Indiana Tribüne, Volume 29, Number 63, Indianapolis, Marion County, 6 November 1905 — Page 7
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Q-5 -00-0--Q--G0--0-0--Q-'G''C jDtc brenn cnöc Frage $ ö l Humoristischer Noman von 6 M als von Sainadj (Fortsetzung.) Wenn Jsa ihn heute daran erinnette, wie er damals über sie gespro chen? Wird er ihr erklären können, daß er geglaubt, sie sei die Braut Lascheks. und daß ihn Haß und Verachtung gegen Franzi so bös gemacht baff er nur darum von Ihr mit Hohn gesprochen? Die Thür kvarrte. Eugen drehte sich um. Jsa stand vor ihm. Es war., als ob die Anwesenheit JsaS Eugen mit einemmal die Erinnerung an all das auslöschte, was er ihr hatte sagen wollen. Er erröthete und wußte nichts als die Worte hervorzubringen: Ich komme von Welzeneck." Meine Geschwister waren eben hier," antwortete Jsa. Haben Sie mir von Mama irgend eine Nachricht zu überbringen?"' Die kühle Ruhe Jsas nabm Eugen den Rest aller seiner Zuversicht. In gewissem Sinne, ja," erwiderte er leise und langsam. Jsa schwieg. Eine peinlicke Stille erfüllte das Zimmer. Eugen hörte, wie die Uhr an der Wand tickte. Das heißt." fuhr Eugen endlich fort, Ihre Mutter . . . wäre . . . einverstanden, wenn wenn Sie, Gräfin, einverstanden wären " Sie zu heirathen," sagte Jsa ruhig. Ja." Jsa sah einen Augenblick zu Boden nieder, dann hob sie den Kopf und sagte im gleichen gelassenen Tone: Ich wußte, daß Sie kommen würden. Graf Ungnad hat mit Ihnen gesprochen bitte, unterbrechen Sie mich nicht," fuhr sie, ein wenig lebhafter .werdend, fort, als Eugen eine Handbewegung machte. J,r Antrag es thut mir leid " Mich abweisen zu müssen," ergänzte Eugen. Ja. Denn Sie sind ein Gentlcman', und ich achte Sie. Ja, ein Gentleman " Eugen verneigte sich leicht. O, ich danke. Das muß ich sein; denn ich bin Offizier." Aber ich habe über meine Zukunft anders bestimmt. Ich fahre morgen mit Gräfin Rindsmaul nach Wien. Die Gräfin will mir eine Stelle' als Hofdame bei der Erzherzogin Luise verschaffen." - Eugen verbeugte sich abermals, als ob er diesem Entschlüsse Jsas vollkommen zustimme. Seine Gedanken und seine Zunge waren wie gelähmt. ErzHerzogin Luise? Das ist die Gemahlin des Erzherzogs Ferdinand?" Ja, des Erzherzogs Ferdinand," erwiderte Jsa. Also morgen reisen Sie?" Morgen." So wünsche ich Ihnen Glück," sagte Eugen tonlos. Leben Sie wohl." Leben Sie wohl." Jsa ging in ihr Zimmer zurück. Auf dem Tischchen vor dem.Sofa stand ein kleiner Korb aus hellgrün gefärbtem Binsengeflecht. Pussi hatte ihr ihn mit den Worten übergeben: Da bringe ich Dir Früchte aus unserm Garten, damit Du etwas Gutes hast. Du arme Jsa." Mechanisch hob sie den Teckel empor, drin waren nur grüne Weinblätter und eine kleine angebissene Birne. Pussi hatte wohl auf der Fahrt die Früchte heimlich weggenascht, und urn Vtf? Mutzi seine Sünde nicht bekennen zu müssen, ihr den Korb mit einer Armensündermiene überreicht. Ein leerer Korb War das nicht eim Ironie des Schicksals? Sie mußte lächeln trotz aller ihre? Betrübniß. Aber nur einen Augenblick. . Dann nahm ihr blasses Gesicht wieder einen resignirten ernsten Ausdruck an. Sie seufzie tief. Ach. warum hatte es alles doch so kommen müssen?... Warum hatte sie ihn abweisen müssen. den Mann, den Sie stand plötzlich auf. Sie wollte den Gedanken nicht zu Ende denken, den sie da eben angefangen. Nicht diese kurze Unterredung mV Eibenthal! nicht der Ausgang diese Unterredung, den sie ja schon oorhe' gewußt hatte, war es, was sie zu dem Entschlüsse gebracht hatte, nun dennoch den Vorschlag der Gräfin Rindsmaul anzunehmentrotz alle: Vorsätze, das Gegentheil zu thun. D?r töetonfe an die Geschwis.-er. die Eltern Z-ztte sie deranlaßt. Sie hatte eing-seen, daß die mütterlichen Freundinnen rech: hatten mit ihren Schilderunaen ven d?n Ansichten der Welt ihretwkgen sollte torc yamttte nicht letoen. vttvx, oas sollte sie nicht! Nach Hause zurückkehren konnte und würde sie nie fort, fort, hinaus also in die Welt, weit fort, dorthin, wo sie alles vergessen konnte und wo man sie vergaß sie. die Kompromittirte" Oder hätte sie das großmüthige Ge schenk des Mannes, der sich für sie geschlagen, annehmen sollen? Des Mannes, der mit oder ohne Zureden der Ungnads sich mit der ungeliebten Dame vermählen wollte nur weil die
Gesetze der Gesellschaft, in der er lebte, es forderten? Nein! . Auch wenn ihr die taktlose Gräfin Ungnad seine Werbung nicht vorher angekündigt hätte, würde sie ihn abgewiesen haben.. Er sollte seine Großmuth nicht an eine Änwürdige derschwenden. Der um den sich so die Gedanken Jsas immer wieder, sie mochte wollen oder nicht, drehten, der, von dem sie sich selbst glauben zu machen mühte. daß er nicht den geringsten Einfluß auf die abermalige Wandlung ihres Lebens habe, Eugen Eibenthal, stand unterdessen in dem. kleinen düsteren Vorraume des Postamtes der Stadt vor einem tintenbeklecksten Pulte und schrieb mit einer widerhaarigen Feder Worte auf ein Papier, die er, so oft er sie geschrieben, wieder ausstrich. Er hatte zur Verwunderung des Kutschers, als er von Jsa herunterkam, diesem befohlen, nach Murstetten zurückzufahren anstatt, wie der Kutscher billigerweise erwarten durste, nach einem Hotel zu fahren, wo sowohl der Rosselenker wie die Rosse selbst ein wenig hätten ausruhen können. Schon war der Wagen wieder vor der Stadt draußen gewesen, als Eugen eingefallen war, daß er Gräfin Therese ja versprechen hatte, nach Welzeneck zu kommen, sofort nach dem Besuche bei Jsa als glücklicher Verlobter in die Arme, das Haus der Mutter, der neugefundenen Mutter zurückzukehren. Nun. nachdem dieser Besuch so ganz andre Folgen gehabt, einen so ganz andern Ausgang genommen hatte, als er und Gräfin Therese sich gedacht er läckelte bitter, da er wieder an die Stammbuchgeschichte Theklas denken mußte nun war es ihm ganz unmöglich, Welzeneck und die Gräfin 'wiederzusehen. Da er aber doch die gute Gräfin nicht ohne Nachricht lassen konnte, so beschloß er. ihr zu schreiben, in kurzen aber schonenden Worten ihr mitzutheilen, was ihr wohl nicht wemger Schmerzen bereiten werd als ihm selbst. Der Gedanke an ein Gasthaus widerte ihn an, so fuhr er denn nach dem Postamts un suchte eine halbe Stunde lang vergeblich die Phrasen zu finden, die ihm die richtigen dünkten. Endlich schloß er den kurzen und doch so inhaltsreichen Brief und steckte ihn in den Kasten. Er zögerte einen Augenblick, eh: er das Papier seinen Fingern entgleiten ließ, und blickte eine Weile starr in die dunkle Oeffnung, in der es verschwunden war. Jetzt erst. jetzt erst schien es ihm wirklich und wahrhaftig ausgesprochen, unwiderruflich ausgesprochen, das nein," das ihm auf seine Frage bei Jsa bei Gräfin Jsaura geworden war.' Gräfin Jsaura, dachte er unwillkürlich. Prinzessin von Porto d'Anzio, Hofdame Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Frau Erzherzogin Luise Mürrisch trieb der Kutscher zum zweitenmal die Pferde an. und der Wagen rasselte über das holperige Pflaster und die staubige Landstraße dahin. Am andern Morgen (nachdem Jsa mit zitternden .Händen, als hätte sie eine neue Flucht vor, ihren kleinen Koffer geschlossen hatte, in den sie als letztes Stück den grünen Korb mit den Weinblättern und der angebissenen Birne gelegt) saß Jsa mit Gräfin Rindsmaul im Koupe des Waggons, der sie nach Wien führen sollte. Gräfin Rindsmal war sehr früh gekommen, sie abzuholen, sie hatte Jsa in Thränen vor iv.n Koffer knieend gefunden und so elend aussehend, daß die- alte Stiftsdame förmlich zurückgeprallt war. Und als sie von Eibenihals gestrigem Besuch gehört hatte, war sie ordentlich erschrocken, Jsa möchte am Ende gar ihre Abweisung und den 'gefaßten Beschluß bereuen; denn sie hatte sich so in ihre Beschützerinnenrolle hineingelebt, daß sie eine Aenderuna von 5sas Sinn wie ein Unglück getroffen haben würde. Und erst als Jsa ihr versichert hatte, daß ihr Entschluß fest sei. hatte sie sick, wieder beruhigt und war unter tausend hoffnungsvollen Trostesworten für die Zukunft mit Jsa nach der Bahn gefahren. Jede der beiden Damen hielt einen Rosenstrauß in der Hand, auf dem Trittbrette des Waggons stand Graf Kö'nigsacker und unterhielt sich lebhast mit seiner alten Freundin, der Stiftsdamc. Er hatte sie und ihren gemeinsamen Schützling auf dem Bahnhofe erwartet; er war auch der Rosenspender gewesen. Gräfin Laura bat ihn mit zärtlicher Besorgniß. doch vom Trittbrette herunterzusteigen, da der. Zug sich gleich in Bewegung setzen werde. Ich will die letzten Minuten noch ausnützen in so reizender Gesellschaft." lachte der alte Herr. Hätte sich mir nicht der gute Bischof für morgen in der Komture! angesagt, dann führe ich mit. Grüßen Sie den alten Stephansthurm von mU, Gräfin Jsa." Jsa sah mit Thränen in den Augen auf und nickte stumm. Grüßen Sie mir den Stephansthurm," wiederholte Königsacker Sie sehen ihn zum erstenmal. Ich .habe ihn vor fünfzig Jahren zum erstenmal gesehen, als ich auf's Theresianum kam. Vor fünfzig Jahren! Damals lebte noch nicht einmal Ihre Mutter!" , Bei der Erinnerung an die Mutter erglänzte es von Neuem feucht in den Augen Jsas. Jetzt steigen Sie aber ab. Graf Otto." , sagte die Gräfin Laura, dies
mal fast streng, denn schon ertönte das zweite Glockenzeichen. Es hat erst das zweite Mal geläutet," sagte der Komtur, aber ich gehorche." Leichtfüßig sprang der Siebzigjährige vom Trittbrette herab, nachdem er die Hände der beiden Damen geküßt hatte. In demselben Augenblicke wurde die Thür des Wartesalons erster Klasse, die dem Waggon, in dem die Damen saßen, gegenüber war. aufgerissen. Zwei Herren und eine junge Dame, von einem Diener, der Gepäckstücke trug, begleitet, traten auf den Bahnsteig heraus. Wo ist das reservirte Koupe nach Wien?" schrie der ältere d:r beiden Herren dem diensteifrig herbeieilenden Schaffner zu. Warte nur, Papa," sagte d:r jüngere. wir haben noch Zeit." Die junge Dame.' die ein hellgraues Rcisek'.eid mit goldenem Gürtel und einen mit weißen Straußenfedern und blaßrothen Rosen besetzten Hut trug, lachte. Papa. Franzi hat nicht solches Eisenbahnfieber wie Tu!" Die drei gingen dicht an dem Grafen Königsacker vorbei, ohne ihn zu beachten, zum Nächbarwaggon. Gräfin Laura hatte sich so, weit zum Koupefenster hcrausaebeugt, daß fe Jsa ganz verdeckte. Sie wechselte einen Blick mit dem Komtur. Er nennt den zukünftigen Schwiegervater bereits ,Du' und .Papa.' Nette Familie." sagte der Komtur laut. Das dritte Glockenzeichen erklang, ein schriller Pfiff. Graf Königsacker reichte noch einmal den Damen die Hand durch's Fenster, dann zog er ein rothseidenes Taschentuch aus der Tasche. Grüßen Sie meine Eltern und Geschwister, wenn " sagte Jsa mit thränenersti'ter Stimme. Der Komtur nickte. Der Zug setzte sich in Bewegung. Glückliche Reise!" rief der Komtur und winkte so lange mit dem Taschentuche, als der Zug zu sehen war. 12. Kapitel.
m Hotel Matschackerhof. einem alten und längst altmodisch gewordenen Hause, war die Gräsin mit ihrem Schützling abgestiegen. Jsa war doch noch zu jung und zu gesund und zu lebensfroh, als daß sie trotz der Ereignisse der letzten Zeit dem machtigen Eindrucke der .Weltstadt hätte widerstehen können. Sie hatte bisher noch nie eine größere Stadt, als die Kärntener LandesHauptstadt gesehen. Schon als der Zug der Stadt sich näherte, schon als die Thürme und Kuppeln immer deutlicher aus dem Herbstnebel auftauchten, alle überragend der Stephansthurm, überkam sie. ein Gefühl der Erleichterung, der Befreiung. Und als sie durch die Stadt nach dem Hotel fuhr und das Gewühl der tausend und abertausend geschäftigen Menschen sah. dachte sie: es ist doch schön, daß man lebt! Sie war der Gräfin Laura unendlich dan!bar. auf der Fahrt zum Hotel drückte sie ihr ein paarmal die Hand. Du bist meine Retterin," sagte sie. Sag 'das nicht," wehrte die gute Stiftsdame. Ich bin nur froh, daß Du Dir nichts daraus gemacht hast, daß dieser Franzi Laschek mit uns in einem Zuge fuhr." Also glaubst auch Du, daß ich in Franzi verliebt war?" Deine Mama hat es. gesagt, und die 'Ungnad schwört darauf." Aber es ist nicht so." Jsa wurde plötzlich ganz ernst, si: dachte an Eugen, an ihre Abweisung, und ihre Gedanken drehten sich abermal um den Mann, den sie sich so große Mühe gab, zu vergessen . . . Am ersten Tage, zeigte Gräfin Rindsmaul Jsa die Stadt.., Man fuhr nach dem kaiserlichen Lustschlosse , Schönbrunn, besuchte den Stephansdom. aß Eis in der berühmten Konditorei Demmel und ging Abends in's Burgtheater. Den Tag darauf wurde Jsa im Palais des Erzherzogs Ferdinand von der Oberhofmeisierin, Gräfin Tagoli.überaus huldvoll empfangen. Die Oberhofmeisterin. eine Altersgenossin der Gräfin Rindsmaul, zeigte ein fast mütterliches Wohlwollen gegen Jsa, dir nach den ersten paar Worten ihre gan?e Unbefangenheit wiederfand. Die Damen mußten sogar bei der Gräfin frühstücken und blieben nicht weniger als drei Stunden im erzherzoglichen Palais. Uebermorgen, so bestimmte die Oberhofmeisterin, sollte Jsa das Glück haben,' der künftigen Gebieterin vorgestellt zu werden. Die beiden alten Damen berieten lange und ausführlich über die Toilette, die Jsa bei der Audienz tragen solle. Gräfin Laura wollte sofort z::r Schneiderin, Jsa aber bat. erst nacb Hause fahren zu dürfen, sie hoffte einen Brief der Mutter vorzufinden. So begleitete denn Gräfin Laura Jsa nach dem Hotel, verabschiedete sich atti von ihr. ohne d'n Wagen zu verlassen, da sie sich entschlossen hatte, einige alte Freundinnen zulchen. Im nenlvm nano ranz isqcgei und sprach mit dem Portier. Jsa erwiderte seinen nicht ganz unbefangenen Gruß mit völlig ruhiger Miene. Ihr erschien es nachgerade tomisch, daß sie just diesem Menschen hier in der Weltstadt begegnete, und die Treppe hinaufsteigend, mußte sie über die abergläubische Angst der Gräfin Rindsmaul lächeln. . Sie fand richtig .inen Brief . der
Mutter und einen Theilas in iyrem Zimmer vor. , Der mütterliche Brief, die Antwort aus die Erklärung .ihrer Abweisung Eugen Eibenthals, enthielt keine Borwürfe, aber es sprach aus dem kurzen. mit zitternder Hand geschriebenen Glückwünsche für den neuen Lebensweg der Tochter der tiefe Kummer des treuen' mütterlichen Herzens. Jsa drückte einen Kuß auf das Papier. Theklas Brief war lang, sechzehn Seiten lang sechzehn Seiten bitterer Vorwürfe. Auch diesen Brief küßte Jsa. Eben im Begriffe, den Brief der Mutter noch einmal zu lesen, wurde sie durch lautes Sprechen im Nebenzimmer aus ihren Gedanken aufgeschreckt. Kein Zweifel war möglich, das war Franzi Lascheks Stimme, seine helle, etwas schnarrende Stimme. Obgleich die Thür, die zu dem Nebenzimmer führte, mit einer schweren Portiere verhängt war, drang der Schall der Worte mit widerlicher Deutlichkeit herüber. Jsa erhob sich vom Schreibtische, es widerstrebte ihr überhaupt, zu lauschen nun gar dieser Stimme zu lauschen. Jetzt wurde ganz deutlich von einer tiefen rauhen Stimme ihr eigener Familienname ausgesprochen. Jsa zitterte am ganzen Körper, sie hielt sich mit den Händen die Ohren zu und ging eilend in das Zimmer der Gräfin Laura hinüber. . Im Nebenzimmer stand Franzi Laschek vor seinem Onkel, dem. Grafen Tominik, der in der vergangenen Nacht in Wien angekommen und im Hotel Matschackerhof abgestiegen war. Der Onkel war gleich nach seines Neffen ersten Begrüßungsworten wild aufgefahren. Mit einem donnernden Wortschwall hatte er ihn überschüttet. Verwünschungen gegen Zschakätorniay. gegen die Vermittlerin Gräfin Therese Piccolomini und vor allem gegen den ungerathenen, frechen, undankbaren Neffen selbst ausstoßend. Franzi hatte nicht mit der Wimper gezuckt. Als endlich dem alten dicken Herrn der Athem ausgegangen war, sagte er ganz ruhig: Ich glaube, wir setzen lieber die Konversation im Nebenzimmer fort, hier sehe ich eine Thür, man könnte uns hier hören." Mir ist es ganz gleich, wennauch alle Welt uns hört!" schrie Graf Dominik. Mir nicht," entgegnete Franzi trocken, ging in's Schlafzimmer seines Onkels hinüber, stellte sich dort an's Fenster und sah gleichmüthig auf die Straße hinab. Nach einer Weile kam ihm wirklich der alte Graf nach, die Sicherheit Franzis hatte für ihn etwas Beängstigendes. Weißt Du. Mensch." sagte er und setzte sich stöhnend auf das Bett, daß Du die alleinige Ursache bist, daß ich nicht Ackerbauminister geworden bin?" Was hat denn meine Verlobung' mit dem Ministerportefeuille zu schaffen?" fragte Franzi, ohne sich umzusehen. Gott, an den Du nicht glaubst," fuhr Graf Dominik fort, mag Dir verzeihen, ich werde Dir nie verzeihen! Ich bin ein alter. kranker, ein gebrochener Mann. Du hast mich ruinirt. Das Bett und nichts andres wird künftig mein .Platz sein und dann das Grab!" Aber. Onkel." sagte Franzi es klang fast freudig bei Deinem Aeußeren! Verzeih, aber ich muß lachen. Du bist ja gar nicht alt!". Er trat an's Bett und wollte des Onkels Hand ergreifen. Offenbar hatte der Alte die Absicht. den Neffen mit seinen körperlichen Leiden zu rühren. Die Leber," stöhnte er, die Gallensteine, ja, Mensch, an dem Tage, an dem ich Zschakatorniays Karte erhielt, war ich schon im Reinen mit Lobenstein, er hatte einen Vermittler von Wien nach Hostrowetz geschickt, alles war abgemacht, da bekam ich eyren Anfall von Wutb. ' und am anderen Tage transportirte mich der Arzt uaaz Karlsbad." Das thut mir herzlich leid." Dir thut nichts leid.." sagte der Alte, stand vom Bette auf und trat nun selbst an's Fenster. Du bist ein Egoist! Ich durchschaue Dich! , Du willst mich so schnell wie möglich in's Grab bringen. 'Alles andre konnte ich Dir verleihen, aber diese Verlobung frißt an meinem Leben!" Du hast nie geliebt. Onkel." sagte Franzi, sonst könntest Du nicht so reden." Graf Dominik lachte gellend auf. Also Du willst mir weismachen, Du liebest diese Person?" Ja. was dachtest Du denn?" erwiderte Franzi. ohne sich aus seiner Ruhe herausbringen zu lassen. Ich habe mich für Ilona zweimal geschlagen." So? Für Ilona!" brüllte der Alte. Verschone mich, bitte, mit diesen dertraulichen Bezeichnungen! Ich will nicht wissen, wie das Weibsbild heißt!" Ich glaube ein Recht dazu zu besitzen, meine Braut mit ihrem Vornamen zu nennen. Aber wie Du toiin schest. lieber Onkel. Also ich habe mich, wenn Du es noch nicht wissen solltest, für Fräulein von Zschakatorniay. die ich liebe, zweimal geschlagen." Fräulein von Zschakätorniay! Immer besser! Deshalb bleibt ihr Vater doch ein alter Gauner!" Erstens heirathe ich nicht den Vater und zweitens, bitte, die Zschakatorniays sind von altem ungarischem Adel!(Fortsetzung folgt.)
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