und die Gegensätze haben sich mehr verschärst als je. Norwegen Volksabstimmung. C h r i st i a n i a , 12. Nov. Die Volksabstimmung, ob Prinz Karl von Dänemark König werden soll oder nicht, hat heute begonnen. Die Bethei ligung ist eine sehr starke. In Chri ftianla aben von 40.000 Stimmbe rechtigten bereits 25,000 gestimmt. Rußland. Angst vor Judenkra wallen. W a r s ch a u, 12. Nov. Die Pro klamirung des Belagerungszustandes in allen 10 Gouvernements von Russisch Polen hat überrascht und man besürch tet, daß eö noch zu Ruhestörungen kommen mag, die schlimmer find wie die bisherigen. Schrecken ligert über der Stadt. ES erhalten sich Gerüchte, oaß antisemitische Krawalle geplant werden. Die Juden verbarikadiren ihre Häuser und bewaffnen fich mit Ge wehren. Revolvern und Messern. In Folge deS Generalstreiks wird die Noth stündlich schlimmer. ES fängt bereits an Kohlen undNahrungSmltteln zu mangeln. V .

Allgemeine Lage. S t. Petersburg, 12. Nov. Mit jedem Tage wird eS klarer, daß die russischen Reformer wenig auS der Geschichte gelernt haben und daß Ruß land wie andere Länder einen dornigen Weg zur Freiheit gehen muß. ES scheint entschlossen, den höchsten Preis für seine politische Erziehung zu zahlen. Die verschiedenen Gruppen, in welche sich die Liberalen theilen und selbst die, welche den wirklichen KonstitutionalkS muS, den Witte anstrebt, befürworten, würden anscheinend daS Land in Anar chie gerathen lassen, als einen Finger rühren, um Witte zu unterstützen. Die Führer zeigen Alles eher wie selbstlosen Patriotismus; sie haben politischen Ehrgeiz und glauben, daß die gegen wärtige Regierung nur bis zum Be ginn der Sitzungen der Bolksvertre tung halten wird. Sie wollen keine Aemter in einer Regierung annehmen, deren Schicksal ihnen besiegelt scheint. Sie begreifen freilich ebenso wie Gras Witte, daß die alte Partei, welche so lange am Hofe herrschte, gerne den Kampf für die Reaktion aufnehmen, den gegenwärtigen Premier verdrängen und das ganze Reformprogramm ver krüppeln würde. Sie geben zu, daß Graf Witte der einzige Mann ist, der mit der Hofkamarilla fertig werden kann, trotzdem weigern sie fich, ihm zu einem festen Sitz im Sattel zu helfen. Eine Gefahr der Reaktion kommt übri genS nicht mehr in Betracht. Der Kaiser konnte nicht zurückgehen, selbst wenn er wollte; ein solcher Ver such würde ihn den Thron kosten. Daß die Reformelemente mit den Sozialdemokraten nicht gebrochen ha den, ist bedenklich. Dies mag die ex tremen Agitatoren ermuthigen und eine Fortsetzung der blutigen Zusammen flöße zur Folge haben. Glücklicher Weise beginnt man diese Gefahr einzu sehen. So hat Fürst Eugen Trubetz koi zwar ein Ministerpoetefeuille abge lehnt, aber in einem offenen Briefe dem Volke den Rath ertheilt, Graf Witte zu unterstützen. Ganz gleich handelten Dimitri Schipoff und Gutchkoff, die nach Moskau zurückgekehrt sind. Die Regierung hat auch eine Crklä rung erlassen, durch welche bekannt ge macht wird, daß die Leute der Armee und der Flotte künftig bessere Nahrung und Kleidung erhalten sollen. Ruhe in St. Petersburg. St. Petersburg. 12. Nov. Der Tag -verlief ruhig. Aus keinem Theile der Stadt werden Excesse berich tet, doch find die Juden noch in großer Besorgniß. DaS Kriegsrecht ist zu Kremenchug und Tiflis aufgehoben worden. Vater Gapon. St. Petersburg, 13. Noobr. Vater Gapon wird die gewährie Am nestie benutzen und nach Rußland zu rückkehren. Er soll sich schon auf dem cm . ?

'uege meroer oennoen. Fleischnoth. Jnterpella t i o n. Dresden, 12. Nov. Im Land. tage beantwortete Ministerpräsident v. Metzsch eine auf die Fleischnoth bezüg liche Interpellation. Er führte aus. daß die Einfuhr von lebenden Rindern und Schweinefleisch aus Oesterreich ge stattet sei. Dagegen sei die Einfuhr von lebenden Schweinen ausgeschlossen. In Oesterreich . Ungarn gebe es 1859 verseuchte und 361 seuchenverdächtige Ortschaften und jenseits der Grenze herrsche ein gleicher Mangel an Fleisch wie in Deutschland. Bayerische Wahlreform. München. 12, Nov. In der Kammer der Abgeordneten wurde die erste Lesung der Wahlreform Vorlage beendet. Sie ist bekanntlich eine Wie derholung deS im vorigen Jahre nicht zu Stande gekommenen RegierungS entwurfS und war vom Centrum auf'S Neue eingebracht worden. Die Vor läge fordert die gesetzliche Wahlkreis elntheilung nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1900. die relative Mehr heit und die einjährige'Steuerleiftung. Der Antrag , den Frauen das Stimmrecht zu gewähren, ging ver loren. Ein bevorstehender San d e s v e r r.a t h s P r o z e ß. Leipzig, 12. Nov. DaS Reichs gericht verhandelt am 18. November den LandeSverrathS Prozeß gegen die russische Schriststellerin Zinaldi Smol janlnow. Sie ist eine blendende Er scheinung, und da sie ausgezeichnet em pfohlen war, fand sie seinerzeit Zutritt in per besten Berliner Gesellschaft. In Baden-Baden erfolgte ihre Verhaftung als Spionln. Zahlreiche Mitglieder der ersten Gesellschaftskreise find zu dem Prozeß als Zeugen geladen.

Großbritannien. Zur Botschaft erhoben. London, 15. November. Dem Daily Telegraph" wird von seinem Correspondenten aus Tokio gemeldet: ES Wird officiell angekündigt, daß die amerikanische Gesandtschaft zu einer Botschaft erhoben worden ist. ViceAdmiral Togo wird mit einem Geschwader wahrscheinlich im März England besuchen." Schweiz. Leopold Wölfling in neuer Rolle. Genf, 11. Nov. Der ehemalige Erzherzog Leopold, welcher die Schau spielerin AdamovicS heirathete und aU len Titeln und Ansprüchen an seine Familie entsagte, wurde bekanntlich unter dem Namen Wölfling schweizer Bürger. Wie jeder schweizer Bürger, wurde Wölfling auch zu einer militäri schen Uebung eingezogen, aber als ge meiner Soldat, nicht als General, was er in der österreichischen Armee gewesen war. Er mußte den Dienst mitmachen und in der Kaserne Arbeiten, wie Auf waschen u. s. w., gleich jedem anderen Soldaten thun. ' Italien. Drahtlose T e l e g r a p h i e. R o m , 12. Nov. Signor Gualtu rotti, Minister des Post und Telegra phenwesenS, hat eine Kommission er

nannt, welche die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie ftudiren soll, da er die Absicht hat, an 10 hervorragen den Handelsorten 10, Stationen für drahtlose Telegraphie zu errichten. ZurMarokko-Konferenz. Rom, 12. Nov. Der Botschafter nach Madrid, Signor Silvestrelli, wird Italien bei der MarokkoKonferenz ver treten. Südamerikanischer Car d i n a l. R o m 12. Nov. Die.Nachricht, daß Erzbischof Cavalcenti' di Albuquerque von Rio de Janeiro, Brasilien, zum Cardinal erhoben werden soll, hat bei den anderen lateinischamerlkanischen Republiken Verdruß erregt. Argen tinien beansprucht dieselbe Ehre, weil das ErzbiSthum Santiago das älteste in Südamerika sei und Peru, weil eS das erste Land in Südamerika war, in dem eine katholische Hirarchie errichtet wurde. "Der Vatican hat die Mißvergnügten damit beruhigt, daß mit Verleihung der Würde abgewechselt werden solle. Japan. Parlament berufen. T o k i'o , 12. Nov. Ein kaifer licheS Rescript beruft das Parlament auf den 25. December. Offene Stellen in der Flotte. W a s h l n g t o n, 12. Novbr. Der Flottensekretär kündigt an, daß am 9. Januar 1906 eine Prüfung in der Flottenstatkon stattfinden wird,. um die tüchtigsten Lente für 12 HilfSzahl meisterstellen in der Flotte auSzufin den. Appellationen um Zulassung zur Prüfung find bis zum 15. Dezember 1905 an den HilfZ.Flottenfekretär zu richten. Schiffsnachrichten. New York: .Jtalia" von Genua, Nea pel und Palermo; Caledonia' von Glasgow und Moville; Min netonka- von London; Cttta di Napoli" von Genua und Neapel. Neapel: Repuhlic" von Genua und Palermo nach New Vork. Boulogne: Nooidam" nach New Jork. L verpool: Eeorgic" nach New York. Dover: Finland" nach New York; Penna- nach New York über Boulogne. QueenStown: .Caronia" von Lider Pool nach New York. Ein Mittel aeaen Brots ch i m m e l. In Haushaltungen, wo man gewöhnlich größere Mengen Brot auf einmal bäckt, pflegt letzteres im Sommer oder bei Aufbewahrung im Keller leicht schimmlig zu werden. Als erprobtes Mittel gegen diesen Uebelstand empfiehlt es sich, das frisch gebackene Brot, sobald es aus dem Ofen kommt, in einen Mehlsack zu stecken, in welchem noch etwas Mehl zuruagebue ben ist, und zwar so. dak die Ober rinden des Brodes aufeinander zu liegen kommen. Hiernach bindet man den Sack zu und hängt ihn an einen luftigen Ort freischwebend auf. . Auf diese Weise läßt sich das Brot vier bis sechs Wochen aufbewahren, ohne trocken fu werden oder auch' nur eine Spur von Schimmel anzusehen. Vor dem Gebrauch legt man es eine Nacht in den Keller, damit es wieder geschmeidig wtrs.

Zlnsere Warmespender.

VeZzclung der Heizkörper vor ihrer I dicn,ts:cSung. Der Ofen, der während des Sommers unbeachtet in der Ecke stand, ist nun Wieder zu Ehren gekommen. Wenn er zum ersten Mal wieder gefuttert wird, rächt er sich auch oft scheinbar für die ihm gewordene Vernachlässigung und raucht und rußt nach Kräften. Daran läßt fich meist wenig ändern, es hat das meist seinen Grund in den kalten Schornsteinen, die den Zug erschwer ren und ohne Zug kann das Feuer nicht brennen. Das find iedoch nicht seine schlimmsten Muöen. Wesentlich unangenehmer sind die Gerüche," die er den lieten langen Tag aussendet, diese lassen sich aber fast immer durch Reinlichseit vermeiden. Vor der ersten Benutzung säubere man Oefen und Heizkörper von Centralheizungen auf das gründlichste, scheuere mit Wasser (aber nicht mit Seife) alle Metalltheile naß ab und veraesse dabei nicht die Röhren, die vom Ofen zum Schornstein führen und meist leider schwer zugänglich sind, bezw. bei Centralheizungen die Zuleitungsröhren zu den Heizkörpern. Namentlich wenn letztere sehr versteckt liegen, passirt es, daß man sie übersieht und sie nicht abwascht. Die Folge ist, daß der Staub, der sich im Laufe des Sommers aus ihnen angesammelt hat und vielleicht auch Papierschnitzel, Obstschalenresie und dergleichen, die auf irgend eine Meise hingelangten, anfangen zu schmoren und zu brutzeln und eine unangenehme trockene Luft erzeugen, die der Gesundheit nachtheilig ist. Eine unangenehme Ueberraschung kann einem zutheil werden, wenn man im Sommer etwas hat neu streichen lassen und die Heizkörper der CentralHeizungen dabei'mit gewöhnlicher Oelfärbe oder Lack gestrichen worden sind, damit sie besser aussehen." Ter dann auftretende Gestank ist meist nicht anders zu beseitigen, als durch völliges Abkratzen der Farbe. Heizkörper sollten eigentlich gar nicht gestrichen werden, geschieht es, dann nur von durchaus sachkundiger und erfahrener Hand mit hierfür geeigneten Spezialfarben. Das regelmäßige Abwäschen des Ofens ist für die Gesundheit weit wichtiger als das Putzen der Fenster, es soll daher mindestens drei- bis viermal so oft geschehen wie das letztere. Getrönkcverbrauch in Zxrankreicd. Der französische Getränkekonsum im Jahre 1904 stellte sich nach einer kürzlich veröffentlichten Statistik für eine Gesammtbevölkeruna von 33,666,356 Einwohner auf 40,354,913 Hektoliter (1 Hektoliter gleich 100 Liter gleich 26.4 Gallonen) Wein, 5,407,892 Hek toliter Apfelwein, 1,529,384 Hektoliter Alkohol, 90,211 Hektoliter Likörweine. Darnach entfallen auf zeden Franzosen. mit Einrechnung der aus 9.034.607 Hektoliter Wein, 6.622.936 Hektoliter Apfelwein und 92.278 Hekttoliter Alkohol berechneten Erzeugung der Eigenbrenner. 1.27 Wein, 31 Liter Apfelwein, 4.17 Liter Alkohol und 0.24 Liter Likörwein. Paris beanspruchte von diesen Getränkemassen 5.000.374 Hektoliter Wein. 77.015 Hektoliter Apsel wein. 104.330 Hektoliter Alkohol und 13.178 Hektoliter Likörweine, also per Kopf der Bevölkerung 1.91 Hektoliter Wein. 2 Liter Apfelwein. 3.84 Liter Alkohol und 0.48 Liter Likörweine. Noch starker war der Wemkonsum tn der Pariser Bannmeile, da für das ganze Seine-Departement die KonsumZiffern per Kopf 3.17, 0.06. 6.79 und 0.15 betrugen. An zweiter Stelle stand im Wemkonsum das Departement Haute-Marne. dann Aube. Lot-et-Ga-rönne' Harte-Garonne. Am meisten Apfelwein verbrauchten diebretnischen bezw. normannischen Depaartements Jlle-et-Villaine. Manche. Calvados. Mayenne. Orne, Eure und Chotes-du-Nord. Im Alkoholkonsum stand obenan Calvados mit 19.33 Liter pro Kopf, dann Seine-Jnferieure mit 12.41, Eure mit 11.21, Orne Mit 9.81. Den ge ringsten Alkoholkonsum wiesen auf: Correze mit 1.01 und Gers mit 1.02 Liter. Schlechte Postverbindnng. In jedem Herbste werden hierzulande berechtigte Klagen über spates Eintresfen der Postsachen von Europa laut. Die Ursache für den Uebelstand liegt darin, daß die Dampferumen iin Im terhalbiahre einen anderen Fcchrplan einhalten, als im Sommer. Heuer sind nun, nach der Aussage von New Yorker Postbeamten, die Fahrpläne derart eingerichtet, daß alle zwei Wochen einmal zwischen der Ankunft der emen und dem Eintreffen der nächsten europäischen Post vier und im Falle, daß der Dampfer mit der letzteren Post sich noch verspätet, sogar fünf Taage verstreichen können. Es heißt, daß sich die Reqi!? in Washington. D. C., in's MitU' legen irnb die eine oder die anderc Schiffsgesellschaft ersuchen wird, ihre betreffenden Dampfer von Europa um einen oder z'.vei Tage früher abfahren zu lassen. Hochbetagte Synago-gen-M itg lie der. Als jüngst tn Mülheim a. d. Ruhr. Rheinprovinz, der Grundstesn zu einer neuen Synagoge gelegt wurde, betheiligten sich auch die drei ältesten Gemeinde-Mitglieder. Davon zählte einer. Michael Hirsch, 102 Jahre, der zweite, Dr. Markus, 90 Jahre und der ..jüngste des KleeblatieZ.M. Kann. 72 Jahre,

3nt Geschichte der Jobanuisbccre.

Die Johannisbeere hat sich erst spät ein Bürgerrecht in den Gärten erworben; jedenfalls gehört sie zu den jüngsten Obstsorten desselben. Das Alterthum kannte sie nicht; die hellenischen Dichter, die doch sonst jedes Kind Florens und Pomonens in ihren Gesängen verherrlichen, erwähnen sie nicht und auch die römischen Leckermäuler, die bekanntlich die meisten unserer heutigen Obstsorten schon vor 2000 Jahren zu schätzen wußten, scheinen sich auch nicht an Johaannisbeeren delektirt zu haben. Erst im Mittelalter läßt sich die Kultur des Strauches nachweisen, und zwar fand dieselbe in Klostergärien statt, was auch der mittelalterliche Name der Früchte Beere der Brüder" erkennen läßt. Erst gegen Ende des 15. JahrHunderts scheint die Johannisbeere nach Deutschland gekommen zu sein. und zwar aus Frankreich, welches Land sie durch die Normannen erhielt. In Skandinavien, in Nordrußland, Sibirien und Nordamerika, in der Türkei und dem übrigen Orient, wie auf dem Himalaya ist ihre Heimath; dort wird sie auch heute noch wildwachsend angetroffen. Heute hat sich der Strauch ganz Nord- und Mitteleuropa erobert, und seine Früchte sind überall beliebt. Nach 14 Jahrein. Das Wrack eines Schiffes, das man für dasjenige des Schooners Thomas Hmne" hält, der vor 14 Jahren mit feiner Besatzung von sieben Männern spurlos verschwand, wurde jüngst im Michigan-See, zwei Meilen von New Buffalo. Mich., von Fischern aufgefunden. Die Heuernte der Ver. Staaten repräsentirte im Jahre 1904 einen Werth von Z500.000.000. Trolleystangen sollen in Wakefield, England, als Ventilatoren für Abzugs-Kanale Verwendung finden. EDWARD "W. MESSMER, 102 Madifon Ave. 9.,. Alleiniger Agent der berühmte Williams Pumpen "NO TRIX" "TO NX". Garantirt eine.Holzvumpe au? Eisen gemacht. Um die Williams Pumpen ta dieser Stadt einzu söhren, werden dieselben für nur kurze M Zeit zu dem anferst niedrigen Preise von V0J verlaust. Ito. 449 Gft Washington Str. ,n (H Office: 3333 R. ente Bf f. Altes Telephon Main 2525. Carl Pleschner, Händler n Vserde-Geschirren, Satteln, Koffern, u. s. v., u. s. v. befindet sich jetzt in seinem neuen Lokale Ko. 3l1 Ost Washington Ct. Ltetl die besten Waaren zu de niedrigsten Preise. Züge ersten Ranges Schnelle Zeitig Zu bequemen Stunden ! 14 12 Q U 6 Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. Züge zwischen JndianapoltS und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Dettoit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Spnngsield, Illinois. Parlor Waggon an ale lagek und Echlas waggonl an aüea Nacht-ZSge. Indianapolis Office': Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. 91. P. Algeo, D. P. A. 1AKE EHIE &WESTERII ...Fahrzeit der Züge... bkahrt ukn lokdo, hicazo id VNchiga? r,reßt 7.15 tl0.il rled,.troU nd htcag .... ..H.M f JU VUbtga TUN, Stattete n.Lasad,ttepl5 TJW tio.1 tS glich Corattagl. t anlgtBsamta

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