Indiana Tribüne, Volume 29, Number 69, Indianapolis, Marion County, 13 November 1905 — Page 1

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, Erscheint seden- Nartimittag. j Jahrgang 29. Indianapolis, Ind., Montag, . 13. November M No. 69.

Die Vlilmcn-Ausstellung

wird am Dienstag ihre Thüren öffnen. Die Tomlinson Halle wird einem Märchengarten gleichen. Diese Woche steht im Zeichen der hol. den Blumengöttin Flora. In deu Schaufenstern der Mitglieder der Merchantö' Assn. verkünden prächtige Blumenöekorationen da? große In tereffe. welches unsere GeschästZwelt an dem Ereigniß nimmt. In der Tomlinson Halle wird sich am Dienstag bei Eröffnung der Blumen'AuZstellung die diftinguirte Gesellschast unserer Stadt ein Rendezvous geben. Kein Wunder,' ist es. doch durch die Alles erforschende Presse bekannt geworden, daß die Kennzeichen der Gar netkunst, die Resultate jahrelanger, sorgfältiger Pflege, in überraschender Anordnung und Vielfältigkeit für die Ausstellung zusammengebracht werden, daß nicht nur die Blumenliebhaber sich diesen Hochgenuß gönnen, sondern daß auch alle Interessenten deS zeitgemäßen Fortschrittes die Wunder der Florikul. tur in Augenschein nehmen werden. Die frohe Jugend dürfte einen her vorragenden Theil der AuSstellungS besuche? betragen, wirkt doch daS Schöne in seiner Gesammtheit schon erzieherisch und erhebend, zumal Natur und Kunst so herzerquickend harmoniren, nirgends Steifheit, sondern edle Formen und anmuthige, gefällige Ar rangementS zu erblicken fein werden. 'Kunstsinn und Fleiß haben flch der eint, um die morgen beginnende BIumen'AuSftellung zu einer sehenZwerthen zu machen. Südseite Schvaben-Verein. Der Südseite Schwabenverein hielt gestern unter Vorsitz seines Präsidenten Carl Reifeis seine regelmäßige Sitzung ab, die sich einlS wahrhaft großartigen Besuches erfreute. DaS Ball.Comite reichte seinen Be richt ein, aus welchem ersichtlich war, daß der Ball in jeder Beziehung ein Erfolg gewesen. Man sprach den Theilnehmern und Gönnern der Festlichkeit den Dank des Vereins aus, und machte sich dann an die Erledigung der Routine.Geschäfte. Drei Kandidaten, welche bereits in der letzten Versammlung vorgeschlagen waren, wurden als Mitglieder aufge nommeu. Nach Schluß der GeschäftZ.Sitzung wurde noch eine Nachfeier Veranstalter. In Schwulitäten. Jesse Conard, ein farbiger Kutscher in der Familie Arthur Jordan, 142$ Nord Meridian Str., in Anstellung, wurde verhastet, und die Anklage, einen Diamantring gestohlen zu haben, wurde gegen ihn erhoben. Detektives Hauser und Larch nahmen die Verhaftunglvor. Ihrer Aussage nach ließ Frau Jordan den Ring in der Küche liegen, und der selbe verschwand. Angeblich war Co nard die einzige Person, welche sich zur Zeit in dem Theile deö HauseS aufhielt. Er bestreitet seine Schuld. Sieger im Skat. Einen recht gemüthlichen Nachmittag verlegten gestern die Theilnehmer am Turnir im Deutschen Hause. Dte schönen Preise -wurden von folgenden Herren errungen: 1. Preis Leo Lands, 21 Spiele. 2. Preis Rob.Zehlicke, 542 Punkte. 3. Preis Otto Stechhan, Kreuz. Salo gegen 5. 4. Preis Alex. Sangernebo, 16 522 Punkte. 5. Preis Fr. Zwicker, 524 Punkte. 6. Preis E.A. Meyer, 112 Punkte, höchstes Spiel. 7. Preis A. G. Wocher, Tournee gegen 6. 3. Preis-Robert Kipp.

Die Schule snr Bibliothekare

Wird am Mittwoch im Winona Institut eröffnet. Am Mittwoch wird die Schule des Winona Technischen Institutes auch für Studenten des BibliothekwesenS eröff net sein, und dieselbe wird Unterrichts fücher ermöglichen, welche man wohl kaum in einer anderen Schule deS Lan deS wird finden können. Andere Schu len dieser Art, die im Lande exiftiren. nehmen nur Schüler auf, welche bereits die nöthigen Vorkenntnisse haben, das Winona Institut wird aber fojar die Anfangsgründe lehren. DaS Haupt Augenmerk wird man auf die Nothwen digkeiten kleinerer Bibliotheken richten. Die Schulgebühren sind derartig ge ring, daß fast alle Township TrusteeS im Stande sein werden.ihren bisher un geschulten Bibliothekare die nöthige Schulung zukommen zu lassen. Auch gedenkt man den Studien einen Kursus für Zeitungsschreiber beizu fügen, damit die Bibliothekare auch im Stande sein werden ihren Zeitungen interessante Artikel aus der Bibliothek zu liefern. Soweit haben sich nur junge Mädchen zu diesem Studium gemeldet, und die Bibliothek.Arbeit ist für dieselben auch speziell geeignet. Damenverein des S. S. T. B. Hält ein erfolgreiches Euchre-Turnier ab. In der Süsleite-Turnhalle fand ge ftern Abend die anberaumte große Kar teN'Partie statt. Frau Carl Sander und ihr Stab hatten alle Vorbereitungen mit Umficht getroffen und alle Theilnehmer erlebten einen vergnügten genußreichen Abend. An 60 Tischen wurde gespielt. Al5 Sieger und Siegerinnm gingen aus dem Turniere die folgenden Damen und Herren hervor: . Damen. 1. Preis Frl. Clara Moormann ; 2. Frau L. König; 3. Frau F. Linoemann; 4. Frl. Cake5 Frau Pedlow; 6. Frau Freiberg; 7. Frl. Jantz; 8. Frl.- Dore Ranje; 9. Frau C. Toll; 10. Frl. Delia Jane. Herren.' 1. Preis A. Kohlstatt; 2. Ed. Huegehle; 3. Otty Greulich; 4. Fred Reimer; 5. Herr Pedlow; 6 Fred Eberg; 7. I. Reinking; 8. Frank Weilacher; 9. Ed. Huegehle; 10. Ed. Blom. Nach Schluß des Spieles fand ein Tanzkrünzchen statt, an welchem sich nicht nur alle Theilnehmer am Spiele selber, sondern auch zahlreiche andere Gäste betheiligten. Der C o n t r a k t für die neue White River Brücke an der 30. Str. wurde für S74800 vergeben. Die Pläne, schreiben eine Concrete Brücke mit Oolitic Lehmsteinen facirt vor. Sobald die Morris Str. Brücke, welche sich in Händen derselben Con tractoren. Wm. B. Fife & Son be findet, soweit gediehen ist, daß die Maschinen dort entbehrt werden kön mxts werden dieselben nach der 30. Str. tranöferirt und die Vorarbeiten in Angriff genommen. DerhiesigeZweigder Nadel arbeiter Guild von Amerika, eine WohlthätigkeitSorganisation, wird eine Ausstellung im Denison Hotel am Dienstag Nachmittag zwischen 2 und 5 Uhr abhalten. Die Nadelarbeiter Guild ist eine Organisation mit Nie derlagen in fast allen größeren Städten von Amerika. Sie wurde im Zahre 1833 in Dorsetshire, England, von Frl. HZolverton gegrünbet und zwei Jahre später nach Amerika verpflanzt. Thomas Garne r, .ein Far mer von BrownSburg, Ind., welcher vor einigen Tagen von se nem Heu wagen überfahren wurde, liegt immer noch im Stadt'Hospita! in einem ge fährlichen Zustand darnieder. Die Aerzte zweifeln an seinem Auskommen. Einige Tage vorher war er schon ein mal heruntergefallen und war glücklich den Rädern entkommen, jetzt aber scheint wenig Hoffnung für ihn vor Handen zu sein.

Der Welker Mordprozeß.

Kommentare aus Fort Wayne. Wie man in Fort Wayne Ztber das gchern gemeldete Urtheil, sowie auch über die Verhandlungen im Welker Mordprozesse denkt, läßt sich am besten aus der Fort Wayne Freie Presse er sehen, welche über den Fall wie folgt berichtet: Die Vertheidiger haben erklärt, daß sie einen neuen Prozeß verlangen wer den und wird Richter Adair am SamS tag, den 25. November, darüber tut scheiden, ob ein neuer Prozeß bewilligt werden soll oder nicht. Dadurch wird auch klar, wozu die ganze Irrsinn Komödie ausgeführt wurde, denn dadurch, daß die Vertheidigung Irrsinn geltend macht, behält sie sich daS Recht vor, zu avpelliren. Eine Verurtheilung kann nur erfolgen, wenn der Staat ohne jeden Zweifel festgestellt hat, daß der Angeklagte nicht irrfinnig war. Durch den Scheme" der Vertheidigung find dem County mehrere Tausend Dollars Unkosten er wachsen und find die Unkosten für die Eltern Welker'S auch ganz gewaltige. Damit hat ein Verbrechen seine Sühne gefunden, das entschieden zu einem der unerhörtesten gehört, da? jemals in den Mauern Fort Wayne's begangen wurde. Ein junges Menschenleben fiel der Eifersucht eines jungen Mannes zum Opfer, der, hätte er noch einen Funken von Ehrgefühl besessen, die Menschheit von seiner Existenz hätte befreien müs sen. Anstatt dieS zu thun, führte er, vielleicht einem Winke deS Vertheidigers folgend, eine JrrfinnKomödie auf. die jedoch den Eindruck aus die Geschworenen verfehlte. ES steht zu hoffen, daß der Mörder seine Strafe voll und ganz zu verbüßen hat, und daß nicht, wie oft in solchen Fällen, die Gerechtigkeit zur Farce wird durch übelangebrachte Gnade. Der Urtheilsspruch ist ohne Zweifel ein gerechter, und diejenigen, die glauben, daß Welker irrfinnig ist, können auch nichts gegen den Urtheils sprucheinwenden, denn wenn sich im Gefängniß wieder Erwarten herausstet len sollte, daß Wetter wirklich irrsinnig ist, dann kann er immer noch in eine Jrren'Anstalt überführt werden. Die Fort Wayne StaatZzeitung" drückt sich folgendermaßen auS: DaS Urtheil der Jury wird vom Publikum als recht und gerecht bezeich net. Die sogenannte WahnfinnStheorie wird als eine inhaltslose Seifenblase beträchtet. ES wäre daher im Inte resse der Parteien sowohl, als auch im Interesse der Steuerzahler zu bedauern, wenn die Sache noch ein Mal zur Vu Handlung kommen sollte. Sicherlich hat Jeder das herzlichste Mitgefühl mit den Eltern und Ge fchwiftern des Verurtheilten, aber ein zweiter Prozeß würde sicherlich ebenso ungünstig gegen ihn ausfallen wie der erste. Die Gerechtigkeit verlangt, daß das Verbrechen gesühnt weide. Die Temperenz-Wlrthschaft. ' Jacob W'lhelm, 7194 Massachusetts Ave., ein früherer Wirth, der an LouiS Sattlinger, 821 Süd Illinois Str seine Wirthschaft verkauft haben soll wurde gestern unter Anklage deS Groß diebstahlS verhaftet. Sattlinger behauptete neulich, daß die ihm verkauften WhiLkyflafchen rei neS Wasser enthitlten. Wilhelm be hauptet, daß nur die im Schaufenste stehenden Flaschen Wasser enthielten und daß die an Sattlinger überliefer ten Waaren, sür welche derselbe $150 zahlte, fast $200 werth gewesen seien E l n großer Kasten Drachen, der schon fett geraumer Zeit in der Luft schwebte und ein Banner trug. welches durch elektrische Suchlichter be leuchtet, wohl von den meisten der Leser Abends schon gesehen wurde, kam am Samstag plötzlich zu Falle. Ein Schwärm wilder Gänse, welche über die Stadt hinwegflogen, geriethen mit dem Bindfaden in Kollision "und zer rissen denselben. Der Drachen fiel zur Erde, wurde aber später seinem Cigm thümer wieder zugestellt.

Nachrichten aus Jndiana.

Unter den Rüdern eines PassagierzugeS. Anderson, 12. Nov. Als sie. vor den Rädern eines vorüberfahrenden FrachlzugeS sich zu retten, auf .daS nächste Geleise sprangen, wurden Lewis Muncy und seine Gefährtin Mollie Tlnkle, beide 17 Jahre alt, von einem Passagierzuge getroffen, und schwer verletzt. Das junge Mädchen uurde zur formlosen Masse zermalmt und starb bald darauf, während Muncy in so schwer verletztem Zustande in'S Ho spital gebracht wurde, daß man kaum glaubt, er werde den Morgen erleben. Knabe fälltinsFeuer, Gespielen fliehen. - L o g a n S p o r t, 12. Nov. Von seinen Gespielen im Stiche gelassen, zog sich ein in ein Freudenfeuer gefallener Knabe so schwere Verletzungen zu, daß man an seinem Aufkommen zweifelt. Der vier Jahre alte Sohn deS hier wohnhaften John SimmS, hatte sich mit mehreren anderen Kindern um ein Freudenfeuer versammelt. Er stolperte beim Spiele und fiel direkt in das Feuer hinein. Sobald seine Kameraden ihn in den Flammen sahen, liefen dieselben schreiend davon, und ließen den armen Jungen zurück. Frau Georg BoergerS,. eine Nachbars Frau, hörte das Schreien der Kinder und kam denselben zu Hülfe. Leider zu spät, denn der Junge wird kaum von seinen Brandwunden geheilt wer den können. Brudermord unter Kin dern. Boonville; 12. Nov. In einem Streite, der sich gestern aus ge ringfügigen Ursachen entspann, hat hhr ein Bruder den anderen erstochen. DerStrelt entspann sich zwischen Cla rence RhoadeS, 11 Jahre alt und sei nem jüngeren Bruder Orvllle, 8 Jahre alt über daS Brandmarken eines Lieb lingSPony. Der Zank sing im Stalle an und setzte sich außerhalb deS Stalles fort, wo alsbald der ältere Bruder den jüngeren zur Erde warf, und ihn für einige Zeit festhielt. Nach gerau mer. Zeit ließ er ihn wieder frei und ging zum Stalle zurück. Der jüngere Bruder sprang wuthentbrannt auf, folgte seinem Bruder mit gezücktem Taschenmesser und stach ihn in die Brust. Der ültere Bruder stürzte schwer ver letzt zu Boden und erlag nach 2 Stun den seiner Wunde. Der Stich streifte die Lunge nahe dem Herzen. ' Coroner Joseph Baughm, von Boonville hält eine Untersuchung ab. . Junger Mann vermißt. ' South B e n d, 12. Nov. Die Polizei von Goshen ist auf der Suche nach Charles Weeks, welcher am 25. October von South Bend verschwand. Seine Mutter hält ihn' für ermordet. Er reifte nach Elkhart um eine Anfiel lung in dem Comptor der Lake Sbore Eisenbahn zu suchen, und man hat seit dem nichts wieder von ihm gehört. Er wurde in sämmtlichen Hotels in Elk hart und Goshen gesucht, jedoch ver geblich. WcekS hatte eine gefüllte Börse bei sich, und nimmt man an daß diese, falls ihm etwas zustieß, den An laß gab. D Yt neue C. I. E. Bah n. R o ck p o r t, 12. Nov. ES heißt jetzt wieder einmal, daß Owensboro als Jluß-Termlnal für die neue C.. I. & E.,Bahn auSersehen ist. Beamte der Bahn waren diese Woche in Boonville, Rockport und OwenS boro, und kamen auf der Rückreise nach Indianapolis hier durch. Sie sagen, daß ihen in Owensboro ein schönes Terrain für einen Landungsplatz und Bahnhof angeboten wurde. - Falls Owensboro gewählt werden sollte, dann würde die Linie über Boonville nach Rockport gesuhlt und dort eine Brücke über den Ohlo. gebaut werden. Die VermessungSarbeiten find im Gange. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho'S .Longfellov-. - -

Ein trockener Sonntag.

Der Deckel wurde gestern dicht gehalten. Gestern war zum ersten Male seit langen Jahren ein trockener Sonntag in unserer Stadt. Ein Sonntag war's, der einem eingefleischten Prohlbitioni stm oder einem GrieSgrämling das Herz vor lauter Lust im Busen hätte hüpfen lassen. Wohl sah man hier und dort durstige Seelen ahnungslos ihren gewohnten Quellen zuwandern, bald jedoch kehrten fie enttäuscht und mit langen Gesichtern zurück. Sie fan den ihre früheren Ausschank' Quartiere verschlossen. Der Deckel war nämlich zum ersten Male auch am Sonntage zu. Trotz des so recht, prohibitioniftischen SonntageS gab eS in der Polizeistation keine prohibitioniftische Bnchsührung daS übliche Quota der Trunkenbolde war wie anderen Sonntagen vertreten. Auch Ruhestörungen und Keilereien sollen, so sagt wenigstens das Polizei register, vorgekommen sein. Mit ganz ungeahnter Schärfe war die Polizei bedacht, etwaige Uebertreter des geliebten Nicholson-GesetzeZ zu er wischen, und mit vieler Mühe und Noth gelang eS auch, zwei Anklagen gegen Wirthe zu erheben, die beide die Ruhe der Administration gestört haben sollen. Martin CollinS, 1612 W. Walnut Str. und Edw. Beiser, 127 Nord Delaware Str. wurden nämlich unter Anklage deS SonntagSAuZschankeS ge stellt. Beiser soll Bier in Kaffetassen in der Restauration seines Geschäftes auSgefchänkt haben, der Auszapf wurde angeblich von der Küche aus besorgt. Eine Tasse mit einem Reste der ver zapften Flüssigkeit wurd mit nach der Station gebracht, um als Beweis vor geführt zu werden. Auch weitere Verhaftungen von Wir then, welche neulich das ProhibltionS Comite veröffentlichte, wurden - borge nommen, jedoch war die Zahl derselben nur geringe. Eine Giftschlangenplage herrscht seit Jahren in Tyrol. Im Jahre 1896 hat der TyrolerLandtag zum ersten Mal Prämien für die Tödtung von Giftschlangen gegenEinsendung des Kopfes angesetzt. , Die Prämie betrug damals 2 Kronen und es wurden in jenem Jahre Nachweislieft 613 Giftschlangen gctödtet. Seitdem wurde die Prämie alljährlich gewährt, und zwar 1897 eine Krone und von da an 60 Heller. In der kürzlich abgehaltenen Sitzung wurden für diesen Zneck abermals 1200 Kronen aus dem Landeshaushalt als Prämien gewidmet, da die große Zahl der 1904 getödteten Giftschlangen ''(620) eine Fortsetzung der Prämiirung wünschenswerth erscheinen läßt. In den letzten neun Jahren wurden insgesammt 6159 Köpfe von Giftschlangen an den Ländesausschuß eingeschickt, davon 4887 aus Wälschtyrol. der Rest aus Deutschtyrol. Anfangs wurden daneben auch giftlose Köpfe eingesandt, im ersten Jahre sogar 67 Prozent; in den letzten Jahren jedoch ist die Zahl der getödteten Giftlosen auf 19 Prozent und 1904 auf 10 Prozent gesunken. Die Feststellung der eingeschickten Giftköpfe besorgt der Zoologe der Universität Innsbruck, Prof. v. Dalla Torre. X M n nehme im Herbst, vor Eintritt des Frostes, Wlrsmg. Rothkraut, Weißkraut, Kohl und Kohlrabi aus der Erde, reinige fie sorgfältig von allen gelben und schlecht ten Blättern und lasse fie etwas abtrocknen. Dann werden auf den leeren Ländern zehn Zoll tiefe Grübchen gezogen, die Gemüsepflanzen verkehrt mit dem Kopfe nach unten und den Wurzeln nach oben reihenweise so eingestellt, daß sich die einzelnen Pflanzen gegenseitig nicht berühren. Hierauf werden die Grübchen wieder mit Erde zugeworfen, und ist ein Land fertig,, so wird dasselbe so mit Erde zugeworfen, daß es nach der Mitte hügelartig erhöht ist und das Regen Wasser nach beiden Seiten abläuft, wodurch das eingeschlagene Gemüse vor Fäulniß bewahrt wird.. Die zu Decken verwendete Erde muß möglichst rein von Unkraut und sonstigen leicht in Fäulniß übergehenden Stoffen" sein. Tritt strengerer Frost ein so werden diese Erdmiethen noch mit strohigem Mist, trockenem Laub oder, Moos bedeckt, um das tiefere Eindringen des Frostes zu verhüten .und es zu ermöglichen, auch bei Frostwetker an das Gemüse gelangen zu können.

Iran in Manncrklcidcrn.

Wie sich eine von ihrem atten verlasse Tame zu yklfcn vutzte. Mit einem eigenartigen Doppelwesen hat sich die Berliner Polizei befassen müssen. Es handelt sich um eine 26jährige junge Frau. Sie war früher Stewardeß auf Ozeandampfern und viel gereist. In Amerika lernte sie eii-.en Mann kennen, der fie heirathete, ober bald wieder hilflos zurückließ. Jetzt kehrte fie auf's Schiff zurück und kam nach Norwegen. Tort verwandelte fie sich, um besser durch das Leben zu kommen, in einen Mann und arbeitete in einer Schreibmaschinenfabrik zur größten Zufriedenheit, bis die Sehnsucht nach ihrer Mutter, die in Berlin lebt, fie nach der deutschen Reichshauvtstadt trieb. Hier lebte fie seit Februar 1905 wieder als Frau. In der letzten Zeit hatte fie eine Schlafstelle in der Kastan:enallee mne. Dort ließ fie sich das Haar abschneiden, verkaufte es .für sechs Mark, schaffte sich wieder Männerkleider an und wurde wieder em tauschend ähnlicher Mann. Auf den Namen ihres Mannes gemeldet, war fie acht Tage in einer Fabrik beschäftigt. Da ihr jedoch diese Arbeit nicht zusagte, gmg fie zu einem Malermeister, stieg kühn auf die höchsten Gerüste und arbeitete wie die Gesellen. Der Meister war sehr zufrieden, und die Täuschung hätte wohl noch lange vorgehalten, wenn nicht die Wirthsleute in der Kastanienallee gewesen wären. Denen hatte die abenteuerlustige zunge Frau zur Erklärung ihres seltsamen Gebahrens allerhand oorgeflunkert. So hate fie auch erzählt, fie habe bei einem Berliner Regiment als Einjähriger" gedient und sei sahnenflüchtig geworden; deshalb trage fie zuweilen Fräuenkleidung. Die guten Leute versprachen natürlich strengste Verschwiegenheit, um sobald wie möglich guten Freunden und Bekannten von ihrem geheimnißvollen Miether zu erzählen. Jetzt erfuhr davon auch die Polizei, und Beamte holten den fleißigen Maler in der Pappelallee vom Gerüst herab zum Verhör. Hierbei fand das Doppelleben eine harmlose Aufklärung, aber zugleich auch sein Ende. Dieunge Frau .sprach 'die Absicht aus, nach England oder Amerika zu' gehen, wo fie nach ihrer Meinung auch ungestört als Mann leben könne. Ein Besuch beim Dalai Lama. Der russische Reisende und Erfvrscher der Mongolei und Tibets, Leutnant Koslow. ist kürzlich von seiner letzten Reise, die er im Sommer durch die Mongolei unternahm, nach St. Peterburg zurückgekehrt und hat ein sehr umfängreiches und interessantes Material mitgebracht. In Urga ist Koslow mit dem Dalai Lama zusammengetroffen, der seit seiner Flucht aus Tibet vor den Engländern dort in großer Zurückgezogenheit lebt. Koslow schildert den Dalai Lama als jungen, sehr gebildeten und energischen Mann, dessen einziger Gedanke in der Erhaltung der Unabhängigkeit Tibets und seiner Befreiung von der Herrschaft der Engländer besteht, die noch drei Punkte in Tibet besetzt halten. Koslow überbrachte dem Dalai Lama kostbare Geschenke der russischen Geographischen Gesellschaft und erhielt als Gegengeschenk sehr werthvolle Daten über die gegenwärtige Lage Tibets und mehrere Gegenstände, die fich auf den Buddhakult beziehen. Das Herstellen einer Photographie von fich gestattete der Dalai Lama nicht, doch saß er dem Zeichner der Expedition, Herrn Koshewniko. in den verschiedensten Stellungen und Kostümen. Koslow wurde vom"Dalai Lama mehrere Male , empfangen; die Unterhaltung wurde dabei durch pwei Dolmetscher, einen Mongolen und einen Tibetaner, geführt. isreinyarrer ueber 311-4 auf Holz. Man nimmt 50 Theile Harz, 10 Theile feingestoßene Kreide. 50 Theile feinen weißen und scharfen Sand. 4 Theile Leinöl, 1 Theil natürliches, rothes Kupferozyd und 1 Theil Schwefelsäure. Zuerst trhitzt man das tarz, die Kreide, den Sand und das einöl in einem eisernen Kessel, dann setzt man das Oxyd und mit Vorficht' die Schwefelsäure hinzu, mischt alles sehr sorgfältig und streicht dann mit der noch heißen Masse das Holz mittelst eines starken Pinsels an. Sollte die Mischung nicht leicht genug fließen, so setzt man noch etwas Leinöl hinzu. Skdankknsplitttr. Menschen mit gleichen Schwächen, wie wir, sind wxi immer sympathisch, solche mit gleichen Vorzügen oft unsympathisch. Klare Köpfe versagen oft, wo ti in die Tiefe geht. Die erte Lieie wird gewöhnlich für Erinnerung gelebt. Die Fehler eine? Menschen begreifen,' heizt seine Tugenden wkrdigen.