Indiana Tribüne, Volume 29, Number 65, Indianapolis, Marion County, 8 November 1905 — Page 5

Jndlana Tribüne, S November 1903

?ie ZjeimKehr. i . Von O. Remaschi . Ihre ersten, großen Erfolge hatte sie hinter sich. Nun war sie Jemand und nicht mehr irgendwer, aus der kleinen Lotte war die große Carlotta geworden, deren Lebenslaus und Bildnisse Und Triumphe durch die Zeitungen gingen und von deren süßer Stimme man wie von einem Wunder sprach. Taö hatte sie gewollt, und das HÄte sie erreicht. In diesem zierlichen, zerbrechlichen Geschöpfchen mit .dem prachtvollen, wi:ren, schwarzen Haar und den großen. dunklen, langbewimperten Kinderaugen steckte neben einem Riesentalent ein Riesen Wille. Wie es immer dabei ist, über Rächt wer sie berühmt geworden, und zwar wie es nicht immer ist, sehr schnell nach Vollendung ihrer Ausbildung. Sie war eben ein Sonntagskind, ein Persönchen zum Verziehen, ein Wesen zum Glücklichsein, und sie nahm es hin; in ihre fieberhelle Stimme legte sie ihre Dankbarkeit hinein, darum war ihr Gesang auch so natürlich, so warm und quellend, und alle Welt nannte sie nux unsere kleine Carlotta". als hatte jeder Theil daran, daß sie eine so große Künstlerin foar. Was sie wollte, hatte sie erreicht. Rein, noch nicht alles, das Schönste noch nicht das noch nicht, warum sie es gewollt und warum sie es erreicht hatte; was über und hinter und vor ihr gestanden hatte in den fünf Jahren ihrer unermüdlichen Lernzeit, seit jenem Tage, da sie zum letzten Male aus dem großen Geschäft schritt, seit jenem Abend, als er sie zur Bahn brachte, er, in dessen Liebe sie so glücklich war. ZZünf lange Jahre war das her. Eine kleine Ewigkeit und doch ein Nichts. Und nun saß sie in dem Eisenbahncoup6 und zählte mit den Schlägen ihres Herzens zugleich die Minuten, die sie von ihrem großen Glücke trennien! Ihr war's, als führe' sie heim, und hatte doch eigentlich nie ein Heim gehabt. Nur in dem Städtchen, dem sie der Zug entgegentrug, da hatte sie es gehabt. Zwei Jahre lang. Vor ihrem halbgeschlossenen Auge flog die Bilderreihe jener Zeit vorüber wie sie ihn kennen lernte, wie sie beide in demselben Geschäfte thätig waren, wie sie miteinander darbten und doch so fr'öhlich waren. Sie hatten beide nur sich allein gehabt. Es war ein unendliches Glück in engem Kreis. Dann entdeckte man ihre Stimme. Mit beiden Füßen sprang sie in die neue Zukunft hinein. Er wollte nicht

er fürchtete, sie ginge ihm verloren. Da lachte die Kleine. Warte, bis ich etwas bin," sagte sie, dann komme ich wieder zu dir und dann . . . und dann" . . . Sie hatte Wort gehalten, sie war etwas, und sie kam wieder. Geschrieben hatten sie sich sehr wenig. Er noch weniger an sie als umgekehrt. Was sollte er auch schreiben, tröstete sie sich. Sie wußte, daß er noch dort war und daß es ihm gut ging . . . und sie wußte, daß er auf sie wartete, wartete, wie sie aus ihn. Sie hatte ihm telegraphirt: Ich komme." Und die ganze, lange Fahrt hatte sie es sich ausgemalt, seine Augen, sein Erstaunen, seinen Jubel, seine Aufre?ung. In Gedanken strich sie über ein weiches, blondes Haar, über sein immer blasses, schmales Gesicht, und ihr Herz wurde so weich, und das Leben schien ihr so schön um all des Glückes willen, das ihrer wartete. Es dunkelte, sie näherte sich dem Ziel. Ähre Nerven zitterten ein wenig und sie beugte sich vor und schaute in das ungewisse Tageslicht hinaus. Unverändert schien alles, geblieben, nur hier und da ein Häuschen mehr, dort eine neue Fabrik und da ein Stück niedergehauener Wald. Die Lichter und Signallaternen blitzten in langer Reihe auf, und von 'den Häusern schimmerten auch die ersien Lichter herüber. In weitem Bogen rollte der Zug um die Stadt, und dann fuhr er endlich in den kleinen Bahnhof ein. Lotte wartete nicht, bis ihr die Thür geöffnet wurde, mit Anstrengung stieß sie sie auf, und ihre Augen eilten über den ziemlich sparsam erleuchteten Perron, sie suchten und suchten aber sie suchten umsonst: er war nicht da! Sie glaubte es nicht. Aber zwischen den wenigen Leuten konnte sie ihn gar nicht übersehen. Jemand trat an sie heran. Fräulnn,Welmer?" Lotte sah neben sich einen Hoteldientz stehen. Der Mann griff nach ihrer Handtaschc und gab ihr einen Brief. . Sie waren nicht schwer zu erkennen," sagte, er gutmuthsg. und den Brief sollte ich Ihnen mit 'nem Gruß von Herrn Nyssen geben. Er war nicht gekommen! Sie riß seinen Bri-f auf . . . Auf großem . Geschäftspapier bedauerte er, sie nicht abholen. zu können .. er hätte sich aber erlaubt, im Hotel L. ein Zimmer für sie zu bestellen, sie wäre dort sehr gut aufgehoben, und gegen 9 Uhr käme selbst. ' Stumm folgte sie demManne zum

Wagen.

Sie fuhr über das schlechte Pflaster durch die alten, dunklen Straßen.. Sie sah nicht hinaus, sie sah still vor M hin, als hingen' dort vor ihr' all ihre Erinnerungen. Ihre Gedanken' kamen und-'gingen unaufhörlich warum war er nicht da? Was war es? Eine Angst dämmerte in ihr auf, eine jähe, centnerschwere Angst und eine rathlose Enttäuschung. Ihre echte, grenzenlose Freude war dahin. . Die funkelnagelneue 'und ziemlich unechte Eleganz des Hotelzimmers machte sie frösteln. Nur als sie darin ein Klavier und einen Strauß prächtiqer Rosen sah, durchzog sie ein wärmeres Gefühl. In ruheloser Erregtheit wartete sie auf die Stunde, die Hans Nyssen ihr angegeben hatte. Ihr Reisekostüm vertauschte sie mit einem sehr einfachen, aber sehr kostbaren Hauskleid. Entzückend schaute sie aus in dem ganz weißen, spitzenüberrieselten und schleppigen Gewand. Dann bestellte sie Thee und versuchte ein behagliches Eckchen . herzustellen. Und fortwährend flogen ihre Gedanken aus der Bergangenheit in die Gegenwart und von dort in die Zukunft, wie ein paar scheue, aufgeschreckte Vögelchen. Wahrhaftig, sie fürchtete sich beinahe vor dem Wiedersehen. Sie versuchte, sich sein jetziges Leben auszumalen, aber sie fand gar keinen Anhaltspunkt dafür. Und wie, wenn er auch jetzt nicht käme, überhaupt nicht käme? Eiskalt griff der Gedanke an ihr Herz. Aber er kam sehr pünktlich. Sie erkannte ihn kaum wieder. Dieser elegante Herr war ihr Hansi? Wo hatte er dnn sein eingedrücktes, schäbiges Filzhütchen? Er hatte einen blanken Cylinder, und alles an ihm war so blank undneu, und sein Gesicht, seine Augen, alles war ihr neu und fremd. Wortlos standen sie sich gegenüber. Sie flog ihm nicht mit einem Aufschrei in die Arme, obgleich alles, alles in ihr zu ihm hinüberdrängte. Was war es denn? So sah der Augenblick aus, auf den sie so sehnsüchtig gewartet, das bildete den Schlußstein ihres Wollens, ihres Werdens ein Weltenraum lag zwischen ihrer Sehnsucht und ihrer Erfüllung! Der elegante Mann reichte ihr die Hand und küßte die ihre und sagte sehr nichtssagende, verbindliche Worte und die Stimme war ihr . so fremd. Heiß stieg es in ihr auf und füllte ihr großen, lieben Kinderaugen mit ein paar Thränen. Sie zog ihn in das Zimmer, gerade unter den Krönleuchter, nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände und sah ihm in die Augen. Hansi," sagte sie. Hansi, hab' ich

Wort gehalten?" Was ist denn aus dir geworden, du? Bist du noch nicht zufrieden mit mir? Komm' ich zu früh? Sag's dochsag's!" Er lächelte kühl .und fremd. Und wie hatte sie früher gerade sein Lächeln so geliebt. Er vermied jede Zärtlichkeit, es war, als schöbe er sie mit einer unsichtbaren Hand immer weiter von sich ab. Und als sie sich gegenübersaßen an dem gedeckten Tischchen, wußte er ihr mit weltmännischer Gewandtheit ihre Erlebnisse zu entlocken, ohne seine Person irgendwie hineinzuziehen. Für Thee dankte er, er hätte koen erst sehr gut gegessen. Und Lotte erzählte ihm; rührend wußte sie zu erzählen, bescheiden und schüchtern von ihren Erfolgen; und und ihre Liebe schlug durch ihre Worte wie eine reine Flamme durch er aber saß, hörte zu, lächelte öfter mit geschlossenen Augen, und nickte wohlwollend. Singe etwas," sagte er dann. Gehorsam ging sie an 'das Klavier. Nun," dachte sie, nun wird es werden, wie es damals war, meine Lieder werden sein Herz öffnen und ihm die Worte geben, nach denen ich mich zu Tode sehne." Mit ihrer süßen, goldklaren Stimme sang sie die kleinen Liederchen, die er früher so oft von ihr hatte hören wollen, und die er immer nachpfiff, so fröhlich und so falsch. - Sie sang sie jetzt mit halbem Athem, wie ein Hauch sehnsüchtiger Erinnerung perlten die Töne über ihre Lippen. Sie sang ein Liedchen nach dem anderen ... und das Herz war ihr so schwer, und sie lauschte, ob er nicht aufstände und an sie heranträte und sie' umfinge. ' Als sie sich erhob, war er eingenickt. Aber gleich raffte er sich auf? und sah sie mit seinem kühlen müden Lächeln an. Ah, verzeih es war seh? hübsch, nur, ich bin sehr abgespannt und von Musik schlafe ich immer ein." Jßox Jahren hatte Lotte einmal eine Operation durchgemacht, und noch jetzt dachte sie mit Grausen an die Chloroformmaske und an die Betäubung, gegen die sie sich umsonst gewehrt. In diesem Augenblick war es ihr, als würde wieder etwas fieberhaft Lebendiaes in ihr betäubt ganz betäubt, das Gefühl für das furchtbar Schmerzhafte schwand Sie sah ihn an, ohne ihn zu sehen. Seine Worte schlugen an ih? Ohr, ohne daß sie den Sinn verstand Paris, London. Modestudien. . . . Tja,"- schloß er. .siehst du. kleine Lotte, wir haben beide unser Glück gemacht. . Weißt du es? Ich bin Compagnon.von meinem unserem früheren Chef. Das kam ... eh , . ..besinnst du dich auf die Rosa, seine Tochter,

das niedliche, mollige Mädel mit den blonden Zöpfen? Siehst du, sie ist meine Frau.. Wir sind zwei Jahre verheirathet und haben vier Kinder, tja, 'zweimal Zwillinge. Längst hatte sie die Thüre hinter, ihm geschlossen. Die kleine Lotte stand noch da, wo er sie verlassen hatte, die Hände an die Schläfen gepreßt. Sie stand und stand. Draußen rauschte ein leiser Regen durch die Nacht, und die Rosen dufteten sehr stark. Der kleinen Lotte war es, als hätten sie ihr einen Lebenden zu den Todten getragen. Aber batte sie sich das nicht alles selbst sagen können? Alles hoffen und nichts erwarten! Das Schicksal ist immer gerecht, wenn es Thorheiten, zu bestrafen hat, gerecht und grausam. Mit einer Welle trägt es uns zu,, was wir ersehen, und eine 'andere kommt und reißt uns alles bis auf's letzte fort, und wir sehen dem Entschwindenken nach mit leeren Händen und

noch leererem Herzen. Arme kleine Lotte! 3 dieser Nacht kämpfte sie sich von dem gewesenen Lebensabschnitt zu einem neuen durch. . Kam auch das Gluck nicht mehr. vielleicht kam wenigstens der Frieden. Und als der Zua sie ,m Ätorgengrauen wieder von dannen führte, fühlte sie sich dem Ziele ihrer Künstlersehnsucht um vieles näher. Denn zur Vollendung reist den Kunstler erst vas Leben und das, was es uns erleben läßt. Eigenartige Thlerkämpfe. Die Albanesen züchten Gänseriche, die sie zu Wettkämpfen abrichten, indem sie dieselben mit besonderen Vegetabilien füttern, die sie kampflustig machen. Wer seinen Gänserich kämpfbereit hat, sendet einen Ausrufer aus, der im ganzen Dorfe verkündet, daß Derjenige, der einen anderen kampssahigen Gänserich habe, mit ihm auf dem Kampfplatz erscheinen möge. In Gegenwart des ganzen Dorfes findet dann der Kamps zwischen den beiden Thieren statt. Es wird hierbei viel gewettet, und auch die Besitzer der Ganseriche machen hohe Einsätze. Der Kampf dauert manchmal stundenlang und meist bleibt einer . der Gänseriche todt au dem Platze. Sein wuthend gewordener Gegner beißt ihn todt, nachdem er ihn einmal zu Boden geworfen hat, und es ist gefährlich, sich dem bissigen, vor Wuth rasenden Thiere zu nähern, um dasselbe etwa von dem Feinde zurückzuhalten. In Syrien undArabien benutzt man auch Kamele zu Wettkämpfen. Es werden die edelsten Zuchtkamele dazu verwandt, und man reizt sie derartig gegeneinander, daß sie wie wilde Besiien miteinander kämpfen. Durch Äeißen, Schlagen mit den Vorderbeinen. durch Anspringen an den Gegner, Aufbäumen und Losstürzen suchen sie einander zu überwinden. 'Ein solcher Kampf währt oft. stundenlang. Tausende von Zuschauern sind versammelt, die auf die Thiere wetten. Dasjenige, das zuerst am Boden liegt, und sich aus Müdigkeit und erschöpft durch Blutverlust nicht mehr erheben kann, gilt als besiegt,' und gewöhnlich geht das unterlegene Kamel in den Besitz desjenigen über, dem der Sieger gehört. Es giebt Züchter, die sich nur mit der Erziehung und Dressur der Kampfkamele beschäftigen und mit diesen Thieren in ganz Syrien und Arabien herumziehen, um mit ihnen Vorstellungen zu geben und auf sie wetten zu lassen. Selbst die Heuschrecke wird zu einem Kampfthiere gemacht, und zwar bei den Chinesen. Im Süden des 'großen Reiches ziehen im Sommer die Leute, die freie Zeit haben, auf Feldern und Wiesen herum und fangen eine Art großer Heuschrecken, die jede in - eine Papierschachtel gesetzt und sorgfältig gefüttert werden. Aus den Vorhändenen Heuschrecken sucht sich der Bezopfte die besten Kämpfer aus; er spaltet einen jungen Bambuszweig und klemmt in diesen den Hintertheil des Thieres fest. Wird die Heuschrecke mit diesem Bambusstöckchen auf den Tisch gelegt, so ist es ihr unmöglich, sich nach rechts, links oder rückwärts zu bewegen, sie kann sich nur nach vorn bewegen; nun wird ihr eine ähnlich eingeklemmte Heuschrecke gegenübergestellt, und beide Thiere werden , durch Auseinanderstoßen zum Kampfe gereizt. Diejenigen Heuschrecken, die sich in den verschiedenen Probekämpfen als am tapfersten und kräftigsten erwiesen . haben, werden besonders gut gepflegt, und beim nächsten öffentlichen Wettkampf bringt sie ihr Besitzer mit auf den Kampfplatz, um sich mit ihnen die ausgesetzten Preise zu verdienen oder um hoheWetten auf sie abzuschließen, wie dies auch seitens der Zuschauer geschieht. Errathen. Chef: Gidrs denn gar nichts, zu thun? Mir fcheint, Sie geben einander Räthsel auf?!" Angestellter: Allerdings! Herr Müller erzählte uns eben, wie er mit seiner Monatsgage von 80 Mark auskommt!" Ein schlechter Gockel. Ein Bäuerlein hat in der Stadt einen großen, schönen Hahn gekauft. ' Zum Erstaunen des Händlers bringt er das Thier , schon nach einigen Tagen zurück und meinte kleinlaut: Verzeihen Sie, .den Stadtgockel kann tch mcht brau chen! Der kräht erst um Sechse!" .

. Ter strumpflose Staatsmann. Zuweilen kann Jemand durch eine einzige sonderbare Aeußerung auf länaere 5.eit eine nationale Verübmtkeit

werden. Diesen Rubm verschaffte sich JerrySimpfon zur Zeit, als die Wogen der Populistenbewegung, die iyn von ötanjas m das Abgeordnetenhaus des Congresses trugen, hoch gingen: denn er stellte.ück damals in einer populistischen Rede' an eine Volksv:rjammiung als der Mann vor, der weaen der schleckten leiten felbit im Winter keine Strümpfe trage. Als es bebj2riri t - .. v. r 4acicu luucüe uno einer oer JUyorer ihn sogar einen Seidenitrumvf nannte. zeigte er seine unbestrümpften Füße. Dadurch wurde er unter dem in der Ueberschrift dieses Artikels angebenen Namen weit und breit bekannt. Jetzt aber ist er zu Wichita in Kansas . an einem Herzleiden gestorben. Im Jahre 1842 ' in Neu-Braun-schweig geboren, kam er als Kind nach dem Staate New Nork und von da bald nach dem Westen. In , seinem vierzehnten Jahre wurde er Schiffsjunge auf dem Michigansee. und c: brachte es bis zum Schiffscapitän. Einen Theil des Bürgerkriegemachte er im zwölften freiwilligen In-fanterie-Regiment von Illinois mit. 5lm Jahre 1878 ao er nack Kansas und wurde Farmer im dortigen Barbour County. Und dort ward er eine Zeit lang zum politischen Licht. Erst epuoulaner. jchlotz er sich spater, als sie in Kansas zeitweilia erstarkte, der Populistenpartei an, und durch sie kam 1 0sVi t'j nr v V cc iöi viä övd uns vaun roieoei 1897 bis 1899 in's Haus-des Kongresses, wo er sich durch urwüchsige und witzige Reden ebenso bemerkbar machte wie im Bundessenat der langbärtige Populist Peffer von Kansas durch langweiliges Gerede. - - Seit die .ochfluth des Populismus in Kansas vorüber war. wirkte Simpson in Neu-Mexiko als erfolgreicher Landwirth und als Agitator für Berieselung und für die Erhebung des Tcrritoriums zum Staat, bis ihn sein zunehmendes Leiden veranlaßte, nach Kansas zu den Seinigen zurückzukehren. Praktische Weltgeschichte. Die Herren Professoren ,besonder die amerikanischen, beschäftigen sich gerne mit Dingen, die entweder mit ihrem Beruf nichts zu thun haben odei Aufsehen erregen und dazu geeignet sind,! ihre Namen aus unbekanntem Dunkel hervorzuziehen und in dem Scheinwerfer der Öffentlichkeit ihnen ein kurzes, schnell vergänglichesAufsehen zu verschaffen. Während sie als ge'lehrte Männer daran gewöhnt sein sollten, das Ergebniß ihres Nachdenkens mit den Anforderungen der Logik in Einklana zu bringen, versteigen sie sich zu den j gewagtesten Behauptungen und nehmen keinen Anstand, die Welt von einer geistigen Errungenschaft inKenntniß zu setzen, die sie besser für sich behalten hätten und die sie nicht selten dem Fluch der Lächerlichkeit preisgiebt. Wenn z. B. ein Professor behauptet, daß John D. Rockefeller als Mensch und Philosoph warum nicht auch als Dichter? über Shakespeare siehe, wenn ein Anderer erklart, daß er nie ein weiblichesWesen küßte und einDritter die ' Lebensbedürfnisse eines Menschen auf täglich 8 Cents herabsetzt, dann ' sind solche Kathederblüthen sicherlich nicht dazu geeignet, die Achtung vor unserer Gelehrtenwelt bis über das gewöhnliche Maaß hinaus zu steigern. Um so angenehmer berührt es dagegen, wenn einmal ein Prcfessor etwas Vernünftiges sagt. Das blieb dem Professor I. A.James, welcher auf der Northwestern Universität in der Weltgeschichte unterrichtet, vorbehalten. Während er kürzlich eine Vorlesung hielt, bezog er sich auf eine Nachricht, welche er in einer Zeitung gesehen und als er den Studenten -einige Fragen vorlegte, fand er, daß Niemand die Nachricht, welcher er eine große Wichtigkeit beilegte, gelesen hatte. . Er hielt dann den Studenten die folgende Strafpredigt : Das darf nicht wieder vorkommen. Ich werde darauf bestehen, daß die Studenten sich über die Tagesereignisie auf dem Laufenden halten, die für uns ebenso wichtig sind, wie die Begebenheiten der Weltgeschichte. ' Zeitungen sind die neuesten Ausgaben der Weltgeschichte und es ist die Pflicht der Studenten, von den - neuesten Ereignissen Kenntniß zu nehmen." Wenn der Herr Professor sagte, daß die Ereignisse der Gegenwart ebenso wichtig sind, wie die weltgeschichtlichen Vorgänge, welche man in Büchern sindet, dann hat er sicherlich nicht übertrieben. Genau genommen, ist die Geschichte der Gegenwart für uns am wichtigsten, denn ihre Folgen greifen oft in's tägliche Leben, in unser persönliches Wohlergehen ein und nicht selten werden wir durch Fragen über wichtige, tief in's Leben einsSneidende Vorkommnisse, die sich vor einigen Tagen abspielten, in Verlegenheit gcsetzt, wahrend wir ganz genau angeben können, in welchem Jahre Alexander der Grone seinen Eroberungszug. be gann.Hannibalüber dieAlpen stieg .oder der Kaiser Rothhart nachPalaztina zog. Die Bemühung des Professor James im Interesse der praktischen Weltgeschichte verdient jedenfalls Nachahmung. Läßt tief blicken.. '.Hier ist' der gewünschte Llevesvrieteuer, mein Herr!" Er endet doch mit. einem Llksaoebr:,?,?".

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